#Kinderburg: Darf eine Prinzessin mal ganz schmutzig nach Hause kommen?

Die 5-jährige Pauline möchte wissen, ob sich eine Prinzessin auch mal schmutzig machen durfte. Unser Burggespenst Posti und der Drache Stein antworten:

Ritter und Burgfräulein im Mittelalter badeten nur selten und waren deshalb immer etwas schmutzig unterwegs. Beim Spielen sollten die Prinzessinnen sich aber nicht dreckig machen, weil sie eher Arbeiten im Haus erlernen sollten. Auch bei den Salondamen um 1800 sollten sich die Kinder gut benehmen. Ein „Dreckspatz“ war aber bestimmt jede Prinzessin einmal. Wie heute gab es dann bestimmt Ärger von den Eltern.

Im Mittelalter ging es nicht ganz so sauber zu wie heute, besonders was den eigenen Körper anging. Die Ritter wussten noch nichts von Bakterien und Viren, die Krankheiten übertragen. Sie wussten auch nicht, dass man manche Krankheiten durch Waschen und Sauberkeit einschränken kann. Ein richtiges Vollbad zu nehmen, war für Ritter und Burgfräulein mit viel Aufwand verbunden. Eimer voller Wasser mussten vom Brunnen in die Burg getragen werden. Das kalte Brunnenwasser wurde dann lange über einem Feuer erwärmt. Dann erst konnte der Ritter baden. Das tat er natürlich nicht jeden Tag. Daher waren die Burgherren und –damen immer etwas schmutziger unterwegs als wir heute. Und die Prinzessinnen auch.

Durfte sich eine Prinzessin wie diese hier auch mal schmutzig machen? Das will Pauline (5 Jahre) wissen und hat gleich eine Prinzessin gezeichnet.
Durfte sich eine Prinzessin wie diese hier auch mal schmutzig machen? Das will Pauline (5 Jahre) wissen und hat gleich eine Prinzessin gezeichnet.

Dass sich die Kinder – vor allem die Mädchen – beim Spielen richtig dreckig machten, war in der Zeit der Ritter nicht gern gesehen. Sport war eher eine Sache für die Jungen, die sich als zukünftige Ritter im Kampf üben sollten. Reiten mussten auch die Mädchen lernen. Aber sonst unterrichtete die Burgherrin sie vor allem in häuslichen Dingen: Im Spinnen und Sticken, aber auch im Lesen oder Rechnen. War der Burgherr nicht zu Hause, musste nämlich seine Frau die Burg verwalten. Das sollten die Prinzessinnen früh lernen. Denn oft wurden die Mädchen schon mit 12 oder 14 Jahren verheiratet. Die Kindheit im Mittelalter war leider nicht sehr lang.

Dennoch blieb auch Zeit für Spaß und Albernheiten. Die Mädchen haben bei vielen Spielen wie „Fangen“ oder Ballspielen mitgemacht. Wir wissen doch alle, dass beim ausgelassenen Tollen gern einmal eine Pfütze im Weg ist. Wenn man dann ganz nass und schmutzig nach Hause kommt, schimpfen die Eltern auch mal. Heute wie auch im Mittelalter.

… Und die Salonprinzessinnen?

Auch bei den Salondamen vor rund 200 Jahren sollten die Prinzessinnen nicht schmutzig nach Hause kommen. Besonders die älteren Kinder sollten sich gut benehmen. Die Mädchen mussten sich früh an die Rolle als spätere Hausfrau und Mutter gewöhnen und strengere Benimmregeln einhalten als die Jungen.

Zeit für Spaß und Spiel blieb allerdings immer noch und so manche Prinzessin kam wohl einmal mit schmutzigen Kleidern nach Hause. Dann war ihre Mutter höchstwahrscheinlich ärgerlich, denn Kleider waren teuer und eine Waschmaschine gab es auch noch nicht.

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