AskACurator 2016 lässt uns zu den amerikanischen Museen aufschauen und Inspiration finden

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Natürlich haben wir auch dieses Jahr am #AskACurator-Tag teilgenommen – und schon im Voraus ein paar Fragen zur aktuellen Sonderausstellung “Im Dienste der Ernestiner – Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister” beispielhaft beantwortet (dazu mehr). Natürlich rollten auf Twitter unter dem Hashtag #AskACurator jede Menge Tweets rein, auch auf Deutsch. Aber abends, als die meisten deutschen Kuratoren offline gegangen waren, ging es erst richtig los – nämlich bei den amerikanischen Kollegen. 

Ein paar schöne, kleine Unterhaltungen ergaben sich tagsüber neben den ganzen Aufrufen der 69 teilnehmenden deutschen Museen, doch gern Fragen zu stellen. Wir trafen viele alte Bekannte und engagierte Kollegen, auch uns im Social Web bisher noch Unbekannte, worüber wir uns immer sehr freuen. Über Antworten auf allgemein gestellte Fragen, kann man manchmal schnell in kurze Unterhaltungen einsteigen. Über “privat” gestellte Fragen bekommt man einige Inspiration und Anregungen aus anderen Häusern. Aber es bleibt deutlich, dass Twitter in Deutschland nicht unbedingt vom “normalen” Museumspublikum genutzt wird – und dass Aufrufe auf Facebook und Instagram (zumindest bei uns) zu keiner großen Resonanz geführt haben. Dass das nicht schlecht sein muss, erklärt ganz anschaulich Angelika Schoder im Blog Musermeku.

 

Fragen aufwerfen

Viele Museen verkündeten ganz konkret, welche Kuratoren von wann bis wann Fragen beantworteten. Der Kurator des Stadtmuseums Berlin musste die Fragen aus dem Archiv per WhatsApp beantworten – was dann aber auch wieder ganz authentisch und direkt von der Arbeit war. Im Museum Burg Posterstein sind wir so wenige Mitarbeiter, dass wir zu zweit die Kommunikation gleichzeitig mit der Druckfreigabe für das Buch zur Ausstellung betreut haben.

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Ganz deutlich wurde, dass in den verschiedenen Museen auf unterschiedliche Strategien gesetzt wurde, Fragen aufzuwerfen und Gespräche loszutreten. Das ist auch wichtig, denn sonst kommt vielleicht nur die ein oder andere Standardfrage. Manche Museen bereiteten sich gut vor:

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Zurück zur Ausgangsidee, das Publikum mit Museumskuratoren in direkten Kontakt zu bringen, brachte das AskACurator-Konzept das Museum of Modern Art in New York, dessen Kuratoren auf Facebook live im Video Fragen direkt beantworteten:

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Kuratoren unter sich?

Wie Angelika Schoder ganz richtig bemerkt, muss es nicht unbedingt schlecht sein, dass Twitter in Deutschland nicht wirklich und vor allem nicht tagsüber vom normalen Besucher genutzt wird. Man kann das Netzwerk nämlich stattdessen für den Austausch mit Kollegen nutzen. Als Museum haben wir diesmal keine Fragen an andere Museen gestellt, als Privatperson schon. Da ging es dann z. B. darum, wie sich Ausstellungen am besten in historische Räume einpassen lassen, wie Ausstellungen auch digital weitergeführt werden können (hier gab es von internationalen Museen schöne Anregungen und Inspiration durch schon laufende Projekte) und wie man flüchtige, urbane Kunst im neuen Münchner Museum Muca Munich festhalten will.

Wir sammeln auf Twitter ständig Inspiration, lassen die Ideen reifen und sehen dann, was wie in das Konzept von Burg Posterstein passen und es bereichern könnte. Auch in der deutschen Museumswelt gibt es viele interessante Entwicklungen – wie Ausstellungen, die auf Google Arts Project weiterlaufen und Museen, die ihre Bücher als E-Books herausgeben – von denen wir uns durchaus inspirieren lassen könnten. Genau wegen dieser Inspiration durch andere, weltweit, nehmen wir am AskACurator-Tag teil. – Und einfach nur, um zu zeigen, dass es uns gibt.

#AskACurator – natürlich auch im Museum Burg Posterstein

Welker

Kuratoren aus fast 1000 Museen aus rund 50 Ländern stehen am diesjährigen #AskACurator (Frag einen Kuratoren)-Tag am 16. September auf Twitter Rede und Antwort zu ihrer Arbeit. Das Museum Burg Posterstein beteiligt sich als eines von über 40 deutschen Museen, darunter erstmalig auch das benachbarte Lindenau-Museum Altenburg, an diesem inzwischen schon traditionsreichen Social Media-Event. Auf Twitter, aber auch auf Facebook und hier im Blog stehen wir gern Rede und Antwort zur Museumsarbeit und zum Ausstellungsaufbau.

Wer antwortet?

Franziska Engemann ist Historikerin und Co-Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung “Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien”.

Marlene Hofmann studierte Kommunikation, Skandinavistik und Museumsmanagement in Hamburg und hat zuletzt die aktuellen Sonderausstellung “Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien” mit kuratiert. Im Augenblick arbeitet sie an der Umgestaltung der Dauerausstellung zum Musenhof Löbichau und bereitet zusammen mit Petra Nienhold die traditionelle Weihnachtsausstellung vor.

Fragen können direkt an die Profile des Museums und als Kommentar unter diesem Blogpost gestellt werden. Wir versuchen nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten.

Die Liste über alle teilnehmenden Museen finden Sie hier.

Zusammenfassung

Eine Auswahl der durch #AskACurator entstandenen Gespäche haben wir hier zusammengestellt.

Posti & Stein am weltweiten #MuseumSelfie Day

PostiStein_Selfie-2

Wir haben sie erwischt: Die Burggeister Posti und Stein posieren zusammen mit der Burg Posterstein. Kein Wunder, heute ist auf Twitter ja auch der erste internationale #MuseumSelfie Tag, ausgerufen von @MarDixon und dem britischen Museumsexperten-Netzwerk Culture Themes.

Eigentlich haben wir uns schon längst an den Anblick von Menschen, die ihren Museumsaufenthalt per schnelles Selbstportrait mit dem Smartphone dokumentieren schon längst gewöhnt. Heute wird es zum Flash Mob / Kunstprojekt auf internationaler Bühne. Wer auf Twitter und Instagram nach dem Hashtag (Lesezeichen) #MuseumSelfie sucht, findet sich schnell in einem öffentlichen Familienfotoalbum hunderter oder tausender Museumsbesucher wieder. Schön besprochen hat die neue Bedeutung solcher Selbstportraits auch der Münchner Kulturexperte Christian Gries in seinem Blog.

In Posterstein derweil schneit es und die Burggeister Posti und Stein verweisen mit ihrem Selfie nicht zuletzt auf das museumspädagogische Programm im Museum, durch das jedes Jahr mehr als 2000 kleiner Ritter und Burgfräulein die Burg Posterstein kennenlernen.