4. Tierchen – Digitaler Adventskalender

digitaler Adventskalender Burg Posterstein Tür 4

Der Hund – Der Hund hatte im alten Orient nicht unbedingt einen guten Status. Viele Hunde waren keine Haustiere, sondern lebten halb wild und ernährten sich von Aas. „Hund“ war ein gängiges Schimpfwort. Heute aber steht der Hund im Allgemeinen für Wachsamkeit. Und auch in der Weihnachtskrippe ist er der beste Freund des Menschen. Der Hund begleitet die Hirten, die sich auf den Weg nach Betlehem gemacht haben, um das Jesuskind zu sehen. Die Hunde bewachen dabei vor allem die Herden, die auf dem freien Feld weiden.

Weihnachtskrippe aus Peru, die von drei Hunden bewacht wird.
Weihnachtskrippe aus Peru (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI 1 K6/Ri)

In dieser „Einstück-Krippe“ aus Peru wird die Heilige Familie von gleich drei Hunden bewacht! Die Geburt Jesu wurde szenisch in eine Höhle verlegt. Ihren Namen verdankt die Krippe der Tatsache, dass sie aus nur einem Stück besteht. Sie ist aus Ton gefertigt und trägt eine erdfarbene Bemalung.

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3. Tierchen – Digitaler Adventskalender

Digitaler Adventskalender Burg Posterstein - Tür 3
Einen besonders lustigen Esel mit langen Ohren sehen wir in dieser Weißlasur-Krippe aus der Schweiz. (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI 24 K6/Ri).
Einen besonders lustigen Esel mit langen Ohren sehen wir in dieser Weißlasur-Krippe aus der Schweiz. (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI 24 K6/Ri).

Der Esel – Der Esel steht in der Weihnachtskrippe mit dem Ochsen zusammen. Auch der Esel lässt sich seit dem 3. Jahrhundert in Krippendarstellungen finden. Und auch er darf nicht herumstehen, wo er gerade möchte. Wenn der Ochse vom Betrachter aus links steht, steht der Esel rechts neben dem Jesuskind in der Krippe. Allerdings tauschen sie in manchen Krippen auch einmal die Plätze. Mit ihrem Atem wärmen sie das Kind. Manche deuten den sich überkreuzenden Atem der Tiere auch als Zeichen für den späteren Tod Jesu am Kreuz. Symbolisch steht der Esel für die Heiden.

Zwei Schafe, Esel und Ochse aus der Schweizer Weißlasur-Krippe aus der Schweiz. (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI 24 K6/Ri).
Zwei Schafe, Esel und Ochse aus der Schweizer Weißlasur-Krippe aus der Schweiz. (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI 24 K6/Ri).

Einen besonders lustigen Esel mit langen Ohren sehen wir in dieser Weißlasur-Krippe. Sie ist aus gebranntem Ton gefertigt, farbig gefasst und stammt aus der Schweiz. Insgesamt stehen dem Esel noch 11 weitere Figuren zur Seite.

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2. Tierchen – digitaler Adventskalender

Digitaler Adventskalender Burg Posterstein - Tür 2
Eine schöne Darstellung des Ochsen in der Krippe finden wir auf diesem Krippentaler, einer Silbermünze, die 1986  vom Hersteller „Euro Mint“ geprägt wurde (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI109 K6/Ri)

Der Ochse – Neben den Schafen taucht in vielen Weihnachtskrippen auch ein Ochse auf. Und der darf nicht irgendwo in der Krippe herumstehen! Traditionell wird er vom Betrachter aus gesehen links neben das Jesuskind aufgestellt.

Von diesem gehörnten Tier liest man im neuen Testament nichts. Dennoch lässt er sich schon seit dem 3. Jahrhundert in Krippendarstellungen finden. Seine Anwesenheit geht wahrscheinlich auf einen Bibelspruch zurück, der sich im Alten Testament, dem älteren Teil der Bibel findet. Dort steht geschrieben: „Noch immer hat ein Ochse seinen Besitzer gekannt und ein Esel den Futtertrog seines Herrn – Israel hat nichts erkannt, uneinsichtig ist mein Volk.“ (Jesaja 1,3)*. Symbolisch steht er Ochse für das Judentum bzw. für die Juden an sich. Doch ein Ochse kommt nicht allein! Dazu erfahrt ihr im 3. Türchen mehr!

Die Rückseite der Münze zeigt einen Weihnachtsbaum mit Schriftbändern (Krippensammlung, Museum Burg Posterstein, VI109 K6/Ri).

Eine schöne Darstellung des Ochsen in der Krippe finden wir auf diesem Krippentaler, einer Silbermünze, die 1986  vom Hersteller „Euro Mint“ geprägt wurde. Die Reliefprägung zeigt auf der einen Seite die Geburtsszene im Stall (Bild ganz oben), die Rückseite der Münze einen Weihnachtsbaum mit Schriftbändern.

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*Übersetzung nach Zürcher Bibel, 2007.

1. Tierchen – Digitaler Adventskalender

digitaler Adventskalender Burg Posterstein Tür 1
Weihnachtskrippen-Karte aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein
Für das Schaf haben wir diese kleine Karte aus der Krippensammlung des Museums Burg Posterstein ausgesucht. (Krippensammlung Museum Burg Posterstein, Krippe VI 170 K6/Ri)

Das Schaf – Schafe sind die klassischen Tiere einer Weihnachtskrippe! Sie spielen in der biblischen Weihnachtsgeschichte keine große Rolle. Ihre Hirten allerdings schon. Sie waren einfache, meist arme Menschen. Ihnen wurde beim Hüten der Schafe von einem Engel die Geburt Jesu verkündet. So steht es im traditionellen Weihnachtsevangelium nach Lukas (2, 1-20) geschrieben: “Und es waren Hirten in jener Gegend auf freiem Feld und hielten in der Nacht Wache bei ihrer Herde.” (Lukas 2, 8)* Die Hirten liefen darauf hin zur Krippe und fanden dort das Jesuskind.

Das Schaf hat viele Bedeutungen im Christentum. Zum einen steht es für die Hirten, denen die Geburt Christi verkündet wurde. Zum anderen wird Jesus selbst oft als „guter Hirte“ bezeichnet. Die Herde, die er behütet, ist die Christenheit.

Für das Schaf haben wir diese kleine Karte aus der Krippensammlung des Museums Burg Posterstein ausgesucht. Die Applikationen wurden aus Bast, Filz und Goldpapier hergestellt. Die Hirten ziehen mit ihren Schafen nach Bethlehem.

Wen sie wohl im 2. Türchen unseres Adventskalenders auf ihrem Weg treffen werden?

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*Übersetzung nach Zürcher Bibel, 2007.

Der digitale Adventskalender

Burg Posterstein mit Schaf aus Weihnachtskrippe

Mehr als nur Ochse, Esel, Schaf und Stier!

Ab 1. Dezember 2020 präsentieren wir hier in der digitalen Weihnachtskrippen-Ausstellung jeden Tag ein Tier aus einer Weihnachtskrippe.

Für viele Menschen gehören sie zum Weihnachtsfest dazu: Weihnachtskrippen! Ob gekauft oder selbst gebastelt, ob aus Holz, Stroh, Ton oder Papier, ob ganz klassisch oder kunterbunt und ausgefallen: Weihnachtskrippen haben eine lange und vielfältige Tradition.

24 Tage – 24 Tiere bis Weihnachten!

Neben der Heiligen Familie und den drei Weisen aus dem Morgenland spielen auch die unterschiedlichsten Tiere eine wichtige Rolle in den Darstellungen.

Um euch die Zeit bis Weihnachten etwas zu verschönern möchte sich das Museum Posterstein in diesem Jahr den tierischen Gästen der Weihnachtskrippen widmen und sie euch nach und nach vorstellen.

Und wer möchte, kann sich an jedem Adventssonntag einen neuen Bastelbogen herunterladen, ausdrucken und so seine ganz eigene tierreiche Weihnachtskrippe zum Fest gestalten!

Von Steinnüssen und südamerikanischen Krippen: Die Weihnachtskrippensammlung des Museums Burg Posterstein

Noch bis 12. Januar zeigt das Museum Burg Posterstein seine Weihnachtskrippenausstellung „Weihnachtskrippen aus fernen Ländern“ in den stimmungsvoll geschmückten Räumen der Burg. Das Museum lädt die Besucher dieses Jahr ein, gedanklich nach Südamerika zu reisen: Denn einen besonderen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Krippen aus Peru und Mexiko. Kurz vor Weihnachten kam eine weitere Krippe dazu, aus Ecuador.

Diese Balsaholz-Krippe aus Ecuador ist die neuste in der Postersteiner Sammlung.
Diese Balsaholz-Krippe aus Ecuador ist die neuste in der Postersteiner Sammlung.

Zum alternativen Weihnachtsmarkt „Weihnachten im Salon“, der auch 2020 wieder stattfinden wird, gab es am Stand von Irmtraud Cebulla (Cebulla Naturschmuck) aus Gödern bei Altenburg auch Schmuck und sogar Weihnachtskrippen aus Steinnuss zu bestaunen. Hier erwarb das Museum für seine Sammlung eine Krippe aus dunklem Balsaholz aus Ecuador, die bereits in der aktuellen Ausstellung zu sehen ist.

Wie die südamerikanische Steinnuss nach Schmölln kam

In der Postersteiner Dauerausstellung geht es ebenfalls um südamerikanische Steinnüsse und in der Weihnachtszeit sind auch Krippen aus Steinnuss zu sehen. Das besondere Material ist eng mit der Geschichte der Stadt Schmölln verbunden: Die Samen der Früchte der Steinnusspalme, die auch als „Pflanzen-Elfenbein“ bezeichnet werden, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts oft von Schiffen, die ohne Ladung aus Südamerika zurück nach Europa fuhren, als Ballast geladen und beispielsweise im Hamburger Hafen billig verkauft. Die Palme wächst vor allem in Ecuador, aber auch in Panama, Kolumbien, Brasilien und Peru. Der Schmöllner Knopffabrikant Valentin Donath schaute sich in Berlin erste Experimente mit der Verarbeitung des Samenstands der exotischen Pflanze an und 1867 ging man in Schmölln mit der Handdrehbank in Produktion.

Südamerikanische Steinnuss-Krippen in der Postersteiner Ausstellung.
Südamerikanische Steinnuss-Krippen in der Postersteiner Ausstellung.

Donaths Beispiel sorgte für eine Initialzündung und einen bis dahin nicht gekannten Aufschwung in der Stadt. Im Zeitraum von 1867 bis 1870 waren vier Gewerbeanmeldungen als Knopfmacher zu verzeichnen, 1871 bis 1880 entstanden sieben, zwischen 1881 und 1890 weitere 14 und bis um 1900 nochmals acht Knopffabriken. Nach zwischenzeitlichen Höhen und Tiefen war 1913/14 der Höhepunkt dieser Entwicklung erreicht und Schmölln erlangte Weltruhm mit einem Produkt: dem Steinnussknopf. Daneben produzierte man in Schmölln Knöpfe aus Horn, Holz, Leder, aus Vulkanfiber, Galalith oder Zelluloid und aus verschiedenen Kunststoffen. In späterer Zeit konnte nie wieder an diese Hochzeit angeknüpft werden. Seit der Weltwirtschaftskrise verlor Schmölln immer mehr Marktanteile, begleitet von Firmenkonkursen und erheblicher Arbeitslosigkeit.

Zum Weiterlesen: Schmöllner Knöpfe: Weltruhm mit dem Steinnussknopf

Weihnachten in Südamerika

Viele südamerikanische Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in der Zeit der spanischen Eroberung im 15. und 16. Jahrhundert. Die dort vorhandenen Hochkulturen – darunter Azteken, Maya und Inka – wurden gewaltsam unterdrückt und christianisiert. Die Elemente der indigenen Kulturen spiegeln sich bis heute in den dortigen Weihnachtsbräuchen. Viele der in der Ausstellung gezeigten Weihnachtskrippen leuchten in bunten Farben, manche sind in Kürbisse, Flaschen und Streichholzschachteln eingearbeitet und wieder andere zeigen Maria, Josef und das Jesuskind in einem indianischen Holzboot. Zu sehen sind unter anderem Krippen aus Mexiko und Retablos – das sind aufklappbare und kunstvoll gestaltete Figurenkästen – aus Peru.

Farbenfrohes Retablo aus Peru aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein.
Farbenfrohes Retablo aus Peru aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein.

Die Postersteiner Weihnachtskrippensammlung wächst weiter

Die Krippensammlung des Museums geht auf die Privatsammlung von Jürgen P. Riewe und seiner Frau Carolin Riewe aus Hannover zurück, die ihre Weihnachtskrippen 1994 dem Museum übergaben. 2013 kam eine zweite, umfangreiche Krippensammlung dazu – ebenfalls gestiftet von einer Sammlerin aus Hannover. Damit erweiterte sich der Bestand auf über 500 Positionen. 2018 erhielt das Museum eine Sammlung von Adventskalendern und 2019 erzgebirgische Räuchermännchen und Pyramiden geschenkt. Das Museum selbst kaufte weitere Krippen an, in diesem Jahr beispielsweise einige südamerikanische und spanische Krippen.

Die Postersteiner Krippensammlung zeigt damit die ganze Vielfalt der Darstellung der Geburt Christi. So stehen Krippen aus Israel neben farbenfrohen Exemplaren der Indios aus Südamerika, Holzkrippen aus dem Bayrischen oder dem traditionsreichen Erzgebirge neben tschechischen oder österreichischen Strohkrippen, afrikanische Holzkrippen neben deutschen Zinnkrippen, das Retablo neben der Nussschale oder die peruanische Keramikkrippe neben der polnischen Tragekrippe.

Weitere Infos zur Postersteiner Weihnachtskrippen-Sammlung

Termine zur Ausstellung:

Weihnachtskrippen-Sammlung Museum Burg Posterstein

21. Dezember 2019 – 5. Januar 2020

Weihnachtsferien-Programm: Schäfchenzählen in den Weihnachtsferien

Weihnachtsferien-Programm mit Krippen und Hirten: Kommt mit auf Schäfchenjagd durch die Burg Posterstein.

Winter-Öffnungszeiten:

November-Februar:
Dienstag–Freitag: 10–16 Uhr
Wochenende/Feiertag: 10–17 Uhr

An den Feiertagen:
24. Dezember: geschlossen
25. Dezember: 13–17 Uhr
26. Dezember: 10–17 Uhr
31. Dezember/1. Januar: geschlossen

Weihnachten wie bei der böhmischen “Großmutter”

Der Weihnachtsbaum hielt sehr spät in Böhmen Einzug, denn die deutsche Tradition setzte sich nur langsam durch. Den ersten geschmückten Weihnachtsbaum gab es in Prag im Jahr 1812, dem Jahr, in dem Napoleon seinen großen Russlandfeldzug startete, in Moskau einmarschierte und vom russischen Winter vernichtend geschlagen wurde. Bei einer privaten Weihnachtsfeier für seine Freunde ließ der Deutsche Johannes Karl Liebich (1773–1816), Direktor des Ständetheaters in Prag, einen geschmückten Baum mit darunter liegenden Geschenken für alle Gäste aufstellen. Nachlesen bzw. hören kann man die Geschichte beim Radio Prag.

In der Weihnachtsausstellung auf Burg Posterstein steht dieses Jahr ein böhmisch geschmückter Tannenbaum.
In der Weihnachtsausstellung auf Burg Posterstein steht dieses Jahr ein böhmisch geschmückter Tannenbaum.

Dieser Baum kam gut an, aber der deutsche Brauch konnte sich in den böhmischen Ländern, in denen gerade das tschechische Nationalbewusstsein erwachte, nicht leicht durchsetzen. Zunächst sollen ihn nur reiche deutsche Familien in ihren Wohnstuben aufgestellt haben. Weite Verbreitung außerhalb des Kreises wohlhabender Bürgerfamilien fand der Weihnachtsbaum wohl erst nach dem Ersten Weltkrieg.

Nüsse und Perlen am Weihnachtsbaum

Perlenschmuck am Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
Perlenschmuck am Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
Geschmückt wurde der Baum traditionell mit selbstgefertigten Dekorationen aus den verschiedensten Materialien: Stroh, Watte, Textilien, Holz, Teigwaren oder Papier, um nur einige zu nennen. Die Grundlage der Schmückung bildeten Nüsse. Goldgefärbt galten sie als Symbol des Reichtums. Ebenso beliebt waren Äpfel, Trockenfrüchte und sogar Kartoffeln, die in verschiedene Formen geschnitzt, auf der Ofenplatte gebacken und mit Zwirn befestigt wurden. Die Materialien variieren nach den Erzeugnissen, die in der entsprechenden Region angebaut wurden. So galten in den bekannten Glashüttenstätten, wie dem Riesengebirgsvorland oder dem Böhmerwald, Perlenketten als beliebter Schmuck. Den Perlenschmuck für den im böhmischen Stil geschmückten Baum in der diesjährigen Weihnachtsausstellung des Museums fertigten übrigens Mitarbeiter des Kinder- und Jugendheims der Kinderarche Sachsen in filigraner Handarbeit.

Am Heiligen Abend wurde jeder reich beschenkt – auch die Tiere

Figurengruppe der Großmutter und Kinder aus Božena Němcovás Klassiker "Die Großmutter".
Figurengruppe der Großmutter und Kinder aus Božena Němcovás Klassiker “Die Großmutter”.
Die tschechische Nationalschriftstellerin Božena Němcová, Autorin des Kunstmärchens “Aschenputtel”, wuchs als Tochter eines Kutschers und einer Wäscherin in Ratibořice nahe dem Schloss der Herzogin Wilhelmine von Sagan, Tochter der Löbichaer Salondame Anna Dorothea von Kurland, auf. Němcová schildert in ihrem Klassiker „Die Großmutter“ anschaulich die weihnachtlichen Bräuche ihrer Kindheit:

“Am Heiligen Abend wurde jeder reich beschenkt, selbst das Geflügel und das Vieh bekamen ihren Weihnachtsstollen, und nach dem Abendessen nahm die Großmutter je ein Stück von allen Speisen, die auf dem Tisch gekommen waren, warf die Hälfte davon in den Bach, damit das Wasser rein und gesund bleibe, die andere Hälfte aber vergrub sie im Garten unter einem Baum, damit die Erde fruchtbar sei. Alle Brosamen sammelte sie sorgfältig und warf sie ins Feuer, „damit es keinen Schaden anrichte.“
[…] Da trat auch schon die Mutter ins Zimmer und sagte zu den Kindern, das Christkind habe seine Gaben in Großmutters Stube gebracht.
War das ein Rennen, war das eine Freude, als sie den strahlenden, geschmückten Christbaum und darunter die schönen Geschenke sahen!
Die Großmutter hatte zwar früher diese Sitte nicht gekannt, unter dem einfachen Volk war sie nicht üblich, aber sie gefiel ihr; schon lange vor Weihnachten hatte sie selbst an den Baum gedacht und dann ihrer Tochter beim Schmücken des Christbaums geholfen.“
Aus: Božena Němcová: Die Großmutter. Bilder aus dem ländlichen Leben, Prag 1978, S. 151-153.

Die Sonderausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen” ist noch bis 8. Januar 2017 zu sehen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Mit Christuskind, Hirten, Ochs und Esel: Aus der Geschichte der Weihnachtskrippen

In der Adventszeit erobert die Weihnachtskrippensammlung die Burg Posterstein, die hier traditionell schon seit fast 20 Jahren jedes Jahr im Dezember gezeigt wird. Gerade laufen die Vorbereitungen für die diesjährige Ausstellung auf Hochtouren und die Sammlung bekommt sogar noch Zuwachs. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um tiefer in die Geschichte der Krippen einzutauchen – mit Auszügen aus unserer Publikation “Weihnachtskrippen – Sammlung Riewe”.

“Ihr Kinderlein kommet …” – woher stammt die Weihnachtskrippe?

Die Vielfalt der Krippendarstellungen ist ungemein - Sammlung Riewe im Museum Burg Posterstein
Die Vielfalt der Krippendarstellungen ist ungemein – Sammlung Riewe im Museum Burg Posterstein

Wenn wir an Weihnachtskrippen denken, sehen wir vor dem inneren Auge das in ein Tuch gewickelte Jesuskind in einer Futterkrippe im Stroh liegen, daneben die Eltern, die Hirten und die drei heiligen Könige im Stall von Bethlehem. Diese umfassende Darstellung der Geburt Jesus Christus gründet auf einer langen Tradition: Im Jahre 313 nach Christus ließ Kaiser Konstantin der Große das Weihnachtsfest einführen und die Geburt Christi auf den 25. Dezember festschreiben. Der Tag war in der römisch-heidnischen Religion jener Zeit bis dahin dem Fest der unbesiegbaren Sonnengottheit, Sol invictus, geweiht. An deren Stelle trat nun die christliche “Sonne der Gerechtigkeit”, wie der Sammler Jürgen P. Riewe es ausdrückte.

In den Weihnachtsspielen des Mittelalters stand die Krippe im Mittelpunkt

Blick in die Krippensammlung von Jürgen P. Riewe im Museum Burg Posterstein
Blick in die Krippensammlung von Jürgen P. Riewe im Museum Burg Posterstein

Im Jahre 354 nach Christus ließ Bischof Liborius in Rom eine Basilika mit einer Krippenkapelle errichten. In den Weihnachtsspielen des Mittelalters stand die Krippe im Mittelpunkt. Barbara Kruhöffer folgert in ihrem Buch “Weihnachtskrippen der Völker”: “Die Tatsache, daß die Weihnachtskrippe an so vielen Orten fast gleichzeitig aufgetreten ist, macht deutlich, daß sie Vorformen hatte, die generell verbreitet waren und folgerichtig zur Krippe führten.”

Mit Beginn des Barock stellten die Kirchen in Bayern bereits prunkvolle Krippen auf, an denen das Volk Opfergaben niederlegte. Im 16. und 17. Jahrhundert schmückten Krippen den bayrischen Hof und bald auch die Weihnachtsstuben der Bürger. Das 17. und 18. Jahrhundert sah die Hochblüte der Krippenkunst.

Schädliche Kinderbelustigung oder fester Brauch?

Keramikkrippe aus Frankreich - Sammlung Riewe, Museum Burg Posterstein.
Keramikkrippe aus Frankreich – Sammlung Riewe, Museum Burg Posterstein.

Gegen den Brauch, Krippen aufzustellen, vermochte auch die Aufklärung nicht mehr viel, als sie ihn im Jahre 1803 als „schädliche Kinderbelustigung“ verurteilte. Ein Verbot 1792 erlassenes Verbot der Krippenaufstellung in den Kirchen musste nach dem Volkswillen bereits 1804 widerrufen werden. Heimlich aufgestellte Krippen in den Bürgerhäusern waren längst fester Brauch.

“Die Vielfalt der Krippen in Form, Farbe und Material lässt sich nicht einmal erahnen. Berühmte Maler und Bildhauer schufen Krippendarstellung von unschätzbarem Wert. Die Zahl der Krippenausstellungen geht ins Unermeßliche.”, schreibt Jürgen P. Riewe. – Einen Teil dieser Vielfalt konnte er in seiner Krippensammlung festhalten – zu sehen ab 1. Dezember, 15 Uhr, im Museum Burg Posterstein.

Die Postersteiner Krippensammlung

Ausstellungsplakat: Weihnachtskrippen Sammlung Riewe (Museum Burg Posterstein)
Ausstellungsplakat: Weihnachtskrippen Sammlung Riewe (Museum Burg Posterstein)

Jürgen P. Riewe und Carolin Riewe aus Hannover übergaben dem Museum Burg Posterstein 1994 ihre Krippensammlung, die die ganze Vielfalt der Darstellung der Geburt Christi in über 340 Exponaten zeigt. Dazu gehören auch eine Bibliothek und ein volkskundliches Archiv zum Thema.

Noch bevor die Exposition 1994 das erste Mal im Museum Burg Posterstein gezeigt wurde, hatten sich die Sammler, angeregt durch persönliche Begegnungen entschlossen, ihre Sammlung dem Museum Burg Posterstein zu stiften. Jürgen P. Riewe starb im Oktober 2007. Die Krippenausstellung ist jedes Jahr in der Weihnachtszeit im Museum zu sehen.

Im Video von TV-Journalist Gunter Auer zur Krippenausstellung im vergangenen Jahr finden sich auch Archivaufnahmen der Lesungen von Jürgen P. Riewe:

Im Dezember 2013 erhält das Museum Burg Posterstein eine weitere, umfangreiche Krippensammlung – abermals gestiftet von einer Sammlerin aus Hannover. Wir freuen uns sehr, danken der Sammlerin für ihr Vertrauen und verraten in einem nächsten Blogpost bald mehr.

Weihnachten in der Kirche und Burg Posterstein

Detail des barocken Schnitzwerkes in der Burgkirche Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)
Detail des barocken Schnitzwerkes in der Burgkirche Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)

Von 1. Dezember bis 5. Januar zeigt das Museum Burg Posterstein eine Auswahl Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe.
An Heiligabend, 17 Uhr, lädt die Kirchgemeinde Nöbdenitz, zu der auch die Kirche Posterstein gehört, zur Christvesper und zum Krippenspiel mit Pfarrer Wiegand in die Burgkirche ein. Aktuelle Infos zu kirchlichen Veranstaltungen in Posterstein gibt es auf der neuen Facebook-Seite “Evangelisch im Sprottental”.

Zum Weiterlesen:
Blogpost “Magische Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – Weihnachten im Mittelalter”
Im Museum erhältlich: Das Heft Weihnachtskrippen – Sammlung Riewe. Klaus Hofmann. Museum Burg Posterstein, 1995 (Preis: 2,50 Euro)

(Von Marlene Hofmann)