Aufbruch von Altenburg nach Altenburg

Wie deutsche Siedler im 19. Jahrhundert ihre Heimatstadt in Missouri neu gründeten

Eine bunt gemischte Gruppe von Auswanderern aus Sachsen-Altenburg, der Region Dresden und Hannover strandete 1839 an einem Felsen im Fluss Mississippi. Direkt am Fluss gründeten die einem strengen lutherischen Glauben anhängenden Siedler den Ort Wittenberg. Nicht selten wurden die Häuser von den Hochwassermassen des legendären Flusses mitgerissen, weshalb  heute von dieser Siedlung nur noch der Wittenberg Boat Club und eine verfallene Poststation zeugen.

Felsen im Mississippi
Nach einer langen Schiffsreise nach Amerika strandeten Einwanderer aus dem Altenburger Land 1839 an diesem Felsen im Mississippi.

Die Auswanderung organisierten verschiedene Geistliche unter der Leitung von Pfarrer Martin Stephan aus Pirna bei Dresden. In Folge sozialer Missstände nach den napoleonischen Kriegen und verschärften Abgabelasten auf dem Lande, erwogen parallel zu ersten revolutionären Unruhen auch in der Region Altenburg immer mehr Menschen, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Ursprünglich zogen die Auswanderer um Martin Stephan auch Australien als mögliche neue Heimat in Betracht, aber südlich von St. Louis, in Missouri, bot man ihnen rund 10.000 Morgen Land zu günstigen Preisen an.

Wittenberg Boat Club
Wittenberg Boat Club

Im Winter 1838/39 reisten insgesamt fünf Schiffe mit Siedlern aus dem Königreich Sachsen und dem Herzogtum Sachsen-Altenburg in die so genannte „Neue Welt“. Mit an Bord nahmen die frommen Auswanderer auch 900 Exemplare von Luthers Katechismus. Sogar während der langen Seereise erhielten die Kinder Unterricht. Alle Schiffe erreichten ihr Ziel, bis auf ein kleineres Boot namens „Amalia“, das höchstwahrscheinlich bei Frankreich mit einem größeren Schiff kollidierte.

Altenburg, Dresden, Wittenberg, Frohna, Paitzdorf und Seelitz in der „neuen Welt“

1839 kamen die Siedler also in Missouri an. Zu dieser Zeit glich die dortige Landschaft einer noch unbewohnten Wildnis. Die Neuankömmlinge hätten den Winter dort kaum überstanden, wären sie nicht von der lutherischen Gemeinde in St. Louis unterstützt worden. Im heutigen Bundesstaat Missouri, im Landkreis Perry County, gründeten die deutschen Siedler die nach ihren Heimatstädten bzw. -regionen benannten Orte wie Dresden, Seelitz, Johannisberg, Altenburg, Frohna, Paitzdorf und Wittenberg. Dresden, Seelitz und Johannisberg wurden aber bereits 1841 nach Altenburg, Missouri, eingemeindet. Weil natürlich nur das Beste aus der neuen Heimat berichtet wurde, trafen auch später noch weitere Auswanderer aus der Region Altenburg in der neu gegründeten Stadt ein.

Indianer, wilde Bestien und mexikanische Soldaten braucht man in Altenburg bislang nicht zu fürchten

Der Pfarrer Martin Stephan derweil lebte in der neuen Heimat ein nicht eben sittlich-christliches Leben und ließ sich hofieren wie ein König. Nachdem die Gemeinde endlich erkannt hatte, wie sehr sie durch ihren geistlichen Führer betrogen worden war, entließ sie ihn. Erster Präsident der Missouri Synode (heute zwei Millionen Mitglieder) wurde der aus Langenchursdorf stammende Ferdinand Wilhelm Walther. Gotthold Heinrich Loeber aus Kahla übernahm den Posten als Pfarrer im neu gegründeten Altenburg. Er beschrieb am 10. September 1839 in einem Brief nach Deutschland das Leben in der neuen Welt, wo die meisten Familien zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Häusern, sondern in provisorischen Baracken lebten. Beruhigend fügte er aber hinzu, dass sich die Verwandten in der Heimat keine Sorgen wegen Indianern, wilden Bestien oder mexikanischen Soldaten machen müssten, denn solche Dinge bräuchte man in Altenburg bislang nicht zu fürchten.

Schulgebäude von 1839 in Altenburg Missouri
Das 1839 errichtete Schulgebäude ist das älteste Haus in Altenburg, Missouri

Als eine ihrer ersten Handlungen errichteten die Siedler im August 1839 eine Bildungsstätte, an der Kinder eine umfassende gymnasiale Bildung erhalten sollten: Religion, Latein, Griechisch, Hebräisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte, Geografie, Mathematik, Physik, Naturgeschichte, Philosophie, Musik und Zeichnen standen auf dem Lehrplan. Der Anspruch der Schule war kein geringerer, als die Absolventen für ein Universitätsstudium zu rüsten. Im ersten Jahr begannen sieben Jungen und drei Mädchen dort den Schulunterricht.

Welcome to Altenburg, Missouri!

Im Oktober 2010 fuhren Historiker ins amerikanische Altenburg zu einer internationalen Konferenz unter dem Motto „Home is where our story begins“ (Zuhause ist, wo unsere Geschichte beginnt). Die Kontakte nach Amerika knüpfte der Genealoge Wilfried Piehler aus Gera bereits vor Jahrzehnten. Die Altenburger aus Missouri waren auch schon mehrfach zu Besuch in ihrer alten Heimat. Manche von ihnen überraschten damit, dass sie sich die deutsche Sprache – genau genommen, die Altenburger Mundart aus dem 19. Jahrhundert – über Generationen hinweg bewahrt haben.

Altenburg Missouri
Das amerikanische Altenburg ist eine gemütliche Kleinstadt mit lebhafter christlicher Gemeinde

Auf der zweitägigen Konferenz hielten einheimische Historiker und Genealogen verschiedene Vorträge, die der Geschichte des amerikanischen Altenburgs auf den Grund gingen. Die Historie des deutschen Altenburgs beleuchtete unter anderem Sabine Hofmann vom Lindenau-Museum Altenburg. Am Freitag, 18. März, 19 Uhr, fassen Wilfried Piehler sowie Sabine und Klaus Hofmann in einem Vortrag im Museum Burg Posterstein die Ergebnisse der Konferenz zusammen. Wer mehr zur Geschichte des amerikanischen Altenburgs erfahren möchte, dem sei auch das im vergangenen Jahr in den USA auf Englisch erschienene Buch „Altenburg Missouri and the surrounding Parishes“ empfohlen (Hrsg.: Mary Beth Mueller Dillon, Lynhorst, Indianapolis, 2010).

 

(Marlene Hofmann, auch erschienen in der Ostthüringer Zeitung vom 16. März 2011, http://www.otz.de/)

Moving from Altenburg to Altenburg

How German settlers in 19th century founded a new hometown in Missouri

A motley group of emigrants from Saxony-Altenburg, Dresden region and Hannover stranded on a rock in Mississippi river in 1839. Right beside the river the strict Lutheran settlers founded the town Wittenberg. Frequently the legendary river carried Wittenbergs houses away – that is why only the Wittenberg Boat Club and a crumbling old post office remind of the town today.

rock in Mississippi
After a long journey by ship a group of German emigrants from Altenburg County stranded at this rock in Mississippi in 1839.

The emigration was organized by different clergymen, under the leadership of reverend Martin Stephan from Pirna near Dresden. As a result of social problems after the Napoleonic Wars and tightened taxes in the countryside, parallel to first revolutionary riots, a lot of people in Altenburg region considered to try out their luck in the „new world“. In the beginning they considered Australia as a new home as well, but south from St. Louis in Missouri they were offered 10.000 acre land to a cheap price.

Wittenberg Boat Club
Wittenberg Boat Club

In Winter 1838/39 five ships with settlers from the kingdom of Saxony and the duchy of Saxony-Altenburg headed for the so called „new world“. The devotional emigrates took 900 copies of Luther’s catechism with them on board of the ships. Even during the long crossing the children were taught. All ships reached the US, except for a small boat called „Amalia“, which apparently collided with a bigger ship near France.

Altenburg, Dresden, Wittenberg, Frohna, Paitzdorf and Seelitz in the „new world“

As mentioned before, the settlers arrived in Missouri in 1839. At that time this region still was a nearly uninhabited wilderness. The newcomers probably wouldn’t have survived the first winter, if they wouldn’t have been supported by the Lutheran community in St. Louis. In today’s Perry County the German settlers founded towns, which they named after the regions and towns they came from – like Dresden, Seelitz, Johannisberg, Altenburg, Frohna, Paitzdorf and Wittenberg. Dresden, Seelitz and Johannisberg were later on suburbanized by Altenburg, Missouri. Of course the emigrants only reported the best things to their friends and families in Germany and in the following years a lot of other people from Altenburg region moved to the new founded Altenburg.

You don’t need to fear Indians, wild animals and Mexican soldiers in Altenburg

Reverend Martin Stephan lived a very little moral life in the new world, while he let himself celebrate as a king. When the community finally had realized how badly their spiritual leader had betrayed them, they dismissed him. The first president of the Missouri synod, which has two million members today, was Ferdinand Wilhelm Walter from Langenchursdorf. Gotthold Heinrich Loeber from Kahla overtook the job as reverend in the new founded Altenburg. In a letter to Germany on September 10th, 1839 he described the life in the new world, where the most people at this time did still not live in houses, but in temporary sheds. To comfort his reader he added that one did not have to fear Indians, wild animals or Mexican soldiers in Altenburg.

school building from 1839 in Altenburg Missouri
The school building from 1839 is the oldest house in Altenburg, Missouri.

As one of their first projects, the settlers built a school in august 1839 to provide grammar school education for the children: Religion, Latin, Greek, Hebrew, German, French, English, history, geography, mathematics, physics, natural history, philosophy, music and drawing were on the schedule. The goal was to prepare the pupils for later university studies. In the first year seven boys and three girls were enrolled.

Welcome to Altenburg, Missouri!

In October 2010 historians from the German Altenburg travelled to the American Altenburg to take part in an international conference named „Home is where our story begins“. Already decades before the genealogist Wilfried Piehler from Gera (Thuringia) established first contacts to Missouri. Inhabitants from Altenburg, Missouri, have already a few times visited Altenburg County in Germany. Some of them surprised the Germans by speaking German with Altenburg dialect from 19th century.

Altenburg Missouri
The American Altenburg is a gemuetlich small town with a living Christian community.

On the two-day conference local historians and genealogists from Missouri presented their research on the history of the town. German historians, as Sabine Hofmann from Lindenau Museum Altenburg, described the history of the German Altenburg. On Friday, March 18th, 7pm, Wilfried Piehler and Klaus and Sabine Hofmann will present the results of this conference at Posterstein Castle. To learn more about the history of Altenburg, Missouri, you should take a look at the book „Altenburg Missouri and the surrounding Parishes” (editor: Mary Beth Mueller Dillon, Lynhorst, Indianapolis, 2010).

(by Marlene Hofmann, also published in Ostthüringer Zeitung, March 16th 2011, http://www.otz.de/)

Rittergut Löbichau – Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)

Löbichau wurde im 13. Jahrhundert erstmals als ehemals mittelalterliche Wasserburganlage erwähnt. Das alte Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert wurde 1908 umgebaut.

Den klassizistischen Schlossbau ließ die Herzogin von Kurland um 1796/98 erbauen. Im Park befand sich damals ein Komödienhaus. Den künstlerischen Salon der Herzogin besuchten internationale Berühmtheiten, der bekannteste darunter war wohl Zar Alexander I. von Russland. Zeitweise weilten bis zu dreihundert Gäste gleichzeitig in Löbichau. Die Zeiteinteilung am Musenhof war zwanglos und der Höhepunkt des Tages war meist erst der Abend, der alle Gäste zur Teestunde im großen Saal des Schlosses versammelte. Man plauderte, philosophierte, dichtete, tanzte und musizierte; und manchmal spielten die Gäste auch selbst Theater – auch im nahe gelegenen Schloss Tannenfeld auf einer kleinen Bühne.

Schloss Tannenfeld, 2000 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Tannenfeld, 2000 (Museum Burg Posterstein)

Im Zuge der Bodenreform 1945 enteignete man die damaligen Rittergutsbesitzer. Das Schloss und die Wirtschaftsgebäude wurde nach 1945 stark verändert. Die Räumlichkeiten nutzte man fortan für ein Pflegeheim. 2009 folgte der Totalabriss von Schloss und Herrenhaus, um für die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft einen Neubau zu errichten. Die verbleibenden Wirtschaftsgebäude wurden saniert und beherbergen einen Bürgersaal und den Sitz der kommunalen Verwaltung.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Dem Musenhof von Löbichau widmet sich ein Teil der Dauerausstellung des Museums Burg Posterstein und mehrere Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Loebichau Manor – occasionally 300 guests

Loebichau castle, postcard from 1904 (Museum Burg Posterstein)
Loebichau castle, postcard from 1904 (Museum Burg Posterstein)

Loebichau was mentioned for the first time in the13th century as a moated castle. The old manor house dates back to the 16th century and was rebuilt in 1908.

The neo-classical castle was built in 1796/98 on behalf of Anna Dorothea of Courland. In the castle’s park stood a small theatre at that time. The duchess’ cultural salon had illustrious international visitors; the most famous among them was probably Tsar Alexander I. of Russia. Occasionally more than 300 guests stayed in Loebichau at the same time. The guests were free to time their day at the „court of muses“; and the highlight of the day was the tea time in the evening hours in the grand hall of the castle. Then there was time for small-talk, philosophy, poetry, dance and music – sometimes the guests played theatre plays themselves; also in the smaller castle Tannenfeld, close to Loebichau.

Tannenfeld castle in 2000 (Museum Burg Posterstein)
Tannenfeld castle in 2000 (Museum Burg Posterstein)

As a result of the East German land reform in 1945 the manor’s owners were expropriated. The castle and the economical buildings were strongly modified after 1945. The buildings are housing a nursing home since DDR time. In 2009 the castle and the manor house were pulled down to make room for a new nursing home building of the operating company from Schmoelln. The remaining economical buildings are restored and host the communal administration.

View the about 60 manors of the county of Altenburg on our google map: http://tiny.cc/o27p6.

A part of the museum Burg Posterstein’s permanent exhibition is dedicated to the court of muses in Loebichau and the museum has published the following books, which can be bought in the museum or ordered per e-mail to info@burg-posterstein.de:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Welches Schloss hielt einem Luftangriff stand, nicht aber der Bodenreform?

Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein
Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein

Zwischen 1724 und 1724 ließ der deutsche Staatsmann Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692) auf seinem Rittergut in Meuselwitz ein Schloss mit Park und Orangerie errichten. Ein barockes Schlosstor führte zum Gutshof.

Von Seckendorff, geboren in Herzogenaurach, hatte ein Gymnasium in Gotha besucht und war später von Herzog Ernst dem Frommen von Sachsen-Gotha-Altenburg gefördert worden. Im 30jährigen Krieg richteten die Schweden von Seckendorffs Vater in Salzwedel wegen Hochverrats hin. Von Seckendorff studierte Philosophie, Rechtswissenschaft und Geschichte in Straßburg. Er schrieb bis 1655 am staatswissenschaftlichen Werk „Der deutsche Fürstenstaat“. Dieses Buch, das lange Zeit ein Standardwerk für die staatspolitische Bildung an den deutschen Universitäten war, erreichte schon zu von Seckendorffs Lebzeiten mehrere Auflagen.

1651 wurde von Seckendorff gothaischer Hof- und Justizrat, 1656 Geheimer Hof- und Kammerrat und schließlich, im Jahr 1663, Geheimer Rat und Kanzler. 1664 trat er in den Dienst des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz (†1681) ein. 1680 nahm er seinen Abschied als dortiger Kanzler und zog sich auf sein Gut Meuselwitz zurück, blieb aber Altenburger Obersteuereinnehmer und Landschaftsdirektor. 1685 erschien seine Publikation der „Christenstaat“. Kurz vor seinem Tod wurde von Seckendorff zum Kanzler der neu gegründeten Universität Halle ernannt. Er starb in Halle und wurde am 30. Dezember 1692 in der Meuselwitzer Kirche beigesetzt.

Bei einem Luftangriff auf Meuselwitz am 20. Februar 1945 wurden die Wirtschaftsgebäude des Meuselwitzer Rittergutes schwer beschädigt. Das Schloss selbst wies nur geringe Schäden auf. Im Zuge der Enteignung durch die Bodenreform wurden alle Gebäude ersatzlos beseitigt. Erhalten blieben lediglich die stark beschädigte Orangerie und das fast unversehrte barocke Schlosstor, welches jedoch trotz Einspruchs der Denkmalpflege 1950 abgerissen wurde. Die Orangerie konnte erstmals 1957 durch den Leipziger Architekten Walter Gruner restauriert werden. Die Mühle wurde 1988 abgebrochen. Die freien Flächen des Rittergutes werden heute als Parkplatz genutzt.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Which castle resisted an air attack but not the East German land reform?

Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein
Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein

Between 1724 and 1724 the German statesman Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692) let build a castle with park and orangery on his manor in Meuselwitz. A baroque gate led into the estate.

Von Seckendorff, born in Herzogenaurach, had graduated at a grammar school in Gotha, Thuringia, and was later on supported by Ernst I, Duke of Saxe-Gotha and Altenburg. During the Thirty Years‘ War the Swedes executed his father in Salzwedel because of high treason. Von Seckendorff studied philosophy, law and history in Strasbourg. In 1655 he published his book “Der deutsche Fürstenstaat“, a handbook of German public law. This book, which long time had been a benchmark for political science at German universities, was already in von Seckendorffs lifetime published in several editions.

From 1651 to 1663 he achieved a number of important functions at the duke’s court in Gotha. In 1664 he started working for the duke Maurice of Zeitz (†1681). In 1680 he stopped working as a chancellor and retired to his estate in Meuselwitz. But he still had political positions as a chief tax collector in Altenburg and as landscape director. In 1685 his book “Christenstaat“ (the Christian state) was published. Shortly before his dead he was appointed to chancellor of the new founded university in Halle. He died in Halle and was buried in the church in Meuselwitz at December 30th in 1692.

Under an air attack against Meuselwitz at February 20th in 1945 the economical buildings of Meuselwitz Manor were badly damaged. The castle itself suffered from only small damages.  But as a consequence of the East German land reform in 1945 all buildings were pulled down. Only the badly damaged orangery and the well preserved baroque gate were conserved. In spite of protests from the local office for preservation of historical monuments the gate was pulled down, too, in 1950. The orangery could be restored by Walter Gruner, an architect from Leipzig, in 1957. An historic mill, belonging to the old estate, was pulled down in 1988. The free space, where Meuselwitz manor once had been standing, is today used as a parking space.

View the about 60 manors of the county of Altenburg on our google map: http://tiny.cc/o27p6.

Read more about castles and manor houses in Altenburg region in the following books, which can be bought in the museum or ordered per e-mail to info@burg-posterstein.de:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wer ließ sich unter einem Baum begraben?

Die 1000jährige Eiche von Nöbdenitz / the 1000 year old oak of Nobdenitz (c) Museum Burg Posterstein
Die 1000jährige Eiche von Nöbdenitz / the 1000 year old oak of Nobdenitz (c) Museum Burg Posterstein

In Nöbdenitz, einem kleinen Ort in Ostthüringen, steht ein alter Eichenbaum, von dem man sagt, er sei tausend Jahre alt. Erst im vergangenen Jahr versah die Gemeinde den Baum mit weiteren Stützpfeilern, um den Ansprüchen der Straßen- und Verkehrsordnung zu genügen. Die so genannte „tausendjährige Eiche“ ist innen hohl – und beinhaltet die Grabstätte eines Ministers.

In Nöbdenitz gab es ein Rittergut, das im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnt wurde. Die ehemals mittelalterliche Wasserburganlage wurde später in ein Schloss umgebaut. Das Rittergut befand sich zeitweise im Besitz des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824). Dieser reiste zwischen 1803 und 1808 auf mehreren diplomatischen Missionen nach Dänemark, Berlin, Königsberg (Kaliningrad), Dresden und Paris. Als Freund des Herzogs Ernst (1745-1804) besaß er großen Einfluss bei Hofe. Verdient gemacht hat er sich durch die Gründung der Kammerleihbank, die Förderung des Straßenbaus, den Bau des Altenburger Krankenhauses und die allgemeine Landvermessung im Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg.

Östlich des Nöbdenitzer Schlosses besaß Thümmel einen Lustgarten. Von hier aus wurde der Blick entlang eines geradlinigen Weges in die Ferne bis zu einem Gartenhaus geführt. Ein Fußweg entlang des Nordufers des großen Teichs lud zum Flanieren ein. Freunde der Familie von Thümmel, wie die Herzogin von Kurland (http://www.facebook.com/burgposterstein?v=app_2344061033#!/event.php?eid=166366573376663&index=1) aus dem nahen Löbichau, kamen gern nach Nöbdenitz, um auf dem Teich zu segeln und den Blick auf das alte und das neue Schloss zu genießen.

Vor seinem Tod bestimmte Hans Willhelm von Thümmel, dass er an einem ungewöhnlichen Ort bestattet werden sollte – unter der Nöbdenitzer Eiche. Er kaufte der örtlichen Pfarrgemeinde den Baum ab und ließ sich in seinen Wurzeln eine Grabstätte errichten. Diese untersuchte 1959 der Postersteiner Lehrer und Heimatforscher Ernst Bräunlich. Er dokumentierte, dass es im Hohlraum des Baumes einen kleinen Andachtsraum mit Sitzbank gab, um dem Toten zu gedenken. Der Leichnam liegt in einem Sarg, parallel zur Straße. Heute kann man die tausendjährige Eiche nur von außen besichtigen. Eine Gedenktafel erzählt ihre Geschichte.

Im Zuge der Bodenreform wurde das Rittergut Nöbdenitz 1945 enteignet und das neue Schloss sowie große Teile des Wirtschaftshofes abgerissen. Ein Mausoleum von 1782, das Thümmelsche Erbbegräbnis, wurde Ende der 1960er Jahren entfernt. Das aus dem Jahr 1692 stammende Herrenhaus blieb erhalten und ist heute Sitz der kommunalen Verwaltung.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

 

Who was buried under a tree?

Die 1000jährige Eiche von Nöbdenitz / the 1000 year old oak of Nobdenitz (c) Museum Burg Posterstein
Die 1000jährige Eiche von Nöbdenitz / the 1000 year old oak of Nobdenitz (c) Museum Burg Posterstein

In Nobdenitz, a small village in Eastern Thuringia, stands an old oak tree. People say that it is about 1000 years old. Last year the local authorities fitted the tree with further support columns to match the requirements of the German traffic regulations. The so called “1000 year old oak” is hollow inside – and houses a minister’s grave.

Nobdenitz once had a manor, which in the 12th century was mentioned fort he first time. The former medieval mouted castle was later converted into a castle. Awhile manor in Nobdeniz was owned by the minister Hans Willhelm von Thummel (1744-1824). Between 1803 and 1808 he was – with diplomatic mission – travelling to Denmark, Berlin, Königsberg (Kaliningrad), Dresden and Paris. As a friend of the duke Ernst from Saxony-Gotha and Altenburg (1745-1804) his influence on court was huge. Today he is still known because of his engagement in the county: He founded one of the first banks (Kammerleihbank), supported the building of roads, mapped the region and founded the local hospital in Altenburg.

East from Nobdenitz castle Thummel had a pleasure garden. From here visitors had a straight-lined view alongside a way to a summer house. A path along the lake invited the guest to dander. Friends of the family, as the duchess Dorothea of Courland (http://www.facebook.com/burgposterstein?v=app_2344061033#!/event.php?eid=166366573376663&index=1), who had a castle near-by in Lobichau, liked to visit Nobdenitz to sail on the lake and to enjoy the view of the old and the new castle.

Before his dead Hans Willhelm von Thummel decided to get buried at an inconvenient place – under the oak of Nobdenitz. He bought the tree from the local church and let arrange a grave between the trees roots. This grave was inspected in 1959 by the local teacher and historian Ernst Braunlich. He documented that there was a small oratory with a wooden bench inside the hollow tree, to commemorate the death. The body lies in a coffin parallel to the street. Today one can only look at the 1000 year old oak from outside. A tablet tells its story.

As a consequence of the East German land reform in 1945 the Nobdenitz Manor’s owners were expropriated. The new castle and large parts of the economical buildings were pulled down. A mausoleum from 1782, the Thummel’s family grave, was pulled down in the end of the 1960s. The manor house, dating back to 1692, still exists and is now used as the communal administration department.

View the about 60 manors of the county of Altenburg on our google map: http://tiny.cc/o27p6.

Read more about castles and manor houses in Altenburg region in the following books, which can be bought in the museum or ordered per e-mail to info@burg-posterstein.de:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Was macht eine Sphinx im Altenburger Land?

Die Sphinx von Prößdorf / the sphinx of Proessdorf (c) Museum Burg Posterstein
Die Sphinx von Prößdorf / the sphinx of Proessdorf (c) Museum Burg Posterstein

Im 15. Jahrhundert wird erstmals ein Rittersitz in Prößdorf urkundlich erwähnt. Die Glanzzeit von Prößdorf begann 1818, als Carl Heinrich von Tettenborn das Gut kaufte. Dieser soll ein großer Verehrer der schönen Künste wie Architektur, Plastik und Malerei gewesen sein. Seinem Geschmack entsprechend schmückte er neben den Gebäuden auch den Park. Tettenborn ließ für die Ausgestaltung die ursprüngliche Park-Anlage vergrößern und umwandeln. Nun durchzogen schattige Laubengänge den Lust-Garten. Ein antiker Pavillon lud zum Verweilen ein. Grotten, zahlreiche Statuen wie Löwen und eine Sphinx sowie Springbrunnen zierten das Gelände. Exotische Gewächse aller Art blühten in Rabatten und Kübeln.

Das aus der Mitte des 18.Jahrhunderts stammende Schloss Prößdorf wurde nach 1969 zum Wohnhaus umgebaut. Die Wirtschaftsgebäude, im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammend, wurden 1906/07 erweitert. Im Zuge der Bodenreform enteignete man die Rittergutsbesitzer. In der Folge verfielen die Wirtschaftsgebäude und wurden nach und nach abgebrochen, zuletzt 1998. Durch den Einbau von Wohnungen im Zeitraum von 1969 bis 1973 wurde das Schloss stark überformt. Reste der eindrucksvollen Toranlage sind jedoch erhalten geblieben.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

What does a sphinx in the county of Altenburg?

Die Sphinx von Prößdorf / the sphinx of Proessdorf (c) Museum Burg Posterstein
Die Sphinx von Prößdorf / the sphinx of Proessdorf (c) Museum Burg Posterstein

In the 15th century a knight’s residence in Proessdorf was mentioned in the records for the first time. The manor’s high period started in 1818, when Carl Heinrich von Tettenborn bought the property. He was said to be a strong admirer of fine arts like architecture, sculpture and painting. He decorated the buildings and the park according to his taste. That included enlargement and rearrangement of the park. After Tettenborns treatment shady access balconies decorated the pleasure garden. An antic pavilion invited the guests to stay. Grots, a number of statues as lions and a sphinx as well as small fountains decorated the park. Exotic plants of all kind blossomed in beds and flower buckets.

The castle Proessdorf, dating back to 18th century, was converted into an apartment building in 1969. The estate buildings, which were built in the 19th century, were expanded in 1906/07. As a consequence of the East German land reform the manor’s owner were expropriated. In the following time the farm buildings were pulled down bit by bit, lastly in 1998. By the installation of apartments between 1969 and 1973 the castle was strongly deformed. Rests of the impressing port are still remaining.

View the about 60 manors of the county of Altenburg on our google map: http://tiny.cc/o27p6.

Read more about castles and manor houses in Altenburg region in the following books, which can be bought in the museum or ordered per e-mail to info@burg-posterstein.de:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein