Der Turm der Burg Posterstein wurde 2025 saniert. Zum Schutz der tierischen Bewohner wurde auch die neue Baumaßnahme artenschutzfachlich begleitet – mit Erfolg, wie sich inzwischen gezeigt hat. Die Dohlen und Mauersegler sind nicht nur zurück, es sind auch mehr Vögel als noch 2024 beobachtet worden.
Artenschutz hat auf Burg Posterstein eine lange Tradition
Schon bei der letzten Restaurierung in den 1980er Jahren wurde auf die Bruthöhlen der Mauersegler Rücksicht genommen, die sich im Mauerwerk des Bergfrieds der Burg Posterstein befinden. Seit 2012 weist eine Texttafel auf dem Bergfried auf die dort brütenden Vögel hin.

Auf vorhandene Brutplätze wurde bei den Bauarbeiten Rücksicht genommen
Die Sanierungsmaßnahmen leitete 2025 das Landratsamt des Landkreises Altenburger Land, der Eigentümer der Burg ist. 2025 begleitete Anja Rohland von der Naturforschenden Gesellschaft Altenburg das Projekt als Fachgutachterin. Sie sorgte unter anderem dafür, dass die Löcher in der Turmfassade von den Sanierungsarbeiten unberührt blieben, damit die Nist- und Brutplätze der Dohlen und Mauersegler nicht zerstört werden und die Vögel sich trotz der Baumaßnahme ansiedeln können. Auch Fledermäuse sind potenzielle Nutzer solcher Löcher und halten darin gern Winterschlaf. Gefunden oder beobachtet hatte Anja Rohland bei ihrem vorangegangenen Monitorin aber keine Fledermäuse.

Diese Tiere nisten im Burgturm
In der Dokumentation ihrer Beobachtungen aus dem Jahr 2024 hatte Anja Rohland neben zahlreichen Mauerseglern auch ein Dohlenpaar aufgezeichnet. Mittlerweile ist von drei bis vier Paaren auszugehen. – Ein deutliches Zeichen, dass sich die Tiere in Posterstein wohlfühlen.
Die Postersteiner Mauersegler kehrten am 20. Mai 2026 aus dem Winterquartier zurück. Mauersegler stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Betrachtet man ganz Deutschland, so ist ihr Bestand rückläufig. Als ehemalige Felsenbrüter bauen sie ihre Nestmulden gern in Hohlräumen im Mauerwerk von Gebäuden. Es ist daher besonders relevant, dass bei Sanierungsarbeiten die Nistmöglichkeiten für die Mauersegler nicht verloren gehen.

Vogelmonitoring am Nordflügel-Neubau
Neben der Sanierung des Bergfrieds hat die Burg Posterstein einen neuen Anbau erhalten – die Grundsteinlegung für den Nordflügel war Ende 2023. Der Innenausbau soll in diesem Jahr weitergehen. Ein hervorstechender Teil des neuen Nordflügels ist ein Aussichtserker mit drei großen Panoramafenstern, die künftigen Besuchenden einen tollen Blick auf Posterstein ermöglichen sollen.

Auch dieser Anbau wurde bereits aus Vogelschutzsicht besprochen, denn dem Museumsteam liegen Vogelschutz und Artenvielfalt rund um die Burg Posterstein sehr am Herzen. Bei einem Vororttermin mit dem Bauherrn, der unteren Naturschutzbehörde, der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach und Mitarbeitenden des Museums wurde die Verglasung besprochen. Denn bei größeren Glasfronten könnte es passieren, dass die Vögel anprallen. Dann müssten unbedingt Maßnahmen ergriffen werden, die das verhindern. Das Team des Museums beobachtet die Fenster schon seit einiger Zeit und konnte bisher keinen Anprall feststellen.
Mit der Staatlichen Vogelschutzwarte Seebach wurde ein Monitoring vereinbart, um die Gefahr für die Vögel auszuschließen. Seit Frühjahr 2026 kontrolliert und protokolliert das Museumsteam den neuen Anbau täglich auf Anprallspuren und eventuelle verendete Vögel. Bisher konnte kein einziger Anprall festgestellt werden. Bleibt es dabei, dass die Vögel die neuen Scheiben problemlos umfliegen, werden die Panoramafenster so belassen. Andernfalls müsste ein getestetes Muster angebracht werden, welches die Glasscheibe für die Vögel sichtbarer macht.
Übrigens: Die derzeitigen Bauprojekte an der Burg Posterstein können Sie im Bautagebuch mitverfolgen.
von Marlene Hofmann / basierend auf dem Artikel: „Dohlen und Mauersegler zurück an der Burg Posterstein“, 2. April 2026, Landratsamt Altenburger Land
































