Künstler aus Köln sammelt Staub von Burg Posterstein

Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv in Köln bei der "Staubentnahme" im Bergfried der Burg Posterstein.
Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv in Köln bei der „Staubentnahme“ im Bergfried der Burg Posterstein.

Für ein Kunstprojekt im Jahr 2019 sammelte Dr. Wolfgang Stöcker auf Burg Posterstein Staub. Zu Hause in Köln betreibt der freischaffende Künstler das Deutsche Staubarchiv. In Posterstein machte er Fotos und hielt die Staubentnahme akribisch in seinem Tagebuch fest. In kleine Tüten verpackt und säuberlich mit Datum und Fundort beschriftet, nahm Stöcker den Burgstaub, in dem sich manchmal auch Bonbonpapier und tote Insekten befanden, wieder mit nach Köln. Vermischt mit Wachs sollen daraus Skulpturen für eine Ausstellung im Jahr 2019 im Museum Burg Posterstein entstehen.

Auf den „Staubkünstler“ Wolfgang Stöcker, der in Köln Geschichte und Kunst studiert hat, ist das Museum Burg Posterstein vor zwei Jahren durch eine Gruppe Kölner Kulturschaffender, die Herbergsmütter, aufmerksam geworden. Diese veranstalteten ihre Aktion #Kunstputz nicht nur in Köln vor Ort, sondern auch auf Twitter. Dort kam man ins Gespräch und das Museum Burg Posterstein sendete eine Staubprobe aus dem Verlies der Burg. Wolfgang Stöcker nahm die Probe in sein umfangreiches Staubarchiv auf. Die Idee für eine gemeinsame Ausstellung keimte bereits.

Ganz detailliert hält Wolfgang Stöcker fest, wo er welche Staubprobe unter welchen Umständen entnommen hat. Damit thematisiert er nicht zuletzt die museale Arbeit an sich - Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen gehören zu den Grundaufgaben eines Museums.
Ganz detailliert hält Wolfgang Stöcker fest, wo er welche Staubprobe unter welchen Umständen entnommen hat. Damit thematisiert er nicht zuletzt die museale Arbeit an sich – Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen gehören zu den Grundaufgaben eines Museums.

2017 nahmen Marlene Hofmann und Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein an der MAI-Tagung (Museums and the internet) in Bonn teil und besuchten auf dem Rückweg Wolfgang Stöcker in seinem Atelier in Köln Kalk. Im Gepäck hatten sie mehrere Postersteiner Staubproben, die seither – vermischt mit Wachs – zu kleinen Skulpturen gewachsen sind. Mitte August 2017 kam Wolfgang Stöcker nach Posterstein und fotografierte, dokumentierte und „entnahm“ weitere Staubproben.

Ist das Kunst oder kann das weg? – Der bekannte Spruch ist hier Dreh- und Angelpunkt

Wolfgang Stöcker schaut auf Dinge, die normalerweise niemand beachtet.
Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Wolfgang Stöcker schaut auf Dinge, die normalerweise niemand beachtet.
Die Philosophie dahinter wirft ein anderes Licht auf die menschliche Kultur und auf die Funktion von Museen – und thematisiert essentielle Fragen: Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit? Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen? Wolfgang Stöcker widmet sich in seiner Sammelleidenschaft den übersehenen Details – zum Beispiel dem, was sich zwischen Dielenritze 14 und 15 auf dem Turm der Burg über die Jahrzehnte angesammelt hat. In seinen haus- oder schreinartigen Wachsskulpturen gibt er dem Unförmigen eine neue Form.

Wachs-Spenden können zu Kunst werden

Für das Kunstprojekt kann man dem Künstler Wachs spenden. Das können Kerzenreste aller Art sein, gerne mit einer kleinen Notiz versehen, wann, wo und zu welchem Anlass die Kerze benutzt wurde oder warum sie nicht mehr gebraucht wird. All die sonst als nebensächlich betrachteten Details verarbeitet Wolfgang Stöcker zu etwas Neuem, das dann 2019 in die Sonderausstellung eingeht. Wachsspenden können im Museum Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein abgegeben werden – oder direkt im Staubarchiv in Köln.

Links:

Deutsches Staubarchiv

Aktion #kunstputz der Herbergsmütter

Ostthüringer Zeitung über Wolfgang Stöckers Besuch in Posterstein

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wir freuen uns über Unterstützung von der Bürgerstiftung Altenburger Land

Die Bürgerstiftung Altenburger Land überreichte dem Museum Burg Posterstein einen Scheck über 5000 Euro für Ausstellungstechnik.
Die Bürgerstiftung Altenburger Land überreichte dem Museum Burg Posterstein einen Scheck über 5000 Euro für Ausstellungstechnik.

Wir freuen uns: Landrätin Michaele Sojka vom Stiftungsrat der Bürgerstiftung Altenburger Land und Stiftungsvorsitzender Bernd Wannenwetsch überreichten dem Museum Burg Posterstein am 1. August 2017 einen Scheck über 5000 Euro für die Anschaffung von Ausstellungstechnik.

Die Bürgerstiftung Altenburger Land – Engagement von Bürgern für Bürger

Stiftungen „von Bürgern für Bürger“ sind durch ihre finanzielle und politische Unabhängigkeit wie kaum eine andere Institution in der Lage, eine große Vielfalt gemeinnütziger Aktivitäten auf lokaler oder regionaler Ebene zu fördern. Aus diesem Grund wurde im Altenburger Land die Bürgerstiftung gegründet. Zweck der Stiftung ist es, gemeinnützige Projekte unter anderem aus den Bereichen Kultur, Jugend, Bildung und Umwelt zu unterstützen, die ohne private Initiative kaum verwirklicht werden könnten. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann bereits mit 1 Euro pro Monat die Arbeit der Stiftung unterstützen und damit für die Region wichtige Einrichtungen, Kulturgüter und Werte auf Dauer erhalten und fördern.

Scheckübergabe in der aktuellen Sonderausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild ‚Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830’’.
Scheckübergabe in der aktuellen Sonderausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild ‚Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830’’.

Burg Posterstein ist ein Förderprojekt der Stiftung

Das Museum Burg Posterstein ist ein Förderprojekt der Bürgerstiftung Altenburger Land und als einer von vier Schwerpunkten im Altenburger Land ausgewiesen. Die Finanzmittel 2017 werden in die Herstellung neuer Ausstellungsvitrinen investiert.

Spendenübergabe in der Dauerausstellung des Museums.
Spendenübergabe in der Dauerausstellung des Museums.
Eigens für die Kabinettausstellung zur Reformation konnten spezielle Vitrinen in Auftrag gegeben werden, die es ermöglichen, die wertvollen Exponate optimal dem Publikum zu präsentieren. Als besondere Kostbarkeiten wird eine Biblia Latina Vulgata, also eine Ausgabe der Bibel auf Latein, aus dem Jahr 1519 und eine Altenburger Bibel aus dem Jahr 1676 gezeigt. Außerdem sind verschiedene große Bibeln der Druckerei Endter aus Nürnberg zu sehen.

In der ständigen Ausstellung zur Salongeschichte um den Musenhof der Herzogin von Kurland, die derzeit überarbeitet wird, werden graphische Blätter lichtgeschützt in Vitrinen mit speziellen Schüben präsentiert. Die Vitrinen sind Spezialanfertigungen und von einer einheimischen Tischlerwerkstatt, der Tischlerei Schumann Naulitz bei Gera, hergestellt. Maße und Proportionen sind so gewählt, dass sie den Eigenheiten der Präsentation der Exponate entsprechen. Die Farbe und der Stil sind abgestimmt auf die gesamte Präsentationstechnik des Museums.

Thüringer Keramik mit Ecken und Kanten – Ausstellung von Angelika Kühn von Hintzenstern

Die Keramik-Ausstellung „Mit Ecken und Kanten – 45 Jahre Keramikwerkstatt Angelika Kühn von Hintzenstern“ ist nur noch bis 20. August 2017 im Museum Burg Posterstein zu sehen. Die Keramikerin aus Kühdorf bei Greiz feiert im Jahr 2017 ihr 45-jähriges Werkstattjubiläum. Das Museum Burg Posterstein präsentiert einen Querschnitt durch ihr unkonventionelles Werk – als Sonderschau und als Katalog.

Keramik mit Klang: Blick in die Keramik-Ausstellung im Museum Burg Posterstein.
Keramik mit Klang: Blick in die Keramik-Ausstellung im Museum Burg Posterstein.

Eckige Vasen, besondere Technik

Reliefs, Gefäßskulpturen, Scheibenplastik aus unregelmäßigen Platten und kantige Gefäße sind die Markenzeichen der Keramik von Angelika Kühn von Hintzenstern. Die Keramikerin fertigt ihre Objekte und Reliefs ohne Benutzung der traditionellen Töpferscheibe. Stattdessen walzt sie das Material aus und setzt die entstanden Platten zusammen. In einer Klanginstallation, die sie gemeinsam mit ihrem Ehemann, dem Musiker Matthias von Hintzenstern, für die Postersteiner Ausstellung produzierte, gibt Angelika Kühn von Hintzenstern Einblicke in ihre Arbeitsweise und ihr künstlerisches Werk.

Eigenwillig, sinnlich und überzeugend

Der langjährige Direktor des Geraer Museums für Angewandte Kunst und renommierte Keramikspezialist Hans Peter Jakobson schreibt im Ausstellungskatalog über das Schaffen der Keramikerin Angelika Kühn von Hintzenstern.

Hans Peter Jakobson und Angelika Kühn von Hintzenstern bei der Ausstellungseröffnung im Museum Burg Posterstein.
Hans Peter Jakobson und Angelika Kühn von Hintzenstern bei der Ausstellungseröffnung im Museum Burg Posterstein.

„Angelika Kühn von Hintzenstern ist aus der zeitgenössischen thüringischen Keramikszene nicht mehr wegzudenken. Seit Jahren geht sie erfolgreich ihren eigenen gestalterischen Weg […] Erfolg misst sich dabei weniger in kommerziellen Kategorien als vielmehr an künstlerischer Schöpferkraft, an der Anerkennung und Wertschätzung eines treuen, kenntnisreichen und aufgeschlossenen Freundeskreises sowie der Achtung ihrer Kollegen. Darin findet sie immer wieder Bestätigung und wird bestärkt, sich konsequent in ihrer unverwechselbaren Weise künstlerisch auszudrücken. Dies geschieht unspektakulär mit der ihrem Naturell entsprechenden heiteren Gelassenheit. Eine „Leichtigkeit des Seins“, die ihre Schöpfungen ausstrahlen, ist jedoch alles andere als selbstverständlich, zufällig oder willkürlich; sondern Ergebnis eines langen und beharrlichen Schaffensprozesses, den die Künstlerin als gleichwohl fordernd wie ausgesprochen lustvoll empfindet. Der Weg zur gegenwärtigen Klarheit und Gewissheit des gestalterischen Wollens ist durch mehrere aufeinander aufbauende Entwicklungsstufen nachvollziehbar.“

(Hans Peter Jakobson im Katalog zur Ausstellung)

Die Keramik von Angelika Kühn von Hintzenstern entsteht nicht auf der Töpferscheibe. (Foto: Ulrich Fischer)
Die Keramik von Angelika Kühn von Hintzenstern entsteht nicht auf der Töpferscheibe. (Foto: Ulrich Fischer)

Zu den Lehrern von Angelika Kühn von Hintzenstern zählten Dietrich Kleinschmidt in Saalfeld und Christine Freigang in Bürgel. Seit den 1970er Jahren entstehen keramische Arbeiten in Plattentechnik. 1991 eröffnete sie die eigene Galerie „Schulstube“ und Ende der 1990er Jahre war sie in Leipzig zusammen mit den Keramikern Ute Klötzer und Ludwig Laser in einer Autorengalerie vertreten. Angelika Kühn von Hintzenstern zählt zu den Gründern des Greizer Kunstvereins. Seit 2004 lässt sie gemeinsam mit ihrem Ehemann Matthias von Hintzenstern „Raum-Klang-Licht“ Installationen entstehen. In Posterstein war sie zuletzt 2008 zusammen mit ihrem Ehemann sowie den beiden Geraer Künstlern Barbara Toch und Wolfgang Schwarzentrub in der Ausstellung „Im Zwischenraum – Vier Künstler im Dialog mit den Räumen der Burg Posterstein“ zu sehen.

Bericht des TV-Journalisten Gunter Auer über die Ausstellung auf Burg Posterstein:

Der Katalog zur Ausstellung:

Das Buch zur Ausstellung: Mit Ecken und Kanten
Das Buch zur Ausstellung: Mit Ecken und Kanten
Mit Ecken und Kanten – Angelika Kühn von Hintzenstern – 45 Jahre Keramikwerkstatt,
40 Seiten, farbig, Museum Burg Posterstein 2017, 10 Euro

Blogpost von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

#BooksMW: Das Buch der Bücher

Die Spezialbibliothek des Museums Burg Posterstein verfügt über einen Bestand von über 7000 Büchern und Handschriften, von denen etwa 650 Bände aus dem 16. bis 19. Jahrhundert stammen. Die Grundsätze des Bestandsaufbaus zielen dabei auf den regionalen Bezug und auf regionalgeschichtliche Forschungen ab. Zur #MuseumWeek und im Lutherjahr zeigen wir einige besondere Bibeln.

Zum 500. Jubiläum der Reformation zeigt das Museum Burg Posterstein eine kleine Kabinettausstellung zum Thema „Das Buch der Bücher“. Dem Besucher wird eine feine Auswahl an kostbaren Bibeln gezeigt, die zum einen aus der umfangreichen Bibliothek des Museums stammen. Ein zweiter Teil wurde dem Museum vom Sammler Uwe Buchheim für die Ausstellung als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Biblia Latina Vulgata aus dem Jahr 1519

Als besondere Kostbarkeiten werden eine Biblia Latina Vulgata aus dem Jahr 1519 (Ausgabe der lateinischen Bibel) und eine Altenburger Bibel aus dem Jahr 1676 gezeigt.

Die ausgestellte Biblia Latina Vulgata stammt wahrscheinlich aus Lyon, das um 1500 besonders für jene Drucke der lateinischen Bibel bekannt und berühmt war. Texttypus und die abgebildeten Holzschnitte des Postersteiner Exponates stimmen mit einer Bibelausgabe aus Stuttgart überein, die sich im Besitz der Württembergischen Landesbibliothek befindet und vor einiger Zeit in der Forschung für Aufruhr sorgte.

Biblia Latina Vulgata, Lyon um 1519, Museum Burg Posterstein
Biblia Latina Vulgata, Lyon um 1519, Museum Burg Posterstein

Die in jenem Stuttgarter Exemplar niedergeschrieben Notizen schienen dem Reformator Martin Luther persönlich zugeordnet werden zu können. Eine intensive Forschung ergab, dass es sich dabei wohl nicht um die Handbibel Luthers gehandelt habe, der Verfasser der Notizen wohl aber Zugang zu ungedruckten Schriften Luthers gehabt haben muss.

Zwar lassen sich in der Vulgata, die in Posterstein ausgestellt wird, ebenfalls handschriftliche Notizen finden. Diese stammen allerdings aus späteren Jahren. Dennoch ist es wahrscheinlich, dass sowohl die Stuttgarter Biblia Latina Vulgata als auch das Postersteiner Exponat den selben Ursprung haben.

Luther übersetzte die Heilige Schrift während seines Aufenthaltes auf der Wartburg 1521/22 in einer außerordentlichen Geschwindigkeit. Zwischen dem griechischen Grundtext und der fertigen deutschen Übersetzung nimmt der damals gebräuchliche lateinische Text der Vulgata eine unterstützende Brückenfunktion ein. Luther muss demnach ein ähnliches Exemplar für seine deutsche Version mitverwendet haben.
(Lesetipp zum Forschungsstand des Stuttgarter Exemplars)

Eine seltene Altenburger Bibel

Die zweite Kostbarkeit der Postersteiner Ausstellung ist eine Altenburger Bibel aus dem Jahr 1676. Diese Heilige Schrift stammt aus dem Verlag des „Waysenhauses, bedruckt bey Samuel Adolph Müllern“ und wurde wahrscheinlich als Studienbibel zur Verwendung im Unterricht genutzt. Diese Version wurde nur in einer sehr kleinen Auflage hergestellt. Aus deutschen Bibliotheken sind bis jetzt nur 10 Exemplare bekannt.

Die Bibeln der Druckerei Endter

Neben diesen beiden Raritäten aus der Sammlung Buchheim sind verschiedene Bibeln der Druckerei Endter aus Nürnberg zu sehen. Diese Familie unterhielt eine der bekanntesten Druckereien ihrer Zeit, welche die Lutherbibel herstellten und vertrieben. Zwischen 1613 und 1792 lassen sich 76 verschiedene, meist großformatige Ausgaben der Heiligen Schrift nach Luther aus diesem Haus nachweisen.

Dillherr-Bibel, Nürnberg 1788, Museum Burg Posterstein.
Dillherr-Bibel, Nürnberg 1788, Museum Burg Posterstein.
Die Kompetenz und Leistungsfähigkeit der Druckerei Endter war so hervorragend, dass die sächsischen Herzöge ihre repräsentativen Bibeln – außerhalb der eigenen Landesgrenzen – in Nürnberg drucken und vertreiben ließen. Dass Nürnberg ein verkehrsgünstiger Handelsplatz war, kam diesem Umstand nur entgegen.

Die Bibeln aus dem Haus Endter in Nürnberg gelten als die meist verbreiteten Familienbibeln des 17. Jahrhunderts, vor allem aber des 18. Jahrhunderts.

Am häufigsten lassen sich zwei Typen der Heiligen Schrift nach Luther ausmachen: die „Weimarer Bibel“, auch „Ernestinisches Bibelwerk“ oder „Kurfürstenbibel“ genannt, und die „Dilherr-Bibel“. Endterbibeln sind ein fester Bestandteil der Spezialbibliothek des Museums Burg Posterstein.

Ausgestellt im Museum Burg Posterstein: Rollbild zum Festumzug zum Reformationsjubiläum 1830 in Leipzig
Ausgestellt im Museum Burg Posterstein: Rollbild zum Festumzug zum Reformationsjubiläum 1830 in Leipzig

Der Festumzug zu Leipzig von 1830

Neben diesen verschiedenen und seltenen Ausgaben der Bibel befindet sich noch eine weitere Kostbarkeit unter den Exponaten der Kabinettausstellung im Museum Burg Posterstein. Es handelt sich dabei um ein 18 Meter langes Rollbild aus der Hand des Leipziger Künstlers Christian Gottfried Heinrich Geißlers (1770-1844). Datiert ist Stück auf das Jahr 1830.

Dargestellt ist der Festumzug zum Jubiläum der Confessio Augustana, der 1830 in Leipzig stattfand. Geißler, der vor allem für seine volkstümlichen Bilder und Karikaturen der Völkerschlacht bekannt war, hielt das Großereignis auf 32 kolorierten Radierungen fest, die schließlich zu einer über 18 Meter langen Papierbahn verklebt und auf einem Holzzylinder aufgerollt wurden.

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

Ein Geschenk mit italienischem Flair für unsere „Sammlung Kurland“

Museumsdirektor Klaus Hofmann mit Uwe Buchheim und dessen Schenkung.
Museumsdirektor Klaus Hofmann mit Uwe Buchheim und dessen Schenkung.

Ganz überraschend erhielt das Museum Burg Posterstein am Internationalen Museumstag am vergangen Sonntag ein kostbares Geschenk: Ein Aquarell des Malers Ernst Welker, der 1819 und 1820 als Zeichenlehrer mit Wilhelmine von Sagan an den Musenhof Löbichau kam. Der Musenhof der schönen Herzogin Anna Dorothea von Kurland steht seit nunmehr 25 Jahren im Mittelpunkt der Forschungsarbeit des Museums Burg Posterstein. Uwe Buchheim aus Altenburg entdeckte die von Ernst Welker auf einer Italienreise gezeichnete Stadtansicht bei einer Internetauktion, kaufte sie und schenkte sie nun dem Museum. Dort wird sie in die Sammlung Kurland eingehen. Uwe Buchheim stellt darüber hinaus als privater Leihgeber dem Musem derzeit wertvolle historische Bibeln für die Ausstellung „Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830“ zur Vergügung und hat sich als Mitglied der Bürgerstiftung Altenburger Land schon seit vielen Jahren für das Regionalmuseum des Landkreises engagiert.

Dieses Aquarell des Malers Ernst Welker erhielt das Museum Burg Posterstein 2017 von Uwe Buchheim aus Altenburg
Dieses Aquarell des Malers Ernst Welker erhielt das Museum Burg Posterstein 2017 von Uwe Buchheim aus Altenburg

Erst 2015 präsentierte das Museum Burg Posterstein in der Ausstellung „Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien“ ein Konvulut an witzigen Zeichnungen, die Ernst Welker von Löbichauer Gästen angefertigt hatte. Welker porträtierte die Herzogin und ihre hohen Gäste in Tiergestalt – darunter nicht nur Anna Dorothea von Kurland selbst, sondern auch ihre Töchter und Pflegetöchter, eine Reihe kurländischer Adliger, den Gothaer Herzog August Emil Leopold, den Strafrechtler Paul Johann Anselm von Feuerbach und die Familie Theodor Körners. In einem kleinen Buch veröffentlichte das Museum 2015 die Zeichnungen zusammen mit einem historischen Abriss zum Löbichauer Salon und Biografien der Abgebildeten.

Ernst Welker – Maler mit Humor

So zeichnete Ernst Welker sich selbst (Sammlung Museum Burg Posterstein).
So zeichnete Ernst Welker sich selbst (Sammlung Museum Burg Posterstein).
Der Maler und Lützower Jäger Ernst Welker (1784/88–1857) hatte laut seiner Zeichenschülerin Emilie von Binzer, später selbst eine angesehene Schriftstellerin, „einen gewaltigen Stutzbart, der wie eine Art von Äquator sich von einem Ohr zum anderen zieht“. In einer der Karikaturen aus der Postersteiner Sammlung nahm Welker sich auch selbst auf die Schippe, indem er sich als Auster darstellte. Darunter der Spruch:

„Die Auster ist von guter Art
Das groeste an ihr ist der Bart.“

Ernst Welker, der seine Ausbildung in Weimar und Wien absolviert hatte, befand sich mehrfach auf Studienreisen in Italien. Von welcher Reise das Bild stammt, das nun neu in die Postersteiner Sammlung eingehen konnte, soll dem Museum nun Anlass zu weiterer Forschungsarbeit geben.

Mehr erfahren zu Ernst Welkers Karikaturen Löbichauer Gäste:

Gesammelte Infos auf der Website des Museum

“Ein Besuch in Löbichau, dem wir mit Spannung entgegensahen” – Teestunde auf Burg Posterstein

Sonderausstellung “Salongeschichten”: Versteckte Details entdecken

Sonderausstellung “Salongeschichten”: Was ist das eigentlich, ein Salon?

Vertrag zwischen Paris und … Posterstein: Zusammenarbeit mit Les Amis de Talleyrand

Der Herzog kommt nach Posterstein: Eröffnung der Sonderausstellung „Salongeschichten“

Wie eine Himmelsleiter mit Engeln besetzt: Kleine Reise in die Geschichte von Schloss Tannenfeld

Da steht mein Armes Ich von Stein… Salongeschichten aus dem 19. Jahrhundert auf Burg Posterstein

2015 zelebriert das Museum Burg Posterstein ein Lieblingsthema im großen Stil

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wir ziehen Zwischenbilanz: In den Osterferien 1000 Besucher aus 14 Bundesländern

Das Museum Burg Posterstein konnte in den zweiwöchigen Osterferien rund 1000 Besucher aus 14 Bundesländern begrüßen. Rund 150 Kinder und ihre Familien nahmen an insgesamt 39 österlichen Schatzsuchen teil, weitere 120 Familien lösten das gar nicht so einfache Osterrätsel. Auch in zukünftigen Schulferien planen wir Aktivitäten für die ganze Familie. Wir freuen uns über das große Interesse und über Rückmeldungen, Tipps, Lob und Kritik.

Das Burg Posterstein bietet in diesem Jahr mit Ferienprogrammen, Kinderblog und Familienausstellung ein umfangreiches Programm für Familien.
Das Burg Posterstein bietet in diesem Jahr mit Ferienprogrammen, Kinderblog und Familienausstellung ein umfangreiches Programm für Familien.

Über drei Viertel aller Osterbesucher kamen aus Thüringen und Sachsen ins Museum Burg Posterstein. Vier Prozent kamen aus Berlin, drei Prozent aus Sachsen-Anhalt und je zwei Prozent aus Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg und Nordrhein-Westfalen. Die restlichen Besucher verteilten sich auf die einzelnen Bundesländer und zwei europäische Länder. Von den Herkunftsstädten waren Gera, Berlin, Jena, Schmölln, Chemnitz und Altenburg (in dieser Reihenfolge) am häufigsten vertreten.

Wie feierten Ritter Ostern?

Bei erfolgreich absolvierter Schatzsuche oder Rätseljagd erhielten die Teilnehmer den Schatzsucher-Ausweis der Burggeister Posti und Stein.
Bei erfolgreich absolvierter Schatzsuche oder Rätseljagd erhielten die Teilnehmer den Schatzsucher-Ausweis der Burggeister Posti und Stein.
In den Osterferien waren die historischen Räume der Burg Posterstein nicht nur festlich geschmückt, es gab auch eine kleine Schau mit österlichen Schmuckstücken aus der Sammlung des Museums und ein umfangreiches Programm für Familien. Was ist das Osterfest? Wie feierten Ritter Ostern? Wie sah eine traditionelle Altenburger Festtracht aus? Und woher kommt der Brauch vom Osterei? Solche Fragen standen im Mittelpunkt der kindgerecht aufbereiteten 20-minütigen Schatzsuchen und einer österlichen Rätseljagd durch die Burg Posterstein. Viele Familien mit großen und kleinen Kindern ergriffen die Chance dazu. Als Belohnung gab es den Postersteiner „Schatzsucher-Ausweis“ der Burggeister Posti und Stein und eine süße Osterüberraschung. Am Ende der Osterferien konnten die Burggeister rund 200 neue „Schatzsucher“ begrüßen. 120 Familien absolvierten die österliche Rätseljagd.

Fragen stellen ausdrücklich erlaubt: Wir bereiten die Ausstellung „Kinderburg“ vor

Die Ferienprogramme des Museums mit thematisch wechselnden Schatzsuchen sind eine Vorbereitung auf die Familienausstellung „Die Kinderburg: Auf den Spuren von Rittern und Salondamen“, die am 1. Oktober 2017 öffnet. Im Museum können Kinder dem Burggespenst Posti und dem Burgdrache Stein Fragen aller Art stellen. Dafür steht im Museum eine „Helmpost“ bereit, in der seit Anfang des Jahres schon über 60 Fragen landeten. Die Kinder interessieren Themen aus dem Alltag von Rittern und Prinzessinnen. Wie wurde gebadet, wo schlief man, wie zogen Ritter ihre Rüstungen an und konnten sie damit aufs Klo gehen? Die Antworten schicken Posti und Stein den Fragestellern per Brief oder E-Mail nach Hause, eine Auswahl kann man im Kinderblog der Burg Posterstein online nachlesen und letztlich gehen die wichtigsten Themen in die Familienausstellung ein.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Historische Ansicht des Ritterguts Nöbdenitz für die Sammlung des Museums Burg Posterstein

Das Museum Burg Posterstein erhielt für seine kulturgeschichtliche Sammlung ein Ölgemälde aus den 1930/40er Jahren, das das Rittergut Nöbdenitz im damaligen Zustand zeigt.

Dieter Heine (links) übergibt das Ölgemälde aus seinem Familienbesitz an Museumsdirektor Klaus Hofmann und Museumsvereinsvorstand Dr. Gert Wolkersdörfer.
Dieter Heine (links) übergibt das Ölgemälde aus seinem Familienbesitz an Museumsdirektor Klaus Hofmann und Museumsvereinsvorstand Dr. Gert Wolkersdörfer.

Das großformatige Gemälde zeigt den idyllischen Blick auf das Nöbdenitzer Rittergut vom Teich aus gesehen. „Für das Museum ist das Bild besonders interessant, weil es eine historische Ansicht dokumentiert, die es heute so nicht mehr gibt“, freut sich Museumsdirektor Klaus Hofmann. Beispielsweise sieht man auf dem Gemälde noch den heute nicht mehr vorhandenen Balkon des Alten Schlosses (heute Sitz der Verwaltungsgenossenschaft Oberes Sprottental) und den Vorgängerbau der heutigen Kindertagesstätte Nöbdenitz.

Das Ölgemälde malte der langjährige Nöbdenitzer Landarzt Dr. med. Gerhard Hermann Nordbeck.
Das Ölgemälde malte der langjährige Nöbdenitzer Landarzt Dr. med. Gerhard Hermann Nordbeck.

Gemalt hat das Bild Dr. med. Gerhard Hermann Nordbeck (1894–1970), der bis 1954 als Landarzt in Nöbdenitz lebte. Er kam 1923 mit seiner ersten Frau Carola, geborene Eichhorn, nach Nöbdenitz und ließ um 1926/27 das Gebäude errichten, das auch heute noch die Nöbdenitzer Arztpraxis mit Wohnhaus beherbergt. Nachdem seine Frau 1945 gestorben war, heiratete Nordbeck 1950 Helga Zwiener, geschiedene Heine, die Mutter von Dieter Heine. In Absprache mit seinen Stiefgeschwistern entschied Heine sich dafür, das von Nordbeck angefertigte Gemälde dem Museum Burg Posterstein zu übergeben. Der Museumsverein Burg Posterstein dankt herzlich dafür.

Das Nöbdenitzer Schloss um 1938/40 und heute.
Das Nöbdenitzer Schloss um 1938/40 und heute.

Die vom Teehaus am Nöbdenitzer Teich (2006 vom Ortsverschönerunsgsverein Nöbdenitz rekonstruiert) gemalte Ansicht stellt eine wunderbare Ergänzung der Dauerausstellung des Museums dar, die in diesem Jahr weiter überarbeitet werden soll. Nach der Ausstellung über den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744–1824) im vergangenen Jahr sollen auch Thümmel und Nöbdenitz einen prominenteren Platz in der Ausstellung zur europäischen Salongeschichte erhalten. Thümmel ließ auf seinem Landsitz in Nöbdenitz nicht nur einen weithin bekannten englischen Garten anlegen, sondern wählte die 1000-jährige Eiche als seine außergewöhnliche Grabstätte. Das Museum Burg Posterstein veröffentlichte 2016 die bisher umfangreichste Biografie Thümmels und bietet auf Voranmeldung Führungen zur 1000-jährigen Eiche und zum Rittergut Nöbdenitz an.

Zum Weiterlesen: Hans Wilhelm von Thümmel: Der Mann unter der 1000-jährigen Eiche

Eine Burg auf großer Messe: Museum Burg Posterstein erstmals auf der Internationalen Tourismus-Börse

Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein am Stand der Museumswelt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin.
Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein am Stand der Museumswelt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin.

Mehr als 10.000 Unternehmen aus 184 Ländern und Regionen präsentierten sich vom 8. bis 12. März 2017 auf der weltweit führenden Tourismusmesse Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vor rund 109.000 Fachbesuchern. Das Museum Burg Posterstein und das benachbarte Lindenau-Museum Altenburg nahmen zum ersten Mal als Aussteller daran teil. Gemeinsam mit rund 120 deutschen Museen schlossen sie sich dem über 200 Quadratmeter großen Ausstellungsstand „Museumswelt“ von Museum.de an. Für alle beteiligten Museen war es ein Novum – im Blog ziehen wir eine persönliche Bilanz.

Den Fußboden der Museumswelt schmückten Bilder deutscher Museen, in die Wände waren echte Ausstellungsstücke integriert. Mitarbeiter verschiedener Museen warteten mit Flyern, Give-Aways und vielen Informationen auf. Vier zwei Meter hohe Vitrinen in der Mitte des Messestands zogen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich – und zwischen dem Fifa-WM-Pokal des Deutschen Fußballmuseums und der Heiligen Barbara-Statue thronten die Büste der Saloniere Anna Dorothea von Kurland und ein Ritterhelm aus dem Museum Burg Posterstein. Das bot Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann genügend Stoff zum Gesprächseinstieg über Posterstein, das Museum und die Region.

Den Fußboden der "Museumswelt" zierten die Bilder der teilnehmenden Museen.
Den Fußboden der „Museumswelt“ zierten die Bilder der teilnehmenden Museen.

Ziel: Museen im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt touristisch sichtbar machen und vernetzen

Durch die Teilnahme an der ITB erhoffen wir uns, die Museen des Altenburger Landes touristisch sichtbar zu machen und dadurch die Region zu vertreten. Wir konnten unsere Kontakte zu anderen Museen verbessern, aber auch mit touristischen Akteuren und Anbietern ins Gespräch kommen. Auch das neue Kulturmarketingkonzept des Tourismusverbandes Altenburger Land scheint jedenfalls den Kulturtourismus mehr in den Fokus rücken zu wollen. Eine Kooperation ist angesichts knapper Kassen und großer Konkurrenz bei der überregionalen Suche nach Aufmerksamkeit und höheren Besuchszahlen mehr denn je gefragt. Das heißt, es gilt zusammenzuarbeiten zum Nutzen aller.

Ein Minister unter einer 1000-jährigen Eiche? – Sie haben doch irgendwo eine versteckte Kamera!

Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen - der Kollege vom Schloss Friedenstein mit Zischägge, Dorothea von Kurland und Glückskeks.
Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen – der Kollege vom Schloss Friedenstein mit Zischägge, Dorothea von Kurland und Glückskeks.
Die so genannte Zischägge, der ausgestellte Ritterhelm, weckte großes Interesse bei Kindern und Familien, die am Wochenende die Messe besuchten. Die Herzogin von Kurland, die auch in Berlin einen kulturellen Salon im kurländischen Palais (heute russische Botschaft) Unter den Linden führte, lockte das Berliner Publikum. Mit einem Internet-Radiosender kam man zunächst per Twitter und dann persönlich ins Gespräch. Die Postersteiner Give-Aways – echter Postersteiner „Staub der Jahrhunderte“ in der Tüte und Glückskeks-Anhänger mit einem Aphorismus von Hans Wilhelm von Thümmel weckten großes Aufsehen und manchmal ungläubige Nachfragen: Meinen Sie das ernst, ein Minister, der sich unter einem uralten Baum begraben lassen hat? Sie haben doch irgendwo eine versteckte Kamera. Aber nein, Thümmel gab es wirklich.

Auf der ITB gab es "Staub der Jahrhunderte" aus der Burg Posterstein in der Tüte.
Auf der ITB gab es „Staub der Jahrhunderte“ aus der Burg Posterstein in der Tüte.
Besonders überraschte Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann, wie viele Leute die Burg Posterstein wiedererkannten oder sagten: „Da waren wir schon einmal zum Kindergeburtstag!“. Außerdem traf sie Nachfahren eines kurländischen Hofarchitekten und mögliche Nachfahren eines Postersteiner Rittergutsbesitzers. Gleichzeitig gab der gemeinsame Messestand ausreichend Gelegenheit, mit Kollegen anderer Museen ins Gespräch zu kommen.

Für das Museum Burg Posterstein ist der erste Messeauftritt auf der ITB ein Experiment. Anlass dafür gab auch, dass in Thüringen – dieses Jahr mit Thüringer TischKultur am Start – der Marketingfokus traditionell eher auf Städten und Gastronomie liegt. Die ländlichen Regionen und besonders der Thüringer Osten im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden kaum wahrgenommen. Ob die Teilnahme an der schön gestalteten Museumswelt nachhaltig Aufmerksamkeit wecken kann, wird sich vielleicht im Besucher-Monitoring der kommenden Monate zeigen.

Von Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

#Kinderburg: Wie schwer war die Ritterrüstung?

Jeremy (11 Jahre) und Jannes (5 Jahre) wollen wissen, wie schwer die Rüstung – genannt Harnisch – eines Ritters war. Burggespenst Posti und Drache Stein antworten:

So eine Rüstung war ziemlich schwer. Sie bestand aus sehr vielen einzelnen Teilen und wog zwischen 20 und 30 Kilogramm – also etwa so viel wie zwei bis drei Eimer Wasser! Allein ein Helm wog so viel wie drei Milchkartons (drei Kilogramm). Ein Kettenhemd konnte sogar 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage bringen, so viel wie ein Kindergartenkind. Trotzdem konnten die Männer dieses Gewicht, das sich auf den ganzen Körper verteilt, gut tragen. Eine Feuerwehr-Ausrüstung wiegt heute genauso viel!

Seit rund 500 Jahren gibt es keine „richtigen“ Ritter in Rüstung mehr. Das lag auch daran, dass die Rüstungen neuen Waffen nicht mehr standhalten konnten. Im Laufe der Zeit entwickelten die Menschen zum Beispiel immer bessere Feuerwaffen, die auch Rüstungen durchschlugen. Das war natürlich nur ein Grund, warum es heute keine Ritter zu Pferd und mit Rüstung mehr gibt.

Helme und Rüstung in der Burg Posterstein.
Helme und Rüstung in der Burg Posterstein.

Heute kann man „Ritter“ nur noch auf Mittelaltermärkten sehen. Das sind aber geübte Schauspieler, die zur Freude der Besucher ein Turnier nachstellen. Trotzdem tragen auch diese Ritter noch richtige Rüstungen, die auch noch heute genauso schwer sind wie damals im Mittelalter. Und immer noch gibt es so etwas wie moderne Rüstungen: Helme, Schutzanzüge und schusssichere Westen zum Beispiel.

Anmerkung: Wir danken Dirk H. Breiding (Department Waffen und Rüstungen am Philadelphia Museum of Art) für die inhaltliche Beratung.

Achtung: Unser Blog mit neuer Adresse und neuem Design

Unser Blog ist umgezogen. Nach rund sechs Jahren Museumsblog haben wir uns entschieden, unseren Blog selbst zu hosten. Der „alte“ WordPress.com-Blog wird automatisch auf die neue Adresse umgeleitet. Auch wer unseren Blog abonniert hatte, müsste nun weiterhin Meldungen über neuste Artikel bekommen. Sollte dies nicht der Fall sein, fügt die neue Blog-Adresse bitte noch einmal eurem WordPress-Reader hinzu oder abonniert den Blog per E-Mail. Alle vorhandenen Artikel sind natürlich ebenfalls mit umgezogen und können weiterhin gelesen werden.

Demnächst: Neue Blog-Serie für Familien

Die Burggeister Posti und Stein posieren mit der "Helm-Post" in der Halle der Burg. Dort können Fragen eingeworfen werden.
Die Burggeister Posti und Stein posieren mit der „Helm-Post“ in der Halle der Burg. Dort können Fragen eingeworfen werden.

Ab 1. Oktober 2017 zeigt das Museum Burg Posterstein die Familienausstellung „Die Kinderburg – Auf den Spuren von Rittern und Salondamen“.

In Vorbereitung auf die Ausstellung starten wir die Blog-Serie „Die Kinderburg“ für Kinder und Eltern. Darin beantworten unsere Burggeister Posti und Stein Besucherfragen auf einfache und verständliche Art. Heute standen das Burggespenst Posti und der Drache Stein dafür zum ersten Mal vor der Kamera. Das Ergebnis dessen gibt es in der nächsten Woche zu sehen. Erste Fragen sind auch schon eingegangen. Jonathan (4 Jahre) möchte wissen: Wo schliefen die Ritter? Die Antwort gibt es am Dienstag im Blog. Ernst gemeinte Fragen nehmen Posti und Stein jederzeit per E-Mail oder Post (Museum Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein) entgegen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein