im Video-Interview aus dem Jahr 2005 trug die Künstlerin Luise Neupert einen ihrer erheiternden Limericks vor: „Da reist eine Dame nach Athen. | Die wollt mal nach den Eulen sehen. | Das hat sie nicht bereut. | Die Eulen hat’s gefreut, | mal eine nackige Dame zu seh’n.“ Dazu bemerkte die Künstlerin trocken: „Das kommt alles davon, dass mein Mann und ich ein Berufsleben Unterwäsche fotografiert haben.“
Wer Luise Neupert im Original hören möchte, kann das auf unserem YouTube-Kanal tun.
Luise Neupert, geboren als Elise Luise Keil am 14. September 1926 in Chemnitz, studierte unter anderem in der Fachrichtung Werbewesen an der Kunstgewerbeschule Leipzig und an der renommierten Staatlichen Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig, in der Fachrichtung Grafik bei Elisabeth Voigt, Max Schwimmer, Kurt Magritz und Egon Pruggmeyer. Ihrem Studienkollegen Wolfgang Mattheuer blieb sie auch nach der Studienzeit freundschaftlich verbunden.
Besucher in der Sonderschau mit Scherenschnitt von Luise Neupert (Foto: Hannes Menzer)
An der Leipziger Hochschule traf Luise Neupert auf ihren Kommilitonen Hans Neupert (1920–2019), den sie 1952 heiratete. Mit ihm zusammen zog sie in dessen Heimatstadt ins Thüringische Schmölln, wo sie bis zu ihrem Tod am 31. Juli 2009 lebte. Gemeinsam gestalteten sie Gebrauchsgrafik in ihrem unverkennbaren Stil. Leicht bekleidete Tänzerinnen, Nixen, Nymphen und elegante Damen wie auch Herren hielten Einzug in die Werbung und den Scherenschnitt. Witz und Erotik wurden zum Markenzeichen des Paares.
Besucher in der Sonderschau mit Gebrauchsgrafik von Hans und Luise Neupert im Vordergrund (Foto: Hannes Menzer)
So sind in der Kabinett-Ausstellung „Mehr als Schwarz und Weiß: Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ auf Burg Posterstein neben knapp 60 originalen Scherenschnitten von Luise Neupert auch werbegrafische Arbeiten des Ehepaares Neupert zu sehen. Darunter sind beispielsweise Werbekalender, Verpackungen und Broschüren für verschiedene Firmen aus der Sammlung des Museums für Angewandte Kunst Gera. Gemeinsam mit Hans Neupert gestaltete sie später die Messeauftritte und Werbeprodukte wichtiger Handelsunternehmen der DDR, darunter Wiratex, AKA-Electric, MALIMO, Zeiss-Jena, Lucie Kaiser Altenburg, Wolle&Seide Meerane und Chemiefaserkombinat Schwarza. Eingang in die Ausstellung fanden auch Teile des persönlichen Nachlasses des Künstlerpaares, der dem Museum per Vermächtnis übergeben wurde.
Scherenschnitt von Luise Neupert – bis 15. November 2026 ist die Ausstellung „Nackte Nymphen und scharfe Schnitte“ in Posterstein zu sehen..
Bildende Kunst betrieb Luise Neupert dennoch. Sie illustrierte Bücher mit Federzeichnungen, Zeichnungen und Scherenschnitten. Besonders meisterhaft setzte sie ihre Ideen mittels Schere um. Sie holte den klassischen Scherenschnitt mit ihrer Motivwahl und ihrem Esprit, ihrer Ironie und ihrer Erotik, ihren Ideen und ihrer grandiosen Technik aus seiner verstaubten Ecke. Ihre Werke fanden nicht nur Eingang in die Sammlungen großer Museen, sondern wurden auch vielfach publiziert.
Bisher sahen fast 9000 Besucherinnen und Besucher die Postersteiner Ausstellung, die noch bis 15. November 2026 zu sehen ist.
Das Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM) hat sich die Baustelle des Nordflügels der Burg Posterstein für eine „musikalische Erstbespielung“ ausgesucht. In einer Klangprozession führen die Musiker ihr Publikum am 15. Juni 2025, 15 Uhr, in die neu entstehenden Räume. Den Rohbau tauchen sie in sphärische Klänge und schaffen völlig neue Sinneseindrücke. Der Leipziger Aktionskünstler Adam Noack malt live zur Musik.
Interview mit Michael und Matthias von Hintzenstern
Klingt merkwürdig? – Im Interview erzählen Michael und Matthias von Hintzenstern vom Ensemble für Intuitive Musik aus Weimar, was es mit dem Projekt auf sich hat.
Ein weiteres Interview mit dem Künstler Adam Noack gibt es hier.
Michael und Matthias von Hintzenstern im Mai 2025 (Foto: Gabriele Stötzer).
Lieber Michael von Hintzenstern, können Sie das Ensemble kurz vorstellen?
Michael: Das Ensemble besteht aus Daniel Hoffmann (Trompete/Flügelhorn), Matthias von Hintzenstern (Violoncello/ Obertongesang), Hans Tutschku (Boston, Harvard Universität; Live-Elektronik) und mir, Michael von Hintzenstern (Klavier/Harmonium/ Orgel). Die Besetzung hat sich im Lauf der Jahre nur minimal geändert, das Ensemble ist aber seit Gründung 1980 immer bestehen geblieben. Das heißt, wir feiern unser 45-jähriges Jubiläum.
Matthias: Uns verbindet unser gemeinsames Interesse an der Musik des Komponisten Karlheinz Stockhausen. Die brachte uns auf die Idee, selbst so ein Ensemble für Intuitive Musik zu gründen. So etwas gab es in der DDR nicht, experimentelle Avantgarde-Musik war tabuisiert und galt als westlich.
Michael: Karlheinz Stockhausen aus Köln war einer der Urväter der elektronischen Musik. Ich hab ihm als 14-jähriger einen Brief geschrieben und er hat auch geantwortet – und dabei stellte sich heraus, dass ich zu derzeit der einzige DDR-Bürger war, der mit ihm in Kontakt stand. Das hat sich später noch intensiviert und er hat uns bei unseren Auftritten sehr unterstützt.
Eine Prozession zum Klang der Bilder – das hört sich nicht nach einer klassischen Konzertsituation mit Bühne und Stuhlreihen an. Noch dazu im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein, der sonst noch nicht für Besucher zugänglich ist. Was erwartet die Gäste an diesem Nachmittag?
Michael: Wir werden die Gäste im Eingangsbereich der Burg empfangen und dann leiten wir sie auf die Baustelle in den großen Saal. Dort wird dann der Maler Adam Noack dazukommen und zur Musik aktiv werden.
Was reizt Sie daran, die Baustelle im Schatten des 25 Meter hohen Bergfrieds der Burg Posterstein mit Klängen zu durchdringen?
Michael: Posterstein ist für uns schon lange ein inspirierender Ort gewesen. Mein Bruder Matthias hat schon über ein Jahrzehnt aktiv mitgewirkt in den Museumsaktivitäten. Vor 25 Jahren gab es schonmal eine große Klanginstallation in der gesamten Burg.
Natürlich haben wir das großartige Baugeschehen in Posterstein verfolgt. Jetzt ist es für uns eine Ehre, den neuen Raum erstmals zu bespielen. Das Prinzip der „Erstbespielung“ haben wir uns seit über vierzig Jahren auf die Fahnen geschrieben.
Matthias: Das heißt, an Orten spielen, wo noch nie Musik erklungen ist. Zum Beispiel in einem Salzbergwerk bei Sondershausen 600 Meter unter Tage, im Steinbruch Ehringsdorf oder auf einem Lavafeld bei Mexiko City.
Michael: Für den Auftritt in Posterstein reist Hans Tutschku extra aus Amerika an, der einzige Thüringer, der in Harvard eine Professur hat und zudem noch ein Vorreiter der Neuen Musik ist.
Wissen Sie schon, wie die Baustelle klingen wird?
Michael: Das werden wir erst ganz kurzfristig feststellen, wenn wir aufbauen. Hans Tutschku ist ein erfahrener Akustiker, der wird das hinbekommen. Live versuchen wir dann, den optimalen Klang zu finden.
Abgesehen davon entsteht Intuitive Musik natürlich im Moment der Aufführung. Die Musiker sind in besonderer Weise dazu angehalten, sich auf eine neue Situation einzustellen. Das Moment der Aufführung ist das Ziel. Es entsteht immer etwas Neues.
Matthias: Das Publikum spielt eine wichtige Rolle dabei: Die Reaktionen der Zuschauer fließen in die Musik ein. Es ist eine Wechselwirkung.
Aktuell ist der Nordflügel ein Rohbau. Der Innenausbau fehlt noch.
Was ist das Spannende daran, mit einem Künstler wie Adam Noack zusammenzuarbeiten?
Michael: Adam Noack gehört zu den jungen, aufstrebenden Künstlern. Ihn kenne ich durch die Galerie Eigenheim in Weimar. Er kann beides: Realistische Zeichnungen von Ort und Publikum anfertigen, aber auch abstrakt malen. Er arbeitet an mehreren Leinwänden gleichzeitig. Das Publikum und die Musiker können das live mitverfolgen. Auch das ist Aktion und Reaktion und es ist sehr unterhaltsam. Unser Ensemble hat das Konzept mit verschiedenen Künstlern probiert.
Die Zeichnung „Trumpet solo“ von Adam Noack stammt von dessen Website:
Matthias: Die Idee ist schon alt und entstand, als ich zu einem Konzert in den 1980ern mit DDR-Diaprojektoren abstrakte, sich verändernde Bilder auf Glasplättchen in den Raum projizierte. Die Idee entwickelte Hans Tutschku weiter – mit 42 Projektoren und über 300 Dias für eine Aufführung im Jenaer Planetarium. Ein kosmisch erscheinendes Bildgeschehen in Bewegung – das ist faszinierend. Seither haben wir schon viele synästhetische Projekte umgesetzt, auch mit Dichtern.
Wie können sich die Konzertgäste am besten auf die Klangprozession vorbereiten?
Matthias und Michael: Ausgeschlafen und gespannt sein. Neugier mitbringen, erstmal gucken und es auf sich zukommen lassen. Man kann auch zwischendurch die Augen schließen und sich fallen lassen. Die Fantasie wird angeregt, Vorurteile abgestellt. Man darf durchaus die Position verändern. Und wegen der Baustelle empfiehlt es sich natürlich, festes Schuhwerk anzuziehen.
Wir danken ganz herzlich für das Interview!
Weitere Informationen zum Ensemble finden Sie hier und hier.
So klingt der Rohbau
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar füllte den Rohbau des neuen Nordflügels der Burg Posterstein mit sphärischen Klängen, die mal an Sturm, mal an Regen, mal an Tage voller Sonnenschein erinnerten. Der Künstler Adam Noack hielt das Event live in zahlreichen farbigen Skizzen von Musikern und Publikum sowie abstrakt auf großer Leinwand fest.
Über 50 Gäste waren dabei – wir danken allen, die gekommen sind!
Adam Noack begann schon vor Konzertbeginn die Künstler und das Publikum zu skizzieren.Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack während der musikalischen Erstbespielung des neuen Norflügels der Burg Posterstein.Michael von Hintzenstern spielte Harmonium und diverse Rhythmusinstrumente.Adam Noack zeichnete die Musiker live während der Aufführung.Matthias von Hintzenstern trug mit Cioloncello, Klangschale und Obertongesang zum Musikerlebnis bei.Michael und Matthias von Hintzenstern während der musikalischen Erstbespielung des Rohbaus des Nordflügels der Burg Posterstein.Hans Tutschku war verantwortlich für die Live-Elektronik.Adam Noack hielt das Konzert auch in einem abstrakten Gemälde fest.Michael von Hintzenstern am Harmonium.Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack schufen am 15. Juni 2025 im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.Das fertige abstrakte Gemälde Adam Noacks.Für das besondere Klangkunsterlebnis ernteten die vier Künstler viel Applaus.
Die Baustelle des neuen Nordflügels der Burg Posterstein
2024 entstand der Rohbau des neuen Nordflügels der Burg Posterstein. Optisch lehnt er sich nah an den 1952 abgerissenen historischen Vorgängerbau an. Der Wiederaufbau des einstigen Repräsentationsflügels der Burg soll das Museum Burg Posterstein in die Lage versetzen, einen ganzen Bereich für moderne Vermittlungsformen bereitzuhalten, die Ausstellungen barrierefrei zu erschließen, den Service zu verbessern und nicht zuletzt die Sammlungen geschützter unterzubringen.
Burg Posterstein mit dem neuen Nordflügel-Rohbau im Mai 2025.
Der Nordflügel-Neubau ist das größte Bauvorhaben der Geschichte des Museums. Den aktuellen Stand der Bauarbeiten finden Sie im digitalen Bautagebuch.
Die Ausstellung „Taktvoll“
Das Konzert findet im Rahmen des Begleitprogramms der Sonderschau „Taktvoll“ statt. Die beschäftigt sich mit der Geschichte der Musik und des Musiklernens von der Zeit der Salons um 1800 bis ins Heute. Sie ist noch bis 17. August 2025 zu sehen. Für diesen Tag ist ein Jazzkonzert mit dem Quartett „Kaisers New World” geplant.
Blick in die Ausstellung „Taktvoll – Musik vom Salon ins Heute“ auf Burg Posterstein.
Ausstellung und Konzert wurden gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen.
Dreiecksbeet am Wohnhaus Hans Falladas in Carwitz.
Idyllisches Schriftsteller-Haus zwischen Seen und Wäldern
Das Hans-Fallada-Museum befindet sich im ehemaligen Wohnhaus Hans Fallada in Carwitz in Mecklenburg-Vorpommern. Hier lebte und arbeitete der bekannte Schriftsteller zwischen 1933 und 1944. Seit 1995 betreibt die Hans-Fallada-Gesellschaft im Haus und auf dem gesamten Anwesen ein Museum, das von der Bundesregierung als „Kultureller Gedächtnisort von nationaler Bedeutung“ zertifiziert ist.
Bienenhäuschen in Hans Falladas Garten.
Bootshaus und Sitzecke in Hans Falladas Garten.
Unter anderem zu sehen sind Hans Falladas Arbeitszimmer mit dem originalen Mobiliar, Esszimmer und Veranda sowie der weitläufige Garten. Auch das Grab Hans Falladas befindet sich in Carwitz.
Das Grab Hans Falladas befindet sich heute auf dem alten Friedhof in Carwitz (Foto: Wolfgang Behr).
Als Hans Fallada noch Rudolf Ditzen hieß
Direkt zur Eröffnung des traditionsreichen Literatur- und Kulturfestivals am Freitag, 19. Juli 2024 las Marlene Hofmann als Hauptautorin des vom Museum Burg Posterstein herausgegebenen Buches „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“ einzelne Ausschnitte daraus vor.
Marlene Hofmann bei der Buchvorstellung in Carwitz (Foto: Wolfgang Behr)
Das erzählend geschriebene Fachbuch schließt eine Lücke in der Fallada-Forschung, indem es sich fast ausschließlich und ausführlich der Zeit zwischen 1911 und 1915 widmet. Nach einem missglückten Doppelselbstmord musste der junge Rudolf Ditzen – so Falladas bürgerliche Name – zuerst in Jena, dann in Tannenfeld klinisch behandelt werden. Der Tannenfelder Arzt Dr. Arthur Tecklenburg war für den jungen Mann ein Glücksfall. Denn er führte seine Klinik mit einem fortschrittlichen Konzept, setzte sich vielfach für ihn ein und vermittelte ihm im Anschluss an die Therapie eine Lehrstelle auf dem Rittergut Posterstein, wo der spätere Schriftsteller die Landwirtschaft erlernte.
Krankenzimmer in der Nervenheilanstalt Tannenfeld, Foto aus einer Werbebroschüre der Klinik (Sammlung Museum Burg Posterstein).
Als Rudolf Ditzen in Tannenfeld und Posterstein weilte, wusste noch niemand (auch er selbst nicht), dass er einmal ein berühmter Autor sein würde. Dementsprechend war er ein junger Mann unter vielen. Seine Zukunft sah nicht einmal vielversprechend aus.
Daher gab es später vor Ort auch nicht gerade viele Zeitzeugen, die sich noch an Rudolf Ditzen erinnerten. Fotos wurden nur wenige aufgenommen und auch sonst gibt es kaum Gegenstände, die mit ihm in Zusammenhang gebracht werden können. Und auch Rudolf Ditzen selbst berichtete nicht viel über diese Zeit.
Schloss Tannenfeld im Sommer 2023.
Als regionalgeschichtliches Museum war es uns ein Anliegen, alle Schnipsel und Hinweise zusammenzutragen und sie chronologisch geordnet in einem Buch zusammenzutragen. Es sollte ein zwar wissenschaftlicher Text mit Fußnoten und Quellen entstehen, der sich aber auch flüssig und angenehm lesen lässt. Im Buch gibt es zahlreiche Abbildungen und originale Zitate. Erstmals veröffentlicht sind die Bauzeichnungen und der Konzeptentwurf zur Tannenfelder Klinik, welche im Staatsarchiv Altenburg aufbewahrt werden. Zudem durfte das Museum Burg Posterstein einige Fotos aus dem Familiennachlass der Familie Tecklenburg veröffentlichen.
Die ausführlichste Publikation über Falladas Zeit in Tannenfeld und Posterstein
Zum 130. Geburtstag des Schriftsteller Hans Falladas zeigte das Museum Burg Posterstein 2023 die Ausstellung „Hans Fallada – Familienbilder“ als Kabinett-Ausstellung. Über 16.800 Besucher kamen im vom 14. Mai bis 12. November 2023, um dem berühmten „Einwohner“ Postersteins näher zu kommen. Ein umfangreiches Begleitprogramm mit Lesungen, Musik, Film und Vortag wurden auf die Beine gestellt. Hier lesen Sie den Ausstellungsrückblick.
Blick durch die geöffnete Tür in den Ausstellungsraum im Museum Burg Posterstein
Das Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“ macht die Thematik auch nach ihrem Ende umfangreich für die interessierten Besucher zugänglich. Die gebundene Ausgabe ist im Museum Burg Posterstein erhältlich, eine Taschenbuch- und eine E-Book-Ausgabe im Buchhandel.
Marlene Hofmann mit dem Buch „Hans Fallada in Tannenfeld und Posterstein“.
Die Stele von Wolfgang Stöcker im Burgpark der Burg Posterstein
Als Museen und kulturelle Orte in ganz Deutschland wegen der Pandemie geschlossen bleiben mussten, fotografierte und dokumentierte der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker die plötzlich „hermetisch verschlossenen“, sonst öffentlich zugänglichen Orte. In einer deutschlandweiten Kunstaktion machte er mit Skulpturen und Kunstwerken im öffentlichen Raum auf diese Kulturorte und den kulturellen Reichtum aufmerksam. In seinen Fotografieren, collagenhaft nebeneinandergestellt, traten die verschiedensten Orte auf ästhetische Weise miteinander in Korrespondenz.
Die Postersteiner Stele stand vom 28. September 2021 bis 8. März 2022 im Burgpark Posterstein. Über QR-Code und ein Plakat in unmittelbarer Nähe konnten sich interessierte Besucher über das Projekt informieren, das farblich mit den herbstlich-braunen Tönen der Natur harmonierte.
Das informative Video kann man hier anschauen:
Im Film erzählt Wolfgang Stöcker über die Idee hinter seiner „Postersteiner Stele“
Die Motive auf der Stele
Auf der Stele zu sehen waren Fotografien, die während des Lockdowns und kurz danach in verschiedenen deutschen Museen entstanden sind. Die Idee: Innenräume werden über Fotografien nach außen getragen. Neben der Postersteiner Stele wählte der Künstler noch andere Projektionsformen, beispielsweise Pavillons (Bergisch Gladbach, April 2021) oder Bildtafeln im öffentlichen Raum (Köln, Mai – Okober 2021).
Auf der Postersteiner Stele waren sowohl ganze Architekturansichten wie auch kleine Detailaufnahmen von Wandstrukturen, Stuck sowie Möbeln, Schnitzereien, Figuren und Holzkonstruktionen zu sehen. Zusammengesetzt ergeben die Motive eine lebendige optisch-assoziative Mischung von sehr unterschiedlicher Wirkung.
Wolfgang Stöcker beim Aufbau seiner Skulptur “Postersteiner Stele” am 28. September 2021 im Park der Burg Posterstein.
Die Motive von oben nach unten:
Ganz oben: kleiner Quader mit Aufnahmen aus Burg Posterstein (15.06.2021) und dem Residenzschloss Altenburg (14.06.2021) sowie der dortigen Schlosskirche (14.06.2021).
Würfel darunter: Detailaufnahmen des gerade in Restauration befindlichen Speichers im Stadtmuseum Lindau (09.07.2021), eine Detailaufnahme aus dem Lehmbruckmuseum (16.03.2021) sowie des Kölner Museum Ludwig (Dezember 2020). Zusätzlich tauchen Stuckelemente des Altenburger Schlosses auf.
Länglicher Sockel: Bildcollagen, vorwiegend mit Büsten der Herzogin von Kurland und ihren Töchtern, alle Burg Posterstein (15.06.2021). Fragmentarisch tauchen darin Motive aus dem Landesmuseum für Vorgeschichte Halle (05.08.2021) und dem Speicher des Stadtmuseums Lindau (09.07.2021) auf.
Unterer Sockel: Der untere Sockel weist vier Seitenansichten mit je zwölf Motiven auf. Einige davon wiederholen sich in einem nicht symmetrisch verlaufendem, lockeren Rhythmus.
Die Zuordnung der Motive beginnt immer von links oben nach rechts unten:
ganz oben: MARTA Herford, Museum Burg Posterstein 2. von oben: Schloss Augustusburg in Brühl, Schloss Augustusburg in Brühl 3. von oben: Museum Ludwig in Köln, Museum Burg Posterstein 4. von oben: Residenzschloss Altenburg, MARTA Herford 5. von oben: Museum Ludwig, Köln, Museum Burg Posterstein ganz unten: arpmuseum, Rolandseck, Schloss Augustusburg in Brühl
ganz oben: arpmuseum in Rolandseck, Schloss Augustusburg in Brühl 2. von oben: Museum Ludwig in Köln, Lehmbruckmuseum in Duisburg 3. von oben: MARTA Herford, Museum Burg Posterstein 4. von oben: Schloss Augustusburg in Brühl, Residenzschloss Altenburg 5. von oben: Museum Burg Posterstein, Museum Burg Posterstein ganz unten: Schloss Augustusburg in Brühl, Schloss Augustusburg in Brühl
ganz oben: Schloss Augustusburg in Brühl, Lehmbruckmuseum in Duisburg 2. von oben: Residenzschloss Altenburg, Schloss Augustusburg in Brühl 3. von oben: Museum Burg Posterstein, Museum Ludwig in Köln 4. von oben: arpmuseum in Rolandseck, MARTA Herford 5. von oben: Museum Burg Posterstein, Museum Burg Posterstein ganz unten: Lehmbruckmuseum in Duisburg, Schloss Augustusburg in Brühl
ganz oben: Museum Ludwig in Köln, Schloss Augustusburg in Brühl 2. von oben: Museum Burg Posterstein, Residenzschloss Altenburg 3. von oben: Residenzschloss Altenburg, Schloss Augustusburg in Brühl 4. von oben: Museum Burg Posterstein, Stadtmuseum Lindau 5. von oben: Schloss Augustusburg in Brühl, MARTA Herford ganz unten: arpmuseum in Rolandseck, Schloss Augustusburg in Brühl
Schichten
Eine Sammlung von Wolfgang Stöckers so entstandenen Detailaufnahmen finden Sie hier auf seiner Website. Unter der Überschrift “Schichten – Archäologie der ersten Oberfläche” zeigt er ungewöhnliche Details und Blicke auf Museumsexponate und Architektur.
Gefördert durch das Stipendium „Auf Geht´s“ / NRW.
Der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker stellt am 28. September 2021, ab 11 Uhr, vor der Burg Posterstein seine neue Skulptur „Die Postersteiner Stele“ auf. Die Idee dazu entstand im Lockdown: Wolfgang Stöcker dokumentierte zahlreiche geschlossene Museen aus ganz Deutschland fotografisch, darunter auch das Museum Burg Posterstein, das im zweiten Lockdown von November 2020 bis Juni 2021 ganze sieben Monate geschlossen bleiben musste.
Detail der „Postersteiner Stele“ Wolfgang Stöckers mit Aufnahmen aus dem Residenzschloss Altenburg, Schloss Augustusburg in Brühl, Burg Posterstein und dem Stadtmuseum Lindau.
Die an unterschiedlichsten Orten entstandenen Fotografien vermischt der Künstler miteinander und zeigt sie in Form von Skulpturen, Bildern oder Projektionen im öffentlichen Raum. So kommt es, dass derzeit Detailaufnahmen aus dem Museum Burg Posterstein an Paneelen an Kölner Balkonen hängen – und eben eine Stele auf dem Postersteiner Burgberg aufgestellt wird.
Wolfgang Stöcker im Juni 2021 bei der fotografischen Dokumentation im Museum Burg Posterstein
Wolfgang Stöckers Blick auf diese Orte ist untypisch: Selten zeigt er ein Gebäude in seiner Gänze, stattdessen dominieren Raumfluchten, Oberflächenstrukturen, Details und Ornamente. Aus dem Museum Burg Posterstein reisen beispielsweise Fotos des einmaligen Blicks in das historische Treppenhaus des Burgturms und des Details der Büste Wilhelmine von Sagans durch Deutschland.
Ein Foto der Büste Wilhelmine von Sagans aus der Ausstellung im Museum Burg Posterstein hängt noch bis Ende Oktober am Bickendorfer Kreisel in Köln
Neben der Postersteiner Stele (Aufstellung: 28. September 2021) wurden andere Projektionsformen als Pavillons (Bergisch Gladbach, April 2021) oder als Bildtafeln im öffentlichen Raum (Köln Mai bis Oktober 2021) gewählt. Eine weitere Installation von Tafeln samt Videoprojektion ist im November im Außen- und Innenbereich der Römertherme in Zülpich geplant. Andere in der Eifel ursprünglich geplante Aktionen mussten auf Grund der Hochwasserkatastrophe verschoben werden.
Die Postersteiner Stele von Wolfgang Stöcker
Nicht an allen Orten, die Wolfgang Stöcker im Lockdown besucht hat, entsteht ein Kunstwerk im öffentlichen Raum, aber Posterstein ist einer davon. Die Skulptur, die Stöcker „Postersteiner Stele“ nennt, besteht aus mehreren aufeinandergesetzten geometrischen Figuren, die der Künstler wetterfest mit den von ihm aufgenommenen Fotografien beklebt hat. Zu sehen sein werden darauf sowohl ganze Architekturansichten wie auch kleine Detailaufnahmen von Wandstrukturen, Stuck sowie Möbeln, Schnitzereien, Figuren in der Postersteiner Burg, ebenso mehrfach die Holzkonstruktion des dortigen Bergfrieds wie auch Geländer und Bögen im Treppenhaus der Burg.
Wolfgang Stöcker im Juni 2021 vor der Burg Posterstein
Zusammengesetzt ergeben die Motive eine lebendige optisch-assoziative Mischung von sehr unterschiedlicher Wirkung. Ebenfalls mit Ansichten auf dem Postersteiner Burgberg vertreten sein werden das Museum Marta Herford, Schloss Augustusburg in Brühl, das Museum Ludwig in Köln, das Residenzschloss Altenburg, das Arpmuseum in Rolandseck, das Lehmbruck Museum in Duisburg und das Stadtmuseum Lindau.
Wolfgang Stöcker ist nicht zum ersten Mal in Posterstein
Der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker und die Mitarbeiter des Museums Burg Posterstein lernten sich bereits 2015 über die Social Media-Aktion #kunstputz des Kölner Kultur-Kollektivs „Die Herbergsmütter“ kennen. Denn Wolfgang Stöcker ist vor allem als Betreiber des „Internationalen Staubarchivs“ bekannt, wo er Staubproben aus historischen und kulturellen Orten aller Art auf künstlerisch-philosophische Weise dokumentiert, weiterverarbeitet und interpretiert.
Wolfgang Stöcker 2019 mit einem seiner Postersteiner „Staubschreine“ aus in Wachs gegossenem Staub aus der Burg Posterstein
2017 und 2018 unternahm Wolfgang Stöcker „Staubexpeditionen“ auf Burg Posterstein und verarbeitete sie zu hochwertiger und ganz und gar nicht staubiger Kunst, was 2019 in einer Ausstellung und dem Lesebuch „Zum Wesen des Staubes“ mündete. Seither besteht ein regelmäßiger Kontakt zwischen Posterstein und Köln – per Facebook, YouTube und E-Mail. – Mal sehen, vielleicht entsteht durch die künstlerische Vernetzung der verschiedenen Orte nun auch eine anderweitige Vernetzung?
Ostereier gestaltet von Peter Rehfeld – Sammlung Museum Burg Posterstein
Vor den Osterfeiertagen erhielten wir für die Sammlung des Museums Burg Posterstein eine einzigartige Schenkung: Der Rositzer Handwerker und Ostereier-Gestalter Peter Rehfeld übergab dem Museum seine Sammlung von rund 700 handgefertigten Ostereiern. Da das Museum weiterhin geschlossen bleiben muss, kann sie in diesem Jahr noch nicht gezeigt werden. Zur Einstimmung auf die Feiertage im kleinen Kreis gibt es hier im Blog erste Fotos. Im Kinderburg-Blog haben wir darüber hinaus Wissenswertes zum Osterfest und Basteltipps für die ganze Familie zusammengestellt.
Peter Rehfeld bewahrt und sammelte historische Gestaltungstechniken
Seit fast 40 Jahren gestaltet Peter Rehfeld bereits Eier zu filigran ausgeführten Kunstwerken um. Und jedes Jahr entstehen neue. Sein Ziel ist es dabei, alte Handwerkstechniken, die zur Gestaltung dieser berühmten und allseits beliebten Osterdekorationen zum Einsatz kommen, zu sammeln, zu bewahren und einem breiten Publikum bekannt zu machen. Dazu dient ihm nicht nur sein privater Garten als Ausstellungsfläche! Seine handgefertigten Ostereier wurden bereits in verschiedenen Museen und Ausstellungen gezeigt und bewundert.
Peter Rehfeld aus Rositz im Altenburger Land setzt sich seit fast 40 Jahren dafür ein, alte Ostereier-Gestaltungstechniken zu sammeln und zu bewahren.
Zur Verzierung der Hühner-, Wachtel- oder Gänseeier nutzt Peter Rehfeld verschiedene Techniken und Materialien. Stroh, Blumen und Gräser, Stoffe und Farben bilden nicht nur Muster, sondern zum Teil ganze Landschaften ab. Jedes Ei ist ein Unikat. Und doch sind diese Techniken zum Nachahmen geeignet. Verkäuflich sind die kleinen Kunstwerke nicht. Aber einige einfache Anleitungen, die zu einem erstaunlich raffinierten Endprodukt führen, hat Peter Rehfeld in einem eigenen Buch zusammengefasst und herausgegeben.
Neueingänge in der Sammlung des Museums Burg Posterstein: Ostereier in verschiedensten Gestaltungstechniken von Peter Rehfeld
Rund 700 seiner wunderbar gearbeiteten Ostereier sind nun in die Sammlung des Museums Burg Posterstein eingegangen. Ursprünglich war für die Osterzeit eine Sonderschau mit Workshops des Künstlers in der Burg geplant. Seit 2. November 2020 ist das Museum Burg Posterstein allerdings geschlossen, um Besucher zu schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie zu leisten. Aber verschoben ist nicht aufgehoben – eine entsprechende Ausstellung planen wir für das nächste Jahr.
Hintergrundinfos und Bastelideen zu Ostern im Kinderburg-Blog
In unserem Kinderburg-Blog haben wir verschiedene Beiträge zum Osterfest, darunter auch die Antworten auf die Fragen „Was hat das Schaf mit Ostern zu tun?“ und „Welche Farbe hat ein Osterei?“. Zudem gibt es dort einfache Bastelanleitungen zum Gestalten von Ostereiern, kleinen Geschenken oder kostenlose Vorlagen für individuelle Ostergrußkarten.
Wir wünschen allen ein frohes Osterfest! Bleiben Sie gesund!
Junge mit Lamm – Teil einer Keramik-Krippe aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein.
Erstmalig präsentierten wir unsere traditionelle Weihnachtskrippen-Ausstellung rein digital. Dabei entstand eine umfangreiche Schau, die nicht nur detaillierte Einblicke in unsere Krippensammlung gibt, sondern auch ausführlich inhaltlich auf kulturgeschichtliche Themen rund um Weihnachtskrippen und weihnachtliche Bräuche und Traditionen eingeht. Diese Vorarbeit soll nun den Grundstock dafür bieten, die Postersteiner Weihnachtskrippen-Sammlung auch langfristig digital zu präsentieren. – Ein Resümee.
Interaktiv und langlebig: Die digitale Ausstellung
Die Krippensammlung des Museums Burg Posterstein umfasst über 500 Einzelteile und wird kontinuierlich erweitert. Sie fußt auf mehreren Schenkungen privater Sammler, die ihre Krippen dem Museum übereigneten. In Posterstein gehört die jährliche Krippenausstellung schon seit Jahrzehnten zur festen weihnachtlichen Tradition.
Weihnachtspyramide aus dem Erzgebirge, mit vier Ebenen, ca. 1,20 Meter hoch, in einer der jährlichen Weihnachtskrippenausstellungen des Museums (Sammlung Museum Burg Posterstein)
Digital erschlossen ist die Weihnachtskrippen-Sammlung bisher noch nicht, was nicht zuletzt den begrenzten personellen Ressourcen unseres regionalgeschichtlichen Museums geschuldet ist. Mit der Aufbereitung als digitale Ausstellung, die sich gleichzeitig an ein interessiertes Publikum richtet und einen Einblick in die Vielfalt der vorhandenen Krippen gibt, soll die Sammlung nun Schritt für Schritt auch online zugänglich gemacht werden.
Zur digitalen Ausstellung gehörte eine Papierkrippe zum Selberbasteln
Als Unterseite im Blog des Museums geht die digitale Ausstellung auf Hintergründe zu Weihnachtsbräuchen, der Sammlung und den Sammlungsstücken ein. Ein Herzstück der Ausstellung war der digitale Adventskalender, der jeden Tag ein anderes Tier aus einer der Weihnachtskrippen aus aller Welt im Mittelpunkt stellte. Darüber hinaus gab es weitere interaktive Elemente, wie beispielsweise die speziell für die Ausstellung gestaltete Postersteiner Papierkrippe zum Nachbauen, deren Elemente als kostenloses Download zur Verfügung stehen.
Durch Weihnachtskrippen-Ausstellung 50 Prozent mehr Blog-Besucher
Seit Ausstellungsbeginn am 29. November 2020 wurden die Seite und die Beiträge der digitalen Weihnachtskrippen-Ausstellung rund 4000 Mal aufgerufen. Der Blog des Museums, auf dem die Ausstellung läuft, verzeichnete in dieser Zeit rund 50 Prozent mehr Besucher als in den Monaten zuvor. Kuratorin Franziska Engemann eröffnete die digitale Schau im YouTube-Kanal des Museums. Die aufwändig recherchierten Beiträge teilte das Museum darüber hinaus täglich auf seinen Profilen Twitter, Instagram und Facebook, wo sich daraufhin sogar interessante Gespräche über weihnachtliche Traditionen und geschichtliche Hintergründe ergaben.
Während die Besucherzahlen des Museums 2020 Corona-bedingt um die Hälfte eingebrochen sind, blieben die Website-Besucherzahlen bei rund 600.000 Besuchen pro Jahr stabil. Insgesamt präsentierte das Museum Burg Posterstein 2020 drei digitale Ausstellungen – „#Schlössersafari virtuell, weltweit“, „Landschaft nach der Wismut“ und die Weihnachtskrippen-Ausstellung.
Digitale Ausstellungen sind in Deutschland derzeit keine Einnahmequelle
Weil auch das Museum Burg Posterstein 2020 und 2021 auf Grund des zweifachen langen Lockdowns große finanzielle Einbußen zu verkraften hat und haben wird, gibt es am Ende der digitalen Ausstellung die Möglichkeit, zu spenden. Leider machten nicht einmal eine Handvoll Menschen von dieser Möglichkeit der bequemen finanziellen Unterstützung Gebrauch, wodurch sich zeigt, dass es in Deutschland noch keine ausgeprägte Online-Spendenkultur gibt, auf die Kultureinrichtungen zurückgreifen könnten.
Der Künstler Peter Zaumseil feierte 2020 seinen 65. Geburtstag, der Keramiker Ludwig Laser wurde 60. Das gab uns Anlass, auf Burg Posterstein einen umfangreichen Einblick in das Schaffen der beiden miteinander befreundeten Künstler zu geben. Zu sehen sind Malerei, Holzschnitte, Grafiken und Keramik, die teilweise eigens für diese Schau entstanden sind. Im Corona-Jahr 2020 eröffnete die Ausstellung später als geplant und ist nun ab 2. November 2020 erneut vom Lockdown betroffen.
Bilder oben: Drei Holzschnitte Peter Zaumseils aus der Serie „Vorhang auf“ (Fotos: Hans-Joachim Hirsch)
Was die Keramik Ludwig Lasers so einzigartig macht, beschreiben wir hier im Blog. Dieser Beitrag gibt Einblicke in die künstlerische Arbeit Peter Zaumseils.
Das Spiel mit Figur und Landschaft
„Zwei Motivstränge durchziehen als Konstante die malerischen und druckgrafischen Arbeiten vom Jubilar Peter Zaumseil, das zeigt auch die Auswahl dieser Doppelausstellung: Das Figürliche und das Landschaftliche; beide Sujets tief verwurzelt im Inneren des Künstlers, die sich verweben und verfestigen”, schreibt der Kunsthistoriker Dr. Thomas Matuszak im Katalog zur Ausstellung über die Kunst Peter Zaumseils.
Peter Zaumseil stellte 1997 gemeinsam mit der Keramikern Ute Klötzer auf Burg Posterstein aus. Damals standen seine Schwarz-Weiß-Holzschnitte in wunderbarem Kontrast zum historischen Ambiente. Unvergessen sind seine charakteristischen lebensfrohen „Strichfiguren“, wie die eigens für den Bergfried geschaffene Holzschnitt-Installation „Aufstieg und Fall des Herrn X“. Zaumseils Figuren sind aufs Wesentliche reduziert. Zwar erscheinen sie heute „fülliger“, aber dabei strotzen sie noch viel mehr vor Sinnlichkeit und prallem Leben.
Ruhe strahlen hingegen die Landschaften aus, die teilweise in zurückhaltenden Farben an japanische Holzschnittkunst erinnern, andererseits in leuchtenden Farben daherkommen.
Sein Werk „Postersteiner Hausaltar“ schuf Peter Zaumseil 2020 extra für die Sonderschau im Museum Burg Posterstein. Im Vordergrund sieht man Keramik von Ludwig Laser.
Speziell für die Sonderschau schuf Peter Zaumseil den „Postersteiner Hausaltar“, ein Ensemble aus Burg-Ansichten, das er in der Tradition eines Tryptychons in genau dem Raum des Museums aufstellte, in dem sich in vergangenen Zeiten einmal die Hauskapelle der Burg befunden hat. „Bereits im Titel – Haus–Altar – wird die Sphäre des geweihten, sakralen Raumes aufgegeben zugunsten einer Verlagerung in die Atmosphäre des Intimen, des zivil Privaten“, beobachtet Kunsthistoriker Dr. Thomas Matuszak über das Werk.
Der Künstler Peter Zaumseil
Peter Zaumseil (*1955) wandte sich Ende der 1980er Jahre zunehmend dem Holzschnitt und dem Farbholzschnitt zu. Besonders im Farbholzschnitt, in der Technik der „verlorenen Form“ fand er jenes Ausdrucksmittel, das seiner Vorliebe für die Kontur und die Fläche weiten Raum eröffnete. Seine Arbeitsweise ist einerseits abstrahierend bei den Figuren, konkret realistisch bei den Landschaften.
Peter Zaumseil in seinem Atelier in Elsterberg im Vogtland.
Seit 1995 lebt Peter Zaumseil in Elsterberg/Vogtland. In den letzten Jahren ergänzte die Zusammenarbeit mit verschiedenen Künstlerkollegen, Keramikern und Holzbildhauern sein Werk.
2014 schenkte er einen Teil seines umfangreichen grafischen Werkes, ca. 1400 Druckgrafiken und Künstlerbüchern von 1979 bis 2014, dem “Grafikmuseum Stiftung Schreiner” Bad Steben.
Für das Video hat uns Peter Zaumseil sein Atelier in Elsterberg im Vogtland gezeigt und auch seine Drucktechnik ausführlich erklärt:
Ihre Kunst plazierten Ludwig Laser und Peter Zaumseil nicht nur in den beiden Räumen der Sonderausstellung, sondern in der gesamten Burg Posterstein.
Zaumseil-Holzschnitt im künstlerischen Dialog mit der Büste Wilhelmine von Sagans im Museum Burg Posterstein
Da räkeln sich beispielsweise halbnackte Holzschnitt-Damen Peter Zaumseils neben der Portrait-Büste der Herzogin Wilhelmine von Sagan und spielen auf diese Weise mit deren Biografie. Neue Porzellan-Kreationen Ludwig Lasers fügen sich in ihrer Formgebung in das historische Ambiente ein.
Der Katalog zur Ausstellung: Wir werden 125! Peter Zaumseil & Ludwig Laser – Malerei, Grafik & Keramik 76 Seiten farbig, Musum Burg Posterstein 2020 (Preis: 15,00 Euro)
Zusätzlich zum Katalog und zur Ausstellung gibt es Grafik und Keramik zum Vorzugspreis. Mit dem Kauf unterstützen Sie die Burg Posterstein:
Die beiden Vorzugs-Drucke „Burg Posterstein“ von Peter Zaumseil können auch nach Ausstellungsende noch erworben werden.
Holzschnitte „Burg Posterstein“, limitierte Auflage, von Peter Zaumseil zum Vorzugspreis von 65,00 €
Die limitierte Raku-Keramik „Burg Posterstein“ von Ludwig Laser kann auch nach Ausstellungsende noch erworben werden.
Von Ludwig Laser gibt es eine Raku-Kumme (Becher) „Burg Posterstein“, limitierte Stückzahl, zum Vorzugspreis von 24,00 €
Am Wochenende vom 3. und 4. Oktober 2020 feierte der Tag des Thüringer Porzellans 260 Jahre Thüringer Porzellan mit zahlreichen Ausstellungen und Sonderveranstaltungen. Passend dazu war auf Burg Posterstein eine Besonderheit der Thüringen Porzellankunst zu sehen: Die kristallglasierten Doppelwandgefäße des Thüringer Keramikers Ludwig Laser sind nicht nur ein Hingucker, sondern eine Rarität. Die Doppel-Ausstellung „Wir werden 125! – Peter Zaumseil & Ludwig Laser – Malerei, Grafik & Keramik“ zeigte bis 15. November 2020 neue Arbeiten der beiden befreundeten Künstler.
Ludwig Laser, großes Doppelwandobjekt, Porzellan, Kristallglasur reduziert, H. 39cm, D. 44cm, Foto: Hans Joachim Hirsch
Seit 2011 experimentiert Ludwig Laser aus dem Ostthüringer Obergeißendorf mit doppelwandigen Porzellangefäßen in großen Dimensionen. Mit ihrer schillernden Glasur und ihrer Größe sind sie nicht nur ein Blickfang. Ihre Herstellung erfordert handwerkliche Meisterschaft und seine Doppelwand sind für Ludwig Laser auch ein künstlerisches Alleinstellungsmerkmal. Mit ihren dicken Wänden und ihrer Höhe sehen die Gefäße schwer aus, sind in Wirklichkeit aber ganz leicht.
“Für mich als Berufskollegin und Keramikerin gehen besonders diese neuen Keramikobjekte weit über das klassische Handwerk hinaus und beweisen wieder einmal, dass auch das Genre der freien Keramik, trotz klassischer Formensprache, in die Gattung der KUNST einbezogen werden sollte und sogar muss”, schreibt die Keramikerin Annekatrin Räthe-Schönert in ihrem Kapitel über Ludwig Lasers Keramik.
Für das Video führte uns Ludwig Laser durch seine Werkstatt und erklärte auch die Raku-Technik:
Der Katalog zur Ausstellung: Wir werden 125! Peter Zaumseil & Ludwig Laser – Malerei, Grafik & Keramik 76 Seiten farbig, Musum Burg Posterstein 2020 (Preis: 15,00 Euro)
Ausstellung in der gesamten Burg
Die Doppel-Ausstellung zeigt Malerei, Holzschnitte und Grafiken und Keramik, die teilweise speziell dafür geschaffen wurden. Von Anfang an wollten beide die historische Situation in Posterstein einbeziehen. Einige der Werke fügen sich wunderbar in die ständige Ausstellung des Museums ein. Den Großteil sieht man in der Sonderschau im Erdgeschoss der Burg.
Blick in die Ausstellung „Wir werden 125!“ mit Keramik, Malerei und Holzschnitten von Ludwig Laser und Peter Zaumseil – bis 15. November 2020 auf Burg Posterstein
Zusätzlich zum Katalog und zur Ausstellung gibt es Grafik und Keramik zum Vorzugspreis. Mit dem Kauf unterstützen Sie die Burg Posterstein:
Holzschnitte „Burg Posterstein“, limitierte Auflage, von Peter Zaumseil zum Vorzugspreis von 65,00 €
Von Ludwig Laser gibt es eine Raku-Kumme (Becher) „Burg Posterstein“, limitierte Stückzahl, zum Vorzugspreis von 24,00 €
Während das physische Museum Burg Posterstein voraussichtlich bis 19. April 2020 für den Besucherverkehr geschlossen bleibt, planen wir Ausstellungen und Ferienprogramm virtuell trotzdem stattfinden zu lassen. Ein Kurz-Überblick.
Derzeit ausschließlich virtuell: Das Museum Burg Posterstein
Um Besucher zu schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der Erkrankung COVID-19 zu leisten, können nach aktuellem Stand alle Veranstaltungen, Führungen und Kindergeburtstage bis einschließlich 19. April 2020 leider nicht stattfinden.
Das Museum wird auch alle weiteren geplanten Aktivitäten gegebenenfalls an die jeweilige aktuelle Lage anpassen und per Pressemeldung und auf allen Social Media-Kanälen darüber informieren. Das Museumsteam ist wie gewohnt online für Besucher da und gibt Einblicke in die Ausstellungen, Forschung und tägliche Arbeit.
Mitwachsende, digitale Begleitausstellung
Zur Sonderausstellung „Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger“ wird es ab 19. März 2020 eine mitwachsende, digitale Begleitausstellung geben. Die Foto-Ausstellung zeigt Schwarzweißfotografie des Landshuter Fotografen Karl-Heinz Rothenberger. Er hielt vom Uranerzbergbau geformte Landschaften der Region Ronneburg auf eindrucksvollen Fotografien fest. Dreißig Jahre nach dem Ende des Bergbaus zeigt die Ausstellung die ehemaligen Tagebau-Orte von der Rekultivierung über die BUGA 2007 bis heute. In einer Reihe von Blogposts wollen wir uns mit dem Uranerzvorkommen in Thüringen und Sachsen beschäftigen. Dabei starten wir mit der Geschichte des Heilbades Ronneburgs und enden beim aktuellen Stand der Sanierung der WISMUT GmbH.
Kaum vorstellbar, dass hier noch vor einigen Jahren schwere Maschinen Uranerz aus der Erde holten! Heute ist die „Neue Landschaft Ronneburg“ ein Landschaftspark. Geschichte und Hintergründe beleuchten wir in unserer mitwachsenden virtuellen Ausstellung zur Fotoausstellung „Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger“. (Foto: Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein)
Die #Schlössersafari virtuell
Die geplante Wanderaustellung im Museum Burg Ranis ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Wir nutzen die Zeit der Museumsschließungen, um mit Fotobegeisterten, Schlösserfans und Hobbyfotografen auf Instagram und Twitter gemeinsam auf virtuelle Schlössersafari zu gehen. In der digitalen Ausstellung zeigen wir ab 29. März 2020 einen Teil der sonst analog ausgestellten Bilder, stellen Instagramer vor und zeigen besondere Schlösser und Orte.
Seit unserer ersten Sonderausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“ im Frühjahr 2019 sind auf Instagram weit über 5000 Bilder von sehenswerten Schlössern und Burgen aus der ganzen Welt geteilt worden. Aus der Ausstellung ist ein digital-analoges Vernetzungsprojekt geworden, das Fotofreunde und Kultureinrichtungen miteinander und untereinander verbindet und einander näher bringt. Indem die Ausstellung 2020 auf Wanderschaft geht und weitere gemeinsame Instawalks geplant sind, wird dieses Netzwerk immer stärker, dichter und wertvoller für alle Beteiligten. Zum Konzept #Schlössersafari geht es hier.
Mit der geplanten virtuellen Ausstellung wollen wir die Fotos und die Schönheit der Orte feiern und laden alle herzlich ein, sich mit eigenen, unter dem Hashtag #Schlössersafari geteilten Bildern selbst zu beteiligen.
Ab 29. März 2020 laden wir euch ein, mit uns virtuell auf #Schlössersafari zu gehen.
Schafe fürs Leben: Das digitale Osterferien-Programm
Nähere Informationen dazu folgen in Kürze. Ein Bild vom Making-Off haben wir aber schon:
Unser grünes Schaf heißt Wendelin – wie der Schutzheilige der Bauern, Hirten, Landarbeiter und Schäfer. Es führt Kinder und Familien ab 4. April 2020 virtuell durch unser Osterferien-Rätsel.