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Blog des Museums Burg Posterstein

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Jahresrückblick 2025: Erfolgreiches Museumsjahr trotz Bauarbeiten

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 7. Februar 2026 von Museum Burg Posterstein7. Februar 2026

2025 besuchten rund 22.000 Gäste das Museum Burg Posterstein, was weit über dem Durchschnitt der jährlichen Besucherzahlen der letzten zehn Jahre liegt. Bei laufendem Besucherverkehr wurde von Januar bis Dezember der Bergfried eingerüstet und saniert – was womöglich den Besucherrückgang im Vergleich zu den beiden Vorjahren erklärt. Es konnten vier Sonderausstellungen gezeigt und 215 Veranstaltungen sowie vier Ferien-Programme organisiert werden. Das Museumsteam veröffentlichte drei Artikel in Fach-Publikationen, hielt zwei Fachvorträge und betreut vier Praktikantinnen und Praktikanten und zwei Schul-Projektarbeiten. Als Partner des Trafo-Projekts „Der Fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ trug das Team der Burg Posterstein maßgeblich zum Gelingen von drei Salonveranstaltungen bei. Darüber hinaus ist das Museum seit 2024 Mitglied der Burgenstraße Thüringen und stellt weiterhin die Leitung des Arbeitskreises „Digitales Museum“ im Museumsverband Thüringen. Hinter den Kulissen wurde digitalisiert, restauriert und die Sammlung erweitert.

Wir möchten noch einmal auf das vergangene Jahr zurückblicken und Bilanz ziehen.

Das Museum Burg Posterstein wird als regionalgeschichtliches Museum des Altenburger Landes vom Landkreis Altenburger Land finanziell unterstützt. Derzeit hat das Museum fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Teilzeit arbeiten. Der Museumsverein Burg Posterstein, Träger des Museums, zählt 60 Mitglieder. Ohne die Unterstützung der Vereinsmitglieder sowie eines losen Netzwerks an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wäre es nicht möglich, so viele Aktivitäten auf die Beine zu stellen. Ihnen allen danken wir herzlich!

Der Jahresrückblick 2025 als Infografik

Unsere Infografik fasst das Jahr 2025 visuell zusammen:

Jahresrückblick 2025 Museum Burg Posterstein
Der Jahresrückblick 2025 der Burg Posterstein als Infografik.

Besucherzahlen und Besucherstruktur: Wer kommt warum zur Burg Posterstein?

Das Museum Burg Posterstein führt an der Museumskasse standardmäßig Besucherbefragungen durch. Daraus geht einiges darüber hervor, wo und wann Menschen auf die Burg aufmerksam werden. Das wiederum ist wichtig für die Auswertung und Verbesserung der musealen Arbeit.

Methodik

Seit 2024 läuft die Kassen-Befragung digital unterstützt ab. Im Zuge dessen werden seither die Antworten von Reise-Kleingruppen statt die aller einzelnen Besucherinnen und Besucher erfasst. Daher weichen die Werte geringfügig von den Ergebnissen der Vorjahre ab.

Grundlage bildet die Befragung von knapp 3000 Reise-Kleingruppen. 

Die meisten Besucherinnen und Besucher kamen zu zweit (32 Prozent), gefolgt von Dreier- und Vierergruppen (je 14 Prozent). Sechs Prozent waren allein unterwegs. Der Rest reiste zu fünft oder mit mehr Personen.

Einzugsgebiet

99 Prozent der Gästegruppen des Museums Burg Posterstein kamen 2025 aus Deutschland. Internationale Besucherinnen und Besucher sprachen bevorzugt Deutsch, Englisch, Französisch, Lettisch und Ukrainisch.

Diagramm über die Herkunftsländer der Besucher der Burg Posterstein 2025
Herkunftsbundesländer der deutschen Gäste in Prozent.

Die Besucherinnen und Besucher kamen zu über 80 Prozent aus Thüringen und Sachsen – und ansonsten aus dem gesamten Bundesgebiet.

Diagramm über Herkunftsregionen der Besucher Burg Postersteins 2025
Herkunftsregionen der Gäste aus einem Umkreis von rund 120 km in Prozent.

Fast 85 Prozent der Museumsbesucherinnen und -besucher kamen aus einem Umkreis von bis zu 120 Kilometern um Posterstein – bevorzugt aus dem Raum Gera, dem Altenburger Land, aus Westsachsen und dem Raum Leipzig, Jena und Chemnitz. Aber auch aus Erfurt, Dresden, Zeitz und Halle kamen Besucherinnen und Besucher nach Posterstein.

Wohnwagen vor der Burg Posterstein, eine Frau sitzt am Campingtisch und liest
Der Parkplatz vor der Burg darf, wenn der Platz reicht und platzsparend geparkt wird, gern als kostenfreier Stellplatz genutzt werden.

Besuchsanlass

Über 80 Prozent der Postersteiner Gäste unternahmen einen Tagesausflug zur Burg Posterstein, rund 16 Prozent machten Urlaub in der Region, rund fünf Prozent kombinierten den Museumsbesuch mit einer Rast auf der Durchreise und etwa 0,2 Prozent nutzten den Wohnmobil-Parkplatz vor der Burg. Das bietet sich an, weil Posterstein nur vier Kilometer von der Autobahn 4, Abfahrt Ronneburg, entfernt liegt.

Diagramm Aufenthaltsdauer der Gäste der Burg Posterstein 2025
Die Aufenthaltsdauer der Burgbesucherinnen und Besucher in Prozent.

Laut dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für den Freistaat Thüringen 2024“ gibt ein Tagesgast vor Ort im Schnitt 30,30 Euro aus und ein Übernachtungsgast zwischen 30,30 und 143,90 Euro. Legt man ganz konservativ 30,30 Euro pro Gast als Grundlage, generierte das Ausflugsziel Burg Posterstein mit 22.000 Besuchern im vergangenen Jahr mit überschlagen rund 666.600 Euro beachtliche Einnahmen für Gastgewerbe und Einzelhandel in der Region.

Diagramm BEsuchsanlass Burg Posterstein 2025
Das Diagramm zeigt die Häufigkeit der verschiedenen Besuchsanlässe der Gäste der Burg Posterstein in Prozent.

Über 20 Prozent der Gäste besuchten die Burg Posterstein nicht zum ersten Mal. Besonders viele (über 26 Prozent) fanden das Museum im Internet – Website, Google, Social Media. Über 15 Prozent waren speziell auf die Angebote für Kinder und Familien aufmerksam geworden, über zehn Prozent kannten die Burg vom Vorbeifahren auf der Autobahn und rund neun Prozent kamen auf Empfehlung von Bekannten.

Ausstellungen und Veranstaltungen 2025

2025 zeigte das Museum vier Sonderschauen. Darüber fanden insgesamt 214 Veranstaltungen statt, darunter 15 öffentliche (Feste, Konzerte, Lesungen) und 199 private (Führungen für Kinder und Erwachsene, Kindergeburtstage, Hochzeite, Escape-Touren) Veranstaltungen.

Drei Musiker und ein Künstler im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack schufen am 15. Juni 2025 im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.

Zur Sonderschau „Taktvoll – Musikgeschichte vom Salon zur Musikschule“ gab es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, u.a. in Kooperation mit den Bachwochen Thüringen, der Langen Nacht der Hausmusik, mit dem Jazzklub Altenburg und dem Ensemble für Intuitive Musik Weimar sowie dem Künstler Adam Noack. Die nachfolgende Kabinettausstellung „‚Sonst nicht Neues‘ – Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg“ sahen sich über 4200 Besucher an. Die gleichnamige Wanderausstellung der Hans-Fallada Gesellschaft und des Literaturzentrums Neubrandenburg thematisierte die vollständig erhaltenen Feldpostbriefe von Ulrich Ditzen (1896–1918), dem jüngeren Bruder des berühmten Schriftstellers Hans Fallada. Darüber hinaus zeigte das Museum Burg Posterstein über zweihundert Feldpostkarten von Soldaten aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg (hier geht es zum Resümee). Die Kabinett-Ausstellung „Künstler, Ökonomen, Staatsmänner – Wer prägte das Altenburger Land?” rückt bedeutende Persönlichkeiten der regionalen Geschichte in den Mittelpunkt. Die Weihnachtskrippen-Ausstellung, die 2025 eine neue Schenkung präsentierte, wiederum bedient ein ganz eigenes Stamm-Publikum.

Zu allen Sonderausstellungen gab es Begleitveranstaltungen wie Lesungen, Workshops und Vorträge.

Das dreitägige Mittelalterspektakel zu Pfingsten mit Ritterturnieren, Markt und Spielleuten lockte rund 5000 Schaulustige nach Posterstein. Organisiert wird es von der COEX Veranstaltungs GmbH & Co.KG in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein. Der Eintritt ins Museum war wie jedes Jahr im Gesamtpreis inbegriffen.

Mädchen mit Steckenpferd springt vor der Burg Posterstein über eine Hürde
2025 gab es erstmals ein Hobby Horsing-Freundschaftstraining im Nachgang des Großen Steckenpferdturniers (Foto: Hannes Menzer).

Die Angebote der „Kinderburg“ zählten 2025 zu den Top 3 Besuchsgründen. Neben der Familien-Ausstellung gab es speziell für Familien mit Kindern vier Ferien-Programme, das Große Steckenpferdturnier am Weltkindertag (2025 erstmals mit einem Freundschaftstraining für Hobby Horsing-Fans), den Geistertag am Reformationstag und auch den „Advent im Salon – Märchenhaftes für die ganze Familie“. Darüber hinaus feierten 67 Kinder ihren Geburtstag auf der Burg. 45 Schulen und Kitas kamen zu Museumstouren. Das war eine Steigerung von fast sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die Zahl der Erwachsenenführungen ist gestiegen: 2025 führte das Museumsteam 60 Erwachsenengruppen durch die Burg, dazu kamen 21 Kleingruppen zur Escape-Tour. Das entspricht einem Anstieg von 62 Prozent.

Im Gerichtsraum der Burg fanden außerdem sechs Trauungen statt, die das Standesamt Schmölln durchführt. Über das Standesamt läuft auch die Anmeldung und Terminfindung. Weitere Informationen und den Kontakt finden Sie hier.

Großes Bauprojekt: Sanierung des Burgturms

Von Januar bis Dezember 2025 wurde der Bergfried samt Turmhaube und Kuppel umfassend saniert. Die Aussichtsplattform wurde abgedichtet und erhielt einen neuen Bodenbelag. Einen Rückblick mit Fotos gibt es hier im Blog.

Drohnenbild der Burg Posterstein mit neuem Nordflügel und eingerüstetem Turm. AUch die Kirche und das Herrenhaus sind zu sehen.
Burg Posterstein im April 2025 (Bild: Stephan Günzel).

Parallel liefen im Hintergrund Bemühungen um die Finanzierung des Innenausbaus des neuen Nordflügels. 2026 soll damit begonnen werden. Den aktuellen Stand der Bauarbeiten kann man im Bautagebuch auf der Website des Museums mitverfolgen.

Der Neubau, der in der Kubatur dem historischen Vorgängerbau entspricht, soll das Museum Burg Posterstein in die Lage versetzen, einen ganzen Bereich für moderne Vermittlungsformen bereitzuhalten, die Ausstellungen barrierefrei zu erschließen, den Service zu verbessern und nicht zuletzt die Sammlungen besser unterzubringen. Es ist das größte Bauvorhaben der Geschichte des Museums.

Aus der Sammlung: Restaurierung und Neuzugänge

Durch einen glücklichen Zufall konnte das Museum 2025 aus Privatbesitz das Gemälde „Landschaft in Venezuela“ des Künstlers Anton Goering ankaufen. Die Altenburger Restauratorin Natalie Meurisch hat es fachkundig in Stand gesetzt. Nun ist es Teil der Ausstellung „Blind Date“ über bedeutende historische Persönlichkeiten aus dem Altenburger Land.

Junge Frau zeigt auf Gemälde an der Wand
Museumsmitarbeiterin Franziska Huberty zeigt das Gemälde von Anton Göring, das neu in der Sammlung des Museums ist.

Im November erhielt das Museum einen Teil der umfangreichen Krippensammlung von Arthur Petrig aus Wiesbaden als Schenkung. Sie wurde in der Weihnachtsausstellung erstmals präsentiert.

Auch 2024/25 wurde weiter an der Digitalisierung der Sammlung Schmöllner Knöpfe sowie weiterer Sammlungsbestände gearbeitet. Eine Mitarbeiterin nahm dazu an Fortbildungen und Beratungen des Museumsverbands Thüringen teil.

Vernetzung über die Burgmauern hinaus

Als Partner des Trafo-Projekts „Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ nahm das Museum aktiv an mehreren Salonveranstaltungen im Landkreis teil:

Unter dem Titel „Gemischte Platte“ gab es von 26. bis 28. September 2025 ein großes Kulturevent zur Geschichte des Stadtteils Altenburg Nord. Das Museum Burg Posterstein beteiligt sich mit einer kleinen Ausstellung und einem Zeitzeugengespräch zum Leben im Plattenbaugebiet Altenburg Nord.

Um „Zeitzeugen des Sports – Wege nach 1990“ ging es im Zeitzeugengespräch am 19. November 2025, 18 Uhr, im Rittergut Treben. Das Museum Burg Posterstein befragte Zeitzeugen des Sports, Akteure der Wendezeit, aber auch heutige Aktive.

Junger Mann spielt Akkordeon
Michail Cunetchi umrahmte den Vortrag am Akkordeon (Foto: Hannes Menzer).

Mit dem Musikvortrag „Ulrich Ditzen, Hans Fallada und der Erste Weltkrieg“ am 30. August 2025 in der Neuen Scheune Posterstein war das Museum Teil des ProvinzGlück Festivals vom 25. August bis 14. September 2025 im Altenburger Land. Es referierte Christian Winterstein von der Hans-Fallada-Gesellschaft. Michail Cunetchi untermalte den Vortrag am Akkordeon.

Drei Zeitzeugensalons mit musikalischem Thema in Altenburg und in Langenleuba-Niederhain aus dem Jahr 2024 flossen 2025 inhaltlich in die Kabinett-Ausstellung „Taktvoll“ ein.

Burg Posterstein mit Safran im Vordergrund
2025 bekam Burg Posterstein ein Safranbeet.

2025 wurde der ehemalige Wehrgraben unterhalb der Burg Teil der Safranleuchten-Kampagne im Altenburger Land: Ehrenamtliche des Museumsvereins Burg Posterstein pflanzten auf einem rund 50 Quadratmeter großen Areal rund 4000 Safranknollen, die im Herbst lila blühen. Auch bei der neuen Rätsel-Tour für Erwachsene, „Mit Genuss durch die Geschichte“, darf der Safran nicht fehlen.

Auch 2025 leitete Marlene Hofmann, verantwortlich für Marketing und Kommunikation im Museum Burg Posterstein, den Arbeitskreis „Digitales Museum“ des Museumsverbands Thüringen. Zweimal im Jahr finden in diesem Rahmen digitale Arbeitskreistreffen mit Fachvorträgen statt.

Weiterhin ist die Burg Posterstein auch Mitglied der Burgenstraße Thüringen. In diesem Verein versammeln sich private und gemeinnützige Träger von Burgen, um gemeinsam die Forschung und Vermittlung der Geschichte der Thüringer Burgenlandschaft voranzubringen.

Für sein weit verzweigtes, aktives Online-Netzwerk ist Burg Posterstein in Fachkreisen deutschlandweit bekannt. Die Reichweite der Social Media-Kanäle (bis auf Instagram), des Blogs und der Website stieg 2025. Daneben ist Burg Posterstein neben Instagram, Facebook und YouTube auch verstärkt auf TikTok, BlueSky, Pinterest und LinkedIn aktiv und pflegt einen eigenen WhatsApp-Kanal sowie einen Newsletter.

Die Mitarbeiterinnen des Museums beteiligten sich an Vernetzungs- und Weiterbildungsveranstaltungen des Tourismusverbands Altenburger Land. Im Winter 2025 traf sich der Arbeitskreis Museumspädagogik auf Burg Posterstein, um sich über eventorientierte Angebote und das Krimi-Escape-Spiel im Besonderen zu informieren und auszutauschen.

Publikationen

Der Altenburger Hauskalender 2025 mit Hans Wilhelm vo n Thümmel auf dem Cover liegt auf einem Tisch
Der Altenburger Hauskalender 2025 hat Hans Wilhelm von Thümmel auf dem Cover.

Das Museumsteam war 2025 mit drei Fachartikeln in verschiedenen Fachzeitschriften vertreten: Im Altenburger Hauskalender 2025 steht der Artikel „Der Minister unter der 1000-jährigen Eiche – Das Thümmel-Jahr 2024 im Altenburger Land“ von Marlene Hofmann. In der Zeitschrift Banzer Museumsgespräche Bd.12 veröffentlichte Marlene Hofmann den Artikel „Auf Augenhöhe mit den Museumsgästen Nachhaltige analog-digitale Kommunikation und Vermittlung – Ein Praxisbericht aus dem Museum Burg Posterstein in Thüringen“. Und in Heimat Thüringen 1/2025 erschien der Artikel „Mitwachsende Online-Ausstellung „Landschaft nach der Wismut“ des Museums Burg Posterstein“, ebenfalls von Marlene Hofmann.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Museen, kuratiert euer öffentliches „Bild“! – Resümee zur Tagung „Digitale Strategien“ des Deutschen Museumsbunds

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 14. Dezember 2017 von Museum Burg Posterstein15. Dezember 2017

Burg Posterstein auf großer Bühne - bei der Tagung "Digitale Strategien" des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds in Frankfurt.

Burg Posterstein auf großer Bühne – bei der Tagung „Digitale Strategien“ des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds in Frankfurt. (Foto: Jutta Frings – vielen Dank!)

„Museum Burg Posterstein? – Kenn ich von Twitter, Instagram oder Facebook.“ Diesen Satz habe ich auf der Tagung Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds öfter gehört. Ich war eingeladen, die digitale Strategie des Museums Burg Posterstein vorzustellen, als Beispiel dafür, wie auch kleinere Museen mit vergleichsweise geringen Mitteln ihr Bild in der (digitalen) Öffentlichkeit aktiv selbst gestalten können.

Die Tagung "Digitale Strategien" fand im Deutschen Filmmuseum am Frankfurter Museumsufer statt.

Die Tagung „Digitale Strategien“ fand im Deutschen Filmmuseum am Frankfurter Museumsufer statt.

Thema der Tagung: Digitale Strategien.

Über 100 Kolleginnen und Kollegen, die mit der Öffentlichkeitsarbeit deutscher Museen betraut sind, waren in den bequemen Vortragsraum ins Filmmuseum Frankfurt gekommen und begleiteten die Tagung so engagiert auf Twitter und Instagram, dass das lokale WLAN dem nicht gewachsen war. Auch vor Ort fand eine angeregte Diskussion statt. Ich möchte hier meine wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen.

Das Deutsche Filmmuseum kann mit einem der bequemsten Tagungsräme aufwarten.

Das Deutsche Filmmuseum kann mit einem der bequemsten Tagungsräme aufwarten.

Digitale Relevanz = gesellschaftliche Relevanz

Axel Braun, der die Öffentlichkeitsarbeit von Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung leitet, eröffnete die Tagung mit einem Strauß voller Inspirationen, wie man Museum im Digitalen weiterdenken und das wiederum mit dem Analogen vernetzen kann. Hier ist die Rede von digitaler Erweiterung des Museums, von zu Ausstellungen passenden Digitorials, Spielen und Filmen, von vom Museum angebotenen Online-Kursen und gewinnbringenden Kooperationen mit Unternehmen. Nicht alles davon wird genauso in anderen Museen funktionieren, aber man darf sich anregen lassen und adaptieren, was zu einem passt.

Von großen Museen wie dem Frankfurter Städel Museum können sich auch kleine Häuser inspirieren lassen.

Von großen Museen wie dem Frankfurter Städel Museum können sich auch kleine Häuser inspirieren lassen.

Die Quintessenz des Vortrags von Axel Braun war für mich die Klarstellung: Digitale Projekte sind keine Einnahmequelle, keine reine Marketingmaßnahme und kein Ersatz für den Museumsbesuch, sondern ein eigenständiges Angebot, das die gesellschaftliche Relevanz des Museums sichert. – Sei es nun bei Besuchern, Sammlern, Sponsoren, Politikern oder Journalisten. Das Städel Museum erreicht über eigene digitale Kanäle mehr Menschen als über überregionalen Tageszeitungen, welche wiederum über das Museum berichten, weil es aus sich selbst heraus diese enorme Aufmerksamkeit generiert. Das funktioniert nicht nur im Städel Museum, sondern auch im Kleinen.

Digital ist analog ist digital…

Alissa Krusch, Bereichsleitung Digitale Kommunikation der Stiftung Kunstsammlung NRW, betonte wie wichtig es für Museen ist, eine digitale Strategie zu erarbeiten. Franziska Mucha, Kuratorin Digitale Museumspraxis am Historischen Museum Frankfurt, teilte ihre Erfahrungen damit, im Rahmen des #StadtLaborFFM vor Ort und digital eine Beziehung zur Bevölkerung zu pflegen. Dazu entstanden im Stadtlabor Frankfurt tolle Ansätze, in der Bürger zu Brainstorming-Bars zusammenkamen und nun nach sieben Jahren gemeinsamer Workshops mit dem Museumsteam auch ein digitales Stadtlabor in Form einer Karte mit Informationen anreichern sollen. Es eröffnen sich durchs Digitale neue Arten des musealen Sammelns.

Franziska Mucha aus Pappe - im Stadtlabor des Historischen Museums Frankfurt

Franziska Mucha aus Pappe – im Stadtlabor des Historischen Museums Frankfurt

Ein weiteres Mal wird unterstrichen, dass das Digitale nicht für sich alleine steht, sondern wunderbar mit dem analogen Leben Hand in Hand geht. Der Gedanke lässt sich konsequent weiterführen: Die Trennung zwischen analog und digital besteht höchstens in unseren Köpfen. Leben im Jahr 2017 ist digital und analog zugleich. Die Aufgaben eines Museums an sich bleiben die gleichen, wir erweitern nur unseren Werkzeugkoffer. Das betrifft alle Bereiche der musealen Arbeit: sammeln, bewahren, erforschen, vermitteln und präsentieren.

Beim Vortrag von Tine Nowak gab es "Museum auf die Ohren".

Beim Vortrag von Tine Nowak gab es „Museum auf die Ohren“.

Über die Museumswelt hinaus blicken

Deutlich wurde in mehreren Redebeiträgen, dass sich der Blick über die Museumswelt hinaus lohnt. Seien es die wissenschaftlichen Podcasts, mit denen Wissenschaftler heute mehr Menschen erreichen können als mit anderen Medien – manchmal 10-15.000 pro Hörbeitrag. Das erzählte Tine Nowak vom Studiengang Intermedia an der Universität Köln . Typische deutsche Podcasthörer seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, hoch gebildet und interessieren sich besonders für Geschichte, Wissenschaft und Politik. Podcasts im Museumsbereich sammelt Tine Nowak hier . Gedankliche Notiz an alle Museen: Unbedingt Ja sagen, wenn ein Podcaster darum bittet, einen Beitrag über das Museum aufnehmen zu dürfen. (Wunderbar, wir haben intuitiv alles richtig gemacht: Katja Eidam von Museumscast https://museumscast.com/2017/11/07/episode012/ stellte erst kürzlich das Team von Burg Posterstein in einem einstündigen Beitrag vor.)

Was ist uns der digitale Besucher wert? fragte Christian Gries, der die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München in Sachen digitale Strategie berät.

Was ist uns der digitale Besucher wert? fragte Christian Gries, der die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München in Sachen digitale Strategie berät.

Der Kurator des 21. Jahrhunderts muss sich im Digitalen auskennen

Das betonte Christian Gries, Berater für Digitale Strategien für Museen an der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern. Man könne nicht mehr in digital und anlog unterscheiden und ein Warten auf „Digital Natives“ sei auch keine Lösung. Wichtig ist bei allem, auf allen Kanälen ein nach außen stimmiges Bild des Museums zu vermitteln, das auch vor Ort wiedererkennbar ist.

Wenn Unternehmen erfolgreich Chatbots, Online-Ticketing u.a. digitale Angebote betreiben, erreicht das irgendwann Museen.

Wenn Unternehmen erfolgreich Chatbots, Online-Ticketing u.a. digitale Angebote betreiben, erreicht das irgendwann Museen. – Slide von Michelle van der Veen bei der Tagung Öffentlichkeitsarbeit des Museumsbunds.

Michelle van der Veen , von der Agentur Grayling und privat auch Kulturbloggerin, empfahl den Museen, sich von Unternehmen inspirieren zu lassen. Wenn wir uns in anderen Bereichen des Lebens früher oder später an Chatbots und Online-Tickets gewöhnen, wieso sollten wir das nicht von Museen verlangen? Kostenlose Angebote wie ein vom Städel Museum angebotener Online-Kurs, ein Chatbot als Besucherservice und auch der Stadtlabor-„Stammtisch“ des Historischen Museums Frankfurt binden die Menschen ans Museum und stärken dessen gesellschaftliche Relevanz.

Die digitale Philosophie von Burg Posterstein – Zum Mitmachen

Was im Großen funktioniert, geht auch im Kleinen. Auf rund 30 Slides durfte ich meine Arbeit im Museum Burg Posterstein vorstellen – die Präsentation gibt es hier als PDF-Download. Das Schöne am Digitalen ist, dass es für vieles eben kein großes Budget braucht.

Tweet von Daniela Sistermanns, Martha Museum, zum Vortrag von Burg Posterstein.

Tweet von Daniela Sistermanns, Martha Museum, zum Vortrag von Burg Posterstein.

Aber im Großen wie im Kleinen müssen die Museen ihr Denken und ihre alltägliche Arbeitsweise darauf einstellen. Und irgendwie passt der kleine Appell, den ich zum Ende meines Vortrags an die Leinwand geworfen habe, auch zum Haupttenor der Tagung:

  • Museen, nehmt eure Kommunikation selbst in die Hand und werdet sichtbar – über den Radius eurer Lokalpresse hinaus!
  • Schließt euch zusammen, sprecht miteinander und übereinander!
  • Seid neugierig und mutig, probiert aus und integriert das Internet in eure tägliche Arbeit!
  • Freut euch auf neue Kontakte und ungeplanten Mehrwert durch soziale Medien!
  • Nehmt den Besucher im Web genauso ernst wie den Besucher an der Museumskasse.
  • Zeigt Öffentlichkeit und Politik, welche tollen Projekte ihr macht und dass es wichtig ist, dass es euch gibt!

von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Eine Burg auf großer Messe: Museum Burg Posterstein erstmals auf der Internationalen Tourismus-Börse

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 15. März 2017 von Museum Burg Posterstein15. März 2017

Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein am Stand der Museumswelt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin.

Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein am Stand der Museumswelt auf der Internationalen Tourismus-Börse in Berlin.

Mehr als 10.000 Unternehmen aus 184 Ländern und Regionen präsentierten sich vom 8. bis 12. März 2017 auf der weltweit führenden Tourismusmesse Internationale Tourismus-Börse (ITB) in Berlin vor rund 109.000 Fachbesuchern. Das Museum Burg Posterstein und das benachbarte Lindenau-Museum Altenburg nahmen zum ersten Mal als Aussteller daran teil. Gemeinsam mit rund 120 deutschen Museen schlossen sie sich dem über 200 Quadratmeter großen Ausstellungsstand „Museumswelt“ von Museum.de an. Für alle beteiligten Museen war es ein Novum – im Blog ziehen wir eine persönliche Bilanz.

Den Fußboden der Museumswelt schmückten Bilder deutscher Museen, in die Wände waren echte Ausstellungsstücke integriert. Mitarbeiter verschiedener Museen warteten mit Flyern, Give-Aways und vielen Informationen auf. Vier zwei Meter hohe Vitrinen in der Mitte des Messestands zogen die Aufmerksamkeit der Besucher auf sich – und zwischen dem Fifa-WM-Pokal des Deutschen Fußballmuseums und der Heiligen Barbara-Statue thronten die Büste der Saloniere Anna Dorothea von Kurland und ein Ritterhelm aus dem Museum Burg Posterstein. Das bot Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann genügend Stoff zum Gesprächseinstieg über Posterstein, das Museum und die Region.

Den Fußboden der "Museumswelt" zierten die Bilder der teilnehmenden Museen.

Den Fußboden der „Museumswelt“ zierten die Bilder der teilnehmenden Museen.

Ziel: Museen im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt touristisch sichtbar machen und vernetzen

Durch die Teilnahme an der ITB erhoffen wir uns, die Museen des Altenburger Landes touristisch sichtbar zu machen und dadurch die Region zu vertreten. Wir konnten unsere Kontakte zu anderen Museen verbessern, aber auch mit touristischen Akteuren und Anbietern ins Gespräch kommen. Auch das neue Kulturmarketingkonzept des Tourismusverbandes Altenburger Land scheint jedenfalls den Kulturtourismus mehr in den Fokus rücken zu wollen. Eine Kooperation ist angesichts knapper Kassen und großer Konkurrenz bei der überregionalen Suche nach Aufmerksamkeit und höheren Besuchszahlen mehr denn je gefragt. Das heißt, es gilt zusammenzuarbeiten zum Nutzen aller.

Ein Minister unter einer 1000-jährigen Eiche? – Sie haben doch irgendwo eine versteckte Kamera!

Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen - der Kollege vom Schloss Friedenstein mit Zischägge, Dorothea von Kurland und Glückskeks.

Gelegenheit, ins Gespräch zu kommen – der Kollege vom Schloss Friedenstein mit Zischägge, Dorothea von Kurland und Glückskeks.

Die so genannte Zischägge, der ausgestellte Ritterhelm, weckte großes Interesse bei Kindern und Familien, die am Wochenende die Messe besuchten. Die Herzogin von Kurland, die auch in Berlin einen kulturellen Salon im kurländischen Palais (heute russische Botschaft) Unter den Linden führte, lockte das Berliner Publikum. Mit einem Internet-Radiosender kam man zunächst per Twitter und dann persönlich ins Gespräch. Die Postersteiner Give-Aways – echter Postersteiner „Staub der Jahrhunderte“ in der Tüte und Glückskeks-Anhänger mit einem Aphorismus von Hans Wilhelm von Thümmel weckten großes Aufsehen und manchmal ungläubige Nachfragen: Meinen Sie das ernst, ein Minister, der sich unter einem uralten Baum begraben lassen hat? Sie haben doch irgendwo eine versteckte Kamera. Aber nein, Thümmel gab es wirklich.

Auf der ITB gab es "Staub der Jahrhunderte" aus der Burg Posterstein in der Tüte.

Auf der ITB gab es „Staub der Jahrhunderte“ aus der Burg Posterstein in der Tüte.

Besonders überraschte Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann, wie viele Leute die Burg Posterstein wiedererkannten oder sagten: „Da waren wir schon einmal zum Kindergeburtstag!“. Außerdem traf sie Nachfahren eines kurländischen Hofarchitekten und mögliche Nachfahren eines Postersteiner Rittergutsbesitzers. Gleichzeitig gab der gemeinsame Messestand ausreichend Gelegenheit, mit Kollegen anderer Museen ins Gespräch zu kommen.

Für das Museum Burg Posterstein ist der erste Messeauftritt auf der ITB ein Experiment. Anlass dafür gab auch, dass in Thüringen – dieses Jahr mit Thüringer TischKultur am Start – der Marketingfokus traditionell eher auf Städten und Gastronomie liegt. Die ländlichen Regionen und besonders der Thüringer Osten im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt werden kaum wahrgenommen. Ob die Teilnahme an der schön gestalteten Museumswelt nachhaltig Aufmerksamkeit wecken kann, wird sich vielleicht im Besucher-Monitoring der kommenden Monate zeigen.

Von Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

Jede Veranstaltung zählt, je mehr desto besser: Burg Posterstein zu Gast im Erzählcafé im Renaissanceschloss Ponitz

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 8. März 2016 von Museum Burg Posterstein21. Januar 2017

Ponitz_8_600pxKaum eine Gemeinde, die nicht mit der „Landflucht“ junger Menschen zu kämpfen hat. Sie machen es meist nicht mal mit Absicht: Zur Ausbildung oder zum Studium ziehen Jugendliche in die Städte, dort finden sie neue Freunde, einen Partner, gründen eine Familie – und gewöhnen sich daran, dass rund herum ständig was los ist und Einkaufsmöglichkeiten bestehen.

Unsere Marketingbeauftragte Marlene Hofmann und Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann, die mitverantwortlich für das museumspädagogische Programm im Museum Burg Posterstein ist, nehmen am 8. März 2016, 15.30 Uhr, im Renaissanceschloss Ponitz an einem Erzählcafé der Heinricht Böll-Stiftung teil – Thema: Stadt UND Land für Alt UND Jung, wie erreicht man junge Zielgruppen.

Warum sollten junge Menschen zurück aufs Land kommen?

An dieser Stelle muss man als Kommune ansetzen, sich seiner Standortvorteile gegenüber der Stadt bewusst werden, sie fördern, bewerben und ausbauen. Ganz oben auf der Liste dieser Vorteile, die es durchaus gibt, wird vermutlich die Naturnähe stehen, die Weite, die Ruhe, die Familienfreundlichkeit. Aber auch, wenn man als junge Familie einen eigenen Garten hat, möchte man auf gewissen Komfort nicht verzichten. Es braucht Sport- und Freizeitangebote, Spielplätze, Kultur und Veranstaltungen, Anbindungen an den öffentlichen Nah- und Fernverkehr, Arbeitsplätze in nicht allzu weiter Entfernung, eine Grundversorgung bzw. einfachen Zugang dazu (z.B. im Nachbardorf).

Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts Posterstein nach über 20 Jahren Leerstand.

Das Herrenhaus des ehemaligen Ritterguts Posterstein nach über 20 Jahren Leerstand.

An diesen Gedanken knüpft auch die noch junge Initiative „Gemeinsam nicht einsam: – neues Leben auf dem Land“ an, die der Förderverein Burgberg Posterstein e.V. ins Leben gerufen hat. Ziel ist es nicht nur, das historische Herrenhaus zu sanieren, sondern die Rahmenbedingungen für ein reichhaltiges Zusammenleben von Jung und Alt zu schaffen. In Zusammenarbeit mit der Gemeinde Posterstein, dem Museumsverein und den Vereinen und Bürgern Postersteins soll Posterstein als Wohn-, Arbeits-, Sozial- und Kulturraum gestärkt und gefördert werden.

Zusammenarbeit und gemeinsame Kommunikation sind gefragt

Alle Bedürfnisse der Einwohner im ländlichen Raum kann kaum eine Gemeinde allein erfüllen und muss es auch nicht. Denn oft ist man zu Fuß, per Fahrrad, mit Bus, Bahn oder Auto schnell im nächsten Ort. In vielen Gemeinden im Altenburger Land existiert ein reges Vereinsleben, es gibt auch lokal engagierte Betriebe und Gewerbetreibende, es gibt Sehenswürdigkeiten und Wanderwege. Gemeinden müssen also zusammenarbeiten, statt sich als Konkurrenten zu sehen. Jede Veranstaltung, jeder Sportverein, jeder Freizeitklub zählt. Je mehr passiert, desto besser. Gleichzeitig muss man öffentlich darüber „reden“ – und vor allem auch dort, wo die Zielgruppe sich informiert, also auch im Social Web.

Die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz, im Hintergrund die Dorfkirche Nöbdenitz

Besucher an der 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz, geführt von einer Mitarbeiterin der Kultur- und Bildungswerkstatt „Hans Wilhelm von Thümmel“ in Nöbdenitz

Das Museum Burg Posterstein zieht jährlich über 20.000 Besucher nach Posterstein, darunter rund 2000 Schüler. Das Mittelalterspektakel, das jedes Jahr zu Pfingsten auf dem Burgberg und in der Burg stattfindet, ist dabei ganz klar das Besucher-Highlight. Viele weitere tausend Besucher kommen zu Großveranstaltungen wie dem Postersteiner Seifenkistenrennen, das am ersten Augustwochenende jedes Jahr Schauplatz für den Mitteldeutschland-Cup ist und viele Familien in den Ort lockt. In den Nachbarort Nöbdenitz, bekannt für seine 1000-jährige Eiche mit dem Grab des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel, führt ein interaktiver, familienfreundlicher Wanderweg – der Sprotte-Erlebnispfad. Thüringenweg, Thüringer Städtekette, Bauerngartenroute und Lutherweg kreuzen hier ebenfalls. Die Kultur- und Bildungswerkstatt im Pfarrhof Nöbdenitz lockt mit ihren Veranstaltungen ein Publikum aus der ganzen Region. Es gibt mehrere Vereine, deren Mitglieder sich für die Region engagieren. Mit dem Rad kann man auf naturschönen Radwegen weiter nach Schmölln und Altenburg fahren. Auch das nahe Schloss Ponitz mit seinem aktiven Förderverein und das Deutsche Landwirtschaftsmuseum im Schloss Blankenhain in Sachsen erreicht man schnell. Die Liste könnte noch lange weiter geführt werden.

Die Region als Ganzes sehen: Beispiel Sonderausstellung Friedrich Mascher

Umfangreiche Kooperationen unterstützen und ergänzen die Sonderausstellung zum Portraitmaler Friedrich Mascher

Umfangreiche Kooperationen unterstützen und ergänzen die Sonderausstellung zum Portraitmaler Friedrich Mascher

Wichtig ist aber, Veranstaltungen und Initiativen gemeinsam zu bewerben und sich gegenseitig zu fördern, auch im Internet. Auf Facebook, Twitter, Blog und Website weisen wir auch gern auf andere Kulturveranstaltungen hin, denn es macht die Region als Ganzes attraktiver für eine – nicht nur junge – Zielgruppe vor Ort. Zur aktuellen Sonderausstellung „Der Portraitmaler Friedrich Mascher“ gibt es Kooperationen mit dem Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg, mit dem Künstler Tilman Kuhrt aus Altenburg und auch ganz lokal mit dem Elegant-Hotel zur Burg, das das passende Menü zur Ausstellung anbietet. Auch für die nächste Ausstellung zum Altenburger und Gothaer Minister Hans Wilhelm von Thümmel, dessen Grab sich unter der bereits erwähnten 1000-jährigen Eiche befindet, liegen solche Kooperationen auf der Hand. Gemeinsame Werbung auf allen Kanälen und eine kulturelle Vielfalt erst schaffen ein attraktives Bild des ländlichen Raums, in dem wir junge wie ältere Einwohner wie Gäste locken und halten wollen.

Hintergrundinfos zur Veranstaltung „Erzählcafé: Stadt UND Land für Alt UND Jung“

Zum Projekt: Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Land

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Geschichte & Geschichten

Das thüringische Museums Burg Posterstein bloggt seit 2011 über Geschichte und Geschichten aus Sammlung, Forschung und Museumsalltag.

IN ENGLISH: Since 2011 the German Museum Burg Posterstein writes stories about its collection, research and everyday life at the museum – here you find all texts in English.

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