17 detailreiche Papierkrippen für unsere Weihnachtsausstellung

Für die Ausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen auf Burg Posterstein” fertigte Dieter Fallgatter, langjähriges Mitglied im Museumsverein Burg Posterstein, 17 Papierkrippen nach böhmischen Vorlagen. Teilweise handelt es sich dabei um historische Entwürfe für aus Karton geschnittenen Weihnachtskrippen, teilweise um neuere Modelle von bekannten tschechischen Illustratoren wie Josef Lada und Mikoláš Aleš.

Blick in die Weihnachtskrippenausstellung "Weihnachten mit Aschenputtel - Böhmische Weihnachtskrippen" im Museum Burg Posterstein.
Blick in die Weihnachtskrippenausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen” im Museum Burg Posterstein.

Jedes Jahr zeigt das Museum Burg Posterstein eine Auswahl seiner rund 500 Weihnachtskrippen umfassenden Krippensammlung. In diesem Jahr liegt der regionale Schwerpunkt auf Böhmen. Wir spannen den inhaltlichen Bogen von böhmischen Krippen und Bräuchen über das Kunstmärchen “Aschenputtel” der tschechischen Nationaldichterin Božena Němcová (1820–1862) hin zum Musenhof Löbichau der Herzogin von Kurland.

Weihnachtlicher Papiermodellbau für Bastler

Museumsvereinsmitglied Dieter Fallgatter präsentiert eine der 17 von ihm für die Ausstellung gefertigten Papierkrippen.
Museumsvereinsmitglied Dieter Fallgatter präsentiert eine der 17 von ihm für die Ausstellung gefertigten Papierkrippen.
Dieter Fallgatter beschäftigt sich als pensionierter Bauingenieur bereits seit Jahrzehnten mit dem Papiermodellbau von Architekturmodellen. In der Weihnachtszeit fertigt er auch gern böhmische Krippenmodelle. Auf Ausflügen nach Tschechien bringt er regelmäßig neue Krippenbögen zum Ausschneiden und Anfertigen von Papierkrippen mit nach Hause.

“Früher wurden die böhmischen Papierkrippen auf Sperrholz geklebt und ausgesägt”, erklärt Fallgatter. Er habe sich jedoch für Papier entschieden, um bei dem Medium zu bleiben, das er am liebsten bearbeitet. Für eine Krippe braucht er etwa zwei ganze, intensive Arbeitstage. Damit die Krippen nach der Weihnachtszeit besser zu verstauen sind, befinden sich Fallgatters Modelle eingebaut in Kartons. So sind sie auch in der Postersteiner Ausstellung zu sehen. Fallgatters Lieblingskrippe ist ein Modell mit historischen Figuren aus Lansperk in Ostböhmen, das dreiteilig wie ein Altar aufgebaut ist.

Vomn Dieter Fallgatter gefertigte böhmische Papierkrippe nach einer Vorlage von Mikoláš Aleš, 1902.
Vomn Dieter Fallgatter gefertigte böhmische Papierkrippe nach einer Vorlage von Mikoláš Aleš, 1902.


Eigene Papierkrippen herstellen zum Familiennachmittag

Am 2. Advent konnte man mit der ganzen Familie ans Werk schreiten und neben weihnachtlichem Schmuck auch eigene Papierkrippen fertigen. Vorlagen hierfür gibt es online, beispielsweise hier bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Böhmische Motive kann man über verschiedene Verlage beziehen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Diese Papierkrippe entstand durch den Familiennachmittag auf Burg Posterstein.
Diese Papierkrippe entstand durch den Familiennachmittag auf Burg Posterstein.

Romantische Weihnachtsmärchen am 4. Advent mit der Dresdner Sprecherin Ines Hommann

Für den 4. Advent, 18. Dezember 2016, 15 Uhr, laden wir zur Märchenlesung mit Ines Hommann ein. Neben einem bunt gemischten Programm für große und kleine Zuhörer liest Ines Hommann natürlich auch das Kunstmärchen “Aschenputtel” der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová, das die Vorlage für den weihnachtlichen Kultfilm “Drei Haselnüsse fürAschenputtel” bildete.

Von Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

Was hämmert der Sage nach im Keller der Burg Posterstein?

Kellergemäuer der Burg Posterstein
Kellergemäuer der Burg Posterstein
Zutritt nur für Kinder: Mit Laternen mit flackerndem Kerzenlicht ausgestattet dürfen Kindergruppen die ausgetretenen steinernen Stufen in den Keller der Burg Posterstein hinuntergehen. Normalerweise bleibt dieser Bereich für Besucher geschlossen. Tief unten im Postersteiner Burgberg ist es nicht nur kalt und feucht, es liegt auch Sagenhaftes in der Luft. Heute beginnt die internationale #MuseumWeek auf Twitter, die wir hier im Blog begleiten wollen. Zum Thema #secretsMW werfen wir einen Blick ins Dunkle.

Wo früher Gefangenen einsaßen

Ein Teil des Kellers unter der Burg stellte in früheren Zeiten das eigentliche Burgverlies dar und war nur über einen – inzwischen zugemauertes “Angstloch” – vom Verlieseingang im Burghof zugänglich. Gefangene wurden per Seil heruntergelassen (und im Glücksfall wieder heraufgezogen). Kein Wunder, dass bei Schülerführungen unten im Burgkeller selbst die größten Klassenclowns verstummen.

Von Sagen umwoben

Um die Burg Posterstein drehen sich aber auch mehrere regionale Sagen. Vom Keller aus sollen nicht nur geheime Gänge und Fluchtwege aus der Burg hinaus geführt haben. Es soll auch eine wundersame Schmiede gegeben haben. Die Sage davon geht so:

“Tief unter dem Turme des Postersteiner Schlosses befindet sich eine verzauberte Schmiede, in der alles von purem Golde gefertigt ist und des Nachts fleißig gearbeitet wird. Manche bezeichnen einen der Herren von Pflugk, in deren Besitz das Schloss lange Zeit war, als den nächtlichen Schmied. Hat man sonst bei diesem an dem einen Tage eine neue Kutsche bestellt so hat sie schon am nächsten Tage fix und fertig auf dem Hofe gestanden. Haben die Knechte früh ihre Pflüge angeschirrt, so sind stets die Pflugschare frisch geschärft gewesen. Einmal ist ein Knecht unten in der Schmiede gewesen; der hat aber nicht erzählen können, was er dort gesehen hat.”

Weitere Sagen aus Posterstein gibt es auf der Website nachzulesen

Hier findet ihr die neusten Tweets & Statistiken zur #MuseumWeek.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein