Eine Burg auf großer Messe: Museum Burg Posterstein erstmals auf der Internationalen Tourismus-Börse

Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein am Stand der Museumswelt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin.
Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein am Stand der Museumswelt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin.

Mehr als 10.000 Unternehmen aus 184 Ländern und Regionen präsentierten sich vom 8. bis 12. März 2017 auf der weltweit führenden Tourismusmesse Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vor rund 109.000 Fachbesuchern. Das Museum Burg Posterstein und das benachbarte Lindenau-Museum Altenburg nahmen zum ersten Mal als Aussteller daran teil. Gemeinsam mit rund 120 deutschen Museen schlossen sie sich dem über 200 Quadratmeter großen Ausstellungsstand „Museumswelt“ von Museum.de an. Für alle beteiligten Museen war es ein Novum – im Blog ziehen wir eine persönliche Bilanz.

Den Fußboden der Museumswelt schmückten Bilder deutscher Museen, in die Wände waren echte Ausstellungsstücke integriert. Mitarbeiter verschiedener Museen warteten mit Flyern, Give-Aways und vielen Informationen auf. Vier zwei Meter hohe Vitrinen in der Mitte des Messestands zogen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich – und zwischen dem Fifa-WM-Pokal des Deutschen Fußballmuseums und der Heiligen Barbara-Statue thronten die Büste der Saloniere Anna Dorothea von Kurland und ein Ritterhelm aus dem Museum Burg Posterstein. Das bot Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann genügend Stoff zum Gesprächseinstieg über Posterstein, das Museum und die Region.

Den Fußboden der "Museumswelt" zierten die Bilder der teilnehmenden Museen.
Den Fußboden der „Museumswelt“ zierten die Bilder der teilnehmenden Museen.

Ziel: Museen im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt touristisch sichtbar machen und vernetzen

Durch die Teilnahme an der ITB erhoffen wir uns, die Museen des Altenburger Landes touristisch sichtbar zu machen und dadurch die Region zu vertreten. Wir konnten unsere Kontakte zu anderen Museen verbessern, aber auch mit touristischen Akteuren und Anbietern ins Gespräch kommen. Auch das neue Kulturmarketingkonzept des Tourismusverbandes Altenburger Land scheint jedenfalls den Kulturtourismus mehr in den Fokus rücken zu wollen. Eine Kooperation ist angesichts knapper Kassen und großer Konkurrenz bei der überregionalen Suche nach Aufmerksamkeit und höheren Besuchszahlen mehr denn je gefragt. Das heißt, es gilt zusammenzuarbeiten zum Nutzen aller.

Ein Minister unter einer 1000-jährigen Eiche? – Sie haben doch irgendwo eine versteckte Kamera!

Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen - der Kollege vom Schloss Friedenstein mit Zischägge, Dorothea von Kurland und Glückskeks.
Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen – der Kollege vom Schloss Friedenstein mit Zischägge, Dorothea von Kurland und Glückskeks.
Die so genannte Zischägge, der ausgestellte Ritterhelm, weckte großes Interesse bei Kindern und Familien, die am Wochenende die Messe besuchten. Die Herzogin von Kurland, die auch in Berlin einen kulturellen Salon im kurländischen Palais (heute russische Botschaft) Unter den Linden führte, lockte das Berliner Publikum. Mit einem Internet-Radiosender kam man zunächst per Twitter und dann persönlich ins Gespräch. Die Postersteiner Give-Aways – echter Postersteiner „Staub der Jahrhunderte“ in der Tüte und Glückskeks-Anhänger mit einem Aphorismus von Hans Wilhelm von Thümmel weckten großes Aufsehen und manchmal ungläubige Nachfragen: Meinen Sie das ernst, ein Minister, der sich unter einem uralten Baum begraben lassen hat? Sie haben doch irgendwo eine versteckte Kamera. Aber nein, Thümmel gab es wirklich.

Auf der ITB gab es "Staub der Jahrhunderte" aus der Burg Posterstein in der Tüte.
Auf der ITB gab es „Staub der Jahrhunderte“ aus der Burg Posterstein in der Tüte.
Besonders überraschte Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann, wie viele Leute die Burg Posterstein wiedererkannten oder sagten: „Da waren wir schon einmal zum Kindergeburtstag!“. Außerdem traf sie Nachfahren eines kurländischen Hofarchitekten und mögliche Nachfahren eines Postersteiner Rittergutsbesitzers. Gleichzeitig gab der gemeinsame Messestand ausreichend Gelegenheit, mit Kollegen anderer Museen ins Gespräch zu kommen.

Für das Museum Burg Posterstein ist der erste Messeauftritt auf der ITB ein Experiment. Anlass dafür gab auch, dass in Thüringen – dieses Jahr mit Thüringer TischKultur am Start – der Marketingfokus traditionell eher auf Städten und Gastronomie liegt. Die ländlichen Regionen und besonders der Thüringer Osten im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden kaum wahrgenommen. Ob die Teilnahme an der schön gestalteten Museumswelt nachhaltig Aufmerksamkeit wecken kann, wird sich vielleicht im Besucher-Monitoring der kommenden Monate zeigen.

Von Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

Achtung: Unser Blog mit neuer Adresse und neuem Design

Unser Blog ist umgezogen. Nach rund sechs Jahren Museumsblog haben wir uns entschieden, unseren Blog selbst zu hosten. Der „alte“ WordPress.com-Blog wird automatisch auf die neue Adresse umgeleitet. Auch wer unseren Blog abonniert hatte, müsste nun weiterhin Meldungen über neuste Artikel bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, fügt die neue Blog-Adresse bitte noch einmal eurem WordPress-Reader hinzu oder abonniert den Blog per E-Mail. Alle vorhandenen Artikel sind natürlich ebenfalls mit umgezogen und können weiterhin gelesen werden.

Demnächst: Neue Blog-Serie für Familien

Die Burggeister Posti und Stein posieren mit der "Helm-Post" in der Halle der Burg. Dort können Fragen eingeworfen werden.
Die Burggeister Posti und Stein posieren mit der „Helm-Post“ in der Halle der Burg. Dort können Fragen eingeworfen werden.

Ab 1. Oktober 2017 zeigt das Museum Burg Posterstein die Familienausstellung „Die Kinderburg – Auf den Spuren von Rittern und Salondamen“.

In Vorbereitung auf die Ausstellung starten wir die Blog-Serie „Die Kinderburg“ für Kinder und Eltern. Darin beantworten unsere Burggeister Posti und Stein Besucherfragen auf einfache und verständliche Art. Heute standen das Burggespenst Posti und der Drache Stein dafür zum ersten Mal vor der Kamera. Das Ergebnis dessen gibt es in der nächsten Woche zu sehen. Erste Fragen sind auch schon eingegangen. Jonathan (4 Jahre) möchte wissen: Wo schliefen die Ritter? Die Antwort gibt es am Dienstag im Blog. Ernst gemeinte Fragen nehmen Posti und Stein jederzeit per E-Mail oder Post (Museum Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein) entgegen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Kunst des Augenblicks – ein Gastblogpost des Lindenau-Museums Altenburg

Seit Jahresbeginn hat der Winter Einzug gehalten im Altenburger Land. Das benachbarte Lindenau-Museum Altenburg liegt im schönen Altenburger Schlosspark, der gerade im Winter von den Altenburgern stark frequentiert wird. In der ganzen Winterfreude wird es manchmal auch künstlerisch: Volontärin Sophie Thorak und Museumsdirektor Dr. Roland Krischke vom Lindenau-Museum Altenburg berichten augenzwinkernd von der Kunst des Augenblicks:

Heinrich Drakes Puma schaut sich um nach dem neuen Kunstobjekt im Schlosspark.
Heinrich Drakes Puma schaut sich um nach dem neuen Kunstobjekt im Schlosspark.

Heinrich Drakes Jaguar wundert sich: Eine ominöse Schneekugel ergänzt seit Kurzem den Figurenkranz um das Lindenau-Museum. Geschaffen wurde sie von unbekannten Künstlern, die, wohl inspiriert vom ersten Schnee des neuen Jahres, die Erschaffung eines imposanten Schneemannes im Sinn hatten. Warum sie ihr Werk unvollendet ließen, konnte nicht geklärt werden. Ausgeführt wurde die unbetitelte Plastik in der Technik „Laub und Gras in Schnee“, sie misst etwa 80 cm im Durchmesser.

Das Kunstwerk wechselte inzwischen seinen Platz im Figurenensemble um das Museum und befindet sich nun am Eingangstor.
Das Kunstwerk wechselte inzwischen seinen Platz im Figurenensemble um das Museum und befindet sich nun am Eingangstor.
Ruhe und Balance ihrer Erscheinung kontrastieren spannungsvoll mit der kraftvollen Formung. Offenbar boten die natürlichen Ressourcen des Altenburger Schlossparks den Künstlern die Anregung zu diesem Werk. So entstand es in der spielerischen Auseinandersetzung mit den vorgefundenen Materialien. Auch freizeitliche Aspekte dürften im schöpferischen Prozess eine Rolle gespielt haben.

Es darf bezweifelt werden, dass das Werk von Dauer ist. Doch liegt wohl gerade darin eine Absicht der Künstler. Die Kugel – schon für Platon Abbild der Vollkommenheit – als Werk des flüchtigen Augenblicks. Ein Memento Mori der besonderen Art.

Update vom 17. Janaur 2017: Inzwischen befindet sich die Kugel offensichtlich am Fußgängereingang des Museums, was darauf hindeutet, dass es sich anscheinend nicht um eine ortsgebundene Arbeit handelt.

Von Sophie Thorak und Dr. Roland Krischke / Lindenau-Museum Altenburg

Hans Thummel auf den Spuren von Hans Wilhelm von Thümmel

Hans Thummel aus Chicago beim Besuch der 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz, dem Grab des Sachsen-Gotha-Altenburgischen Ministers Hans Wilhelm von Thümmel
Hans Thummel aus Chicago beim Besuch der 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz, dem Grab des Sachsen-Gotha-Altenburgischen Ministers Hans Wilhelm von Thümmel

Die umfangreiche Biografie über den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744–1824) war gerade veröffentlicht und die Postersteiner Begleitausstellung zur Thüringer Landesausstellung „Die Ernestiner“ lief noch. Da erreichte das Museum über den Nöbdenitzer Bürgermeister eine E-Mail von einem Hans Thummel aus Amerika. Der Architekt aus Chicago hatte auf dem Blog des Museums einen englischsprachigen Artikel über Hans Wilhelm von Thümmel entdeckt.

In seiner Familie, die um 1840 nach Amerika ausgewandert sei, existiere auch die Kopie der Ansicht des Thümmelschen Palais und er wolle sich auf die Suche nach seinen familiären Wurzeln auf eine Reise nach Deutschland machen. Zunächst hielt er das Nöbdenitzer Herrenhaus für das Palais auf der historischen Ansicht. Im Museum war er im Hinblick auf neuste Infos zu Hans Wilhelm von Thümmel an der richtigen Adresse.

Der Architekt weilte zu zwei Tagungen in Deutschland in Freiburg und Berlin. Am 21. November 2016 reiste Hans Thummel schließlich von Leipzig nach Altenburg. In der Thümmelstraße klingelte er auf gut Glück am Palais und erhielt eine umfangreiche Führung durch den neuen Besitzer Wolfgang Herget, der das historische Wohnhaus Hans Wilhelm von Thümmels liebevoll renoviert.

Die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz - außergewöhnliche Grabstätte von Hans Wilhelm von Thümmel.
Die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz – außergewöhnliche Grabstätte von Hans Wilhelm von Thümmel.
Danach fuhr er weiter nach Nöbdenitz, wo er sich an Hans Wilhelm von Thümmels außergewöhnlicher Grabstätte, der 1000-jährigen Eiche, mit den Mitarbeitern des Museums Burg Posterstein traf. Man besichtigte das Herrenhaus, den Teich und die Überreste des Mausoleums, das in den 1960er Jahren abgerissen wurde. Die Kirchgemeinde Nöbdenitz öffnete die Kirche für eine kurze Besichtigung. Eine Führung durch Burgkirche und das Museum Burg Posterstein rundete das Ausflugsprogramm ab. In den Vereinigten Staaten beschäftigt sich der Architekt unter anderem mit der Renovierung historischer Gebäude, die in den USA allerdings oft nur etwa hundert Jahre alt sind. Umso mehr beeindrucken ihn die 800 Jahre alte Burg, die Sanierung des Postersteiner Herrenhauses, die historischen Kirchen und der 1000-jährige Baum.

„Ich bin der einzige aus meiner Familie, der es je bis hierher geschafft hat“, sagte Thummel ergriffen. „Ich mache so viele Fotos, um sie zu Hause zeigen zu können.“ Die Reise sei für ihn Anlass, sich näher mit seiner Familiengeschichte zu befassen. „Bewaffnet“ mit der Thümmel-Biografie des Museums will er sich mit weiteren offenen Fragen beschäftigen: Von welcher Thümmel-Linie stammt er ab, warum wanderte seine Familie aus?

Über den historischen Hans Wilhelm von Thümmel:

Hans Wilhelm von Thümmel (1744–1824) stieg am Hof der Ernestiner Herzöge in Gotha zwischen 1760 und 1804 vom Pagen zum Minister auf. In Altenburg brachte er viele wichtige Projekte voran, darunter die Vermessung und Kartierung des Altenburger Landesteils, den Straßenbau sowie den Bau eines modernen Krankenhauses und mehrerer Armenhäuser.

Nach 57 Dienstjahren für die Herzöge von Sachsen-Gotha und Altenburg nahm der 73-jährige Thümmel im Jahr 1817 seinen Rücktritt aus den Staatsdiensten. Die Familie verbrachte dann mehr Zeit als zuvor auf den Rittergütern in Nöbdenitz und Untschen. Von dort aus war es nicht weit zum Musenhof Löbichau der Herzogin von Kurland, es herrschte damals ein regelmäßiger Austausch zwischen diesen Rittergütern. Obwohl seine Familie auch ein herrschaftliches Erbbegräbnis besaß, wählte sich Thümmel eine selbst für die damalige Zeit ungewöhnliche Grabstätte: die mächtige Eiche am Pfarrhof, genannt die „Tausendjährige“.

thummel-umschlaglWer das Buch zur Ausstellung noch vor Weihnachten erwerben möchte sollte sich beeilen, denn der Verkauf läuft ausgesprochen gut.

Buch zur Ausstellung: 168 Seiten, farbig, Museum Burg Posterstein, 2016
ISBN 978-3-86104-136-8, 20.00 Euro

Zum Weiterlesen im Blog:
Frag Thümmel! – Wir beantworten Fragen zur Ausstellung am #AskACurator-Tag
Hans Wilhelm von Thümmels Gesandtschaften: Paris
Mit Baron von Thümmel durch Nöbdenitz: Gut besuchte Wanderung des Museums Burg Posterstein
Fast so viele Holländer wie Nöbdenitzer besuchten bisher die Postersteiner Ernestiner-Ausstellung
Im Dienste der Ernestiner – Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister
Die Weisheiten eines langjährigen Ernestiner Staatsmannes – als Glückskeks
Blogpost: Hans Wilhelm von Thümmel – der Mann unter der 1000-jährigen Eiche
Die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz
Weitere Infos zum Musenhof Löbichau

Von Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

AskACurator 2016 lässt uns zu den amerikanischen Museen aufschauen und Inspiration finden

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Natürlich haben wir auch dieses Jahr am #AskACurator-Tag teilgenommen – und schon im Voraus ein paar Fragen zur aktuellen Sonderausstellung „Im Dienste der Ernestiner – Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister“ beispielhaft beantwortet (dazu mehr). Natürlich rollten auf Twitter unter dem Hashtag #AskACurator jede Menge Tweets rein, auch auf Deutsch. Aber abends, als die meisten deutschen Kuratoren offline gegangen waren, ging es erst richtig los – nämlich bei den amerikanischen Kollegen. 

Ein paar schöne, kleine Unterhaltungen ergaben sich tagsüber neben den ganzen Aufrufen der 69 teilnehmenden deutschen Museen, doch gern Fragen zu stellen. Wir trafen viele alte Bekannte und engagierte Kollegen, auch uns im Social Web bisher noch Unbekannte, worüber wir uns immer sehr freuen. Über Antworten auf allgemein gestellte Fragen, kann man manchmal schnell in kurze Unterhaltungen einsteigen. Über „privat“ gestellte Fragen bekommt man einige Inspiration und Anregungen aus anderen Häusern. Aber es bleibt deutlich, dass Twitter in Deutschland nicht unbedingt vom „normalen“ Museumspublikum genutzt wird – und dass Aufrufe auf Facebook und Instagram (zumindest bei uns) zu keiner großen Resonanz geführt haben. Dass das nicht schlecht sein muss, erklärt ganz anschaulich Angelika Schoder im Blog Musermeku.

 

Fragen aufwerfen

Viele Museen verkündeten ganz konkret, welche Kuratoren von wann bis wann Fragen beantworteten. Der Kurator des Stadtmuseums Berlin musste die Fragen aus dem Archiv per WhatsApp beantworten – was dann aber auch wieder ganz authentisch und direkt von der Arbeit war. Im Museum Burg Posterstein sind wir so wenige Mitarbeiter, dass wir zu zweit die Kommunikation gleichzeitig mit der Druckfreigabe für das Buch zur Ausstellung betreut haben.

//platform.twitter.com/widgets.js

Ganz deutlich wurde, dass in den verschiedenen Museen auf unterschiedliche Strategien gesetzt wurde, Fragen aufzuwerfen und Gespräche loszutreten. Das ist auch wichtig, denn sonst kommt vielleicht nur die ein oder andere Standardfrage. Manche Museen bereiteten sich gut vor:

//platform.twitter.com/widgets.js

Zurück zur Ausgangsidee, das Publikum mit Museumskuratoren in direkten Kontakt zu bringen, brachte das AskACurator-Konzept das Museum of Modern Art in New York, dessen Kuratoren auf Facebook live im Video Fragen direkt beantworteten:

//platform.twitter.com/widgets.js

Kuratoren unter sich?

Wie Angelika Schoder ganz richtig bemerkt, muss es nicht unbedingt schlecht sein, dass Twitter in Deutschland nicht wirklich und vor allem nicht tagsüber vom normalen Besucher genutzt wird. Man kann das Netzwerk nämlich stattdessen für den Austausch mit Kollegen nutzen. Als Museum haben wir diesmal keine Fragen an andere Museen gestellt, als Privatperson schon. Da ging es dann z. B. darum, wie sich Ausstellungen am besten in historische Räume einpassen lassen, wie Ausstellungen auch digital weitergeführt werden können (hier gab es von internationalen Museen schöne Anregungen und Inspiration durch schon laufende Projekte) und wie man flüchtige, urbane Kunst im neuen Münchner Museum Muca Munich festhalten will.

Wir sammeln auf Twitter ständig Inspiration, lassen die Ideen reifen und sehen dann, was wie in das Konzept von Burg Posterstein passen und es bereichern könnte. Auch in der deutschen Museumswelt gibt es viele interessante Entwicklungen – wie Ausstellungen, die auf Google Arts Project weiterlaufen und Museen, die ihre Bücher als E-Books herausgeben – von denen wir uns durchaus inspirieren lassen könnten. Genau wegen dieser Inspiration durch andere, weltweit, nehmen wir am AskACurator-Tag teil. – Und einfach nur, um zu zeigen, dass es uns gibt.

Nöbdenitzer Kita-Kinder malen die „1000-jährige Eiche“ – Museum Burg Posterstein bereitet Sonderausstellung zu Hans Wilhelm von Thümmel, dem Mann unter der Eiche, vor

Die 1000-jährige Eiche von Nöbdenitz, gemalt von einem Kind der lokalen Kindertagesstätte.
Die 1000-jährige Eiche von Nöbdenitz, gemalt von einem Kind der lokalen Kindertagesstätte.

Wenn die Kinder der Gruppe „Wiesenkobolde“ der Kindertagesstätte Nöbdenitz dieser Tage zu Hause von „Thümmel“ reden, dann ist das kein kindliches Fantasiewort, sondern der Name eines Sachsen-Gotha-Altenburgischen Ministers. Hans Wilhelm von Thümmel (1744–1824), einst Besitzer der Rittergüter Nöbenitz und Untschen, wählte sich die mächtige knorrige Nöbdenitzer Eiche zur Grabstätte. Die Kinder der „Nemzer Rasselbande“ statteten der alten Eiche auf Initiative von Berufspraktikantin Marlen Schwabe einen Besuch ab. Walter Mehlhorn vom Nöbdenitzer Aktionsbündnis „Rettung der 1000-jährigen Eiche Nöbdenitz“ erzählte den Kindern etwas zum langen Leben und den Besonderheiten der „ältestens Einwohnerin von Nöbdenitz“, zu den Nöbdenitzern, die sich seit 2014 ganz intensiv für deren Erhaltung stark machen, und natürlich zur Grabstätte unter dem hohlen Baum.

Zurück in der Kita dichteten die Kinder und Erzieherinnen sogar ein Lied über die 1000-jährige Eiche, in dem es zum Beispiel heißt: „Die Eisenringe halten dich, damit du lange bei uns bist.“ Außerdem malten die Kinder die Eiche, viele betonten in ihren Bildern die Stützen und starken Eisenringe, die den Baum teilweise schon seit Anfang des 19. Jahrhunderts halten, und andere malten die Kinder und Erzieher neben den Baum.

Das alles passt wunderbar zu der aktuell im Vorfeld des Internationalen Museumstags am 22. Mai laufenden Aktion #PaintMuseum, die dazu einlädt, Museumsstücke und kulturelles Andenken zu malen oder zu zeichnen und in den sozialen Netzwerken zu teilen.

Hans Wilhelm von Thümmel bekommt eine Ausstellung und eine Biografie

Darstellung der Grabeiche Thümmels aus dem 19. Jahrhundert (Museum Burg Posterstein)
Darstellung der Grabeiche Thümmels aus dem 19. Jahrhundert (Museum Burg Posterstein)

Das Museum Burg Posterstein nimmt nicht nur am Museumstag mit einem besonderen Programm teil, sondern bereit auch schon intensiv die nächste Sonderausstellung vor. Die Ausstellung „Im Dienste der Ernestiner: Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister“ soll an die diesjährige Thüringer Landesausstellung „Die Ernestiner – eine Dynastie prägt Europa“ anknüpfen. Von 26. Juni bis 31. Oktober 2016 möchte das Museum dem verdienstvollen Altenburger Minister erstmals eine eigene Schau samt Biografie widmen. Und so viel vorweg: Auch die 1000-jährige Eiche wird darin eine große Rolle spielen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Bloggen zur #MuseumWeek: Ein Resümee für den Blog der Burg Posterstein

LogoMW_PostersteinIm vorangegangenen Blogpost haben wir unsere Teilnahme an der internationalen #MuseumWeek ausgewertet. Nun sind auf Twitter Nachfragen eingangen, in wie weit die tägliche Blog-Begleitung unseren Museumsblog positiv beeinflusst habe. Dazu wollen wir an dieser Stelle ein kurzes Resümee geben.

Unsere Website und der Blog sind der ideale Ort für Forschungsergebnisse, die teilweise in der Dauerausstellung gar keinen Platz finden zu publizieren. Der Blog des Museums Burg Posterstein baut darauf auf, nur selten kurzfristige Themen zu bewerben. Stattdessen setzen wir grundsätzlich auf Blogposts mit langfristigem Mehrwert. Dass das gut funktioniert sehen wir in der Blogstatistik daran, dass Artikel über Rittergüter und die Geschichte der Region Altenburg auch nach Jahren noch häufig angeklickt werden. Zwei der Schenkungen, die wir in unserer aktuellen Sonderausstellung zum Wandermaler Friedrich Mascher zeigen, sind nur zu uns gekommen, weil bei der Google-Suche nach Friedrich Mascher der Blog des Museums Burg Postersteins unter den ersten Suchergebnissen erschien. Bei den beiden Bildern handelt es sich um sehr seltene, bisher noch unbekannte bürgerliche Portraits des Pastellmalers.

Zur #MuseumWeek bloggten wir daher täglich zu Themen, die auch langfristig interessant sein könnten. Über Themen, die für ein internationales Publikum interessant sein könnten, schrieben wir auf Englisch. Ein ziemlicher Aufwand, der sich unserer Meinung nach aber gelohnt hat. Hier ein paar Zahlen aus der Blogstatistik:

  • Während der #MuseumWeek stiegen die Zugriffszahlen auf unseren Blog um 150 Prozent.
  • Rund zehn mal häufiger als in einer Durchschnittswoche kamen die Leser über Twitter zu uns, rund sieben Mal häufiger als sonst klickten Facebook-Leser auf den Blog.
  • Der Anteil der Leser von außerhalb Deutschlands stieg während der #MuseumWeek allerdings nur marginal und hielt sich bei rund 14 Prozent.
  • Die Anzahl der durchschnittlichen Likes pro Woche stieg um rund 750 Prozent, kommentiert wurde aber kaum – die eigentlichen Gespräche fanden auf Twitter statt.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass das Bloggen für das Museum Burg Posterstein einen großen Mehrwert bietet – dass sich dieser aber nur selten in Zahlen messen lässt. Für uns zählen vielmehr die sich daraus ergebenden ungeplanten Querverbindungen und neuen Netzwerke.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Zwitschern, nicht nur weil der Frühling kommt: Potentiale der #MuseumWeek auf Twitter für Museen

LogoMW_PostersteinIm Museum Burg Posterstein summten in der vergangenen Woche die Smartphones ununterbrochen. Auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken fand von Ostermontag bis 3. April die internationale Museumswoche, #MuseumWeek genannt, statt. Organisiert wird das Social-Media-Großevent unter der Regie des französischen Kulturministeriums und namhafter französischer Museen, Bibliotheken und Archive. Für Museen, Bibliotheken und Archive bieten solche Aktionen Chancen, national und international stärker wahrgenommen zu werden und gleichzeitig zu erfahren, was andere machen, welche Sammlungen es gibt und welche engagierten Mitarbeiter dahinterstehen..

Nicht nur die großen Häuser, die in den sozialen Netzwerken hunderttausende von „Verfolgern“ und im realen Leben Millionen von Besuchern haben, standen im Mittelpunkt der #MuseumWeek. Je nach Engagement schafften es auch kleine und mittlere Museen an die Spitze der automatisch generierten „Top Museum“-Liste auf der Website der MuseumWeek – während manche große deutsche Museen wiederum völlig unsichtbar blieben.

Auf internationaler Ebene dominierte zwar zunächst das British Museum mit seinen über 720.000 Twitter-Followers. Im Laufe der Woche wurde der Museumsdinosauerier jedoch von den italienischen Museen Massaciuccoli Romana und Museo Corona Arrubia überholt. Interessant ist das, weil die Museen, die auf dieser Liste, die auch nach Ländern sortiert werden kann, weit oben standen, durch diesen Listenplatz auf der Website der MuseumWeek besonders intensiv wahrgenommen wurden.

Draußen zwitscherte es, drinnen summten die Smartphones: Burg Posterstein bei der #MuseumWeek
Draußen zwitscherte es, drinnen summten die Smartphones: Burg Posterstein bei der #MuseumWeek

Jeder der sieben Tage stand unter einem bestimmten Motto, unter dem die Museen Blicke hinter die Kulissen und kleine Fakten über die von ihnen gehüteten kulturellen Schätze teilen konnten. Insgesamt wurden auf Twitter knapp 150.000 Kurznachrichten mit kleinen Infos, Bildern, Links und Videos zu den mehr als rund 3500 weltweit teilnehmenden Museen abgeschickt, die wiederum über 500.000 mal geteilt wurden. Folgt man den einschlägigen Hashtags (Schlagwörtern) kommt man mit dem Lesen gar nicht nach. Auch im Foto-Netzwerk Instagram, das die Burg Posterstein seit kurzem ebenfalls nutzt, und auf Facebook traf man häufiger die Schlagwörter der Museumswoche an.

Mittendrin die Burg Posterstein, die sich mit knapp 1800 Abonnenten auf Twitter bereits einen Namen gemacht hat. Zur Museumswoche veröffentlichte das Museum täglich einen thematisch passenden Blogpost, mal auf Deutsch und mal auf Englisch, in denen es um das Museum, die Sammlungen, die Burg und die Region geht.

So sah es am Tag 3 der MuseumWeek aus bei den 110 teilnehmenden deutschen Museen (von etwa 6000 deutschen Museen insgesamt!), bevor das Archäologische Museum Hamburg und das Ägyptische Museum in München dann mit vielen Tweets und Retweets an uns vorbeizogen
So sah es am Tag 3 der MuseumWeek aus bei den 110 teilnehmenden deutschen Museen, bevor das Archäologische Museum Hamburg und das Ägyptische Museum in München dann mit vielen Tweets und Retweets an Burg Posterstein vorbeizogen.

 

Damit war das Museum Burg Posterstein zur #MuseumWeek eines der fünf aktivsten in ganz Deutschland. Insgesamt nahmen rund 110 deutsche Museen (von etwa 6000!) an der Museumswoche teil. Die Burg Posterstein bewegte sich dabei beispielsweise auf Augenhöhe mit dem Archäologischen Museum in Hamburg, dem Stadtmuseum Berlin, dem Ägyptischen Museum in München und der Kunsthalle Karlsruhe, die zu den innovativsten deutschen Museen auf Twitter zählen. Man „kennt“ sich inzwischen und unterhält sich regelmäßig.

Aber die Museumswoche bot für die Museen auch eine Chance, auf der internationalen Bühne auf sich aufmerksam zu machen. Die Mitarbeiter des Museums Burg Posterstein hielten nicht nur mit den deutschen Kollegen Kontakt, sondern unterhielten sich beispielsweise mit einem finnischen Museum über Altenburger Rittergüter, kamen mit einem italienischen Haus über historische Karten ins Gespräch und erhielten Zuspruch von deutschen, tasmanischen, italienischen und französischen Kulturinteressierten und jede Menge neue Followers.

Neben dem Museum Burg Posterstein waren aus Thüringen das Lindenau-Museum Altenburg und das Elektromuseum Erfurt bei der Museumswoche aktiv. Auf diese Art wurde in der vergangenen Woche ein kleines bisschen Thüringen in die Welt hinaus gezwitschert.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Jede Veranstaltung zählt, je mehr desto besser: Burg Posterstein zu Gast im Erzählcafé im Renaissanceschloss Ponitz

Ponitz_8_600pxKaum eine Gemeinde, die nicht mit der „Landflucht“ junger Menschen zu kämpfen hat. Sie machen es meist nicht mal mit Absicht: Zur Ausbildung oder zum Studium ziehen Jugendliche in die Städte, dort finden sie neue Freunde, einen Partner, gründen eine Familie – und gewöhnen sich daran, dass rund herum ständig was los ist und Einkaufsmöglichkeiten bestehen.

Unsere Marketingbeauftragte Marlene Hofmann und Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann, die mitverantwortlich für das museumspädagogische Programm im Museum Burg Posterstein ist, nehmen am 8. März 2016, 15.30 Uhr, im Renaissanceschloss Ponitz an einem Erzählcafé der Heinricht Böll-Stiftung teil – Thema: Stadt UND Land für Alt UND Jung, wie erreicht man junge Zielgruppen.

Warum sollten junge Menschen zurück aufs Land kommen?

An dieser Stelle muss man als Kommune ansetzen, sich seiner Standortvorteile gegenüber der Stadt bewusst werden, sie fördern, bewerben und ausbauen. Ganz oben auf der Liste dieser Vorteile, die es durchaus gibt, wird vermutlich die Naturnähe stehen, die Weite, die Ruhe, die Familienfreundlichkeit. Aber auch, wenn man als junge Familie einen eigenen Garten hat, möchte man auf gewissen Komfort nicht verzichten. Es braucht Sport- und Freizeitangebote, Spielplätze, Kultur und Veranstaltungen, Anbindungen an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Arbeitsplätze in nicht allzu weiter Entfernung, eine Grundversorgung bzw. einfachen Zugang dazu (z.B. im Nachbardorf).

Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts Posterstein nach über 20 Jahren Leerstand.
Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts Posterstein nach über 20 Jahren Leerstand.

An diesen Gedanken knüpft auch die noch junge Initiative „Gemeinsam nicht einsam: – neues Leben auf dem Land“ an, die der Förderverein Burgberg Posterstein e.V. ins Leben gerufen hat. Ziel ist es nicht nur, das historische Herrenhaus zu sanieren, sondern die Rahmenbedingungen für ein reichhaltiges Zusammenleben von Jung und Alt zu schaffen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Posterstein, dem Museumsverein und den Vereinen und Bürgern Postersteins soll Posterstein als Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Kulturraum gestärkt und gefördert werden.

Zusammenarbeit und gemeinsame Kommunikation sind gefragt

Alle Bedürfnisse der Einwohner im ländlichen Raum kann kaum eine Gemeinde allein erfüllen und muss es auch nicht. Denn oft ist man zu Fuß, per Fahrrad, mit Bus, Bahn oder Auto schnell im nächsten Ort. In vielen Gemeinden im Altenburger Land existiert ein reges Vereinsleben, es gibt auch lokal engagierte Betriebe und Gewerbetreibende, es gibt Sehenswürdigkeiten und Wanderwege. Gemeinden müssen also zusammenarbeiten, statt sich als Konkurrenten zu sehen. Jede Veranstaltung, jeder Sportverein, jeder Freizeitklub zählt. Je mehr passiert, desto besser. Gleichzeitig muss man öffentlich darüber „reden“ – und vor allem auch dort, wo die Zielgruppe sich informiert, also auch im Social Web.

Die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz, im Hintergrund die Dorfkirche Nöbdenitz
Besucher an der 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz, geführt von einer Mitarbeiterin der Kultur- und Bildungswerkstatt „Hans Wilhelm von Thümmel“ in Nöbdenitz

Das Museum Burg Posterstein zieht jährlich über 20.000 Besucher nach Posterstein, darunter rund 2000 Schüler. Das Mittelalterspektakel, das jedes Jahr zu Pfingsten auf dem Burgberg und in der Burg stattfindet, ist dabei ganz klar das Besucher-Highlight. Viele weitere tausend Besucher kommen zu Großveranstaltungen wie dem Postersteiner Seifenkistenrennen, das am ersten Augustwochenende jedes Jahr Schauplatz für den Mitteldeutschland-Cup ist und viele Familien in den Ort lockt. In den Nachbarort Nöbdenitz, bekannt für seine 1000-jährige Eiche mit dem Grab des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel, führt ein interaktiver, familienfreundlicher Wanderweg – der Sprotte-Erlebnispfad. Thüringenweg, Thüringer Städtekette, Bauerngartenroute und Lutherweg kreuzen hier ebenfalls. Die Kultur- und Bildungswerkstatt im Pfarrhof Nöbdenitz lockt mit ihren Veranstaltungen ein Publikum aus der ganzen Region. Es gibt mehrere Vereine, deren Mitglieder sich für die Region engagieren. Mit dem Rad kann man auf naturschönen Radwegen weiter nach Schmölln und Altenburg fahren. Auch das nahe Schloss Ponitz mit seinem aktiven Förderverein und das Deutsche Landwirtschaftsmuseum im Schloss Blankenhain in Sachsen erreicht man schnell. Die Liste könnte noch lange weiter geführt werden.

Die Region als Ganzes sehen: Beispiel Sonderausstellung Friedrich Mascher

Umfangreiche Kooperationen unterstützen und ergänzen die Sonderausstellung zum Portraitmaler Friedrich Mascher
Umfangreiche Kooperationen unterstützen und ergänzen die Sonderausstellung zum Portraitmaler Friedrich Mascher

Wichtig ist aber, Veranstaltungen und Initiativen gemeinsam zu bewerben und sich gegenseitig zu fördern, auch im Internet. Auf Facebook, Twitter, Blog und Website weisen wir auch gern auf andere Kulturveranstaltungen hin, denn es macht die Region als Ganzes attraktiver für eine – nicht nur junge – Zielgruppe vor Ort. Zur aktuellen Sonderausstellung „Der Portraitmaler Friedrich Mascher“ gibt es Kooperationen mit dem Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg, mit dem Künstler Tilman Kuhrt aus Altenburg und auch ganz lokal mit dem Elegant-Hotel zur Burg, das das passende Menü zur Ausstellung anbietet. Auch für die nächste Ausstellung zum Altenburger und Gothaer Minister Hans Wilhelm von Thümmel, dessen Grab sich unter der bereits erwähnten 1000-jährigen Eiche befindet, liegen solche Kooperationen auf der Hand. Gemeinsame Werbung auf allen Kanälen und eine kulturelle Vielfalt erst schaffen ein attraktives Bild des ländlichen Raums, in dem wir junge wie ältere Einwohner wie Gäste locken und halten wollen.

Hintergrundinfos zur Veranstaltung „Erzählcafé: Stadt UND Land für Alt UND Jung“

Zum Projekt: Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Land

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Zum neuen Jahr: Gedanken über Museumsblogs

Das Museum Burg Posterstein bloggt jetzt seit fast genau fünf Jahren. Als wir den Blog 2011 starteten, hatten wir uns zuvor keinerlei Gedanken über Storytelling, Reichweite und die Erschließung neuer Zielgruppen gemacht. In diesem Artikel wollen wir zurückblicken und über Blog-Strategie nachdenken.

Der Museumsblog „Geschichte und Geschichten“ entstand vielmehr aus einem Sonderausstellungsprojekt heraus: 2007 und 2010 veröffentlichten wir in Zusammenarbeit mit Christiane Nienhold und Gustav Wolf zwei Bücher über Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten. Dazu gab es jeweils eine Sonderausstellung. Wir legten eine Google-Map über die Rittergüter an.

Trotzdem barg das Thema so viele Geschichten, die erzählt werden wollten. Parallel zur Ausstellung begannen wir 2010 auf Facebook kleine Notizen über die Geschichte einzelner Rittergüter zu veröffentlichen. Bald stellte sich aber heraus, dass Facebook einfach nicht der passende Ort für relativ zeitlose historische Details ist. Das war dann der Startschuss für einen eigenen Blog. Die Beiträge zu den Rittergütern kann man auf Deutsch und Englisch im Blog finden. – Wobei wir schon bei den Vorzügen des Bloggens wären.

Blogs als Potential für museale Vermittlung

WordPress schickt uns jedes Jahr eine statistische Zusammenfassung unseres Blogs, die wir auch gern öffentlich machen wollen. Seit 2011 (3000 Klicks) ist die Beliebtheit des Blogs (2015: 17.000 Klicks) kontinuierlich gestiegen. Das ist im Vergleich zu großen Blogs sicher nicht gewaltig und kann auch nicht mit der Website des Museums konkurrieren – für lediglich rund drei Blogposts monatlich aber in Ordnung.

(c) Museum Burg Posterstein, Schloss Langenleuba-Niederhain
(c) Museum Burg Posterstein, Schloss Langenleuba-Niederhain
Interessant ist, dass die beliebtesten Posts des Jahres 2015 allesamt zwischen 2011 und 2013 entstanden sind. Der Blog lebt von zeitlosen bzw. langlebigen Artikeln zu geschichtlichen Themen, die auch noch nach Jahren ihre Richtigkeit haben. Auf Platz zwei liegt beispielsweise ein Artikel zu einem der Rittergüter: Wo steht ein halbes Schloss? Das hängt vielleicht damit zusammen, dass das halbe Schloss 2015 zur Versteigerung stand. Für 22.000 Euro fand die sanierungsbedürftige, denkmalgeschützte Anlage im November 2015 einen neuen Besitzer.

Zeitlose Blog-Klassiker

Klassiker im Blog sind alle Jahre wieder Artikel über Weihnachten und Ostern im Mittelalter, Infos zu Ritterturnieren und ähnliches. Das unterstreicht, dass der Blog nicht nur ein kurzlebiges Medium ist, bei dem es darum geht, möglichst viele Artikel nacheinander zu publizieren. Das Museum Burg Posterstein möchte vielmehr darauf setzen, interessante Inhalte, die mit den Ausstellungsschwerpunkten des Museums in Zusammenhang stehen, langfristig zeigen zu können, auch wenn in den Ausstellungsräumen vor Ort dafür kein Platz mehr ist. Damit verlegen wir die museale Vermittlung zum Teil ins WWW, wo virtuelle Besucher aus aller Welt (vornehmlich Deutschland, USA, Schweiz, Österreich, Niederlande…) darauf zugreifen können, selbst wenn sie vielleicht nie den Weg nach Posterstein finden.

Darüber hinaus ist der Blog ein Medium, über das Besucher und Interessierte direkt mit uns in Kontakt treten können. Um diesen Austausch zu fördern, wollen wir uns auch in Zukunft weiter in Blogparaden und Social Media-Aktionen einbringen sowie – wie zuletzt mit Verena Schmidtke – Gastbloggern die Möglichkeit geben, hier relevante Beiträge zu veröffentlichen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein