Eine Wehrburg thronte im Sprottental – wie die Burg Posterstein im Mittelalter aussah

Das heutige Aussehen der Burg Posterstein mit ihrem weißen Putz und den roten Eckquaderungen geht auf Umbauten zwischen dem 15. und 17. Jahrhundert zurück. Damals ließen die Burgherren die durch Verfall und Schäden während des Dreißigjährigen Kriegs stark in Mitleidenschaft gezogene Wehrburg in eine Wohnburg umbauen. Doch wie sah die Burg Posterstein ursprünglich aus?

Die neue Ausstellung „Wehrhaft, wohnhaft, Haft“ (zu sehen seit Herbst 2012) geht dieser Frage auf den Grund.

Die Burg Posterstein 2012
Die Burg Posterstein 2012 (Foto: Museum Burg Posterstein)

Eine rundum gesicherte Wehranlage

Die im 12. Jahrhundert erbaute Burg Posterstein war dereinst eine rundum gesicherte Wehranlage. Dies lässt sich an Hand einiger archäologischer Funde rekonstruieren. Der Burgberg fällt nach Norden steil ab, auf der flachen Südseite musste die Ringburg jedoch gesichert werden. Ein sechs Meter breiter und ebenso tiefer Halsgraben erschwerte den Zugang zur Burg. Möglicherweise gab es vor diesem Verteidigungsabschnitt noch eine Umfassungsmauer und einen Abschnittsgraben. Eine Zugbrücke führte über den Graben in den höher gelegenen Burghof. Eine etwa 1,50 Meter starke Ringmauer, im Osten mit einem Zwinger dem Bergfried vorgelagert und im Westen mit einem Flankierungsturm massiv verbunden, bildete den Befestigungsring der Burg. In dessen Inneren stand mindestens auch ein Wohngebäude.

Ein mittelalterlicher Flankierungsturm ist noch teilweise erhalten. Er erhielt bei späteren Umbauten einen neuen Aufbau. Das Foto ist ein Meßbild, das während der Restaurierung der Burg in den 1980er Jahren entstanden ist. (Foto: Museum Burg Posterstein)
Ein mittelalterlicher Flankierungsturm ist noch teilweise erhalten. Er erhielt bei späteren Umbauten einen neuen Aufbau. Das Foto ist ein Meßbild, das während der Restaurierung der Burg in den 1980er Jahren entstanden ist. (Foto: Museum Burg Posterstein)

Noch erhalten: Reste von Mauern und Flankierungsturm

Der Flankierungsturm ist nur noch bis zur Höhe des heutigen Erdgeschosses erhalten und hat im Laufe der Zeit starke Veränderungen erfahren. Der untere Abschnitt zeigt nach drei Seiten Öffnungen, wobei wenigstens zwei davon auf Schießscharten hindeuten. Darüber befindet sich ein Aborterker.

Von Graben und Zugbrücke gibt es heute keine sichtbaren Spuren mehr, weil der jetzige Eingang in die Burg, einschließlich der steinernen Brücke, neu errichtet und der Halsgraben mit Brandschutt verfüllt wurde.

Bei einer archäologischen Grabung in der Burgkirche konnte das Thüringische Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie 2008 Reste des Halsgrabens nachweisen. Ein letztes Stück der Umfassungsmauer ist noch am Westhang der Burg vorhanden.

Mehr dazu: Ausstellung „Wehrhaft, wohnhaft, Haft“ im Museum Burg Posterstein und in der Broschüre „Wehrhaft, wohnhaft, Haft“, zu bestellen unter info@burg-posterstein.de (Kosten: 5 Euro zzgl. Versand)

Von Marlene Hofmann

Kommentar verfassen