Wir brauchen bis in den kleinsten Thüringer Winkel hinein Konzepte, die über den Tellerrand hinaus blicken: Statement zur Thüringer #Museumsperspektive2025

Auf dem Verbandstag des Thüringer Museumsverbands wurde erstmals eine umfassende Analyse der Thüringer Museumslandschaft vorgestellt. Die Thüringer Staatskanzlei und das Museum Burg Posterstein begleiteten die Veranstaltung auf Twitter – eine Praxis, die inzwischen auf vielen Konferenzen üblich ist und Experten und Interessierte von außen einbezieht.

Nachfolgend sind einige Schlagwörter aus den Redebeiträgen aufgelistet:

  • Die Landesregierung will regionale Museen stärken.
  • Es soll ein Kulturinvestitionsprogramm geben.
  • Das Landesmarketing muss noch mehr auf Kultur setzen.
  • Investitionen und Personalsituation gehören in den Fokus.
  • Welche Auswirkungen hat die Gebietsreform auf Museen?
  • Digitalisierung als Gesamtkonzept der Museen sehen.
  • Kulturmarketing, auch im Bereich Social Media, ausbauen.
  • Museumsfinanzierung – wie gehen Bund, Land, Kommunen mit dem Thema um?
  • „freiwillige Leistungen der Kommunen“
  • Was ist die Zielperspektive?
  • Was können wir Neues machen?
  • Wie geht strategische Ansprache junger Menschen?
  • Museen spartenübergreifend vernetzen
  • Räumliches Netz als Stärke sehen
  • Hotspot: Ankerfunktion der Museen
  • Dezentrale Konzentration

Starke Ansagen. Was heißt das konkret?

Die Museumsperspektive2025 kann hier nachgelesen werden. Im Zentrum steht die (Neu-)Definition der Rolle der Museen im 21. Jahrhundert: Was steht im Vordergrund, die Besucher oder die Sammlung? Gibt es eine digitale Strategie als Gesamtkonzept, eingebunden in eine Kulturmarketingkonzeption? Wird es Investitionen in Personal geben – unabhängig von kommunalen Trägerschaften?

Der Chef der Thüringer Staatskanzlei und Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff stellte auf dem Verbandstag des Thüringer Museumsverbands die Thüringer Museumsperspektive 2025 vor.
Der Chef der Thüringer Staatskanzlei und Kulturminister Prof. Dr. Benjamin-Immanuel Hoff stellte auf dem Verbandstag des Thüringer Museumsverbands die Thüringer Museumsperspektive 2025 vor.

Bildung und Vermittlung online und analog als Teil der Kulturmarketingkonzeption im Museum Burg Posterstein

Wir verstehen das Museum und die Burg Posterstein als Marke, die alle Bereiche der Museumsarbeit umfasst. Die Museumskonzeption beinhaltet die Sammlungs-, Forschungs- und Ausstellungsstrategie, das Finanz- und Personalkonzept sowie die Öffentlichkeitsarbeit. Die Bildungs- und Vermittlungsangebote des Museums sind aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt, sie ergeben einen Querschnitt der gesamten Museumsarbeit. Das Vermittlungs- und Ausstellungskonzept zielt digital und vor Ort darauf ab, durch unterschiedliche Strategien eine möglichst breite Besuchergruppe anzusprechen. Es wird eine Interaktion mit dem Besucher angestrebt und auf unterhaltsame Wissensvermittlung gesetzt, sowohl online als auch offline. Wir sind der Meinung, dass unser Bildungsauftrag nicht auf der Burgbrücke endet, sondern auch im virtuellen Raum weiter besteht.

Digital und analog sollten im Museumsalltag Hand in Hand gehen.
Digital und analog sollten im Museumsalltag Hand in Hand gehen.

Die Marketing- und Kommunikationsarbeit beschränkt sich nicht auf klassische Pressearbeit und Werbung, sondern erfüllt auch Teile der Vermittlungsaufgaben des Museums im Digitalen. Dazu gehört auch, sich auf dem aktuellen Stand in Sachen neue Entwicklungen im Bereich digitale Konzepte zu halten und mit Besuchern, Kulturinteressierten, Fachleuten, Journalisten, Bloggern und Politikern auf Augenhöhe zu kommunizieren. Das digitale Kommunikations- und Vermittlungskonzept des Museums Burg Posterstein ist innovativ und wird als solches in der Fachbranche auch wahrgenommen. Das unterstreicht die Einladung zur Herbsttagung der Arbeitsgruppe Presse und Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds, wo im November 2017 in Frankfurt das Kommunikationskonzept des Museums Burg Posterstein in einem Vortrag vorgestellt werden soll.

Was bedeutet die Museumsperspektive 2025 für das Museum Burg Posterstein und das Altenburger Land?

Erstmals wurde 2017 unter Federführung der Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen und unter maßgeblicher Beteiligung der Museumsdirektoren ein touristisches Strategiekonzept erarbeitet, das touristische Entwicklungsziele im Altenburger Land und die Umsetzung der touristischen Entwicklungsstrategie für die nächsten Jahre benennt. Es wurden eine ganze Reihe konkreter Vorhaben für das Schloss- und Spielkartenmuseum, das Lindenau-Museum und das Museum Burg Posterstein festgehalten, einschließlich dem Marstall als gemeinsames Depot- und Werkstattgebäude.

Unsere Ziele und Visionen für Posterstein umfassen die Entwicklung eines europäischen Tourismus-, Begegnungs- und Informationszentrums im Geiste der historischen Salons, die Umsetzung einer Gesamtkonzeption für Posterstein unter Berücksichtigung der vorhandenen touristischen Infrastruktur und laufender Vorhaben (Herrenhaus Posterstein), den Neubau des Nordflügels der Burg und die Neugestaltung des Burgbergareals. Alle drei kulturgeschichtlichen bzw. Kunstmuseen wollen künftig das Thema Salonkultur als gemeinsame Marke sehen und davon ausgehend Projekte vorbereiten und sich vernetzen.

Die #Museumsperspektive2025 wird von uns als Trägerverein eines regionalen Museums außerordentlich begrüßt. Sie ist ein bedeutender Schritt, um die Zukunft aktiv zu gestalten. Genau diesen Weg wollen wir in Posterstein beschreiten.

Burg Posterstein - so wie sie neulich auf Instagram zu sehen war.
Burg Posterstein – so wie sie neulich auf Instagram zu sehen war.

Wir befinden uns in einer Welt voller Herausforderungen, wo der Erhalt des Bestehenden zwar wichtig ist, aber hinter der Definition unserer Ziele und unserer Verantwortung in der Gesellschaft zurückstehen sollte. In der Notwendigkeit, Bürger bei der Rückversicherung gesellschaftlicher Werte und den Bindungen in die Region zu unterstützen, müssen wir Museen nicht nur unseren Platz definieren, sondern auch mehr denn je mit Bildung und Vermittlung gesellschaftlich teilhaben. Dafür brauchen wir bis in den kleinsten Thüringer Winkel hinein Konzepte, die über den Tellerrand hinaus blicken.

Im Altenburger Land haben wir damit begonnen und gemeinsam mit dem Lindenau-Museum, dem Schloss- und Spielkartenmuseum, dem Theater und den Tourismusakteuren eine touristische Entwicklungsstrategie erarbeitet, die Schwerpunkte setzt und Netzwerke knüpft.

Im Museum Burg Posterstein nutzen wir aktiv Facebook, Twitter und Instagram, bloggen zweisprachig und haben eine dreisprachige Website. Dazu ist weniger Personal notwendig, als viele uns glauben machen wollen. Es geht auch nicht nur um junge Nutzer. Notwendig ist vielmehr die Überzeugung aller Mitarbeiter von der Sinnhaftigkeit des Tuns.

Ganz anders sieht es mit der Digitalisierung aus. Auch diese geht weit über die Verfügbarmachung der Objekte im Netz hinaus. Aber sie braucht Personal, und zwar Fachpersonal. Da reicht ein Digitalisierungsteam oder eine größere Anzahl Fachberater bei weitem nicht aus. Hier ist die Möglichkeit der Projektförderung für einzelne Vorhaben der Museen notwendig.

Von Klaus Hofmann, Museum Burg Posterstein

Frag uns alles, was du willst: #AskACurator Tag 2013 auf Twitter

18. September 2013: Unter dem Hashtag (=Twitter-Lesezeichen) #AskACurator konnten Twitter-Nutzer Fragen an die Kuratoren von über 600 Museen in 35 Ländern stellen. Das Museum Burg Posterstein nahm teil: Hier kommt die Zusammenfassung.

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Für das Museum Burg Posterstein (Twitter: @burgposterstein) antworteten sowohl der Direktor des Museums sowie Marlene Hofmann (Kuratorin der Ausstellung „Wehrhaft – Wohnhaft – Haft“ über die Funktion des Bergfrieds auf einer mittelalterlichen Burg im Jahr 2012). Gleich ab halb 10 Uhr morgens hielten uns die Twitter-Nutzer mit spannenden Fragen auf Trapp.

Medienarbeit, Museen & soziale Medien

Die ersten Fragen drehten sich um soziale Medien und Medienarbeit im Museum. – Eines unserer Lieblingsthemen. Die ausführlichen Antworten gibt es hier.

Tanja Praske ist eine Museumsexpertin aus München, die einen interessanten Blog über Museen & soziale Medien schreibt. Die nächste Frage zum Thema kam gleich vom Thüringer Schloss Friedenstein:

Inhalte auswählen und Ausstellungen gestalten

Es schloss sich eine längere Debatte mit @friedenstein und @Beatrice078029 an, in der es sich um Fragen rund um die Ausstellungsgestaltung und die Vermittlung von Inhalten drehte – große Fragen, die wir so gut es ging mit 140 Zeichen zu beantworten versuchten:

Beatrice stellte noch viel mehr Fragen. Zuletzt einigten wir uns darauf, dass sie uns per E-Mail kontaktieren sollte!

Die Zukunft der Museen

Sebastian Hartmann, ein weiterer Museumsspezialist, der ebenfalls einen populären Museumsblog führt, interessierte sich für noch größere Fragestellungen – die Zukunft der Museen:

Sind Blogger im Museum willkommen?

Eine weitere hochinteressante Frage stellte Tanja Praske zum Umgang mit Bloggern im Museum:

Und für uns, die wir selbst bloggen, stellen Blogger natürlich eine große Chance dar und eine willkommene Ergänzung zur Lokalpresse. Leider kennen wir noch nicht so viele Museumsblogger in der Region Thüringen (wer sich jetzt angesprochen fühlt: bitte kontaktiert uns, wenn ihr regelmäßige Presseinfos und Einladungen zu Hintergrundgesprächen erhalten wollt!).

Alles in allem war der #AskACurator Day 2013 für uns als Museum eine großartige Erfahrung und ein weiteres Beispiel für die unzähligen Möglichkeiten, über die Museen via soziale Medien mit museumsinteressierten Menschen, Experten, anderen Museen und potentiellen Besuchern in Kontakt treten können. Wir freuen uns schon auf den nächsten Ask A Curator-Tag!

Alle Fragen und Antworten, Details und Infos haben wir in einer separaten Story auf Storify gesammelt.

P.S.: Natürlich wird es auch 2014 wieder einen AskACurator Tag geben, dafür sollte man den Hashtag #AskACurator auf Twitter im Blick halten. Bis dahin könnt ihr uns via E-mail, Kommentare, Twitter und Facebook erreichen.

(Marlene Hofmann)