Der Naturforscher und Zeichner Anton Goering auf den Spuren Alexander von Humboldts in Venezuela

Die Sonderschau auf Burg Posterstein ist Teil der Ausstellungsreihe #humboldt4 der Museen des Altenburger Landes.

In der Ausstellung Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika –Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering erinnern wir noch bis 17. November 2019 an Anton Goering (1836–1905). Als Sohn einer Handwerkerfamilie aus dem Altenburger Land gelang ihm eine Aufsehen erweckende Karriere als Forschungsreisender, Zeichner und Tierpräparator. Erste künstlerische Fertigkeiten lernte Anton Goering in der Kunstschule Bernhard von Lindenaus in Altenburg. Frühe naturwissenschaftliche Anregungen erhielt er von Alfred Brehm und den Mitgliedern der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes. Ähnlich wie sein großes Vorbild Alexander von Humboldt betrieb Anton Goering als Mitglied der Zoological Society of London auf Reisen in Südamerika botanische und geografische Studien. Dadurch leistete er einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Venezuelas und lieferte auch Illustrationen zu „Brehms Tierleben“.

Wertvolles Aquarell der Humboldt-Höhle aufgetaucht

Anton Goerings Südamerika-Aquarelle werden heute auf dem Kunstmarkt zu hohen Preisen gehandelt. Kurz vor Fertigstellung der Ausstellung gelang es, zwei wertvolle Aquarelle Anton Goerings aus dem Archiv des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig für die Ausstellung zu leihen.

Das Aquarell zeigt die von Humboldt beschriebene Guácharo-Höhle, die Anton Goering auch besuchte.

Eines dieser Aquarelle zeigt die von Humboldt beschriebene Guácharo-Höhle, die nach ihrem tierischen Bewohner, dem Guácharo, einem nachtaktiven Vogel, benannt ist. In Venezuela besuchte Anton Goering auch Stätten, die sein großes Vorbild Alexander von Humboldt erforscht hat. Die Guácharo-Höhle besichtigte er im Juni 1867.

Was mag er gedacht haben, als er die gewaltigen unterirdischen Hallen mit ihren tausendfach gebildeten Stalaktiten sah!”

Anton Goering über Alexander von Humboldt in einem Brief nach London
Blick in die Ausstellung “Von Schönhaide nach Südamerika” im Museum Burg Posterstein

In einem Brief nach London schrieb er:
„Es machte auf mich einen eigenthümlichen Eindruck, als ich auf derselben Stelle stand, wo der größte Mann der Wissenschaft gestanden. Was mag er gedacht haben, als er die gewaltigen unterirdischen Hallen mit ihren tausendfach gebildeten Stalaktiten sah! Ich zeichnete das sogenannte Quarto precioso, von vier Fackeln beleuchtet, und den prachtvollen Eingang der Höhle, bei dreimaligen Besuchen. Wenn Humboldt damals gehört hätte, daß noch größere Höhlen in der Nähe vorhanden sind, gewiß würde er sich länger in Caripe aufgehalten haben, um dieselben zu besuchen.”

Die „Cueva Grande“ in Venezuela heißt Goering zu Ehren auch „Cueva Anton Goering“

Die Höhle von Caripe, aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert, Bilder von Anton Goering, Asociacion Cultura Humboldt, Caracas 1969, Bibliothek Museum Burg Posterstein .

Von Einheimischen geleitet, entdeckte Anton Goering ganz in der Nähe des Rio Arcacuar zwei Höhlen, die den europäischen Forschern bis dahin noch unbekannt waren. Eine der Höhlen konnte er betreten und zeichnen. Diese „Cueva Grande“ bei Teresen, Estado Monagas, wird Goering zu Ehren auch „Cueva Anton Goering“ genannt.

Im Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig sind Teile einer Sammlung erhalten, die Anton Goering persönlich dem Museum für Länderkunde Leipzig schenkte. Ursprünglich umfasste sie über 250 Aquarelle, ein Ölbild, zwei Tagebücher, ein Skizzenbuch und verschiedene Druckgrafiken Anton Goerings. Nach erheblichen Verlusten im Zweiten Weltkrieg gelangten die verblieben Stücke aus dem Museum für Länderkunde ins Archiv für Geografie des Leibniz-Instituts. Heute sind noch zwei Reisetagebücher, ein Skizzenbuch, zwei Aquarelle sowie 92 Druckgrafiken und 36 Autotypen auf Dünndruckpapier erhalten.

Vogelpräparate aus der Sammlung des Naturkundemuseums Mauritianum Altenburg in der Ausstellung “Von Schönhaide nach Südamerika” der Reihe #humboldt4 im Museum Burg Posterstein.

In der Postersteiner Ausstellung sind u.a. die beiden Aquarelle, über 40 Graphiken, die Tagebücher und ein Skizzenbuch von Anton Goering zu sehen.

2019 jährt sich der Geburtstag Alexander von Humboldts zum zweihundertfünfzigsten Mal. Der bekannte Wissenschaftler und Forscher inspirierte viele Zeitgenossen und spätere Generationen zu Reisen in die ganze Welt. Zum Jubiläum präsentieren die Museen des Altenburger Landes – Lindenau-Museum, Residenzschloss Altenburg, Naturkundemuseum Mauritianum und Museum Burg Posterstein – unter dem Titel: #humboldt4 eine gemeinsame Ausstellungsreihe über das Leben Alexander von Humboldts und sein Wirken auf die Region.

Nächste Termine zur Ausstellung

27. Oktober 2019, 15 Uhr
Salonnachmittag: Reisen fernab touristischer Pfade
Zu einem Salongespräch über das Reisen nach Südamerika lädt das Museum Burg Posterstein für Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr. In einem kurzweiligen Gespräch tauschen sich der Schönhaider Bergsteiger Edgar Nönnig und die Fotografin Jana Borath über ihre Reisen aus. Wie einst Anton Goering, der im Mittelpunkt der aktuellen Sonderausstellung „Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering“ steht, erkundeten beide unabhängig voneinander und fernab touristischer Pfade Südamerika. Thematisch sollen das Reisen und die Natur im Mittelpunkt stehen – von der Zeit Alexander von Humboldts und Anton Goerings bis ins Heute, wo Massentourismus und gigantische Waldbrände, Abholzung und Klimawandel die Schönheit der Flora und Fauna bedrohen.

17. November, 15 Uhr
Lesung „Wem Gott will eine Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“
Finissage zur Ausstellung mit Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch von 1856 und Besucher-Abstimmung über die Gewinner der Vogel-Zeichen-Wettbewerbs

Im Anschluss küren die Besucher den Gewinner des Vogel-Zeichen-Wettbewerbs zur Ausstellung.
Das kleine Gürteltier Gerti führte Kinder in kurzen Texten durch die Sonderschau. In der kleinen „Vogel-Forscher-Station“ in der Ausstellung konnten junge Besucher Vögel mit dem Fernglas beobachten und zeichnen.
Am letzten Tag der Ausstellung dürfen die Besucher darüber abstimmen, welcher Vogel gewinnt. Zur Abstimmung muss man am 17. November, 15 Uhr, auf Burg Posterstein sein. Der Gewinner erhält eines unserer „Entdecker-Sets“ aus dem Museumsladen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Aus dem Staub gemacht – Ein Resümee zur Ausstellung „Zum Wesen des Staubes“

Das “Staubbild 14.12.2018” von Wolfgang Stöcker enthält Stäube des Posterstein, vor allen Dingen Spinnenweben und Erdpartikel, vermalt mit Kalkleimfarbe, Tusche, Bleistift auf Papier. Das Werk konnte für die Sammlung des Museums angekauft werden.

Die außergewöhnliche Kunstausstellung „Zum Wesen des Staubes“ mit Skulpturen und Collagen des Kölner Künstlers Wolfgang Stöcker ging am Sonntag, 18. August, auf Burg Posterstein zu Ende. Insgesamt haben sich 4000 Besucher die Schau angesehen, bevor sie nun wieder „zu Staub zerfällt“, wie gewitzte Kommentare in den sozialen Netzwerken tönten. Wolfgang Stöcker las auf seine unterhaltsame Art aus dem Buch zur Ausstellung. Der Museumsverein Burg Posterstein überraschte mit einem „Staub-Buffet“ mit Sandkuchen, reichlich „Huckelkuchen“ mit Staubzucker, Blütenstaub-Bowle und gefilzten Wollmäusen. Als besonderes Geschenk überreichte der Musiker Matthias von Hintzenstern dem Künstler für seine Sammlung eine kugelförmige Wollmaus aus seinem fast 300 Jahre alten Cello.

Ausstellung regte überregional zu Aktionen und Reaktionen an

Der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker gründete 2004 das „Deutsche Staubarchiv“, das inzwischen „Internationales Staubarchiv“ heißt. Mit akribischer Liebe zum Detail sammelt er Staubproben von besonderen Orten. 2017 und 2018 unternahm er „Staubexpeditionen“ auf Burg Posterstein und verarbeitete sie zu hochwertiger und ganz und gar nicht staubiger Kunst.

Einige der zentralen Fragen seines künstlerischen Schaffens spielen direkt auf die Arbeit eines Museums an: Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit?

Zur Ausstellungseröffnung gab es eine Staub-Expedition durch die Burg, die bis ins sonst nicht zugängliche Turmstübchen führte. Gunter Auer begleitete die Tour mit seiner Kamera:

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Unter dem Titel „In jeder Wollmaus steckt die ganze Welt“ berichtete das renommierte Kunstmagazin Monopol über die ungewöhnliche Ausstellung und auch in der Kölner Heimat des Künstlers fand die Thüringer Schau Beachtung.

Das Kölner Kultur-Kollektiv „Die Herbergsmütter“ stellte mit seiner Social Media-Aktion #kunstputz im Jahr 2015 nicht nur den ersten Kontakt zwischen Museum und Künstler her. Im Zuge der Ausstellung gingen sie in Köln gemeinsam mit Wolfgang Stöcker auf Staubexpedition und lenkten unter dem Schlagwort #Staubrausch die Aufmerksamkeit auf die Postersteiner Ausstellung. Mit Fotos von der Bekämpfung des Staubs in den eigenen vier Wänden nahmen zahlreiche Menschen in den sozialen Netzwerken an der Aktion teil.

Als besonderes Geschenk überreichte der Musiker Matthias von Hintzenstern dem Künstler für seine Sammlung eine kugelförmige Wollmaus aus seinem fast 300 Jahre alten Cello.

Neue Staubproben für das Internationale Staubarchiv

Auch Thüringer Kultureinrichtungen und Künstler fühlten sich dazu inspiriert, Staubproben an das Deutsche Staubarchiv zu schicken. So entnahm beispielsweise das Residenzschloss Altenburg Flusen aus der Trostorgel in der Schlosskirche. Das Programmkino Metropol Gera gab eine Probe mit möglicherweise 100 Jahre altem Kinostaub in die Post. Und auch aus Holland erreichte Wolfgang Stöcker eine Staubprobe: Flusen aus der Mütze des „Museumsbären“ Gustaafje, der mit seinem Besitzer bereits zahlreiche internationale Ausstellungshäuser besuchte. Als Höhepunkt der Finissage überreichte der Musiker Matthias von Hintzenstern aus Kühdorf bei Greiz dem Künstler eine kugelförmige Wollmaus, die sich durch den Luftstrom beim Musizieren im F-Loch seines fast 300 Jahre alten Cellos gebildet hatte, das der Tiroler Instrumentenbauer Michael Platner im Jahr 1735 hergestellt hat.

Dieses Werk mit Proben aus dem Postersteiner Bergfried und lyrischen Texten über das Kehren im Turm hat Wolfgang Stöcker dem Museum Burg Posterstein freundlicherweise geschenkt. Wir danken herzlich!

Am 27. August 2019 erreichte das Museum ein Brief aus Köln, der beschreibt, wie und wo die Stäube aus dem Metropol-Kino und aus der Mütze des Museumsbären ins Staubarchiv eingingen. Der Künstler Wolfgang Stöcker hält fest:

“Aus der Reihenfolge der Archivierung ergeben sich folgende Eigentümlichkeiten:
Die Geraer Probe wurde am 09.07.2019 verschickt (Quersumme: 28 = 10 = 1)
Die Probe des Bären wurde am 13.07.2019 verschickt (Quersumme: 23 = 5)
Somit erreichte uns die Bärenprobe etwas später, wurde aber auf Grund einer Unachtsamkeit des Archivars zuerst archiviert und liegt somit eine Probennummer vor der Geraer Metropolprobe. Daher besitzt die Probe aus Gera eine höhere Archivierungsnummer, wohingegen die Quersumme des Briefstempels (27.09.2019 = 30 = 3) eine niedrigere Zahl im Vergleich zur Quersumme des Briefstempels der Bärenprobe aufweist. Auf die Nummern und Quersummen wirkte offensichtlich eine ausgleichende Kraft ein!”

Das Lesebuch „Zum Wesen des Staubes“ zur Ausstellung ist auch nach der Schau noch im Museum Burg Posterstein erhältlich.

Ein Lesebuch zum Wesen des Staubes

aus dem Inhalt: 

Zur Ausstellung – Die Begegnung mit dem Staub.
Die Dokumentation internationaler Stäube.
Das Wesen des Staubes.
Das Deutsche Staubarchiv Köln Posterstein – Eine Archäologie des Staubes.
Postersteiner Staub im Bericht: Staubexpedition I. (09.08. – 10.08.2017).
Postersteiner Staub im Bericht: Staubexpedition II. (06.04.–08.04.2018).
Die Staubschreine.

Zusammengefasst von Marlene Hofmann

Exploring South America: The ornithologist and painter Anton Goering

Animal life at the middle Orinoco, chromolithographie after Anton Goering’s sketch, collection Museum Burg Posterstein

In 2019 we celebrate the 250th birthday of Alexander von Humboldt. The well-known scientist and researcher inspired not only his contemporaries to do traveling and researching all over the world, but also later generations until today. Right now we prepare an exhibition on Anton Goering (1836-1905).

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For this event four museums of the county Altenburger Land in Thuringia, Germany – Lindenau-Museum Altenburg, Residence castle Altenburg, Museum of Natural Science Mauritianum and Museum Burg Posterstein – will present their special exhibitions about Humboldt and his influence on the region together with an event under the title: #humboldt4.

From  September1  – November 17, 2019, Museum Posterstein Castle will commemorate the illustrator Christian Anton Goering (1836-1905). Although he was the son of a craftsman he succeeded in a career as an explorer, painter and animal preparator.

Like Humboldt before he went on two expeditions to South America (1856 and 1866) and conducted botanical and geographic studies.  

Anton Goering: Impressive landscape in the south of Lake Maracaibo, from the book “Venezuela”, Collection Museum Burg Posterstein

On the first journey he worked as assistant and companion of the well-known german scientist Hermann Burmeister. On the second one Goering ventured on behalf of the Zoological Society of London. He collected rare animals for the collection of the Natural History Museum, did preparations and captured his impressions of the landscape in pictures, painted in watercolor. With his work, Anton Goering made an important contribution to the study of Venezuela. Amongst other things, he discovered the up to then unknown caves at Caripe. In 1893 he published his travel impressions in Leipzig under the title: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.

Anton Goering and his way to South America

Christian Anton Goering was born on 18. September 1836 in Schönhaide in today’s Altenburger Land. His father, a craftsman, was a member of the regional society for ornithology and so his son, too, found his interest for nature. He studied in the school of arts of Bernhard von Lindenau in Altenburg, 20 kilometres from Schönhaide. Later he worked as preparator and conservator in the zoological museum of the University of Halle. His professor was Dr. Hermann Burmeister. Amongst others Christian Ludwig Brehm, and his son Alfred Brehm gave Goering natural scientific advice.  

Portrait of Anton Goering, from the book “Venezuela”, Collection Museum Castle Posterstein

The first expedition to South America (1856-1858)

Anton Goering gained his first travel experiences as a companion of Hermann Burmeister. For over two years they explored the flora and fauna of Brazil, Argentina and Uruguay.

In September 1856 Goering traveled from Halle to Hamburg, where he met with Burmeister and his son. Goering and the young Burmeister left Hamburg on the sailing ship “Dorothea” on September 29 with the destination Rio de Janeiro. Hermann Burmeister, the leader of the expedition, took another ship. After almost six weeks they reached the coast of South America.

On December 1, 1856, the journey started in Rio de Janeiro.  Over two years the group traveled to Montevideo, San José, and Mercedes. In 1858 Goering took a ship back to Germany.

The second expedition to South America (1856-1858)

Through his patron Philip Lutly Sclater, secretary of the Zoological Society of London, Anton Goering got the opportunity to take a field trip to South America as a corresponding member of the Zoological Society of London, in 1866.

His main destination was Venezuela, where he collected bird skins for the British Museum (Natural History Museum) and explored the country’s flora.

On September 18, 1866, he left London on a steamship and reached the port of Carupano (via Trinidad) on September 30. For eight years, Anton Goering researched and painted the landscape and the flora and fauna of Venezuela. He discovered the up to then unknown caves at Caripe and sent collected bird and animal skins to the British Museum.

Anton Goering: The Caripe Caves in the state of Monagas, East Venezuela, from the book “Venezuela”, Collection Museum Burg Posterstein

In 1868 Dr. Sclater published Goerings collections in an article in the journal “Proceedings of the Zoological Society of London“. A first collection contained 173 skins, collected at Carupano, Pilar, and Caraccas. Three of the birds were described as being probably new to science. A second collection contained specimens of 99 species, the most of them Venezuelan birds.

In 1874 Goering left South America and took a ship back to Germany.

Later, in 1893, Anton Goering published his travel impressions of this secondexpedition to Venezuela in his book: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.

The later years

Since 1874 Goering worked as an animal and landscape painter in Leipzig. Together with other artists, he made the illustrations for “Brehms Tierleben” (Brehm’s Animal Life).

He remained in contact with the Altenburg naturalists for life. So he was appointed an honorary member of the “Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg” and the Ornithological Society of Leipzig. Duke Ernst I. of Saxony-Altenburg awarded him the title of Professor for his services. Anton Goering died on December 7, 1905, in Leipzig.

The exhibition at Museum Posterstein Castle follows Goering’s progress and life from Altenburger Land, Germany, to South America. His journeys are revived in his diaries and woodcuts, loans from the Leibniz Institute for Regional Geography in Leipzig (Leibniz Instituts für Länderkunde). Exotic animals prepared by Anton Goering put a picture of the research expeditions in the footsteps of Alexander von Humboldt across to the visitors.

Exhibition opening: September, 1st, 2019

By Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

Wie Burg Posterstein zum #Burgstaub kam

Ab Sonntag, 19. Mai 2019 zeigen wir die Ausstellung “Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein mit Kunstwerken von Dr. Wolfgang Stöcker aus Köln. Dass der Gründer des Internationalen Staubarchivs auf Burg Posterstein aufmerksam und daraus eine Ausstellung wurde, ist keine Selbstverständlichkeit – sondern wieder einmal unserem tollen Netzwerk auf Twitter zu verdanken. Museumsarbeit lebt von einem aktiven Freundeskreis – vor Ort und im World Wide Web. Den Artikel widmen wir zur internationalen Museumswoche #MuseumWeek folgerichtig auch dem Tagesthema #FriendsMW.

Wolfgang Stöcker mit Staubturm auch #Burgstaub vor Burg Posterstein.

2015 veranstaltete das Kölner „Kollektivs für Kreativitätscoaching und Kulturevents – Herbergsmütter“ die Social Media-Aktion #Kunstputz. Dass das auch in Posterstein ankam, liegt daran, dass die drei „Herbergsmütter“ Anke von Heyl, Ute Vogel und Wibke Ladwig ihr Projekt nicht nur in Köln vor Ort, sondern auch auf Twitter veranstalteten. Sie forderten ihre Community dazu auf, “Staubscout” zu werden und sich auf unterschiedliche Art selbst am #Kunstputz zu beteiligen. Als Museum sprach und diese Aufforderung an: “Wenn Ihr Teil einer Kulturinstitution, Kulturarbeiter oder Künstler seid, könnt Ihr Eure Wollmäuse der Sammlung der weltweit gesammelten Stäube hinzuzufügen.”

Postersteiner Burgstaub gibt es inzwischen auch als Souvenir.

Auf Twitter kamen wir ins Gespräch und das Museum Burg Posterstein, neugierig geworden, sendete eine Staubprobe aus dem Verlies der Burg nach Köln. Wolfgang Stöcker nahm die Probe dankbar in sein umfangreiches Staubarchiv auf. 2017 fuhren Marlene Hofmann und Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein nach Köln und besuchten Wolfgang Stöcker in seinem Atelier. Im Gepäck hatten sie mehrere Postersteiner Staubproben, die seither – vermischt mit Wachs – zu kleinen Skulpturen gewachsen sind.

Ebenfalls von Twitter kennen wir Petra Neumann, deren Wachsspende nun in der Postersteiner Ausstellung verewigt ist.

Die Idee zur Ausstellung “Zum Wesen des Staubes” war geboren. Es folgte ein Aufruf, dem Künstler Wachs – inklusive seiner Geschichte – zu spenden. Auf diese Art gelangte einiges Wachs in Wolfgang Stöckers Atelier nach Köln, das zusammen mit Postersteiner Staub zu “Staubschreinen” gegossen wurde. Eine Wachsspende erreichte Wolfgang Stöcker in einer besonders schönen, handbemalten Tüte, die nun wiederum in der Ausstellung vor Ort zu sehen sein wird.

Wolfgang Stöcker bei der Staubentnahme in der Salon-Ausstellung auf Burg Posterstein

Mitte August 2017 reiste Wolfgang Stöcker schließlich zur ersten Staubexpedition nach Posterstein und fotografierte, dokumentierte und „entnahm“ weitere Staubproben. Die Idee für eine gemeinsame Ausstellung wurde Realität und in einer zweiten Staubexpedition im April 2018 fortgesetzt.

„Staub ist das kleinste gemeinsame Vielfache unserer Kultur. Staub ist ein Demokrat. Er besiedelt Paläste und einfache Hütten. Staub ist zudem vielleicht das einzige wirkliche Kunstwerk. In der Natur kommt Staub nämlich nicht vor. ‚Lästiger‘ Staub ist daher eine wirkliche Kunst- und Kulturerscheinung.“

Wolfgang Stöcker

Mit seiner Sammelleidenschaft wirft Wolfgang Stöcker spannende Fragen auf: Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit? Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen?

“Das Wesen des Staubes” ist eine Ausstellung, die ohne Twitter und die Menschen dahinter, mit denen wir teilweise schon viele Jahre in Kontakt stehen, vermutlich nicht stattgefunden hätte. Damit sich der Kreis von Posterstein nach Köln wieder schließt, erstellte Wibke Ladwig von den Herbergsmüttern für die Ausstellung ein Portrait Wolfgang Stöckers:

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Portrait von Wolfgang Stöcker – erstellt von Wibke Ladwig

In seinem Gast-Blogpost erklärt Wolfgang Stöcker seine Philosophie des Staubes.

Die #Schlössersafari wird weitergehen: Auswertung der Ausstellung „Versteckte Orte“ auf Burg Posterstein

Die Ausstellung #Schlössersafari von 24. Februar bis 12. Mai 2019 auf Burg Posterstein verband analog und digital und lud zum Mitgestalten ein.

Die Ausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“ (24. Februar bis 12. Mai 2019) fand als interaktive Community-Ausstellung statt: 7 Instagramer aus Mitteldeutschland wählten je 7 Bilder von Schlössern und Burgen aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg, die sie dem Publikum vorstellen wollten. Insgesamt sahen sich etwa 3000 Besucher die Ausstellung vor Ort an. Im Folgenden wollen wir die Ausstellung, die ähnlich wie 2018 #SalonEuropa digital und analog stattfand, zusammenfassen und einen Ausblick für die Fortführung der #Schlössersafari wagen. Der Blogpost erscheint anlässlich der internationalen Museumswoche #MuseumWeek zum Thema #PhotoMW.

Blick in die Ausstellung “Versteckte Orte” auf Burg Posterstein

1. Die Ausstellung vor Ort

An der Ausstellung beteiligt waren:

Cindy Hiller @chillerunterwegs
Sandro Deus @fineartinsilver
Frank Burchert @franksfotografie
Simone Stahn @silentfotografie_simone
Romy @sosfernweh
Patrick Weidenmueller @vogtland_prinz
Manja Reinhardt @vogtlandzauber

Dazu gab es kurze, an Instagram-Bildunterschriften orientierte Infos zu den ausgestellten Orten und Kurzportraits der Fotografen. Keiner der teilnehmenden Instagramer hat eine professionelle Fotografie-Ausbildung. Es ging um die Gemeinschaft und das gemeinsame Hobby, interessante Orte zu fotografieren und online zu teilen.

Auf der Jagd nach dem schönsten Fotomotiv auf dem Insta-Walk zur #Schlössersafari auf Burg Posterstein

Uns hat diese Art des Kulturerlebens fasziniert, denn jede Woche besuchen unser Museum Menschen, die über Instagram auf uns Aufmerksam geworden sind. Auf Instagram gibt es eine Szene von Schlösser- und Burgenfans, gepaart mit einer Leidenschaft für die Fotografie, die sich gegenseitig neue Motive empfehlen, die sich austauschen und Tipps geben. Gleichzeitig sind diese Instagramer eine neue Art Kulturvermittler, die die Schönheit ihrer Region in die Welt hinaus tragen wollen. Dieses Gemeinschaftsgefühl holten wir mit der Ausstellung ein Stück weit ins Museum und wollten gleichzeitig die Besucher dazu einladen, selbst ihre Region zu erkunden – ob nun mit oder ohne Kamera.

Das Museum Burg Posterstein ist seit 2016 auf Instagram aktiv und steht in regem Austausch mit einer kultur- und landschaftsinteressierten Community. Auswahlkriterien für die Ausstellung waren nicht nur fotografisches Können, Motivwahl und Reichweite, sondern auch die seit langem währende aktive Kommunikation auf Augenhöhe.

Kleines, nicht ganz vollständiges Gruppenbild vor der Burg Posterstein – nach vielen Wochen Zusammenarbeit und herzlichem Austausch fühlte es sich die “Abschluss-Safari” am Ende der Ausstellung an wie ein fröhliches Klassentreffen.

Die Ausstellung und Teile des Begleitprogramms planten wir in engem Austausch gemeinsam. Uns war es wichtig, dass alle Beteiligten von der Ausstellung profitieren. Nicht nur das Museum erzielte durch die konstante gemeinsame Bewerbung des Projekts eine höhere Aufmerksamkeit, sondern auch die Blogger und Instagramer, die uns erwähnen und/oder mit uns zusammenarbeiten, sollten möglichst einen Mehrwert davon haben.

Manja Reinhardt vom Blog „Vogtland-Zauber“ beschreibt ihr Erlebnis, ihre Fotos zum ersten Mal in der Ausstellung zu sehen so: „Danke an die Besucher des ersten Tages, von denen schon ein unwahrscheinlich positives Feedback kam. Ich konnte im Vorfeld nicht richtig einschätzen, wie die Ausstellung ankommen wird. Immerhin ist sie eine Art Experiment. Wir sind alle keine professionellen Fotografen. Uns geht es um einen Austausch mit unseren Followern. Wir möchten zeigen, wie schön unsere Umgebung ist und das es sich lohnt die Augen dafür zu öffnen. Bislang waren wir dazu aber nur auf Instagram und zum Teil in unseren Blogs aktiv. Die Ausstellung überführt nun das soziale Medium Instagram in die Realität.“

Darüber hinaus standen die weitere Vernetzung und der Austausch über die Kulturschätze der Region im Mittelpunkt von Ausstellung und Begleitprogramm. Über den Hashtag #Schlössersafari bestand im Internet die Möglichkeit, der Ausstellung eigene Inhalte, Bilder und Ausflugstipps hinzuzufügen.

Die Ausstellung kam bei den Besuchern vor Ort sehr gut an. Es kamen Gespräche über die verschiedenen Orte zustande und für viele war die Ausstellung Anregung zu neuen Ausflügen – ein nicht zu unterschätzender touristischer Effekt.

2. Das Begleitprogramm zur Ausstellung

Zur Ausstellung gab es ein umfangreiches Begleitprogramm, das viel Gelegenheit zur Vernetzung und zum Austausch vor Ort bot.

Die Ausstellung eröffneten wir mit einem lockeren, interessanten Gespräch übers Fotografieren für Instagram. (Foto: @vogtlandzauber)

Podiumsgespräch

Die Ausstellung eröffneten wir mit einem Podiumsgespräch, an dem alle ausstellenden Instagramer teilnahmen. Sie erzählten, warum sie gern fotografierten und was Instagram für sie bedeutet. Dabei stellten sich durchaus ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Herangehensweisen heraus. Gleichzeitig ging es auch um den Kontakt zu Museen und Eigentümern historischer Gebäude. Für viele sei es ein Augenöffner, wenn Leute „aus dem Internet“ plötzlich vor der Tür stünden.

Dieses Bild entstand beim Fotokurs fürs Smartphone, wo es verstärkt um die technischen Aspekte des Fotografierens ging.

Fotokurs fürs Smartphone

Darüber hinaus führt die Erfurter Fotografin Melanie Kahl (@fototour_thueringen und @surprise23) am 9. März 2019 einen Fotokurs fürs Smartphone auf Burg Posterstein durch. In einer gemütlichen Runde von zehn Leuten ging es in fünf Stunden zuerst durch die Postersteiner Kirche (Achtung, sie kann nur über Führung durch die Kirchgemeinde Nöbdenitz besichtigt werden!) und dann durch die Burg. Zum Abschluss gab es hilfreiche Tipps zum Bearbeiten der Fotos direkt am Smartphone und zum Teilen auf Instagram.

Fotomotiv entdeckt! – Beim Instawalk durch Posterstein (Foto: @b_und_p_europareisen)

Instawalk durch Posterstein und Tannenfeld

Die Blogger von @vogtlandzauber, die auch an der Ausstellung beteiligt waren, luden am 13. April zum Insta-Walk ein. Wir besuchten die Ausstellung und die Burg bei einer kurzweiligen Führung und öffneten auch eine Treppe, die Besuchern sonst nicht zugänglich ist. Anschließend ging es ins Herrenhaus neben der Burg, das seit 2015 von Gemeinde und Förderverein Burgberg Posterstein e.V. aufwändig saniert wird und genossen die Aussicht vom Balkon der neuen Ferienwohnung. Durch den Burgpark ging es durch den Ort Posterstein zur Gaststätte “Zur Deftigen Pfanne”, wo es beim Mittagessen Zeit für Gespräche gab. Zum Anschluss besuchten wir noch den schönen Park von Tannenfeld. Von Sonne bis Schnee hat uns das Aprilwetter alles geboten! Ein Dankeschön geht an @vogtlandzauber @altenburger_senf und @tourismus.altenburger.land für die “scharfen” Überraschungstüten, die es als Geschenk gab.

Die weiteste Anreise zum Insta-Walk hatte @konnexart, die über den Blogger Michael Bauer auf die #Schlössersafari aufmerksam geworden ist.

Es nahmen teil:@vogtlandzauber @vogtland_prinz @silentfotografie_simone @franksfotografie @fineartinsilver @chillerunterwegs @aviator1964 @ich_seh_komische_sachen @ted_ys_nerdbude @konnexart @rena.lilly @b_und_p_europareisen @severin0407 @andreasweberphotography und @porstainn sowie @altenburgtv3305 und die Ostthüringer Zeitung.

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Abschluss-Safari

Am letzten Tag der Ausstellung, dem 12. Mai 2019, fassten wir gemeinsam mit den Ausstellenden das Projekt zusammen. Schon vorher stand fest, dass die Idee #Schlössersafari weiterleben wird. In welcher Form sollte am letzten Tag der Ausstellung gemeinsam – auch mit dem Publikum – entschieden werden. Es gab bereits erste Ideen für zukünftige gemeinsame Foto-Ausflüge im Zeichen der #Schlössersafari. So ist geplant, regelmäßig zu offenen #Schlössersafaris einzuladen – nicht nur auf Burg Posterstein, sondern überall, wo sich interessante Motive finden. Darüber hinaus soll die Ausstellung selbst auf #Schlössersafari gehen dürfen – idealerweise soll sie natürlich in Schlössern und Burgen zu sehen sein und sie kann in Absprache durchaus ergänzt und erweitert werden. Bei Interesse melden Sie sich gern per E-Mail. Eine Fortsetzung der #Schlössersafari Anfang 2020 auf Burg Mylau steht schon in Aussicht!!!

Passiert uns auch nicht häufig, dass WIR zum Ende einer Ausstellung beschenkt werden. Herzlichen Dank an die 7 Instagramer!

Der Hashtag #Schlössersafari ist jedenfalls etabliert und in Zukunft weiter genutzt werden.

3. Die #Schlössersafari auf Instagram

Am 2. Dezember trafen wir uns zum ersten Mal zur Planung der gemeinsamen Ausstellungen mit den sieben beteiligten Instagramern. Patrick Weidenmüller erzählte in der gemütlichen Runde, dass er an den Wochenenden gerne auf “Fotosafari” gehe. Perfekt, dachten wir! Mit der Kamera auf der Pirsch nach tollen Motiven – der Hashtag #Schlössersafari war geboren! Auf Instagram war bisher auch noch niemand darauf bekommen, die Suche lieferte 0 Treffer. Gleich nach dem Treffen machten wir den Hashtag zum ersten Mal bekannt – das erste Foto teilte Patrick Weidenmüller direkt aus der Burg.

Das war der Startschuss für die #Schlössersafari

Im Laufe der Ausstellung wurden rund 2300 Bilder aus ganz Europa unter dem Schlagwort #Schlössersafari geteilt, darunter glücklicherweise kaum Spam (maximal eine Handvoll Bilder passte von der Motivwahl nur bedingt zum Thema der #Schlössersafari und wurde für Werbezwecke benutzt). Der Großteil der Bilder zeigte tatsächlich Schlösser und Burgen, aber auch einige Kirchen und andere historische Gebäude sind geteilt wurden – und übrigens war auch in der Ausstellung vor Ort die Bergkirche Beucha vertreten, um nur ein Beispiel zu nennen. Einige Leute haben nachträglich ältere Bilder mit dem Hashtag versehen, sodass beim Scrollen durch die Timeline auch Bilder aus den Vorjahren auftauchen. Schnell bewegte sich die #Schlössersafari über Mitteldeutschland hinaus, dann über Deutschland hinaus und in Einzelfällen auch über Europa hinaus in die USA und nach Asien. Natürlich sind unter den geteilten Motiven viele der großen Instagram-Klassiker von Burg Eltz bis Schloss Moritzburg. Aber es kamen durchaus interessante, “versteckte Orte” in den Fokus, die wir vorher noch gar nicht kannten.

Auf dem Bildschirm in der Ausstellung liefen die unter mit Hashtag #Schlössersafari geteilten Bilder in Schleife.

Die Bilder waren auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung zu sehen, die neusten zuerst, und nicht selten warteten Besucher vor dem Bildschirm auf ihr Bild.

So sieht beispielhaft für alle anderen eine der vielen Instagram-Storys zur #Schlössersafari aus.

Die schönsten dieser Fotos teilten wir in unserer Instagram-Story. Die in der Story geteilten Bilder sind immer nur 24 Stunden abrufbar und jedes so geteilte Bild wurde im Schnitt 300 Mal angesehen. Man kann die #Schlössersafari-Storys jetzt im Nachhinein noch über das Instagram-Profil der Burg Posterstein ansehen, z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Teilgenommen haben vor allem Privatpersonen aus allen Teilen Deutschlands. Viele versahen ihre Bilder zusätzlich mit historischen Infos zu den abgebildeten Orten. Die Liste unserer festen Begleiter in den 11 Ausstellungswochen ist lang – zum Beispiel: die Burgdame aus Paderborn, Thomaskrm aus Aschaffenburg, burgenland.ffm aus Frankfurt am Main, Frankenherz aus Franken, Michael Bauer aus Mannheim, Dirk Baum aus Sachsen, Jan Winfried aus Sachsen sowie natürlich zylwanazementa, thtischi, der_lichtminister, pauldylla, bartzi27, museumscast, haltelinie, b_und_p_europareisen, dirkbuchner67, ankehoelzel, hbyfgf.sascha.wiedemann und viele mehr! Manche von ihnen kommen sogar aus dem europäischen Ausland.

Bitte verzeiht, dass wir hier nicht alle nennen können!

Es schlossen sich aber auch einige Tourismus-Accounts, Schlösser und Burgen an wie z.B. Schlösserland Sachsen, Sachsentourismus, Schlösserverwaltung Bayern, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schloss Leubnitz und Schloss Kuckuckstein.

Aber gerade in Thüringen hätte es noch Potential gegeben, die kulturellen Schätze vor Ort vorzuzeigen und mit dem Hashtag ein neues, manchmal größeres Publikum zu erreichen. Weder Thüringen Tourismus (hier wird die reiche Thüringer Burgen- und Schlösserlandschaft immer noch nicht wirklich als touristisch relevant betrachtet) noch die anderen Thüringer Burgen und Schlösser beteiligten sich maßgeblich (was sicherlich auch daran liegt, dass SocialMedia-Kanäle kaum genutzt werden). Nur wenige wie die Schlösserstiftung Thüringen und sporadisch das Residenzschloss Altenburg beteiligten sich überhaupt.

4. Spontane #Schlössersafaris

Eine besondere, positive Überraschung war für uns die herzliche und engagierte Begleitung unserer Ausstellung durch andere Blogger und Instagramer. Einige davon sollen hier stellvertretend für alle anderen dankend erwähnt werden.

Zur Eröffnung lud uns Katja Eidam vom Museums-Podcast Museumscast zum Livestream-Interview auf Instagram zur #Schlössersafari ein. Es war das erste Mal, dass wir das Medium testeten, weshalb der Livestream quasi live von Katjas Account auf den Account der Burg wechseln musste und ich zwischendrin noch auf ein Smartphone mit kräftigerem Akku umsteigen musste. Aber trotz allem und trotz kurzer Vorankündigung haben über 100 Leute reingeschaut und während des Livestreams teilweise sehr freundlich kommentiert.

Die spontane Straßenbahn-Safari von Michael Bauer begleiteten wir per Instagram-Story und auch auf Twitter.

Zum einen ist da der Blogger Michael Bauer aus Mannheim, der gleich zu Beginn der Ausstellung eine Art Social Media Happening zur #Schlössersafari ankündigte und dann auch – live übertragen via Twitter und Instagram – durchführte. Weil die Straßenbahnlinie 5, die Mannheim und Heidelberg verbindet, an insgesamt 9 Schlössern vorbei führt, ging er einen Tag lang auf „Straßenbahn-Safari“ und bloggte auch darüber. Wir begleiteten die Aktion in der Instagram-Story. Inspiriert von unserer Ausstellung #Schlössersafari und angeregt durch die Ankündigung der nächsten Ausstellung „Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ begab er sich später noch mehrmals auf „Blütenstaubsafari“, was er auch wieder auf Instagram und in seinem Blog in Foto und Video teilte.

Der Dresdner Blogger „Der Baum“ kündigte ebenfalls in seinem Blog an, die Ausstellung mit täglich einem Bild aus seinem umfangreichen Archiv zu begleiten. Dazu legte er extra einen Instagram-Account an und bereicherte die Ausstellung mit täglich neuen, oft sehr „versteckten“ Orten, die er zeitgleich auch auf Twitter teilte. Natürlich trafen wir uns auch auf einen Kaffee und ein gemütliches Gespräch in der Ausstellung.

Mit diesem Foto beendete @dirk_derbaum seine fast 90 Tage währende persönliche #Schlössersafari.

Im Anschluss an den gemeinsamen Insta-Walk, zu dem @konnexart extra aus Heidelberg angereist war, trafen sich Patrick Weidenmüller (@vogtlandprinz), Michael Bauer und Julia Kieser @konnexart im Schloss Bruchsal zur gemeinsamen Schlössersafari. Neuen gemeinsamen Ausflügen steht nichts im Weg. – Eine Anmerkung: Obwohl getaggt und auf Instagram aktiv nahm man auf Schloss Bruchsal von den Instagramern nicht weiter Notiz. Eine verpasste Chance zur Interaktion!

Ein Bild aus der Reihe “Instagramer bei der Arbeit” – @vogtland_prinz auf Schloss Bruchsal (Foto: @michlbower)

Auch einige Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein gingen  inspiriert durch die Ausstellung auf #Schlössersafari im Erzgebirge. Hier berichten sie davon.

Dieses schöne Bild gab es von @hbyfgf.sascha.wiedemann auch als Poster!

Nach regen Austausch auf Instagram überraschte uns Sascha Wiedemann
@hbyfgf.sascha.wiedemann mit einem Poster von seinem Bild von Burg Posterstein. Wir konnten die Ausstellung zwar nicht spontan erweitern, haben uns aber wahnsinnig gefreut!

Als Museum neue Wege gehen

Ein Ausstellungskonzept wie dieses hat es im regionalgeschichtlichen Museum Burg Posterstein noch nicht gegeben: Es vermischt Fotografie, regionale Geschichte und Teilhabe.

Social Media ist für uns im Museum Burg Posterstein nicht nur ein reines Marketingtool, sondern ein wichtiger Kanal für die Wissensvermittlung, die zu den Kernaufgaben eines Museums zählt. Wir sind der Meinung, dass unser Bildungsauftrag nicht auf der Burgbrücke endet, sondern auch im virtuellen Raum weiter besteht. Auf der Website, im Blog und auf unseren Social Media-Kanälen geht es deshalb nicht um reine Information, sondern um Inhalte, um Geschichte und Geschichten mitsamt der Möglichkeit zur Interaktion und Teilhabe. Wir erhoffen uns davon, dem Museum auf diese Weise auch in Zukunft seinen festen Platz in der Gesellschaft zu sichern. Die Marketingarbeit des Museums Burg Posterstein schaut bewusst über den Tellerrand und nimmt die ganze Region, das Bundesland Thüringen und ganz Deutschland in den Blick.


Man muss ein Stück weit die Kontrolle abgeben und sich überraschen lassen.

Die Herausforderung einer solchen Ausstellung wie die #Schlössersafari war, dass man am Anfang noch nicht wusste, wie gut das Ausstellungsteam harmoniert, ob die Wünsche und Erwartungen weit auseinander gehen und wohin sich das Projekt entwickeln würde. Man muss ein Stück weit die Kontrolle abgeben und sich überraschen lassen. Natürlich kannten wir alle Beteiligten schon über den regelmäßigen Austausch auf Instagram. In unserem Fall haben wir uns im Vorfeld zweimal getroffen und die Zusammenarbeit dann per Messenger App koordiniert. Die Gruppe der Instagramer passte prima zusammen, es war ein herzliches Miteinander und alle haben sich voller Motivation und sehr zuverlässig in die Umsetzung der Ausstellung und deren Kommunikation eingebracht.

So sah die Ausstellung vor Ort aus – hier sind Fotos von @franksfotografie zu sehen.

Die Ausstellung hat uns noch enger mit unseren Besuchern – unserer „Community“ – zusammenrücken lassen und in direkten Kontakt gebracht. Sei es durch Besuche vor Ort und den täglichen, persönlichen Austausch auf Instagram, Twitter und Facebook. Es ist toll, wenn zum Beispiel Patrick Weidenmüller Burg Posterstein als seine „Hausburg“ bezeichnet oder wenn zum Ende der Ausstellung bereits neue Treffen zu neuen gemeinsamen Foto-Touren geplant werden. In einigen Fällen sind durch Ausstellung und Instawalk aus vorher begeisterten Hobbyfotografen durch die persönliche Begegnung mit der #Schlössersafari begeisterte Instagramer geworden, die sich ihrerseits vernetzen.

Nachgefragt – der Kommentar von @haltelinie

Die Nachfrage “Was hat euch die #Schlössersafari gebracht?” per Instagram-Post und Story brachte auch ein paar Antworten: “Viele schöne Bilder, Dankeschön dafür an alle Beteiligten.” (@umbraresk), “So viele Burgen und Schlösser, von denen man sonst nie etwas gesehen hätte” (@michlbower)  “Viele Hinweise auf Ausflugsziele und spannende Instagramprofile” (@haltelinie), “Eine Menge Spaß und nette Begegnungen.” (@vogtland_prinz), “Vor allem hat es Spaß gemacht, war eine schöne Idee.” (@burgdame), “Leute kennengelernt (tolle Kontakte) und viel über die Burg, Umgebung, .. gelernt.” (@hbyfgf.sascha.wiedemann). Selbst @dirk_derbaum, der bereits hunderte Schlösser besucht hat und auch darüber digital Buch führt, hat durch die Ausstellung noch weitere entdeckt. @residalex kommentierte: Durch die #Schlössersafari “gelangte man ‘in die Schlösser hinein’ und es wurde einem “die großartige thüringische und überregionale Kultur gezeigt und das in Form einer Art Schlösserkultur, welche sich damit entwickelte.”

Man kann sagen, dass für die Teilnehmer der Spaß, das Netzwerken untereinander und das Entdecken neuer Ausflugsziele im Vordergrund stand – wie sollte es auch anders sein, denn es geht um eine Art, seine Freizeit zu verbringen. Es fand ein Austausch weit über Mitteldeutschland hinaus statt und der Hashtag #Schlössersafari wird nicht nur durch die Wanderschaft der Ausstellung auch in Zukunft weiter genutzt werden.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering

2019 jährt sich der Geburtstag Alexander von Humboldts zum zweihundertfünfzigsten Mal. Der bekannte Wissenschaftler und Forscher inspirierte viele Zeitgenossen und spätere Generationen zu Reisen in die ganze Welt. Zum Jubiläum präsentieren die Museen des Altenburger Landes – Lindenau-Museum, Residenzschloss Altenburg, Naturkundemuseum Mauritianum und Museum Burg Posterstein – unter dem Titel: #humboldt4 eine gemeinsame Ausstellungsreihe über das Leben Alexander von Humboldts und sein Wirken auf die Region.

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Das Museum Burg Posterstein erinnert vom 1. September bis 17. November 2019 in der Sonderausstellung “Aus Schönheide nach Südamerika” an den Illustrator Anton Goering (Göring), dem als Handwerkersohn aus Schönhaide im heutigen Altenburger Land eine Karriere als Forschungsreisender, Zeichner und Tierpräparator gelang. Auf den Spuren Humboldts betrieb er auf zwei Forschungsreisen (ab 1856 und ab 1866)  in Südamerika botanische und geografische Studien. Zunächst als Begleiter des bekannten Naturwissenschaftlers Hermann Burmeister, später im Auftrag der Zoological Society of London sammelte und präparierte er seltene Tiere und hielt seine Eindrücke in Landschaftsaquarellen fest. Mit seiner Arbeit leistete Anton Goering einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Venezuelas. Unter anderem entdeckte er die bis dahin unbekannten Höhlen bei Caripe. Seine Reiseeindrücke veröffentlichte er 1893 in Leipzig unter dem Titel: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.


Tierleben am mittleren Orinoco, Chromolithografie nach Anton Goering, Sammlung Museum Burg Posterstein

Es bildet ein Thalent sich in der Stille, sich ein Charakter in dem Strom der Welt

Johann Wolfgang von Goethe, Spruch auf dem Titelblatt des Reisetagebuchs von Anton Goerings, Halle 1856

Christan Anton Goering wurde am 18. September 1836 in Schönheide im heutigen Altenburger Land als Sohn eines Handwerkers geboren. Durch seinen Vater, selbst ornithologischer Sammler und Präparator, interessierte sich Goering schon früh für die Natur. Den zwanzig Kilometer langen Fußweg nach Altenburg nahm er in Kauf, um sich in der Kunstschule Bernhard von Lindenaus erste künstlerische Fertigkeiten anzueignen. Schon als Vierzehnjähriger war er Mitglied des „Ornithologischen Vereins des Pleißengrundes“ in Crimmitschau. Durch die Fürsprache Professor Apetz in Altenburg, den damaligen Direktor der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes, erhielt Goering die Möglichkeit, Erfahrungen als Präparator und Konservator im Zoologischen Museum der Universität Halle bei Dr. Hermann Burmeister zu sammeln. Naturwissenschaftliche Anregungen bekam er auch von Christian Ludwig Brehm, dessen Sohn Alfred Brehm und den Mitgliedern der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes.

Die erste Südamerikareise (1856-1858)

Frisch! Froh! Fröhlich! Frei!

Spruch auf dem Titelblatt des Reisetagebuchs von Anton Goerings, Halle 1856

Seine ersten Erfahrungen als Forschungsreisender sammelte Anton Goering als Begleiter Hermann Burmeisters. Über zwei Jahre lang erforschten sie die Tier- und Pflanzenwelt Brasiliens, Argentiniens und Uruguays.


aus dem Buch “Venezuela”, Sammlung Museum Burg Posterstein

In der Sammlung des Leibnitz Instituts für Länderkunde in Leipzig sind zwei Reisetagebücher, ein Skizzenbuch sowie verschiedene Drucke Anton Goerings erhalten geblieben. Eines der Tagebücher widmet sich der ersten Südamerikareise mit Burmeister. Das mit hauptsächlich mit Bleistift verfasste Buch ist mit vielen Skizzen versehen, die der Zeichner auf seiner Fahrt anfertigte.

Mitte September 1856 reiste Goering von Halle mit Zwischenstation in Magdeburg nach Hamburg, wo er sich mit Burmeister und „den jungen Burmeister“ traf.

Er notierte: „1856: Am 20. September mit dem Schnellzuge von Halle abgereist, morgens ¾ 8 Uhr. Abends ¾ 9 Uhr war er in Hamburg.

Die Schiffsreise begann am 29. September 1856. Zusammen mit den beiden Söhnen Burmeisters schiffte sich Goering auf dem Segelschiff „Dorothea“ mit Ziel Rio de Janeiro ein. Hermann Burmeister, der Leiter der Expedition, nahm ein anderes Schiff. Nach fast sechs Wochen Fahrt erreichten Sie die Küste Südamerikas.

19. November: Sehr für unsere Fahrt günstiger Wind, gegen ½ 11 Uhr morgens erblickten wir die Küste Brasiliens und in Folge des aufgehenden Windes lagen wir abends ½ 7 Uhr vor Rio de Janero [sic!] vor Anker, gingen aber nicht am selben abend noch an Land, sondern blieben auf dem Schiffe und verleben in gewohnter Art noch […] einige Stunden.“

„Am 20. Gegen 10 Uhr gingen wir an Land […]. Noch denselben Tag machten wir eine Excursion und fingen auch einige sehr hübche Sachen.

„21. Nov. Wir sind wieder an Bord der Dorothea gegangen um unsere Sachsen an’s Land zu bringen, auch haben wir das Innere von Rio de Janero [sic!] näher in Augenschein genommen.“

Am 1. Dezember 1856 ging die Reise weiter nach Montevideo, San José und Mercedes. 1858 trat Goering die Heimreise nach Deutschland an.

Anton Goering: Eindrucksvolle Landschaft im Süden des Maracaibo-Sees, aus dem Buch “Venezuela”, Sammlung Museum Burg Posterstein

Um sein Wissen zu erweitern studierte Anton Goering zwischen 1860 und 1864 Zeichnen und Malen bei Hermann Knaur in Leipzig und bei Joseph Wolf in London. Für Auslandsaufenthalte erhielt er aus Altenburg das „LINDENAU-ZACHsche-Reisestipendium“.

„Wem Gott will eine Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“ – Die zweite Südamerikareise (1866-1874)

Durch seinen Gönner und Unterstützer Dr. Philip LutlySclater, den Sekretär der zoologischen Gesellschaft London, erhielt Anton Goering 1866 die Möglichkeit, als korrespondierendes Mitglied der Zoological Society of Londoneine eigene Studienreise nach Südamerika zu unternehmen. Sein Hauptziel war Venezuela, wo er für das British Museum Vogelbälge anfertigte und die Flora des Landes erforschte.

Am 18. September 1866 reiste er in London ab. Die Zeit auf dem Meer vertrieb man sich u. a. durch das Studium der von Bord aus gefangenen Meeresbewohner.

Am 29. [Oktober] fing sich an der dem Schiff umschwimmenden Angel ein Delfin. Er war ungefähr 4 Fuß lang und von grau trüber, graulicher Farbe am Unterleibe […] und Flurfarbene Flecken. Der Rücken dunkelgrau-blau.“

Am 30. November erreichte das Schiff den Hafen von Carúpano.

30. Nov. Früh gegen 3 Uhr zu Anker in der Bar von Carupano. Wir mussten noch bis gegen 9 Uhr an Bord bleiben. Wir hatten wiederholt bis gegen 4 Uhr früh starken Donner u. Regen. Gegen 9 Uhr kommt 1 Zollbeamter an Bord von einem Soldaten begleitet. Die Uniform des letzteren besteht aus einem zerrissenen Hemd u. ein alter Stoffhut tritt an Stelle des Helmes. Er hält eine alte verrostete Flinte mit Steinschloss in der Hand. Die Brandung ist hier sehr stark.

Am 15. Dez traten wir, Herr Bornemann und ich, einen Ausflug nach Pilar an. Wir verließen gegen 1 Uhr Carupano und legten in Pilar gegen 6 Uhr abends an.“ Am 17. Dezember 1866 kehrten sie nach Carúpano zurück. Bekannten und Freunden schien Goering auch während seiner Reise Berichte zu übermitteln. Kurz nach seiner Rückkehr nach Carúpano am 17. Dezember 1866 schrieb er in sein Reisetagebuch:

Heute oder morgen muss auch mein liebes Altenburg den Brief von mir erhalten, welchen ich von Port of Spain aus, schickte. Es wird sehr in Angst um mich gewesen sein, wüsste es aber, wie wohl es mir geht, dann würde es froh sein.

Anton Goering: Die Caripe Höhlen im Staate Monagas, Ost-Venezuela, aus dem Buch “Venezuela”, Sammlung Museum Burg Posterstein

Acht Jahre lang erforschte und zeichnete Anton Goering die Landschaft sowie die Tier- und Pflanzenwelt Venezuelas. Er entdeckte die bis dahin unbekannten Höhlen bei Caripe und schickte die von ihm gesammelten Vogel- und Tierpräparate an das British Museum. Die 1868 von Dr. Sclater im „Proceedingsofthe Zoological Society of London“ veröffentlichten Sammlungen Goerings umfassten in einer ersten Sendung 173 Präparate von 126 verschiedenen Arten. Drei davon waren der Forschung bis dahin unbekannt. Eine zweite Sendung umfasste weitere Präparate von 99 verschiedene Arten.

Seine Reiseeindrücke veröffentlichte Goering 1893 in Leipzig unter dem Titel: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.

Die späten Jahre

Seit 1874 arbeitete Goering als Tier- und Landschaftsmaler in Leipzig. Zusammen mit anderen Zeichnern lieferte er die Illustrationen zu „Brehms Tierleben“. Mit den Altenburger Naturforschern blieb er lebenslang in Kontakt. So wurde er zum Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg und des Ornithologischen Vereins zu Leipzig ernannt. Für seine Verdienste verlieh ihm Herzog  Ernst I. von Sachsen-Altenburg den Professorentitel.

Anton Goering starb am 07. Dezember 1905 in Leipzig.

Eine Prämiere im Altenburger Land: Vier Museen präsentieren eine gemeinsame Ausstellungsreihe

Die Postersteiner Ausstellung verfolgt Goerings Entwicklung und Lebensweg vom Altenburger Land bis nach Südamerika. Seine Reisewege leben an Hand seiner Tagebücher und Holzschnitte, Leihgaben des Leibnitz Instituts für Länderkunde in Leipzig, wieder auf. Von Anton Goering präparierte exotische Tiere vermitteln ein Bild der damaligen Forschungsreisen auf den Spuren Alexander von Humboldts.

Begleitprogramm zur Ausstellung:

1. September, 15 Uhr
Ausstellungseröffnung und Salonnachmittag „Den schickt er in die weite Welt“ mit Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch von 1856

15. und 29. September, 15 Uhr
Führung „Der Wunsch, das durch A. v. Humboldt zu classischem Ruhme erhobene Thal von Caripe und die nahe Guacharohöhle aus eigener Anschauung kennen zu lernen, sollte mir endlich erfüllt werden.“ mit Kuratorin Franziska Engemann

27. Oktober 2019, 15 Uhr
Salonnachmittag: Auf den Spuren Alexander von Humboldts

27. November, 15 Uhr
Lesung „Wem Gott will eine Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“
Finissage zur Ausstellung #humboldt4 : Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (Göring, 1836–1905) mit Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch von 1856

Je kleiner die Einheit ist, desto direkter kann Demokratie sein – Unser Beitrag zur Blogparade #DHMDemokratie / #rainbowMW

Über Demokratie im ländlichen Raum und ein ganz aktuelles Kulturprojekt im Altenburger Land schreibt Museumsvereinschefin Sabine Hofmann zur Blogparade „Was bedeutet mir die Demokratie?“ des Deutschen Historischen Museums Berlin im Rahmen seines Demokratie-Schwerpunkts 2019. Gleichzeitig teilen wir den Beitrag in unserer Blogserie zur internationalen Museumswoche #MuseumWeek unter dem Stichwort #rainbowMW, wobei wir das Thema “rainbow” als Offenheit für alle interpretiert haben.

Im Oktober 2018 verfasste ich einen Beitrag zur Blogparade #SalonEuropa, zu der das Museum Burg Posterstein aufgerufen hatte. Unter dem Titel „Was hat die Gebietsreform in Thüringen mit Europa zu tun?“ setzte ich mich damit auseinander, wie Demokratie und Verwaltungsreformen zusammenpassen. Ein halbes Jahr später hat sich an meinen Feststellungen nichts geändert. Zusammenlegungen finden weiter statt, obwohl die Wirtschaft gerade den Prozess der Zerlegung von Konzernen einläutet.

Das Altenburger Land ist ein ländlich geprägter Landkreis mit bisher sehr kleinen Kommunen.

Zunächst: Die Auflösung von kleinen Kommunen und deren Angliederung an größere Einheiten finden nicht nur in Thüringen oder Deutschland, sondern in ganz Europa statt.

Denn überall in Europa glauben seit Jahrzehnten Politiker, unterstützt von den immer selben Beraterfirmen, durch Fusionen von Gebietskörperschaften zu Kosteneinsparungen, höherer Leistungsfähigkeit und Wachstumsimpulsen zu kommen. Nie mussten diese Effekte nachgewiesen werden. Das wäre auch schwer – es gibt sie nämlich nicht, wie Sebastian Blesse und Felix Rösel in einer Veröffentlichung des IFO-Instituts München eindrücklich darlegten, nicht nur für Deutschland, sondern auch in Dänemark, den Niederlanden und anderswo ist das belegt.

Stattdessen gibt es Kosten, die unsere Demokratie zu tragen hat. Noch 40 Jahre nach der Gebietsreform in Baden-Würtemberg fühlen sich die Bürger der Ortsteile nicht den neuen Großgemeinden zugehörig oder gar unterdrückt. Die drittgrößte deutsche Flächenstadt ist Gardelegen. Mit über 40 Ortsteilen erstreckt sie sich über den gesamten vormaligen Landkreis. Wenn sich in Sachsen Städte oder Gemeindekonglomerate über 20 Kilometer und mehr ausdehnen, ist es kein Wunder, dass vermeintlich nur noch die Wölfe heulen und die Zurückgebliebenen zu einem großen Teil das Heil in populistischen Ideen suchen.

Erwiesen ist, dass Gebietsreformen zu zurückgehender Demokratiezufriedenheit, zu weniger Verbundenheit mit der Gemeinde und geringerer Wahlbeteiligung führen. Das leuchtet auch Laien ein, denn das Wissen über die Großgemeinde schwindet, die Gestaltungsmöglichkeiten ebenso.

Wenn wir Demokratie stärken wollen, wenn wir wollen, dass Europa gemeinsam agiert, was dringend geboten ist angesichts der Konflikte in der Welt, braucht es Demokratie von unten und Instrumente, die es den Bürgern ermöglichen, demokratisch zu handeln und tatsächlich mitzubestimmen.

Je kleiner die Einheit ist, desto direkter kann die Demokratie sein:  Europa beginnt im Lokalen und das Lokale ist dort, wo man wohnt.

Genau hier setzt das Konzept „Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ für die Bewerbung im Rahmen von TRAFO 2, Modelle für Kultur im Wandel an.

Mit dem Projekt “Der Fliegende Salon” bewirbt sich der Landkreis Altenburger Land im Rahmen von TRAFO2, Modelle für Kultur im Wandel.

Seit mehreren Jahren gibt es ein Programm der Bundeskulturstiftung, das sich zum Ziel gesetzt hat die Kultur im ländlichen Raum zu stärken, Teilhabe zu ermöglichen und den Bürgern dadurch Gestaltungsspielräume zu eröffnen. Das Altenburger Land hat in den letzten Jahren ein Viertel seiner Bevölkerung verloren. Der Landkreis gehört zu den Regionen mit der ältesten Bevölkerung und das alles trotz günstiger Lage zwischen Leipzig, Chemnitz und Zwickau. Vereine, deren Mitglieder häufig Ü70 sind, können nicht auffangen, was einst Gemeinden leisteten oder die Ausgewanderten hätten leisten können, wenn sie denn noch da wären.

Wenn sich die Region auf ihre Stärken besinnt, kommt man rasch auf die Kultur. Museen, Theater, Musikschulen, Bibliotheken haben hauptamtliches Personal, das von der Region zum großen Teil unterhalten wird. Hier will der Landkreis ansetzen, wenn er sich bewirbt, TRAFO-Region zu werden.

Die Kulturschaffenden wollen gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern kreative Angebote entwickeln, die das Leben im ländlichen Raum lebenswerter machen. Eigeninitiative und Nachhaltigkeit stehen im Vordergrund. Vorbild ist die Salonkultur des 19. Jahrhunderts, in der sich Menschen bei gemeinsamer künstlerischer Betätigung und in Diskussionen offen und frei von gesellschaftlichen Schranken begegneten.

Der fliegende Salon ist zukunftsorientiert. Er will Generationen und politische Meinungsverschiedenheiten überbrücken im gemeinsamen Tun. Dafür werden spartenübergreifendende Projektideen entwickelt, die sich an vielen Orten reproduzieren lassen. Der Salon „fliegt“ von Ort zu Ort, animiert zum Mitmachen, aber auch zum Besuch von Theater oder Museen. So schlägt er eine lebendige Brücke zwischen Stadt und Land.

TRAFO heißt eigentlich Transformation – wenn die gelingt, gewinnen die Bürger Mut zur Initiative, stärken ihr demokratischen Zusammenleben und erleben durch die Zusammenarbeit mit den etablierten Kultureinrichtungen genau wie diese einen Perspektivenwechsel. Im besten Sinne wissen dann Theater- oder Ausstellungsmacher durch die direkte Begegnung mit ihrem potentiellen Publikum viel besser, was die bewegenden Themen sind.

Im Schloss Löbichau im Altenburger Land versammelte die Herzogin von Kurland um 1800 Geistesgrößen ihrer Zeit.

Der Ausgangspunkt der Idee: Der Salon der Herzogin von Kurland

Im Schloss Löbichau hatte er seine Heimstatt. Hier entstand, der sogenannte Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland. Hierher hat die aufgeklärte, reiche Saloniere Künstler, Wissenschaftler, Politiker zum Dialog geladen. Von hier aus zog der Salon nach Altenburg, nach Ronneburg, nach Nöbdenitz und in andere Orte. Hier wurde die örtliche Bevölkerung eingebunden, wenn sich hunderte Fremde trafen. Die Kirche des Ortes stellte einen Ankerpunkt dar.

Heute bewegen die Bürger von Löbichau andere Themen. Sie haben eine Zeit des intensiven Bergbaus hinter sich. Ihre Schule soll geschlossen werden. Rings um den Ort sollen Windparks entstehen. Die Busanbindung ist schlecht. Thüringen will mit aller Macht Gemeinden zusammenlegen. Die Kirche findet nur noch wenig Zulauf, der Park in Tannenfeld mit seinen historischen Gebäuden ist in restaurierungswürdigen Zustand und die Tradition des Musenhofes wird im benachbarten Museum Burg Posterstein gepflegt.

Hier setzt die TRAFO-Idee an. Denn natürlich ist es an der Zeit die Herausforderungen anzunehmen und Strategien des Umgangs mit der Situation in der Gegenwart zu entwickeln. Warum nicht dafür Mittel aus der Vergangenheit nutzen und ins Heute transformieren? Kunst und Kultur in den gesellschaftlichen Dialog der Bürger einbinden und Lösungen suchen durch Begegnung der Kompetenzen vor Ort mit Sachkunde von Außen. Bildende Künstler, Wissenschaftler, Schriftsteller, Kuratoren, Musiker, Schauspieler, immer in sehr engem Kontakt und interagierend mit dem Publikum.

Löbichau ist nur ein Beispiel für Begegnungs- und Aktionsräume.

Im Schloss Ponitz fand als Pilotprojekt der erste “Fliegende Salon” statt.

Ein Pilotprojekt fand bereits statt.

Die Gemeinde Ponitz und der Förderverein Renaissanceschloss Ponitz waren dem Aufruf des TRAFO-Teams um das Lindenau-Museum, das Landestheater Altenburg und das Museum Burg Posterstein gefolgt und hatten ihr Interesse an der Pilotveranstaltung bekundet. Ponitz schien am besten geeignet, weil gleich mehrere Akteure die Idee aufgreifen wollten. In einer ersten Zusammenkunft vor Ort wurde auch gleich ein Salonthema gefunden – nämlich die mehr oder weniger durchlässige Landesgrenze zu Sachsen, die seit Jahrhunderten das Leben der Ponitzer bestimmt. Natürlich hatten die Vorfahren ganz andere Probleme mit der Grenzlage als die Bürger heute. Sie brauchten z. B. einen Pass, um ins sächsische Meerane zu gelangen. Aber auch heute unterscheidet sich das Leben der Ponitzer durch ihre nahe Lage zu Sachsen durchaus von dem in anderen Gemeinden der Region. Doch wie gehen die Bürger mit dieser Grenzlage heute um, da Grenzen in Europa kaum noch eine Rolle spielen? Um diese Fragen herum hatten Kulturakteure des Altenburger Landes gemeinsam mit Ponitzern ein spannendes Programm gestrickt.

Letztlich erlebten über 100 Salonakteure und -gäste einen über fünfstündigen Salonabend im Ponitzer Schloss. Viel wurde angesprochen, von dem man meinte, dass es in heutiger Zeit eigentlich keine Rolle mehr spielen sollte: Verbreitungsgrenzen für Tageszeitungen; Schulamtsgrenzen, die den länderübergreifenden Schulbesuch erschweren, einschließlich unterschiedlicher Ferienzeiten an den Schulen in Thüringen und Sachsen, die gemeinsame Unternehmungen der Schüler im Grenzgebiet erschweren; oder Bauen und Baugenehmigungen über Flur- und Ländergrenzen hinweg. Die Ponitzer sangen und spielten gemeinsam, aber vor allem kamen sie ins Gespräch miteinander, mit Schauspielern, Musikern, aber auch mit ihrem Bürgermeister und ihrem Landrat. Alles funktionierte wie im Salon mit Höflichkeit, gegenseitiger Achtung, Anteilnahme – eben demokratisch.

#SecretsMW: “Täglich durchlebt der Mensch die tragische Illusion des staubfreien Moments”

Der Kölner Künstler Dr. Wolfgang Stöcker ging 2017 und 2018 in der Burg Posterstein auf “Staubexpedition”. Seine Fundstücke dokumentierte er sorgfältig und goss sie anschließend in turm- und hausartige Wachsobjekte ein, vermalte sie und archivierte sie in Folien. Das Museum Burg Posterstein will diesen geheimnisvollen, normalerweise verborgenen Mikrokosmos der Burg ab 19. Mai 2019 in der Ausstellung und dem zugehörigen Buch “Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein” sichtbar machen. Zum heutigen Thema #secretsMW der internationalen Museumswoche #MuseumWeek beschreibt Dr. Wolfgang Stöcker seine “Philosophie des Staubs”:

“Salonstaub” aus den Räumen des Museums Burg Posterstein | (c) Wolfgang Stöcker

Staub ist ein grundsätzliches Material. Der interessante Stoff bedeutet Anfang und Ende. Zu Beginn war alles loser Sternenstaub, dann geschah eine Verdichtung hin zu mannigfachen Formen, die seither ständig entstehen und wieder zu Staub zerfallen. Somit ist die Beschäftigung mit Staub ein ständiges Betrachten dieses Kreislaufs, wobei die Dokumentation von Staub an kulturell bedeutenden Orten zugleich Fragen aufwirft: Was wird aufbewahrt und dem Staub (dem Verfall) entzogen? Was wird dem Verfall preisgegeben? In diesem Zusammenhang sind schließlich drei weitere Aspekte wichtig: Wer beurteilt den Wert einer Sache? Wie lange ist ein Aufbewahren überhaupt möglich und was bedeutet es für eine Gesellschaft letztlich dem Aufbewahren beizuwohnen, sprich: Museen zu besuchen, Historisches zu bestaunen, Archive zu pflegen?

An diesen Schnittstellen agiert das Internationale Staubarchiv (Anfang 2019 erfolgte die Umbenennung von Deutsches Staubarchiv in Internationales Staubarchiv) und entwickelt im Grenzbereich zwischen Kunst und Geschichtswissenschaft Bilder, Texte, Plastiken, untersucht Bauwerke, vermisst den Staub an seinen Entstehungsorten. Zur Zeit befinden sich rund 600 Proben aus aller Welt im Archiv. 

Das von Besuchern auf Burg Posterstein verlorene grüne Bonbonpapier dokumentierte Wolfgang Stöcker auf seiner Staubexpedition sorgfältig.

Im Staub ist alles enthalten. Er bildet das Biotop für neues Beginnen und ist ein Übergangsmaterial voller Kraft und Potenz. Doch sind die Freunde des Staubes begrenzt. Er wird als störend empfunden. Seine versteckt durchaus bestehende Schönheit wird nicht oft gewürdigt. Tatsächlich ist es auch eine eher morbide Schönheit. Übertreiben darf man die Verehrung keinesfalls und ein guter Besen ist nicht verkehrt. Über den Besen hinaus sind allerhand Geräte zur Entfernung des Staubes im Umlauf und jene temporär aus dem fruchtbaren Urstaub (oder Urschlamm) geschaffenen Gebilde müssen ständig gekehrt werden, damit sie der Staub nicht verfrüht zurück in sein Reich holt. Und obwohl jedes Ding letztlich Staub ist, ist es für eine gewisse Zeit eben nicht Staub, sondern dieses oder jenes Ding, gar eine lebende Kreatur. Im Moment der Entstehung entfernt sich etwas vom staubhaften Grundzustand und nimmt ein Wesen an. Es wäre Frevel diese Anstrengung hinfort vom Staub nicht zu respektieren. Also Kehren!

Entstauben bedeutet Wertschätzung – in Museen, wie hier in der Ausstellung zur europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein, sei das besonders spürbar, sagt Wolfgang Stöcker.

Kehren ist eine Kulturtechnik, Kehren ist wortwörtlich die bewusste Abkehr vom Staub, ein Aufbäumen gegen diesen lästigen Gesellen der auf lange Sicht hin zwar Sieger sein wird, jedoch kurz- und mittelfristig durchaus bekämpft werden kann. Vor diesem Hintergrund erwächst die Faszination gegenüber „dem Alten“, gegenüber Kunstwerken oder ähnlichen Gegenständen. Aus ihnen spricht  die Übereinkunft der Generationen diesen oder jenen Gegenstand zu erhalten. Die Mühe der Pflege ist eine Art kultureller Klebstoff, eine Brücke zwischen dem Gestern, dem Heute und einem Morgen. An manchen Orten ist die Sorge um den Erhalt geradezu fühlbar. Kunst- und Kulturgüter stehen im Spannungsfeld des Putzens. Die starke Präsenz des potentiell immer drohenden Verfalls macht die gesäuberten Zeugnisse unserer Kultur erst wertvoll. Im Gegenzug heißt dies ganz deutlich: Staub liefert dem Menschen eine starke Rechtfertigung zur Errichtung von Zivilisation. Zivilisation bedeutet Kehren! Die Schöpfungsmythen kennen den Zustand des Nichts. Aus der Ödnis gehen die Dinge plötzlich hervor. Sind sie aber erst einmal erschienen, bleiben sie nicht automatisch sauber. Ist die Schöpfung vollzogen, muss der Besen folgen. Schon Tiere sind nicht in der Lage verschmutzt zu existieren. Sogar einige Pflanzen entwickelten Strategien die Oberflächen ihrer Blätter frei von Staub zu halten. Alle Kreaturen putzen. Der Mensch verwendet einen Großteil seiner Lebenszeit auf diese Tätigkeit. Kultur bedeutet im ursprünglichen Sinn Pflege: Pflege des Bodens (agricultura) und schließlich Körperpflege (der Kulturbeutel). Architektur, Kleidung, Möbel, Gefäße, all dies sind Vorrichtungen die neben vielen anderen Funktionen vor allem die Abwehr des Staubes garantieren. Leider sind diese Staubbarrieren zugleich neue Quellen des Staubes. Wohnen erzeugt Staub. Der Ruß des Kamins, der Küchendreck, Haare und Haut, Schuppen, Läuse, Milben, Wanzen und Wolle und Flusen! Zivilisation ist ein ständiges Dilemma. Täglich durchlebt der Mensch die tragische Illusion des staubfreien Moments.

Das Staubarchiv hat sich in diesem Widerspruch eingenistet und lotet die Möglichkeiten zwischen pflegender Kultur und drohendem Verfall neu aus. Es ist der Versuch dem Staub nicht feindlich zu begegnen. Mittels Katalogisieren und Archivieren des Staubes entsteht eine Wertschätzung gegenüber dem ansonsten nur lästigen Material. Eine Fluse mit Archivnummer und Datum ihrer Auffindung, Staub in Vitrinen und hinter Glas gerahmt, ist kein normaler Staub mehr. Für die nun kommende Ausstellung in Posterstein wurden Partikel der Burg sogar als Malmittel benutzt. Die „Postersteiner Staubportraits“ zeigen die mögliche Schönheit des Staubes. Eigenartig genug, kann Staub plötzlich selbst zur pflegebedürftigen Materie werden, wenn Strategien der Inszenierung und Überhöhung auf ihn angewendet werden. 

von Wolfgang Stöcker

Köln, 05.Mai, Wetter sehr kalt, bewölkt, 9.27 Uhr

Die Ausstellung “Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein mit Woflgang Stöcker, Köln” ist von 19. Mai bis 18. August 2019 im Museum Burg Posterstein zu sehen. Als Gründer des „Deutschen Staubarchivs“ in Köln sammelt und archiviert Dr. Wolfgang Stöcker Staubproben von bedeutsamen Orten und setzt sie künstlerisch-überhöht in neue Zusammenhänge. 2017 und 2018 ging er auf Staubexpedition in der Burg Posterstein. Seine Fundstücke dokumentierte er sorgfältig und goss sie anschließend in turm- und hausartige Wachsobjekte ein, vermalte sie und archivierte sie in Folien. Die Ausstellung und das zugehörige Buch wollen den sonst unbeachteten Mikrokosmos des „Burgstaubs“ sichtbar machen.

“ein Orthe wo meine Phantasie mich oft führte” – Der Salon der Herzogin von Kurland in Paris

Am ersten Tag der diesjährigen internationalen Museumswoche #MuseumWeek stehen Frauen in der Kultur im Mittelpunkt. Wir wollen die #MuseumWeek wie schon in den vergangenen Jahren jeden Tag mit einem thematisch passenden Blogbeitrag begleiten. Unter dem Hashtag #WomenInCulture führt uns unser Weg diesmal von der Burg Posterstein in Thüringen in die gleich in unserer Nähe gelegenen Schlösser Löbichau und Tannenfeld und von dort aus bis nach Paris.

Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland unterhielt Anfang des 19. Jahrhunderts mehrere Salons. (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Aus den Pariser Salons des 18. Jahrhunderts, in denen sich Mitglieder des Hofes, Gelehrte und Künstler begegneten, ging in der Zeit der Aufklärung eine Kultur hervor, die sich über ganz Europa ausbreitete. Den gesellschaftlichen Mittelpunkt bildete stets die Gastgeberin. Ende des 18. Jahrhunderts entwickelte sich Schloss Löbichau zu einem solchen Zentrum des geistig-kulturellen Lebens in Deutschland. Der Salon der Herzogin von Kurland (1761-1821) in Löbichau gehörte zu den bekanntesten seiner Art.

Seit über 20 Jahren beschäftigt sich das Museum Burg Posterstein mit dieser beeindruckenden Dame, die nicht nur in Löbichau und Tannenfeld einen europaweit vernetzten Musenhof unterhielt, sondern auch in Berlin und Paris einen Salon führte. Anna Dorothea von Kurland, eine schöne, begehrte und vor allem reiche Dame der herrschenden europäischen Adelsgesellschaft, gehörte zu jenen bekannten Salonieren des 19. Jahrhunderts, die weltoffen und geistreich gleichsam als Vermittlerinnen von Kultur und Politik agierten. Ihr Medium war die Konversation. Willkommen war jeder, der zu einer niveauvollen Unterhaltung beitragen konnte, und zwar unabhängig von seinem Stand.

Nach seinem Aufenthalt in Löbichau im Sommer 1819 resümierte Jean Paul über die Redefreiheit des Musenhofes:

[…] Schöne Leserin, Sie konnten, wenn Sie in Löbichau an der Tafel saßen oder nachher auf dem Kanapee, welche Meinung Sie wollten, ergreifen oder angreifen – gegen oder für Magnetiseurs – gegen oder für Juden – gegen oder für die Ultras und Liberale; – ja Sie konnten besonders im letzten politischen Falle, wie Sie da wohl als Dame zuweilen tun, Ihre schöne Stimme geben als eine lauteste: niemand wird etwas dagegen sagen – als höchstens seine Gründe […]

Paul, Jean: „Briefblättchen an die Leserin des Damen-Taschenkalenders bei gegenwärtiger Übergabe meiner abgerissenen Gedanken vor dem Frühstück und dem Nachtstück in Löbichau“, in: Paul, Jean: Taschenbuch für Damen auf das Jahr 1821, Tübingen bey Cotta 1821. S. 293.

So verhielt es sich auch im Pariser Salon der Herzogin von Kurland. 1809 reiste sie das erste mal „[…] an ein Orthe wo meine Phantasie mich oft führte“ (ThULB, FA Biron, Tagebuch X, 4. Mai 1809).

Von einem Aufenthalt in Paris hatte Anna Dorothea von Kurland schon länger geträumt, als sie 1809 das erste Mal dorthin kam. (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Ihr erstes Quartier fand die Herzogin im Haus Talleyrands in der Rue Florentin. Später unterhielt sie eine eigene Wohnung im Hotel de Perigord. Zwar legte sich die Euphorie und Begeisterung über die Stadt schnell: „ […] die boulevards die ich passiere erinnern mich an Berlin. […] Petersbourg scheint mir eine schönere stadt als Paris“ (ThULB, FA Biron, Tagebuch X, 6. Mai 1809), resümierte Anna Dorothea nur zwei Tage nach ihrer Ankunft, doch fand sie durch Talleyrand Zugang zur hohen Gesellschaft der französischen Hauptstadt. Sie traf den Österreicher Metternich, den Russen Kurakin, ihren guten Bekannten Batowski und verschiedene Minister und Vertreter des Hochadels. Kontakte pflegte sie zur bekannten Saloniere Madame Genlis und besuchte die Ateliers von Gérad, Prud’hon und David. Der Maler Grassi stattete der Herzogin einen Besuch ab und fertigte ein Portrait ihrer Tochter Dorothée. Besonders mit der französischen Kaiserin Josephine, der ersten Frau Napoleons, schien sich die Herzogin gut zu verstehen und war oft zu den kaiserlichen Empfängen geladen.

Ihre letzte Reise nach Paris unternahm Anna Dorothea von Kurland 1820. Über den dortigen Umgang und die Redekultur berichtet unter anderen Gustav Parthey in seinen „Jugenderinnerungen“. Gustav Friedrich Konstantin Parthey (1798–1872) wurde später Altertumsforscher und Buchhandler. Er stammte aus der ersten Ehe des Hofrates Friedrich Parthey (1745–1822) mit Charlotte Wilhelmine (1767–1803), der ältesten Tochter des Buchhandlers Friedrich Nicolai. Mit seinen Eltern und seiner Schwester Lilly war er oft Gast auf den Schlössern der Herzogin von Kurland.

Zu den bekannten Pariser Salonieren zählte Madame Genlis, bei der Anna Dorothea von Kurland auch Gast war. (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Nach Abschluss seines Studiums in Heidelberg ging Gustav Parthey auf Grand Tour durch Europa. Auf Bitten seines Vaters verbrachte er auch einige Zeit in Paris und wurde von der Herzogin von Kurland in die dortige Gesellschaft eingeführt. Am 26. Oktober 1820 reisten die beiden aus Löbichau ab und fuhren über Bayreuth und Heidelberg in die französische Hauptstadt. Sein Quartier fand Parthey in der Rue de Bourgogne, Ecke Rue de l’Université, im Petit hôtel de Rome.

Die Herzogin wohnte im vornehmsten Theile der Stadt, im Faubourg Saint Germain in der Rue Saint Dominique. […] Man wandelte zwischen langen, hohen, zuweilen von Bäumen überragten Backsteinmauern, in denen man nur große geschlossene Thorwege und kleine Gitterthüren bemerkte. […] Im Hintergrunde des Hofes stand das meist einstöckige Wohnhaus mit allem wirtschaftlichen Zubehör an Stallung und Remisen. Hinter dem Hause lag ein schattiger wohlgepflegter Garten. So lebten die Bewohner in gänzlicher Abgeschiedenheit, und genossen inmitten der geräuschvollen Hauptstadt einer vollkommenen Ruhe.

Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Teil II., Berlin 1907, S. 413f.
Fürst Talleyrand verband eine enge Freundschaft mit Anna Dorothea von Kurland, deren jüngste Tochter seine ständige Begleiterin und später seine Universalerbin wurde. (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Im Pariser Salon der Herzogin lernte Parthey Fürst Talleyrand kennen, der mit der jüngsten Tochter der Herzogin, Dorothée, oft zu Besuch kam. Zu der regelmäßigen Gesellschaft zählte auch ein älterer, italienischer Herr namens Giamboni de‘ Sposetti.

Er besaß die natürliche Anlage, das Tischgespräch ohne Zwang, Anstrengung oder vorlautes Wesen immer im Flusse zu erhalten. Solche Personen sind in großen Häusern von unschätzbarem Werthe: denn es kann vorkommen, daß die geistreichen Personen mit einander zu Tische sitzen, und daß trotzdem, sei es durch üble Laune oder Trägheit oder irgend ein widerhaariges Wort veranlaßt, plötzlich ein allgemeines Stillstehen der Unterhaltung erfolgt. […] Durch sanft herausfordernde Fragen wußte er [Giamboni de‘ Sposetti] einen wirksamen Widerspruch hervorzurufen; der niemals ermangelte, die Unterhaltung anzuregen“.

Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Teil II., Berlin 1907, S. 417.

Den politischen Diskurs hielten vor allem die beiden Gesellschaftsdamen der Herzogin von Kurland am Laufen, die unterschiedlicher nicht hätten sein können.

Noch muß ich der beiden Gesellschaftsdamen der Herzogin erwähnen, einer Gräfin von Chassepot und einer Madame Waldron. Die erste, von Geburt eine Kurländerin, glänzte in ihrer Jugend als Fräulein von Knabenau durch ausgezeichnete Schönheit, heiratete einen Baron von Rönne und nach dessen Tode einen Grafen von Chassepot […] Der Graf Chassepot, ein Legitimist vom Kopf bis zur Zeh, rühmte sich, mit einem im Jahre 1815 in Belgien organsierten Freicorps bedeutende Kriegsthaten zu Gunsten der Restauration verübt zu haben; […] Seine Frau theilte seine ultraroyalistischen Gesinnungen.

Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Teil II., Berlin 1907, S. 418.

Im Gegensatz zur Gräfin Chassepot war die Herzogin von Kurland lange Zeit eine Verehrerin Napoleons gewesen. Doch die Napoleonischen Kriege hatten dieses Bild erschüttert und sie hatte sich den Ideen der konstitutionellen Parteien zugewandt. „Sie misbilligte auf das entschiedenste das Hetzen und Wühlen der Reactionäre“ (Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Teil II., Berlin 1907, S. 419.), was laut Parthey oft zu heftigen Diskursen im Salon führen konnte.

Die Gräfin Chassepot stritt so heftig und so anhaltend über diese Materie mit der Herzogin, daß ich oft Gelegenheit fand, die Geduld und Nachsicht der letzteren gegen ihre geistig unebenbürtige Gegnerin zu bewundern. Mehr als einmal dachte ich an die Regel unserer guten Madame Clause: toujours se souvenir, que la troisièmereplique es tune impertinence! [Denken Sie immer daran, dass die dritte Entgegnung eine Unverschämtheit ist!] Danach mußte ich die Gräfin zu den impertinentesten Personen rechnen […].“

Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Teil II., Berlin 1907, S. 419.

In solchen Situationen stand Madame Waldron der Herzogin von Kurland bei.

Die zweite Gesellschaftsdame, Madame Waldron, eine alte gutmüthige Engländerin mit einem lahmen Beine, Wittwe eines englischen See-Offiziers, besaß negative Lebensart genug, um auch in der feinsten Gesellschaft nicht anzustoßen. […] In der Politik kannte Madame Waldron nichts höheres als das englische Parlament, und blickte sehr verachtend auf die französischen Versuche, etwas ähnliches einzuführen. Ihrer Gesinnung nach ganz liberal, unterstützte sie getreulich die Herzogin in ihren Kämpfen gegen die Gräfin Chassepot.

Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Teil II., Berlin 1907, S. 419f.

Die Kultur der Rede- und Meinungsfreiheit der literarischen und politischen Salons um 1800 war auch das Aushängeschild des Salons der Herzogin von Kurland. Die einzige Grenze, die im Diskurs nicht überschritten werden durfte, war der höfliche Ton. So entwickelten sich diese kulturellen Orte zu Vermittlungsstellen von Kultur und Politik.

1821 verließ die Herzogin von Kurland Paris und kehrte auf ihr Schloss Löbichau zurück. Es sollte ihre letzte Reise sein. Am 20. August 1821 starb Anna Dorothea von Kurland nach langer Krankheit mit 60 Jahren in ihrem Schloss in Löbichau. 7000 Gäste begleiteten ihren Sarg zur Ruhestätte im Hain nahe des Schlosses. Ihr Sarg wurde Jahrzehnte später von der kurländischen Familie nach Sagan in Schlesien überführt.

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Romy @sosfernweh im Portrait

Schloss Wolfsbrunn – fotografiert von Romy @sosfernweh für die Ausstellung “Versteckte Orte”

Nur noch bis 12. Mai 2019 ist die Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” auf Burg Posterstein zu sehen. 7 Instagramer zeigen in 49 Bildern Schlösser und Burgen ihrer Region. Über den Instagram-Hashtag #Schlössersafari hat jeder die Möglichkeit, der Ausstellung eigene Bilder hinzuzufügen. Am 12. Mai, ab 16 Uhr, fassen wir gemeinsam mit den Ausstellenden das Projekt zusammen. Schon jetzt steht fest, dass die Idee #Schlössersafari weiterleben wird. In welcher Form soll am letzten Tag der Ausstellung gemeinsam – auch mit dem Publikum – entschieden werden. An der Postersteiner Ausstellung beteiligt sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht Romy im Mittelpunkt. Im Internet findet man sie als @sosfernweh auf Instagram, auf Facebook und in ihrem Blog.

Dies ist der achte Teil unserer Blogpost-Reihe zur #Schlössersafari. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

Beim Fotografieren ist Romy der Blick fürs Detail wichtig.

Romy ist in ihrer Freizeit gern mit ihrer Kamera unterwegs. Ihr Interesse gilt dem auf den ersten Blick unscheinbaren Details, den Schönheiten am Wegesrand, die beim schnellen Vorbeigehen oft übersehen werden. Auf ihrem Foto-Blog teilt sie Bilder und Gedanken auf Englisch. Für die Ausstellung “Versteckte Orte” wählte sie unter anderem versteckte Blickwinkel auf Blumen und Raumstrukturen in Schlössern und Burgen. Im Interview erzählt sie von ihrem Hobby.

Warum fotografierst du?

Alles entstand aus dem eigenen Überlebenswillen heraus und weil ich Menschen mit meinen Bildern erreichen möchte. Ich möchte sie zum Hinsehen bewegen, denn es gibt so vieles, was wir im Alltag nicht mehr wahrnehmen.

Blick in die Ausstellung “Versteckte Orte” mit Fotos von Romy @sosfernweh

Wie fotografierst du?

Mit meiner Canon EOS M 100. Halte ich sie in Händen, werden wir zu einem Team.

Welche Motive interessieren dich?

Alles kann Motiv sein – ob mit dem Auge wahrgenommen oder später mit dem Objektiv. Es ist alles interessant und schön.

Romys Bilder in der Ausstellung “Versteckte Orte” auf Burg Posterstein

Warum teilst du deine Bilder auf Instagram?

Um viele Menschen auf der ganzen Welt erreichen zu können und zu triggern.

Welches ist dein interessantestes Instagram-Erlebnis?

Wie auch auf vielen meiner Fototouren öffnen mir Menschen ihr Herz. So auch auf Instagram und das ist immer wieder sehr bewegend.

Welchen Einfluss hat Instagram auf dich und deine Bilder?

Keinen. Ich fotografiere was ich möchte ohne auf eine Plattform oder Zielgruppe zu schauen.

Für die Ausstellung “Versteckte Orte” hat Romy folgende Schlösser ausgesucht:

Burg Kriebstein
Burg Posterstein
Schloss Rochlitz
Leuchtenburg
Schloss Wolfsbrunn
Schloss Blankenhain
Burg Stein