Das Angelspiel der “Kinderburg” zum Selbermachen

Zum familienfreundlichen Konzept „Die Kinderburg“ gehört im Museum Burg Posterstein auch das thematisch wechselnde Ferienprogramm in allen Schulferien in Sachsen und Thüringen. In den vergangenen Osterferien ging es um die Frage, was der Fisch mit dem Osterfest zu tun hat und dazu entstand ein überdimensioniertes Angelspiel, bei dem man auch etwas über das Leben auf mittelalterlichen Burgen erfährt. Zum heutigen Thema #PlayMW der internationalen Museumswoche #MuseumWeek teilen wir die Bastelanleitung zu unserem Angelspiel “Fischen für den Burgherrn”.

Unser Angelspiel “Fischen für den Burgherrn” kann man derzeit in der Burg Posterstein ausprobieren.

In den Schulferien wählt das Museumsteam eine Fragestellung aus, die im Ferienprogramm gemeinsam mit den Kindern beantwortet wird. Das sind oft Fragen, die Kinder den Postersteiner Burggeistern Posti und Stein gestellt haben. Im Museum gibt es nämlich seit 2017 die „Helmpost“, einen Papphelm, in den man Fragekärtchen an die Burggeister einwerfen kann. Die Kinder erhalten per Post Antwort auf ihre Fragen und ausgewählte Antworten veröffentlichen wir im Kinderblog.

Auch die Familienausstellung „Die Kinderburg“ baut auf von Kindern gestellten Fragen auf: Wie schwer war eine Ritterrüstung? Wie ging ein Ritter aufs Klo? Und gab es im Mittelalter auch eine Schule? Mit Schatzkarte, Verkleidung und interaktiven Elementen können Familien die Vergangenheit erkunden.

Aber nun zur Sache! Unser Angelspiel “Fischen für den Burgherrn” gibt es auch zum Selberbasteln für zu Hause:

Entgegen der Meinung dieses Fischleins macht das Angelspiel großen Spaß 😉

Bastelanleitung Angelspiel “Fischen für den Burgherrn”

Für das Angelspiel kannst du viele Materialien verwenden, die sonst weggeworfen werden würden: Zum Beispiel alte Pappkartons, Schnüre und Holzstöcke, die im Frühjahr und Herbst oft als Gartenabfälle anfallen. Neu kaufen musst du vermutlich die Magnete.

Du benötigst:

  • 1 großen Karton
  • 2 dünne, lange Holzstöcke
  • 2 dicke Bindfäden (jeder ca. 1 Meter lang)
  • 2 kleine Magneten
  • Schere, Leim, Buntstifte, Malfarben, Klebeband und einen Tacker
  • Zum Herunterladen und Ausdrucken: Die Fische
  • Zum Herunterladen und Ausdrucken: Der Text auf der Rückseite der Fische

Schritt 1: Der Fischteich

Nimm dir einen großen Karton. Klapp den Boden des Kartons zu und klebe ihn mit Klebestreifen zu. Die Pappstreifen am Deckel kannst du einfach mit einer Schere abschneiden. So erhältst du einen großen, offenen Teich, in dem deine Fische „schwimmen“ können! Jetzt kannst du ihn von außen mit Malfarben bunt gestalten.

Schritt 2: Die Angeln

Zum Fischen braucht man natürlich auch eine Angel. Damit du auch einen kleinen Wettkampf mit deinen Freunden oder deine Familie abhalten kannst, benötigen wir zwei Angeln. Gemeinsam macht das Fischen auch viel mehr Spaß!  

Nimm dazu zwei lange, dünne Stöcke. An ein Ende jedes Stockes knotest du einfach einen dicken Bindfaden. Das ist deine Angelschnur. Damit der Faden besser hält, kannst du ihn einige Male um den Stock wickeln oder ihn mit etwas Leim festkleben. Damit die Fische auch anbeißen, musst du an das lose Ende dieser Bindfäden einen kleinen Magneten befestigen. Ein Tipp: Diese kleinen Magneten gibt es oft für wenig Geld in Gardinen- oder Bastelläden zu kaufen. Ist das Knoten zu schwer? Keine Sorge! Lass dir einfach von einem Erwachsenen helfen!

Die Forelle lebt in unserer Region vor allem in klaren Bächen und Flüssen. Sie gehört zur Familie der
Lachsfische und wird gern verspeist. Diese Forelle ist 1 Punkt wert!

Schritt 3: Die Fische

Die Fische kannst du dir hier herunterladen, ausdrucken und einfach auf weißem, dickem Karton ausdrucken und bunt ausmalen. Am Schluss kannst du die Fische grob ausschneiden.

Den kleinen Text mit Name des Fisches und Punktzahl druckst du ebenfalls aus. Dann schneidest du den Text als Streifen aus und klebst ihn auf die Rückseite der Fische. So weißt du immer, was du gefangen hast und wie viele Punkte das Tierchen dir bringt. 

Zu empfehlen ist, mehr Fische mit niedriger Punktzahl zu basteln, als Fische mit hoher Punktzahl.

Unser Tipp:

Nimm 3 Flusskrebse, 3 Rotaugen, 3 Forellen, 2 Hechte, 2 Karauschen, 2 Lachse, 2 Karpfen, 2 Heringe, 1 Barsch, 1 Zander und 1 x Lapidus, das Teichmonster. Damit sollte dein Fischteich gut gefüllt sein!

Oh nein! Es ist Lapidus, der Schrecken der mittelalterlichen Teichwirtschaft! Aus dem Nichts taucht er auf und ist hungrig. Er frisst alle deine gefangenen Fische auf und verschwindet in den Tiefen des Teiches. Jetzt musst du mit 0 Punkten weitermachen. Wie ärgerlich!

Zum Schluss tackere zwei Heftklammern an das Maul jedes Fisches. Damit kannst du ihn mit dem Magneten angeln! Wirf die Fische bunt gemischt in deinen Teich und der Angelspaß kann beginnen!

Spielanleitung 

Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten.

Wer für den Burgherrn fischte, wurde für jedes gefangene Tier belohnt (z. B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen wie die Burg Posterstein besaßen Fischteiche. Diese befanden sich oft in den Tälern und Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche dich auch im Angeln!

Jeder Fisch in unserem Postersteiner Teich ist Punkte wert! Aber Vorsicht! Es wird von einem großen Teichmonster berichtet, das dort ebenfalls sein Unwesen treiben soll!

Wirf deine Angel fünf Mal aus! Wie viele Punkte konntest du angeln?

Wie der Lachs gehörte der Karpfen zu den beliebtesten Zuchtfischen im Mittelalter. Auch heute
kommt er noch gern auf den Teller. Der Karpfen bringt dir daher stolze 2 Punkte ein!

Wenn du dein eigenes Angelspiel gebastelt hast, freuen wir uns, wenn du uns ein Foto davon schickst! Schreib zum Beispiel einfach eine E-Mail an unsere Burggeister Posti und Stein!

Weil das Angelspiel recht gut aus Rest-Materialien wie Pappkartons und Naturmaterialien gebastelt werden kann und zum nebenbei noch ein wenig Wissen über Tiere vermittelt, wollen wir es gern mit der nachhaltigen Linkparade “einfach. nachhaltig. besser. leben.” teilen. Und wer weiß, vielleicht fallen dir für dein eigenes Angelspiel noch mehr Upcycling-Ideen ein, durch die du quasi alten Dingen ein neues Leben schenken kannst!

    4 Antworten auf „Das Angelspiel der “Kinderburg” zum Selbermachen“

      1. Hallo Wolfgang,
        ja, ich hatte sogar ein ganz altes, das meine Eltern schon hatten. Es war aus Pappe, die Fische auch und ich erinnere mich, dass dann neue dazu gebastelt wurden und einfach mit dem Tacker geklammert wurden, damit sie magnetisch waren. Eigentlich ein ganz simples Prinzip, macht aber auch heute noch großen Spaß. Fürs Museum haben wir die Fische noch mit ein paar historischen Infos versehen, z.B. dass der Hering als Seefisch im Mittelalter in Thüringen nur importiert werden konnte, usw.
        Viele liebe Grüße,
        Marlene

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