Waren Ritterturniere wirklich so?

Der Sommer ist die Zeit der Mittelaltermärkte und Ritterturniere, auch jedes Jahr zu Pfingsten auf Burg Posterstein. Viele Mittelalter-Fans pilgern in mittelalterlicher Kleidung von einem Festival zum nächsten. Aber auch Familien und Schaulustige lassen sich gern um Jahrhunderte zurückversetzen und genießen es, den Männern in Rüstungen beim Kampf zuzusehen. Aber wie authentisch sind die modernen Turniere wirklich?

Ritterturnier beim Mittelalterspektakel auf Burg Posterstein
Ritterturnier beim Mittelalterspektakel auf Burg Posterstein (Foto: Nienhold)

Wenn auf Burg Posterstein die Ritter los sind, dann sieht man Kämpfer in Rüstungen auf großen, geschmückten Pferden gegeneinander anreiten. Zum Beispiel geht es darum, eine Strohpuppe mit der Lanze zu treffen oder mit dem Schwert gegeneinander zu kämpfen. Am Rande des Kampfplatzes sammeln sich dann Schaulustige aller Altersgruppen und rund herum verkaufen Händler ihre Waren und Gaukler führen Kunststücke auf. Aber war das auch früher so?

Die ersten Ritterturniere gab es vermutlich im 11. oder 12. Jahrhundert. Als einer der ersten Ritter, die ein Turnier mit festen Regeln organisierten, gilt Heinrich I., der im 10. Jahrhundert Herzog von Sachsen und König des Ostfrankenreichs war. An einem echten Ritterturnier durften nur adelige Kämpfer teilnehmen, die meist Fürsten- oder Grafentitel besaßen. In der Regel fanden die Turniere als Teil einer festlichen Veranstaltung statt – beispielsweise als Rahmenprogramm für Hochzeiten, Geburten und Siegesfeiern. Der Veranstalter bekam Gelegenheit seine Macht und seinen Reichtum zur Schau zu stellen und die Teilnehmer durften auch in Friedenszeiten ihr Können unter Beweis stellen und mit Siegen Ruhm und Ehre erlangen.

Mehr als nur „Ritterspiele“

Turniere blieben aber nicht nur ein sportlicher Wettkampf, sondern entwickelten sich zu einem Jahrmarkt für alle Gesellschaftsschichten. Höfische Sänger, Dichter und adelige Damen befanden sich unter den Gästen der oberen Gesellschaftsschichten. Aber rundherum bildeten sich auch ganze Märkte mit Gauklern, Musikern, Schaustellern und Schaulustigen. Die mittelalterlichen Feste dauerten vermutlich eine ganze Woche, wenn nicht sogar länger. Der oft großflächig angelegte Turnierplatz lag meist außerhalb von Burgen und Städten. Für die Kämpfer gab es abgegrenzte Bereiche, an denen sie ihre Ausrüstung lagern und sich erholen konnten. Vor den Kämpfen wurden die Ritter in zwei Mannschaften eingeteilt, ein Herold verkündete das nachfolgende Programm, stellte Teilnehmer namentlich vor und präsentierte die Siegerprämien. Darauf folgte eine gründliche Waffeninspektion.

Die meisten der damaligen Turniere darf man sich nicht als wohlgeordnete Duellkämpfe vorstellen, wie es in modernen Darstellungen auf Mittelaltermärkten meist der Fall ist. Vielmehr rückten sich bei mittelalterlichen Sportkämpfen die beiden Mannschaften in geschlossener Linie mit ausgestreckter Lanze zu Leibe. Ziel war es, den Gegner vom Pferd zu stoßen. Schon beim ersten Durchlauf gab es Verletzte. Wer sich danach noch im Sattel befand, wendete und griff erneut an. Dabei durften auch Gefangene gemacht werden. Auch das Publikum lebte vermutlich nicht ungefährlich, wenn herrenlose Pferde durch die Menge galoppierten. Während der Kampf noch tobte, trug man die ersten Verletzten vom Schlachtfeld. Gestürzte Reiter, die sich noch auf den Beinen halten konnten, setzten die Schlacht im Nahkampf fort. Außer dieser Turnierform im Mannschaftskampf gab es aber auch andere Arten von Schaukämpfen, die denen auf heutigen Mittelalterfesten durchaus näher kommen.

Kampf auf Leben und Tod

Jedes Jahr zu Pfingsten werden auf Burg Posterstein Ritterspiele ausgetragen. (Foto: Nienhold)
Jedes Jahr zu Pfingsten werden auf Burg Posterstein Ritterspiele ausgetragen. (Foto: Nienhold)

Ein beliebter Zeitpunkt für Turniere war der Monat Mai, wo das Pfingstfest einen guten Anlass bot. Im Vorfeld eines Turniers fanden immer auch Gottesdienste statt, denn die Ritter fanden ihren festen Bezugspunkt im christlichen Glauben. Trotzdem konnte sich die mittelalterliche Kirche mit dieser Kampf- und Festtradition nicht recht anfreunden. Nach Ansicht der Kirchenvertreter gaben die Festivitäten Anreize für alle sieben Todsünden. Ein weiterer Grund für die Ablehnung dürfte aber auch gewesen sein, dass die Geistlichen im Kampf getöteten Edelmännern oft nicht mehr rechtzeitig die Sterbesakramente erteilen konnten.

Mittelalterliche Turniere waren – im Gegensatz zu den heutigen, ansonsten recht authentisch nachgebildeten Mittelalterspektakeln – nicht ganz ungefährlich. Turniere dienten auch als Vorbereitung auf kommende Schlachten und man kämpfte auf Leben und Tod. Nicht wenige Ritter zogen sich schon vor den eigentlichen Schlachten und Kriegen bei Turnieren Verletzungen zu, oder fanden sogar den Tod.

Von Marlene Hofmann

„Schnapphahnski ist ein wunderschöner Mann, den manches allerliebste Frauenzimmerchen recht gern in den kohlschwarzen Bart hineinküssen würde“

Plakat zur Sonderausstellung auf Burg Posterstein
Nur noch bis 31. Mai zeigt das Museum Burg Posterstein Lithografien und Zeichnungen des Leipziger Künstlers Rolf Münzner, der sich dafür von Georg Weerths Satire auf den „Ritter Schnapphahnski“ inspirieren lassen hat.

Schnapphahnski? Sie ahnen bereits, dass kein wirklicher Ritter so hieß. Der 1848/49 in der Neuen Rheinischen Zeitung erstmals erschienene satirische Roman mit dem schrägen Titel „Leben und Thaten des berühmten Ritters Schnapphahnski“ basiert aber auf echten historischen Personen und beschreibt Ereignisse, die so ähnlich tatsächlich einmal stattgefunden haben. Georg Weerths Don Quichotte hieß im realen Leben nicht Schnapphahnski, sondern Lichnowski und war ein Adeliger, den Weerth gründlich durch den Kakao zog.

Ausschweifend und blumig beschreibt Weerth seinen Ritter Schnapphahnski:

Schnapphahnski ist von Geburt ein Wasserpolacke. Ich bitte meine Leser, nicht zu lachen. Schnapphahnski ist ein wunderschöner Mann, den manches allerliebste Frauenzimmerchen recht gern in den kohlschwarzen Bart hineinküssen würde. Der Ritter ist nicht groß, aber er ist hübsch und kräftig gebaut. Ein kleiner, schmaler Fuß, ein rundes Bein, eine gewölbte Brust, ein stolzer Kopf mit schwarzem Knebel- und Schnurrbart, flink und gewandt: das ist Ritter Schnapphahnski. Ein Mann wie gedrechselt, mit funkelnden Augen, höhnischen Lippen und aristokratisch weißen Händen.“

Genau dieser junge Schnapphahnski, alias Lichnowski, sorgt für allerlei Klatsch und Tratsch und schafft sich durch seine Affären und Liaisons mancherlei Feinde. Einige Mal muss er untertauchen, um erbosten Ehemännern und Verlobten zu entkommen. Eine längere Beziehung führte er auch zu einer wesentlich älteren Herzogin. – Und hier lässt sich die Brücke zum Musenhof Löbichau schlagen. Denn die Herzogin, die Weerth da satirisch und auf Äußerlichkeiten fixiert beschreibt, war keine andere als Dorothee von Sagan, die Tochter der Herzogin Dorothea von Kurland. – In Weerths Satire tritt sie unter dem Kürzel „Herzogin v. S.“ auf. Im Roman wird sie als lichtscheue, alte, dünne Krähe mit falschen Waden, falschen Zähnen und falschen Haaren beschrieben, die ihrem Auftritt voran immer einen Grafen schickt, der das Licht so arrangieren muss, dass sie am vorteilhaftesten beleuchtet wird.

 Schnapphahnski erobert die Herzogin

Ritter Schnapphahnski ist trotzdem fest entschlossen, die Herzogin zu erobern und Weerth beschreibt das blumig:

»Unglücklich bin ich«, rief der Ritter, »unglücklich geworden seit zehn Minuten, weil ich noch daran verzweifeln muß, ob ich je wieder glücklich werde. Eine Rose fand ich – darf ich sie brechen? Eine Perle fand ich – darf ich sie an meine Brust drücken?« –

Ähnliche Phrasen entschlüpften dem Ritter zu Dutzenden. Die Herzogin gestand sich, daß sie schon viel dummes Zeug im Leben gehört habe, gewiß aber nicht so viele verliebte Schnörkel, wie sie der Ritter in Zeit von einer halben Stunde produzierte.

Der in Detmold geborene Autor der Satire, Georg Weerth (1822-1856), war mit Marx und Engels bekannt und gilt als der erste sozialistische Feuilletonist. Seinen Roman über Ritter Schnapphahnski, eine Satire auf den Adel, druckte die Neue Rheinische Zeitung in den Jahren 1848/49 in mehreren Teilen.

Der wahre Schnapphahnski

Felix von Lichnowski

Felix von Lichnowski (1814-1848), Weerths Inspiration für Ritter Schnapphahnski, war indes Mitglied des Schlesischen Landtages. Er diente in der preußischen Armee und seine Grundüberzeugung war die Legitimität des Königstums und des Adels. Politisch galt er als ein Heißsporn und Wirrkopf, denn er gab sich einerseits liberal und andererseits konservativ. In der Frankfurter Nationalversammlung gehörte er dem konservativen Flügel an. Seine provozierende und leichtfertige Art machte ihn zum Lieblingsfeind der Linken. Am 18. September 1848 wurde Lichnowski während der so genannten Septemberunruhen in Frankfurt am Main ermordet. Infolge dessen brachte die Veröffentlichung des Schnapphahnski dem Autor Weerth schließlich ein Verfahren wegen Verunglimpfung eines Verstorbenen, eine dreimonatige Haftstrafe und die Aberkennung der Bürgerrechte auf fünf Jahre ein.

Dorothée, Herzogin von Sagan

Dorothée von Dino-Talleyrand, Herzogin von Sagan

Die Affäre zwischen Felix von Lichnowski und Dorothée von Dino-Talleyrand, der Herzogin von Sagan, (1793-1862) war indes keine Erfindung Weerths. Die Beziehung mit der jüngsten Tochter der Herzogin von Kurland dauerte von 1842-48 und war durchzogen von längeren Unterbrechungen, da sich Dorothée zeitweilig auch in Frankreich und Italien aufhielt. Die jüngste Tochter der Herzogin von Kurland, der sich die nächste Ausstellung auf Burg Posterstein widmet, verbrachte ihre Kindheit zu großen Teilen in Berlin im Kurländischen Palais und wurde in Bekanntschaft mit dem preußischen Königshaus (Friedrich Wilhelm IV.) erzogen. 1809 heiratete sie Edmond de Talleyrand-Périgord, übersiedelte mit ihrer Mutter nach Frankreich und lebte später als Hofdame am Hof Napoleons. 1814/15 erlebte sie als viel bewunderte Begleiterin ihres Onkels, des mehrmaligen französischen Außenministers Charles Maurice de Talleyrand, den Wiener Kongress. Sie begleitete Talleyrand auch nach London, wo dieser von 1830 bis 1834 französischer Botschafter war. Nach dem Tod Talleyrands im Jahr 1838 wurde sie seine Universalerbin. Sie zog sich daraufhin aus Frankreich in ihre schlesische Besitzungen zurück und besuchte nach über 27 Jahren erstmals wieder das Schloss Löbichau. Zunächst wohnte sie in Günthersdorf, das zu den bereits 1806 durch ihren Vormund Günther von Gockingk in ihrem Namen erworbenen Gütern gehörte. Seit 1841 verhandelte sie in Erbangelegenheiten mit der Familie ihrer Schwester Pauline und kaufte schließlich die Herrschaft Sagan (1844). Dorothée versuchte auch, bereits veräußerte Kunstgüter wieder in Familienbesitz zu bringen, Musiker nach Sagan zu ziehen und ein gesellschaftliches Leben zu installieren. Sie pflegte enge Kontakte zum preußischen Königshaus und zu dem im benachbarten Muskau residierenden Fürst Hermann von Pückler (1785-1871). Während ihrer Zeit nimmt Sagan einen wirtschaftlichen und kulturellen Aufschwung. Die Beziehung Dorothées zum viele Jahre jüngeren Lichnowski ist nachweisbar durch dessen Besuche in Sagan und Günthersdorf sowie gemeinsame Aufenthalte in Berlin.

Rolf Münzners  Schnapphahnski-Zyklus 

Der renommierte Grafiker Rolf Münzner ließ sich in zahlreichen Radierungen, Zeichnungen und Schablithografien vom Stoff dieser Geschichte inspirieren. Seine dunklen Blätter gehen in die Tiefe und bergen unzählige Details. Man trifft dort Schnapphahnski und all seine Liebschaften, Kutschen rollen und Leiber verschränken sich. So entstand ein einmaliger Zyklus über diesen deutschen Don Quichotte und Weiberhelden, und eine feine Referenz zum Löbichauer Musenhof der Herzogin von Kurland, deren 250. Geburtstag das Museum Burg Posterstein in diesem Jahr mit mehreren Ausstellungen und Veranstaltungen feierlich begeht.

Alle halbe Stunde ein Glockenschlag

Die Turmuhr von Burg Posterstein
Die Turmuhr von Burg Posterstein

Golden strahlen die Zeiger der Turmuhr von Posterstein in der Sonne. Wenn man auf der Brücke vor dem Eingang zur Burg steht, kann man sie sehen. Sie schlägt zur vollen und zur halben Stunde.

Viele kluge Menschen haben sich im Laufe der Geschichte zur Zeit geäußert: Ovid soll vor langer Zeit die wahren Worte gesagt haben: „Die Zeiten ändern sich und wir uns mit ihnen“ und Orwell notierte: „Die Zeit vergeht nicht schneller als früher, aber wir laufen eiliger an ihr vorbei.“ Und schon Einstein wusste: „Zeit ist das, was man an der Uhr abliest.“ – Wie wahr!

Schon Einstein wusste: Zeit ist, was man von der Uhr abliest.

Das bringt uns zurück zur Postersteiner Turmuhr. Ihr Uhrwerk stammt aus dem Jahr 1902 und wurde erst 2010 zum letzten Mal restauriert. Die Vergoldung ist echt. Auf dem Ziffernblatt steht die Jahreszahl 1869, was darauf hindeutet, dass es in diesem Jahr angebracht wurde.

Die Ziffern sind vergoldet.
Die Ziffern sind vergoldet.

Der Glockenschlag, den man alle halbe Stunde hören kann, ist noch viel älter. Die Turmglocke stammt aus dem Jahr 1571 und trägt das Wappen der Familie Pflugk, die mehrere Generationen auf Burg Posterstein lebte. Auf der Glocke befindet sich der Schriftzug: „CESER PFLUGK AVFF STEIN LIS MICH ZV FREIBERG GISSEN ANNO MDLXXI“. Früher auf dem Rittergut Posterstein läutete die Turmglocke die Arbeitszeiten ein und bei Brand gab sie den Feueralarm.

Aufbruch von Altenburg nach Altenburg

Wie deutsche Siedler im 19. Jahrhundert ihre Heimatstadt in Missouri neu gründeten

Eine bunt gemischte Gruppe von Auswanderern aus Sachsen-Altenburg, der Region Dresden und Hannover strandete 1839 an einem Felsen im Fluss Mississippi. Direkt am Fluss gründeten die einem strengen lutherischen Glauben anhängenden Siedler den Ort Wittenberg. Nicht selten wurden die Häuser von den Hochwassermassen des legendären Flusses mitgerissen, weshalb  heute von dieser Siedlung nur noch der Wittenberg Boat Club und eine verfallene Poststation zeugen.

Felsen im Mississippi
Nach einer langen Schiffsreise nach Amerika strandeten Einwanderer aus dem Altenburger Land 1839 an diesem Felsen im Mississippi.

Die Auswanderung organisierten verschiedene Geistliche unter der Leitung von Pfarrer Martin Stephan aus Pirna bei Dresden. In Folge sozialer Missstände nach den napoleonischen Kriegen und verschärften Abgabelasten auf dem Lande, erwogen parallel zu ersten revolutionären Unruhen auch in der Region Altenburg immer mehr Menschen, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Ursprünglich zogen die Auswanderer um Martin Stephan auch Australien als mögliche neue Heimat in Betracht, aber südlich von St. Louis, in Missouri, bot man ihnen rund 10.000 Morgen Land zu günstigen Preisen an.

Wittenberg Boat Club
Wittenberg Boat Club

Im Winter 1838/39 reisten insgesamt fünf Schiffe mit Siedlern aus dem Königreich Sachsen und dem Herzogtum Sachsen-Altenburg in die so genannte „Neue Welt“. Mit an Bord nahmen die frommen Auswanderer auch 900 Exemplare von Luthers Katechismus. Sogar während der langen Seereise erhielten die Kinder Unterricht. Alle Schiffe erreichten ihr Ziel, bis auf ein kleineres Boot namens „Amalia“, das höchstwahrscheinlich bei Frankreich mit einem größeren Schiff kollidierte.

Altenburg, Dresden, Wittenberg, Frohna, Paitzdorf und Seelitz in der „neuen Welt“

1839 kamen die Siedler also in Missouri an. Zu dieser Zeit glich die dortige Landschaft einer noch unbewohnten Wildnis. Die Neuankömmlinge hätten den Winter dort kaum überstanden, wären sie nicht von der lutherischen Gemeinde in St. Louis unterstützt worden. Im heutigen Bundesstaat Missouri, im Landkreis Perry County, gründeten die deutschen Siedler die nach ihren Heimatstädten bzw. -regionen benannten Orte wie Dresden, Seelitz, Johannisberg, Altenburg, Frohna, Paitzdorf und Wittenberg. Dresden, Seelitz und Johannisberg wurden aber bereits 1841 nach Altenburg, Missouri, eingemeindet. Weil natürlich nur das Beste aus der neuen Heimat berichtet wurde, trafen auch später noch weitere Auswanderer aus der Region Altenburg in der neu gegründeten Stadt ein.

Indianer, wilde Bestien und mexikanische Soldaten braucht man in Altenburg bislang nicht zu fürchten

Der Pfarrer Martin Stephan derweil lebte in der neuen Heimat ein nicht eben sittlich-christliches Leben und ließ sich hofieren wie ein König. Nachdem die Gemeinde endlich erkannt hatte, wie sehr sie durch ihren geistlichen Führer betrogen worden war, entließ sie ihn. Erster Präsident der Missouri Synode (heute zwei Millionen Mitglieder) wurde der aus Langenchursdorf stammende Ferdinand Wilhelm Walther. Gotthold Heinrich Loeber aus Kahla übernahm den Posten als Pfarrer im neu gegründeten Altenburg. Er beschrieb am 10. September 1839 in einem Brief nach Deutschland das Leben in der neuen Welt, wo die meisten Familien zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Häusern, sondern in provisorischen Baracken lebten. Beruhigend fügte er aber hinzu, dass sich die Verwandten in der Heimat keine Sorgen wegen Indianern, wilden Bestien oder mexikanischen Soldaten machen müssten, denn solche Dinge bräuchte man in Altenburg bislang nicht zu fürchten.

Schulgebäude von 1839 in Altenburg Missouri
Das 1839 errichtete Schulgebäude ist das älteste Haus in Altenburg, Missouri

Als eine ihrer ersten Handlungen errichteten die Siedler im August 1839 eine Bildungsstätte, an der Kinder eine umfassende gymnasiale Bildung erhalten sollten: Religion, Latein, Griechisch, Hebräisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte, Geografie, Mathematik, Physik, Naturgeschichte, Philosophie, Musik und Zeichnen standen auf dem Lehrplan. Der Anspruch der Schule war kein geringerer, als die Absolventen für ein Universitätsstudium zu rüsten. Im ersten Jahr begannen sieben Jungen und drei Mädchen dort den Schulunterricht.

Welcome to Altenburg, Missouri!

Im Oktober 2010 fuhren Historiker ins amerikanische Altenburg zu einer internationalen Konferenz unter dem Motto „Home is where our story begins“ (Zuhause ist, wo unsere Geschichte beginnt). Die Kontakte nach Amerika knüpfte der Genealoge Wilfried Piehler aus Gera bereits vor Jahrzehnten. Die Altenburger aus Missouri waren auch schon mehrfach zu Besuch in ihrer alten Heimat. Manche von ihnen überraschten damit, dass sie sich die deutsche Sprache – genau genommen, die Altenburger Mundart aus dem 19. Jahrhundert – über Generationen hinweg bewahrt haben.

Altenburg Missouri
Das amerikanische Altenburg ist eine gemütliche Kleinstadt mit lebhafter christlicher Gemeinde

Auf der zweitägigen Konferenz hielten einheimische Historiker und Genealogen verschiedene Vorträge, die der Geschichte des amerikanischen Altenburgs auf den Grund gingen. Die Historie des deutschen Altenburgs beleuchtete unter anderem Sabine Hofmann vom Lindenau-Museum Altenburg. Am Freitag, 18. März, 19 Uhr, fassen Wilfried Piehler sowie Sabine und Klaus Hofmann in einem Vortrag im Museum Burg Posterstein die Ergebnisse der Konferenz zusammen. Wer mehr zur Geschichte des amerikanischen Altenburgs erfahren möchte, dem sei auch das im vergangenen Jahr in den USA auf Englisch erschienene Buch „Altenburg Missouri and the surrounding Parishes“ empfohlen (Hrsg.: Mary Beth Mueller Dillon, Lynhorst, Indianapolis, 2010).

 

(Marlene Hofmann, auch erschienen in der Ostthüringer Zeitung vom 16. März 2011, http://www.otz.de/)

Rittergut Löbichau – Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)

Löbichau wurde im 13. Jahrhundert erstmals als ehemals mittelalterliche Wasserburganlage erwähnt. Das alte Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert wurde 1908 umgebaut.

Den klassizistischen Schlossbau ließ die Herzogin von Kurland um 1796/98 erbauen. Im Park befand sich damals ein Komödienhaus. Den künstlerischen Salon der Herzogin besuchten internationale Berühmtheiten, der bekannteste darunter war wohl Zar Alexander I. von Russland. Zeitweise weilten bis zu dreihundert Gäste gleichzeitig in Löbichau. Die Zeiteinteilung am Musenhof war zwanglos und der Höhepunkt des Tages war meist erst der Abend, der alle Gäste zur Teestunde im großen Saal des Schlosses versammelte. Man plauderte, philosophierte, dichtete, tanzte und musizierte; und manchmal spielten die Gäste auch selbst Theater – auch im nahe gelegenen Schloss Tannenfeld auf einer kleinen Bühne.

Schloss Tannenfeld, 2000 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Tannenfeld, 2000 (Museum Burg Posterstein)

Im Zuge der Bodenreform 1945 enteignete man die damaligen Rittergutsbesitzer. Das Schloss und die Wirtschaftsgebäude wurde nach 1945 stark verändert. Die Räumlichkeiten nutzte man fortan für ein Pflegeheim. 2009 folgte der Totalabriss von Schloss und Herrenhaus, um für die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft einen Neubau zu errichten. Die verbleibenden Wirtschaftsgebäude wurden saniert und beherbergen einen Bürgersaal und den Sitz der kommunalen Verwaltung.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Dem Musenhof von Löbichau widmet sich ein Teil der Dauerausstellung des Museums Burg Posterstein und mehrere Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Welches Schloss hielt einem Luftangriff stand, nicht aber der Bodenreform?

Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein
Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein

Zwischen 1724 und 1724 ließ der deutsche Staatsmann Veit Ludwig von Seckendorff (1626-1692) auf seinem Rittergut in Meuselwitz ein Schloss mit Park und Orangerie errichten. Ein barockes Schlosstor führte zum Gutshof.

Von Seckendorff, geboren in Herzogenaurach, hatte ein Gymnasium in Gotha besucht und war später von Herzog Ernst dem Frommen von Sachsen-Gotha-Altenburg gefördert worden. Im 30jährigen Krieg richteten die Schweden von Seckendorffs Vater in Salzwedel wegen Hochverrats hin. Von Seckendorff studierte Philosophie, Rechtswissenschaft und Geschichte in Straßburg. Er schrieb bis 1655 am staatswissenschaftlichen Werk „Der deutsche Fürstenstaat“. Dieses Buch, das lange Zeit ein Standardwerk für die staatspolitische Bildung an den deutschen Universitäten war, erreichte schon zu von Seckendorffs Lebzeiten mehrere Auflagen.

1651 wurde von Seckendorff gothaischer Hof- und Justizrat, 1656 Geheimer Hof- und Kammerrat und schließlich, im Jahr 1663, Geheimer Rat und Kanzler. 1664 trat er in den Dienst des Herzogs Moritz von Sachsen-Zeitz (†1681) ein. 1680 nahm er seinen Abschied als dortiger Kanzler und zog sich auf sein Gut Meuselwitz zurück, blieb aber Altenburger Obersteuereinnehmer und Landschaftsdirektor. 1685 erschien seine Publikation der „Christenstaat“. Kurz vor seinem Tod wurde von Seckendorff zum Kanzler der neu gegründeten Universität Halle ernannt. Er starb in Halle und wurde am 30. Dezember 1692 in der Meuselwitzer Kirche beigesetzt.

Bei einem Luftangriff auf Meuselwitz am 20. Februar 1945 wurden die Wirtschaftsgebäude des Meuselwitzer Rittergutes schwer beschädigt. Das Schloss selbst wies nur geringe Schäden auf. Im Zuge der Enteignung durch die Bodenreform wurden alle Gebäude ersatzlos beseitigt. Erhalten blieben lediglich die stark beschädigte Orangerie und das fast unversehrte barocke Schlosstor, welches jedoch trotz Einspruchs der Denkmalpflege 1950 abgerissen wurde. Die Orangerie konnte erstmals 1957 durch den Leipziger Architekten Walter Gruner restauriert werden. Die Mühle wurde 1988 abgebrochen. Die freien Flächen des Rittergutes werden heute als Parkplatz genutzt.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

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Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wer ließ sich unter einem Baum begraben?

Die 1000jährige Eiche von Nöbdenitz / the 1000 year old oak of Nobdenitz (c) Museum Burg Posterstein
Die 1000jährige Eiche von Nöbdenitz / the 1000 year old oak of Nobdenitz (c) Museum Burg Posterstein

In Nöbdenitz, einem kleinen Ort in Ostthüringen, steht ein alter Eichenbaum, von dem man sagt, er sei tausend Jahre alt. Erst im vergangenen Jahr versah die Gemeinde den Baum mit weiteren Stützpfeilern, um den Ansprüchen der Straßen- und Verkehrsordnung zu genügen. Die so genannte „tausendjährige Eiche“ ist innen hohl – und beinhaltet die Grabstätte eines Ministers.

In Nöbdenitz gab es ein Rittergut, das im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnt wurde. Die ehemals mittelalterliche Wasserburganlage wurde später in ein Schloss umgebaut. Das Rittergut befand sich zeitweise im Besitz des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824). Dieser reiste zwischen 1803 und 1808 auf mehreren diplomatischen Missionen nach Dänemark, Berlin, Königsberg (Kaliningrad), Dresden und Paris. Als Freund des Herzogs Ernst (1745-1804) besaß er großen Einfluss bei Hofe. Verdient gemacht hat er sich durch die Gründung der Kammerleihbank, die Förderung des Straßenbaus, den Bau des Altenburger Krankenhauses und die allgemeine Landvermessung im Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg.

Östlich des Nöbdenitzer Schlosses besaß Thümmel einen Lustgarten. Von hier aus wurde der Blick entlang eines geradlinigen Weges in die Ferne bis zu einem Gartenhaus geführt. Ein Fußweg entlang des Nordufers des großen Teichs lud zum Flanieren ein. Freunde der Familie von Thümmel, wie die Herzogin von Kurland (http://www.facebook.com/burgposterstein?v=app_2344061033#!/event.php?eid=166366573376663&index=1) aus dem nahen Löbichau, kamen gern nach Nöbdenitz, um auf dem Teich zu segeln und den Blick auf das alte und das neue Schloss zu genießen.

Vor seinem Tod bestimmte Hans Willhelm von Thümmel, dass er an einem ungewöhnlichen Ort bestattet werden sollte – unter der Nöbdenitzer Eiche. Er kaufte der örtlichen Pfarrgemeinde den Baum ab und ließ sich in seinen Wurzeln eine Grabstätte errichten. Diese untersuchte 1959 der Postersteiner Lehrer und Heimatforscher Ernst Bräunlich. Er dokumentierte, dass es im Hohlraum des Baumes einen kleinen Andachtsraum mit Sitzbank gab, um dem Toten zu gedenken. Der Leichnam liegt in einem Sarg, parallel zur Straße. Heute kann man die tausendjährige Eiche nur von außen besichtigen. Eine Gedenktafel erzählt ihre Geschichte.

Im Zuge der Bodenreform wurde das Rittergut Nöbdenitz 1945 enteignet und das neue Schloss sowie große Teile des Wirtschaftshofes abgerissen. Ein Mausoleum von 1782, das Thümmelsche Erbbegräbnis, wurde Ende der 1960er Jahren entfernt. Das aus dem Jahr 1692 stammende Herrenhaus blieb erhalten und ist heute Sitz der kommunalen Verwaltung.

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Das alte Schloss sehn wir noch heut…
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Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
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Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

 

Was macht eine Sphinx im Altenburger Land?

Die Sphinx von Prößdorf / the sphinx of Proessdorf (c) Museum Burg Posterstein
Die Sphinx von Prößdorf / the sphinx of Proessdorf (c) Museum Burg Posterstein

Im 15. Jahrhundert wird erstmals ein Rittersitz in Prößdorf urkundlich erwähnt. Die Glanzzeit von Prößdorf begann 1818, als Carl Heinrich von Tettenborn das Gut kaufte. Dieser soll ein großer Verehrer der schönen Künste wie Architektur, Plastik und Malerei gewesen sein. Seinem Geschmack entsprechend schmückte er neben den Gebäuden auch den Park. Tettenborn ließ für die Ausgestaltung die ursprüngliche Park-Anlage vergrößern und umwandeln. Nun durchzogen schattige Laubengänge den Lust-Garten. Ein antiker Pavillon lud zum Verweilen ein. Grotten, zahlreiche Statuen wie Löwen und eine Sphinx sowie Springbrunnen zierten das Gelände. Exotische Gewächse aller Art blühten in Rabatten und Kübeln.

Das aus der Mitte des 18.Jahrhunderts stammende Schloss Prößdorf wurde nach 1969 zum Wohnhaus umgebaut. Die Wirtschaftsgebäude, im Wesentlichen aus dem 19. Jahrhundert stammend, wurden 1906/07 erweitert. Im Zuge der Bodenreform enteignete man die Rittergutsbesitzer. In der Folge verfielen die Wirtschaftsgebäude und wurden nach und nach abgebrochen, zuletzt 1998. Durch den Einbau von Wohnungen im Zeitraum von 1969 bis 1973 wurde das Schloss stark überformt. Reste der eindrucksvollen Toranlage sind jedoch erhalten geblieben.

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Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
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Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Der Sitz der Musen in Romschütz

(c) Museum Burg Posterstein: Romschütz
(c) Museum Burg Posterstein: Romschütz

Johann Friedrich I. Bachoff von Echt, seit 1700 Eigentümer des Ritterguts Romschütz, ließ dort 1712 einen barocken Lustgarten anlegen. Bewunderer beschreiben ihn als einen „Mann von seltener Volltrefflichkeit des Geistes und des Herzens“. So führte bald darauf eine Allee vom Schloss zum so genannten „Parnass“-Berg. Gäste konnten so ihren Blick vom reich geschmückten Rokokosaal aus, über den Garten mit Wasserbecken, bis zur Spitze des Berges richten. Diese Erhöhung in Romschütz erhielt ihren Namen nach dem zweithöchsten Berg Griechenlands. Der über 2000 Meter hohe Parnass gilt in der griechischen Mythologie als Sitz des Gottes Apoll und der Musen, ein Ort, an dem Natur, Kultur und Mythos zusammenspielen. Auf der Anhöhe dieses Berges befand sich Mitte des 18. Jahrhunderts ein Lusthäuschen im chinesischen Stil.

Das Rittergut Romschütz, ehemals eine mittelalterliche Wasserburganlage, wurde im 13. Jahrhundert erstmalig erwähnt. Das Herrenhaus stammte aus dem Jahr 1712. Die ehemalige Wasserburganlage steht seit 1960 unter Bodendenkmalschutz. 1972 brach man das Schloss ab und ebnete den (Waal)-Teich mit den Schuttmassen ein. Die Wirtschaftsgebäude blieben erhalten.

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Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wo steht ein „halbes Schloss“?

(c) Museum Burg Posterstein, Schloss Langenleuba-Niederhain
(c) Museum Burg Posterstein, Schloss Langenleuba-Niederhain

Das Rittergut Langenleuba-Niederhain ist eine ehemalige mittelalterliche Wasserburganlage, die zwischen 1707 und 1711 zu einem Schloss umgebaut wurde. 1838 riss man einen Flügel des Schlosses ab – daher rührt der Beiname „Halbes Schloss“. Noch 1805 war das halbe Schloss von Wasser umgeben und den davor gelegenen Wirtschaftshof konnte man nur über eine Brücke erreichen. 1946 wurden die Besitzer im Zuge der Bodenreform enteignet. Auf den Gutsflächen entstanden elf Neubauernstellen. Im Schloss selbst fand u. a. Schulunterricht statt. Seit ca. 1980 verfällt das leer stehende Schlossgebäude, während die Wirtschaftsgebäude, einschließlich des ehemaligen Ritterguts-Gasthofes, erhalten geblieben sind.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein