#TravelsMW: Reisewege durch Europa im 18. und 19. Jahrhundert

Am vorletzten Tag der diesjährigen MuseumWeek wollen wir die Reisekultur um 1800 in den Mittelpunkt stellen. Reisen wurden aus ganz unterschiedlichen Anlässen unternommen. Gelehrte reisten, um ihre Forschungen zu betreiben, Wissen zu vermehren und auszutauschen.
Junge Aristokraten schickte man auf „Kavalierstour“, damit sie an den besten ausländischen Höfen den Grundstock ihrer Ausbildung für den späteren höfischen Dienst erlangten. Badereisen nach Pyrmont oder Karlsbad hatten Hochkonjunktur. Künstler strömten in die pulsierenden Zentren der europäischen Kultur. Ein klassisches Reiseziel war Rom.

Bildungsreisen

Die Ausrichtung auf die Antike und das klassische Bildungsideal brachten eine ganz neue Reisekultur hervor – die Bildungsreise.
Anfangs ein Privileg des Adels, wurde sie später vom Bürgertum kultiviert. Nachlesen konnte der Daheimgebliebene die Erlebnisse der Reisenden in ihren Reisetagebüchern und Journalen. Landschaften, Lebensgewohnheiten, Kultur und Kunst wurden darin genauso beschrieben, wie Reisezweck, politisches Tagesgeschäft oder kriegerische Ereignisse. Eine ganze Branche von Verlagen war mit der Veröffentlichung der Reiseberichte beschäftigt.

Schloss Löbichau ((c) Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau. Um 1800 war es üblich mit der Pferdekutsche zu reisen. Schlechte Straßen, wenig Licht und kaum gefederte Kutschen konnten das Reiseerlebnis schnell beschwerlich machen.

Reisen in dieser Zeit bedeuteten aber auch Beschwerlichkeit und Verzicht auf Komfort. Die Straßen waren unsicher, in schlechtem Zustand, schmutzig und selbst in Großstädten nicht immer beleuchtet. In den Betten der Gasthöfe lauerte Ungeziefer. Die Pferdekutschen, schlecht abgefedert und zudem im Winter eiskalt, schaukelten und rüttelten die Insassen durcheinander und ließen wenig Beschaulichkeit zu.

Manchmal zwangen unüberwindliche Hindernisse zum Aussteigen

In Frankreich ließ Napoleon schnurgerade Chausseen anlegen, auch aus England wurde von guten Straßenverbindungen berichtet. Doch in Deutschland waren die meisten Straßen unbefestigt und schlecht ausgebaut. Von Achsbrüchen der Wagen war oft die Rede und man vermutete wohl nicht zu Unrecht, dass die ständigen Reparaturen an Infrastruktur und Technik gute Einnahmen für das örtliche Handwerk bringen sollten. Zölle und Passkontrollen an den Grenzstationen kosteten Zeit und Geld oder verzögerten gar die Weiterfahrt. Die Reisezeiten waren dementsprechend lang und man soll für die Strecke von Berlin nach Rom etwa zwei Monate benötigt haben.

St. Petersburg – Paris – Vienna – Carlsbad: Die Herzogin von Kurland war immer auf Achse

Für eine Salondame wie Anna Dorothea von Kurland war eine musikalische Ausbildung ein Muss.
Die Salondame Anna Dorothea of Courland reiste viele Male quer durch Europa.

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Schloss Löbichau – nur zwei Kilometer von Posterstein entfernt gelegen – zusammen mit Schloss Tannenfeld zu einem Zentrum des geistig-kulturellen Lebens in Deutschland. Der Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) in Löbichau gehörte zu den bekanntesten seiner Art. Wichtige Impulse schöpfte die gebildete Adlige aus ihren erstklassigen Beziehungen zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen Europas, aus dem damit verbundenen Netzwerk der Personen, aus ihren Aufenthalten in bekannten Berliner und Pariser Salons sowie im mondänen Karlsbad. Bedeutende Staatsmänner ihrer Zeit kannte die Herzogin persönlich.

Anna Dorothea von Kurland verwandelte ihre Anwesen in Löbichau und Tannenfeld in einen Treffpunkt der europäischen Elite, in dem sie sich Künstler, Philosophen und führende Politiker ihrer Zeit an den Hof einlud, da sie günstig zwischen den damaligen deutschen Kulturzentren lagen. Der wohl berühmteste Gast mag wohl Zar Alexander I. von Russland (1777–1825) gewesen sein.

Löbichau zentral gelegen in Mitteldeutschland

Die Herzogin hatte ihren Landsitz nicht ohne Grund gewählt. Die beiden Schlösser lagen auf den großen Reiserouten ihrer Zeit – strategisch günstig, auf halbem Weg zwischen Berlin und Karlsbad, zwischen Dresden und Erfurt und in der Nähe der damaligen geistigen Zentren Weimar und Jena. Das nahe gelegene Ronneburg war zu Lebzeiten der Herzogin noch Kurbad und damit ein beliebtes Reiseziel.

Das Reiseerlebnis, damals noch in der Kutsche, war ein völlig anderes, als wir es heute kennen. Die Natur, die Landschaft und selbst die Straßen wurden völlig anders wahrgenommen. Eine gut ausgebaute Infrastruktur förderte das Wohlwollen der Reisenden. Schlaglöcher und Unebenheiten konnten den „Trip“ aber auch zu einer schier endlosen Odyssee ausufern lassen.

Der Minister und der Straßenbau

Hans Wilhelm von Thümmel’s priority were good streets and maps.

Die Straßen im Altenburger Landesteil des Herzogtums Sachsen-Gotha und Altenburg waren Dank der Bemühungen des Ministers Hans Wilhelm von Thümmels (1744–1824) gut befahrbar. Über die Beschaffenheit der Reisewege zu dieser Zeit berichtete unter anderem die Schriftstellerin Lili Parthey (1800–1829), die Schwester des Philologen Gustav Parthey (1798–1872). Sie verbrachte mit ihrem Bruder und ihren Eltern viel Zeit auf dem Musenhof der Herzogin Dorothea von Kurland (1761–1821) in Löbichau und kann auch zu den Gästen der Familie Thümmel auf ihrem Rittergut in Nöbdenitz gezählt werden. In ihrem Tagebuch schrieb sie:

„Donnerstag, den 18. [7. 1816], war, obgleich die Welt untergehen sollte, das Wetter sehr schön. Ganz früh um 7 ging es fort; unsere Reise ging ziemlich schnell und sehr glücklich. Das Altenburgische Gebiet ist ein ganz wunderhübsches Ländchen, mit herrlichen Wegen und Aussichten. Die Verbesserungen der Landstraße und Wege sind vorzüglich Herrn von Thümmel zu danken. Wir empfanden diese Wohlthat doppelt nach den wahren Mordwegen von Leipzig bis Krona. […] Um 7 waren wir in Löbichau, dem Ziel unserer Bestimmung angekommen. Es ist ein reizender Aufenthalt.“

Während einer ihrer Reisen nach Karlsbad traf die Herzogin Anna Dorothea von Kurland auch auf Johann Wolfgang von Goethe. Es war nur einer von vielen Begegnungen mit Dichtern, Denkern, Politikern und bekannten Persönlichkeiten der Gesellschaft. Nachweisliche Begegnungen mit Goethe hatte die Herzogin in den Jahren 1808, 1810, 1812 und 1820. Der Dichter folgt 1820 sogar einer Einladung nach Löbichau. Am 29. und 30. September verbringt er heitere Stunden und bezeichnet das Schloss der Herzogin als „wohlgelegenes Lusthaus“. Schließlich reist er nach Altenburg weiter.

Auf dem Weg von Schleiz nach Gera am 30. Mai 1816:

„Von früh halb 4 – bis 8 Uhr Abends sind wir auf eine strecke von 7 u. eine halbe Meile gefahren die Wege sind überaus schlecht. Ich bin viel zu fuße gegangen u. wäre so nach Auma gelangt hätte der Wagen mich nicht daran behindert.“

Die Herzogin von Kurland reiste selbst gern und viel. Paris, St. Petersburg oder Wien, Kurland, die Schweiz oder Italien – es zog sie immer wieder nach Löbichau zurück. So auch bei ihrer letzten Reise 1821. Im Mai 1821 bricht sie letztmalig von Paris auf. Ihre Gesundheit ist zu dieser Zeit stark angeschlagen. Der Ortswechsel nach Löbichau soll ihrem Leiden Linderung verschaffen. Am 30. Juni 1821 reisen die beiden Töchter der Herzogin, Pauline und Johanna, ab. Die Mutter beschreibt diesen Tag als „großen Trauer Tag“. Sie wird die Töchter nicht wiedersehen. Am 20. August stirbt Anna Dorothea von Kurland in ihrem Schloss in Löbichau. Die Töchter befinden sich zu diesem Zeitpunkt bereits in der Schweiz. Johanna kehrt erst am 09. Mai 1822 nach Löbichau zurück. Zur Trauerfeier der Herzogin am 29. August 1821 reisten 7000 Gäste an.

By Leon Walter & Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein; Übersetzung: M. Huberti

Welker-Sammlung wandert ins Depot – und in den Touchscreen

Die Sonderausstellung „Salongeschichten – Paris – Löbichau – Wien“ mit der neu gekauften Sammlung an Portraits Löbichauer Gäste haben sich in den vergangenen Monaten über 4000 Besucher angesehen. Jetzt müssen die schon verloren geglaubten Aquarelle, die Emilie von Binzer in ihrem Buch „Drei Sommer in Löbichau“ beschrieb, ins Depot. Einzelne Bilder werden im Wechsel auch in der Dauerausstellung zu sehen sein. Alle anderen können Besucher demnächst im neuen Touchscreen des Museums anschauen.

Blick in sonst verschlossene Depots

Der großformatige Touchscreen soll in Zukunft in der Ausstellung zur europäischen Salongeschichte und zum Musenhof der Herzogin von Kurland als verlängerter Arm in die Schätze des Museumsdepots stehen.

Demnächst in der Salonausstellung des Museums Burg Posterstein: Die gesammelten Forschungsergebnisse im Touchscreen
Demnächst in der Salonausstellung des Museums Burg Posterstein: Die gesammelten Forschungsergebnisse im Touchscreen

Nach über 20 Jahren intensiver Forschung zum Salon der Herzogin Anna Dorothea von Kurland, die u.a. Kontakte nach Kurland, Berlin, Paris und Wien pflegte und viele einflussreiche Menschen ihrer Zeit persönlich kannte, können in der Ausstellung bei weitem nicht alle Forschungsergebnisse und Sammlungsstücke mehr gezeigt werden. Statt sie unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Depot verschwinden zu lassen, wollen wir interessierten Besuchern die Möglichkeit geben, sich digital durch die vorhandenen Objekte und Informationen zu scrollen.

Über 300 Zeitgenossen der Herzogin

Die Büsten von Wilhelmine von Sagan und ihre Mutter Anna Dorothea von Kurland in der Sonderausstellung "Salongeschichten"
Die Büsten von Wilhelmine von Sagan und ihre Mutter Anna Dorothea von Kurland in der Sonderausstellung „Salongeschichten“

In einem ersten Schritt wollen wir die Kurzbiografien von über 300 Zeitgenossen Anna Dorothea von Kurlands aus dem 18. und 19. Jahrhundert einpflegen. Danach sollen Informationen über Schlösser und Orte der Zeit, Sammlungsstücke auf Burg Posterstein und eine Zeitleiste folgen.

Auch die ausgelassenen Portraitzeichnungen Ernst Welkers werden dann dort wieder zugänglich gemacht. Das Ende der Sonderausstellung „Salongeschichten“ ist damit kein Abschied für immer.

Weiterlesen zum Thema „Salongeschichten“:

Gesammelte Infos auf der Website des Museum

“Ein Besuch in Löbichau, dem wir mit Spannung entgegensahen” – Teestunde auf Burg Posterstein

Sonderausstellung “Salongeschichten”: Versteckte Details entdecken

Sonderausstellung “Salongeschichten”: Was ist das eigentlich, ein Salon?

Vertrag zwischen Paris und … Posterstein: Zusammenarbeit mit Les Amis de Talleyrand

Der Herzog kommt nach Posterstein: Eröffnung der Sonderausstellung „Salongeschichten“

Wie eine Himmelsleiter mit Engeln besetzt: Kleine Reise in die Geschichte von Schloss Tannenfeld

Da steht mein Armes Ich von Stein… Salongeschichten aus dem 19. Jahrhundert auf Burg Posterstein

2015 zelebriert das Museum Burg Posterstein ein Lieblingsthema im großen Stil

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

„Ein Besuch in Löbichau, dem wir mit Spannung entgegensahen“ – Teestunde auf Burg Posterstein

Die Schriftstellerin Emilie von Binzer stellte der Maler Ernst Welker auf Grund ihrer schmalen Statur als Spargel dar.
Die Schriftstellerin Emilie von Binzer stellte der Maler Ernst Welker auf Grund ihrer schmalen Statur als Spargel dar.

Zum Ende der Sonderausstellung „Salongeschichten“ wollen wir den Salon der Herzogin von Kurland wieder aufleben lassen. Zur Finissage am 14. November 2015, 19.30 Uhr, lesen Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein in verteilten Rollen aus Emilie von Binzers Buch „Drei Sommer in Löbichau“.

Die Enkelin der Herzogin Anna Dorothea von Kurland weilte als junges Mädchen am Musenhof Löbichau. Sie beschrieb in ihrer Rückschau aus dem Jahre 1877 auf lockere und unterhaltsame Art und Weise die Eigenheiten der dort anwesenden Gäste. Über die Familie Körner aus Dresden, die sonst im dortigen Salon der Schwester der Herzogin von Kurland, Elisa von der Recke, einkehrten, notierte sie:

Ein Besuch in Löbichau, dem wir mit Spannung entgegensahen, war der der Familie Körner, des Vaters und der Mutter Theodor’s und dessen Tante Dorchen Stock. […] von Emma [Körner, der Schwester] sagt Parthey: ‚Von schlanker, zierlicher Gestalt bewegte sie sich mit Anmuth und Sicherheit in den ihr fremden Berliner Kreisen; […] Sie sprach wenig, und wenn sie sprach, so fiel uns anfangs der starke Dresdner Accent unangenehm auf, aber diese kleine Störung ward bald überwunden durch die unbewusste Hoheit ihres Wesens, durch den wohltuenden Eindruck ihrer reinen Seele.‘“

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Löbichau – nur zwei Kilometer von Posterstein entfernt gelegen – zusammen mit Schloss Tannenfeld zu einem Zentrum des geistig-kulturellen Lebens in Deutschland. Der Musenhof der Herzogin von Kurland in Löbichau gehörte zu den bekanntesten seiner Art. Einflussreiche Staatsmänner, Dichter, Künstler, Bürgerliche und Adlige zählten zu den regelmäßigen Besuchern. Mit einem Augenzwinkern beschreibt Emilie von Binzer beispielsweise wie die lockere Atmosphäre in Löbichau im Handumdrehen in eine Hofhaltung umgewandelt wurde, als sich der Landesherr ankündigte:

„Im Anfang September traf ein Besuch ein, dessen Erscheinung keinen geringen Rumor in Löbichau machte, es war der Herzog von Gotha. Die jungen Herren fürchteten die Langeweile des Tages und wurden nach Altenburg geschickt. Im Handumdrehen war das idyllische Leben in Löbichau in eine Hofhaltung verwandelt; die Herzogin und ihre Töchter warfen sich in Staat, wir zogen unsere kleidsamsten Gewänder an, denn sonst nannte man Löbichau mit Unrecht einen Hof;“

Das Buch "Salongeschichten" erscheint zur Ausstellung
Das Buch „Salongeschichten“ erscheint zur Ausstellung

Im Jahr 2014 konnte das Museum Burg Posterstein über eine Landesförderung und mit Unterstützung der Bürgerstiftung Altenburger Land eine einmalige Sammlung von Portraitzeichnungen der 1819/1820 in Löbichau anwesenden Gäste ankaufen. Die 47 aquarellierten Zeichnungen fertigte bis auf eine der Maler Ernst Welker an. Die Sammlung aus dem Besitz von Emilie von Binzer wurde im Rahmen der Sonderausstellung erstmals publiziert und die dargestellten Personen porträtiert und in den historischen Kontext gestellt. – Den Herzog von Gotha stellte Welker übrigens als Pfau dar.

Die Sonderausstellung „Salongeschichten. Paris – Löbichau – Wien. Gäste im Salon der Herzogin von Kurland im Porträt des Malers Ernst Welker“ endet am 15. November.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Sonderausstellung „Salongeschichten“: Was ist das eigentlich, ein Salon?

Das Museum Burg Posterstein erzählt Salongeschichten aus dem Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821), die in den Schlössern Tannenfeld und Löbichau in der Postersteiner Nachbarschaft viele Sommer lang residierte. An Hand von einmaligen Portraitzeichnungen Löbichauer Gäste, die der Maler Ernst Welker in Tiergestalt darstellte, kann man eintauchen in die Zeit um 1819/20. Hier tun sich Schicksale auf und Familienbande werden aufgedröselt. Man begegnet illustren Persönlichkeiten vom Herzog von Gotha über Christoph August Tiedge bis hin zum Strafrechtler Paul Johann Anselm von Feuerbach.

Von der Eröffnung der Ausstellung berichtet der TV-Journalist Gunter Auer:

Burg Posterstein: Eröffnung Salongeschichten from Burg Posterstein on Vimeo.

Tanzen und Teetrinken? – Die Salons des frühen 19. Jahrhunderts

Aus den Pariser Salons des 18. Jahrhunderts, in denen sich Mitglieder des Hofes, Gelehrte und Künstler begegneten, ging in der Zeit der Aufklärung eine Kultur hervor, die sich über ganz Europa ausbreitete. Sowohl adlige als auch gebildete bürgerliche Damen gründeten Musenhöfe und Salons. Den gesellschaftlichen Mittelpunkt eines Musenhofs wie auch eines Salons bildete stets die Gastgeberin. Die adlige Initiatorin eines Musenhofs lud ihre Gäste nicht nur für einen Abend, sondern ließ sie zum Teil wochenlang in ihrem Schloss wohnen. Der berühmte Kreis um die Weimarer Herzogin Anna Amalia gilt als solcher Musenhof. Bekannte Salons unterhielten Madame de Staël oder Madame Récamier in Frankreich sowie Henriette Herz, Rahel Varnhagen oder Dorothea Schlegel in Berlin.

Kultur, Kunst und politische Diskussionen im kleinen Löbichau

Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Löbichau – nur zwei Kilometer von Posterstein entfernt gelegen – zusammen mit Schloss Tannenfeld zu einem solchen Zentrum des geistig-kulturellen Lebens in Deutschland. Der Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland in Löbichau gehörte zu den bekanntesten seiner Art. Wichtige Impulse schöpfte die gebildete Adlige aus ihren erstklassigen Beziehungen zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen Europas, aus dem damit verbundenen Netzwerk der Personen, aus ihren Aufenthalten in bekannten Berliner und Pariser Salons sowie im mondänen Karlsbad. Bedeutende Staatsmänner ihrer Zeit kannte die Herzogin persönlich.

Ernst Welker zeichnete die Krönung des Dichters Schink zum "Frauenlob dem 2ten" im Schloss Löbichau. (Museum Burg Posterstein)
Ernst Welker zeichnete die Krönung des Dichters Schink zum „Frauenlob dem 2ten“ im Schloss Löbichau. (Museum Burg Posterstein)

Manchmal beherbergte die agile Herzogin, die dem alten Adelsgeschlecht Medem aus dem heutigen Lettland entstammte, 200 Gäste gleichzeitig in ihren Schlössern in Löbichau und im nahen Tannenfeld. Es wurde philosophiert, politisiert, diskutiert, musiziert, gedichtet und gezeichnet.

Musenhof Löbichau: Forschungsschwerpunkt im Museum Burg Posterstein

Das Museum Burg Posterstein bemüht sich seit vielen Jahren um die Bewahrung der Tradition des Musenhofes Löbichau, forscht und publiziert und zeigt die ausführlichste Ausstellung zu diesem Teil der europäischen Salongeschichte in einem deutschen Museum. Nicht nur die Biografie Anna Dorothea von Kurlands findet Eingang in die umfangreichen Postersteiner Recherchen, sondern auch die Lebensläufe ihrer ebenso weltgewandten Töchter und ihre vielfältigen Kontakte zur damaligen europäischen Elite. Neben der Dauerausstellung zeigte das Museum in den vergangenen Jahren mehrere Sonderausstellungen zum Thema.

Das Buch "Salongeschichten" erscheint zur Ausstellung
Das Buch „Salongeschichten“ erscheint zur Ausstellung

Im Jahr 2014 konnte das Museum Burg Posterstein eine einmalige Sammlung von Portraitzeichnungen der 1819/1820 in Löbichau anwesenden Gäste ankaufen. Die 47 aquarellierten Zeichnungen fertigte bis auf eine der Maler Ernst Welker an.

Ohne die finanzielle Unterstützung des Freistaats Thüringen, der Bürgerstiftung Altenburger Land, des Landkreises Altenburger Land und des Fördervereins des Museums hätten Ankauf der Zeichnungen, Ausstellung und Publikation nicht realisiert werden können. Dafür gebührt herzlicher Dank.

Die Sonderausstellung „Salongeschichten“ läuft bis 15. November 2015. Zur Sonderausstellung erscheint die gleichnamige Publikation „Salongeschichten: Paris – Löbichau- Wien“.

Weitere Infos:
Blogpost über Carl August Böttiger: „Da steht mein armes Ich aus Stein“
Blogpost: Der Herzog kommt nach Posterstein
Blogpost zur Geschichte des Schlosses Tannenfeld
Blogpost: Jean Pauls Sommer in Löbichau
Blogpost: Rittergut Löbichau – Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Da steht mein Armes Ich von Stein… Salongeschichten aus dem 19. Jahrhundert auf Burg Posterstein

Böttiger185Der bekannte Schriftsteller und Archäologe Carl August Böttiger (1760–1835) weilte häufig als gern gesehener Gast am Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) in Löbichau. Der Oberinspektor der Altertumsmuseen in Dresden stand nicht nur mit Goethe und Schiller in regem Briefwechsel, sondern auch mit der Schriftstellerin Elisa von der Recke (1754–1833) – der Halbschwester der Herzogin von Kurland. 1819 oder 1820 portraitierte ihn der Maler Ernst Welker (1784/88–1857) als Torso aus Stein und setzte darunter den Zweizeiler:

Da steht mein armes Ich von Stein
Und tränke gern ein Gläschen Wein.

Ernst Welker kam als Gesellschafter und Zeichenlehrer der späteren Schriftstellerin Emilie von Binzer (1801–1891), damals noch Emilie von Gerschau, nach Löbichau. Diese wiederum reiste zusammen mit ihrer Tante und Pflegemutter Wilhelmine von Sagan (1781–1839), der ältesten Tochter der Herzogin.

Geistiges Zentrum für einen Wimpernschlag der Geschichte

Ende des 18. Jahrhunderts war das kleine Löbichau – nur zwei Kilometer von Posterstein entfernt gelegen – zusammen mit Schloss Tannenfeld ein Zentrum des geistig-kulturellen Lebens in Deutschland. Der Musenhof der Herzogin von Kurland gehörte zu den bekanntesten seiner Art. Einflussreiche Staatsmänner, Dichter, Künstler, Bürgerliche und Adlige zählten zu den regelmäßigen Besuchern.

In der zwanglosen, künstlerischen Atmosphäre dieses Musenhofs müssen Ernst Welker und seine Schülerin Emilie von Gerschau (Binzer) sich den Spaß gemacht haben, von insgesamt 46 Salongästen sowie der Herzogin aquarellierte Portraits in Gestalt von Tieren oder Gegenständen mit Menschenkopf zu fertigen. Spruch und Bild nehmen mal witzig, mal banal Bezug auf die jeweilige historische Persönlichkeit.

Einmalige Portraits – erstmals öffentlich gezeigt

Im Jahr 2014 konnte das Museum Burg Posterstein diese einmalige Sammlung von Portraitzeichnungen der 1819/1820 in Löbichau anwesenden Gäste ankaufen. Die Sammlung aus dem Besitz von Emilie von Binzer wird in der Sonderausstellung „Salongeschichten“ (16. August bis 15. November 2015) und in der zugehörigen Publikation erstmals gezeigt. Die dargestellten Personen werden portraitiert und in den historischen Kontext gestellt.

In ihrem späten Rückblick auf ihre Zeit in Löbichau, dem Buch „Drei Sommer in Löbichau“ aus dem Jahr 1877, beschreibt Emilie von Binzer die anwesenden Gäste ungeschönt, aber doch gutmütig. Über Hofrath Böttiger notierte sie Folgendes:

„Der Archäolog Böttiger war keine anziehende Erscheinung; so wenig er Tieck gefallen hatte, ebenso wenig gefel er Goethe. Dieser sagte einst Jemanden, der es mir wieder erzählt hat: ‚Ich sah auf der Wiese in Karlsbad eine Gestalt, und dachte bei mir: welche Aehnlichkeit mit Böttiger! Endlich kommt sie näher, und ich sehe, daß er es selbst ist. Gottlob, rief ich aus, so existiert er doch nur einmal.’ Frau von der Recke und Tiedge aber waren nicht der Ansicht und hielten ihn hoch […].“ (Emilie von Binzer: Drei Sommer in Löbichau, Stuttgart 1877, S. 89)

Die Eröffnung der Ausstellung findet am 16. August 2015, 15 Uhr, auf Burg Posterstein statt.

Cover_salon_2-214x300Katalog zur Ausstellung:
Salongeschichten. Paris – Löbichau – Wien. Gäste im Salon der Herzogin von Kurland im Porträt des Malers Ernst Welker, Museum Burg Posterstein, 2015. 120 Seiten, farbig, ISBN 978-3-86104-094-1, 15 Euro.



Zum Weiterlesen:
Schloss Löbichau
Hans Fallada & Schloss Tannenfeld
Jean Pauls Sommer in Löbichau

(Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein)

Museumsverein Burg Posterstein unterwegs: Wanderung auf den Spuren Jean Pauls

Am 25. Mai zogen sich Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein Wanderschuhe an und gingen auf dem oberfränkischen Jean Paul Wanderweg auf Spurensuche. Der berühmte Dichter, der in diesem Jahr zu seinem 250. Geburtstag mit der deutschlandweiten Lifaßsäulenausstellung „Jean Pauls Orte“ auch auf Burg Posterstein geehrt wurde, verbrachte im Sommer 1819 mehrere Wochen im „Musenhof Löbichau“ der Herzogin Anna Dorothea von Kurland. Die Mitglieder des Museumsvereins nahmen dies zum Anlass, den Jean Paul Wanderweg von Joditz nach Hof zu gehen. Vereinsmitglied und Ehrenamtliche Monika Diedrich berichtet davon.

Nun wollten wir aber auch einmal wissen, woher dieser von der Herzogin von Kurland am Löbichauer Hofe so gern gesehene Gast herkam – der Dichter aus dem Fichtelgebirge.

Von Joditz aus, wo sein Vater Pfarrer war, begannen wir unsere Wanderung. Als Kind war Jean Paul oftmals den Weg nach Hof gegangen, wo seine Großeltern lebten. Und wir erlebten jetzt in der frische grüne Mailandschaft, was dem Knaben – damals noch Johann Paul Friedrich Richter – begegnet sein musste, was er unterwegs gesehen und gefühlt haben mochte.

Informationstafel am Jean Paul Weg
Informationstafel am Jean Paul Weg

An verschieden Stellen des Wanderwegs waren Tafeln angebracht, auf denen zu lesen war, was der Dichter so empfunden hatte. In seinen Romanen gibt er die Erinnerung an seine Kindheit wieder, etwa so:

„Der zweistündige Weg führte durch einen Wald, und darin über einen brausenden Fluss voll Felsstücke, bis endlich auf einer Felderhöhe die Stadt mit zwei Brüdertürmen und mit der Saale in der Talebene den begnügsamen kleinen Träger übermäßig überschüttete und ausfüllte.“

Jean Pauls Weg zu seinen Großeltern führte von Joditz nach Hof immer an der Saale entlang
Jean Pauls Weg zu seinen Großeltern führte von Joditz nach Hof immer an der Saale entlang

Der Weg geht im Prinzip immer an der Saale entlang, einmal rechts vom Fluss, einmal links vom Fluss. Kein anstrengender Weg also, nur manchmal gibt es mäßige Anstiege, bis auf den zur Saalenburg hinauf, der ist kurz und steil.

Die erste Rast - unterwegs auf dem Jean Paul Weg
Die erste Rast – unterwegs auf dem Jean Paul Weg

Die Saalenburg selbst  besteht nur aus einigen wenigen Mauerresten. Und wer dort hinauf kommt und erwartet, etwa einen Bergfried vorzufinden, wird sehr enttäuscht. Das Gelände hat sich ein pfiffiges Wirtspaar zu eigen gemacht und nach seinem Dafürhalten mit „historischen“ Dingen ausgestattet. Bemerkenswert!!! Kredenzt wurde zum Mittagessen ein gutes fränkisches Braunbier, das Getränk, das Jean Paul einst allen anderen Getränken vorzog.

Aber Jean Paul wird nicht zur alten Burg hinaufgestiegen sein. Er wird unterhalb davon die Saale überquert haben, um auf schnellstem Wege zu den Großeltern zu gelangen. Schon bald konnten wir von einer Anhöhe aus auch die Türme der Stadt sehen. Ein wunderschöner Anblick, allerdings verschandelt durch moderne Hochhausbauten. Da hatte es Jean Paul noch besser. Er konnte die Idylle voll genießen.

Auch in Hof steht natürlich eine Litfaßsäule der Ausstellung "Jean Pauls Orte"
Auch in Hof steht natürlich eine Litfaßsäule der Ausstellung „Jean Pauls Orte“

Bald erreichten wir das Dorf Unterkotzau – trotz des Namens nichts Unangenehmes. Wieder wurde die Saale überquert, und nach einigen Kilometern waren wir an der Stadtgrenze von Hof.

Wir hatten für unsere Wanderung mit Mittagspause um die fünf Stunden gebraucht. Jean Paul wird schneller gewesen sein!

(Gast-Beitrag von Monika Diedrich – Herzlichen Dank!)

Einladung zum „Digitalen Musenhof“: 1. Tweetup im Museum Burg Posterstein #IMT13

Digitaler Musenhof auf Burg Posterstein
Hätte die Herzogin von Kurland getwittert?

Am 12. Mai ist Internationaler Museumstag. Auf Burg Posterstein haben wir ein Programm für die ganze Familie zusammengestellt. Alle Veranstaltungen sind im Eintrittspreis inbegriffen. Für Teilnehmer am „digitalen Musenhof“ ist der Eintritt frei.

Der „digitale Musenhof“ startet um 13.30 Uhr

Hätte es damals schon den Kurznachrichtendienst Twitter gegeben, hätte die Herzogin Anna Dorothea von Kurland sicherlich ihr eigenes Profil gehabt. Die redegewandte, politisch und kulturell interessierte Dame hätte eine Menge Follower um sich geschart, mit klugen Tweets – kleinen Botschaften von 140 Zeichen Länge – das Weltgeschehen kommentiert und sich mit den bekanntesten Politikern und Künstlern der Zeit angeregte Debatten geliefert. So stellen wir uns das zumindest vor.

Zum Internationalen Museumstag am 12. Mai wollen wir den Löbichauer Salon der Herzogin von Kurland mit einem Tweetup wieder aufleben lassen. Wir starten um 13.30 Uhr zur Sonderführung durch die Dauerausstellung über den Musenhof Löbichau. Jeder kann teilnehmen, ob mit Smartphone oder als „normaler“ Zuhörer. Twitterer haben freien Eintritt ins Museum und zu allen anderen Veranstaltungen an diesem Tag.

So nehmen Sie am Tweetup „Digitaler Musenhof“ teil

Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (Bild: Burg Posterstein)
Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (Bild: Burg Posterstein)

Um am Tweetup „Digitaler Musenhof“ teilnehmen zu können, brauchen Sie ein Handy mit Internetzugang und ein Twitter-Profil (das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten eingerichtet: Zur Kontoerstellung). Die Teilnehmer folgen der Führung und kommentieren und teilen ihre Erlebnisse zeitgleich auf Twitter. Alle Kommentare werden mit dem Hashtag (Lesezeichen) #IMT13 (Kürzel für: Internationaler Museumstag 2013) versehen. So kann das Geschehen von anderen Twitterern auf Twitter live mitverfolgt werden. Allen Kommentaren zum Thema kann man auf der Twitterwall zum Internationalen Museumstag folgen: http://imt13.tweetwally.com/.

Wenn Sie teilnehmen wollen, senden Sie uns einen Tweet @burgposterstein und melden Sie sich am 12. Mai an der Museumskasse. – Wenn es damals schon Smartphones und Twitter gegeben hätte, wäre die kulturinteressierte und debattierfreudige Herzogin von Kurland sicher eine der ersten Tweetup-Initiatorinnen gewesen.

Zum Weiterlesen:

Museum Burg Posterstein auf Twitter

Twitterwall zum Internationalen Museumstag mit den aktuellesten Tweets

Unser Programm zum Internationalen Museumstag

Was ist ein Tweetup? – Erklärt auf der Website der Kulturkonsorten München

Was ist der Musenhof Löbichau? – Info auf der Website der Burg Posterstein

Wie Frauen in Salons politisch agierten – Artikel von Marlene Hofmann

Weitere Blogbeiträge zum Schloss Löbichau:

Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

Austern unterm Schloss (Ausgrabung in Löbichau)

Von Marlene Hofmann

Jean Pauls Sommer in Löbichau

Im Sommer 1819 verbrachte der Dichter Jean Paul mehrere Wochen im Schloss Löbichau, wo die Herzogin Anna Dorothea von Kurland, eine kulturinteressierte und weltgewandte Dame, einen Salon führte. Der bekannte Schriftsteller erschien mit seinem Pudel, wurde von der Dienerschaft „Schankpol“ genannt, verschmähte den Tee als dünnes fremdländisches Getränk und bevorzugte stattdessen das Geraer Doppelbier.

Der „Musenhof Löbichau“

Schloss Löbichau ((c) Museum Burg Posterstein)
Im Schloss Löbichau nahe Posterstein führte die kulturinteressierte Herzogin von Kurland einen Salon (Bild: Museum Burg Posterstein)

1795 etablierte die aus dem heutigen Lettland stammende Herzogin Anna Dorothea von Kurland im thüringischen Löbichau ihre neue Residenz. Sie suchte sich genau diesen Ort im damaligen Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg aus, um kulturelle Zentren, wie zum Beispiel Weimar, Dresden, Leipzig sowie Karlsbad schnell zu erreichen und ihren zahlreichen Gästen den Weg nach Löbichau zu erleichtern. Willkommen war jeder, der zu einer niveauvollen Unterhaltung beitragen konnte, und zwar unabhängig von seinem Stand. Diese Art des literarischen Salons praktizierte die Herzogin bereits in Berlin in ihrem Palais Unter den Linden, der heutigen russischen Botschaft.

Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (Bild: Burg Posterstein)
Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (Bild: Burg Posterstein)

Anna Dorothea von Kurland (1761-1821), eine schöne, begehrte und vor allem reiche Dame der herrschenden europäischen Adelsgesellschaft, gehörte zu jenen bekannten Salonieren des 19. Jahrhunderts, die weltoffen und geistreich gleichsam als Vermittlerinnen von Kultur und Politik agierten. Ihr Medium war die Konversation. Als Herzogin erhielt sie Zugang zu den höchsten gesellschaftlichen Kreisen, besonders zu den Höfen in Berlin, St. Petersburg und Paris; Metternich, Alexander I., Friedrich Wilhelm III., Napoleon und Talleyrand kannte sie persönlich. Dieser Umstand ermöglichte ihr einen ganz speziellen Anteil an der Gestaltung europäischer Geschichte.

Der Löbichauer Musenhof der Herzogin von Kurland war einer der bekanntesten seiner Art im beginnenden 19. Jahrhundert. In den Schlössern Löbichau und Tannenfeld herrschte von 1794 bis 1821 ein reges gesellschaftliches Leben, das Politik, Literatur, Malerei, Musik und Wissenschaft vereinte. Man traf sich zu politischen Disputen, Vorträgen, Festen, Theateraufführungen, Lesungen oder Konzerten.

Jean Paul in Löbichau

Der Dichter Jean Paul verbrachte den Sommer 1819 in Löbichau (Bild: Museum Burg Posterstein)
Der Dichter Jean Paul verbrachte den Sommer 1819 in Löbichau (Bild: Museum Burg Posterstein)

„Ich langte gestern gegen 3 Uhr in Baireuth an und schickte zu den Legationsrath Richter oder Jean Paul […] Er schien sich bey mir zu gefallen, und versprach mich diesen Sommer in Loebichau zu besuchen“.

(Herzogin von Kurland über ihren Besuch bei Jean Paul in Bayreuth am 3. Mai 1819 – Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek: ThULB Jena, Nachlass Biron Abt. A , Nr. I bis XIX, Tagebücher der Herzogin von Kurland, Tagebuch Nr. XVIII, 3. Mai 1819)

Jean Paul folgte der Einladung gern und weilte im Sommer 1819 als Gast der Herzogin Anna Dorothea von Kurland in Löbichau. Am 31. August fuhr man ihm bis Gera entgegen. Der bekannte Schriftsteller erschien mit seinem Pudel, wurde von der Dienerschaft „Schankpol“ genannt, verschmähte den Tee als dünnes fremdländisches Getränk und bevorzugte stattdessen das Geraer Doppelbier.

Der Archäologe Anselm von Feuerbach (1798-1851), Sohn des Strafrechtlers Paul Johann Anselm von Feuerbach, schrieb in sein Tagebuch:

„…Ich wohne mit Jean Paul Thür an Thür. Er ist gütig gegen mich, und ich armer Melancholicus gebe ihm Stoff zu tausend Witzen. Er schreibt Aphorismen, um sie des Morgens den Fürstinnen vorzulesen…“

(Quelle: Binzer, Emilie von: Drei Sommer in Löbichau, Stuttgart 1887, S. 70)

Die Schriftstellerin Emilie Henriette Adelheid von Binzer (1801-1891) erinnerte sich an die Lesungen mit Jean Paul in Tannenfeld:

„… Diese Morgenvorlesungen fanden in Tannenfeld statt, halb im Freien. Er saß auf dem Vorhause mit offener Thüre nach der Freitreppe, wo mehrere von uns in guter Hörweite saßen; am erinnerlichsten ist mir ein schöner Aufsatz, ich glaube er hieß: Erinnerungen von schönen Stunden…“

(Quelle: Binzer, Emilie von: Drei Sommer in Löbichau, Stuttgart 1887, S. 70)

Schloss Tannenfeld (Ansichtskarte, Museum Burg Posterstein)
Im Park von Schloss Tannenfeld hielt Jean Paul Morgenvorlesungen im Freien ab (Ansichtskarte, Museum Burg Posterstein)

Jean Paul war fasziniert von Löbichau. Das Leben am Musenhof gestaltete sich kurzweilig. Spaziergänge in Löbichau oder im Park von Tannenfeld, Gesprächsrunden, Lesungen, Konzerte, Theateraufführungen oder gesellige Spiele standen auf der Tagesordnung.

Später beschrieb er seine Begegnungen am Löbichauer Musenhof in den „Briefblättchen an die Leserin des Damen-Taschenkalenders bei gegenwärtiger Übergabe meiner abgerissenen Gedanken vor dem Frühstück und dem Nachtstück in Löbichau“.

„… Das Weitläuftigere gehört in die Selberlebensbeschreibung, dass der Verfasser der gedachten Gedanken abends den 31. August 1819 nach dem Wunsche der Herzogin und nach seinem noch stärkeren in ihr Schloß zu Löbichau unter zwar schwacher und nicht militärischer, aber reizender und weiblicher Begleitung gebracht wurde. Das freundliche, italienisch abgedachte Sommerschloß liegt, mit seinem Altane und seinen Säulen, vor dem weiten bowling-green, um welches sich der einfache Park mit seinen Baumgängen zieht, und an den Park lehnt sich das freundliche, mit Bäumen durchzogene Löbichau. Im Schlosse wohnen die Herzogin und ihre Schwester, die Gräfin Elisa von der Recke [Anm.: Elisa von der Recke, (1754-1833), war ebenfalls Schriftstellerin] , und alle Gäste beider. In Tannefeld, einem kleinen Sommer- oder vielmehr Frühlings-Sitz, eine halbe Stunde entfernt, wohnten die drei Töchter der Herzogin, […] – Es kostete mir bisher Mühe, gute Leserin, so oft das Beiwort ‚reizend’ zu unterdrücken; später aber ist mir die Mühe nicht mehr anzusinnen…“

(Quelle: Paul, Jean: „Briefblättchen an die Leserin des Damen-Taschenkalenders bei gegenwärtiger Übergabe meiner abgerissenen Gedanken vor dem Frühstück und dem Nachtstück in Löbichau“, in: Paul, Jean: Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1821, Tübingen bey Cotta 1821. S. 287)

Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)

Eigens für Jean Paul arrangierte man in Löbichau am 9. September ein Inselfest:

„… Um 9 Uhr abends nach dem Essen lud die Herzogin Dorothea zu einem Spaziergange durch die Baumgänge auf eine kleine Insel, wo man mittags vorher gefrühstückt, so gleichgültig ein, als wolle sie nichts verheißen. Als man in den hohen und langen Baumgang eintrat, war er von den untersten Zweigen bis zu den Gipfeln überglänzt, und alles Laub war wie von Frühling oder Abendröte durchsichtig. Lampen unter den Bäumen, von kleinen Vertiefungen verdeckt, waren Lichtspringbrunnen und durchsprengten mit einigem aufwärts steigenden Glanz das dunkle Gezweig. Aus dem Grün schienen verklärte Bäume aufzuschweben, und die Blätter als feurige Zungen zu zittern. Durch die Feuersäulen-Ordnung kam der Zug in das kleine runde Eiland, wo man, von erleuchteten Bäumen wie von Glanzriesen umzingelt, oben nur einen schwarzen Ausschnitt des Nachthimmels mit blitzenden Sternen erblickte. Musik und Gesang gaben dem stillen Glanze und der Zauberinsel gleichsam Bewegung, und die Lichter wurden zu Tönen…“

(Quelle: Paul, Jean: „Briefblättchen an die Leserin des Damen-Taschenkalenders bei gegenwärtiger Übergabe meiner abgerissenen Gedanken vor dem Frühstück und dem Nachtstück in Löbichau“, in: Paul, Jean: Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1821, Tübingen bey Cotta 1821. S. 303f.)

Jean Paul las gern vor:

„… Schöne Leserin, Sie konnten, wenn Sie in Löbichau an der Tafel saßen oder nachher auf dem Kanapee, welche Meinung Sie wollten, ergreifen oder angreifen – gegen oder für Magnetiseurs – gegen oder für Juden – gegen oder für die Ultras und Liberale; – ja Sie konnten besonders im letzten politischen Falle, wie Sie da wohl als Dame zuweilen tun, Ihre schöne Stimme geben als eine lauteste: niemand wird etwas dagegen sagen – als höchstens seine Gründe…“

(Quelle: Paul, Jean: „Briefblättchen an die Leserin des Damen-Taschenkalenders bei gegenwärtiger Übergabe meiner abgerissenen Gedanken vor dem Frühstück und dem Nachtstück in Löbichau“, in: Paul, Jean: Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1821, Tübingen bey Cotta 1821. S. 293)

Jean Paul reiste am 17. September aus Löbichau ab. Die Herzogin von Kurland notierte in ihrem Tagebuch:

… Täglich verringert sich die Zahl der Gesellschaft. Jean Paul verließ uns nach dem Frühstück …“  

(Quelle: Friedrich-Schiller-Universität Jena, Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek: ThULB Jena, Nachlass Biron Abt. A, Nr. I bis XIX, Tagebücher der Herzogin von Kurland, Tagebuch Nr. XVIII, 17. September 1819)

Weitere Informationen: Auf Jean Pauls Spuren im Altenburger Land

Wenn Sie auf Jean Pauls Spuren wandeln möchten, sollten Sie die Litfaßsäulenausstellung „Jean Pauls Orte“ und auch die Dauerausstellung im Museum Burg Posterstein nicht versäumen. Anschließend bietet sich ein Abstecher nach Tannenfeld und Löbichau an. Im dortigen Landgasthof kann man dann bei Köstritzer Doppelbier entspannen.

Ständige Ausstellung im Museum Burg Posterstein:

„Zwischen Metternich und Talleyrand – Der Musenhof der Herzogin von Kurland im Schloss zu Löbichau“:

Die Ausstellung gibt einen Überblick über die historischen Ereignisse, berichtet über das Reisen im damaligen Europa und lässt die Zeit des Musenhofes auf Schloss Löbichau wieder lebendig werden. Die Zeiteinteilung in Löbichau ist zwanglos und Höhepunkt des Tages ist meist der Abend, der alle Gäste zur Teestunde im großen Saal des Schlosses versammelt. Es wird geplaudert, philosophiert, gedichtet, getanzt und musiziert, manchmal spielen die Gäste auch selbst Theater, auch im Schloss Tannenfeld auf einer kleinen Bühne. Oft enden diese Zusammenkünfte erst weit nach Mitternacht…

Sonderausstellung „Jean Pauls Orte“

ab 21. März: Litfaßsäulenausstellung zu seinem 250. Geburtstag im Jahr 2013

Die Ausstellung ist Teil des Projekts „250 Jahre Jean Paul – Ein Projekt des Vereins „Jean Paul 2013 e.V.“, der zentralen Organisationsplattform des Jubiläumsjahres: „Es ist ein großes rundes Jubiläum: Ein Vierteljahrtausend Jean Paul. Das Motto dazu lautet: Jean Paul für Alle. Wir gehen mit Jean Paul zu den Menschen und warten nicht, bis sie in ein Museum kommen. Wir thematisieren Jean Paul überall dort, wo er gelebt und gewirkt hat: an den Orten seines Lebens und seiner Bücher.“

Enthüllung der Litfaßsäule am 21. März

Zur Ausstellung erscheint eine Neuauflage unseres Buches:

„Löbichauer Sommer“

von Peter Schönhoff und Klaus Hofmann

Dem Leser werden die historischen Zusammenhänge um Schloss Löbichau und seiner kunstsinnigen Herzogin näher gebracht. Peter Schönhoffs Novelle „Gebackener Katzendreck“ befasst sich mit dem Besuch des Schriftstellers Jean Paul in Löbichau im Jahr 1819.

Weitere Literatur

Buchtitel "Die Herzogin von Kurland im Spiegel ihrer Zeitgenossen" (Burg Posterstein)
Buchtitel „Die Herzogin von Kurland im Spiegel ihrer Zeitgenossen“ (Burg Posterstein)

„Die Herzogin von Kurland im Spiegel ihrer Zeitgenossen“

Europäische Salonkultur um 1800 – Zum 250. Geburtstag der Herzogin von Kurland

Klaus Hofmann (Herausgeber), 248 Seiten, farbig, Museum Burg Posterstein, 2011

ISBN 978-3-86104-086-6 (29,00 Euro)

 

Wo ich einst residierte, wo ich Fürstin des Landes war! – Lebensstationen der Herzogin von Kurland“

Sabine und Klaus Hofmann, Museum Burg Posterstein, 2007

64 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen.

Dem in deutscher Sprache verfassten Buch sind Übersetzungen ins Französische, Polnische, Lettische und Englische beigefügt (12,00 Euro)

„Zwischen Metternich und Talleyrand – Der Musenhof der Herzogin von Kurland im Schloss zu Löbichau“

Sabine und Klaus Hofmann, Museum Burg Posterstein, 2004

104 Seiten, s/w mit zahlreichen Abbildungen.

ISBN 3-86104-066-2 (12.50 Euro)

Austern unterm Schloss

Der Landkreis Altenburger Land ließ das Schloss in Löbichau, ehemals Musenhof der Herzogin Dorothea von Kurland, 2009 abreißen. Auf der Fläche wurde ein Neubau errichtet, der heute als Pflegeheim dient. Die Fassade erinnert noch an das Schloss und Löbichaus Glanzzeiten im frühen 19. Jahrhundert (mehr dazu). Bevor jedoch der Neubau entstand, führte das Thüringische Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege archäologische Grabungen auf dem Gelände durch. Davon und von anderen aktuellen Grabungsprojekten der Behörde berichtet vom 4. März bis 30. April 2012 die Sonderausstellung „Archäologie im Altenburger Land“ auf Burg Posterstein.

Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)

Schon drei Umbauten seit dem 16. Jahrhundert
Bei den Grabungen in Löbichau konnten drei Bauphasen festgestellt werden. Die früheste datiert ins 16. Jahrhundert. Zu dieser Zeit dominierten offenbar noch Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Rittergutes Löbichau den späteren Standort des Schlosses. Der Brand aus dem Jahr 1766 war für die Fachleute an Hand von großflächigen Schuttverfüllungen deutlich nachweisbar. Die zweite Bauphase folgte, nachdem die Herzogin Anna Dorothea von Kurland das Anwesen 1795 kaufen ließ. Bis 1800 ließ sie den Südwestflügel des Rittergutes in ein klassizistisches Schloss umbauen, in das sie fortan in den Sommermonaten regelmäßig Staatsmänner, Dichter, Künstler und Musiker ihrer Zeit einlud (mehr dazu). Die dritte Bauphase begann etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts, als nach dem Tod der Herzogin Anna Dorothea von Kurland 1821 das Schloss zunächst als Wohnsitz ihrer Familie, später als „Johanna-Luisen-Stift“ und seit 1945 als Alten- und Pflegeheim genutzt wurde. Besonders in die letzte Zeitepoche datieren verschiedene Ein- und Anbauten wie Mauern, Keller und Rampen.

Abrissarbeiten am Schloss Löbichau 2009 (c) Thüringisches Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege
Abrissarbeiten am Schloss Löbichau 2009 (c) Thüringisches Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege

Messer, Hufeisen und Austernschalen
Das Fundmaterial datiert vom 14. und 15. Jahrhundert bis in unsere heutige Zeit. Es setzt sich vor allem aus Keramikscherben, Dachziegelresten, eisernen Gegenständen wie Beschlägen, Nägeln, Messern, Hufeisenteilen und Tierknochen zusammen. An Kleinfunden sind ein Spinnwirtel, Pfeifenbruchstücke, Austernschalen, Tonmurmeln, Holzperlen eines Rosenkranzes und eine Münze aus dem 18. Jahrhundert zu nennen. Wenige bearbeitete Hölzer ergänzen das Spektrum. Die oben erwähnte Münze ist ein Rechenpfennig von Johann Jacob Dietzel (1711-1748) aus Messing.

Plakat Sonderausstellung Archäologie im Altenburger Land auf Burg Posterstein 2012
Plakat Sonderausstellung Archäologie im Altenburger Land auf Burg Posterstein 2012

Ausgrabung in der Kiste
Die Ausstellung „Archäologie im Altenburger Land“ wird am 4. März, 15 Uhr, auf Burg Posterstein eröffnet. Im Begleitprogramm zur Ausstellung bietet das Museum u. a. Führungen für Kinder an: Unter dem Motto: „Was ist Archäologie? – Ausgrabung in der Kiste“, können die kleinen Besucher lernen, was beim Ausgraben von Gegenständen aus unterschiedlichen Zeiten zu beachten ist, welche Erkenntnisse gewonnen werden oder wie ein Fundbericht verfasst wird. Eine Voranmeldung ist hierfür erforderlich.

Live von der Baustelle
Einen Einblick in die Ergebnisse der Grabungen gibt auch ein Kurzfilm des lokalen Senders TV Kabel Plus vom August 2009:

Mehr zur Grabung in Löbichau:
Sonderausstellung „Archäologie im Altenburger Land“, vom 4. März bis 30. April 2012 im Museum Burg Posterstein
Weitere Infos auf der Website des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege

Von Marlene Hofmann

Rittergut Löbichau – Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Löbichau, Ansichtskarte von 1904 (Museum Burg Posterstein)

Löbichau wurde im 13. Jahrhundert erstmals als ehemals mittelalterliche Wasserburganlage erwähnt. Das alte Herrenhaus aus dem 16. Jahrhundert wurde 1908 umgebaut.

Den klassizistischen Schlossbau ließ die Herzogin von Kurland um 1796/98 erbauen. Im Park befand sich damals ein Komödienhaus. Den künstlerischen Salon der Herzogin besuchten internationale Berühmtheiten, der bekannteste darunter war wohl Zar Alexander I. von Russland. Zeitweise weilten bis zu dreihundert Gäste gleichzeitig in Löbichau. Die Zeiteinteilung am Musenhof war zwanglos und der Höhepunkt des Tages war meist erst der Abend, der alle Gäste zur Teestunde im großen Saal des Schlosses versammelte. Man plauderte, philosophierte, dichtete, tanzte und musizierte; und manchmal spielten die Gäste auch selbst Theater – auch im nahe gelegenen Schloss Tannenfeld auf einer kleinen Bühne.

Schloss Tannenfeld, 2000 (Museum Burg Posterstein)
Schloss Tannenfeld, 2000 (Museum Burg Posterstein)

Im Zuge der Bodenreform 1945 enteignete man die damaligen Rittergutsbesitzer. Das Schloss und die Wirtschaftsgebäude wurde nach 1945 stark verändert. Die Räumlichkeiten nutzte man fortan für ein Pflegeheim. 2009 folgte der Totalabriss von Schloss und Herrenhaus, um für die Schmöllner Heimbetriebsgesellschaft einen Neubau zu errichten. Die verbleibenden Wirtschaftsgebäude wurden saniert und beherbergen einen Bürgersaal und den Sitz der kommunalen Verwaltung.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Dem Musenhof von Löbichau widmet sich ein Teil der Dauerausstellung des Museums Burg Posterstein und mehrere Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein