#zoomMW: Die Geschichte vom Laptop aus dem 17. Jahrhundert

LogoMW_PostersteinDerzeit tobt die internationale #MuseumWeek weltweit auf Twitter und natürlich auch im Blog auf Burg Posterstein. Tagesthema: #zoomMW. Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann nimmt ein für damalige Verhältnisse klein und handliches Objekt unserer Sammlung unter die Lupe – praktisch die Vorstufe von Smartphone und Laptop.

Wie arbeitete man im 17. Jahrhundert von unterwegs?
Wie arbeitete man im 17. Jahrhundert von unterwegs?
Mobiles Banking, das Schreiben von Nachrichten und E-Mails oder das Posten von Bilder zu jeder Zeit und an jedem Ort ist aus unserer heutigen Gesellschaft kaum wegzudenken. Im Zug, im Bus, in der Straßenbahn, überall sind wir erreichbar und wollen es auch sein. Die Schreibarbeit wird
einfach unterwegs via Laptop, Smartphone oder Tablet verrichtet. Der modernen Technik sei Dank.

Doch weit gefehlt! Denn der Mensch war schon lange vor Handy und Notebook in der Lage, mobil Geschäfte zu erledigen und Nachrichten, damals noch „Briefe“ genannt, zu schreiben.

Seltener, nicht ganz digitaler Vorreiter des Smartphones

Einer dieser sehr seltenen, (nicht ganz) digitalen Vorreiter kann im Museum Burg Posterstein bewundert werden: ein sogenanntes „Reisebureau“ aus der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Es handelt sich dabei um eine Reisetruhe mit Tragegriffen, beschlagen mit geprägtem Messingblech und Eisenbändern. Sein Inneres besteht aus zwei Etagen mit fünf bzw. acht Schubkästen. In diesen unterschiedlich großen Fächern konnten alle benötigten Schreibutensilien wie Papier, Feder und Tinte sicher aufbewahrt werden. So war das Schreibwerkzeug auch auf Reisen immer greifbar und eine nach unten klappbare Schreibunterlage machte das Verfassen von Dokumenten und Berichten auch in der freien Natur möglich. Und das alles ohne Steckdose oder leeren Akku.

Detail des Reisebureaus auf Burg Posterstein.
Das Reisebureau auf Burg Posterstein.

Solche „Reisebureaus“ waren nicht nur bei Juristen auf Dienstreisen beliebt, sondern gehörten auch zur Ausstattung adliger Sprösslinge auf der sogenannten „Kavalierstour“, einer Bildungsreise durch Europa.

Detail des Reisebureaus auf Burg Posterstein.
Detail des Reisebureaus auf Burg Posterstein.

Und wer glaubt, dass zumindest die individuelle Gestaltung seines mobilen Computers jeglicher Art durch Hüllen, Patches und gemalte Bilder eine Erfindung der Moderne ist, muss ein zweites Mal enttäuscht werden. Zwei sehr schöne Stiche zieren auch unseren Laptop des 17. Jahrhunderts.

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

2 Antworten auf „#zoomMW: Die Geschichte vom Laptop aus dem 17. Jahrhundert“

    1. Hallo Ulrike, ich bedanke mich schonmal für das Lob und reiche es an die Verfasserin des Blogposts weiter 🙂 Ich finde, sie hat es witzig in Relation gesetzt. Je mehr man in historischen Dokumenten stöbert, desto mehr geht einem auf, dass die Leute von damals auch nicht so anders waren als wir heute.
      Viele Grüße, Marlene

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