Junge Kreative beschäftigen sich mit der Postersteiner Sammlung Welker beim Kultur-Hackathon „Coding Da Vinci“ in Leipzig

Eine Minite Zeit blieb zunächst, die Sammlung Welker den 140 Teilnehmern des Hackathons zu präsentieren. Später gab es für Interessierte ausführlichere Vorträge.
Eine Minute Zeit blieb zunächst, die Sammlung Welker den 140 Teilnehmern des Hackathons zu präsentieren. Später gab es für Interessierte ausführlichere Vorträge.

Am Wochenende vom 14./15. April 2018 startete in der Universitätsbibliothek Leipzig der deutschlandweit größte Kultur-Hackathon „Coding Da Vinci“. Der Hackathon, eine Wortschätzung aus „Hacken“ und „Marathon“, hat nichts mit unerlaubtem Stehlen von Daten zu tun. Umgekehrt, es geht darum, dass kreative Menschen aller Branchen – Programmierer, Entwickler, Designer, Wissenschaftler – gemeinsam an Kulturprojekten arbeiten.

Ihre Arbeitsgrundlage bilden im Internet frei zugängliche Daten von hoher Qualität, die Kulturinstitutionen wie Museen, Bibliotheken und Archive zur Verfügung stellen. Insgesamt nahmen rund 40 Einrichtungen mit digitalisierten Sammlungen teil – von Ton-Aufnahmen bis hin zu Bildern, Datenbanken, Texten und Filmen. Die Daten, auch aus den Vorjahren, sind hier einsehbar.

Als schönes, wildes Pferd stellte Ernst Welker Wilhelmine von Sagan, die älteste Tochter der Herzogin von Kurland dar.
Als schönes, wildes Pferd stellte Ernst Welker Wilhelmine von Sagan, die älteste Tochter der Herzogin von Kurland dar.

In den nächsten Wochen sollen spielerische Anwendungen zur Postersteiner Sammlung Welker entstehen

Das Museum Burg Posterstein stellte in Leipzig seine Sammlung Welker vor, die 47 farbenfrohe Portraits von Gästen der Herzogin von Kurland in ihrem Löbichauer Salon enthält. Die Zeichnungen fertigte 1819/20 der Maler Ernst Welker an, der als Zeichenlehrer und Erzieher der Enkelin der Herzogin zwei Sommer in Löbichau und Tannenfeld verbrachte. Die Enkelin, die später bekannte Schriftstellerin Emilie von Binzer, bewahrte die Zeichnungen zeitlebens auf und beschrieb sie in ihrem Erinnerungsbuch „Drei Sommer in Löbichau“ detailliert.

Gleich mehrere Teams junger Kreativer beschäftigen sich in den nächsten Wochen mit der Sammlung Welker.
Gleich mehrere Teams junger Kreativer beschäftigen sich in den nächsten Wochen mit der Sammlung Welker.

Spontan entschieden sich am Wochenende gleich mehrere Teams junger Menschen, mit dieser Sammlung zu arbeiten. In den nächsten neun Wochen bis zur Projektpräsentation und Preisverleihung am 16. Juni kleine Spiele und Webanwendungen entstehen. Die Ideen reichen von einem Persönlichkeitstest über Puzzle und animiertes Wimmelbild bis hin zum ausgefeilten Text Adventure-Spiel. Für das Museum wären solche spielerischen Lösungen ein großer Gewinn, helfen sie doch, ein junges Publikum an das Thema europäische Salongeschichte heranzuführen.

Die Entwicklung der verschiedenen Projekte und Ideen können hier im so genannten “Hackdash” mitverfolgt werden. Wer Lust hat, kann sich auch jetzt noch beteiligen.

Die Sammlung Welker ist seit dem Start von Coding da Vinci in hoher Auflösung und mit ausführlichen Informationen zu den historischen Personen auf Wikimedia Commons zu finden.

Die Sammlung Welker ist seit Frühjahr 2018 in hoher Auflösung und mit ausführlichen Infos frei nutzbar auf Wikimedia Commons zu finden.
Die Sammlung Welker ist seit Frühjahr 2018 in hoher Auflösung und mit ausführlichen Infos frei nutzbar auf Wikimedia Commons zu finden.

Coding da Vinci – Der Kultur-Hackathon soll Kultureinrichtungen und Entwickler aller Art zusammenbringen und eine größere Aufmerksamkeit auf die Schätze richten, die in deutschen Kultureinrichtungen schlummern. Die Veranstaltung ist ein Gemeinschaftsprojekt der Deutschen Digitalen Bibliothek, der Servicestelle Digitalisierung Berlin, der Open Knowledge Foundation Deutschland und Wikimedia Deutschland. Ausführliche Informationen gibt es hier.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Ebenfalls über das Kick-off-Wochenende berichten:

Anja Müller, Blog digis: Äpfel, Birnen, Kulturdaten – Coding da Vinci Ost erfolgreich gestartet

Dominik Scholl, Blog Wikimedia: Norden, Süden, Osten, Westen – mit offenen Daten teilt man Kultur am besten

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