Bloggen zur #MuseumWeek: Ein Resümee für den Blog der Burg Posterstein

LogoMW_PostersteinIm vorangegangenen Blogpost haben wir unsere Teilnahme an der internationalen #MuseumWeek ausgewertet. Nun sind auf Twitter Nachfragen eingangen, in wie weit die tägliche Blog-Begleitung unseren Museumsblog positiv beeinflusst habe. Dazu wollen wir an dieser Stelle ein kurzes Resümee geben.

Unsere Website und der Blog sind der ideale Ort für Forschungsergebnisse, die teilweise in der Dauerausstellung gar keinen Platz finden zu publizieren. Der Blog des Museums Burg Posterstein baut darauf auf, nur selten kurzfristige Themen zu bewerben. Stattdessen setzen wir grundsätzlich auf Blogposts mit langfristigem Mehrwert. Dass das gut funktioniert sehen wir in der Blogstatistik daran, dass Artikel über Rittergüter und die Geschichte der Region Altenburg auch nach Jahren noch häufig angeklickt werden. Zwei der Schenkungen, die wir in unserer aktuellen Sonderausstellung zum Wandermaler Friedrich Mascher zeigen, sind nur zu uns gekommen, weil bei der Google-Suche nach Friedrich Mascher der Blog des Museums Burg Postersteins unter den ersten Suchergebnissen erschien. Bei den beiden Bildern handelt es sich um sehr seltene, bisher noch unbekannte bürgerliche Portraits des Pastellmalers.

Zur #MuseumWeek bloggten wir daher täglich zu Themen, die auch langfristig interessant sein könnten. Über Themen, die für ein internationales Publikum interessant sein könnten, schrieben wir auf Englisch. Ein ziemlicher Aufwand, der sich unserer Meinung nach aber gelohnt hat. Hier ein paar Zahlen aus der Blogstatistik:

  • Während der #MuseumWeek stiegen die Zugriffszahlen auf unseren Blog um 150 Prozent.
  • Rund zehn mal häufiger als in einer Durchschnittswoche kamen die Leser über Twitter zu uns, rund sieben Mal häufiger als sonst klickten Facebook-Leser auf den Blog.
  • Der Anteil der Leser von außerhalb Deutschlands stieg während der #MuseumWeek allerdings nur marginal und hielt sich bei rund 14 Prozent.
  • Die Anzahl der durchschnittlichen Likes pro Woche stieg um rund 750 Prozent, kommentiert wurde aber kaum – die eigentlichen Gespräche fanden auf Twitter statt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Bloggen für das Museum Burg Posterstein einen großen Mehrwert bietet – dass sich dieser aber nur selten in Zahlen messen lässt. Für uns zählen vielmehr die sich daraus ergebenden ungeplanten Querverbindungen und neuen Netzwerke.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

2 Antworten auf „Bloggen zur #MuseumWeek: Ein Resümee für den Blog der Burg Posterstein“

  1. Liebe Marlene,

    wunderbare Antwort auf meine Frage – vielen herzlichen Dank dafür!!!

    Ganz wichtig finde ich eure Strategie, die sich aus der Praxis ergab: auf Nachhaltigkeit zu setzen. Ich bin auch davon abgekommen irgendwelche Tagungen anzukündigen, denn diese Blogposts verpuffen grandios. Auch Tagungsbesprechungen gibt es bei mir nur, wenn sie nachhaltig sind und Inspirationsquelle bleiben können.

    Jetzt habt ihr so schön die #MuseumWeek nachbesprochen. Die Leser, die darüber kamen interessierten sich für eure Storys. Hier wäre es vermutlich gut gleich nach dem Ereignis wieder einen Beitrag in dem Sinne zu bringen, um diese zusätzlichen Leser zu halten. Das ist auch eine spannende Frage, was passiert mit euren Leserzahlen nach dem Ereignis. Konntet Ihr dauerhaft neue, loyale Leser gewinnen? Ich weiß, dass du das jetzt noch nicht sagen kannst, aber vielleicht ist das mal eine interessante Kennzahl zu eruieren.

    Von meinen Blogparaden, die mir immer immens viele neue Leser brachten, konnte ich, wenn ich dann wieder normal bloggte sehen, das in etwa 1/3 der Leser blieben. Manches Mal konnte ich allerdings nicht so viel wie normal schreiben, setzte Pausen ein, die dann wieder die Leserschaft reduzierte. Die Crux ist am Ball zu bleiben, aber dann irgendwelchen Nonsense zu schreiben, passt dann auch nicht ins Konzept (spreche von mir).

    Auf jeden Fall ein dickes Merci für die Transparenz hier – toll und empfehlenswert!

    Herzlich,
    Tanja

    1. Hallo Tanja,
      das mit den Leserzahlen ist natürlich auch eine spannende, aber schwer zu messende Zahl. Ich habe gesehen, dass der Blog wieder mehr Abonnenten per WordPress und E-Mails bekommen hat, 74 zur Zeit. Am treusten lesen vielleicht die, die eine Nachricht auf ihre E-Mail bekommen. Ansonsten kommen die Blogleser bei Burg Posterstein deutlich über Facebook und Twitter, sowie die Tagesgäste, die über die Suchmaschinen zu ganz bestimmten Themen suchen. Als Museum mit wenig Personal schaffen wir es normalerweise nicht öfter als 3-4 Mal im Monat zu bloggen. Trotzdem steigen die Leserzahlen, was ein langsames, aber stetiges Wachstum spiegelt. Unsere Strategie ist dann hier, das Ganze langsam wachsen zu lassen, damit es uns nicht vom Zeitaufwand her über den Kopf wächst 🙂 Deiner Meinung zu Tagungsberichten etc. muss ich zustimmen, im Kulturbereich verkaufen sich Artikel mit Mehrwert am besten, wir können ja keine Tageszeitungen ersetzen. Anders funktioniert das sicher in anderen Blogbereichen (wie z.B. DIY / Nachhaltigkeit, wo ich auch unterwegs bin). Dort kann man auch mal kleine, tagesaktuelle Sachen besprechen und hat trotzdem viele Leser. Auch viel aktivere Leser übrigens…
      Viele Grüße,
      Marlene

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