#Kinderburg: Warum glaubten die Ritter an Geister?

Der 6-jährige Sean möchte wissen, warum Ritter an Geister glaubten. Die Postersteiner Burggeister Posti und Stein wagten sich auch an dieses große und schwierige Thema:

Den Glauben an Geister gibt es wohl schon so lange, wie es die Menschen gibt. Passieren Dinge, die sich ein Mensch nicht leicht erklären kann, macht er übernatürliche Mächte dafür verantwortlich: Götter, Geister, Dämonen oder andere Gestalten. So war das bei den Rittern im mittelalterlichen Europa auch.

Burg Posterstein im Nebel: Früher erklärten sich die Menschen solche Naturereignisse oft mit Aberglaube.
Burg Posterstein im Nebel: Früher erklärten sich die Menschen solche Naturereignisse oft mit Aberglaube.
Stell dir eine Burg im Winter vor: Der Wind pfeift durch die alten Mauern, es ist kalt und dunkel – und nur eine Kerze erleuchtet die Dunkelheit. War das eine Maus, die da geraschelt hat? Kein Wunder, dass früher viele Menschen an Gespenster glaubten. Solche Geister konnten einen guten oder einen schlechten Charakter haben. Sie brachten Glück oder Unglück.

Die mittelalterlichen Ritter in Europa waren alle Christen. Sie glaubten, wie viele Christen auch heute noch, an Gott, den Himmel, aber auch an die Hölle. Geister finden durchaus in diesem Glauben Platz. Ein guter Geist war für die Ritter der „Heilige Geist“, der von Gott kam. Böse Geister hingegen schickte der Teufel. Diese nannte man im Allgemeinen „Dämonen“.

Schon die Vorfahren der Ritter glaubten an Gespenster. Es gibt viele Naturereignisse, die wir heute mit moderner Wissenschaft erklären können. Die Ritter hatten diese Möglichkeiten nicht und ihre Bildung bezog sich vor allem auf das Wissen, das sie im Alltag brauchten.

Gespenster erklärten sich die Ritter durch „Aberglaube“. Das heißt so viel wie „Irrglaube“. Mit dem Wort „Glaube“ ist dagegen die Lehre der christlichen Kirche gemeint, der es nicht gefiel, wenn die Menschen durch Glücksbringer oder Rituale versuchten, Geister zu vertreiben. Schließlich sollten sich die Ritter und alle Christen für ihr Wohlbefinden an Gott wenden.

Aberglaube gibt es übrigens auch heute noch. Wenn du zum Beispiel drei Mal auf einen Tisch oder ein Stück Holz klopfst, um etwas Schlechtes abzuwehren, dann ist das Aberglaube. Oder wenn du ein Glückskuscheltier hast, das dir bei schweren Aufgaben hilft und Glück bringt, dann ist das auch Aberglaube. Und wir wissen doch alle, manchmal hilft uns der Gedanke an solche Glücksbringer auch, nicht wahr?

Und manche „gute Geister“ wie uns, die Burggeister Posti und Stein, gibt es ja schließlich auch!

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