Burg Posterstein erhält mit der Social Media-Aktion #GartenEinsichten den Museumspreis DigAMus Award 2021

Freitag, 15. Oktober 2021, 19.26 Uhr, rauschten digitale Gratulationen in die Postfächer des Museums Burg Posterstein. Der Grund? Die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten erhielt in der Kategorie „Social Media-Aktionen“ den DigAMus Award, einen Preis für digitale Museumsprojekte im deutschsprachigen Raum. Wir freuen uns riesig und danken gleichzeitig allen, die ihre #GartenEinisichten mit uns geteilt haben!

Screenshot der digitalen Preisverleihung des DigAMus Awards
Marlene Hofmann vom Museum Burg Posterstein nahm den DigAMus Award digital in Gestalt eines Roboters (rechts im Bild) entgegen

Vorgeschlagen waren 136 digitale Projekte aus Museen in Deutschland, Österreich, Schweiz und Südtirol. Eine hochkarätige Jury mit Vertreterinnen und Vertretern aus Kultur, Forschung und Museen, darunter der europäischen Online-Bibliothek Europeana sowie der Geschäftsführung des Deutschen Museumsbunds, wählte daraus acht Projekte für die Preise in mehreren Kategorien. Die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten initiierte das Museum Burg Posterstein im Rahmen der gemeinsamen Ausstellungsreihe „Grünes im Quadrat“, an der das Residenzschloss Altenburg, das Lindenau-Museum Altenburg und das Naturkundemuseum Mauritianum beteiligt sind.

Eine Auszeichnung für innovative digitale Museumsprojekte

Der DigAMus Award wurde 2021 zum zweiten Mal an besonders kreative und nachhaltige digitale Museumsprojekte verliehen. Die Preisverleihung fand passend zum digitalen Thema am 15. Oktober 2021 live auf YouTube statt und kann auch nachträglich noch angesehen werden. Dort nahm Marlene Hofmann, im Museum Burg Posterstein verantwortlich für Marketing und Kommunikation, den Preis entgegen. Der Award wird dem Museum nun per Post zugeschickt.

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Die Preisverleihung kann man auch nachträglich auf YouTube ansehen.

Das sind die Gewinnerprojekte: Das Lernspiel „uiivit“ des Johann Jacobs Museum in Bern gewann in der Kategorie „Apps und Games“. Die interaktiven Erklärfilme des Technoseums in Mannheim wurden in der Kategorie „Hybride Angebote“ ausgezeichnet. Die Online-Ausstellung „Ich hasse die Natur“ der Klassikstiftung Weimar gewann in der Kategorie „Website oder Online-Ausstellung“. Die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten des Museums Burg Posterstein gewann in der Kategorie „Social Media-Aktionen“. Der Podcast „Der äthiopische Mantel“ der Villa Freischütz in Südtirol erhielt die Auszeichnung in der Kategorie „Podcasts“. Das digitale Angebot zur Ausstellung „Architektierisch“ des Edwin Scharff Museum in Neu-Ulm bekam den Sonderpreis „Kleines Budget“. Die Ausstellung „Die Stadt“ des Archäologischen Museums in Chemnitz wurde mit dem Sonderpreis „Inklusion und Integration“ ausgezeichnet. Das inklusive Smartphone-Spiel „Neanderthal: Memories“ des Neanderthal Museums in Mettmann gewann den Publikumspreis.

Die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten

„Die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten zur Ausstellungsreihe “Grünes im Quadrat” ist inzwischen die dritte große Social Media-Aktion, die ich für das Museum Burg Posterstein leite. Bereits mit den Projekten #SalonEuropa (2018) und #Schlössersafari (ab 2019) konnten wir viele Erfahrungen darin sammeln, einen digitalen Austausch anzustoßen und uns dadurch nachhaltig und langfristig deutschland- und europaweit vernetzen.“

Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

Dieser Ansatz der nachhaltigen analog-digitalen Kommunikation ist fester Bestandteil des Museumskonzepts, das hier nachgelesen werden kann.

Bei #GartenEinsichten geht es darum, Gedanken, Fotos und Meinungen zu Gärten und dem Gärtnern zu teilen. Beteiligt sind an der Aktion auch das Residenzschloss Altenburg und das Lindenau-Museum Altenburg. Die Mitmach-Aktion läuft noch bis 14. November 2021, genau wie die Gartenausstellung im Museum Burg Posterstein.

Eingereicht wurden bisher nicht nur Fotos, sondern auch Kunstwerke, längere Texte und Gedanken zum Gartenthema. Eine Auswahl ist auf einem Bildschirm in der Postersteiner Ausstellung zu sehen. Wir streben dabei einen Austausch auf Augenhöhe an und wollen ins Gespräch kommen. Ohne die kreativen und engagierten Beiträge der vielen Teilnehmer wäre die Mitmach-Aktion nie so erfolgreich gewesen! Bisher sind über 1100 Beiträge auf Instagram, rund 900 Tweets auf Twitter, fast 200 Facebook-Posts, 21 Videos, 8 Blogposts und 18 Antworten auf unser digitales Formular eingegangen.

DigAMus Award vor der Burg Posterstein
Der DigAMus Award vor der Burg Posterstein

Wir hoffen, dass der Hashtag #GartenEinsichten – ähnlich wie es mit der #Schlössersafari passiert ist – auch nach Ablauf der Aktion weiter für den Austausch rund um Gärten und das Gärtnern genutzt werden wird. Denn so entsteht eine langfristige nachhaltige Vernetzung.

Auf einem Bildschirm in der Sonderschau #GartenEinsichten „Wie der Gärtner, so der Garten“ Gartenkultur im Spiegel der Gesellschaft sehen Besucher eine Auswahl der zur Mitmach-Aktion #GartenEinsichen eingereichten Beiträge
Auf einem Bildschirm in der Sonderschau #GartenEinsichten „Wie der Gärtner, so der Garten“ Gartenkultur im Spiegel der Gesellschaft sehen Besucher eine Auswahl der zur Mitmach-Aktion #GartenEinsichen eingereichten Beiträge

Die Sonderschau schlägt einen thematischen Bogen von den verschiedenen Gartentypen vom Mittelalter bis ins Heute. Ein besonderes Augenmerk liegt aber auf zwei Gartenformen, die das Altenburger Land besonders geprägt haben: Die Gärten der historischen Rittergüter und die für die Region typischen Bauerngärten.

Anhand von historischen Vermessungskarten, die um 1800 entstanden, kann der Besucher einiges über die Geschichte und die längst vergangene Pracht der Gärten und Parks ehemaliger Rittergüter erfahren. Heute ist kaum zu glauben, dass dort Gartengestaltungen mit Grotten, Wasserkünsten oder Gebäude- und Figurenensembles, die einen Hauch von Antike verbreiteten, existierten. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf historischen, noch erhaltenen Bauerngärten. Sie prägen bis heute das Altenburger Land.

Blick in die Sonderschau #GartenEinsichten im Museum Burg Posterstein - mit zwei Gartenstühlen, Rasenteppich und Gartenmotiven
Blick in die Sonderschau #GartenEinsichten im Museum Burg Posterstein – mit zwei Gartenstühlen, Rasenteppich und Gartenmotiven

Instagramer aus der Region zeigen in Fotos ihren Blickwinkel auf die historischen Gärten. Manche dieser Gärten sind noch heute prachtvoll, andere kaum noch als solche erkennbar. Die in der Ausstellung vorgestellten Rittergutsgärten sind auf der Webseite des Museums auf einer Karte markiert und somit für jedermann zu finden. Dadurch können sie eigenständig, zumindest von außen erkundet werden.

Die Ausstellung will zum Nachdenken und zur Diskussion anregen über den Garten als Element unserer Landschaft und über die Frage, wie wir unsere Orte nachhaltig gestalten. Über die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten sind alle dazu eingeladen, an dieser Diskussion teilzuhaben.

Zum Weiterlesen

Hier geht es zum Online-Formular

Hier finden Sie die aktuelle Auswertung der Mitmach-Aktion #GartenEinsichten

Hier finden Sie Informationen zum DigAMus Award

Ausstellung #GartenEinsichten: „Wie der Gärtner, so der Garten“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft

Haben sich Ritter gewaschen?

Zeichnung Ritter in Rüstung mit Seife vor einem Foto der Burg Posterstein

In unserer “Helmpost” in der Familienausstellung “Die Kinderburg” haben wir die Frage gefunden: Haben sich Ritter gewaschen? Das ist eine spannende Frage!

Im Mittelalter ging es nicht ganz so sauber zu wie heute – aber natürlich haben sich die Menschen auch damals gewaschen. Tägliches Duschen mit viel Shampoo, Seife und Deodorant ist aber erst eine sehr neue Entwicklung der vergangenen 100 Jahre, die leider auch Schattenseiten wie Allergien und Waschzwänge hervorgebracht hat.

Ein Vollbad war Luxus

Ein richtiges Vollbad zu nehmen, war für die Bewohner einer Burg mit viel Aufwand verbunden. Eimer voller Wasser mussten vom Brunnen (falls vorhanden!) in die Burg getragen werden. Das kalte Brunnenwasser wurde lange über einem Feuer erwärmt. Dann erst konnte gebadet werden. Das passierte dann natürlich nicht jeden Tag.

Statt einer Badewanne kam oft der sogenannte „Badezuber“ zum Einsatz. Das war eine große Holzbadewanne. Dort konnte sich die ganze Familie waschen. Auf großen Burgen gab es manchmal auch Badestuben mit Dampfbad und Wasserbecken.

Ein Kräuterbad galt schon vor 800 Jahren als Heilmittel bei Erkältungen. Seife kannte man zwar schon, hierzulande war sie allerdings beinahe unbezahlbar teuer. Erst gegen Ende des Mittelalters scheint sich die Herstellung eigener Seifen im Gebiet des heutigen Deutschlands durchgesetzt zu haben. Bis dahin reinigte man sich mit Pottasche und bürstete sich mit Reißig sauber.

Nachgebauter Holzbrunnen auf dem Hof der Burg Posterstein
Der nachgebaute Holzbrunnen auf dem Hof der Burg Posterstein erzählt mit einer integrierten Hörstation, wie die Wasserversorgung auf Höhenburgen funktionierte.

Ein Vollbad nahmen die meisten Bewohner von Burgen im Mittelalter demnach nicht oft. Dennoch wuschen sie sich täglich im Kleinen. In Waschschüsseln konnte man Gesicht und Hände reinigen. Und vor jedem Essen wurde eine Schüssel gereicht, um die Hände zu säubern. Denn gegessen wurde damals mit den Fingern!

Es gab im Mittelalter auch öffentliche Badehäuser, vor allem in großen Städten. Männer und Frauen konnten dort baden gehen, ähnlich wie heute in Schwimmbädern. Um Sauberkeit ging es dabei weniger. Man traf sich, wie schon zu Zeiten der Römer, um sich zu unterhalten. Beim Bader wurden auch die Haare geschnitten und kaputte Zähne gezogen.

Gegen Ende des Mittelalters, im sogenannten „Spätmittelalter“ vor ungefähr 500 Jahren, änderte sich das allerdings. Badehäuser galten als unanständig und das Baden als überflüssiger Luxus. Das Nicht-Baden galt plötzlich als fein. Auch durch Krankheiten, die sich an Orten mit vielen Leuten schneller verbreiten konnten, wurden Badehäuser unbeliebt. Die meisten wurden geschlossen. Und noch 200 Jahre später wechselte man lieber oft die Kleidung, trug viel Parfüm auf oder puderte sich, statt ein ordentliches Bad zu nehmen.

Weitere Informationen:

Arnold, Susanne: Baden und Badewesen im Mittelalter, PDF

Friedrich, Waltraud: Hygiene in einer mittelalterlichen Burg zwischen Ideal und Wirklichkeit, in: Europäisches Burgeninsitut – Einrichtung der Deutsche Burgenvereinigung (Hrsg.): Alltag auf Burgen im Mittelalter, Reihe B: Schriften, Band 10, Braubach 2006, S. 108-113.

Mehr zum Thema gibt’s zum Beispiel im Blog des Historikers Ralf Grabuschnik

Vom Lockdown zur Vernetzung: Wolfgang Stöckers Kunst holt Museen in den öffentlichen Raum

Der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker stellt am 28. September 2021, ab 11 Uhr, vor der Burg Posterstein seine neue Skulptur „Die Postersteiner Stele“ auf. Die Idee dazu entstand im Lockdown: Wolfgang Stöcker dokumentierte zahlreiche geschlossene Museen aus ganz Deutschland fotografisch, darunter auch das Museum Burg Posterstein, das im zweiten Lockdown von November 2020 bis Juni 2021 ganze sieben Monate geschlossen bleiben musste.

Detail der „Postersteiner Stele“ Wolfgang Stöckers mit Aufnahmen aus dem Residenzschloss Altenburg, Schloss Augustusburg in Brühl, Burg Posterstein und dem Stadtmuseum Lindau.
Detail der „Postersteiner Stele“ Wolfgang Stöckers mit Aufnahmen aus dem Residenzschloss Altenburg, Schloss Augustusburg in Brühl, Burg Posterstein und dem Stadtmuseum Lindau.

Die an unterschiedlichsten Orten entstandenen Fotografien vermischt der Künstler miteinander und zeigt sie in Form von Skulpturen, Bildern oder Projektionen im öffentlichen Raum. So kommt es, dass derzeit Detailaufnahmen aus dem Museum Burg Posterstein an Paneelen an Kölner Balkonen hängen – und eben eine Stele auf dem Postersteiner Burgberg aufgestellt wird.

Kulturorte im Lockdown

Für sein Projekt, Kulturorte im Lockdown in den öffentlichen Raum zu holen, erhält Wolfgang Stöcker Fördermittel aus dem Stipendium „Auf Geht´s“ des Bundeslands Nordrhein-Westfalen. Dafür besuchte er seit April unter anderem das Museum Burg Posterstein, das Residenzschloss Altenburg, das Landesmuseum für Vorgeschichte in Halle, das Lembruck-Museum in Duisburg, das Arpmuseum in Rolandseck, das Museum Marta Herford, die Römertherme in Zülpich, Schloss Augustusburg in Brühl, Museum Ludwig in Köln, das Stadtmuseum Lindau und das Kramer-Museum in Kempten.

Wolfgang Stöcker im Juni 2021 bei der fotografischen Dokumentation im Museum Burg Posterstein
Wolfgang Stöcker im Juni 2021 bei der fotografischen Dokumentation im Museum Burg Posterstein

Wolfgang Stöckers Blick auf diese Orte ist untypisch: Selten zeigt er ein Gebäude in seiner Gänze, stattdessen dominieren Raumfluchten, Oberflächenstrukturen, Details und Ornamente. Aus dem Museum Burg Posterstein reisen beispielsweise Fotos des einmaligen Blicks in das historische Treppenhaus des Burgturms und des Details der Büste Wilhelmine von Sagans durch Deutschland.

Mit Fotos bedruckte Holzpanele schmücken einen Balkon in Köln
Ein Foto der Büste Wilhelmine von Sagans aus der Ausstellung im Museum Burg Posterstein hängt noch bis Ende Oktober am Bickendorfer Kreisel in Köln

Neben der Postersteiner Stele (Aufstellung: 28. September 2021) wurden andere Projektionsformen als Pavillons (Bergisch Gladbach, April 2021) oder als Bildtafeln im öffentlichen Raum (Köln Mai bis Oktober 2021) gewählt. Eine weitere Installation von Tafeln samt Videoprojektion ist im November im Außen- und Innenbereich der Römertherme in Zülpich geplant. Andere in der Eifel ursprünglich geplante Aktionen mussten auf Grund der Hochwasserkatastrophe verschoben werden.

Die Postersteiner Stele von Wolfgang Stöcker

Nicht an allen Orten, die Wolfgang Stöcker im Lockdown besucht hat, entsteht ein Kunstwerk im öffentlichen Raum, aber Posterstein ist einer davon. Die Skulptur, die Stöcker „Postersteiner Stele“ nennt, besteht aus mehreren aufeinandergesetzten geometrischen Figuren, die der Künstler wetterfest mit den von ihm aufgenommenen Fotografien beklebt hat. Zu sehen sein werden darauf sowohl ganze Architekturansichten wie auch kleine Detailaufnahmen von Wandstrukturen, Stuck sowie Möbeln, Schnitzereien, Figuren in der Postersteiner Burg, ebenso mehrfach die Holzkonstruktion des dortigen Bergfrieds wie auch Geländer und Bögen im Treppenhaus der Burg.

Wolfgang Stöcker im Juni 2021 vor der Burg Posterstein
Wolfgang Stöcker im Juni 2021 vor der Burg Posterstein

Zusammengesetzt ergeben die Motive eine lebendige optisch-assoziative Mischung von sehr unterschiedlicher Wirkung. Ebenfalls mit Ansichten auf dem Postersteiner Burgberg vertreten sein werden das Museum Marta Herford, Schloss Augustusburg in Brühl, das Museum Ludwig in Köln, das Residenzschloss Altenburg, das Arpmuseum in Rolandseck, das Lehmbruck Museum in Duisburg und das Stadtmuseum Lindau.

Wolfgang Stöcker ist nicht zum ersten Mal in Posterstein

Der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker und die Mitarbeiter des Museums Burg Posterstein lernten sich bereits 2015 über die Social Media-Aktion #kunstputz des Kölner Kultur-Kollektivs „Die Herbergsmütter“ kennen. Denn Wolfgang Stöcker ist vor allem als Betreiber des „Internationalen Staubarchivs“ bekannt, wo er Staubproben aus historischen und kulturellen Orten aller Art auf künstlerisch-philosophische Weise dokumentiert, weiterverarbeitet und interpretiert.

Wolfgang Stöcker 2019 mit einem seiner Postersteiner „Staubschreine“ aus in Wachs gegossenem Staub aus der Burg Posterstein
Wolfgang Stöcker 2019 mit einem seiner Postersteiner „Staubschreine“ aus in Wachs gegossenem Staub aus der Burg Posterstein

2017 und 2018 unternahm Wolfgang Stöcker „Staubexpeditionen“ auf Burg Posterstein und verarbeitete sie zu hochwertiger und ganz und gar nicht staubiger Kunst, was 2019 in einer Ausstellung und dem Lesebuch „Zum Wesen des Staubes“ mündete. Seither besteht ein regelmäßiger Kontakt zwischen Posterstein und Köln – per Facebook, YouTube und E-Mail. – Mal sehen, vielleicht entsteht durch die künstlerische Vernetzung der verschiedenen Orte nun auch eine anderweitige Vernetzung?

von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Was wuchs in einem mittelalterlichen Burggarten?

Mini-Burggarten im Burghof der Burg Posterstein - mit Lavendel, Salbei und Thymian

Auf einer Burg wie der Burg Posterstein lebte im Mittelalter der Burgherr zusammen mit seiner Familie, Knechten, Mägden und Handwerkern. Auf den Feldern außerhalb der Burg arbeiteten die Bauern der Umgebung, die einen Teil ihrer Ernte an den Burgherrn abgeben mussten. Dafür übernahm der ihre Kriegsdienste.

Gemüse, Obst und Kräuter

Der Großteil aller Nahrungsmittel der Burgbewohner wurde selbst angebaut und zubereitet. Supermärkte gab es ja nicht. Aus fernen Ländern kamen kostbare Gewürze nach Europa, die auf der langen Reise nicht verderben konnten. Aber die waren so teuer, dass sich nur sehr reiche Menschen Pfeffer oder Zimt leisten konnten.

Mini-Burggarten im Burghof der Burg Posterstein - mit Lavendel, Salbei und Thymian
Mini-Burggarten im Burghof der Burg Posterstein – mit Lavendel, Salbei und Thymian

Die wichtigsten Gärten einer Burg waren also die, in denen in Flach- und Hochbeeten Würz-, Duft- und Heilkräuter, Gemüse und Blumen, Obst und manchmal auch Wein angebaut wurden. Viele Pflanzen, die hier wuchsen, stammen allerdings aus dem Mittelmeerraum. Über viele Jahrhunderte waren sie zwischen den Völkern ausgetauscht worden und bereicherten nun auch unseren Speiseplan.

Lauch, Rettich, Pastinaken, Mangold und Kohl bildeten die Grundlage für die täglichen Gemüsebreie, Eintöpfe und Suppen. Ihr Geschmack konnte durch Lauch, Zwiebeln und Knoblauch verbessert werden. Dazu aß man Brot und trank Bier, Wein, Wasser oder Säfte. Außerdem wuchsen im Gemüsegarten Bohnen und Erbsen. Als Küchenkräuter wurden z.B. Dill, Kerbel, Bohnenkraut und Petersilie verwendet, aber auch Bockshornklee und Liebstöckel.

Neben Kräutern und Gemüse baute man auch Heilkräuter als Medizin an: Heilziest war ein wichtiges Mittel gegen Kopfschmerzen. Anis half gegen Bauchschmerzen und Koliken.

Beliebte Obstbäume waren Süß- und Sauerkirschen, Äpfel, Birnen und Pflaumen, genauso wie Hasel- und Walnussbäume. Auch Weinreben wurden an geschützten Flächen angebaut.

Der fränkische Kaiser Karl der Große veröffentlichte um 800 eine Verordnung für seine Landgüter, in denen genau geregelt wurde, welche von Nutzpflanzen in den Arznei-, Gemüse- und Obstgärten angebaut werden sollten.

Duft und Schönheit

Das Leben auf der Burg war allerdings unbequem. Die meisten Räume waren dunkel, kalt und zugig. Oft stank es auch stark.

Zeichnung Burgherrin mit Kinn neben einem blühenden Busch
Eine Burgherrin zeigt einem Mädchen die Pflanzen in ihrem Burggarten.

So entstanden im späten Mittelalter Ziergärten, in denen sich der Burgherr, seine Familie und ihre Gäste erholen konnten. Hier war es hell, es gab frische Luft, angenehme Düfte und viele verschiedene Farben. Beliebt waren Salbei und Basilikum. Sehr geschätzt wurden aber auch Akelei, Rose, Lilie und Iris. Neben ihrem Duft und ihrer Schönheit hatten sie auch eine wichtige symbolische Bedeutung. Sie stehen für verschiedene Tugenden der Jungfrau Maria, der Gottesmutter, wie Reinheit, Liebreiz und die Fähigkeit Schmerz zu erdulden.

In der Mitte des Gartens plätscherte ein Brunnen inmitten einer grünen Rasenfläche. Am Rand lud eine Rasenbank zum Verweilen ein. Bäume und Gestelle für Rosen und Weinreben dienten als Schattenspender.

Wie so ein Burggarten aussah, dass wissen wir nur aus Bildern und Texten. Obwohl es noch hunderte Burgen in Deutschland gibt, hat kein Garten die Zeit überdauert.

Ist Gras über die Sache gewachsen?

So ist das, wenn man mit der Natur arbeitet. Sie hat ihren eigenen Kopf. Und alles, was der Mensch sät und pflanzt, muss ständig gepflegt und gehegt werden.

Außerdem verändern sich Gemeinschaften. Nach einigen hundert Jahren wollte keiner mehr auf einer dunklen und zügigen Burg wohnen. Viele Burgherren ließen sich lieber ein Schloss bauen und einen Park anlegen. – Aber das ist eine andere Geschichte.


Die Frage hat uns Christiane Nienhold vom Blog Christianes Landkultur beantwortet. Herzlichen Dank dafür!

LeseZEIT – Folge 5: Hans Wilhelm von Thümmel

In der fünften Folge der LeseZEIT mit Geschichte und Geschichten aus dem Museum Burg Posterstein unternehmen wir einen kleinen Ausflug ins Berlin im Jahr 1807 und erleben eine Geschichte voller Verwechslungen. Einer dieser Irrtümer in dieser Geschichte wird nicht bemerkt! Um was es sich dabei handelt, verraten wir aber erst am Schluss dieser Folge!

Sie können auch diese Folge als Blogpost lesen oder als Podcast anhören:


Bereits in Folge 4 unserer LeseZEIT haben wir Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824), Minister des Herzogs von Sachsen-Gotha und Altenburg, kennengelernt. Dieses Mal wollen wir ihm in die heutige Bundeshauptstadt folgen. Thümmel war zu diesem Zeitpunkt 63 Jahre alt und Gesandter seines Herzogs.

Portrait Hans Wilhelm von Thümmel mit einem seiner Aphorismen
Von Hans Wilhelm von Thümmel gibt es auch zwei Bände Aphorismen. Hier gibt es einen Blogpost dazu.

Das Jahr 1807 war ein sehr bewegtes. Der vierte Koalitionskrieg zwischen französischen Truppen und den Truppen der Rheinbundstaaten auf der einen und Preußen und Russland auf der anderen Seite war im vollen Gange. Der Krieg endete – vorläufig – nach der Niederlage der preußisch-russischen Truppen in der Schlacht bei Friedland und dem am 9. Juli geschlossenen Frieden von Tilsit. Dieser brachte große Gebietsverluste für Preußen mit sich und sah unter anderem die Gründung des Herzogtums Warschau vor.

Hans Wilhelm von Thümmel als Gesandter von Herzog August von Sachsen-Gotha und Altenburg

Im Februar 1807 schickte Herzog August von Sachen-Gotha und Altenburg Hans Wilhelm von Thümmel als seinen Gesandten in Napoleons Hauptquartier über Berlin nach Warschau. 1806 war das Herzogtum dem Rheinbund beigetreten und zählte somit zu Frankreichs Verbündeten. Thümmel begab sich im Auftrag des Herzogs von Sachen-Gotha und Altenburg in dieser Zeit oft auf spezielle Missionen, u.a. nach Dänemark, Berlin und Dresden. Aus seiner Zeit in Paris 1807/08 ist das Tagebuch des Ministers erhalten geblieben und bezeugt aus erster Hand die dortigen Geschehnisse. Über Thümmels Gesandtschaft in Dänemark ist nur wenig bekannt, ebenso wie über die in Berlin und anschließend in Dresden.

Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822)
Herzog August von Sachsen-Gotha-Altenburg (1772-1822)

Thümmel gelangte 1807 ohne Schwierigkeiten nach Berlin und traf dort Anfang April ein. Doch eine Weiterreise wurde ihm, wie allen Gesandten, untersagt. Napoleons Truppen bewegten sich mit solcher Geschwindigkeit, dass das Hauptquartier kaum mehr auszumachen war. Thümmel blieb also keine andere Möglichkeit, als Anträge zu stellen und sich die Zeit in Berlin zu vertreiben. Er traf viele alte Bekannte wieder, konnte ein Schmuckstück aus Napoleons Besitz für seinen Herzog – einen großen Verehrer des französischen Kaisers – ergattern und kam sogar in den Genuss, die Sammlung Alexander von Humboldts anzusehen, der ihm von einem alten Freund vorgestellt wurde und Thümmel zu einer Besichtigung einlud.

Humboldt in Tegel - Sammlung Museum Burg Posterstein
Alexander von Humboldt lud Hans Wilhelm von Thümmel zur Besichtigung seiner Sammlung ein. Auf dem Bild: Humboldts Schloss in Tegel, L. Rohbock Photogr./Stahlstich von Joh. Poppel, Sammlung Museum Burg Posterstein

Vielleicht wundern Sie sich jetzt: Hieß es nicht gerade, es sei nicht viel von Thümmels Mission in Berlin bekannt? Einen Hinweis haben wir doch entdeckt!

Auszüge aus einem verschollenen Reisetagebuch

Über Thümmels Zeit in Berlin muss es – wie für seine Zeit in Paris – ein Tagebuch des Ministers gegeben haben. Dieses ist aber bis zum jetzigen Zeitpunkt verschollen. Hinweise darauf existieren allerdings in der „Zeitung für die elegante Welt“ aus dem Jahr 1830. Hier wurden Auszüge aus besagtem Tagebuch veröffentlicht. Der Herausgeber gibt an, dass er die Tagebücher vor dem Tod des Ministers 1824 von diesem persönlich zur Einsicht erhalten und nach Beendigung seiner Untersuchung auch wieder an ihn ausgehändigt habe. Das Original dieses Tagesbuches konnte aber nicht ausfindig gemacht werden. Es ist möglich, dass es sich in einem unbekannten Nachlass oder in Privatbesitz befindet. Ein gänzlicher Verlust bzw. eine Vernichtung des Buches kann aber nicht ausgeschlossen werden, besonders in Anbetracht der jähen Enteignung des Thümmelschens Altersruhesitzes Nöbdenitz in Folge der Bodenreform 1945.

Was erhalten blieb, sind die in der „Zeitung für elegante Welt“ veröffentlichten Auszüge. Der Herausgeber dieser Abschnitte betitelt sich selber mit dem Kürzel „-dl-“ und konnte bis zum jetzigen Zeitpunkt nicht identifiziert werden. Sprachlicher Ausdruck und Ähnlichkeiten im Textaufbau lassen aber darauf schließen, dass es sich um denselben Autor handelt, der auch das Vorwort bzw. den biographischen Teil der 1827 im Verlag J. D. Sauerländer erschienen Aphorismen Thümmels verfasst hat.[1] Auch in diesem Fall nannte sich der Herausgeber selbst nicht namentlich und ist bis zum jetzigen Zeitpunkt unbekannt. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Annahme, dass der Redakteur der Zeitung, Karl Ludwig Methusalem Müller (1771-1837), der Verfasser des Beitrages ist. Laut eigener Aussage soll er für sehr viele der abgedruckten Artikel verantwortlich sein.[2] Aber auch das kann hier nicht bestätigt oder widerlegt werden.

Hans Wilhelm von Thümmel wählte sich die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz zu seiner außergewöhnlichen Grabstätte.
Hans Wilhelm von Thümmel wählte sich die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz zu seiner außergewöhnlichen Grabstätte.

Der Herausgeber gibt aber zu erkennen, dass er Hans Wilhelm von Thümmel persönlich gekannt haben muss und zumindest im regelmäßigen Schriftverkehr mit ihm gestanden hat. Am Ende des Beitrages, der sich über vier Ausgaben der Zeitung zieht, schreibt er: „Er [der Verfasser] ehrt in dem verstorbenen edlen Minister von Thümmel seinen Wohlthäter, seinen ermunternden Freund; und das Andenken an diesen ehrwürdigen Greis, dessen Leichnam in dem Schatten einer großen Königseiche schlummert, ist ihm heilig.“ Entsprechend wohlwollend fallen die ausgewählten Auszüge des Herausgebers aus dem Tagebuch aus. Sie geben dem Leser zwar eine kurze Einordnung der Geschehnisse in ihre Zeit, enthalten aber vor allem unterhaltsame Anekdoten über Hans Wilhelm von Thümmels Aufenthalt in Berlin. Von Zeit zu Zeit wechselt der Verfasser die erzählerische Perspektive, gibt scheinbar wortwörtliches aus dem Tagebuch in der „ich“-Form wieder und gibt zuvor oder danach Erklärungen aus seiner Erzählersicht. Aber hören Sie einfach selbst!


Hans Wilhelm von Thümmels Zeit in Berlin

Ich lese aus dem dreißigsten Jahrgang der mit „Königl. Sächs. Allergnädigstem Privilegio“ gedruckten „Zeitung für die Elegante Welt“, aus dem Jahr 1830, herausgegeben von Karl Ludwig Methusalem Müller, verlegt in Leipzig bei Leopold Voß. Der Bericht umfasst in vier Teilen – Anfang, zwei Fortsetzungen und Beschluss – die Ausgaben vom 10., 11., 13. und 14. Dezember 1830.

Auszüge aus einem Tagebuch des verstorbenen Ministers ? Herrn von Thümmel, herausgegeben von – dl – . (10. Dezember 1830)

In der literarischen Welt ist der ehemalige herz. Gothaisch-altenburgische Minister Herr v. Thümmel durch die Herausgabe seiner Aphorismen aus den Erfahrungen eines Siebenundsiebzigjährigen und durch das treffliche Werk: Historische, statistische, geographische, topographische Beiträge zur Kenntniß des Herzogthums Altenburg, – nicht unbekannt geblieben. In dem verhängnißvollen Jahre 1807 wurde er von seinem Fürsten, dem Herzoge von Sachsen-Gotha und Altenburg, als außerordentlicher Gesandter nach Berlin gesendet, um zu unterhandeln und die weiteren Befehle des damaligen Kaisers Napoleon einzuholen, der seinen siegreichen Adler im schnellen Fluge bis an den Niemen trug. Während seines mehrwöchentlichen Aufenthaltes in Berlin schrieb der edle, würdige v. Thümmel ein Tagebuch, welches er kurze Zeit vor seinem Tode dem Herausgeber dieser Auszüge, mit dem er in freundlichem, literarischem Verkehre stand, – zur theilweisen, einstmaligen Benutzung aushändigte. In diesem Tagebuche finden sich interessante Notizen, wie auch mehrere treffende Urtheile über berühmte Menschen, namentlich auch über seinen Bruder, den geistvollen Dichter Moritz von Thümmel; daher dürften sich diese Auszüge aus dem genannten Tagebuche zur öffentlichen Mittheilung wohl eignen und bei den geehrten Lesern ein geneigtes Gehör finden.

Herr von Thümmel traf, laut seines Tagebuches, zu Anfang des Monats April 1807 in Berlin ein. Sein Wille war, dem kaiserlichen Hauptquartiere nachzureisen; doch er wurde in Berlin, wie mehrere Gesandte, – zurückgehalten und mit seinen Anträgen an den Gouverneur General Clarke gewiesen. […]

[Fortsetzung 11. Dezember 1830]

Ferner erzählt Herr von Thümmel in seinem Tagebuche: Eines Morgens sehr früh wurde ich nicht wenig überrascht. Es trat ein Männchen mit grauem Ueberrocke und eine schlechte polnische Mütze auf dem Haupte schnell in mein Zimmer. Als ich auf die drollige Gestalt zuging und sie recht betrachtete, erkannte ich zu meiner größten Freude meinen lieben Bruder, den Dichter Moritz! – Ich hatte ihn nicht vermuthet; wir sanken einander in die Arme und freuten uns kindlich

August Wilhelm Iffland, Punktierstich von Laurens,1803, Sammlung Lindenau-Museum Altenburg
August Wilhelm Iffland, Punktierstich von Laurens,1803, Sammlung Lindenau-Museum Altenburg

Mein alter guter Freund Iffland, erzählt Herr von Thümmel, der in Berlin schon öfter bei mir war, hatte gehört, daß mein Bruder eingetroffen sey. Er machte ihm seinen Besuch und bat uns Beide, mit ihm zu der berühmten Schauspielerin Bethmann, geborene Hartmann aus Gotha, zu gehen. Sie wünsche, sagte er, meinen Bruder, den Dichter, gern kennen zu lernen, besonders um ihm einen Mops zu zeigen, der so gescheidt wäre wie der in seinen genialen Schriften. Wir gingen erst zusammen in das Theater und dann zur Madame Bethmann. Beim Eintritte in ihr Zimmer hielt sie mich für meinen Bruder, und sie machte mir eine Menge Lobeserhebungen über seine Schriften, die ich ohne Umstände hinnahm. Mein Bruder war dabei verlegen und rührte sich nicht, wenn Iffland den Irrthum nicht berichtigt hätte. Wir lachten dann Alle herzlich und waren fröhlich. Es ist mir oftmals schon so gegangen, daß man mich für meinen Bruder gehalten hat; ich muß doch mehr Dichterisches in meiner Physiognomie haben als er. Wenn mein Bruder Moritz in gesellschaftlichen Gesprächen so launig und witzig wäre, wie er in seinen Schriften es ist, so würde er in Berlin großes Aufsehen machen; aber er ist einsylbig, still und verlegen und doch dabei so herzensgut. Man hält ihn für einen Pinsel, und er ist doch ein trefflicher Maler. – Einige Tage darauf, erzählt Hr. v. Thümmel mit folgenden Worten:

Mein Gedächtniß hat mir in Hinsicht meines Bruders einen tollen Streich gespielt, der aber zum Glücke recht gut ablief. – Ich hatte nämlich den Geburtstag meiner Schwester mit dem meines guten Bruders verwechselt und war in dem festen Wahne, daß er den 12ten Mai sey, denn er ist nicht den 12ten, sondern 10 Tage später geboren. – Ich traf zum 12ten Mai alle Anstalten, meines Bruders Geburtstag recht feierlich zu begehen, und bat ihm zu Ehren eine Menge Gäste. – Den 12ten Mai ging ich am frühen Morgen zu einem Hutfabricanten und kaufte meinem Bruder vor allen nöthigen Dingen einen neuen Hut, denn in dem alten durchlöcherten Hute sah er gräulich aus, und ich muß doch mit ihm überall herumlaufen. Auch kaufte ich ihm zu dem geträumten Geburtstage eine schöne Tasse. – Dann schickte ich mich an, die geladenen Gäste zu begrüßen, die Alle, wie ich, der Meinung waren, daß meines Bruders Geburtstag wirklich sey. Jedermann wurde in dem falschen Wahne gelassen, die Zeit war zu kurz, es war nun einmal nicht mehr zu ändern; das Fest begann.

Zuerst erschien ein provenzalisches Mädchen mit frischen Weintrauben und Blumen, die im Namen der Margot kam […] Dann erschienen die Hofdamen und ein Kammerherr von der Frau Kurprinzessin von Hessen-Cassel, Schwester des Königs von Preußen, und übergaben meinem Bruder im Namen der erhabenen Fürsten einen schönen blühenden Rosenstock, wofür mein Bruder noch denselben Tag durch folgende Verse dankte:

Der Rosen reizende im himmlischen Gefilde
Bog heut ihr blühend Haupt mit königlicher Milde
Auf einen Dornenstrauch entfernter Flur herab;
Dies, Fürstin! ist das Bild, das meinem Schattenbilde
Den vollen Glanz der Jugend wieder gab.

O möchten sie, die jetzt Dein abgezog’nes Leben

Als Blüthen der Natur mit Lieb‘ und Trost umschweben,
Zu einem Siegeskranz der überwund’nen Zeit
Bald an einander angereiht,
Einst Deinem grauen Haar die Freude wiedergeben,
Mit welcher Dein Emblem das meinige geweiht
Und wundervoll in mir das ernstliche Bestreben
Nach Tugend und Verdienst erneut.

M.v.T.

[Fortsetzung 13. Dezember 1830]

[…] Der Herr Geheimrat von Göcking schickte meinem Bruder ein artiges Lied eines Mädchens aus dem zwanzigsten Jahrhunderte […]

[Beschluss 14. Dezember 1830]

Es erschienen außerdem noch eine Menge Gedichte, und Herr Thümmel sagt: mein alter Bruder war von den Freuden des schönen Tages ganz trunken. Das hatte er nicht erwartet, so freudig und unverhofft überrascht zu werden! Alle Gäste waren äußerst fröhlich. Abends ließ ich noch spät von dem Conditor des spanischen Gesandten, Herrn von Correa, – der in Berlin die beste Tafel und die feinsten Weine führt, – einen Punsch á l’africaine machen, der freilich besser ist als aller Punsch aus englischen und deutschen Conditoreien. –

Eines Tages besprach sich der ehrwürdige Verfasser des Tagebuches mit mehreren seiner Freunde, eine Wallfahrt nach Potsdam zu machen, um die dortigen Merkwürdigkeiten zu sehen. Er war ein großer Freund der Architektur, wie er überhaupt alle schönen Wissenschaften bis an sein Ende pflegte und liebte und jedes strebende Talent wahrhaft väterlich unterstützte. Wir kamen – schrieb er – zeitig in Potsdam an und besuchten sogleich das neue Palais. Der Geist des großen Friedrich zeigte sich hier in der Größe und Magnificenz  der Säle; übrigens herrschte darin eine schlechte Architektur; viele Vergoldung, französisches Schnitzwerk, viel Marmor ec. – Wir gingen dann nach Sanssouci; auch hier müßte ich meiner Empfindung wehe thun, wenn ich sagen wollte, daß ich etwas Ausgezeichnetes von Geschmack gefunden hätte, außer einem Saale, der auf 8 Säulen ruhte, und wo Friedrich der Große sonst mit seinen gelehrten Freunden speiste. Die Aussicht ist schön und fällt in Vergleichung mit Berlin und der umliegenden Gegend sehr auf. Aber das Merkwürdigste ist das ehemalige häusliche Leben Friedrich des Großen, welches man bei jedem Zimmer erzählen hört. Die Belohnung eines solchen Mannes, wie Friedrich es war, ist die, daß er seine Fortdauer noch Jahrhunderte nach seinem Tode ausdehnt, und wenn sein Bewußtseyn noch an unserem Erdklumpen hängt, – wer weiß, ob dieses nicht seyn könnte – so muß es für ihn Seligkeit seyn, zu wissen, daß vom Greise bis zum Kinde jetzt noch Alles sagt: Hier lebte er, hier saß er, hier wirkte er das Gute, dort that er das Große, hier sprach er das Witzige! Wir gingen zuerst in seine Bibliothek. In einer Nische stand sein Canapé, und vor diesem der Tisch voller Tintenflecke, an dem er einst geschrieben hatte. Sonderbar! es war auch nicht ein einziges deutsches Buch in der ganzen Bibliothek zu finden; alles waren französische und italienische Werke. Napoleon war bei seiner Anwesenheit über eine halbe Stunde in dieser Bibliothek geblieben und hatte tausende Fragen über den großen König gethan; darauf hat er zu seiner Begleitung feierlich gesagt: An diesem Tische saß Friedrich der Große und arbeitete seine Riesenpläne aus; man ist ihm Ehrfurcht schuldig; hierauf hat er seinen Hut gezogen, und sein ganzes Gefolge hat ein Gleiches gethan. […]

Nach dreimonatlichem Aufenthalte kehrte der würdige Hr. v. Thümmel, an Erfahrungen bereichert, in den Schooß der Seinigen zurück, fortwirkend in seinem vielverzweigten, ausgebreiteten Geschäftskreise. Er empfing in Berlin eigenhändige Briefe von dem Fürsten von Benevent, von dem Großmarschall Duroc und anderen berühmten Männern, wie er auch später in Paris mit dem französischen Cabinette diplomatische Unterhaltungen pflog, und sein Fürst, Herzog August, bei Napoleon in großer Gunst stand. Auch hierüber findet sich manches Interessante unter Thümmel’s nachgelassenen Papieren, und der Herausgeber dieser Auszüge behält sich vor, später darauf zurückzukommen, wenn, wie er hofft, diese Mittheilungen nicht ungünstig aufgenommen werden. Er ehrt in dem verstorbenen edlen Minister von Thümmel seinen Wohlthäter, seinen ermunternden Freund; und das Andenken an diesen ehrwürdigen Greis, dessen Leichnam in dem Schatten einer großen Königseiche schlummert, ist ihm heilig.

"Première vue du Palais Neuf de Sanssouci de la Gallerie des Tableaux et ses Environs, prise de la Montagne de la Brasserie vis a vis de Sanssouci", Krüger, Andreas Ludwig / Meyer, Johann Friedrich / Niegelssohn, Johann August Ernst, 18. Jahrhundert, Technische Universität Darmstadt. Universitäts- und Landesbibliothek, Public Domain auf Europeana.eu
“Première vue du Palais Neuf de Sanssouci de la Gallerie des Tableaux et ses Environs, prise de la Montagne de la Brasserie vis a vis de Sanssouci”, Krüger, Andreas Ludwig / Meyer, Johann Friedrich / Niegelssohn, Johann August Ernst, 18. Jahrhundert, Technische Universität Darmstadt. Universitäts- und Landesbibliothek, Public Domain auf Europeana.eu

Diese erheiternden Episoden, die hier in der „Zeitung für die Elegante Welt“ (Link am Ende des Beitrags) abgedruckt wurden, verraten uns nicht viel über Thümmels tatsächliche Arbeit in Berlin, aber sie erweitern das große Repertoire an Anekdoten, die über den Minister bekannt sind und vor allem geben sie einen Einblick in das Verhältnis zwischen Hans Wilhelm von Thümmel und seinem älteren Bruder Moritz.

Moritz August von Thümmel

Heute ist Moritz August von Thümmel als Dichter kaum mehr bekannt, gehörte aber zu den am meisten gelesenen Autoren seiner Zeit. Vor allem seine Reihe „Reise in die mittäglichen Provinzen von Frankreich“ kann schon als berüchtigt gelten. 1738 in Schönefeld bei Leipzig als zweiter Sohn der Familie geboren, war er wie sein Bruder Hans Wilhelm, eines von insgesamt 19 Kindern der Familie. Kein Wunder also, dass es da bei Geburtstagen zu Verwechslungen kommen konnte.

Der Dichter Moritz August von Thümmel auf einer Lithografie nach dem Gemälde von Louise Seidler, Museum Burg Posterstein
Der Dichter Moritz August von Thümmel auf einer Lithografie nach dem Gemälde von Louise Seidler, Museum Burg Posterstein

Und hier auch die versprochene Auflösung des Irrtums. Hans Wilhelm von Thümmel schreibt: „Ich hatte nämlich den Geburtstag meiner Schwester mit dem meines guten Bruders verwechselt und war in dem festen Wahne, daß er den 12ten Mai sey, denn er ist nicht den 12ten, sondern 10 Tage später geboren.“ Aber leider stimmt auch das nicht. Moritz von Thümmel wurde nicht am 22. sondern am 27. Mai geboren.

Moritz August von Thümmel studierte später in Leipzig Jura, wandte sich aber bald den „schönen Künsten“ zu. 1761 wurde er unter dem späteren Herzog Ernst Friedrich von Sachsen-Coburg-Saalfeld zum Kammerjunker und drei Jahre später zum geheimen Hofrat und Hofmeister ernannt. 1768 wurde er Wirklicher geheimer Rat und Minister in Coburg. 1783 trat Moritz von Thümmel aus dem Staatsdienst aus und lebte vor allem in Gotha und auf Gut Sonneborn, das seiner Frau gehörte. Gelegentliche Aufenthalte führten ihn auch nach Coburg. Bereits in den 1770er Jahren reiste er viel: nach Amsterdam, Paris und schließlich durch ganz Frankreich. Sein Ruhestand vom Staatsdienst war durch viele kleine Reisen geprägt, unter anderem die nach Berlin im Jahr 1807. 1817 starb Moritz August von Thümmel und wie sein jüngerer Bruder Hans Wilhelm von Thümmel, wünschte er sich ein Grab im Grünen. Er wurde in Neuses, einem Dorf in der Nähe Coburgs beigesetzt.

Hans Wilhelm von Thümmel in der Ausstellung im Museum Burg Posterstein

Wenn Sie nun mehr über Hans Wilhelm von Thümmel und seinen Bruder erfahren möchten, dann freut es mich zu sagen, dass Burg Posterstein seit dem 6. Juni 2021 nach 215 Tagen Lockdown wieder für Besucher geöffnet ist und zu den regulären Öffnungszeiten besichtigt werden kann.

Blick in die Ausstellung zur Europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein in Thüringen.
Blick in die Ausstellung zur Europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein in Thüringen.

Aber keine Sorge! Auch wenn das Museum Burg Posterstein wieder geöffnet hat, bleiben wir Ihnen mit unserem Podcast LeseZEIT mit Geschichte und Geschichten aus dem Museum Burg Posterstein erhalten! In der nächsten Folge lesen wir aus den Briefen des Freiherrn Jakob Friedrich von Bielfeld, der im Dienst Friedrich des Großen gestanden hat. Wir lesen Auszüge, in denen er vom Leben auf seinem Landsitz in Treben und Haselbach im heutigen Altenburger Land berichtet. Die Besonderheit an dieser Folge: Sie soll am 18. Juli 2021, 15 Uhr, vorab live im Burghof der Burg Posterstein gelesen werden. Wenn Sie dabei sein wollen – melden Sie sich bitte vorab im Museum an, denn die Plätze sind begrenzt.

Bis zur nächsten Folge –  ob live oder auf den Kanälen der Burg Posterstein – wünsche ich Ihnen eine schöne Zeit! Auf Wiederhören!

Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein


[1] Thümmels Aphorismen.

[2] Vgl.: Schnorr von Carolsfeld, Franz, “Müller, Methusalem” in: Allgemeine Deutsche Biographie 22 (1885), S. 652 [Online-Version]; URL: https://www.deutsche-biographie.de/pnd117602418.html#adbcontent

Zum Weiterlesen:

Thümmels Tagebuch in der Zeitung für die Elegante Welt

Zeitung für die elegante Welt : Mode, Unterhaltung, Kunst, Theater. 30. 1830 ## 10.12.1830

Zeitung für die elegante Welt : Mode, Unterhaltung, Kunst, Theater. 30. 1830 ## 11.12.1830

Zeitung für die elegante Welt : Mode, Unterhaltung, Kunst, Theater. 30. 1830 ## 13.12.1830

Zeitung für die elegante Welt : Mode, Unterhaltung, Kunst, Theater. 30. 1830 ## 14.12.1830

#GartenEinsichten Tour: Bauerngärten im Altenburger Land

Es gibt so viele wunderschöne Gärten da draußen! Durch die Mitmach-Aktion #GartenEinsichten zur Ausstellung “Wie der Gärtner, so der Garten” – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft (bis 14. November 2021 auf Burg Posterstein) kam uns die Idee zu einer Blogserie mit Tipps für Gartenreisen. Natürlich fangen wir im Altenburger Land an, doch es soll auch Abstecher nach ganz Deutschland geben, denn durch die Mitmach-Aktion erreichen uns unzählige wunderbare Garten-Reise-Tipps!

Mit Buchsbaum eingefasste Beete im Nutzgarten eines Bauerngartens im Altenburger Land. (Foto: Petra Nienhold)
Mit Buchsbaum eingefasste Beete im Nutzgarten eines Bauerngartens im Altenburger Land. (Foto: Petra Nienhold)

Eine uralte Gartentradition

Die ursprünglichste Gartenform ist der Nutzgarten. Seit der Einführung des Ackerbaus vor 5000 Jahren in Mitteleuropa kultivierten Bauern Wildpflanzen an ihren Häusern. Der “ghortos“, das „Flechtwerk“, schützte diese Siedlungsinseln inmitten riesiger Waldgebiete.
Dörfer mit zehn bis zwölf Höfen entstanden ab dem 8. Jahrhundert im Frankenreich. Am Hof lag der umzäunte Gemüsegarten sowie der Baum- und Grasgarten, in dem auch Kleintiere gehalten wurden.

Rund um die Dorfkerne lag das Ackerland und die gemeinschaftlich genutzte Allmende. Ab dem 12. Jahrhundert besiedelten deutsche Kolonisten die von Slawen bewohnten Gebiete zwischen Saale und Oder. Neue Dörfer entstanden in gerodeten Waldgebieten. In enger Beziehung mit den neuen Grundherren der Burgen und den Klostergemeinschaften entstanden die ortstypischen Höfe, zu denen der Zier- und Blumengarten vor dem Wohnhaus, der Gemüsegarten und der Obstgarten gehörten.

Fast jeder Hof hatte auch einen Obstgarten, wenn nicht sogar eine Plantage. (Foto: Petra Nienhold)
Fast jeder Hof hatte auch einen Obstgarten, wenn nicht sogar eine Plantage. (Foto: Petra Nienhold)

Die wohlhabenden Bauern im Altenburger Land

Mit der deutschen Landnahme vor 800 Jahren wurden nicht nur fränkische Bauern angesiedelt. Entsprechend der Landschaftsstruktur legte man die neu erschlossenen Dorffluren als „Waldhufen“ oder Streifen beiderseits einer Straße bzw. eines Baches an. Ohne ein Rittergut im Dorf konnten die Höfe (Anspanner mit Pferden und Handgüter) 20 bis 40 Hektar groß sein. Das besondere Erbrecht im heutigen Altenburger Land, bei dem der jüngste Sohn erbte, sorgte für den dauerhaften Erhalt der Hofgrößen.

Im 19. Jahrhundert endeten die feudalen Verhältnisse im Herzogtum Sachsen-Altenburg. Die Landwirtschaft, die von den fruchtbaren Böden profitierte, trug weiterhin wesentlich zum Reichtum des Landes bei.

Die wirtschaftlichen Abläufe und der Lebensrhythmus seiner Bewohner prägten den funktionellen Aufbau des Altenburger Bauernhauses über Jahrhunderte. Die Anwendung fortschrittlicher Anbaumethoden auf gutem Ackerboden ermöglichten ein stetes wirtschaftliches Wachstum und somit die historische Entwicklung vom Einhaus (Wohn-Stall-Haus) über den Hakenhof zum Drei- oder Vierseithof.

Die Ziergärten der Bauerngärten waren oft mit Buchsbaum umrandet.
Die Ziergärten der Bauerngärten waren oft mit Buchsbaum umrandet.

Typisch für einen Hof waren drei Gärten

Fast jeder Hof hatte drei Gärten: den Zier- und Blumengarten vor dem Wohnhaus an der Straße, den Gemüse- und Nutzgarten und den Obstgarten, oft eine Plantage. Im 19. Jahrhundert bauten reiche Bauern ihre Wohnhäuser nach bürgerlichem Vorbild villenartig um und verwandelten ihre Ziergärten in kleine Parks, züchteten Kakteen oder Rosen.

Die gesellschaftlichen Veränderungen in der DDR machten auch nicht vor dem Bauernstand halt. Hauptsächlich durch die Zwangskollektivierung wurden viele Höfe aufgelöst und teilweise zerstört. Heute erleben die Bauernhöfe und ihre Gärten mancherorts eine Renaissance als reine Wohnhöfe. Nur wenige dienen noch dem landwirtschaftlichen Broterwerb, aber fast alle haben Gärten.

Nur wenige Bauernhöfe dienen noch dem landwirtschaftlichen Broterwerb, aber fast alle haben Gärten.
Nur wenige Bauernhöfe dienen noch dem landwirtschaftlichen Broterwerb, aber fast alle haben Gärten. (Foto: Petra Nienhold)

Bauerngärten in der Ausstellung #GartenEinsichten “Wie der Gärtner, so der Garten”

Vier noch erhaltene und gut gepflegte Bauerngärten im Altenburger Land stellen wir in der Sonderschau #GartenEinsichten in aktuellen und teilweise auch historischen Bildern vor. Diese befinden sich aber in Privatbesitz und können lediglich über den Gartenzaun hinweg angeschaut werden.

Ein Bauerngarten mit langer Tradition

Einer dieser Gärten am Hof der Familie Gräfe in Zschernitzsch ist am 20. Juni 2021 eine Station der Sternfahrt nach Lumpzig, ein Projekt des Fliegenden Salons im Altenburger Land.

Historische Ansicht des Bauernhofs der Familie Gräfe in Zschernitzsch im Altenburger Land
Historische Ansicht des Bauernhofs der Familie Gräfe in Zschernitzsch im Altenburger Land. Kolorierte Zeichnung des Hofs von Anton Hahn und Sohn, 1912 (Privatbesitz, Bild bearbeitet)

Der Vierseithof der Familie Gräfe ist ein gut erhaltenes Beispiel für einen Altenburger Bauerngarten. Vor dem Wohnhaus liegt der mit Buchsbaum und gekiesten Wegen eingefasste Ziergarten, neben dem Tor ein Nutzgarten und hinter dem Hof die Obstwiese. Man findet Gemüse, Kräuter, Blumen und Ziersträucher sowie Obst- und Beerensträucher.

Zum Quellenhof Garbisdorf gehört ein rekonstruierter Bauerngarten.
Zum Quellenhof Garbisdorf gehört ein rekonstruierter Bauerngarten.

Ein liebevoll restaurierter Bauerngarten

Das Kulturgut Quellenhof in Garbisdorf ist ein für das Altenburger Land typischer Vierseithof, den der Heimatverein Göpfersdorf e.V. und die Gemeinde Göpfersdorf in den letzten Jahrzehnten nicht nur liebevoll restauriert, sondern auch zu einem lebendigen Kulturort ausgebaut haben. Neben Galerie, Druckwerkstatt und Keramikwerkstatt gibt es ein kleines Museum für Bauernkultur im Altenburger Land und einen landschaftstypischen, mit Porphyrsäulen und Holzlatten eingezäunten Bauerngarten. Er konnte im Rahmen eines Förderprojektes mit einer Schule nach historischem Vorbild rekonstruiert werden und steht zur Besichtigung offen.

Zum Weiterlesen

Viele Informationen und Publikationen zu den Altenburger Bauernhöfen gibt es auch auf der Website des Vereins Altenburger Bauernhöfe e.V.

Die Geschichte der Gärten im Altenburger Land fasst Christiane Nienhold im Buch “Grünes im Quadrat” zur gleichnamigen Ausstellungsreihe im Altenburger Land zusammen.

Die Ausstellungsreihe "Grünes im Quadrat" umfasst nicht nur vier Ausstellungen mit Gartenthema, es erscheint auch das zugehörige Buch "Grünes im Quadrat" im Sandstein Verlag.
Die Ausstellungsreihe “Grünes im Quadrat” umfasst nicht nur vier Ausstellungen mit Gartenthema, es erscheint auch das zugehörige Buch “Grünes im Quadrat” im Sandstein Verlag.

Die Ausstellung ist Teil einer gemeinsamen Ausstellungsreihe “Grünes im Quadrat – Historische Gärten im Altenburger Land” zum Thema Gärten der vier Museen im Altenburger Land. Mit dabei: Lindenau-Museum AltenburgResidenzschloss AltenburgNaturkunde-Museum Mauritianum und Museum Burg Posterstein. Gezeigt werden vier Ausstellungen zum Thema Gärten im Altenburger Land.

Der Artikel basiert auf den Ausstellungstexten von Gartenarchitektin Christiane Nienhold und Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein.

LeseZEIT – Folge 4: Louise Seidler

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In der heutigen Folge der LeseZEIT unternehmen wir einen akustischen Ausflug zu einer der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Altenburg vor 200 Jahren. Ihre Reisebegleiterin aus dem Burgstudio Posterstein ist wieder die Historikerin Franziska Engemann. Und damit heiße ich Sie ganz herzlich Willkommen, liebe Zuhörende, zu unserer kleinen Exkursion ins Grüne.

Sie können auch diese Folge als Blogpost lesen oder als Podcast anhören.


In der letzten Folge wurden wir bereits mit Minister Hans Wilhelm von Thümmel bekannt gemacht, der gerne als „Verschönerer Altenburgs“ tituliert wurde und dessen sterbliche Überreste noch heute in der 1000jährigen Eiche in Nöbdenitz ruhen.

Altenburg im 19. Jahrhundert, kolorierte Lithografie, Museum Burg Posterstein
Ansicht von Altenburg im 19. Jahrhundert, kolorierte Lithografie, Museum Burg Posterstein

Doch nicht nur seine ungewöhnliche Grabstätte regte seine Zeitgenossen zu Berichten und Spekulationen an, auch sein Geschick in der Landschaftsgestaltung inspirierte zu Gedichten, Reisebeschreibungen und zum Teil zu heiteren Anekdoten. Thümmels Verdienste für den Altenburger Landesteil des Herzogtums Sachsen-Gotha und Altenburg waren vielfältig: der Bau eines modernen Krankenhauses in Altenburg, der Ausbau der Landesstraßen samt Begrünung durch die Anpflanzung von Bäumen, die Vermessung und Kartographierung des Landesteiles sind nur einige Beispiele dafür.

Thümmels Garten in Altenburg auf einer Radierung von Adrian Zingg (Sammlung Lindenau-Museum Altenburg)
Thümmels Garten in Altenburg auf einer Radierung von Adrian Zingg (Sammlung Lindenau-Museum Altenburg)

Besonderen Reiz übten vor allem Thümmels Gärten aus, die er mit großem Geschick und außerordentlichem Geschmack anzulegen wusste. Beispiele dafür wären die Umgestaltung des Schlossparks in Altenburg zu einem englischen Landschaftsgarten oder sein privater Garten in Nöbdenitz, der Teile der Natur wie einen Steinbruch oder Waldstücke in die Gestaltung einbezog. Er ließ verschiedene Schmuckelemente und –häuser errichten, wie das chinesische Badehaus in Untschen oder die „Polnische Hütte“ – auch Caroliens Höhe genannt –, die ein beliebtes Ausflugsziel mit Gastwirtschaft, Kegelbahn und hunderten Kirschbäumen war. Thümmels eigentliches Meisterstück war allerdings sein Privatgarten in Altenburg – ein Landschaftsgarten mit Felsengrotte, Fischteichen, Sonnenuhr, Schmuckhäuschen in verschiedenen Stilen und einem klassizistischen Palais mit Glaskuppeldach.

Lange Zeit stand diese Sehenswürdigkeit, die von einer Mauer mit sieben Toren umgeben war, der Bevölkerung offen. Einheimische wie Reisende besuchten den Garten und genossen die herrliche Aussicht über Altenburg. Einen ganz besonderen Einblick erhielt 1817 die Porträt- und Historienmalerin Louise Seidler (1786-1866), die für einen Auftrag in die Residenzstadt kam und einige Tage im Thümmelschen Palais wohnte.

Selbstportrait der Malerin Louise Seidler (1786–1866). Aus: Hermann Uhde (Hrsg.): Erinnerungen der Malerin Louise Seidler. 2. Aufl., Propyläen, Berlin 1922, S. 228. Public domain, via Wikimedia Commons
Selbstportrait der Malerin Louise Seidler (1786–1866). Aus: Hermann Uhde (Hrsg.): Erinnerungen der Malerin Louise Seidler. 2. Aufl., Propyläen, Berlin 1922, S. 228. Public domain, via Wikimedia Commons

Louise Seidler gelang eine herausragende Karriere als Künstlerin. 1786 wurde sie in Jena geboren und erhielt erste künstlerische Unterweisungen in Gotha und Jena, u.a. bei Friedrich Wilhelm Döll (1750-1816). Seit 1810 hielt sie sich vor allem in Dresden auf, erweiterte ihre Kenntnisse unter Gerhard von Kügelgen (1772-1820) und widmete sich vor allem dem Kopieren der alten Meister in der Dresdner Galerie. Dort begegnete sie auch ihrem späteren Freund und Mentor Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832).

Durch Großherzog Carl August von Sachsen-Weimar-Eisenach (1757–1828) erhielt Louise Seidler 1817 ein Stipendium, das ihr ein Studium an der Kunstakademie in München und ein Jahr später eine Reise durch Italien ermöglichte. Dort schloss sie sich der Künstlergemeinschaft der Nazarener an, die eine romantisch-religiöse Kunstrichtung vertraten. 1823 kehrte Louise Seidler nach Weimar zurück, wurde die Zeichenlehrerin der Prinzessinnen Marie (1808–1877) und Augusta (1811–1890) und etablierte sich als freie Künstlerin. 1824 wurde sie zur Kustodin der großherzoglichen Gemäldesammlung ernannt, 1835 auch zur Hofmalerin. 1863 begann sie ihre Lebensgeschichte aufzuschreiben. Aufgrund einer allmählich voranschreitenden Erblindung, ist es wahrscheinlich, dass sie ihre Erinnerungen diktierte. 1866 starb Louise Seidler in Weimar. Ihre Memoiren bleiben unvollendet, gelten aber als wichtige Quellen für das Schaffen dieser außerordentlichen Frau, genauso aber auch für das Leben und Schaffen ihrer Künstlerkollegen. Oft wurde Louise Seidler nur im Zusammenhang mit Goethe bekannt, dabei sind ihr künstlerisches Werk und ihre Karriere außergewöhnlich. Trotz zahlreicher Hindernisse und Unverständnis seitens ihrer Zeitgenossen verwirklichte Louise Seidler ihren Traum, als freischaffende Künstlerin am Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgreich zu sein.

Thümmels Garten in Altenburg auf der Thümmelschen Karten von 1813, Section VIII.
Thümmels Garten in Altenburg auf der Thümmelschen Karten von 1813, Section VIII.

In unserer heutigen LeseZEIT reisen wir in das Jahr 1817. Kurz bevor Louise Seidler ihr Studium in München beginnt, begibt sie sich noch einmal nach Weimar, Gotha und Altenburg. Sie trifft nicht nur auf den Herzog August von Sachsen-Gotha und Altenburg, sondern auch auf Hans Wilhelm von Thümmel, für dessen Auftrag sie im April nach Altenburg aufbricht.

Ich lese aus den „Erinnerungen der Malerin Louise Seidler“, herausgegeben von Hermann Uhde, in der neuen Ausgabe des Propyläen-Verlag Berlin, 1922. Der Textausschnitt umfasst die Seiten 82 bis 84.

Nun ging es mit dem Anfang des neuen Jahres 1817 an die Vorbereitungen zu der für mich so wichtigen Reise nach München. Ich ordnete alle meine Verhältnisse gleichsam testamentarisch; dann nahm ich Abschied von den Verwandten und Freunden in Weimar und Gotha. Hier wurde mir noch eine Audienz vom Herzog August bewilligt, in welcher er mir einen letzten, wunderbaren Auftrag erteilte. Er beschäftigte sich nämlich damals gerade mit der indischen Religion und nahm an, daß Brahma, Wischnu und Schiwa das Nämliche wie unsere Dreieinigkeit wäre. Er sprach mit mir lange darüber und stellte mir endlich die Aufgabe: Christus als Wischnu zu malen; er müsse Perlmutter-Augen haben, die Fingernägel seinen mit Alhenna – jener Wurzel, die im Orient von den Weibern zum Schminken gebraucht wird – rot gefärbt, auf seiner Brust erblicke man einen Fisch usw. Mir schwindelte der Kopf; ich verneigte mich und stammelte etwas wie: ‚Ich will’s versuchen!‘

Bei diesem letzten Besuche in Gotha machte ich noch die Bekanntschaft des ehedem allmächtigen Gothaischen Ministers Thümmel, der sich vor nicht langer Zeit nach Altenburg zurückgezogen hatte. Er war der Bruder des Verfassers der berüchtigten „Reise in das mittägliche Frankreich“ und hegte den Wunsch, daß ich den Autor dieses Werkes noch vor meiner Abreise nach München malen möchte; eine Bestellung, der ich nicht wohl aus dem Wege gehen konnte.

Im Hause von Hans Wilhelm von Thümmel fand im Altenburg des frühen 19. Jahrhunderts ein reger Teil des gesellschaftlichen Lebens statt.
Im Hause von Hans Wilhelm von Thümmel fand im Altenburg des frühen 19. Jahrhunderts ein reger Teil des gesellschaftlichen Lebens statt.

Der Auftraggeber, Exzellenz von Thümmel, der vormalige Minister, war ein schöner, origineller, geistreicher Mann, von dem die geheime Geschichte berichtet, daß er sich die Gunst der einstigen Erbprinzessin von Gotha, geborene Prinzeß von Mecklenburg, erworben, deren weibischer Gemahl (der wunderliche Herzog August) der Krone keinen Erben verhieß. Noch spät schienen die Wünsche des Landes in Erfüllung gehen zu sollen, jedoch kein Prinz, sondern eine Prinzessin wurde geboren; die von mir in diesen Blättern bereits erwähnte nachmalige Herzogin von Koburg.

Ehe ich der Einladung des Ministers von Thümmel folgen konnte, wurde es April; in den letzten Tagen dieses Monats traf ich in Altenburg ein. Dort hatte sich der reich begüterte Mann nach seinem Rücktritt vom Staatsdienst eine Villa erbaut; die höchst geschmackvolle Besitzung lag auf einem kleinen Berge, rings um dieselbe zog sich ein weitläufiger Park, worin sich ein großer Fischteich befand. In diesem Parke sah man fünf oder sechs Schweizerhäuschen, an welche das Gerücht manches Liebesabenteuer des galanten Ministers knüpfte. Kein Wunder also, daß dessen Gemahlin (geb. von Rothkirch), als sie von der Einladung gehört hatte, welche mir zuteil geworden war, erst genaue Erkundigungen über mich einzog. Da diese beruhigt ausfielen, wurde mir ein Atelier und Schlafzimmer dicht neben den Gemächern der Töchter des Hauses eingeräumt.

Ein unverheirateter Sohn des Ministers war in der Nähe von Altenburg als Oberforstmeister angestellt. Als wir ihn eines Tages besuchten, fiel uns ein schmucker und trotz seiner anscheinend großen Jugend sehr gewandter Jägerbursche angenehm auf, welcher die Bedienung bei Tische besorgte. Daß dieser schöne und kräftige Jüngling – ein Weib war, ahnte niemand. Dennoch war dem so; ohne es zu wissen, sahen wir eine Geliebte des jungen Thümmel vor uns, welche diesen auf Reisen, in die Bäder usw. als Diener begleitete.

Der Minister von Thümmel, immer noch eine sehr stattliche Erscheinung, war ein barocker Mensch; einmal ließ er auf dem Dache eines türkischen Kiosks, wo sich ein länglicher Altan befand, im Freien das Diner servieren, obwohl es im April und eisig kalt war. Schnee und Hagel fiel auf die Tafel nieder, allein wir mußten ausharren. Das Abenteuerliche hatte eben für den Herrn des Hauses einen besonderen Reiz. Noch auf dem Totenbette befahl er, daß man ihn, wenn er gestorben sein, in aufrechter Stellung, nur mit einem Betttuche umwickelt, auf seinem Landgute Nöbdenitz bei Löbichau, in dem inneren Raume einer uralten riesenhaften Eiche, wo er häufig getafelt hatte, beisetzen solle; ein Verlangen, welchem man, wie ich gehört zu haben glaube, wirklich nachgab.

Der Dichter Moritz August von Thümmel auf einer Lithografie nach dem Gemälde von Louise Seidler, Museum Burg Posterstein
Der Dichter Moritz August von Thümmel auf einer Lithografie nach dem Gemälde von Louise Seidler, Museum Burg Posterstein

Des Ministers Bruder, der Dichter Moritz August von Thümmel, den ich porträtieren sollte, war damals schon ein zusammengesunkener, abgelebter Greis mit verschrumpften Zügen und kleinen, blinzelnden, grauen Augen. Trotz seiner Häßlichkeit machte er indessen einen freundlichen Eindruck. Da er sehr schwächlich war – kein Wunder bei seinen neunundsiebzig Jahren! – so vermied er es, viel zu sprechen; die Aufgabe ihn zu malen, war daher keineswegs anziehend. Einige Entschädigung für dieselbe gewährte mir eine angenehmere Arbeit, welche bei mir bestellt ward, nämlich ein lebensgroßes Bild der Domina des Altenburger Damenstifts, der schönen Freiin von Friesen, diese in der malerischen Ordenstracht darstellend.

Endlich waren beide Gemälde vollendet. Ich kehrte nach Jena zurück, traf meine letzten Vorbereitungen, und am 4. Juli 1817 brach ich bei herrlichem Reisewetter von meiner Vaterstadt auf, ausgerüstet mit zwei Empfehlungsbriefen Goethes, von dem ich am Tage zuvor dankbaren Herzens und in tiefer Bewegung Abschied genommen hatte.

Ob die von Louise Seidler erwähnten Gerüchte über Hans Wilhelm von Thümmel und seinen Sohn stimmen, lässt sich heute nicht mehr überprüfen.

Der Garten Hans Wilhelm von Thümmels ist jedoch inzwischen aus dem Stadtbild Altenburgs verschwunden. Bereits nach Thümmels Tod 1824 begannen seine Erben das weitläufige Grundstück in Teilen zu verkaufen und die Anlage zu verkleinern. Heute erinnert nichts mehr, an die einstige Sehenswürdigkeit der Residenzstadt. Auch das klassizistische Palais, das zu Beginn sogar eine Bibliothek beinhaltete, hat sich in das heutige Straßenbild eingefügt. Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts waren die Seitenflügel verbaut worden. Heute lässt sich nur noch der Mittelbau des Hauses auf der abgewandten einstigen Parkseite der Thümmelstraße (jetzt Hausnummer 3) noch erahnen. 

Parkseite des Thümmelschen Palais 2016 (Foto: Museum Burg Posterstein)
Parkseite des Thümmelschen Palais 2016 (Foto: Museum Burg Posterstein mit freundlicher Genehmigung von Wolfgang Herget)

Auch viele der anderen Thümmelschen Gärten im heutigen Altenburger Land sind verschwunden oder nur noch in Teilen erhalten geblieben. Dem gärtnerischen Erbe der einstigen Residenzstadt widmen dennoch – oder gerade deshalb – die vier großen Museen des Altenburger Landes 2021 eine gemeinsame Ausstellungsreihe mit dem schönen Titel: „Grünes im Quadrat – Historische Gärten im Altenburger Land”. Das Lindenau Museum Altenburg, das Residenzschloss Altenburg, das Naturkunde Museum Mauritianum und das Museum Burg Posterstein planen je eine eigene Ausstellung zu historischen oder modernen Gärten. Begleitet wird die Reihe durch einen gemeinsamen Katalog “Grünes im Quadrat”, der im Sandstein Verlag erschienen ist.

Der Start der Postersteiner Schau „#GartenEinsichten: „Wie der Gärtner, so der Garten“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft“ ist voraussichtlich ab Mai 2021 geplant. Sobald es die aktuelle Pandemie-Situation zulässt, wird die Ausstellungseröffnung nachgeholt. Bereits jetzt laden wir in der Mitmach-Aktion #GartenEinsichten dazu ein, persönliche Eindrücke aus Gärten und Parks zu teilen.

Zum Weiterlesen

Wer mehr über Louise Seidler erfahren möchte, dem empfehle ich den Eintrag in der Deutschen Biografie und den Blogbeitrag „Nazarenerin, Hofmalerin, Kustodin“ von Uta Baier, zu finden auf der Website der Kulturstiftung der Länder.

“Grünes im Quadrat” im Überblick

Die Ausstellungsreihe "Grünes im Quadrat" umfasst nicht nur vier Ausstellungen mit Gartenthema, es erscheint auch das zugehörige Buch "Grünes im Quadrat" im Sandstein Verlag.
Die Ausstellungsreihe “Grünes im Quadrat” umfasst nicht nur vier Ausstellungen mit Gartenthema, es erscheint auch das zugehörige Buch “Grünes im Quadrat” im Sandstein Verlag.

Museum Burg Posterstein
#GartenEinsichten: „Wie der Gärtner, so der Garten“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft
sobald möglich bis 14. November 2021

Residenzschloss Altenburg
Gartenlust und Parklandschaft – Die Geschichte des Altenburger Schlossparks
21. Mai bis 3. Oktober 2021

Lindenau-Museum im Residenzschloss Altenburg
Gärten vor der Linse – Die Gartenstadt Altenburg
21. Mai bis 3. Oktober 2021

Naturkundemuseum Mauritianum
Der Grund des Gartens: Porphyr
2. Juli bis 31. Dezember 2021

Zur Ausstellung erscheint der Katalog “Grünes im Quadrat” im Sandstein-Verlag.

Das Ausstellungsprojekt “Grünes im Quadrat” steht unter der Schirmherrschaft von Minister Professor Dr. Benjamin-Immanuel Hoff.

Und mit diesem Lese- und Ausstellungstipp möchte ich mich für heute bei Ihnen, liebe Zuhörende, verabschieden und würde mich freuen, sie auch in der nächsten Folge der LeseZEIT oder im Museum selbst begrüßen zu können. Bis zum nächsten Mal!

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

Pin LeseZEIT Folge 4

LeseZEIT – Folge 3: Gustav Parthey

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Das Buch Parthey’s ist aus einem so edlen, milden Gemüthe hervorgegangen, daß, wenn es veröffentlich würde, Niemand dadurch verletzt werden könnte, und Allen denen es zugänglich gemacht würde, ein edles Beispiel in der anmuthigsten Form vor Augen stünde.“

(Emilie von Binzer: Drei Sommer in Löbichau, Stuttgart 1877, S. IV.)

Mit diesen Worten aus dem Buch „Drei Sommer in Löbichau“ der Schriftstellerin Emilie von Binzer (1801-1891), heiße ich Sie, liebe Zuhörende, herzlich willkommen zur dritten Folge der „LeseZeit“ mit Geschichte und Geschichten aus dem Museum Burg Posterstein. Es begrüßt Sie heute im Burgstudio wieder die Historikerin Franziska Engemann.

Sie können auch diese Folge als Blogpost lesen oder als Podcast anhören.


In Folge 2 unserer „LeseZEIT“ haben wir Emilie von Binzer und ihre Lebenserinnerungen „Drei Sommer in Löbichau“ kennengelernt. Heute soll es in der LeseZEITum den – man könnte sagen – Verursacher dieses Buches gehen: um den Altertumsforscher und Buchhändler Gustav Parthey (1798–1872).

Ernst Welker portraitierte Gustav Parthey als dünnen Stock. (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)
Ernst Welker portraitierte Gustav Parthey als dünnen Stock. (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)

1871 hatte er seine selbstverfassten „Jugenderinnerungen“ als Handschrift für Freunde an seine alten Bekanntschaften gesendet. Ein Exemplar erhielt auch Emilie von Binzer. Sie nahm es als Inspiration für ihren eigenen Rückblick auf die bewegten Jahre im Salon ihrer Großmutter, der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (LeseZEIT – Folge 1), in Löbichau.

Emilie von Binzer gehörte als Pflegetochter der Herzogin Wilhelmine von Sagan der engeren kurländischen Familie an. Das ist der Grund, warum sie einzigartige Einblicke aus erster Hand in das Leben dieser Salondamen und deren Gäste geben konnte. Anders, aber nicht weniger interessant, verhält es sich bei Gustav Parthey, dem Sohn eines Berliner Hofrates und Buchhändlers. Mit anderen Worten: eines gutbürgerlichen Mannes.

Wie konnte ein damals junger Mann Anfang 20 aus bürgerlichem Haus wie Gustav Parthey Eintritt in die Salon-Gesellschaft der Herzogin von Kurland finden?

Gustav Friedrich Konstantin Parthey wurde 1798 im Haus des Großvaters in der Brüderstraße in Berlin geboren und war damit nur 3 Jahre älter als Emilie von Binzer. Er stammte aus der ersten Ehe des Hofrates Friedrich Parthey (1745–1822) mit Charlotte Wilhelmine (1767–1803), der ältesten Tochter des Buchhändlers Friedrich Nicolai. Sowohl Vater Parthey als auch Großvater Nicolai verfügten über weitreichende Kontakte zu Dichtern, Denkern und Politikern ihrer Zeit.

Büste Friedrich Nicolais von Johann Gottfried Schadow, 1798, im Museum Burg Posterstein
Büste Friedrich Nicolais von Johann Gottfried Schadow, 1798, im Museum Burg Posterstein

Gustavs Vater, Friedrich Parthey, hatte in Leipzig studiert und sich bei Kapellmeister Johann Adam Hiller musikalisch ausbilden lassen. Auf dessen Empfehlung wurde Parthey Musik- und Hauslehrer der Familie Medem in Kurland. Seit dieser Zeit verband ihn eine tiefe Freundschaft mit der späteren Herzogin Anna Dorothea von Kurland, die seine Schülerin war. Auch deren Schwester Elisa von der Recke blieb Parthey und seiner Familie lebenslang sehr zugetan und übernahm sogar die Patenschaft für den Sohn Gustav.

1797 heiratete Friedrich Parthey Charlotte Wilhelmine Nicolai. Deren Vater Friedrich Nicolai führte einen berühmten Buchhandel und Verlag in Berlin und war selbst schriftstellerisch tätig. Gemeinsam mit Friedrich Gedike und Johann Erich Biester zählt er zu den Hauptvertretern der Berliner Aufklärung. Nach seinem Tod 1811 übernahm sein Schwiegersohn Parthey die erfolgreiche Nicolaische Buchhandlung.

Oft erwähnt Gustav Parthey in seinen Erinnerungen die umfangreiche Bibliothek des Großvaters. Doch er erhielt nicht nur zu Hause eine hervorragende Ausbildung. Er besuchte in Berlin zuerst die Hartung‘sche Privatschule und bis 1818 das Gymnasium zum Grauen Kloster. Danach wandte er sich Studien in Berlin und Heidelberg zu. Er wurde 1820, mit 22 Jahren, zum Doktor der Philosophie promoviert. Nach dem Tod des Vaters 1825 übernahm er die erfolgreiche Nicolaische Buchhandlung und stiftete den Bibliotheken in Berlin, Flensburg und Straßburg reichhaltige Bestände. Er veröffentlichte selbst mehrere kunst- und kulturgeschichtliche Werke. 1872 starb Gustav Parthey während einer seiner Studienreisen nach Rom.

[…] ihn umschwebte eine Atmosphäre inneren Werthes; er hatte bei so jungen Jahren schon einen Schatz von Wissen gesammelt, alle jungen Leute wußten, daß er ihnen darin weit überlegen war, wie auch in der Reinheit seiner Sitten. Als Besitzer eines großen Vermögens war er so unabhängig, daß er sich vor keinem Menschen und keiner Behörde zu beugen brauchte, es lag aber so viel Bescheidenheit in seinem Charakter, daß er sich dieser Vortheile nie überhob.“

(Emilie von Binzer, S. 91)

So beschrieb ihn Emilie von Binzer schon in seinen Jugendjahren. Beide hatten sich 1820 in Löbichau kennengelernt. Allerdings war Gustav Parthey schon viele Jahre vorher zu Besuch im Salon der Herzogin von Kurland in Berlin oder auf ihren Schlössern in der Altenburger Region. Zum ersten Mal unternahm er im Sommer 1812 eine Reise nach Löbichau. Friedrich Parthey hatte eine Einladung der Herzogin erhalten und nahm seinen Sohn Gustav und seinen Pflegesohn Fritz von Piattoli, der seit 1808 im Hause Parthey lebte, mit auf die Reise. Fritz von Piattoli war zwei Jahre jünger als Gustav und ein uneheliches Kind Johannas, der späteren Herzogin von Acerenza, und der dritten Tochter der Herzogin von Kurland.

Ernst Welker portraitierte Herzogin Johanna als Uhu. (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)
Ernst Welker portraitierte Herzogin Johanna als Uhu. (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)

In der heutigen LeseZEIT hören Sie Auszüge dieser ersten Reise nach Löbichau, die Gustav Parthey damals im zarten Alter von 14 Jahren unternahm. Die Erinnerung daran schrieb er erst im Alter von fast 74 Jahren nieder.

Ich lese aus der Ausgabe von Gustav Partheys Jugenderinnerungen. Handschrift für Freunde, herausgegeben von Ernst Friedel im Verlag Ernst Frensdorff in Berlin 1907. Die Auszüge befinden sich im ersten Teil der zweibändigen Ausgabe, auf den Seiten 287 – 293. 


Reise nach Löbichau und Dresden 1812.

Im Sommer 1812 machte ich mit Bewußtsein meine erste Reise, die zwar nur bis Leipzig und Dresden ging, mir jedoch von einer unendlichen Ausdehnung schien. Mein Vater war von der Herzogin von Kurland nach ihrem Landsitze Löbichau eingeladen worden. Er benutzte die Ferienzeit, um Fritz und mich mitzunehmen. Welch‘ ein großes freudiges Ereigniß, als uns angekündigt ward, wir würden 14 Tage oder 3 Wochen ausbleiben. Die Reise wurde mit Extrapost gemacht, ging aber bei dem Mangel aller Chausseen sehr langsam. Die Abreise verzögerte sich um einige Stunden, wir fuhren daher in den Abend hinein, um das erste Nachtquartier zu erreichen.

Es war ein angenehm-schauriges Gefühl, als wir, behaglich in die Wagenecke gedrückt, die Sonne verschwinden sahen, und als die unabsehbare kahle Ebne vor uns in immer dunkleren Schatten versank. Schon wollte Morpheus seine Mohnkörner ausstreuen, als plötzlich der Postillon mit dem Sattelpferde stürzte, weil er ein Loch in dem elenden, holprigen Wege nicht bemerkte; er kam mit dem Fuße unter das Pferd zu liegen, und schrie erbärmlich, sein Fuß sei gebrochen.

Wir stiegen erschreckt aus dem Wagen, und mein Vater sah, was zu thun sei. Er wurde auch hier von seinem guten Glücke nicht verlassen: denn schon hörte man ein uns entgegenkommendes Fuhrwerk. Die Bauern leisteten hülfreiche Hand; es galt, das Pferd in die Höhe zu bringen, ohne den Postillon zu beschädigen. Als mein Vater ihn eifrig bemüht sah, seinen Fuß unter dem Thiere hervorzuziehen, sagte er halb lachend und ihn ermuthigend: Sei froh, Schwager, daß du noch ziehen kannst, dann ist der Fuß nicht gebrochen! Alles gelang auf das beste; weder Roß noch Reiter hatten Schaden genommen. Nach kurzem Aufenthalte saß der Postillon wieder im Sattel, und brachte uns in dunkler Nacht zur nächsten Station. Noch sehe ich, wie er, sehr vergnügt über das reiche Trinkgeld, dem Stalle zuhumpelte. […]

Der Salon der Herzogin von Kurland in Schloss Löbichau zählte zu den bekanntesten in Deutschland.
Der Salon der Herzogin von Kurland in Schloss Löbichau zählte zu den bekanntesten in Deutschland.

Eine kleine Tagereise brachte uns von Leipzig nach Löbichau in der Nähe von Gera. Beim Eintritte in das Herzogthum Altenburg fanden wir die schönsten, mit Bäumen eingefaßten Chausseen, auf denen der Wagen wie auf einer Tenne hinrollte. Dies war das Verdienst des Ministers von Thümmel, der darin allen Nachbarstaaten mit gutem Beispiel voranging. Die Lage des Schlosses Altenburg auf hoher Felskuppe setzte mich in Entzücken, und das Interesse an dem Orte ward noch vermehrt, als mein Vater uns die Geschichte des Ritters Kunz von Kaufungen erzählte; die beiden geraubten sächsischen Prinzen hatten in eben diesem prächtigen Schlosse gewohnt.

In Löbichau war an Fürstlichkeit kein Mangel, wir fanden die Herzogin von Kurland mit ihren beiden ältesten Töchtern, der bildschönen Herzogin von Sagan und der äußerst lebhaften Fürstin von Hohenzollern; der Herzog von Altenburg kam auf einen Tag zum Besuche herüber; ein Prinz von Biron, dem kurländischen Fürstenhause verwandt, sprach auf der Durchreise ein. Das gab ein unaufhörliches Ankommen und Abfahren von Equipagen und hochbepackten Reisewagen; die lustigen Fanfaren der Postillone hörten nicht auf, über den Schloßhof zu tönen. Aber alle diese Herrlichkeit ging nur wie im Traume an mir vorüber: denn ich war noch immer so schüchtern, daß ich kaum wagte, die Augen aufzuschlagen. Fritz dagegen, obgleich 2 Jahre jünger als ich, bewegte sich ganz unbefangen in den glänzenden Sälen. Durch sein drolliges Wesen wurde er bald der Liebling der vornehmen Damen; die Fürstin von Hohenzollern hörte nicht auf, ihn zu necken, und lachte über seine komischen Antworten.

Ernst Welker portraitierte die Fürstin von Hohenzollern, Tochter der Herzogin von Kurland, als Eidechse dar. (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)
Ernst Welker portraitierte die Fürstin von Hohenzollern, Tochter der Herzogin von Kurland, als Eidechse. (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)

Mein Vater ließ uns volle Freiheit, den Tag über im Park, im Dorfe und in der Umgebung uns zu ergehn, doch mußten wir um 6 Uhr zur Mittagstafel in tadellosen Anzügen erscheinen. Das Schloß Löbichau, vom letzten Herzoge von Kurland am Ende des 18. Jahrhunderts erbaut, war äußerlich sehr unscheinbar, aber im Inneren mit fürstlichem Luxus an Marmorvasen, Spiegeln und Teppichen ausgestattet; der sehr ausgedehnte Park bot eine Menge der freundlichsten Spaziergänge; hier hielten wir uns jedoch niemals lange auf, sondern eilten in das nahegelegene Dorf Löbichau, wo Fritz sehr bald mit allen Bauerjungen Bekanntschaft machte; oder wir gingen auf einsamen Waldwegen nach dem nahe gelegenen Schlosse Tannenfeld; dies gehörte ebenfalls der Herzogin, und wurde zur Aufnahme von fremden Gästen benutzt. Von dem flachen Dache genoß man einer herrlichen Aussicht über das fruchtbare altenburgische Ländchen; fern im Osten weckte die lange Kette der böhmischen Berge das unnennbare Gefühl des Hinausstrebens in die weite unbekannte Welt. […]

Das Portrait von Fritz Piattoli hat Emilie von Binzer, Zeichenschülerin Ernst Welkers, unterschrieben (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)
Das Portrait von Fritz Piattoli hat Emilie von Binzer, Zeichenschülerin Ernst Welkers, unterschrieben (Sammlung Welker, Museum Burg Posterstein)

Der Pächter des herzoglichen Gutes, ein reicher Bauer, Namens Schnabel, war uns sehr freundlich gesinnt, und wir verkehrten viel in seinem Hofe. Sein Sohn Michel, etwas älter als wir, half schon in der Wirtschaft. Da geschah es eines Tages, daß Michel einen Mistwagen ausführte, und Fritz einlud, zu ihm vorn aufzusteigen, was dieser sich nicht zweimal sagen ließ. Allein das Unglück wollte, daß am Ende des Dorfes die Fürstin von Hohenzollern, von einer Spazierfahrt zurückkehrend, Fritzen auf dem Mistwagen und mich, ehrbar daneben gehend erblickte. Seitdem verging selten ein Tag, ohne daß sie ihn fragte: Fritz, willst du spazieren fahren? Soll ich Michel Schnabeln anspannen lassen? Noch mehr wurde er geneckt, als er eines Tages, schon völlig zum Essen angekleidet, noch schnell in den Stall ging, und darauf einen penetranten Pferdegeruch mit in den parfümirten Salon brachte. Fritz, rief ihm die Fürstin zu, ich sehe, daß du nichts anderes werden kannst, als Postillon! O, erwiederte er keck, das würde mir auch recht lieb sein! Michel Schnabel bewirthete uns zuweilen mit einem trefflichen Quarkkuchen, dem wir so tapfer zusprachen, daß nachher die delikatesten Schüsseln der herzoglichen Tafel unberührt vorübergingen.

Einige Regentage benutzten wir dazu, um alle Räume des weitläufigen Schlosses vom Keller bis zum Dachboden, insofern dies thunlich war, zu durchkriechen. Fritz diente bei diesen Entdeckungsreisen als Steuermann; er wurde nicht müde, auf den langen dunklen Korridoren, die durch alle Stockwerke führten, eine Thür nach der anderen aufzuklinken, um in neue unbekannte Gegenden zu gelangen. Diese Streifzüge führten uns auch in die Bibliothek. Hier ging ich alsbald vor Anker, und ließ Fritzen seine Reisen allein fortsetzen. Für’s erste zogen mich die prachtvollen Einbände an, die in der Bibliothek des Grosvaters Nicolai fast gänzlich fehlten, dann fesselten mich einige schöne landschaftliche und architektonische Kupferwerke; die gröste Bewunderung erregte eine zierliche Stehleiter in Form einer schmalen Wendeltreppe auf Rädern; oben angelangt fand man einen bequem gepolsterten Sitz mit Rückenlehne, und konnte in behaglicher Ruhe die oberen Bücherreihen durchmustern.

Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (Museum Burg Posterstein)
Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (Museum Burg Posterstein)

Das nahe liegende Gut Nöbdenitz gehörte dem schon genannten altenburgischen Minister von Thümmel, einem Bruder des Dichters Moritz von Thümmel. Von der segensreichen Wirksamkeit des Ministers, der damals, wie ich glaube, schon den Geschäften entsagt hatte, zeugte der blühende Wohlstand des glücklichen Ländchens. Der Bau seiner Chausseen, als eines theuern und unnützen Luxusartikels, fand anfangs vielen Widerspruch, doch er beschämte die Tadler durch das reiche Einkommen des Chausseegeldes und den gesteigerten Absatz der Landesprodukte.

Das heute nicht mehr vorhandene "Neue Schloss" Nöbdenitz, in dem sich Hans Wilhelm von Thümmels Bibliothek befand. (Deutsche Fotothek, kolorierte Ansichtskarte, CC0 Europeana.)
Das heute nicht mehr vorhandene “Neue Schloss” Nöbdenitz, in dem sich Hans Wilhelm von Thümmels Bibliothek befand. (Deutsche Fotothek, kolorierte Ansichtskarte, CC0 Europeana.)

Der nachbarliche Verkehr zwischen Löbichau und Nöbdenitz war ein recht lebhafter; mit den Töchtern des Ministers, obgleich sie mehrere Jahre älter waren als wir, wurden genußreiche und weite Spaziergänge in der Umgebung ausgeführt. Schloß Nöbdenitz, in heitrer ländlicher Umgebung, erfreute durch seine wohnliche Einrichtung. Allerlei sinnreiche Wunderlichkeiten des Hausherrn erregten das Erstaunen der jugendlichen Besucher. In der Bibliothek zeigte er uns einige Leitern, die, um Raum zu ersparen, ganz in die Wand hineingeschoben wurden. An der Außenseite des Gartenhauses führte eine frei in der Luft schwebende Wendeltreppe bis zum Dache hinauf. Mit Ehrfurcht betrachteten wir eine mitten im Dorfe stehende Eiche von ungeheurem Umfange. Der Volksglaube machte sie zu einem Druidenbaume der heidnischen Germanen, und die Schätzung der Botaniker gab ihr ein Alter von 2000 Jahren. In der Höhlung des Stammes konnten 10-12 Menschen neben einander stehn. Der Minister hatte angeordnet, daß man ihn im Innern der Eiche begraben solle, damit seine irdischen Ueberreste unverweilt als sprossende Zweige und grüne Blätter an die freie Himmelsluft hinausgelangen möchten.“


Tatsächlich wurde der Minister Hans Wilhelm von Thümmel nach seinem Tod 1824 in dieser noch heute so genannten 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz beigesetzt – so wie er es sich gewünscht hatte. Solche „Gräber im Grünen“ waren vor allem in Adelskreisen zur Zeit der Aufklärung sehr beliebt. Auch, wenn Thümmel mit seiner Beisetzung in einem Baum ein besonders ausgefallenes Beispiel für diese Grabkultur ist, lassen sich ähnliche Begebenheiten im engeren Umfeld des Ministers finden: Herzogin Anna Dorothea von Kurland ließ sich im Hain nahe ihres Schlosses Löbichau beerdigen und Herzog Ernst II. von Sachsen-Gotha und Altenburg, unter dem Thümmel lange Jahre gedient hatte, ließ sich ganz schlicht ohne Gedenkstein auf der Grabinsel im Schlosspark in Gotha beisetzen.

Blick auf das Herrenhaus Nöbdenitz heute (Foto: Museum Burg Posterstein)
Blick auf das Herrenhaus Nöbdenitz heute (Foto: Museum Burg Posterstein)

Vom Rittergut Nöbdenitz, wie Gustav Parthey es beschrieb, und auch von dessen weitläufigem Garten sind heute kaum mehr Reste geblieben. Ein Schicksal, das viele Rittergüter und Gärten im Altenburger Land ereilt hat. 2021 wollen sich vier Museen des Altenburger Landes dennoch – oder gerade deshalb – den historischen und modernen Gärten der Region zuwenden. Die gemeinsame Ausstellungsreihe trägt den Namen „Grünes im Quadrat – Historische Gärten im Altenburger Land” und ist eine Kooperation zwischen dem Lindenau-Museum Altenburg, dem Residenzschloss Altenburg, dem Naturkundemuseum Mauritianum und dem Museum Burg Posterstein.

Unsere Ausstellung mit Titel „#GartenEinsichten: „Wie der Gärtner, so der Garten“ – Gartenkultur als Spiegel der Gesellschaft“ ist voraussichtlich ab Mai 2021 geplant. Minister Thümmel werden Sie in dieser Ausstellung durchaus wieder begegnen. Die 1000-jährige Eiche in Nöbdenitz und auch das darin befindliche Grab existieren im Übrigen auch heute noch.

Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel liegt noch heute unter der 1000-jährigen Eiche von Nöbdenitz begraben. (Foto: Museum Burg Posterstein, 2018, inzwischen hat das Naturdenkmal ein weiteres Stützsystem erhalten)
Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel liegt noch heute unter der 1000-jährigen Eiche von Nöbdenitz begraben. (Foto: Museum Burg Posterstein, 2018, inzwischen hat das Naturdenkmal ein weiteres Stützsystem erhalten)

Doch zurück zu Gustav Parthey und seinen Jugenderinnerungen. 1812 war zwar das erste, aber nicht das letzte Mal, das Parthey zu Besuch in Löbichau war. Sein zweibändiger Bericht endet im Jahr 1821, nachdem er in Begleitung der Herzogin von Kurland einige Zeit in Paris verbracht hatte.

Es sind tatsächlich seine Erinnerungen an seine Jugendzeit, die er niederschrieb und die auch nur für seine Familie und Freunde, nicht für eine Veröffentlichung gedacht waren. Doch auch Emilie von Binzer lag mit ihrer Einschätzung nicht falsch: Partheys Absicht war es nie, jemanden in diesem Buch zu diskreditieren und so wurde das Werk postum und mit Einwilligung der Familie veröffentlicht. Im Übrigen: Die Nicolaische Verlagsbuchhandlung, die Gustav Parthey nach dem Tod seines Vaters weiterführte, existiert bis heute und gilt als die älteste Buchhandlung Berlins.

Und damit verabschiede ich mich von Ihnen, liebe Zuhörende, und hoffe, Sie auch in der nächsten Folge der LeseZEIT mit Geschichte und Geschichten aus dem Museum Burg Posterstein begrüßen zu dürfen!

Von Franziska Engemann

#Kinderburg Bastelanleitung: Ostereier

DIY-Osterei Museum Burg Posterstein

Zu Ostern gehören schöne bunte Ostereier. Diese zieren Büche, Bäume oder ganze Brunnen als Osterkrone. Es gibt ungeheuer viele verschiedene Techniken zum Verzieren von Ostereiern. Hier seht ihr ein Foto mit Eier, die Peter Rehfeld aus Rositz gestaltet und dem Museum Burg Posterstein geschenkt hat:

Ostereier gestaltet von Peter Rehfeld - Sammlung Museum Burg Posterstein
Von Peter Rehfeld aus Rositz verzierte Ostereier

Diese tollen Eier machen Lust, es selbst mal zu probieren, oder? Wir haben euch dafür eine kleine Anleitung zusammengestellt.


Material:

Das braucht ihr: eine Stecknadel, einen kleinen Küchenspieß aus Holz, Pinsel, Farben, ein Teelicht, einen alten Bleistift mit rundem Radiergummi und natürlich Eier.


Schritt 1: Eier ausblasen

Das ist schon eine Kunst für sich und ein Spaß für die ganze Familie! Der beste Ort dafür ist die Küche! Falls ein Ei zu Bruch geht, kann man es hier am besten wegmachen.

DIY-Osterei Museum Burg Posterstein

Ihr braucht hier: Eier, Stecknadel, Küchenspieß und im besten Falle eine kleine Schüssel

Nehmt ein rohes Ei und piekt mit der Stecknadel vorsichtig ein Loch in die Spitze und eines in die gegenüberliegende Unterseite. Lasst euch dabei gern von euren Eltern helfen, denn bei Nadeln ist immer Vorsicht angesagt!

DIY-Osterei Museum Burg Posterstein
Eier Ausblasen Schritt 1: Anpieken

Habt ihr die zwei Löcher in die Schale des Eies gepiekt, verstaut als erstes die Stecknadel gut und sichtbar! Dann nehmt einen Küchenspieß aus Holz und erweitert die Löcher vorsichtig. Eines der Löcher kann ruhig so groß sein, wie der Durchmesser des Spießes.

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Eier Ausblasen Schritt 2: Loch vergrößern

Ist das geschafft, pustet kräftig durch das kleinere Loch, als wolltet ihr einen Luftballon aufpusten. Wenn ihr möchtet, könnt ihr dafür auch einen Strohhalm zu Hilfe nehmen, den ihr direkt auf das Loch legt. Aber wenn das Ei vorher ordentlich mit Wasser gesäubert wurde, könnt ihr auch einfach so pusten. Pustet solange, bis das Ei leer ist. Also nicht aufgeben! Ist alles heraus, könnt ihr es auch noch einmal vorsichtig mit Wasser ausspülen.

DIY-Osterei Museum Burg Posterstein
Eier Ausblasen Schritt 3: Pusten

Ein Tipp: Am besten stellt ihr euch zum Auspusten eine kleine Schüssel bereit, in die das Eigelb und das Eiweiß laufen können. Aus diesen könnt ihr später noch mit eurer Familie Rührei machen oder sie für einen Kuchen verwenden.

Und wem das doch alles zu ekelig ist: einige Läden haben bereits ausgeblasene Eier im Angebot! Fragt zum Beispiel bei Hof- oder Bastelläden an.

Schritt 2: Eier bemalen

Dazu braucht ihr die ausgeblasenen Eier, einen Pinsel, Farben (z.B. Acryl) und ein Teelicht.

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Einige Eier sind weiß, einige braun oder gesprenkelt. Viele Eier tragen auch einen auffälligen Stempel, der verrät, woher sie kommen. Wenn euch euer Ei nicht so gefällt, wie es ist oder euch der Stempel stört, könnt ihr sie einfach mit Farbe anpinseln!

Da die Eier leer sind und somit nicht mehr gegessen werden, müsst ihr nicht auf spezielle Farben achten. Nehmt zum Beispiel Acryl- oder Schulmalfarben. Jede Farbe, die euch gefällt ist erlaubt! Pinselt euch nur nicht selber an und nutzt eine Unterlage, die ihr zur Not am Ende wegwerfen könnt (z.B. alte Zeitungen)!

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Tipp: Alu-Schale eines Teelichts als Eier-Halter

Um das wackelige Ei zu stabilisieren, könnt ihr zum Beispiel die kleine Aluschale von Teelichtern benutzen. Legt das Ei auf die Schale und so könnt ihr es in Ruhe anstreichen. Alternativ könnt ihr auch ein schmales Glas dazu benutzen. Fragt einfach eure Eltern, was ihr nehmen könntet.

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Wenn ihr das Ei grundiert, sieht man den pinkfarbenen Eier-Stempel nicht mehr

Am schönsten sieht es aus, wenn ihr die Farbe gelichmäßig auf das Ei streicht. Am besten, ihr streicht mit dem Pinsel nur in eine Richtung (z.B. von der Spitze nach unten). Wenn ihr euch die Finger nicht schmutzig machen wollt, bemalt erste die eine Hälfte es Eies und wenn diese getrocknet ist, die andere. Und sollte euch der erste Anstrich zu fleckig sein, kein Problem! Tragt einfach nach dem Trocknen eine zweite Farbschicht auf. Acrylfarben trocknen recht schnell. Nutzt die Zeit, und bepinselt einfach noch ein paar weitere Ostereier.

Schritt 3: Eier dekorieren

Dazu braucht ihr Farbe, einen alten Bleistift mit rundem Radiergummi und die Teelichtschale.

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Eier bemalen: Wenn die Grundierung getrocknet ist, könnt ihr mit der Verzierung beginnen.

Ist die Grundierung auf dem Ei getrocknet, geht es ans dekorieren. Setzt euer Ei auf mit der Spitze auf die Teelichtschale und zeichnet eine dünne Linie entlang des Schalenrandes auf das Ei. Das ist eure Markierung! Dreht jetzt das Ei, damit ihr die Linie sehen könnt.

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Tipp: Die Radiergummispitze eignet sich als Stempel

Den Radiergummi des Bleistiftes taucht ihr jetzt ein wenig in die Farbe, mit der ihr das Ei dekorieren wollt und tropft damit vorsichtig auf der Linie entlang. Am besten eignen sich hier Farben, die nicht allzu wässrig sind!

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Ostereier dekorieren: Stempel-Technik

Ist der Kreis geschlossen, tupft ihr darunter einen neuen Kreis, bis ihr an der Spitze angekommen seid! Das gibt ein tolles Schuppenmuster! Lasst die Farbe trocknen und macht dann dasselbe auf der anderen Seite! Und wenn ihr möchtet, ist euer tolles Osterei schon fertig!

Schritt 4: Für Profis!

Ihr glaubt, auf eurem Ei ist noch Platz? Dann probiert doch einfach weiter! Die Möglichkeiten sind groß! Hier ein paar Ideen zum Weitermachen:

Tupft in der Mitte des Schuppeneies kleine Blümchen! Dazu einfach … Tupfen kreisförmig mit dem Radiergummi aufmalen und in die Mitte der Blume einen andersfarbigen Tupfen setzen!

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Zusatz-Aufgabe: Blümchen stempeln

Schneidet kleine Blümchen aus Buntpapier aus oder stanzt sie mit einem entsprechenden Bastelgerät aus. Einfach mit Leim aufkleben. Zum besseren Halt empfiehlt sich das Ei nach dem Trocknen mit Bastel-Glanzlack zu bestreichen oder zu besprühen. Lasst euch dabei aber von euren Eltern helfen!

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Eier kann man nicht nur bemalen, sondern auch bekleben. Lasst eurer Fantasie freien Lauf!

Ihr könnt auch vorsichtig mit einem kleinen Pinsel Blüten auf das Ei tupfen oder zeichnen. Für den Blütenstempel gibt es einen kleinen Trick! Nehmt dafür einfach den Holzspieß aus der Küche. Taucht ihn in die Farbe. So könnt ihr sogar ganz kleine Punkte setzen oder mit etwas Geschick, ganz dünne Striche ziehen!

DIY-Osterei Museum Burg Posterstein
Aufhängen oder hinstellen – fertig ist die Oster-Deko!

Lasst einfach eure Fantasie spielen!

Viel Spaß beim Basteln und ein frohes Osterfest!

Neuzugang in der Sammlung des Museums Burg Posterstein: rund 700 Ostereier in verschiedensten Techniken

Ostereier gestaltet von Peter Rehfeld - Sammlung Museum Burg Posterstein
Ostereier gestaltet von Peter Rehfeld – Sammlung Museum Burg Posterstein

Vor den Osterfeiertagen erhielten wir für die Sammlung des Museums Burg Posterstein eine einzigartige Schenkung: Der Rositzer Handwerker und Ostereier-Gestalter Peter Rehfeld übergab dem Museum seine Sammlung von rund 700 handgefertigten Ostereiern. Da das Museum weiterhin geschlossen bleiben muss, kann sie in diesem Jahr noch nicht gezeigt werden. Zur Einstimmung auf die Feiertage im kleinen Kreis gibt es hier im Blog erste Fotos. Im Kinderburg-Blog haben wir darüber hinaus Wissenswertes zum Osterfest und Basteltipps für die ganze Familie zusammengestellt.

Peter Rehfeld bewahrt und sammelte historische Gestaltungstechniken

Seit fast 40 Jahren gestaltet Peter Rehfeld bereits Eier zu filigran ausgeführten Kunstwerken um. Und jedes Jahr entstehen neue. Sein Ziel ist es dabei, alte Handwerkstechniken, die zur Gestaltung dieser berühmten und allseits beliebten Osterdekorationen zum Einsatz kommen, zu sammeln, zu bewahren und einem breiten Publikum bekannt zu machen. Dazu dient ihm nicht nur sein privater Garten als Ausstellungsfläche! Seine handgefertigten Ostereier wurden bereits in verschiedenen Museen und Ausstellungen gezeigt und bewundert.

Peter Rehfeld aus Rositz im Altenburger Land setzt sich seit fast 40 Jahren dafür ein, alte Ostereier-Gestaltungstechniken zu sammeln und zu bewahren.
Peter Rehfeld aus Rositz im Altenburger Land setzt sich seit fast 40 Jahren dafür ein, alte Ostereier-Gestaltungstechniken zu sammeln und zu bewahren.

Zur Verzierung der Hühner-, Wachtel- oder Gänseeier nutzt Peter Rehfeld verschiedene Techniken und Materialien. Stroh, Blumen und Gräser, Stoffe und Farben bilden nicht nur Muster, sondern zum Teil ganze Landschaften ab. Jedes Ei ist ein Unikat. Und doch sind diese Techniken zum Nachahmen geeignet. Verkäuflich sind die kleinen Kunstwerke nicht. Aber einige einfache Anleitungen, die zu einem erstaunlich raffinierten Endprodukt führen, hat Peter Rehfeld in einem eigenen Buch zusammengefasst und herausgegeben.

Rund 700 seiner wunderbar gearbeiteten Ostereier sind nun in die Sammlung des Museums Burg Posterstein eingegangen. Ursprünglich war für die Osterzeit eine Sonderschau mit Workshops des Künstlers in der Burg geplant. Seit 2. November 2020 ist das Museum Burg Posterstein allerdings geschlossen, um Besucher zu schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der COVID-19-Pandemie zu leisten. Aber verschoben ist nicht aufgehoben – eine entsprechende Ausstellung planen wir für das nächste Jahr.

Hintergrundinfos und Bastelideen zu Ostern im Kinderburg-Blog

In unserem Kinderburg-Blog haben wir verschiedene Beiträge zum Osterfest, darunter auch die Antworten auf die Fragen „Was hat das Schaf mit Ostern zu tun?“ und „Welche Farbe hat ein Osterei?“. Zudem gibt es dort einfache Bastelanleitungen zum Gestalten von Ostereiern, kleinen Geschenken oder kostenlose Vorlagen für individuelle Ostergrußkarten.

Wir wünschen allen ein frohes Osterfest! Bleiben Sie gesund!

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein