23. Tierchen – Digitaler Adventskalender

Adventskalender Museum Burg Posterstein - Tür 23

Der Wolf – Einen Tag vor Heilig Abend wird es noch einmal schaurig! Vielleicht graut es dem einen oder der anderen, weil noch nicht alle Weihnachtsgeschenke beisammen sind, aber das ist hier natürlich nicht gemeint. Ein Schauer fährt uns über den Rücken, denn hinter unserem vorletzten Türchen versteckt sich der Wolf.

“Meister Isegrim” hat einen schlechten Ruf und auch heute noch (bzw. wieder) ist er ein großer Streitpunkt. In Fabeln steht er für Gier und auch biblisch kommt nicht gut davon: Er steht für Bosheit und Zerstörung, für Irrlehren, geradezu für das Böse an sich.

Detail mit Wolf in der Papierkrippe von Adolf Lachmann und Radim Dusek. Sie trägt den Titel „Lanspersky betlem, Christmas nativity scene“ und entstand 2011 in Usti nad Orlici.
Detail mit Wolf in der Papierkrippe von Adolf Lachmann und Radim Dusek. Sie trägt den Titel „Lanspersky betlem, Christmas nativity scene“ und entstand 2011 in Usti nad Orlici.

Diesen Charakter vertritt der Wolf auch in böhmischen bzw. tschechischen Papierkrippen oft. In dieser Darstellung funkeln seine Augen bedrohlich aus dem Mittelteil eines Triptychons, entworfen vom tschechischen Grafikdesigners Adolf Lachmann. Die Krippe von Adolf Lachmann und Radim Dusek trägt den Titel „Lanspersky betlem, Christmas nativity scene“ und entstand 2011 in Usti nad Orlici.

Sie ist in vielerlei Hinsicht besonders. Zum einen handelt es sich um eine moderne Papierkrippe, zum anderen unterscheiden sich einige Figuren von traditionellen Darstellungen. Zwar sehen wir in der Mitte die Heilige Familie im Stall und auch die Verlagerung der Geburtsszene in eine andere, dem Künstler vertraute Umgebung ist keine Seltenheit. Doch anstelle der zu erwartenden Heiligen Drei Könige sind hier verschiedene Heilige abgebildet. Das gezeigte Dorfleben scheint sich in eine „gute“ und eine „böse“ Seite zu spalten. Auf der rechten Seite versteckt sich hinter einem Stein sogar der Teufel.

Diese Papierkrippe von Adolf Lachmann und Radim Dusek trägt den Titel „Lanspersky betlem, Christmas nativity scene“ und entstand 2011 in Usti nad Orlici.
Diese Papierkrippe von Adolf Lachmann und Radim Dusek trägt den Titel „Lanspersky betlem, Christmas nativity scene“ und entstand 2011 in Usti nad Orlici.

Heute wollen wir uns aber nicht mehr vor dem Wolf fürchten, sondern ihm gegenüber und kurz vor Weihnachten ein wenig Nachsicht zu Gute kommen lassen.

Weiterführende Links zur beschriebenen Krippe:
Informationen vom Krippenverein Osnabrück
Website des Künstlers Adolf Lachmann

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22. Tierchen – Digitaler Adventskalender

Adventskalender Museum Burg Posterstein - Tür 22

Der Karpfen – Heute tauchen wir ab in das stille Unterwasser-Krippenreich! Der Karpfen ist das Tier des Tages! Aber keine Sorge, Schwimmärmel und Taucherbrille werden nicht benötigt! Wir bleiben bodenständig, denn der Karpfen ist so freundlich und kommt für uns bei winterlichen Temperaturen an Land. Obwohl er das wohl nicht ganz freiwillig tut. Er wird von einem Jungen getragen und soll wahrscheinlich als „Weihnachtskarpfen“ auf der Festtafel enden.

Junge mit Karpfen in einer Papierkrippe, entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschienen im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.
Junge mit Karpfen in einer Papierkrippe, entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschienen im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.

Karpfen ist ein sehr beliebtes Gericht am Heilig Abend. Eine Schuppe des Karpfens soll man sich laut Brauch in die Tasche oder in die Geldbörse stecken. Denn das soll Geldsegen im neuen Jahr bringen.

Papierkrippe entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschien im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.
Papierkrippe entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschien im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.

Der Karpfen, der im Mittelpunkt dieses Adventskalenders steht, ist aber noch nicht auf dem Teller gelandet und stellt uns daher heute diese Papierkrippe vor. Entworfen wurde sie vom Künstler Jiri Skopek und umfasst 25 Figuren bzw. Figurengruppen, zwei Tiergruppen mit Menschen und sieben Kulissen. Der Ausschneidebogen erschien im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.

Detail aus der Papierkrippe, entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschienen im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.
Im Mittelpunkt der Szenerie steht ein großes Tier – Detail aus der Papierkrippe, entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschienen im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.

Die Szenerie spielt im Vorland des Riesengebirges, im heutigen Kurbad Lázně Bělohrad. Darüber thront die Wallfahrtskirche Hl. Peter und Paul. Die Figuren tragen Trachten, spielen fröhlich Musik und Tanzen für die Heilige Familie im Stall. Das Folkloreensemble, Chöre und verschiedene Orchester haben eine  fast 70jährige Tradition in Lázně Bělohrad und erfreuen auch heute noch die dortigen Gäste mit Musik, Literatur und Kunst.

Detail aus der Papierkrippe, entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschienen im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.
Unter dem großen Tier schauen Menschenfüße hervor! – Detail aus der Papierkrippe, entworfen vom Künstler Jiri Skopek, erschienen im Konrad-Verlag unter dem Titel „Skopek – Folkloristische Weihnachtskrippe“.

Unter den ganzen Menschen, Tieren und dem Karpfen fällt eine Figur besonders ins Auge. Eine Art riesiges Pferd oder Kamel tummelt sich schneeweiß in der Menge. Bei genauer Betrachtung stellt sich allerdings heraus, dass sich unter dem weißen Fell, menschliche Füße befinden! Das Schauspielensemble hat hier seinen Auftritt. So besonders das Tier also aussieht, es ist doch ein wenig geschummelt und so bleibt unser Karpfen heute einmal der Hauptakteur.

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21. Tierchen – Digitaler Adventskalender

Adventskalender Museum Burg Posterstein - Tür 21

Der Papagei – Wie versprochen, begrüßt uns heute noch einmal ein gefiederter Freund beim Öffnen des 21. Adventstürchens: Der Papagei! Ganz exotisch sitzt er auf dem Dach des Stalls und wirft einen Blick auf das Christuskind.

Diese Papierkrippe wurde vom tschechischen Maler und Illustrator Karel Franta entworfen und erschien 2014 im Granát-Verlag unter dem Titel „Velký betlém“ (Große Krippe)
Diese Papierkrippe wurde vom tschechischen Maler und Illustrator Karel Franta entworfen und erschien 2014 im Granát-Verlag unter dem Titel „Velký betlém“ (Große Krippe).

Diese Papierkrippe wurde vom tschechischen Maler und Illustrator Karel Franta entworfen und erschien 2014 im Granát-Verlag unter dem Titel „Velký betlém“ (Große Krippe). Solche Papierkrippen waren besonders in Böhmen, Mähren und Schlesien beliebt, allerdings sind auch Exemplare aus Deutschland, Spanien, Italien oder Kroatien bekannt. Sie erfreuen sich in Böhmen auch heute noch großer Beliebtheit.

Schon im 17. Jahrhundert nutzte man Krippenfiguren aus Papier und Karton als Hintergrund für traditionelle Holz-, Ton- und Porzellankrippen, wo sie als Kulisse oder als Übergang zwischen der dargestellten Landschaft und dem Himmel dienten. Seit dem 18. Jahrhundert wurden auch reine Papierkrippen gefertigt und aufgestellt.

Ähnlich wie bei einer Theaterkulisse erhält die dargestellte Szenerie ihre Tiefenwirkung durch die Staffelung in Vordergrund, Hauptgeschehen und Hintergrund. Dem entsprechend wurden die Figuren vom Künstler angelegt und drapiert.

Papierkrippe mit Papagei - gestaltet vom tschechischen Maler und Illustrator Karel Franta, erschienen 2014 im Granát-Verlag unter dem Titel „Velký betlém“ (Große Krippe).
Papierkrippe mit Papagei – gestaltet vom tschechischen Maler und Illustrator Karel Franta, erschienen 2014 im Granát-Verlag unter dem Titel „Velký betlém“ (Große Krippe).

Der Papagei hat in dieser Krippe einen besonders guten Platz bekommen. Und bei genauerer Betrachtung entdecken wir sogar einen Elefanten im Hintergrund! Das ist eine freudige Entdeckung kurz vor Weihnachten! Mit Hilfe des Papageis hat das Museum Burg Posterstein den dritten Elefanten in der Krippensammlung entdecken können!

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20. Tierchen – digitaler Adventskalender

Adventskalender Museum Burg Posterstein - Tür 20

Die Katze – Alle Katzenliebhaber dürfen sich heute freuen! Gleich drei Samtpfoten verschönern uns heute den Tag.

Biblisch spielt die Hauskatze keine Rolle. Ihr großer Verwandter, der Löwe, hingegen schon. Als gefährliches Raubtier steht er für Bedrohung, aber im positiven Sinne auch für Mut und war daher ein beliebtes Motiv in der Kunst.

Aber mit einem Löwen haben diese drei Katzen eher wenig zu tun. Im Gegenteil: Ganz zahm zeigen sie sich als Teil einer großen Dorfgemeinschaft, die fröhlich die Geburt Jesu feiert. Wem diese Krippe nun bekannt vorkommt, der hat völlig Recht. Sie diente uns schon als Zusatzbeispiel bei Tier Nr. 17 – dem Schwein. Heute sollen unsere Samtpfoten diese wunderbare Papierkrippe aber noch einmal richtig vorstellen.

Papierkrippe von Jarmila Haldova (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)
Papierkrippe von Jarmila Haldova (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)

Die Papierkrippe wurde von der tschechischen Künstlerin Jarmila Haldova entworfen und erschien als Ausschneidebogen unter dem Titel „Haldova“ im Konrad-Verlag. Sie umfasst insgesamt 37 Figuren, 28 Tiere, 30 Blumen und 7 Kulissenbilder. Die Krippe stammt aus Dobruska bei Hradec Kralove und zeigt ein traditionelles tschechisches Dorfleben. Als Schauplatz dient die Stadt Dobruska selbst mit ihrem Rathaus, der Kirche St. Wenzel und dem Markplatz mit der bekannten Mariensäule.

In der Papierkrippe von Jarmila Haldova gibt es auch eine Katze (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)
In der Papierkrippe von Jarmila Haldova gibt es auch Katzen (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)

Festzuhalten ist, dass unsere Katzen in der Szenerie den besten Platz genießen. Zwei von ihnen schauen aus den Fenstern des Wohnhauses, der hier als Stall dient, direkt auf die Heilige Familie.

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17. Tierchen – Digitaler Adventskalender

Adventskalender Museum Burg Posterstein - Tür 17

Das Schwein – Heute kommt unser Adventstier im modernen Galopp und aus weiter Fern angetrabt – das Schwein. Das arme Tier hat in der Bibel keinen leichten Stand. Es gilt als unrein und eine Schweineherde dient Jesus bei einer Austreibung sogar als Gefäß für Dämonen (Mt 8, 28ff.)*. Beim Evangelisten Matthäus steht „Gebt das Heilige nicht den Hunden und werft eure Perlen nicht vor die Säue“ (Mt 7,6)*, was noch heute eine geflügelte Redewendung ist. Und zu allem Überfluss ereilt das Schwein jedes Jahr das üble Schicksal unfreiwillig als Hauptspeise beim Weihnachtsfest zu dienen. Denn Würstchen und Kartoffelsalat sind bei vielen Familien das traditionelle Essen am Heilig Abend.

Weihnachtskrippe aus Kapstadt, Südafrika (Sammlung Museum Burg Posterstein, VI 354 K6/Ri)
Weihnachtskrippe aus Kapstadt, Südafrika (Sammlung Museum Burg Posterstein, VI 354 K6/Ri)

Da ist es nur recht, dass dem Schwein heute auch einmal ein Ehrenplatz in der Weihnachtskrippe zukommt und es zum „Glücksschwein“ wird. Entdeckt haben wir es in dieser Weihnachtskrippe aus Kapstadt, Südafrika. Gemeinsam mit Ochse, Esel und zwei Schafen erhascht es aus dem Stall heraus einen Blick auf das Jesuskind. Diese Krippe ist aus Holz gefertigt und wurde von Hand bemalt. Sie besteht aus insgesamt 11 Figuren und trägt die Signatur „Handmade and hand painted Cape Town South Africa“. 2005 kam sie nach Deutschland und wurde dem Museum Burg Posterstein übereignet.

Papierkrippe von Jarmila Haldova (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)
Papierkrippe von Jarmila Haldova (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)

Kritiker könnten nun aber sagen: Alles schön und gut, aber das ist gar kein Schwein! Das ist eindeutig eine Kuh! – Wir haben noch ein Schwein in unserer Weihnachtskrippensammlung gefunden. In dieser großen Papierkrippe, entworfen von der tschechischen Künstlerin Jarmila Haldova und als Ausschneidebogen herausgegeben beim Konrad-Verlag.

Detail mit Schwein aus einer Papierkrippe von Jarmila Haldova (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)
Detail mit Schwein aus einer Papierkrippe von Jarmila Haldova (Sammlung Museum Burg Posterstein, Haldova-Papierkrippe)

Allerdings ergeht es diesem Schwein nicht besonders gut. Daher wollen wir dem zuerst beschriebenen Exemplar doch noch eine Chance geben.

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*Übersetzung nach Zürcher Bibel, 2007.