Künstler aus Köln sammelt Staub von Burg Posterstein

Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv in Köln bei der "Staubentnahme" im Bergfried der Burg Posterstein.
Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv in Köln bei der „Staubentnahme“ im Bergfried der Burg Posterstein.

Für ein Kunstprojekt im Jahr 2019 sammelte Dr. Wolfgang Stöcker auf Burg Posterstein Staub. Zu Hause in Köln betreibt der freischaffende Künstler das Deutsche Staubarchiv. In Posterstein machte er Fotos und hielt die Staubentnahme akribisch in seinem Tagebuch fest. In kleine Tüten verpackt und säuberlich mit Datum und Fundort beschriftet, nahm Stöcker den Burgstaub, in dem sich manchmal auch Bonbonpapier und tote Insekten befanden, wieder mit nach Köln. Vermischt mit Wachs sollen daraus Skulpturen für eine Ausstellung im Jahr 2019 im Museum Burg Posterstein entstehen.

Auf den „Staubkünstler“ Wolfgang Stöcker, der in Köln Geschichte und Kunst studiert hat, ist das Museum Burg Posterstein vor zwei Jahren durch eine Gruppe Kölner Kulturschaffender, die Herbergsmütter, aufmerksam geworden. Diese veranstalteten ihre Aktion #Kunstputz nicht nur in Köln vor Ort, sondern auch auf Twitter. Dort kam man ins Gespräch und das Museum Burg Posterstein sendete eine Staubprobe aus dem Verlies der Burg. Wolfgang Stöcker nahm die Probe in sein umfangreiches Staubarchiv auf. Die Idee für eine gemeinsame Ausstellung keimte bereits.

Ganz detailliert hält Wolfgang Stöcker fest, wo er welche Staubprobe unter welchen Umständen entnommen hat. Damit thematisiert er nicht zuletzt die museale Arbeit an sich - Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen gehören zu den Grundaufgaben eines Museums.
Ganz detailliert hält Wolfgang Stöcker fest, wo er welche Staubprobe unter welchen Umständen entnommen hat. Damit thematisiert er nicht zuletzt die museale Arbeit an sich – Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen gehören zu den Grundaufgaben eines Museums.

2017 nahmen Marlene Hofmann und Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein an der MAI-Tagung (Museums and the internet) in Bonn teil und besuchten auf dem Rückweg Wolfgang Stöcker in seinem Atelier in Köln Kalk. Im Gepäck hatten sie mehrere Postersteiner Staubproben, die seither – vermischt mit Wachs – zu kleinen Skulpturen gewachsen sind. Mitte August 2017 kam Wolfgang Stöcker nach Posterstein und fotografierte, dokumentierte und „entnahm“ weitere Staubproben.

Ist das Kunst oder kann das weg? – Der bekannte Spruch ist hier Dreh- und Angelpunkt

Wolfgang Stöcker schaut auf Dinge, die normalerweise niemand beachtet.
Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Wolfgang Stöcker schaut auf Dinge, die normalerweise niemand beachtet.
Die Philosophie dahinter wirft ein anderes Licht auf die menschliche Kultur und auf die Funktion von Museen – und thematisiert essentielle Fragen: Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit? Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen? Wolfgang Stöcker widmet sich in seiner Sammelleidenschaft den übersehenen Details – zum Beispiel dem, was sich zwischen Dielenritze 14 und 15 auf dem Turm der Burg über die Jahrzehnte angesammelt hat. In seinen haus- oder schreinartigen Wachsskulpturen gibt er dem Unförmigen eine neue Form.

Wachs-Spenden können zu Kunst werden

Für das Kunstprojekt kann man dem Künstler Wachs spenden. Das können Kerzenreste aller Art sein, gerne mit einer kleinen Notiz versehen, wann, wo und zu welchem Anlass die Kerze benutzt wurde oder warum sie nicht mehr gebraucht wird. All die sonst als nebensächlich betrachteten Details verarbeitet Wolfgang Stöcker zu etwas Neuem, das dann 2019 in die Sonderausstellung eingeht. Wachsspenden können im Museum Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein abgegeben werden – oder direkt im Staubarchiv in Köln.

Links:

Deutsches Staubarchiv

Aktion #kunstputz der Herbergsmütter

Ostthüringer Zeitung über Wolfgang Stöckers Besuch in Posterstein

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wir freuen uns über Unterstützung von der Bürgerstiftung Altenburger Land

Die Bürgerstiftung Altenburger Land überreichte dem Museum Burg Posterstein einen Scheck über 5000 Euro für Ausstellungstechnik.
Die Bürgerstiftung Altenburger Land überreichte dem Museum Burg Posterstein einen Scheck über 5000 Euro für Ausstellungstechnik.

Wir freuen uns: Landrätin Michaele Sojka vom Stiftungsrat der Bürgerstiftung Altenburger Land und Stiftungsvorsitzender Bernd Wannenwetsch überreichten dem Museum Burg Posterstein am 1. August 2017 einen Scheck über 5000 Euro für die Anschaffung von Ausstellungstechnik.

Die Bürgerstiftung Altenburger Land – Engagement von Bürgern für Bürger

Stiftungen „von Bürgern für Bürger“ sind durch ihre finanzielle und politische Unabhängigkeit wie kaum eine andere Institution in der Lage, eine große Vielfalt gemeinnütziger Aktivitäten auf lokaler oder regionaler Ebene zu fördern. Aus diesem Grund wurde im Altenburger Land die Bürgerstiftung gegründet. Zweck der Stiftung ist es, gemeinnützige Projekte unter anderem aus den Bereichen Kultur, Jugend, Bildung und Umwelt zu unterstützen, die ohne private Initiative kaum verwirklicht werden könnten. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann bereits mit 1 Euro pro Monat die Arbeit der Stiftung unterstützen und damit für die Region wichtige Einrichtungen, Kulturgüter und Werte auf Dauer erhalten und fördern.

Scheckübergabe in der aktuellen Sonderausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild ‚Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830’’.
Scheckübergabe in der aktuellen Sonderausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild ‚Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830’’.

Burg Posterstein ist ein Förderprojekt der Stiftung

Das Museum Burg Posterstein ist ein Förderprojekt der Bürgerstiftung Altenburger Land und als einer von vier Schwerpunkten im Altenburger Land ausgewiesen. Die Finanzmittel 2017 werden in die Herstellung neuer Ausstellungsvitrinen investiert.

Spendenübergabe in der Dauerausstellung des Museums.
Spendenübergabe in der Dauerausstellung des Museums.
Eigens für die Kabinettausstellung zur Reformation konnten spezielle Vitrinen in Auftrag gegeben werden, die es ermöglichen, die wertvollen Exponate optimal dem Publikum zu präsentieren. Als besondere Kostbarkeiten wird eine Biblia Latina Vulgata, also eine Ausgabe der Bibel auf Latein, aus dem Jahr 1519 und eine Altenburger Bibel aus dem Jahr 1676 gezeigt. Außerdem sind verschiedene große Bibeln der Druckerei Endter aus Nürnberg zu sehen.

In der ständigen Ausstellung zur Salongeschichte um den Musenhof der Herzogin von Kurland, die derzeit überarbeitet wird, werden graphische Blätter lichtgeschützt in Vitrinen mit speziellen Schüben präsentiert. Die Vitrinen sind Spezialanfertigungen und von einer einheimischen Tischlerwerkstatt, der Tischlerei Schumann Naulitz bei Gera, hergestellt. Maße und Proportionen sind so gewählt, dass sie den Eigenheiten der Präsentation der Exponate entsprechen. Die Farbe und der Stil sind abgestimmt auf die gesamte Präsentationstechnik des Museums.

Thüringer Keramik mit Ecken und Kanten – Ausstellung von Angelika Kühn von Hintzenstern

Die Keramik-Ausstellung „Mit Ecken und Kanten – 45 Jahre Keramikwerkstatt Angelika Kühn von Hintzenstern“ ist nur noch bis 20. August 2017 im Museum Burg Posterstein zu sehen. Die Keramikerin aus Kühdorf bei Greiz feiert im Jahr 2017 ihr 45-jähriges Werkstattjubiläum. Das Museum Burg Posterstein präsentiert einen Querschnitt durch ihr unkonventionelles Werk – als Sonderschau und als Katalog.

Keramik mit Klang: Blick in die Keramik-Ausstellung im Museum Burg Posterstein.
Keramik mit Klang: Blick in die Keramik-Ausstellung im Museum Burg Posterstein.

Eckige Vasen, besondere Technik

Reliefs, Gefäßskulpturen, Scheibenplastik aus unregelmäßigen Platten und kantige Gefäße sind die Markenzeichen der Keramik von Angelika Kühn von Hintzenstern. Die Keramikerin fertigt ihre Objekte und Reliefs ohne Benutzung der traditionellen Töpferscheibe. Stattdessen walzt sie das Material aus und setzt die entstanden Platten zusammen. In einer Klanginstallation, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Musiker Matthias von Hintzenstern, für die Postersteiner Ausstellung produzierte, gibt Angelika Kühn von Hintzenstern Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihr künstlerisches Werk.

Eigenwillig, sinnlich und überzeugend

Der langjährige Direktor des Geraer Museums für Angewandte Kunst und renommierte Keramikspezialist Hans Peter Jakobson schreibt im Ausstellungskatalog über das Schaffen der Keramikerin Angelika Kühn von Hintzenstern.

Hans Peter Jakobson und Angelika Kühn von Hintzenstern bei der Ausstellungseröffnung im Museum Burg Posterstein.
Hans Peter Jakobson und Angelika Kühn von Hintzenstern bei der Ausstellungseröffnung im Museum Burg Posterstein.

„Angelika Kühn von Hintzenstern ist aus der zeitgenössischen thüringischen Keramikszene nicht mehr wegzudenken. Seit Jahren geht sie erfolgreich ihren eigenen gestalterischen Weg […] Erfolg misst sich dabei weniger in kommerziellen Kategorien als vielmehr an künstlerischer Schöpferkraft, an der Anerkennung und Wertschätzung eines treuen, kenntnisreichen und aufgeschlossenen Freundeskreises sowie der Achtung ihrer Kollegen. Darin findet sie immer wieder Bestätigung und wird bestärkt, sich konsequent in ihrer unverwechselbaren Weise künstlerisch auszudrücken. Dies geschieht unspektakulär mit der ihrem Naturell entsprechenden heiteren Gelassenheit. Eine „Leichtigkeit des Seins“, die ihre Schöpfungen ausstrahlen, ist jedoch alles andere als selbstverständlich, zufällig oder willkürlich; sondern Ergebnis eines langen und beharrlichen Schaffensprozesses, den die Künstlerin als gleichwohl fordernd wie ausgesprochen lustvoll empfindet. Der Weg zur gegenwärtigen Klarheit und Gewissheit des gestalterischen Wollens ist durch mehrere aufeinander aufbauende Entwicklungsstufen nachvollziehbar.“

(Hans Peter Jakobson im Katalog zur Ausstellung)

Die Keramik von Angelika Kühn von Hintzenstern entsteht nicht auf der Töpferscheibe. (Foto: Ulrich Fischer)
Die Keramik von Angelika Kühn von Hintzenstern entsteht nicht auf der Töpferscheibe. (Foto: Ulrich Fischer)

Zu den Lehrern von Angelika Kühn von Hintzenstern zählten Dietrich Kleinschmidt in Saalfeld und Christine Freigang in Bürgel. Seit den 1970er Jahren entstehen keramische Arbeiten in Plattentechnik. 1991 eröffnete sie die eigene Galerie „Schulstube“ und Ende der 1990er Jahre war sie in Leipzig zusammen mit den Keramikern Ute Klötzer und Ludwig Laser in einer Autorengalerie vertreten. Angelika Kühn von Hintzenstern zählt zu den Gründern des Greizer Kunstvereins. Seit 2004 lässt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthias von Hintzenstern „Raum-Klang-Licht“ Installationen entstehen. In Posterstein war sie zuletzt 2008 zusammen mit ihrem Ehemann sowie den beiden Geraer Künstlern Barbara Toch und Wolfgang Schwarzentrub in der Ausstellung „Im Zwischenraum – Vier Künstler im Dialog mit den Räumen der Burg Posterstein“ zu sehen.

Bericht des TV-Journalisten Gunter Auer über die Ausstellung auf Burg Posterstein:

Der Katalog zur Ausstellung:

Das Buch zur Ausstellung: Mit Ecken und Kanten
Das Buch zur Ausstellung: Mit Ecken und Kanten
Mit Ecken und Kanten – Angelika Kühn von Hintzenstern – 45 Jahre Keramikwerkstatt,
40 Seiten, farbig, Museum Burg Posterstein 2017, 10 Euro

Blogpost von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

#Kinderburg: Was haben die Rittersleute gegessen?

Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden.

Johanna (4 Jahre) möchte wissen: Was haben die Rittersleute gegessen? Burggespenst Posti und Burgdrache Stein antworten:

Beim Essen gab es Unterschiede zwischen Bauern, Rittern, Stadtbewohnern, armen oder reichen Leuten. Das wichtigste Nahrungsmittel war für alle das Getreide. Alle aßen Brot, ob Bauer oder Ritter. Bei den Rittern gab es aber mehr Fleisch und sie durften zur Jagd gehen.

Die Menschen im Mittelalter aßen ganz unterschiedlich. Einige Pflanzen, die gern gegessen wurden, wuchsen nur in bestimmten Teilen eines Landes. Und nicht überall gab es die gleichen Tiere. Daher waren sie an manchen Orten für wenig Geld zu bekommen und deshalb bei vielen Leuten auf dem Teller zu finden. Andere mussten sich besondere Kräuter oder Fleischsorten von weit her besorgen. Dann war es (zum Beispiel) viel teurer bestimmte Fische zu essen und nur wohlhabende Menschen konnten sich das leisten.

Das wichtigste Nahrungsmittel war Getreide. Alle aßen Brot, ob Bauer oder Ritter. Zum Brot gab es Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Fett, Käse und Wein. Getreide war auch in Form von Hafergrütze oder Bier beliebt.

„Edle“ Früchte hängen ganz oben

Die Ritter glaubten, dass die vornehmsten Früchte an Bäumen wachsen.
Die Ritter glaubten, dass die vornehmsten Früchte an Bäumen wachsen.
Obst und Gemüse gab es natürlich auch! Aber dazu hatten sich die Ritter eine seltsame Regel ausgedacht: Wurzelgemüse und Kräuter, die im oder nah am Boden wachsen, galten im Mittelalter als grob und bäuerlich. Edle Früchte hingen an den Bäumen. Umso höher die Frucht hing, desto besser war sie!

Doch das heißt nicht, dass nur Bauern Gemüse aßen. Besonders die Bürger in den Städten liebten Gemüsesuppen und Eintöpfe und legten sich sogar kleine Gärten vor und innerhalb der Stadtmauern an. Und natürlich landete auch bei Rittern Gemüse auf dem Teller.

Am liebsten aßen Ritter aber Fleisch! Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden. Es wurde nichts verschwendet! Was von einem Tier nicht gegessen werden konnte, wurde anderweitig genutzt. Aus der Haut von Rindern, zum Beispiel, machte man Leder für Kleidung oder Pergament, auf dem man schreiben konnte.

Ritter durften jagen

Ritter gingen auch gern jagen – einfachere Leute durften das nicht. Hirsch oder Hase fand man daher oft auf den Tafeln der Rittersleute! Und als besonders schön galt der Fasan! Sein buntes Federkleid diente als richtige Dekoration bei Festen!

Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden.
Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden.

Aber die Ritter durften nicht jeden Tag essen, was sie wollten. Ihr Glaube und die christliche Kirche schrieben ihnen auch Tage vor, an denen sie nur wenig essen durften. Die Ritter und alle anderen Christen mussten sich daran auch halten. Es gab also „fette Tage“, Feiertage, an denen alle schlemmen durften, und „magere Tage“, an denen gefastet wurde.

An mindestens einem von drei Tagen musste sich ein Christ mit Fisch und Gemüse begnügen. An „Fastentagen“ (wie vor Ostern) durften keine Milch, Eier, Fleisch oder andere tierische Fette gegessen werden. Nur schwangere Frauen, Arme, Kranke, Alte und Kinder mussten sich daran nicht halten. Fisch galt bei den Rittern nicht als Fleisch und wurde daher oft an solchen mageren Tagen gegessen. Umso größer war der Überfluss an Speisen an den „fetten“, also den Feiertagen! Dann sah es auf der Rittertafel aus wie auf unserem Bild.

Eine Ausstellung voller Überraschungen – und wozu Druckfehler gut sein können

Ein Holzschnitt aus der in Posterstein gezeigten Biblia Latina Vulgata von 1519, die zur MuseumWeek Aufsehen erweckte.
Ein Holzschnitt aus der in Posterstein gezeigten Biblia Latina Vulgata von 1519, die zur MuseumWeek Aufsehen erweckte.

Das 500. Jubiläum der Reformation ist in diesem Jahr allgegenwärtig. Zu diesem Anlass zeigt auch das Museum Burg Posterstein bis 31. Dezember 2017 eine kleine Kabinettausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild “Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830”“. Im Zuge der #MuseumWeek stellte die Burg bereits die kleine, aber feine Sammlung an Bibeln vor, die den Besuchern in den Räumen der ständigen Ausstellung gezeigt werden. Dieser Blogpost führte letztlich zu neuen Erkenntnissen!

Das besondere Exponat der Ausstellung ist ein Rollbild aus der Hand des Leipziger Künstlers Christian Gottfried Heinrich Geißlers (1770-1844). Auf 32 kolorierten Radierungen, die miteinander verklebt und auf einem Holzzylinder aufgerollt wurden, zeigt der Künstler den Festtagsumzug der Stadt Leipzig zum Jubiläum der Confessio Augustana im Jahr 1830.

Länger als gedacht: Das Rollbild von Heinrich Geißler zum Leipziger Festzug zur Reformationsfeier von 1830 aus dem Bestand des Museums Burg Posterstein.
Länger als gedacht: Das Rollbild von Heinrich Geißler zum Leipziger Festzug zur Reformationsfeier von 1830 aus dem Bestand des Museums Burg Posterstein.

Die erste Überraschung: Ein Rollbild, das länger war als gedacht

Um den Besuchern das gesamte Exponat zeigen zu können, wurde das Rollbild im Vorfeld der Ausstellung digitalisiert und kann nun auf einem kleinen Bildschirm in der Ausstellung in Gänze bestaunt werden. Im Zuge dieser Arbeit erlebten wir die erste Überraschung. Das Rollbild, von dem einige Exemplare aus anderen Häusern wie dem Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig bekannt sind, wurde bis dato mit einer Gesamtlänge von zehn Metern betitelt. Es stellte sich schnell heraus, dass diese Maße nicht mit dem Postersteiner Exemplar übereinstimmen konnten. Eine Messung ergab schließlich eine Länge von rund 18 Metern – es hat sozusagen fast die doppelte Größe als zuvor angenommen.

Museumsdirektor Klaus Hofmann mit Uwe Buchheim und dessen Schenkung.
Museumsdirektor Klaus Hofmann mit Uwe Buchheim und dessen Schenkung.

Die zweite Überraschung: Ein Geschenk zur Ausstellungseröffnung

Zur Ausstellungseröffnung am Internationalen Museumstag schenkte der Sammler Uwe Buchheim, der einige seiner seltenen Bibeln für die Sonderschau zur Verfügung stellt, dem Museum Burg Posterstein ein Aquarell des Malers Ernst Welker (1784/88–1857). Welker kam 1819 und 1820 als Zeichenlehrer mit Wilhelmine von Sagan an den Musenhof der Herzogin von Kurland nach Löbichau. Bereits 2015 konnte das Museum Burg Posterstein in der Sonderausstellung „Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien“ eine einmalige Sammlung an Zeichnungen präsentierten, die Welker und Emilie von Binzer, die Ziehtochter Wilhelmine von Sagans, in Löbichau anfertigten. Dargestellt sind die Gäste des Musenhofs in karikativer Art und mit witzigen Sprüchen versehen. Das Aquarell, das Uwe Buchheim dem Museum zum Internationalen Museumstag überreichte, fügt sich somit wunderbar in die Sammlung des Museums. Genaue Infos gibt es hier.

Überraschung Nummer Drei: Neue Erkenntnisse durch die #MuseumWeek

Unter dem Hashtag #BooksMW veröffentlichte das Museum einen Blogbeitrag zur Kabinettausstellung und zu zwei ganz besonderen Bibeln der kleinen Sonderschau. Dabei handelt es sich zum einen um eine Altenburger Bibel aus dem Jahr 1676. Zum anderen um eine Biblia Latina Vulgata aus dem Jahr 1519. Letztere stammt aus Lyon und weist eine starke Ähnlichkeit mit einer Bibelausgabe auf, die sich im Besitz der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart befindet. Texttypus und Holzschnitte stimmen überein. Da dem Postersteiner Exemplar aber kein Deckblatt erhalten geblieben ist, konnten keine genauen Angaben gemacht werden. Doch es folgte die Überraschung! Über die #MuseumWeek auf den Blog aufmerksam geworden, meldeten sich die Experten des Bibelmuseums der Universität Münster bei uns.

Auf einer der letzten Seiten ist dem Drucker ein Fehler unterlaufen - auf diesem Bild sieht man die entsprechende Seite aus dem Postersteiner Exemplar.
Auf einer der letzten Seiten ist dem Drucker ein Fehler unterlaufen – auf diesem Bild sieht man die entsprechende Seite aus dem Postersteiner Exemplar.

Der Teufel steckt im Detail – Von Druckfehlern und neuen Erkenntnissen

Dr. Jan Graefe, Leiter des Bibelmuseums in Münster, bemerkte den Blogbeitrag der Burg Posterstein und wandte sich mit einer interessanten Anfrage an das Museum. Im Bestand des Bibelmuseums befindet sich eine Mareschal-Bibel, die ebenfalls aus Lyon stammt. Das Exemplar aus Münster wurde im Jahr 1514 gedruckt. Das Titelblatt fehlt, aber das Werk weist einen erstaunlichen Fehler auf. Auf einer der letzten Seiten ist zu lesen: „[…] in officina Jacobi marechal […] Anno d[omi]ni decimo quarto supra millesium Duodecimo Kalendas Aprilis.“ Mit anderen Worten: Die Bibel wurde von Jacobus Mareschal am 21. März 1014 gedruckt. Ein kleiner Fehler im Latein des Druckers löscht hier spontan 500 Jahre Geschichte aus.

Dr. Graefe fragte an, ob die Biblia Latina Vulgata, die zurzeit in Posterstein gezeigt wird, ebenfalls eine Mareschal-Bibel ist und ob sich dieser Druckfehler von 1514 auch in der Ausgabe von 1519 fände oder im Laufe der Jahre korrigiert worden ist.

Die in Posterstein ausgestellte Biblia Latina Vulgata aus dem Jahr 1519.
Die in Posterstein ausgestellte Biblia Latina Vulgata aus dem Jahr 1519.

Mit diesem Hinweis konnte das Museum folgende Entdeckung machen: Es handelt sich bei der in Posterstein ausgestellten Bibel tatsächlich um eine Mareschal-Bibel aus dem Jahr 1519. Der Vergleich mit dem Digitalisat der Württembergischen Landesbibliothek ergab, dass das Stuttgarter Exemplar und das Postersteiner aus derselben Zeit stammen: vom 16. Oktober („Decimoseptimo Kalendas Novembris“) 1519. Der kuriose Druckfehler wurde bis dahin nicht korrigiert! Auch in der Postersteiner Ausgabe ist zu lesen: Anno „Decimonono supra millesium“ (1019).

Dr. Graefe klärte schließlich auf:

„In der (Erst-) Ausgabe von 1510 findet sich bezüglich des Druckjahres noch korrekt ‚quingentesimum‘. Ab der Ausgabe von 1514 findet sich der Druckfehler (bei uns und in der Stuttgarter Sammlung). Die letzte Ausgabe dieser Bibel scheint Eure Bibel von 1519 zu sein. Jacobus Mareschal d. Ä. bzw. ‚Jacobus Mareschal‘ druckt in den Folgejahren weitere lateinische Bibeln, aber anscheinend andere Ausgaben, bei denen dieser Fehler sich nicht wiederholt.“

Erst durch den Kontakt mit dem Bibelmuseum der Universität Münster konnte eindeutig geklärt werden, um was für eine Biblia Latina Vulgata es sich in Posterstein handelt. Sie konnte dadurch genau datiert und mit einem gut erforschten Exemplar verglichen werden.

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

#Kinderburg: Stelzen selbstgemacht – eine Anleitung zum Spielen wie im Mittelalter

Schon die Kinder im Mittelalter sind zum Zeitvertreib auf Stelzen gegangen. Das Prinzip ist ganz einfach: Versuche vorsichtig auf diesen verlängerten „Beinen“ zu gehen. Ein Spielzeug, das man auch ganz einfach selbst basteln kann. Hier im Kinderblog geben wir eine Anleitung!

Im Sommerferienprogramm erklären wir, was Kinder im Mittelalter gespielt haben. Natürlich darf man die Spiele selbst ausprobieren!
Im Sommerferienprogramm erklären wir, was Kinder im Mittelalter gespielt haben. Natürlich darf man die Spiele selbst ausprobieren!

Seit dem späten Mittelalter sind Stelzen bekannt, die so aussahen wie heute. Die Kinder bewegten sich auf keilförmigen Standbrettern vorwärts. Zuvor stellte man solche Spielzeuge wahrscheinlich aus Ästen her. Die landeten nach dem Gebrauch vermutlich im Feuer. Daher sind sie den Forschern nicht erhalten geblieben. Aber wenn du möchtest, kannst du sie nachbauen!

Du brauchst:

2 stabile Äste mit Gabelung, die dir mindestens bis unter die Arme reichen

Stabilen Bindfaden

Ein Maßband

Vielleicht ein Werkzeug zum Sägen und Schleifpapier

Anleitung zum Bau von Stelzen: 

  1. Miss die Länge von deinen Füßen bis unter deine Arme. So lang müssen deine Stelzen am Ende werden.
  2. Schaue am besten im Wald nach abgebrochenen Ästen. Wenn du zwei passende Äste gefunden hast, säge sie so zurecht, dass die Länge zu deiner Größe passt. Lass dir dabei unbedingt von einem Erwachsenen helfen! Und denk daran: Diese Äste müssen so dick sein, dass sie dein Gewicht tragen können! Die Äste sollten mindestens 15 Zentimeter unterhalb ihrer Gabelung abgesägt werden. Die Gabelung sollte insgesamt mindestens 30 cm vom Boden aufragen.
  3. Hast du zwei stabile Äste vor dir liegen, nimm den Bindfaden und wickle ihn mehrfach in Form einer 8 um die Gabelung und den Hauptast. Das werden später deine Trittflächen. Prüfe, ob die Wickelung dein Gewicht stabil tragen kann und verknote am Ende alles fest.
  4. Nun musst du nur noch mit einem Stück Sandpapier deine Stelzen an den Enden und an hervorragenden Stellen gut abschleifen. Dann kannst du dich auch nicht am Holz reißen.

Und fertig sind deine eigenen mittelalterlichen Stelzen!

Sommerferien auf Burg Posterstein

Was spielten kleine Ritter und Prinzessinnen? Weil in den Schulferien so viel Zeit zum Spielen bleibt, dreht sich das Sommerferienprogramm bis 11. August 2017 auf Burg Posterstein um mittelalterliche Spiele und Spielzeug. Ab 1. Oktober 2017 zeigen wir die Familienausstellung „Die Kinderburg – Auf den Spuren von Rittern und Salondamen“, in der Geschichte spielerisch erklärt wird.

Einfach & nachhaltig: Und weil das ein ganz einfaches, ressourcenschonendes Spielzeug zum Selbermachen ist, wollen wir den Beitrag gern bei der grünen Linkparade „einfach. nachhaltig. besser. leben.“ teilen.

Burg Posterstein erreichte fast 850.000 Menschen mit Blogposts und Tweets zur #MuseumWeek

Über die Beteiligung an der MuseumWeek erreichen die Themen des Museums Burg Posterstein ein breiteres Publikum.
Über die Beteiligung an der MuseumWeek erreichen die Themen des Museums Burg Posterstein ein breiteres Publikum.

Fast unübersehbar fluteten die Hashtags #MuseumWeek und #WomanMW zwischen dem 18. und 25. Juni 2017 nicht nur unseren Blog, sondern auch die soziale Netzwerke, besonders Twitter und Instagram. Initiiert vom französischen Kulturministerium, wird dieses einzigartige Ereignis von ICOM und UNESCO unterstützt. Das Museum Burg Posterstein beteiligte sich schon zum dritten Mal mit täglich einem thematischen Blogpost zu den Themenschwerpunkten der Museumswoche. Insgesamt erreichten wir damit fast 850.000 Followers. In diesem Blogpost wollen wir ein Resümee geben und auf eine oft gestellte Frage antworten: Was bringt euch dieser Aufwand?

In diesem Jahr ging es bei der digitalen Museumswoche um Bücher, Reisen, Essen, Kulturerbe, Geschichten, Sport und Musik – und dabei ganz besonders um Frauen, auch um jene, die in der Geschichte eine Rolle gespielt haben. Für unser Museum sind das dankbare Themen, widmet sich doch ein großer Teil der Ausstellung und der Forschungsarbeit einer ganz besonderen Frau – der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) und ihrem Musenhof in Löbichau. Wir veröffentlichten speziell zu den einzelnen Tagesthemen vorbereitete Blogposts, teilten Bilder und Informationen auf Twitter, Instagram und Facebook. Mit etwa 70 Tweets erreichten wir dabei fast 850.000 Follower (Twitternutzer) aus aller Welt – für uns eine große Chance!

Wir freuen uns, dass wir wieder zwischen so vielen namhaften Häusern in den MuseumWeek-Top10 gelandet sind.
Wir freuen uns, dass wir wieder zwischen so vielen namhaften Häusern in den MuseumWeek-Top10 gelandet sind.

Burg Posterstein bei der MuseumWeek deutschlandweit auf Platz 4

Insgesamt wurden in Deutschland während der Themenwoche rund 1200 Tweets mit den einschlägigen Hashtags abgesendet, welche rund 10.000 Mal weiter geteilt und rund 350 mal kommentiert wurden. Unter den deutschen Museen landeten wir in puncto Reichweite auf Platz 4, gleich nach dem DDR-Museum Berlin, dem Städel Museum in Frankfurt/Main und dem Ägyptischen Museum in München. Weltweit wurden zur MuseumWeek 1,7 Mio Nachrichten ausgetauscht. Für uns bietet die Aufmerksamkeit, die weltweit um die MuseumWeek herum entsteht also eine einmalige Chance, größere und andere Zielgruppen als sonst zu erreichen, die Inhalte unserer Museumsarbeit in den Mittelpunkt zu stellen und den Name Museum Burg Posterstein bekannter zu machen. Dass dies gut funktioniert, beweisen all die netten Gespräche und Begegnungen auf Konferenzen in ganz Deutschland, wo die Burg Posterstein dem ein oder anderen bereits aufgefallen ist.

Aus einem Blogpost entstand ein Gespräch und ein produktiver Austausch mit dem Bibelmuseum der Universität Münster.
Aus einem Blogpost entstand ein Gespräch und ein produktiver Austausch mit dem Bibelmuseum der Universität Münster.

Neue Erkenntnisse zur Bibelausstellung – durch die MuseumWeek

Während der #MuseumWeek kamen wir nicht nur mit Kulturinteressierten aus aller Welt in Kontakt. Auf einen Artikel über die aktuelle Ausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild “Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830”“ hin, meldete sich das Bibelmuseum der Universität Münster mit konkreten Nachfragen zu einer derzeit bei uns gezeigten und im Artikel beschriebenen seltenen Biblia Latina Vulgata aus dem Jahr 1519. Daraus entwickelte sich ein E-Mail-Gespräch, das neue Erkenntnisse zu dieser Bibel brachte. Darüber werden wir demnächst im Blog berichten (Achtung: Cliffhanger!).

Unser Blogbeiträge lasen während der Museumswoche und in der Woche danach übrigens rund ein Drittel mehr Interessierte als sonst. – Auch ein Grund, diese Tradition beizubehalten.

Gerne freuen wir uns über Kommentare und Erfahrungsberichte zur MuseumWeek. Habt ihr auch teilgenommen und wie waren eure Erfahrungen?

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

#HeritageMW: Gemeinsam nicht einsam: Vom neuen Leben auf dem Burgberg Posterstein – Teil III

Es ist schon fast eine Tradition geworden, dass das Museum Burg Posterstein zur #MuseumsWeek die Entwicklungen auf dem Burgberg zum Thema nimmt und einen Blick auf das Projekt „Gemeinsam nicht einsam- neues Leben auf dem Land“ wirft. Und es hat sich einiges getan!

Seit Sommer 2016 laufen die Arbeiten am historischen Herrenhaus des ehemaligen Rittergutes Posterstein. Das Zukunftsprojekt „Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Lande“ wird vom Amt für Landentwicklung und Flurneuordnung Gera mit Fördermitteln der integrierten ländlichen Entwicklung, hier Dorferneuerung/Dorfentwicklung, unterstützt. Der Fördermittelbescheid über 1,8 Millionen Euro wurde am 17. August offiziell überreicht. Gefördert wird das Projekt auch vom Freistaat Thüringen und dem Bund.

Seit diesem ersten großen Schritt wurde fleißig gebaut. Der gesamte Dachstuhl ist saniert, das Dach neu gedeckt, neue Fenster wurden eingesetzt und die neuen Wohnung nehmen Form an.

Offenes Herrenhaus Posterstein am Internationalen Museumstag 2017
Offenes Herrenhaus Posterstein am Internationalen Museumstag 2017

Projekt „Gemeinsam nicht einsam“: Wie der Stein ins Rollen kam

Seit 1993 stehen die verbliebenen Gebäude des Postersteiner Ritterguts, direkt neben der Burg Posterstein, leer. Am 14. Oktober 2015 gründete sich der Förderverein Burgberg Posterstein e.V. und kaufte die Gebäude mit dem Ziel zurück, diese zu sanieren und eine nachhaltige Nutzung für sie zu finden. Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts Posterstein wurde im Zuge der Bodenreform 1945 enteignet. Erstmalig bot sich 2015 die Chance zum Rückkauf des Herrenhauses sowie der verbleibenden Rittergutsgebäude. Mit Geldern der Thüringer Staatskanzlei wurde eine Machbarkeitsstudie für die Realisierung des Konzepts „Gemeinsam nicht einsam“ in Auftrag gegeben. Parallel kam die Notsicherung des Gebäudes im Gange.

Das Rittergut Posterstein um 1900, Museum Burg Posterstein
Das Rittergut Posterstein um 1900, Museum Burg Posterstein

Die Gemeinde Posterstein möchte das historische Herrenhaus bis 2018 in mehreren Bauabschnitten sanieren und ausbauen. Es soll eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten, Freizeit und Tourismus entstehen, darunter acht Wohnungen, zwei Ferienwohnungen, ein Treffpunkt für Vereine und vieles mehr.

Das Gut, auf dem Hans Fallada das Kartoffelzüchten lernte

Die Geschichte des Postersteiner Ritterguts ist eng verknüpft mit der der Burg Posterstein. Die letzten Rittergutsbesitzer (1833-1945) waren die Familie Herrmann. Ein berühmter „Eleve“ in dem landwirtschaftlichen Betrieb war von 1913 bis 1915 Rudolf Ditzen, der hier seine Ausbildung zum Landwirt – mit Spezialisierung auf die Kartoffelzüchtung – absolvierte. Viel bekannter ist der spätere Schriftsteller unter seinem Künstlernamen Hans Fallada.

Führung im historischen Herrenhaus zum internationalen Museumstag 2017.
Führung im historischen Herrenhaus zum internationalen Museumstag 2017.

Während der beiden Weltkriege wurde Posterstein nicht zerstört. Dennoch endete der Zweite Weltkrieg mit der bislang schwerwiegendsten Veränderung: Die Grundherrschaft Posterstein hörte auf zu bestehen. Mit der Durchsetzung der Bodenreform in Thüringen wurde am Anfang des Jahres 1946 das 192 Hektar große Rittergut enteignet, die Grundfläche aufgeteilt und Teile der Wirtschaftsgebäude abgerissen. Der letzte Rittergutsbesitzer Kurt Herrmann (1905-1986) siedelte nach der Ausweisung zwangsweise nach Westdeutschland um. In Burg und Herrenhaus quartierte man nach Kriegsende zunächst Flüchtlinge ein, die ihr Hab und Gut im Osten verloren hatten. Später wurde im Herrenhaus ein Kinderheim (1956-1992) und in der Burg ein Museum eingerichtet.

Ein Fundstück unter den Dielen

Bevor die Familie Herrmann das Rittergut Posterstein 1833 kaufte, gehörte es der Familie Flemming. Der kursächsische Generalfeldmarschall und Reichsgraf Jakob Heinrich von Flemming (1667–1728) hatte 1724 die Besitzungen Posterstein und Vollmershain für 124 000 Taler gekauft. Obwohl die Familie Flemming in Posterstein nur sehr wenig Zeit verbrachte, wurden doch erhebliche Investitionen getätigt. Den Familienbesitz führte sie bis 1833 weiter.

Während der Bauarbeiten unter den Dielen gefunden: Ein Dokument von 1730.
Während der Bauarbeiten unter den Dielen gefunden: Ein Dokument von 1730.

Aus dieser Zeit stammt auch ein außergewöhnliches Fundstück, dass die Arbeiten am Dachstuhl des Herrenhauses zu Tage förderten: Ein Schriftstück, das auf das Jahr 1730 datiert ist.

Das Dokument hat die Maße 20 x 32 cm, trägt das Siegel des Gerichtsinspektors Christian Schmidt und umfasst insgesamt vier Blätter. Dennoch scheint es ein Fragment zu sein. Auf der ersten Seite ist die Nummerierung „No: II.“ zu lesen. Ein möglicher erster Teil blieb allerdings bisher unentdeckt. Bei der gefunden Urkunde handelt es sich um die Abschrift eines Vergleichs von 1677 zwischen Georg Dietrich von Pflugk (1640–1705) auf Posterstein, und Marie Elisabeth von Schleinitz, geborene Bünau, auf Blankenhain.

Die Urkunde beinhaltet eine Vereinbarung der beiden Partein über das Schank- und das Wegerecht auf den Geleitsstraßen unter Pflugks Aufsicht und über ein entsprechendes Wegegeld. Die Abschrift ist vom Gerichtsinspektor Christian Schmidt beglaubigt, gesiegelt und auf „Blankenhayn, den 12.Jul. 1730“ datiert. Das Original vom „29. Jan: Anno 1677“ wurde laut Schmidt „Wort zu Wort“ übertragen.
Dieses außergewöhnliche Zeugnis der Postersteiner Geschichte blieb bis jetzt das einzige Fundstück seiner Art.

Die Umgestaltung des Burgbergs ist in vollem Gange

Die Besucher von Posterstein können den Fortschritt des Bauprojekts direkt vor der Burg deutlich sehen. 2017 steht der Innenausbau im Fokus. Das Zukunftsprojekt ist vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur ausgewählt als eines von vier „Modelprojekten der Regionalentwicklung – Daseinsvorsorge im demografischen Wandel“. Die Fördermittel stehen bereit und die Umsetzung beginnt. So rückt das Ziel des Vorhabens, den Burgberg wieder mit Leben zu erfüllen, eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit/Tourismus zu etablieren und so Posterstein als Wohn-, Arbeits-, Sozial-, und Kulturraum zu erhalten und weiter zu entwickeln in immer greifbarerer Nähe.

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

#TravelsMW: Reisewege durch Europa im 18. und 19. Jahrhundert

Am vorletzten Tag der diesjährigen MuseumWeek wollen wir die Reisekultur um 1800 in den Mittelpunkt stellen. Reisen wurden aus ganz unterschiedlichen Anlässen unternommen. Gelehrte reisten, um ihre Forschungen zu betreiben, Wissen zu vermehren und auszutauschen.
Junge Aristokraten schickte man auf „Kavalierstour“, damit sie an den besten ausländischen Höfen den Grundstock ihrer Ausbildung für den späteren höfischen Dienst erlangten. Badereisen nach Pyrmont oder Karlsbad hatten Hochkonjunktur. Künstler strömten in die pulsierenden Zentren der europäischen Kultur. Ein klassisches Reiseziel war Rom.

Bildungsreisen

Die Ausrichtung auf die Antike und das klassische Bildungsideal brachten eine ganz neue Reisekultur hervor – die Bildungsreise.
Anfangs ein Privileg des Adels, wurde sie später vom Bürgertum kultiviert. Nachlesen konnte der Daheimgebliebene die Erlebnisse der Reisenden in ihren Reisetagebüchern und Journalen. Landschaften, Lebensgewohnheiten, Kultur und Kunst wurden darin genauso beschrieben, wie Reisezweck, politisches Tagesgeschäft oder kriegerische Ereignisse. Eine ganze Branche von Verlagen war mit der Veröffentlichung der Reiseberichte beschäftigt.

Schloss Löbichau ((c) Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau. Um 1800 war es üblich mit der Pferdekutsche zu reisen. Schlechte Straßen, wenig Licht und kaum gefederte Kutschen konnten das Reiseerlebnis schnell beschwerlich machen.

Reisen in dieser Zeit bedeuteten aber auch Beschwerlichkeit und Verzicht auf Komfort. Die Straßen waren unsicher, in schlechtem Zustand, schmutzig und selbst in Großstädten nicht immer beleuchtet. In den Betten der Gasthöfe lauerte Ungeziefer. Die Pferdekutschen, schlecht abgefedert und zudem im Winter eiskalt, schaukelten und rüttelten die Insassen durcheinander und ließen wenig Beschaulichkeit zu.

Manchmal zwangen unüberwindliche Hindernisse zum Aussteigen

In Frankreich ließ Napoleon schnurgerade Chausseen anlegen, auch aus England wurde von guten Straßenverbindungen berichtet. Doch in Deutschland waren die meisten Straßen unbefestigt und schlecht ausgebaut. Von Achsbrüchen der Wagen war oft die Rede und man vermutete wohl nicht zu Unrecht, dass die ständigen Reparaturen an Infrastruktur und Technik gute Einnahmen für das örtliche Handwerk bringen sollten. Zölle und Passkontrollen an den Grenzstationen kosteten Zeit und Geld oder verzögerten gar die Weiterfahrt. Die Reisezeiten waren dementsprechend lang und man soll für die Strecke von Berlin nach Rom etwa zwei Monate benötigt haben.

St. Petersburg – Paris – Vienna – Carlsbad: Die Herzogin von Kurland war immer auf Achse

Für eine Salondame wie Anna Dorothea von Kurland war eine musikalische Ausbildung ein Muss.
Die Salondame Anna Dorothea of Courland reiste viele Male quer durch Europa.

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Schloss Löbichau – nur zwei Kilometer von Posterstein entfernt gelegen – zusammen mit Schloss Tannenfeld zu einem Zentrum des geistig-kulturellen Lebens in Deutschland. Der Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) in Löbichau gehörte zu den bekanntesten seiner Art. Wichtige Impulse schöpfte die gebildete Adlige aus ihren erstklassigen Beziehungen zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen Europas, aus dem damit verbundenen Netzwerk der Personen, aus ihren Aufenthalten in bekannten Berliner und Pariser Salons sowie im mondänen Karlsbad. Bedeutende Staatsmänner ihrer Zeit kannte die Herzogin persönlich.

Anna Dorothea von Kurland verwandelte ihre Anwesen in Löbichau und Tannenfeld in einen Treffpunkt der europäischen Elite, in dem sie sich Künstler, Philosophen und führende Politiker ihrer Zeit an den Hof einlud, da sie günstig zwischen den damaligen deutschen Kulturzentren lagen. Der wohl berühmteste Gast mag wohl Zar Alexander I. von Russland (1777–1825) gewesen sein.

Löbichau zentral gelegen in Mitteldeutschland

Die Herzogin hatte ihren Landsitz nicht ohne Grund gewählt. Die beiden Schlösser lagen auf den großen Reiserouten ihrer Zeit – strategisch günstig, auf halbem Weg zwischen Berlin und Karlsbad, zwischen Dresden und Erfurt und in der Nähe der damaligen geistigen Zentren Weimar und Jena. Das nahe gelegene Ronneburg war zu Lebzeiten der Herzogin noch Kurbad und damit ein beliebtes Reiseziel.

Das Reiseerlebnis, damals noch in der Kutsche, war ein völlig anderes, als wir es heute kennen. Die Natur, die Landschaft und selbst die Straßen wurden völlig anders wahrgenommen. Eine gut ausgebaute Infrastruktur förderte das Wohlwollen der Reisenden. Schlaglöcher und Unebenheiten konnten den „Trip“ aber auch zu einer schier endlosen Odyssee ausufern lassen.

Der Minister und der Straßenbau

Hans Wilhelm von Thümmel’s priority were good streets and maps.

Die Straßen im Altenburger Landesteil des Herzogtums Sachsen-Gotha und Altenburg waren Dank der Bemühungen des Ministers Hans Wilhelm von Thümmels (1744–1824) gut befahrbar. Über die Beschaffenheit der Reisewege zu dieser Zeit berichtete unter anderem die Schriftstellerin Lili Parthey (1800–1829), die Schwester des Philologen Gustav Parthey (1798–1872). Sie verbrachte mit ihrem Bruder und ihren Eltern viel Zeit auf dem Musenhof der Herzogin Dorothea von Kurland (1761–1821) in Löbichau und kann auch zu den Gästen der Familie Thümmel auf ihrem Rittergut in Nöbdenitz gezählt werden. In ihrem Tagebuch schrieb sie:

„Donnerstag, den 18. [7. 1816], war, obgleich die Welt untergehen sollte, das Wetter sehr schön. Ganz früh um 7 ging es fort; unsere Reise ging ziemlich schnell und sehr glücklich. Das Altenburgische Gebiet ist ein ganz wunderhübsches Ländchen, mit herrlichen Wegen und Aussichten. Die Verbesserungen der Landstraße und Wege sind vorzüglich Herrn von Thümmel zu danken. Wir empfanden diese Wohlthat doppelt nach den wahren Mordwegen von Leipzig bis Krona. […] Um 7 waren wir in Löbichau, dem Ziel unserer Bestimmung angekommen. Es ist ein reizender Aufenthalt.“

Während einer ihrer Reisen nach Karlsbad traf die Herzogin Anna Dorothea von Kurland auch auf Johann Wolfgang von Goethe. Es war nur einer von vielen Begegnungen mit Dichtern, Denkern, Politikern und bekannten Persönlichkeiten der Gesellschaft. Nachweisliche Begegnungen mit Goethe hatte die Herzogin in den Jahren 1808, 1810, 1812 und 1820. Der Dichter folgt 1820 sogar einer Einladung nach Löbichau. Am 29. und 30. September verbringt er heitere Stunden und bezeichnet das Schloss der Herzogin als „wohlgelegenes Lusthaus“. Schließlich reist er nach Altenburg weiter.

Auf dem Weg von Schleiz nach Gera am 30. Mai 1816:

„Von früh halb 4 – bis 8 Uhr Abends sind wir auf eine strecke von 7 u. eine halbe Meile gefahren die Wege sind überaus schlecht. Ich bin viel zu fuße gegangen u. wäre so nach Auma gelangt hätte der Wagen mich nicht daran behindert.“

Die Herzogin von Kurland reiste selbst gern und viel. Paris, St. Petersburg oder Wien, Kurland, die Schweiz oder Italien – es zog sie immer wieder nach Löbichau zurück. So auch bei ihrer letzten Reise 1821. Im Mai 1821 bricht sie letztmalig von Paris auf. Ihre Gesundheit ist zu dieser Zeit stark angeschlagen. Der Ortswechsel nach Löbichau soll ihrem Leiden Linderung verschaffen. Am 30. Juni 1821 reisen die beiden Töchter der Herzogin, Pauline und Johanna, ab. Die Mutter beschreibt diesen Tag als „großen Trauer Tag“. Sie wird die Töchter nicht wiedersehen. Am 20. August stirbt Anna Dorothea von Kurland in ihrem Schloss in Löbichau. Die Töchter befinden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Schweiz. Johanna kehrt erst am 09. Mai 1822 nach Löbichau zurück. Zur Trauerfeier der Herzogin am 29. August 1821 reisten 7000 Gäste an.

By Leon Walter & Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein; Übersetzung: M. Huberti

#TravelsMW: Travel routes through Europe in the 18th and 19th centuries

MuseumWeek:  we want to put travelling around 1800 in focus. Travel was undertaken on very different occasions. Scholars traveled to carry out their researches, to multiply and exchange knowledge. Young aristocrats were sent on „Cavalier’s Tours“, so that they could acquire the foundation of their training for the later court service at the foreign courts with the highest reputation. Travel to the Baths in Pyrmont or Karlsbad boomed. Artists flocked into the pulsating centers of European culture. A classic travel destination was Rome.

Educational journey

The focus on antiquity and the classical educational idea brought about a whole new travel culture – the educational journey. At first a privilege of the nobility, it became cultivated by the bourgeoisie. Those staying home could read the travelers‘ experiences in their travel tales and journals. Landscapes, habits, culture and art were described therein as well as travel itself, political daily business or martial events. A whole industry of publishing houses was concerned with the publication of travel reports.

Schloss Löbichau ((c) Museum Burg Posterstein)
Löbichau Castle. Around 1800 it was usual to travel with the horse-drawn carriage. Poor roads, little light and hardly feathered coaches could quickly make the travel experience difficult.

Traveling at this time also meant hassle and abstinence of comfort. The roads were unsafe, in bad condition, dirty and even in large cities not always lit. Beds in the inns were infested with bugs. The horse-drawn carriages, poorly cushioned and ice cold in the winter, rocked and shook the passengers and brought little in comfort.

Sometimes insuperable obstacles forced the passengers to get out of the carriage

In France, Napoleon had straight avenues built, and good road connections were also reported from England. But in Germany most roads were unstable and poorly developed. There was often talk of axle breaks in the wagons, and it was not unlikely that the constant repairs to infrastructure and equipment were to generate good revenue for the local craftsmen.

Tolls and passport checks at the border stations cost time and money or even delayed the journey. Accordingly, trips took time, and it is said the distance from Berlin to Rome would have taken about two months to travel.

St. Petersburg – Paris – Vienna – Carlsbad: The Duchess of Courland was always on the move

Für eine Salondame wie Anna Dorothea von Kurland war eine musikalische Ausbildung ein Muss.
Salon host Anna Dorothea of Courland travelled through Europe many times.

Near the end of the 18th century, Castle Löbichau, along with the Tannenfeld Castle, developed into a center of intellectual and cultural life in Germany, just two kilometers from Posterstein. The Musenhof der Herzogin von Kurland of the Duchess of Courland, Dorothea of ​​Courland (1761-1821), in Löbichau was one of the most famous of its kind. The well-educated noblewoman drew important impulses from her first-class relations with the highest social circles in Europe and the associated network, and from her stays in famous salons of Berlin and Paris, as well as in the fashionable Carlsbad. She was acquainted with several important statesmen of her time.

Since the estates in Löbichau and Tannenfeld were conveniently located between the German cultural centers of the time, Anna Dorothea of ​​Kurland transformed them into a meeting place for the European elite by inviting artists, philosophers and leading politicians of her time. The most famous guest may well have been Czar Alexander I. of Russia (1777-1825).

Löbichau centrally located in Germany

The Duchess had chosen her estates not without reason. The two castles touched important routes of her time – strategically favorable, halfway between Berlin and Carlsbad, between Dresden and Erfurt and close to the intellectual centers of this time: Weimar and Jena. The nearby Ronneburg was still a health resort in the lifetime of the Duchess and thus a popular destination.

The travel experiences, at that time still in coaches, completely differed from the ones we make today. Nature, landscape and even the streets were perceived differently. A well-developed infrastructure enhanced the well-being of travelers. Breeches and bumps on the other hand could turn the trip into a seemingly endless odyssey.

The minister and the road construction

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Hans Wilhelm von Thümmel’s priority were good streets and maps.

The roads in the Altenburger part of the duchy of Saxony-Gotha and Altenburg were easily navigable thanks to the efforts of the minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824). Writer Lili Parthey (1800-1829), sister of philologist Gustav Parthey (1798-1872), reported on the nature of routes at this time. She spent time with her brother and her parents at the Musehof of the Duchess Dorothea of ​​Courland (1761-1821) in Löbichau and can also be counted among the guests of the Thümmel family on their estate in Nöbdenitz. In her diary she wrote:

„Donnerstag, den 18. [7. 1816], war, obgleich die Welt untergehen sollte, das Wetter sehr schön. Ganz früh um 7 ging es fort; unsere Reise ging ziemlich schnell und sehr glücklich. Das Altenburgische Gebiet ist ein ganz wunderhübsches Ländchen, mit herrlichen Wegen und Aussichten. Die Verbesserungen der Landstraße und Wege sind vorzüglich Herrn von Thümmel zu danken. Wir empfanden diese Wohlthat doppelt nach den wahren Mordwegen von Leipzig bis Krona. […] Um 7 waren wir in Löbichau, dem Ziel unserer Bestimmung angekommen. Es ist ein reizender Aufenthalt.“

During one of her trips to Carlsbad Anna Dorothea of Courland met Johann Wolfgang von Goethe. It was just one of many encounters with poets, thinkers, politicians and well-known personalities of society. The Duchess had some formal encounters with Goethe in 1808, 1810, 1812 and 1820. In 1820 the poet even followed an invitation to Löbichau. On the 29th and 30th of September he spends cheerful hours and describes the castle of the duchess as a „well-located house of joy“. After this visit, he went on to Altenburg.

On the way from Schleiz to Gera on May 30., 1816:

„Von früh halb 4 – bis 8 Uhr Abends sind wir auf eine strecke von 7 u. eine halbe Meile gefahren die Wege sind überaus schlecht. Ich bin viel zu fuße gegangen u. wäre so nach Auma gelangt hätte der Wagen mich nicht daran behindert.“

The Duchess of Courland traveled much herself, and with pleasure. Paris, St. Petersburg or Vienna, Kurland, Switzerland or Italy – she was always drawn back to Löbichau. Thus is the case with her last journey in 1821. In May 1821 she finally set out from Paris, with her health in a bad condition at this time. The change from Paris to Löbichau is supposed to ease her suffering. On 30 June 1821 the Duchess‘ two daughters, Pauline and Johanna, leave. The mother describes this day as “a day of great mourning“. She will not see her daughters again.
On Aug. 20, Anna Dorothea of ​​Courland dies in her castle in Löbichau.

The daughters are already in Switzerland at this time. It’s not until May 9, 1822 that Johanna returned to Löbichau.
For the Duchess‘ funeral on August 29, 1821, 7000 guests arrived.

By Leon Walter & Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein; translation: M. Huberti