Luise Neuperts Figuren sind mythisch, antik, märchenhaft oder alltäglich. Viele von ihnen sind elegant, sexy, dick, dünn, frech, frivol, außergewöhnlich oder ganz normal. Egal, ob als Scherenschnitt, Federzeichnung oder gestalterisches Element einer gebrauchsgrafischen Broschüre: Luise Neuperts Kunst zaubert ein Lächeln auf die Lippen.

2026 wäre die Künstlerin hundert Jahre alt geworden und so widmen sich ihr in diesem Jahr gleich mehrere Ausstellung. Das Museum Burg Posterstein zeigt noch bis 15. November 2026 die Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß: Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ zum Lebenswerk Luise Neuperts. „Märchenhaft geschnitten“, eine weitere von der Künstlerin inspirierte Schau, ist bis zum 18. September 2026 in der Rathausgalerie Schmölln zu sehen. Am 20. August 2026 eröffnete die Ausstellung „Frauen sind“ im Museum Lyonel Feininger in Quedlinburg. Sie wird bis 1. Januar 2027 gezeigt.

Kooperation zwischen Quedlinburg, Posterstein und Schmölln
Die Sonderschau „Frauen sind“ im Museum Lyonel Feininger in Quedlinburg stellt fünf aus Ostdeutschland stammende Künstlerinnen in den Mittelpunkt, neben Grita Götze, Kat Menschik, Kerstin Grimm und Tanja Pohl auch die Künstlerin Luise Neupert. Gemeinsam entfalten die Werke dieser fünf sehr unterschiedlichen Künstlerinnen ein vielstimmiges Panorama weiblicher Darstellung, ohne eine abschließende Definition vornehmen zu wollen. Zur Ausstellung ist im Sandstein Verlag ein Katalog erschienen, für den Marlene Hofmann, Mitarbeiterin im Museum Burg Posterstein, ein eigenes Kapitel über Luise Neuperts Leben und Werk beigesteuert hat.

So waren denn auch Vertreterinnen und Vertreter aus Schmölln und Posterstein zur Ausstellungseröffnung nach Quedlinburg gekommen.

Zum Geburtstagsfest am 14. September 2026, 18 Uhr, im Rathaus in Schmölln sorgen Matthias und Michael von Hintzenstern mit einem Konzert für die musikalische Umrahmung. Wegbegleiter und Freunde der Neuperts und Zeitzeugen erinnern mit persönlichen Geschichten an die Künstlerin und geben Einblicke in ihr Leben und ihre Arbeit. Darüber hinaus ist ein von Gunther Auer zusammengestellter Film zu sehen, der das Leben und Wirken Luise Neuperts eindrucksvoll nachzeichnet. Auch kulinarisch erinnert dieser Abend an die Künstlerin. Neben einem Sektempfang und kleinen Köstlichkeiten werden nach ihren Rezepten Minestrone und Zitronenkuchen gereicht. Gleichzeitig besteht noch einmal die Gelegenheit, die Ausstellung in der Rathausgalerie in aller Ruhe zu besichtigen.

Das Geburtstagsfest ist eine Kooperation der Stadt Schmölln, des Freundeskreises Scherenschnitt Schmölln und des Museums Burg Posterstein.
Was macht Luise Neupert so interessant?
Luise Neupert, 1926 in Chemnitz geboren, studierte unter anderem an der renommierten Staatlichen Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, in der Fachrichtung Grafik bei Elisabeth Voigt, Max Schwimmer, Kurt Magritz und Egon Pruggmeyer. Beim Studium lernte sie auch den Künstler Hans Neupert kennen – und lieben. Mit ihm zog sie ins beschauliche Schmölln, wo das Paar sich überregional als freiberufliche Gebrauchsgrafiker einen Namen machte. Luise Neupert erlangte später überregionale Bekanntheit für ihre gewitzten und außergewöhnlichen Scherenschnitte.
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Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein