5 Wochen #Schlössersafari: Zwischenbilanz zur digitalen Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit

#Schlössersafari virtuell, weltweit: Schloss Wildeck fotografiert von Patrick Weidenmüller
Patrick Weidenmüller aka @Vogtland_Prinz (Instagram) war schon bei der ersten, analogen Ausstellung #Schlössersafari dabei.

Derzeit zeigen wir auf der Website des Museums die rein digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit. Zu sehen sind Fotos und persönliche Geschichten von Schloss- und Burgenbesuchen in Deutschland und weltweit. Mitmachen kann jeder. Nach fünf Wochen Ausstellungsdauer ziehen wir hier im Blog eine Zwischenbilanz. Alle Statistiken stammen vom 30. April 2020. Es wurde während des gesamten Ausstellungszeitraums keine Online-Werbung geschaltet.

#Schlössersafari virtuell, weltweit: Die digitale Ausstellung

Die digitale Ausstellung läuft als separate, anders gestaltete Unterseite auf der Website des Museums. Man erreicht sie über einen Button direkt auf der Startseite und aus dem Kalender der Museumsseite, über einen Button in der Sidebar des Museumsblogs und über Links aus den Social Media-Auftritten des Museums.

Die virtuelle Ausstellungseröffnung fand am 29. März 2020, 10 Uhr, per YouTube-Video, mit Sekt und Kaffee am heimischen Computer und wunderschöner, spontaner musikalischer Begleitung per Twitter-Video statt.

Michael Bauer machte es sich beispielsweise in Viernheim an seinem Rechner mit einer Weinschorle bequem. Auf Instagram teilte der Kulturblogger ein Bild von seinem Platz vor dem Rechner.

Auf Twitter schrieb er: “Hach, wie aufregend. Um 10:00 ist Vernissage auf @BurgPosterstein. “Die Digitale Ausstellung #schlössersafari geht virtuell, weltweit online” instagram.com/p/B-Sobj9gOk8/… Ich liebe Vernissagen, an denen ich beteiligt bin! :)”

Genau wie 17 andere Blogger, Instagramer und Twitterer hat er eigene Fotos von Schlössern und Burgen vor Beginn der Ausstellung eingereicht. Per Twitter steuerte Susanne Schneider, die sonst im klassischen Ensemble Leggieramente und im MDR-Sinfonieorchester spielt, spontan die stilechte musikalische Umrahmung für die Eröffnung bei.

Den ganzen Tag über liefen im Museum die Social Media-Kanäle heiß: Twitter vermeldete knapp 9000 Impressionen (etwa dreimal so viel wie normal), auch auf Instagram verdreifachten sich die Interaktionen und auf Facebook erreichte das Eröffnungs-Video rund 500 Leute.

Nach fast fünf Wochen digitaler Ausstellung gingen inzwischen insgesamt 45 Fotos von Schlössern, Burgen und Ruinen aus sechs europäischen Ländern per Mail ein. In kurzen Geschichten erzählen die Fotografen von ihren Ausflügen.

Ganz persönliche Schlössersafaris

Gerade diese persönlichen Erzählungen bilden den Kern der Ausstellung: Man lernt beispielsweise die “Burgdame” Eva aus Paderborn kennen, die das verfallene, schlesische Schloss Kopice vorstellt, das sie an ihre Kindheit erinnert. Der Wahl-Crimmitschauer “Langt Skegg” berichtet von einer Odyssee in der Sommerhitze hin zu der tschechischen Burgruine Nový Hrádek, die das Navi nicht kannte. Und Thomas und Katrin, beide auf Instagram aktiv, schreiben: “Die erste Schlössersafari auf Burg Posterstein, bei der wir live vor Ort waren, inspiriert uns immer wieder neue Burgen und Schlösser kennenzulernen.”

#Schlössersafari virtuell, weltweit
Burg Posterstein
Foto: @thtischi & @_.__kathrin__._
Burg Posterstein fotografiert von @thtischi & @_.__kathrin__._

Die #Schlössersafari birgt das Potential, Wissen zu vermitteln, sowie Kontakte zwischen Hobbyfotografen, Schlösser- und Burgen-Fans, Bloggern, Museen, Touristikern und Besuchern aufzubauen. Viele Schlössersafari-Aktive begleiten uns digital schon seit Beginn der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” im Frühjahr 2019.

Jeden Sonntag rücken drei neue Bilder als “Schlösser der Woche” an den Anfang der Seite. Diese sind keine Wertung, sondern markieren lediglich den Start einer neuen #Schlössersafari-Woche. Denn mitmachen darf bei der Ausstellung grundsätzlich jeder.

Schlössersafari: Schlösser der Woche 4 mit Schloss Eutin von @karinalwe, Schloss Kopice von @burgdame und Burg Posterstein von @hbyfgf.sascha.wiedemann
Die Schlösser der Woche 4 mit Schloss Eutin von @karinalwe, Schloss Kopice von @burgdame und Burg Posterstein von @hbyfgf.sascha.wiedemann

Website und Blog des Museums konnten im April 2020 rund 55.700 Besuche (+4% zum Vormonat) verzeichnen. Davon waren die Ausstellungsseite der Schlössersafari, die Haupt-Seite der digitalen Ausstellung “Landschaft nach der Wismut” und der “Kinderburg”-Blog (in dieser Reihenfolge) unter den am häufigsten besuchten Seiten.

Die #Schlössersafari auf Instagram

Der Hashtag #Schlössersafari, der Anfang 2019 zur analogen Ausstellung bei 0 startete, hat sich inzwischen fest etabliert. Im Augenblick verzeichnet der Hashtag knapp 5.900 geteilte Fotos von Schlössern und Burgen (+500 seit Beginn der Ausstellung). Eine Stärke des Hashtags ist, dass man über dieses Schlagwort wirklich fast ausschließlich Schlösser und Burgen findet – der Nutzer bekommt, was er sucht. Als Museum liken und/oder kommentieren wir die hier geteilten Fotos. Darüber hinaus stellen wir täglich ein Foto aus der digitalen Ausstellung in unserer Instagram-Story vor (nachträglich einsehbar über ein Lesezeichen im Instagram-Profil). Diese für 24 Stunden angezeigten “Geschichten” haben im Schnitt eine Reichweite zwischen 400 und 500 Impressionen. Dem Account des Museums folgen derzeit 9760 Menschen.

#Schlössersafari virtuell, weltweit: Burg Posterstein im Raps
Beliebt auf Instagram: Posterstein Ende April

Die #Schlössersafari auf Twitter

Im April erreichten die Tweets des Museums 158.000 Impressionen* (+60% zu vorher), das sind 5800 Impressionen am Tag. (*Impressionen meinen die Male, die ein Tweet für andere Nutzer angezeigt wird.)

Das Museum stellt auf Twitter täglich Schlösser und Burgen mit Foto vor – das sind Fotos zusätzlich zur digitalen Ausstellung. Darüber hinaus werden alle neu in die Ausstellung aufgenommenen Fotos ebenfalls auf Twitter geteilt.

Die Schlössersafari-Tweets erfreuen sich mit durchschnittlich zwischen 500 und 2500 Impressionen großer Beliebtheit und es findet ein reger Austausch zu den Schlössern statt.

Ein typischer Tweet, der die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit begleitet
Ein typischer Tweet, der die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit begleitet

Die #Schlössersafari auf Facebook

Auf Facebook haben wir im Ausstellungszeitraum vor allem die digitale Ausstellung verlinkt und nur vereinzelt Schlösser vorgestellt. Die Beiträge auf Facebook verzeichneten im April 37% mehr Reichweite als sonst. Der Austausch zur #Schlössersafari blieb hier jedoch überschaubar. Auf Facebook standen auch vermehrt unsere anderen digitalen Projekte, allen voran das digitale Kinderprogramm zu Ostern und die digitale Ausstellung “Landschaft nach der Wismut” im Mittelpunkt.  

Die #Schlössersafari auf Pinterest

Pinterest unterscheidet sich von den anderen Netzwerken dahingehend, dass hier nicht das Miteinander und der Austausch im Vordergrund stehen. Vielmehr ist Pinterest für viele Nutzer eine Art Bilder-Suchmaschine für Blogposts und Webseiten. Über Pinterest kommen daher immer mehr Besucher auf Website und Blog des Museums. Mit der digitalen Ausstellung wollen wir nun erstmals ein Gruppenboard anlegen und die Schlössersafari auch ein Stück weit auf Pinterest bringen.

Die Pinterest-Pinnwall zur Ausstellung ist derzeit im Aufbau: https://www.pinterest.de/burgposterstein/schl%C3%B6ssersafari-virtuell-weltweit/

Sie ist als Gruppen-Board angelegt, sodass auch hier die Möglichkeit besteht, sich zu vernetzen und eigene Fotos und Blogposts zu Schlössern und Burgen zu verlinken.  

Das neue Pinterest-Board zur #Schlössersafari ist zum Mitmachen angelegt
Das neue Pinterest-Board zur #Schlössersafari ist zum Mitmachen angelegt

Der schwierige Sprung von den Social Media-Accounts zur Website

Einen ersten kleinen Zwischenstand wagten wir nach vier Wochen am 24. April 2020 in einem Live-Gespräch auf Instagram zwischen Kuratorin Marlene Hofmann und Museumspodcasterin Katja Eidam. Eine wichtige Erkenntnis dabei war, dass der Sprung vom Social Media-Kanal zur Ausstellung auf der Website des Museums gar nicht so einfach ist wie gedacht. Die Info, dass es eine Ausstellungs-Website gibt, ist nicht überall angekommen. Auch wenn sie angekommen ist, bleibt es eine Hürde, aus dem Social Media-Kanal dorthin zu wechseln. Da scrollt man abends durch die Instagram-Timeline und registriert zwar erfreut die schönen Schlösserbilder, aber die wenigstens klicken dann auch auf den Link im Nutzerprofil, der zur Ausstellung führt.

Daraus folgt die Erkenntnis, dass die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit zu großen Teilen auch auf Instagram und Twitter stattfindet (der Austausch über Facebook, YouTube und Pinterest ist in diesem Fall zu vernachlässigen).

Als Besonderheiten der digitalen Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit kann man deshalb schon jetzt festhalten:

Instagram ist nicht mehr wie 2019 das Zentrum der #Schlössersafari.

Die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit findet gerade genauso bzw. noch interaktiver auf Twitter statt. Die digitale Ausstellung bindet vermehrt auch Blogger ein, die nicht Instagram als Haupt-Kanal nutzen. Darüber hinaus sind auch Fotografen, die gar kein Instagram nutzen, aktiv geworden. Auch über die E-Mails zwischen Museum und Teilnehmern an der Ausstellung findet ein wertvoller, aber nach außen hin unsichtbarer Austausch statt.

Eine Schwierigkeit der digitalen Ausstellung liegt darin, die verschiedenen Social Media-Kanäle zu vernetzen und von dort auf die Ausstellungsseite zu leiten. Obwohl es immer wieder hervorgehoben und kommuniziert wird, war vielen (gerade auf Instagram, wo man keine Verlinkungen setzen kann!) gar nicht klar, dass es eine Ausstellungs-Website gibt und dass die Ausstellung nicht nur aus der Kommunikation im jeweiligen sozialen Netzwerk besteht. Die Follower auf den verschiedenen Kanälen unterscheiden sich und ein Austausch über die Kanäle hinweg bleibt die Ausnahme.

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Jeder kann mitmachen

Die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit wird uns auch in den kommenden Wochen, wenn das Museum schrittweise wieder öffnet, begleiten. Wer mit seinen Fotos und Geschichten auch auf der Ausstellungsseite präsent sein möchte, sollte nicht nur den Hashtag #Schlössersafari verwenden, sondern dem Museum darüber hinaus ein Foto per Mail an schloessersafari@burg-posterstein.de zusenden und in einem kurzen Text umreißen, warum man gerne fotografiert, wie man seine Ausflüge plant und warum man seine Bilder im Internet teilt. Alle sind herzlich zum Mitmachen eingeladen!

Hier geht es zur Ausstellung: https://www.burg-posterstein.de/schloessersafari/ und hoffentlich sieht man sich auch bald wieder direkt vor Ort in der über 800 Jahre alten Burg Posterstein.

Von Marlene Hofmann / Burg Posterstein

Frag Thümmel! – Wir beantworten Fragen zur Ausstellung am #AskACurator-Tag

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Über 1300 Museen aus 53 Ländern stellen sich morgen zum “Ask A Curator-Day” (Frag einen Kurator-Tag) den Fragen interessierter Menschen aus aller Welt. Das Museum Burg Posterstein nimmt schon zum vierten Mal teil. Die Kuratoren der aktuellen Sonderausstellung “Im Dienste der Ernestiner: Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister” stehen auf allen sozialen Kanälen des Museums – auf Twitter, Facebook und Instagram – und natürlich auch hier im Blog für Fragen bereit.

Warum eine Ausstellung über … Thümmel?

Alles darf gefragt werden, auch Fragen wie: Warum widmet das Museum Burg Posterstein gerade den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Thümmel eine Ausstellung? Wer entscheidet, wie die Ausstellung aufgebaut sein wird? Wer schreibt die Ausstellungstexte? Welche Ausstellungsstücke kannten die Museumsmitarbeiter vor Eröffnung der Ausstellung selber noch nicht? Und welches kam erst nach der Eröffnung noch dazu? Wie viele Besucher waren schon da und wie viele “Verwandte” des Ministers Thümmel besuchten schon die Postersteiner Sonderausstellung?

Wen die Antworten jetzt schon interessieren, den wollen wir nicht warten lassen:

Warum widmet das Museum Burg Posterstein gerade den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Thümmel eine Ausstellung?

Die Thüringer Landesausstellung “Die Ernestiner – Eine Dynastie prägt Europa” in Gotha und Weimar widmete sich den Ernestiner Herzögen. Das Museum Burg Posterstein liegt in Ostthüringen im Landkreis Altenburger Land und auch Altenburg war Residenz der Ernestiner Herzöge. Im Postersteiner Nachbarort Nöbdenitz besaß der Sachsen-Gotha-Atenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) ein Rittergut und wählte die 1000-jährige Eiche im Ort zu seiner Grabstätte. Von Nöbdenitz hatte er es nicht weit an den Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821) in Löbichau, ein Forschungsschwerpunkt des Museums Burg Posterstein.

Wer entscheidet, wie die Ausstellung aufgebaut sein wird? Wer schreibt die Ausstellungstexte?

Im Fall der Thümmel-Ausstellung gab es ein Kuratorenteam, das den Aufbau der Ausstellung gemeinsam geplant hat. Der Vorteil eines kleinen Museums ist aber, dass alle gleichwertig ihre Meinung einbringen dürfen und dass auch spontane Änderungen und Umbauten noch möglich sind. Die Texte schreiben wir ebenfalls im Team.

Kam erst nach der Ausstellungseröffnung in eine Vitrine: Der Grundstein des Thümmelschen Palais in Altenburg.
Kam erst nach der Ausstellungseröffnung in eine Vitrine: Der Grundstein des Thümmelschen Palais in Altenburg.

Welche Ausstellungsstücke kannten die Museumsmitarbeiter vor Eröffnung der Ausstellung selber noch nicht? Und welches kam erst nach der Eröffnung noch dazu?
Hans Wilhelm von Thümmel wird bereits in der Dauerausstellung des Museums Burg Posterstein als herausragende Persönlichkeit der Region gewürdigt. Als wir begannen, uns noch intensiver als dem langjährigen Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister zu beschäftigten, tauchten auch noch uns bisher noch nicht bekannte Quellen und Bilder auf. Im Staatsarchiv Gotha schlummerte beispielsweise noch das Pariser Tagebuch Thümmels, das im Buch zur Ausstellung ausgewertet wird. In einer Privatsammlung gab es wunderschöne von Thümmel in Auftrag gegebene Nöbdenitz-Ansichten von Adrian Zingg, die Thümmels “Einsiedeley” in seinem englischen Garten und seine Grabeiche zeigen – letzteres der Herzogin von Kurland gewidmet. Als die Ausstellung schon eröffnet war, brachte uns der heutige Besitzer des Thümmelschen Palais in Altenburg einen Grundstein von 1789, den er bei der Restaurierung gefunden hatte. Auch der Grundstein ist nun in der Ausstellung zu sehen.

Wie viele Besucher waren schon da und wie viele “Verwandte” des Ministers Thümmel besuchten schon die Postersteiner Sonderausstellung?
Die Sonderausstellung sahen bisher rund 4000 Besucher aus ganz Deutschland. Sie läuft länger als die Thüringer Landesausstellung und ihre anderen Begleitausstellungen, nämlich noch bis 31. Oktober 2016. Bisher stellten sich an der Museumskasse schon vier Besucher als Verwandte oder Nachfahren Thümmels vor. Die Ausstellung als Anlass für ein Familientreffen?

Alle weiteren Fragen beantworten wir live!

Zwitschern, nicht nur weil der Frühling kommt: Potentiale der #MuseumWeek auf Twitter für Museen

LogoMW_PostersteinIm Museum Burg Posterstein summten in der vergangenen Woche die Smartphones ununterbrochen. Auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken fand von Ostermontag bis 3. April die internationale Museumswoche, #MuseumWeek genannt, statt. Organisiert wird das Social-Media-Großevent unter der Regie des französischen Kulturministeriums und namhafter französischer Museen, Bibliotheken und Archive. Für Museen, Bibliotheken und Archive bieten solche Aktionen Chancen, national und international stärker wahrgenommen zu werden und gleichzeitig zu erfahren, was andere machen, welche Sammlungen es gibt und welche engagierten Mitarbeiter dahinterstehen..

Nicht nur die großen Häuser, die in den sozialen Netzwerken hunderttausende von “Verfolgern” und im realen Leben Millionen von Besuchern haben, standen im Mittelpunkt der #MuseumWeek. Je nach Engagement schafften es auch kleine und mittlere Museen an die Spitze der automatisch generierten “Top Museum”-Liste auf der Website der MuseumWeek – während manche große deutsche Museen wiederum völlig unsichtbar blieben.

Auf internationaler Ebene dominierte zwar zunächst das British Museum mit seinen über 720.000 Twitter-Followers. Im Laufe der Woche wurde der Museumsdinosauerier jedoch von den italienischen Museen Massaciuccoli Romana und Museo Corona Arrubia überholt. Interessant ist das, weil die Museen, die auf dieser Liste, die auch nach Ländern sortiert werden kann, weit oben standen, durch diesen Listenplatz auf der Website der MuseumWeek besonders intensiv wahrgenommen wurden.

Draußen zwitscherte es, drinnen summten die Smartphones: Burg Posterstein bei der #MuseumWeek
Draußen zwitscherte es, drinnen summten die Smartphones: Burg Posterstein bei der #MuseumWeek

Jeder der sieben Tage stand unter einem bestimmten Motto, unter dem die Museen Blicke hinter die Kulissen und kleine Fakten über die von ihnen gehüteten kulturellen Schätze teilen konnten. Insgesamt wurden auf Twitter knapp 150.000 Kurznachrichten mit kleinen Infos, Bildern, Links und Videos zu den mehr als rund 3500 weltweit teilnehmenden Museen abgeschickt, die wiederum über 500.000 mal geteilt wurden. Folgt man den einschlägigen Hashtags (Schlagwörtern) kommt man mit dem Lesen gar nicht nach. Auch im Foto-Netzwerk Instagram, das die Burg Posterstein seit kurzem ebenfalls nutzt, und auf Facebook traf man häufiger die Schlagwörter der Museumswoche an.

Mittendrin die Burg Posterstein, die sich mit knapp 1800 Abonnenten auf Twitter bereits einen Namen gemacht hat. Zur Museumswoche veröffentlichte das Museum täglich einen thematisch passenden Blogpost, mal auf Deutsch und mal auf Englisch, in denen es um das Museum, die Sammlungen, die Burg und die Region geht.

So sah es am Tag 3 der MuseumWeek aus bei den 110 teilnehmenden deutschen Museen (von etwa 6000 deutschen Museen insgesamt!), bevor das Archäologische Museum Hamburg und das Ägyptische Museum in München dann mit vielen Tweets und Retweets an uns vorbeizogen
So sah es am Tag 3 der MuseumWeek aus bei den 110 teilnehmenden deutschen Museen, bevor das Archäologische Museum Hamburg und das Ägyptische Museum in München dann mit vielen Tweets und Retweets an Burg Posterstein vorbeizogen.

 

Damit war das Museum Burg Posterstein zur #MuseumWeek eines der fünf aktivsten in ganz Deutschland. Insgesamt nahmen rund 110 deutsche Museen (von etwa 6000!) an der Museumswoche teil. Die Burg Posterstein bewegte sich dabei beispielsweise auf Augenhöhe mit dem Archäologischen Museum in Hamburg, dem Stadtmuseum Berlin, dem Ägyptischen Museum in München und der Kunsthalle Karlsruhe, die zu den innovativsten deutschen Museen auf Twitter zählen. Man “kennt” sich inzwischen und unterhält sich regelmäßig.

Aber die Museumswoche bot für die Museen auch eine Chance, auf der internationalen Bühne auf sich aufmerksam zu machen. Die Mitarbeiter des Museums Burg Posterstein hielten nicht nur mit den deutschen Kollegen Kontakt, sondern unterhielten sich beispielsweise mit einem finnischen Museum über Altenburger Rittergüter, kamen mit einem italienischen Haus über historische Karten ins Gespräch und erhielten Zuspruch von deutschen, tasmanischen, italienischen und französischen Kulturinteressierten und jede Menge neue Followers.

Neben dem Museum Burg Posterstein waren aus Thüringen das Lindenau-Museum Altenburg und das Elektromuseum Erfurt bei der Museumswoche aktiv. Auf diese Art wurde in der vergangenen Woche ein kleines bisschen Thüringen in die Welt hinaus gezwitschert.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Zwitschern auf allen Kanälen? – Museum im Netz am Beispiel Burg Posterstein

Man „postet“, „tweetet“ und „bloggt“ – inzwischen sind auch viele Museen im Internet angekommen und machen auf ihren Websites, Blogs und Profilen auf Facebook und Twitter auf sich aufmerksam. – Wie zum Beispiel das Museum Burg Posterstein, gelegen im Altenburger Land.

Dieser Text erschien in den “Thüringer Museumsheften” 1/2013, zu beziehen über den Thüringer Museumsverband.

Museum Burg Posterstein - aktiv im Netz
Das Museum Burg Posterstein ist aktiv im Netz unterwegs

In den Mauern der rund 800 Jahre alten Bergspornburg Posterstein befindet sich seit 1952 das Regionalmuseum des Altenburger Landes. Es zeigt Ausstellungen zur Burggeschichte und zur regionalen Geschichte, sowie eine große Schau zum benachbarten Musenhof Löbichau der Herzogin Anna Dorothea von Kurland, einem der bekanntesten gesellschaftlichen und politischen Salons um 1800. Die Museumsleitung scheut nicht die Mischung von Historie und Moderne: Bereits seit 2000 verfügt das Museum über eine Website, in den vergangenen Jahren kamen Profile auf Facebook und Twitter (seit 2010) und ein eigener Blog (seit Anfang 2011) dazu. Um kurze Videos online teilen und einbinden zu können, besitzt die Burg Posterstein einen Kanal auf Vimeo, einem werbefreien Konkurrenten von YouTube. Darüber hinaus ist das Museum auf Plattformen wie Webmuseen, Visitatio und ähnlichem – Seiten, die museale Angebote bündeln – mit eigenen Unterseiten vertreten.

Facebook und Twitter

Museum Burg Posterstein
Web-Logo von Museum Burg Posterstein

Auf Facebook und Twitter kann man Veranstaltungen bewerben und auf lockere Art auf das Museum neugierig machen. Ein Beispiel aus Posterstein: Zusammen mit einem Foto des Hochrades aus der Sammlung des Museums, postete man die Bildunterschrift „Für den Ronneburger Heimatverein haben wir heute unser Hochrad aus dem Depot geholt. Möglicherweise handelt es sich um das Rad, mit dem der Ronneburger Druckereibesitzer Hugo Barthol vor 100 Jahren bis zum Vesuv geradelt ist. Der Heimatverein recherchiert.“). Ansprechend sind schöne Bilder, Videos und ein Stil, der nicht nach Werbung klingt. Wichtig ist vor allem die Interaktion mit dem Publikum. Das Webpublikum erwartet, dass Anfragen auf Facebook und Twitter schnell beantwortet werden (Beispiel Posterstein: Vor dem Mittelalterspektakel fragen Facebook-Fans, ob „Gewandete“ Eintrittsermäßigung bekommen und erhalten nur wenig später Antwort vom Museum). Da auf Facebook und Twitter auch andere Museen und Kultureinrichtungen vertreten sind, bieten die sozialen Netzwerke gute Möglichkeiten, sich durch „Likes“ und Kommentare gegenseitig zu bewerben und untereinander in Kontakt zu bleiben (Beispiel Posterstein: Seit der Sonderausstellung „Die Zittauer Fastentücher“ bleibt das Museum mit dem Verein Zittauer Fastentücher auch via Facebook in Kontakt). Nicht zuletzt können Museen den virtuellen Freundeskreis ganz unkonventionell für sich nutzen und beispielsweise neue Mitarbeiter und Ehrenamtliche suchen oder nach einem Kostüm für die Vorbereitung der neuen Sonderausstellung fahnden, wie neulich in Posterstein geschehen.

Ein eigener Blog

Ein eigener Blog bietet sich an, wenn man über die Homepage hinaus auf lockerere Art, tiefer gehende Informationen veröffentlichen möchte. Das so genannte „Web log“ eröffnet die Möglichkeit, zu kommentieren und zu publizieren, ohne dass es gleich eine offizielle Museumspublikation werden muss. Das Museum Burg Posterstein nutzt seinen Blog „Geschichte und Geschichten“ dazu, in längeren, aber leserfreundlichen Artikeln auf interessante Forschungsergebnisse und unveröffentlichte Details aus der regionalen Geschichte hinzuweisen – zum Beispiel mit Auszügen aus der Geschichte der ehemaligen Rittergüter des Altenburger Landes.

Werben auf allen Kanälen?

Eine eigene Website mit übersichtlichen und präzisen Informationen für Besucher zu haben, ist für Museen inzwischen unerlässlich. Aber muss man wirklich auf jeder neuen Welle mitschwimmen? Die Antwort lautet Jain. Jedes Museum sollte sorgfältig abwägen, welche Angebote es über die Website hinaus nutzen möchte. Ein verwaister Twitter-Account und ein Facebook-Profil ohne Fans schaden mehr als gar nicht präsent zu sein. Nutzen sie einen entsprechenden Dienst aber konstant und zuverlässig, können Museen davon profitieren und neue, oft jüngere Zielgruppen erschließen.

Burg Posterstein im Internet:

Website: www.burg-posterstein.de

Blog: burgposterstein.wordpress.com

Facebook: www.facebook.com/burgposterstein

Twitter: twitter.com/BurgPosterstein

Vimeo: vimeo.com/burgposterstein

Was man über Facebook, Twitter und Blogs hinaus noch tun kann (kleine Auswahl):

Videos und Fotos teilen: YouTube (ähnlich Vimeo), Flickr

Weitere soziale Netzwerke nutzen: StudiVZ, Google Plus, etc.

Museum online begehbar machen: Google Art Projekt (für die großen Museen –eine Art Google Street View für Museen)

Museum auf Google Earth mit einem 3D-Modell verzeichnen

(Text von Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein)