Ein Geschenk mit italienischem Flair für unsere “Sammlung Kurland”

Museumsdirektor Klaus Hofmann mit Uwe Buchheim und dessen Schenkung.
Museumsdirektor Klaus Hofmann mit Uwe Buchheim und dessen Schenkung.

Ganz überraschend erhielt das Museum Burg Posterstein am Internationalen Museumstag am vergangen Sonntag ein kostbares Geschenk: Ein Aquarell des Malers Ernst Welker, der 1819 und 1820 als Zeichenlehrer mit Wilhelmine von Sagan an den Musenhof Löbichau kam. Der Musenhof der schönen Herzogin Anna Dorothea von Kurland steht seit nunmehr 25 Jahren im Mittelpunkt der Forschungsarbeit des Museums Burg Posterstein. Uwe Buchheim aus Altenburg entdeckte die von Ernst Welker auf einer Italienreise gezeichnete Stadtansicht bei einer Internetauktion, kaufte sie und schenkte sie nun dem Museum. Dort wird sie in die Sammlung Kurland eingehen. Uwe Buchheim stellt darüber hinaus als privater Leihgeber dem Musem derzeit wertvolle historische Bibeln für die Ausstellung “Das besondere Exponat zur Reformation: Kostbare Bibeln und das Rollbild Der Leipziger Festzug zur Reformationsfeier 1830” zur Vergügung und hat sich als Mitglied der Bürgerstiftung Altenburger Land schon seit vielen Jahren für das Regionalmuseum des Landkreises engagiert.

Dieses Aquarell des Malers Ernst Welker erhielt das Museum Burg Posterstein 2017 von Uwe Buchheim aus Altenburg
Dieses Aquarell des Malers Ernst Welker erhielt das Museum Burg Posterstein 2017 von Uwe Buchheim aus Altenburg

Erst 2015 präsentierte das Museum Burg Posterstein in der Ausstellung “Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien” ein Konvulut an witzigen Zeichnungen, die Ernst Welker von Löbichauer Gästen angefertigt hatte. Welker porträtierte die Herzogin und ihre hohen Gäste in Tiergestalt – darunter nicht nur Anna Dorothea von Kurland selbst, sondern auch ihre Töchter und Pflegetöchter, eine Reihe kurländischer Adliger, den Gothaer Herzog August Emil Leopold, den Strafrechtler Paul Johann Anselm von Feuerbach und die Familie Theodor Körners. In einem kleinen Buch veröffentlichte das Museum 2015 die Zeichnungen zusammen mit einem historischen Abriss zum Löbichauer Salon und Biografien der Abgebildeten.

Ernst Welker – Maler mit Humor

So zeichnete Ernst Welker sich selbst (Sammlung Museum Burg Posterstein).
So zeichnete Ernst Welker sich selbst (Sammlung Museum Burg Posterstein).
Der Maler und Lützower Jäger Ernst Welker (1784/88–1857) hatte laut seiner Zeichenschülerin Emilie von Binzer, später selbst eine angesehene Schriftstellerin, “einen gewaltigen Stutzbart, der wie eine Art von Äquator sich von einem Ohr zum anderen zieht”. In einer der Karikaturen aus der Postersteiner Sammlung nahm Welker sich auch selbst auf die Schippe, indem er sich als Auster darstellte. Darunter der Spruch:

“Die Auster ist von guter Art
Das groeste an ihr ist der Bart.”

Ernst Welker, der seine Ausbildung in Weimar und Wien absolviert hatte, befand sich mehrfach auf Studienreisen in Italien. Von welcher Reise das Bild stammt, das nun neu in die Postersteiner Sammlung eingehen konnte, soll dem Museum nun Anlass zu weiterer Forschungsarbeit geben.

Mehr erfahren zu Ernst Welkers Karikaturen Löbichauer Gäste:

Gesammelte Infos auf der Website des Museum

“Ein Besuch in Löbichau, dem wir mit Spannung entgegensahen” – Teestunde auf Burg Posterstein

Sonderausstellung “Salongeschichten”: Versteckte Details entdecken

Sonderausstellung “Salongeschichten”: Was ist das eigentlich, ein Salon?

Vertrag zwischen Paris und … Posterstein: Zusammenarbeit mit Les Amis de Talleyrand

Der Herzog kommt nach Posterstein: Eröffnung der Sonderausstellung „Salongeschichten“

Wie eine Himmelsleiter mit Engeln besetzt: Kleine Reise in die Geschichte von Schloss Tannenfeld

Da steht mein Armes Ich von Stein… Salongeschichten aus dem 19. Jahrhundert auf Burg Posterstein

2015 zelebriert das Museum Burg Posterstein ein Lieblingsthema im großen Stil

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Historische Ansicht des Ritterguts Nöbdenitz für die Sammlung des Museums Burg Posterstein

Das Museum Burg Posterstein erhielt für seine kulturgeschichtliche Sammlung ein Ölgemälde aus den 1930/40er Jahren, das das Rittergut Nöbdenitz im damaligen Zustand zeigt.

Dieter Heine (links) übergibt das Ölgemälde aus seinem Familienbesitz an Museumsdirektor Klaus Hofmann und Museumsvereinsvorstand Dr. Gert Wolkersdörfer.
Dieter Heine (links) übergibt das Ölgemälde aus seinem Familienbesitz an Museumsdirektor Klaus Hofmann und Museumsvereinsvorstand Dr. Gert Wolkersdörfer.

Das großformatige Gemälde zeigt den idyllischen Blick auf das Nöbdenitzer Rittergut vom Teich aus gesehen. “Für das Museum ist das Bild besonders interessant, weil es eine historische Ansicht dokumentiert, die es heute so nicht mehr gibt”, freut sich Museumsdirektor Klaus Hofmann. Beispielsweise sieht man auf dem Gemälde noch den heute nicht mehr vorhandenen Balkon des Alten Schlosses (heute Sitz der Verwaltungsgenossenschaft Oberes Sprottental) und den Vorgängerbau der heutigen Kindertagesstätte Nöbdenitz.

Das Ölgemälde malte der langjährige Nöbdenitzer Landarzt Dr. med. Gerhard Hermann Nordbeck.
Das Ölgemälde malte der langjährige Nöbdenitzer Landarzt Dr. med. Gerhard Hermann Nordbeck.

Gemalt hat das Bild Dr. med. Gerhard Hermann Nordbeck (1894–1970), der bis 1954 als Landarzt in Nöbdenitz lebte. Er kam 1923 mit seiner ersten Frau Carola, geborene Eichhorn, nach Nöbdenitz und ließ um 1926/27 das Gebäude errichten, das auch heute noch die Nöbdenitzer Arztpraxis mit Wohnhaus beherbergt. Nachdem seine Frau 1945 gestorben war, heiratete Nordbeck 1950 Helga Zwiener, geschiedene Heine, die Mutter von Dieter Heine. In Absprache mit seinen Stiefgeschwistern entschied Heine sich dafür, das von Nordbeck angefertigte Gemälde dem Museum Burg Posterstein zu übergeben. Der Museumsverein Burg Posterstein dankt herzlich dafür.

Das Nöbdenitzer Schloss um 1938/40 und heute.
Das Nöbdenitzer Schloss um 1938/40 und heute.

Die vom Teehaus am Nöbdenitzer Teich (2006 vom Ortsverschönerunsgsverein Nöbdenitz rekonstruiert) gemalte Ansicht stellt eine wunderbare Ergänzung der Dauerausstellung des Museums dar, die in diesem Jahr weiter überarbeitet werden soll. Nach der Ausstellung über den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744–1824) im vergangenen Jahr sollen auch Thümmel und Nöbdenitz einen prominenteren Platz in der Ausstellung zur europäischen Salongeschichte erhalten. Thümmel ließ auf seinem Landsitz in Nöbdenitz nicht nur einen weithin bekannten englischen Garten anlegen, sondern wählte die 1000-jährige Eiche als seine außergewöhnliche Grabstätte. Das Museum Burg Posterstein veröffentlichte 2016 die bisher umfangreichste Biografie Thümmels und bietet auf Voranmeldung Führungen zur 1000-jährigen Eiche und zum Rittergut Nöbdenitz an.

Zum Weiterlesen: Hans Wilhelm von Thümmel: Der Mann unter der 1000-jährigen Eiche