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Schlagwort-Archive: Rudolf Ditzen

Sonst nichts Neues? – Resümee zur Sonderschau

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 4. Januar 2026 von Museum Burg Posterstein4. Januar 2026

Die Kabinettausstellung „‚Sonst nicht Neues‘ – Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg“ war vom 31. August bis 16. November 2025 im Museum Burg Posterstein zu sehen. Über 4200 Besucher besuchten die Sonderschau. Die gleichnamige Wanderausstellung der Hans-Fallada Gesellschaft und des Literaturzentrums Neubrandenburg thematisierte die vollständig erhaltenen Feldpostbriefe von Ulrich Ditzen (1896–1918), dem jüngeren Bruder des berühmten Schriftstellers Hans Fallada. Darüber hinaus zeigte das Museum Burg Posterstein über zweihundert Feldpostkarten von Soldaten aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg. Diese wurden dem Museum von über 30 privaten Leihgebern zur Verfügung gestellt. Als Begleitprogramm fanden ein Vortrag mit Musik und zwei Workshops statt.

Blick in die Sonderschau mit einem großen Tisch mit Postkarten unter Glas, mit Vitrinen mit Exponaten, mit einem Bildschirm und mit Textbannern
Blickfang der Sonderschau waren die thematisch geordneten Feldpostkarten unter Glas auf einem großen Tisch.

Die Feldpost Ulrich Ditzens

Die Wanderausstellung „Sonst nichts Neues“ der Hans-Fallada Gesellschaft und des Literarturzentrums Neubrandenburg basiert auf Briefen, die Hans Falladas jüngerer Bruder Ulrich Ditzen aus dem Ersten Weltkrieg geschrieben hatte. Thematisch verknüpfte sie die Feldpost von der Front mit dem Leben in der Heimat.

Schwarz-Weiß-Foto von Ulrich Ditzen als junger Soldat
Ulrich Ditzen meldete sich mit 17 freiwillig für den Dienst im Ersten Weltkrieg.

„Vielen Dank für die Hosenträger, fürs Erste trage ich noch die alten. Schon der Preis lässt mich die Benutzung noch möglichst lange herausschieben. Sonst nichts Neues. Tausend Grüße Euer alter Uli“.

Ulrich Ditzens letzte Briefzeilen

Das waren die letzten Briefzeilen des 21-jährigen Ulrich Ditzen, Leutnant der Reserve im 7. Königlich Sächsischen Feldartillerie-Regiment 77. Er war vier Jahre lang als Soldat im Ersten Weltkrieg. Wenige Wochen vor Kriegsende, am 12. August 1918, starb er an der Westfront.

Im Vordergrund ein Tisch mit Sesseln, im Hintergrund 11 Textbanner an der Wand
Die Wanderausstellung „Sonst nichts Neues“ bereitet Ulrich Ditzens Feldpost in 14 thematisch unterschiedlichen Ausstellungsbannern auf.

Die geschlossen erhaltene Sammlung der Feldpostbriefe Ulrich Ditzens ist Dokument und Quelle einer Generation, die von der Schulbank an die Front zog. Zwischen Gefechtslärm und Kriegsalltag bilden die Briefe einen Lebenslauf ab, dessen Fragmente den anonymen Gesamtdarstellungen und Schlachtverläufen die unmittelbare Wahrnehmung eines jungen Menschen als Soldat gegenüberstellen: Wünsche und Träume, Ängste und Hoffnungen, Ehrgeiz und Ekel, Sinnfragen an das eigene Leben und die Sehnsucht, endlich wieder nach Hause zu kommen.

Blick durch tiefhängende Apfeläste auf Garten und Wohnhaus Hans Falladas
Hans Falladas Wohnhaus und Garten in Carwitz.

Ausgangspunkt der Wanderausstellung, die auf der Grundlage von über 500 Feldpostsendungen und fast 300 Fotografien die kurze Biografie Ulrich Ditzens rekonstruiert und illustriert, war Hans Falladas Lebens- und Schreibort mit dem heutigen Hans-Fallada-Museum und -Archiv in Carwitz.

Vortrag mit Musik zur Eröffnung

Christian Winterstein, Vorsitzender der Hans-Fallada-Gesellschaft und Kurator der Wanderausstellung, hielt zur Eröffnung der Sonderschau einen Vortrag zum Thema „Auf Spurensuche: Ulrich Ditzen, Hans Fallada und der Erste Weltkrieg“.

Eröffnungsvortrag über Ulrich Ditzens Feldpost in der Neuen Scheune Posterstein
Der Eröffnungsvortrag fand in der Neuen Scheune Posterstein statt.

Im Mittelpunkt des Vortrages stand die Feldpost Ulrich Ditzen. Seine Feldpostbriefe sind vollständig erhalten und befinden sich im Hans-Fallada-Archiv in Carwitz. Ulrich Ditzen träumte davon, Arzt zu werden. In seinen Briefen aus Frankreich spiegelt sich die Geschichte vieler anderer junger Männer: Die anfängliche Euphorie, mit der sie in den Kampf zogen, verwandelte sich in Grauen angesichts des Schreckens und Elends des Krieges.

Mit 17 Jahren meldete sich Ulrich Ditzen als Freiwilliger. Weil er noch nicht volljährig war, mussten seine Eltern seinem Eintritt in die kaiserliche Armee am 10. August 1914 zustimmen. Sein Bruder Rudolf Ditzen – später Hans Fallada, der weltberühmte Autor von „Kleiner Mann – was nun?“ – hatte sich ebenfalls freiwillig gemeldet, wurde aber nach zwei Wochen als untauglich ausgemustert.

Am Anfang herrschte auch bei Ulrich Ditzen Kriegsbegeisterung.

„Lieber Rudolf. […] Die Fahrt war wundervoll. Man macht auf diese Weise eine wundervolle Vergnügungsreise. Und es kommt einem ganz unmöglich vor, dass es in den Krieg geht, […]“

Ulrich Ditzen am 26. September 1914 an seinen Bruder.

Ulrich Ditzen kam mit seiner Einheit an die Front nach Frankreich. Über die gesamte Kriegsdauer war er vorwiegend in der Gegend um Lille in Nordfrankreich, nahe der belgischen Grenze, im Einsatz. Zwischenzeitlich, 1916, nahm er auch an der Schlacht an der Somme teil, eine der verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkriegs.

„Nichts mehr vom schönen Heldentod. Nichts mehr, nichts als Grausen und Ekel und wenn man sich daran gewöhnt, Gleichgültigkeit.“

Ulrich Ditzen 1916 in seinem Tagebuch, das er später den Eltern sandte.

Am 12. August 1918 wurde Ulrich Ditzen bei einem Granateinschlag in einem Gefechtsstand bei Carrépuis verschüttet und kam dabei ums Leben.

Der Vortrag Christian Wintersteins fand am 30. August 2025 als Auftakt der Sonderschau vor interessiertem Publikum in der Neuen Scheune Posterstein statt. Museumsmitarbeiterin Nicole Thonfeld-Hanf las jeweils die Originalzitate Ulrich Ditzens vor.

Mann mit Mikrofon und Frau neben sich, davor, Frau im Publikum von hinten
Christian Winterstein hielt zum Auftakt der Sonderschau einen Vortrag über Ulrich Ditzen. Museumsmitarbeiterin Nicole Thonfeld-Hanf trug dazu die Originalzitate vor. (Foto: Hannes Menzer)

Musikalisch umrahmt wurde die Veranstaltung von Michail Cunetchi aus Moldawien am Akkordeon. Er schaffte es, in seinen musikalischen Beiträgen auf beeindruckende Weise, die Stimmung zu Beginn und zu Ende des Krieges einzufangen.

Junger Mann spielt Akkordeon
Michail Cunetchi umrahmte den Vortrag am Akkordeon (Foto: Hannes Menzer).

Feldpost von Soldaten aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg

Anders als sein Bruder erlebte Rudolf Ditzen (alias Hans Fallada) den Kriegsbeginn als Eleve auf dem Rittergut Posterstein. Während der Rittergutsbesitzer im Krieg war, kümmerte er sich um die täglichen Geschäfte. Zweiter Schwerpunkt der Ausstellung „Sonst nichts Neues“ war daher die Feldpost von Soldaten aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg aus dem Ersten Weltkrieg.

Geöffnete Tür zur Sonderschau
Blick in die Sonderschau „Sonst nichts Neues“.

Nicht nur Hans Falladas Bruder Ulrich Ditzen verwendete die Formulierung „Sonst nichts Neues“ in seinen Briefen aus den Schützengräben in Frankreich. Auch Florus Kirmse aus Nöbdenitz schrieb so an seine Verlobte Hilma Kriebitzsch aus Heyersdorf aus dem Felde. Den Postkarten-Verkehr des jungen Paares hat Klaus Köhler aus Wettelswalde aufbewahrt und dem Museum Burg Posterstein für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung gestellt. Solche Feldpostkarten sind wichtige historische Zeugnisse. Wie viele von ihnen noch in Haushalten des Altenburger Landes schlummern, zeigte dem Museumsteam die riesige Resonanz auf den Aufruf, der Ausstellung Feldpost aus privaten Schätzen beizusteuern. So gingen schließlich über 200 Leihgaben aus privaten Sammlungen in die Sonderschau ein. Viele weitere mussten aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden.

Junge Frau in weißer Bluse und Soldat in Uniform auf einem Schwarz-Weiß-Foto
Florus Kirmse und seine Verlobte Hilma Kriebitzsch heirateten nach dem Krieg. Klaus Köhler aus Wettelswalde hat die Postkarten des Paares aufbewahrt und dem Museum für die Ausstellung zur Verfügung gestellt.

Viele Soldaten unserer Region kämpften im 8. Thüringischen Infanterie-Regiments Nr. 153, das als Teil des IV. Armee-Korps war, an der Westfront. Daher verschlug es viele Soldaten aus unserer Region, ähnlich wie Rudolf Ditzens Bruder Ulrich, nach Frankreich. Das Museumsteam hat für die Ausstellung Hunderte Postkarten gelesen und viele bewegende Einzelschicksale recherchiert und für die Ausstellung aufbereitet.

Workshop und Vortrag: Feldpost lesen

Im Zusammenhang mit der Ausstellung fand am 25. September 2025, 16 Uhr, ein Workshop statt, in dem Feldpost aus Privatbeständen gemeinsam entschlüsselt wurde.

Die Workshop-Teilnehmer entzifferten gemeinsam mit den Historikerinnen des Museums Feldpostkarten aus dem Ersten Weltkrieg. Dafür konnten auch eigene Postkarten oder Briefe aus den privaten Beständen mitgebracht werden. Zudem standen Postkarten aus anderen Sammlungen für die Teilnehmer bereit. Die Ergebnisse wurden mit Erlaubnis der Eigentümer für das Museumsarchiv der Burg Posterstein digital gesichert.

Zwei Frauen vor sitzendem Publikum in der Sonderschau auf Burg Posterstein
Christiane Nienhold (rechts) moderierte die Feldpost-Workshops auf Burg Posterstein.

Beim Workshop „Gemeinsam Feldpost lesen“ arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in kleinen Gruppen. Auch Gustav Wolf, Vorsitzender der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg (GAGO) und Mitglied im Museumsvereins Burg Posterstein, brachte sein Wissen ein.

Die Schülerin Sidney Witt von der Regelschule Nöbdenitz nahm ebenfalls teil. Sie absolvierte in dieser Woche ihr Praktikum im Museum Burg Posterstein und lernte beim Workshop die alte deutsche Schreibschrift kennen. Beim gemeinsamen Transkribieren übte sie, einzelne Wörter zu transkribieren und gewann die Erkenntnis: „Auch Historiker lesen das nicht flüssig, sondern arbeiten sich Wort für Wort vor.“ Je länger man dranbleibt, desto mehr gewöhnt man sich an die jeweilige Handschrift und kommt schneller voran.

Fünf Menschen beugen sich mit Lupen über Postkarten in der Ausstellung auf Burg Posterstein
Direkt im Ausstellungsraum entzifferten die Historikerinnen des Museums gemeinsam mit Besucherinnen und Besuchern die mitgebrachten Feldpostkarten.

Eine Workshop-Teilnehmerin hatte ein ganzes Album mit Feldpostkarten ihres Großvaters mitgebracht. Gemeinsam mit den Museumsmitarbeitern las sie mehrere Karten und gewann auch die ein oder andere Erkenntnis mit Gänsehautfaktor. Eine andere Teilnehmerin fühlte sich durch das Lesen ihren Vorfahren näher als zuvor, auch wenn die meisten Karten eher alltägliche Nachrichten enthielten.

Neben der Arbeit an den Quellen kamen die Besucher und die Museumsmitarbeiter miteinander ins Gespräch: über die historischen Hintergründe des Ersten Weltkrieges. In welchem gesellschaftlichen Rahmen entstanden die Nachrichten aus der Kaserne, aus dem Schützengraben, aus dem Lazarett oder aus der Kriegsgefangenschaft? Wie erging es den Frauen, Kindern und Alten, die in der Heimat blieben? Und was können wir noch heute aus der Geschichte mitnehmen?

In einem Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde am 2. Oktober 2025, 18 Uhr, wurden dann Auszüge aus der gelesenen Post einer breiten Öffentlichkeit vorgestellt.

Moderiert wurden die beiden Abende von Christiane Nienhold. Sie fasste die Ergebnisse anschließend für das Archiv des Museums zusammen.

Was bleibt?

Durch die Wanderausstellung ist es uns gelungen, die Persönlichkeit Hans Fallada ein weiteres Mal aus einem neuen Winkel in Posterstein zu thematisieren und den Austausch und die Kooperation mit der Hans-Fallada Gesellschaft, dem Literarturzentrums Neubrandenburg und dem Hans Fallada-Museum zu vertiefen. Wir danken sehr herzlich für die gute Zusammenarbeit! Gleichzeitig war die Ausstellung für das Museumsteam ein Anlass für die Beschäftigung mit der ganz lokalen Geschichte, die wiederum einen intensiven Austausch mit geschichtsinteressierten Menschen im Landkreis ermöglichte. Die so recherchierten persönlichen Schicksale bleiben langfristig im Museumsarchiv bewahrt.

Buch Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein steht auf einem Tisch
An Hans Falladas Zeit in Posterstein erinnert neben der Dauerausstellung auch das Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“ (Foto: Hannes Menzer).

Wir danken der Hans-Fallada-Gesellschaft e.V., dem Literaturzentrum Neubrandenburg, dem Fliegenden Salon im Altenburger Land und dem Bundesprogramm „Demokratie Leben!“ für die Unterstützung der Ausstellung.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Burg Posterstein zu Gast im Hans-Fallada-Museum Carwitz

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 1. August 2024 von Museum Burg Posterstein1. August 2024

Anlässlich der diesjährigen Hans-Fallada-Tage (19. bis 21. Juli 2024) im Hans-Fallada-Museum in Carwitz stellte Marlene Hofmann vom Museum Burg Posterstein das Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“ vor. Im Rahmen der Veranstaltung gab es eine Vielzahl Lesungen und Vorträge.

Man sieht ein dreieckiges Blumenbeet und im Hintergrund das Haus Hans Falladas
Dreiecksbeet am Wohnhaus Hans Falladas in Carwitz.

Idyllisches Schriftsteller-Haus zwischen Seen und Wäldern

Das Hans-Fallada-Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus Hans Fallada in Carwitz in Mecklenburg-Vorpommern. Hier lebte und arbeitete der bekannte Schriftsteller zwischen 1933 und 1944. Seit 1995 betreibt die Hans-Fallada-Gesellschaft im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.

Bienenhäuschen mit bunten Einflugklappen auf einer Wiese
Bienenhäuschen in Hans Falladas Garten.
Bootshaus mit einem runden Tisch und drei weißen Bänken
Bootshaus und Sitzecke in Hans Falladas Garten.

Unter anderem zu sehen sind Hans Falladas Arbeitszimmer mit dem originalen Mobiliar, Esszimmer und Veranda sowie der weitläufige Garten. Auch das Grab Hans Falladas befindet sich in Carwitz.

Grabplatte Hans Falladas mit Blumenstrauß daneben
Das Grab Hans Falladas befindet sich heute auf dem alten Friedhof in Carwitz (Foto: Wolfgang Behr).

Als Hans Fallada noch Rudolf Ditzen hieß

Direkt zur Eröffnung des traditionsreichen Literatur- und Kulturfestivals am Freitag, 19. Juli 2024 las Marlene Hofmann als Hauptautorin des vom Museum Burg Posterstein herausgegebenen Buches „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“ einzelne Ausschnitte daraus vor.

Eine Frau mit blauem Kleid liest aus einem Buch
Marlene Hofmann bei der Buchvorstellung in Carwitz (Foto: Wolfgang Behr)

Das erzählend geschriebene Fachbuch schließt eine Lücke in der Fallada-Forschung, indem es sich fast ausschließlich und ausführlich der Zeit zwischen 1911 und 1915 widmet. Nach einem missglückten Doppelselbstmord musste der junge Rudolf Ditzen – so Falladas bürgerliche Name – zuerst in Jena, dann in Tannenfeld klinisch behandelt werden. Der Tannenfelder Arzt Dr. Arthur Tecklenburg war für den jungen Mann ein Glücksfall. Denn er führte seine Klinik mit einem fortschrittlichen Konzept, setzte sich vielfach für ihn ein und vermittelte ihm im Anschluss an die Therapie eine Lehrstelle auf dem Rittergut Posterstein, wo der spätere Schriftsteller die Landwirtschaft erlernte.

Foto eines Krankenzimmers im Schloss Tannenfeld
Krankenzimmer in der Nervenheilanstalt Tannenfeld, Foto aus einer Werbebroschüre der Klinik (Sammlung Museum Burg Posterstein).

Als Rudolf Ditzen in Tannenfeld und Posterstein weilte, wusste noch niemand (auch er selbst nicht), dass er einmal ein berühmter Autor sein würde. Dementsprechend war er ein junger Mann unter vielen. Seine Zukunft sah nicht einmal vielversprechend aus.

Daher gab es später vor Ort auch nicht gerade viele Zeitzeugen, die sich noch an Rudolf Ditzen erinnerten. Fotos wurden nur wenige aufgenommen und auch sonst gibt es kaum Gegenstände, die mit ihm in Zusammenhang gebracht werden können. Und auch Rudolf Ditzen selbst berichtete nicht viel über diese Zeit.

Schloss Tannenfeld im Hintergrund - im Vordergrund eine lila Rhododendronblüte
Schloss Tannenfeld im Sommer 2023.

Als regionalgeschichtliches Museum war es uns ein Anliegen, alle Schnipsel und Hinweise zusammenzutragen und sie chronologisch geordnet in einem Buch zusammenzutragen. Es sollte ein zwar wissenschaftlicher Text mit Fußnoten und Quellen entstehen, der sich aber auch flüssig und angenehm lesen lässt. Im Buch gibt es zahlreiche Abbildungen und originale Zitate. Erstmals veröffentlicht sind die Bauzeichnungen und der Konzeptentwurf zur Tannenfelder Klinik, welche im Staatsarchiv Altenburg aufbewahrt werden. Zudem durfte das Museum Burg Posterstein einige Fotos aus dem Familiennachlass der Familie Tecklenburg veröffentlichen.

Die ausführlichste Publikation über Falladas Zeit in Tannenfeld und Posterstein

Zum 130. Geburtstag des Schriftsteller Hans Falladas zeigte das Museum Burg Posterstein 2023 die Ausstellung „Hans Fallada – Familienbilder“ als Kabinett-Ausstellung. Über 16.800 Besucher kamen im vom 14. Mai bis 12. November 2023, um dem berühmten „Einwohner“ Postersteins näher zu kommen. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Lesungen, Musik, Film und Vortag wurden auf die Beine gestellt. Hier lesen Sie den Ausstellungsrückblick.

Blick durch die geöffnete Tür in den Ausstellungsraum im Museum Burg Posterstein - man sieht einen Teil der Ausstellungswände
Blick durch die geöffnete Tür in den Ausstellungsraum im Museum Burg Posterstein

Das Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“ macht die Thematik auch nach ihrem Ende umfangreich für die interessierten Besucher zugänglich. Die gebundene Ausgabe ist im Museum Burg Posterstein erhältlich, eine Taschenbuch- und eine E-Book-Ausgabe im Buchhandel.

eine Frau in blauem Kleid hält das Buch "Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein" in der Hand, im Hintergrund das Hans-Fallada-Haus in Carwitz
Marlene Hofmann mit dem Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“.

Weitere Informationen zum Buch gibt es hier.

Herzlichen Dank an Wolfgang Behr für die Bereitstellung der Fotos.

von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

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Das thüringische Museums Burg Posterstein bloggt seit 2011 über Geschichte und Geschichten aus Sammlung, Forschung und Museumsalltag.

IN ENGLISH: Since 2011 the German Museum Burg Posterstein writes stories about its collection, research and everyday life at the museum – here you find all texts in English.

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