#Kinderburg Oster-Quiz Teil 4: Schafe fürs Leben – Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?

Quiz: Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?
Quiz: Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 4. Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1hier zu Aufgabe 2 und hier zu Aufgabe 3)
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Osterzeit – Essenszeit?

Wir sind nun im Gerichtszimmer der Burg Posterstein angekommen. Hier wurde allerdings nicht gegessen, sondern Recht und Ordnung gesprochen! Oft wurde in diesem Raum über Erbschaften und Vormundschaften, also über die Fürsorge für ein Kind oder einen Erwachsenen, verhandelt. Und natürlich war auch die Einhaltung der Dorfordnung wichtig! Wer sich nicht an die Verordnungen hielt, musste meist Strafen zahlen oder sogar ein paar Tage im Verlies der Burg unter dem großen Burgturm verbringen. Allerdings wurde hier auch über schwere Verbrechen verhandelt. Das kam zum Glück aber nur selten vor.

Schaf Wendelin möchte Dir viel lieber vom Essen erzählen! Denn auch das unterlag zu Ostern strengen Regeln. Vor einem so wichtigen Fest sollten schon zu Zeiten der Ritter alle Christen fasten. Fasten heißt, dass man auf bestimmte Lebensmittel, Getränke oder Tätigkeiten verzichtet. Vor Ostern sogar 40 Tage lang! Deshalb nennt man diese vorösterliche Fastenzeit „Quadragesima“, was auf Latein „40“ bedeutet.

Schaf Wendelin im Gerichtsraum der Burg – natürlich kommt Wendelin nicht auf den Teller!

Die Ritter im Mittelalter hielten sich streng an diese Regeln. Ab „Aschermittwoch“, dem Tag nach Fasching waren Fleisch, Wein, Eier und Käse bis Ostersonntag verboten! Nur Kinder, schwangere Frauen, Alte und Kranke mussten sich nicht daran halten. Allerdings galt Fisch bei den Rittern nicht als Fleisch. Und so kam das schmackhafte Tier vor allem am Karfreitag auf den Tisch. Aber auch an jedem anderen Freitag sollten Christen kein Fleisch essen. Mit diesem Verzicht wollten sie dem Tod Christi am Kreuz gedenken.

Am Ostersonntag war die Fastenzeit zu Ende! Nach 40 Tagen konnte nun endlich wieder ordentlich gegessen und getrunken werden. Sehr zum Unmut unseres kleinen Wendelins kam da wahrscheinlich auch oft Lammbraten auf den Tisch. Aber keine Sorge! Schaf Wendelin wird nicht auf dem Teller enden.


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 3: Schafe fürs Leben – Was steht über das Lamm in der Bibel?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

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Das Lamm in der Bibel

Schaf Wendelin führt Dich nun ins Herz der Burg Posterstein. Aus einem der alten Bücherschränke hat es für unsere Osterferien-Tour eine uralte Bibel ausgesucht.
Die Bibel ist die Heilige Schrift der Christen. Sie besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Nach ihren Texten wurde auch der Zeitpunkt für das Osterfest festgelegt. Denn anders als Weihnachten, das immer am 25. Dezember gefeiert wird, ist Ostern ein „bewegliches“ Fest. Ostersonntag fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Auch diese etwas seltsam anmutende Rechnung stammt aus der Bibel. Jesus Christus starb am jüdischen Pessach-Fest und auch dieses findet im Frühling statt.
Das Lamm wird in der Bibel meist als Opfertier beschrieben. Oft wird Jesus Christus auch als das „Lamm Gottes“ bezeichnet, weil er am Kreuz starb und mit diesem Opfer die Christenheit erlöste. In vielen christlichen Bildern sind daher Schafe oder Lämmer dargestellt, die eine Siegesfahne tragen. Man könnte es vielleicht auch so sagen: Jesus ist als Opferlamm für die Christenheit gestorben und hat durch seine Auferstehung den Tod besiegt. Das Lamm ist damit ein Symbol des Lebens.

Schaf Wendelin auf einer sehr alten Bibel.

Die Bibel, die unser Schaf Wendelin für Dich ausgesucht hat, wurde vor über 200 Jahren in Nürnberg gedruckt. Auch sie enthält das Alte und Neue Testament. Aber anstelle von Zahlen, wie wir sie kennen, finden wir hier Buchstaben, die verraten wie alt das Buch ist. Diese Buchstaben sind römische Zahlen. Jeder Buchstabe ist dabei eine bestimmte Zahl wert. Rechnet man die einzelnen Werte zusammen, erhält man die Jahreszahl.

Ein M steht dabei für 1000, D für 500, C entspricht 100, L wäre 50, X ist die 10, V steht für 5 und I für eine 1. Das klingt nach einer lustigen Rechenaufgabe!


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 2: Schafe fürs Leben – Welches ist das wichtigste christliche Fest?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 2. Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1) Dann schau Dir das Video an oder lies Dir den Text durch, dann kannst Du die erste Frage ganz bestimmt lösen!

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Wohin ging ein Ritter zu Ostern?

Wie Du schon jetzt sehen kannst: Ostern hat viel mit Kirche und christlichem Glauben zu tun. Deshalb nimmt Dich Schaf Wendelin als nächstes mit in die alte Kapelle, dem früheren Raum für Gottesdienste der Bewohner der Burg Posterstein. Heute zeigt das Museum hier oft Ausstellungen über Geschichte oder Kunst. Vor ungefähr 400 Jahren betete hier aber der Burgherr. Besonders schön ist die sogenannte „Kassettendecke“ über dem alten Altarbereich des Raumes. Die Decke heißt so, weil sie in viele kleine Kästen (Kassetten) unterteilt ist. Früher war sie einmal blau angestrichen und sah aus, wie ein Himmel.

Schaf Wendelin vor der Kassettendecke in der Galerie der Burg Posterstein.

Tatsächlich ist Ostern das wichtigste Fest im Christentum. Noch wichtiger als Weihnachten. Und das war schon zu Zeiten der Ritter so. Denn an diesem Fest wird die Auferstehung Jesu gefeiert. Jesus Christus ist für die Christen der Sohn Gottes. Zu Weihnachten feiern viele Menschen in der Welt seine Geburt. An Ostern gedenken sie seinem Tod und seiner Auferstehung.

Ostern ist ein ziemlich gefühlvolles Fest für Christen. Man könnte sagen, dass die Stimmung zweigeteilt ist. Ein wichtiger Tag ist „Gründonnerstag“. Das hat aber nichts mit der Farbe grün zu tun, sondern kommt vom alten Wort „grienen“, was so viel heißt wie weinen. An dem Tag trafen sich Jesus und seine Jünger zum letzten gemeinsamen Abendmahl. Danach wurde Jesus verhaftet und zum Tod am Kreuz verurteilt.
Am „Karfreitag“ starb Jesus schließlich am Kreuz. Das „Kar“ im Karfreitag oder der Karwoche vor Ostern steht dabei für das Wort „Trauer“.

In den Namen “Gründonnerstag” und “Karfreitag” stecken alte Worte für Weinen und Trauer.
(Bild: Ausschnitt aus der “Postersteiner Kreuzigung”, einer Kopie nach Lucas Cranach d. Ä. , die in der Kirche Posterstein hängt. Das Original befindet sich in der Sammlung der Kunstsammlung Gera,)

Am Ostersonntag wird aus der ganzen Trauer schließlich Freude. Jesus ist von den Toten auferstanden. Dieses Ereignis wird mit Gottesdiensten und oft mit einem großen Festessen gefeiert. Schon die Ritter gingen an diesem Tag in die Kirche, um die Auferstehung ihres Herrn Jesus Christus zu feiern.

Die Postersteiner Burgherren mussten für Gottesdienste lange Zeit bis in den Nachbarort Nöbdenitz laufen oder reiten. Erst vor ungefähr 450 Jahren ließ der Ritter Tham von Pflugk eine Kirche in Posterstein bauen. Für das tägliche Gebet war der Weg nach Nöbdenitz oft zu weit. Dafür nutzten die Burgbewohner dann ihre kleine Kapelle.


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.

Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Bastelanleitung: Osterkarten zum Ausmalen

Liebe Menschen, die Du zu Ostern nicht persönlich treffen kannst, freuen sich vielleicht über einen Oster-Gruß von Dir. Osterkarten haben eine lange Tradition – vermutlich gibt es ihn bereits seit über 100 Jahren. Die Postesteiner Burggeister Posti und Stein haben euch Osterkarten zum Ausmalen vorbereitet. Das geht so:

So könnte Deine Oster-Karte aussehen
  1. Ladet euch die Vorlagen herunter und druckt sie (am besten auf Karton) aus:
    Vorlage herunterladen
  2. Schneidet das Blatt in der Mitte, an der gestrichelten Linie durch. Dann habt ihr zwei Osterkarten.
  3. Knickt jede Karte genau in der Mitte. Dann kann man sie aufklappen und auf die Innenseite einen Gruß schreiben.
  4. Malt das Motiv bunt aus.
  5. Verschickt die Karte per Post an jemanden, den ihr grüßen wollt. – Oder fotografiert sie und schickt sie per Mail oder WhatsApp 😉

Posti und Stein haben Probe gebastelt – so könnten Deine Karte aussehen! Wenn Du Lust hast, schick uns ein Foto von Deiner Oster-Karte an postiundstein@burg-posterstein.de 🙂


Haben auch Ritter Post verschickt?

Kinderburg - Wie haben Ritter Post verschickt?

Nachrichten zu verschicken war im Mittelalter ziemlich schwierig. Oft dauerte es sehr lange, bis Nachrichten überbracht werden konnten. Einen Brief einfach in den Briefkasten werfen ging leider nicht. 

Deshalb hat Jule aus Buxtehude uns gefragt, wie Ritter Post verschickt haben. Hier beantworten wir diese Frage.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 1: Schafe fürs Leben – Wer ist Wendelin?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 1. Aufgabe? Dann schau Dir das Video an oder lies Dir den Text durch, dann kannst Du die erste Frage ganz bestimmt lösen!

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Hallo! Mein Name ist … Wendelin?

In diesen Osterferien haben sich die Geister der Burg Posterstein, das Gespenst Posti und der Burgdrache Stein, Verstärkung geholt. Das kleine grüne Schaf Wendelin führt Dich diesmal virtuell durch die über 800 Jahre alte Burg und beantwortet mit Dir die Frage: Warum gehört das Lamm zum Osterfest?

Wendelin trägt seinen Namen auch nicht ohne Grund! Benannt ist es nach einem Heiligen der katholischen Kirche: Wendelin von Tholey, dem Schutzpatron der Hirten und Herden, der Bauern und des Viehs. Der heilige Wendelin lebte vor fast 1500 Jahren in der Nähe der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz. Laut Legende war er ein Königssohn aus Schottland oder Irland. Nach einer Wundertat schenkte ihm ein Edelmann eine Zelle (das ist eine Wohnstätte für Mönche oder Einsiedler) in der Nähe der heutigen Stadt St. Wendel im Saarland. Dort verkündigte er den Menschen das Wort Gottes und half ihnen, wenn sie oder ihre Tiere krank wurden. Als der Abt, der Leiter, des nahen Klosters Tholey starb, wählten die dortigen Mönche Wendelin zum neuen Oberhaupt des Klosters. Dort lebte er bis zu seinem Tod.

Viele Tage im Jahr sind christlichen Heiligen gewidmet und nach diesen benannt. Die bekanntesten sind wahrscheinlich St. Nicolaus am 6. Dezember oder Silvester am 31. Dezember. Der Gedenktag des heiligen Wendelin ist in Deutschland am 20. Oktober. Auf Gemälden wird Wendelin oft als Hirte mit Schafen und Schweinen dargestellt.

Schaf Wendelin vor der Burg Posterstein – im digitalen Osterferien-Programm nimmt es Dich mit in die Burg.

Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

Bastel-Anleitung Klammer-Schaf Wendelin & Schnapp-Drache

Tutorial Klammer-Schaf
Tutorial Klammer-Schaf

Die Burggeister Posti und Stein aus der Burg Posterstein laden Dich zum Basteln ein! Die Osterferien stehen vor der Tür und was passt da besser, als ein kleines, anhängliches Klammerschaf! Es eignet sich perfekt als Notizenhalter, Lesezeichen oder um die losen Zettel auf dem Schreibtisch zusammen zu halten. Vielleicht soll es sogar ein kleines Ostergeschenk werden?

Warum heißt dieses Schaf Wendelin?
Das kleine grüne Schaf Wendelin führt Dich demnächst virtuell durch die Burg Posterstein und beantwortet mit Dir die Frage: Warum gehört das Lamm zum Osterfest? Wendelin trägt seinen Namen nicht ohne Grund! Benannt ist es nach einem Heiligen der katholischen Kirche: Wendelin von Tholey, dem Schutzpatron der Hirten und Herden, der Bauern und des Viehs.

Wenn Dir der Sinn nicht nach einem Schaf steht, kannst Du es natürlich auch mit einem Schnapp-Drachen probieren. Versucht es einmal! Es ist ganz einfach!

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Keine Lust zu lesen? – Hier kommt die Video_Anleitung.

Das brauchst Du dazu:

Das sind die Zutaten für Dein Klammer-Schaf Wendelin.

Schritt 1

Druck Dir die Bastelvorlage für das Klammer-Schaf oder den Schnapp-Drachen aus. Am besten nimmst Du etwas dickeres Papier oder einen weißen Karton dazu. Lass Dir einfach von einem Erwachsenen dabei helfen.

Hier sind die Druckvorlagen:
Klammer-Schaf Wendelin
Schnapp-Drachen der I.
Schnapp-Drachen der II.

Oder willst Du Dein ganz eigenes Tier erschaffen? Kein Problem! Nutze Deine Wäscheklammer einfach als Maß für die Länge des Tieres und zeichne los!

Schritt 1 - Tutorial Klammer-Schaf basteln
Schritt 1: Ausdrucken

Schritt 2

Ausmalen was das Zeug hält! Klassisch weiß oder knallig rot? Gestalte Dein Schaf so, wie Du es für richtig hältst. Im Frühling blüht die Natur auf und färbt sich bunt. Da kann auch Dein Klammer-Schaf gelb, grün, blau oder mit Muster versehen werden. Unser Beispielschaf wird grün, wie auch Schaf Wendelin, das Dich in diesem Jahr virtuell durch unser Osterferien-Programm führen möchte!

Schritt 2 - Tutorial Klammer-Schaf basteln
Schritt 2: Ausmalen

Schritt 3

Ist Dein Schaf schön bunt, schneide Ober- und Unterteil mit einer Schere grob aus. Der Feinschliff kommt später.

Schritt 3 - Tutorial Klammer-Schaf basteln
Schritt 3: Grob ausschneiden

Schritt 4

Kleb die beiden Hälften des Schafs mit einem Leimstift auf das Buntpapier. Dadurch wird das Klammer-Schaf etwas dicker und robuster. Praktisch ist auch, dass die Innenseiten dadurch eine schöne, gleichmäßige Farbe bekommen. So wird das Schaf am Ende noch besser aussehen.

Schritt 4 - Tutorial Klammer-Schaf basteln
Schritt 4: Auf Buntpapier kleben

Schritt 5

Schneide beide Teile nun fein aus. Das kann an manchen Stellen etwas schwierig werden. Ein Tipp: Wenn Du die Bilder vorher noch einmal grob ausschneidest, wird der Feinschnitt leichter. Und wenn es mal gar nicht klappen will, bitte einfach einen Erwachsenen um Hilfe.

Schritt 5 - Tutorial Klammer-Schaf basteln
Schritt 5: Der Feinschnitt

Schritt 6

Zum Schluss müssen beide Hälften nur noch mit Leim an die Wäscheklammer geklebt werden. Pass auf, dass sich der Kopf des Tieres auf der Seite der Klammer befindet, die sich öffnet! Klebt Ober- und Unterteil so auf, dass sich die Buntpapierseite an der Klammer befindet. Am besten eignet sich hier flüssiger Leim zum Kleben. Drück beide Hälften gut an und lass das Ganze dann ein paar Minuten trocken. Und …

Schritt 6 - Tutorial Klammer-Schaf basteln
Schritt 6: Ankleben

… Fertig! Jetzt kannst Du nach Herzenslust Losheften!

Idee zum Weiterbasteln: Notizbrett mit Klammer-Tieren

Du hast noch nicht genug gebastelt? Wir haben noch weitere Ideen:

Notizbrett mit Klammer-Tieren: Aus mehreren Klammer-Tieren kannst Du auch ein schönes Notizbrett machen. Dazu benötigst Du nur eine kleine Holzleiste. Auf diese kannst Du deine Schnapp-Schafe am Ende aufkleben und viele Notizen auf einmal anbringen. Aber Vorsicht! Wenn das Brett Löcher zum Aufhängen haben soll, frag unbedingt einen Erwachsenen! Mach so etwas nicht allein! Dir wird bestimmt gern jemand helfen!

Notiz-Leine mit Klammer-Tieren: Willst Du kein festes Notizbrett, dann kannst Du ganz einfach auch eine Schnur spannen und daran Deine Klammer-Tiere z.B. Deine selbst gemalten Bilder festhalten lassen.

Klammer-Schaf & Schnapp-Drachen – Galerie

Hier zeigen wir Eure Werke:

Der Fotograf Karl-Heinz Rothenberger im Interview zur Online-Ausstellung “Landschaft nach der Wismut”

Wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Kombination Arzt und Fotograf? Was reizt Sie zu fotografieren und wie arbeiten Sie? Kannten Sie die Geschichte des ostdeutschen Uranbergbaus, bevor Sie dieses Fotoprojekt in Angriff nahmen? Was war letztlich Ihre Motivation? Diese und ähnliche Fragen beantwortet der Fotograf Karl-Heinz Rothenberger in diesem Interview mit Museumsdirektor Klaus Hofmann – Teil 2 unserer mitwachsenden, digitalen Begleitausstellung “Landschaft nach der Wismut”.

Karl-Heinz Rohenberger im Gespräch mit Direktor Klaus Hofmann
© Foto: Gunter Auer, Screenshot aus dem Video der Vernissage

Wie kam es zu dieser außergewöhnlichen Kombination Arzt und Fotograf?

Karl-Heinz Rothenberger:
„Ein Arzt, der kein Künstler ist, ist auch kein Arzt“. Dieses Zitat von Curt Goetz trifft den Nagel auf den Kopf, man denke nur an Carl Gustaf Carus, Anton Tschechow, Conan Doyle und viele mehr. Natürlich ist für ein Berufsleben die ärztliche Kunst alleine schon erfüllend.

Mein Vater schenkte mir mit 14 Jahren die erste Kamera. In der Schule dann der Fotokurs mit der Beschäftigung in der Dunkelkammer und die erste schuleigene Spiegelreflexkamera Pentacon F (VEB Zeiss Ikon Dresden). Bei der Frage Medizinstudium  oder Fotografenlehre entschied ich mich für ersteres.

Sie haben seit 1967 verschiedene Fotoprojekte realisiert. Meist ist Ihre Sicht  dokumentarisch. Was reizt Sie zu fotografieren und wie arbeiten Sie? Welche fotografischen Mittel und welche Technik wenden Sie an?

Am Anfang steht immer die Neugier, den Blick zu schärfen und das Gesehene festzuhalten, anderen Menschen meinen subjektiven Blick durch das Objektiv zu ermöglichen. Ich arbeite in analoger Technik mit der Kleinbildsucherkamera (Leica) in Schwarzweiß.

Was war bisher für Sie Ihr interessantestes Fotoprojekt? Wo haben Sie schon ausgestellt?

Mensch und Technik faszinieren mich ähnlich wie Natur und Kultur.

Über viele Jahre habe ich neben der Wismut alle Wartungen und Arbeitsschritte von Kernkraftwerken und jetzt den Rückbau beobachtet.

Über 100 Ausstellungen vom Pergamon Museum in Berlin bis zur Burg Posterstein zeigen meine Themenvielfalt auf.

Zu Ihrer Ausstellung im Museum Burg Posterstein – Sie zeigen von der Wismut geformte Landschaften auf eindrucksvollen Fotografien. Kannten Sie die Geschichte des ostdeutschen Uranbergbaus, bevor Sie dieses Fotoprojekt in Angriff nahmen? Was war letztlich Ihre Motivation?

Das Fotoprojekt startete anlässlich einer Führung im Jahre 1998, die mir Zugang zur Geschichte gewährte. Eine faustisch anmutende Veränderung der Landschaft die ein Sperrgebiet in eine Erholungslandschaft umwandelt, ist das keine Motivation? Die Bilder sollten auch die Erinnerung bewahren helfen.

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Vernissage im Museum Burg Posterstein am 23. Februar 2020
© Ein Video-Bericht von Gunter Auer, Altenburg

Wie oft waren Sie im Bergbaurevier- und wie liefen die Exkursionen ab?

Großer Dank gilt der Wismut und den mich begleitenden Mitarbeitern. Ich durfte das gesamte Gelände besuchen und lernte viel über die Geschichte, menschliche Schicksale, Bergbau, Geologie und Renaturierung. Insgesamt konnte ich das Bergbaurevier sechzehnmal besuchen, zuletzt im Oktober 2019.

Was hat Sie besonders beeindruckt und worüber waren Sie besonders schockiert?

Der Mensch erlebt Höhen und Tiefen, schockiert sein ist nicht ziemlich. Nachdenklich werden ist angemessen und könnte helfen aus der Geschichte zu lernen.

Wollen Sie die Serie in Zukunft noch fortsetzen?

Ja, sehr gerne.

Herzlichen Dank für das Gespräch.

#Kinderburg: Spiel das große Mascher-Marchen-Memo!

Finde die Paare! Diese Mädchen und Frauen saßen vor 150 Jahren dem Maler Friedrich Mascher Modell. In ihren schönsten Kleidern – der Altenburger Bauerntracht.

Mascher-Marchen-Memo für Einsteiger:

Mascher-Marchen-Memo für Fortgeschrittene:


Was bitte ist eine Marche?

Die Bauern im Altenburger Land hatten ihre eigene Mode: Die Altenburger Bauerntracht. Die Frauen in dieser Tracht nannte man „Marche“. Das Wort kommt vom verbreiteten Name „Mariechen“. Auffällig sah das „Hormt“ aus – eine Art Krone, die nur Jungfrauen aufsetzen durften. Der Mann hieß „Malcher“ (von Melchior) und trug einen kleinen runden Hut.

Kleine Besucherin beim "Marchen-Memo" - "Marchen" hießen im Altenburger Land die Bauersfrauen in Tracht.
In der “Kinderburg”-Ausstellung im Museum Burg Posterstein gibt es das Memo-Spiel ganz analog.

Wer war Friedrich Mascher?

Der Maler Friedrich Mascher zog vor rund 150 Jahren zu Fuß von Bauernhof zu Bauernhof und verewigte die wohlhabenden Hofbesitzer auf Bildern. Er malte seine Portraits in leuchtenden Pastellfarben auf Tapete. Seinen Bildern wird eine hohe Ähnlichkeit nachgesagt. Vermutlich lebte der Wandermaler für Kost und Logie. Seine Mal-Utensilien hatte er stets dabei. Die oft nicht signierten Pastelle Maschers stellen heute ein wichtiges Zeugnis der bäuerlichen Kultur im ehemaligen Herzogtum Sachsen-Altenburg dar.  Der Maler selber starb 1880 unterwegs auf der Landstraße.

Das Spiel gibt’s auch zum Anfassen

Das Mascher-Marchen-Kartenspiel entstand 2016 bei einer gemeinsamen Sonderausstellung zum Maler Friedrich Mascher, die im Museum Burg Posterstein und im Residenzschloss Altenburg zu sehen war. Das Spiel zum Anfassen gibt es übrigens in den Museumsshops in Altenburg und Posterstein.

Die Geschichte des Kurbads Ronneburg

Im ersten Teil unserer mitwachsenden, virtuellen Ausstellung “Landschaft nach der Wismut” widmen wir uns der Grundlage des Uranerzbergbaus im Thüringischen Ronneburg. Kenntnis von den radiumhaltigen Quellen besaßen die Menschen schon im 17. Jahrhundert. Zunächst entstand ein Kurbad.

Grundlage des einstigen Kur- und Badebetriebes im Thüringischen Ronneburg waren radiumhaltige Quellen, von denen man schon seit dem 17. Jahrhundert Kenntnis besaß. Als Hauptquellen galten die Schwefel- und Rosen(Raaßen)quelle und die Eulenhofer Quelle im Brunnenholz, deren Wasser eisen-, magnesium-, calcium- und radiumhaltig ist.

“Abbildung der Stadt Ronneburg im Fürstenthum Altenburg nebst denen nahe dabey befindlichen mineralischen Brunnen, dazu gehörigen Gebäuden, Lusthäusern, Hütten und Spaziergängen nebst dasiger Gegend wie solche von der Mittagsseite gegen Mitternacht anzusehen” (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Im 18. und 19. Jahrhundert entwickelte sich ein reger Kur- und Badebetrieb mit der Anlage von Promenaden, Parkanlagen und dem Bau von Kurhäusern. (1) In seiner Blütezeit war Bad Ronneburg ein bekannter Kurort, in dem drei Badeärzte die Gäste empfingen und ihnen je nach Krankheit Diätvorschriften und medizinische Empfehlungen gaben.

Der Arzt und Mineraloge, Brunnenarzt und Geheime Hofrat Friedrich Gabriel Sulzer stammte aus einer Gothaer Arztfamilie, sein Vater Johann Caspar Sulzer (1716–1799) war Leibarzt und Hofrat bei Herzog Friedrich III. (1699–1772). Friedrich Gabriel Sulzer studierte in Göttingen Medizin und Naturgeschichte. Er promovierte 1768 und bereiste England, Holland und Frankreich. In Gotha beschäftigte er sich neben der Medizin auch mit Tierheilkunde. In Altenburg wirkte Sulzer als Direktor des 1763 gegründeten Hebammen-Lehrinstituts. 1779 wurde ihm das Amt eines herzoglichen Brunnenarztes in Ronneburg übertragen. Bereits 1804 wählte man ihn zum Reisebegleiter und Arzt des kranken Prinzen Friedrich (1774–1825). In Ronneburg setzte er seine Forschungsarbeiten bis ins hohe Alter fort. Als hoch geehrter Bürger Ronneburgs, bekannt mit wichtigen Vertretern seines Fachs und auch mit Johann Wolfgang von Goethe (1749–1832), zählte Sulzer zu den gern gesehener Gästen am Löbichauer Musenhof und wurde Leibarzt der Herzogin von Kurland. Er reiste oft mit ihr, Elisa von der Recke und Tiedge nach Karlsbad, wo er 1813 den verwundeten Theodor Körner (1791–1813) behandelte. (2)

Die Medicin schmeckt selten gut / Den Arzt ein jeder lieben thut“, dichtete der Maler Ernst Welker (1784–1857), Zeichenlehrer der Enkelin Dorothea von Kurlands, um 1819 und zeichnete Sulzer als Medizinflasche. (3) | Die Zeichnung aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein gibt es zum hochauflösenden Download auf Wikimedia Commons.

„Immer bedeutender wurde der Kurort, namentlich unter der vorzüglichen Leitung des Brunnenmedicus Dr. Sulzer, der 1779 fest angestellt wurde. Die herzogliche Kammer kaufte zwei vollständige eingerichtete Häuser in der Friedrichstraße zum Aufenthaltsorte für die Fremden. Im Jahre 1784 wurde das neue Traiteurhaus mit Spiel-, Gast- und Fremdenzimmern und einem großen Saale erbaut. Während man bisher auf den einzelnen Zimmern gebadet hatte, wurde in einem in der Nähe neu angekauften Hause ein vollständiges Badehaus mit Wannen, Douche und Sturzbädern eingerichtet. Das Wasser wurde vermittels Pumpwerk zugeleitet. Einen Begriff von dem großen Verkehr können wir uns machen, wenn wir hören, daß schon nach einigen Jahren dieses Badehaus den daran gestellten Anforderungen nicht genügte und im Jahre 1803 ein neues errichtet werden mußte, zugleich wurde für den Bau hinreichender Stallungen gesorgt […].”

Dr. med. W. Henry Gilbert, 1893 (4)

Hans Wilhelm von Thümmels Einfluss auf das Kurbad

Sowohl Johann Freiherr von Rothkirch und Trach als auch sein späterer Schwiegersohn Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) setzten sich für den Ausbau der Badeanlagen ein. Im Journal des Luxus und der Moden 1797 berichtete ein Redakteur, dass er sich über die Zustände im zu stark ausgelasteten Bad mit Hans Wilhelm von Thümmel unterhalten habe:

„Dieser vortreffliche thätige Mann, welchen die dortigen guten Anstalten schon so viel zu verdanken haben, hat mir die Stelle schon gewiesen, wo noch neue Gebäude theils zu Wohnungen für fremde Badegäste, theils für mehrere Bäder, angelegt werden sollen. Nicht minder wird er auf meinen Vorschlag auch ein kleines Haus in der Nähe der Wohnungen aufbauen lassen, in welchem das Wasser zum Baden für diejenigen gewärmt werden soll, welche gewohnt sind, auf ihren Zimmern in Wannen zu baden.“

Journal des Luxus und der Moden, 1797 (5)
Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (Museum Burg Posterstein)
Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (Sammlung Museum Burg Posterstein)

Unter der Leitung von Hans Wilhelm von Thümmel, „der am Ende des vorigen und Anfang des jetzigen Jahrhunderts so viel zur Verschönerung des Bades beitrug“ (6), entstand 1803 das erwähnte „neue Badehaus“, das „zuerst von der Frau Herzogin Dorothea von Curland bezogen“ wurde.

Vornehme Gäste des Kurbads

„Sein Erdgeschoß ist gewölbt und in ihm finden sich vier Bäder in kupfernen und lackirten Wannen, etwas länger und weiter wie im alten und ohne Douchevorrichtung, an jedem steht ein Ankleidezimmer und eine Ottomane für den Fall, daß man nach dem Bade etwas ruhen wollte. Das kalte Wasser geht durch Röhren aus den Quellen sogleich und das warme unmittelbar aus den Pfannen in die Bäder, und der Badende kann diese Röhren öffnen und verschließen und sich also die Temperatur des Wassers selbst dirigiren. Auch in diesem Hause können Fremde 14 sehr gut möblirte Zimmer zur Wohnung erhalten.“

Nachrichten vom Mineralbad zu Ronneburg, 1857 (7)
Anna Dorothea von Kurland
Portrait der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821) aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein

Auch die Gothaer Herzöge nutzten das Kurbad Ronneburg. Nicht nur Herzog August Emil Leopold (1772–1822) blieb hier 1818 mehrere Wochen. (8) Schon sein Großvater Friedrich III. (1699–1776) versuchte hier sein Gichtleiden zu kurieren und hielt sich beispielsweise 1769 mehrere Monate dort auf. Eine zeitgenössische Zeitschrift berichtete:

Friedrich III. Herzog von Sachsen-Gotha, findet so viel Vergnügen an den Gesundbrunnen zu Ronneburg, daß er mit einem ansehnlichen Gefolge den 13. Jun. von Gotha dahin abgereiset ist, welchem der Erb-Prinz, die Erbprinzeßin nachgefolget sind. Er ist den ganzen Sommer über bey leidlicher Gesundheit daselbst geblieben, und allererst den 5. Sept. von Ronneburg wieder abgereiset. Es hat diese Zeit über daselbst nicht an mancherley Lustbarkeiten gefehlt, sonderlich als sich der Englische Herzog von Gloucester etliche Tage daselbst aufhielte. Es hat sich auch der Prinz August aus Holland und andere Personen vom Hochfürstl. Hause eine Zeitlang allda befunden.“

Fortgesetzte Neue Genealogisch-historische Nachrichten von den Vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den Europäischen Höfen zugetragen,worin zugleich vieler Stands-Personen Lebens Beschreibungen vorkommen, 1771 (9)

Auf ihrer Italienreise 1771/72 trafen Prinz August (1747–1806) und Thümmel auch den erwähnten William Henry, Herzog von Gloucester und Edinburgh (1743–1805), Neffe Friedrich III. von Sachsen-Gotha-Altenburg, in Florenz wieder. (10)

 Die Mineralquelle in Ronneburg, Foto um 1900, Sammlung Museum Burg Posterstein
Die Mineralquelle in Ronneburg, Foto um 1900, Sammlung Museum Burg Posterstein

Der Niedergang des Kurbetriebs

Im 20. Jahrhundert folgte der Niedergang des Kurbetriebes bis zur vollständigen Einstellung. Ende der 1940er Jahre begann der Uranbergbau mit systematischer Lagerstättensuche und Abbau bis 1991. Nach der Einstellung des Bergbaus begannen umfangreiche Rekultivierungsmaßnahmen zur Wiederherstellung der zerstörten Landschaft.

Diese Geschichte erzählen wir in den nächsten Teilen der Blogreihe zur virtuellen Ausstellung “Landschaft nach der Wismut”. Wenn Sie selbst historische Fotos und Ansichten des Kurbads besitzen, freuen wir uns, wenn Sie diese digital mit uns teilen.

Text & Recherche: Marlene Hofmann, erschienen im Buch:

“Im Dienste der Ernestiner” – Umfangreiche Biografie Hans Wilhelm von Thümmels:

Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister, Museum Burg Posterstein 2016
168 Seiten, farbig, ISBN 978-3-86104-136-8, 20.00 Euro. Die Thümmelschen Karten sind dem Katalog auf DVD beigelegt.

Erhältlich im Museum, auch per Post. Bestellung via (034496) 22595 oder museum@burg-posterstein.de.


Quellen und Literatur:

( 1 )
Vgl. Dobeneker, R.: Aus der Vergangenheit von Stadt und Pflege Ronneburg, Ronneburg 1899, S. 53f.

(2)
Vgl. Petzsch, Hans Dr. (Hrsg.): F. G. Sulzer – Versuch einer Naturgeschichte des Hamsters, Hannover Berlin-Zehlendorf 1949, S. 135–157.

(3)
Vgl. Museum Burg Posterstein (Hrsg.): Salongeschichten Paris – Löbichau – Wien. Gäste im Salon   der Herzogin von Kurland im Portrait des Malers Ernst Welker, Posterstein 2015, S. 90.

(4)
Gilbert, Dr. med. W. Henry: Der Kurort Ronneburg, Wien Leipzig 1893, S. 12–13.

(5)
Journal des Luxus und der Moden, Jahrgang 12 [Oktober 1797], Badechronik, S. 516–517.

(6)
Becker-Laurich, Dr. Carl A. (Hrsg.): Nachrichten vom Mineralbad zu Ronneburg, Erstes Heft, I. Die Geschichte der Heilquellen von ihrem ersten Bekanntwerden bis in die neueste Zeit, Ronneburg 1857, S. 31.

(7)
Becker-Laurich, Dr. Carl A. (Hrsg.): Nachrichten vom Mineralbad zu Ronneburg, Erstes Heft, I. Die Geschichte der Heilquellen von ihrem ersten Bekanntwerden bis in die neueste Zeit, Ronneburg 1857, S. 50.

(8)
Vgl. Dobeneker, R.: Aus der Vergangenheit von Stadt und Pflege Ronneburg, Ronneburg 1899, S. 53f.

(9)
Fortgesetzte Neue Genealogisch-historische Nachrichten von den Vornehmsten Begebenheiten, welche sich an den Europäischen Höfen zugetragen,worin zugleich vieler Stands-Personen Lebens Beschreibungen vorkommen, Besondere Nachrichten von einigen regierenden Fürsten, 1769,  Teil 109, Leipzig 1771, S. 24.

(10) Thümmel, Hans Wilhelm von: Historische, statistische, geographische und topographische Beyträge zur Kenntniß des Herzogthums Altenburg, Altenburg 1818, zweiter Abschnitt, S. 68.

Derzeit ausschließlich digital: Ausstellungen und Ferienprogramm demnächst virtuell

Während das physische Museum Burg Posterstein voraussichtlich bis 19. April 2020 für den Besucherverkehr geschlossen bleibt, planen wir Ausstellungen und Ferienprogramm virtuell trotzdem stattfinden zu lassen. Ein Kurz-Überblick.

Derzeit ausschließlich virtuell: Das Museum Burg Posterstein

Um Besucher zu schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der Erkrankung COVID-19 zu leisten, können nach aktuellem Stand alle Veranstaltungen, Führungen und Kindergeburtstage bis einschließlich 19. April 2020 leider nicht stattfinden.

Das Museum wird auch alle weiteren geplanten Aktivitäten gegebenenfalls an die jeweilige aktuelle Lage anpassen und per Pressemeldung und auf allen Social Media-Kanälen darüber informieren. Das Museumsteam ist wie gewohnt online für Besucher da und gibt Einblicke in die Ausstellungen, Forschung und tägliche Arbeit.

Mitwachsende, digitale Begleitausstellung

Zur Sonderausstellung “Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger” wird es ab 19. März 2020 eine mitwachsende, digitale Begleitausstellung geben. Die Foto-Ausstellung zeigt Schwarzweißfotografie des Landshuter Fotografen Karl-Heinz Rothenberger. Er hielt vom Uranerzbergbau geformte Landschaften der Region Ronneburg auf eindrucksvollen Fotografien fest. Dreißig Jahre nach dem Ende des Bergbaus zeigt die Ausstellung die ehemaligen Tagebau-Orte von der Rekultivierung über die BUGA 2007 bis heute. In einer Reihe von Blogposts wollen wir uns mit dem Uranerzvorkommen in Thüringen und Sachsen beschäftigen. Dabei starten wir mit der Geschichte des Heilbades Ronneburgs und enden beim aktuellen Stand der Sanierung der WISMUT GmbH.

Kaum vorstellbar, dass hier noch vor einigen Jahren schwere Maschinen Uranerz aus der Erde holten! Heute ist die “Neue Landschaft Ronneburg” ein Landschaftspark. Geschichte und Hintergründe beleuchten wir in unserer mitwachsenden virtuellen Ausstellung zur Fotoausstellung “Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger”. (Foto: Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein)

Die #Schlössersafari virtuell

Die geplante Wanderaustellung im Museum Burg Ranis ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Wir nutzen die Zeit der Museumsschließungen, um mit Fotobegeisterten, Schlösserfans und Hobbyfotografen auf Instagram und Twitter gemeinsam auf virtuelle Schlössersafari zu gehen. In der digitalen Ausstellung zeigen wir ab 29. März 2020 einen Teil der sonst analog ausgestellten Bilder, stellen Instagramer vor und zeigen besondere Schlösser und Orte.

Seit unserer ersten Sonderausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” im Frühjahr 2019 sind auf Instagram weit über 5000 Bilder von sehenswerten Schlössern und Burgen aus der ganzen Welt geteilt worden. Aus der Ausstellung ist ein digital-analoges Vernetzungsprojekt geworden, das Fotofreunde und Kultureinrichtungen miteinander und untereinander verbindet und einander näher bringt. Indem die Ausstellung 2020 auf Wanderschaft geht und weitere gemeinsame Instawalks geplant sind, wird dieses Netzwerk immer stärker, dichter und wertvoller für alle Beteiligten. Zum Konzept #Schlössersafari geht es hier.

Mit der geplanten virtuellen Ausstellung wollen wir die Fotos und die Schönheit der Orte feiern und laden alle herzlich ein, sich mit eigenen, unter dem Hashtag #Schlössersafari geteilten Bildern selbst zu beteiligen.

Ab 29. März 2020 laden wir euch ein, mit uns virtuell auf #Schlössersafari zu gehen.

Schafe fürs Leben: Das digitale Osterferien-Programm

Im Museum Burg Posterstein bietet wir in allen Schulferien ein Ferienprogramm zu immer neuen Themen an. Das Osterferien-Programm “Schafe fürs Leben – Warum gehört das Lamm zum Osterfest” wird in diesem Jahr virtuell auf dem Kinderblog des Museums stattfinden.

Nähere Informationen dazu folgen in Kürze. Ein Bild vom Making-Off haben wir aber schon:

Unser grünes Schaf heißt Wendelin – wie der Schutzheilige der Bauern, Hirten, Landarbeiter und Schäfer. Es führt Kinder und Familien ab 4. April 2020 virtuell durch unser Osterferien-Rätsel.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein