#Kinderburg: Wie schwer war die Ritterrüstung?

Jeremy (11 Jahre) und Jannes (5 Jahre) wollen wissen, wie schwer die Rüstung – genannt Harnisch – eines Ritters war. Burggespenst Posti und Drache Stein antworten:

So eine Rüstung war ziemlich schwer. Sie bestand aus sehr vielen einzelnen Teilen und wog zwischen 20 und 30 Kilogramm – also etwa so viel wie zwei bis drei Eimer Wasser! Allein ein Helm wog so viel wie drei Milchkartons (drei Kilogramm). Ein Kettenhemd konnte sogar 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage bringen, so viel wie ein Kindergartenkind. Trotzdem konnten die Männer dieses Gewicht, das sich auf den ganzen Körper verteilt, gut tragen. Eine Feuerwehr-Ausrüstung wiegt heute genauso viel!

Seit rund 500 Jahren gibt es keine „richtigen“ Ritter in Rüstung mehr. Das lag auch daran, dass die Rüstungen neuen Waffen nicht mehr standhalten konnten. Im Laufe der Zeit entwickelten die Menschen zum Beispiel immer bessere Feuerwaffen, die auch Rüstungen durchschlugen. Das war natürlich nur ein Grund, warum es heute keine Ritter zu Pferd und mit Rüstung mehr gibt.

Helme und Rüstung in der Burg Posterstein.
Helme und Rüstung in der Burg Posterstein.

Heute kann man “Ritter” nur noch auf Mittelaltermärkten sehen. Das sind aber geübte Schauspieler, die zur Freude der Besucher ein Turnier nachstellen. Trotzdem tragen auch diese Ritter noch richtige Rüstungen, die auch noch heute genauso schwer sind wie damals im Mittelalter. Und immer noch gibt es so etwas wie moderne Rüstungen: Helme, Schutzanzüge und schusssichere Westen zum Beispiel.

Anmerkung: Wir danken Dirk H. Breiding (Department Waffen und Rüstungen am Philadelphia Museum of Art) für die inhaltliche Beratung.

#Kinderburg: Wo haben die Ritter geschlafen?

In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.

„Wo haben die Ritter geschlafen?“, fragt Jonathan (4 Jahre). Burggespenst Posti und der Drache Stein antworten:

Die Ritter in einer Burg haben in der „Kemenate“ geschlafen. Dieser Raum war das Wohn- und Schlafzimmer. Als einziger Raum in der Burg hatte die Kemenate einen Kamin, der den Ritter und seine Familie wärmen konnte. Dort stand ein Bett, in dem der Ritter, seine Frau und seine Kinder gemeinsam schliefen.

In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.
In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.
In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.[/caption]In der Burg Posterstein gibt es heute leider kein Ritterbett mehr zu sehen. Weil die Burg nach dem Mittelalter oft umgebaut wurde, lassen sich in ihr sehr viele Kamine finden. Nicht nur einer.

Aber vor 800 Jahren, als die Burg noch neu gebaut war, gab es nur ein beheizbares Zimmer: Die „Kemenate“. Dieser seltsame Name stammt aus der lateinischen Sprache. Dort heißt das Wort „caminus“ so viel wie Kamin oder Ofen, den es in der Kemenate eben gab. Trotzdem war es im Winter sehr kalt. Mit Wandteppichen und Vorhängen versuchte man den Raum wärmer und schöner zu gestalten.

Die Kemenate diente als Wohnzimmer und als Schlafzimmer. In dem dortigen Bett schliefen der Ritter, seine Frau und alle ihre Kinder zusammen. Am Tag war das Zimmer das Reich der Burgdamen.

Wie genau das Ritterbett in der Burg Posterstein vor 800 Jahren ausgesehen hat, wissen wir leider nicht. Aber später war es groß, aus Holz gebaut und sehr hoch, damit die Ritterfamilie nicht so nah am kalten Boden liegen musste.

Nicht alle Ritter hatten ein eigenes Bett

Aber nicht alle Ritter haben überhaupt auf einer Burg gewohnt. Viele lebten bei den Bauern in den Dörfern. Dort hatte man oft Bettkisten, Schlafnischen und Strohmatten, auf denen man schlief. Der Mittelpunkt eines Hauses war auch dort der Ofen, der als Kochstelle diente und um den sich alle schlafenlegten. Auch in den Dörfern schlief die ganze Familie gemeinsam in den Betten. Manchmal teilte man sich diese Ruhestätte nicht nur mit der Familie, mit den Mägden und Knechten, sondern auch mit den Tieren. Denn viele Menschen und Tiere in einem Raum erzeugen mehr Wärme!

Wer ein richtiges Schlafzimmer besaß, war ein reicher Mann. Und in manchen Burgen und Schlössern schliefen sogar die Knechte neben dem Bett ihres Herrn in Bettkisten.

Den bequemsten Schlafort in der ganzen Burg Posterstein haben aber wir Geister. Wir schlafen am liebsten im Dach des Turmstübchens, wohin niemand klettern kann. Hier ist es ruhig und friedlich und wir haben immer eine tolle Aussicht!

Blog-Serie “Kinderburg”: Die Burggeister Posti und Stein beantworten Eure Fragen. Mehr dazu.

Im Jahr 2016 Besucher aus allen Bundesländern – Museum Burg Posterstein zieht Bilanz

Winterliche Burg Posterstein
Winterliche Burg Posterstein

Auch 2016 kamen wieder über 20.000 Besucher ins Museum Burg Posterstein. Allein in der Weihnachtswoche sahen rund 600 Besucher die Krippenausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen”. Anlass, um Bilanz zu ziehen.

Seit Mitte Juli läuft eine Besucherbefragung im Museum, die zeigt, dass die Hälfte der Gäste aus Thüringen und rund 30 Prozent aus Sachsen kamen. Die zehn häufigsten Herkunftsorte waren Gera, Altenburg, Leipzig, Berlin, Jena, Zwickau, Chemnitz, Crimmitschau, Erfurt und Ronneburg. Vier Prozent der Besucher stammten aus Sachsen-Anhalt und jeweils drei Prozent aus Berlin, Brandenburg, Baden-Württemberg und aus dem Ausland. Die drei Prozent internationalen Gäste reisten aus 23 Ländern an, wobei über die Hälfte davon aus Holland, den USA, Peru, der Schweiz, Norwegen, Österreich und Frankreich kamen.

Starker Besucheranstieg in der digitalen Welt

Ausstellung - offline und digital im Museum Burg Posterstein
Ausstellung – offline und digital im Museum Burg Posterstein

Das Museum Burg Posterstein begleitet seine Ausstellungen immer mit zusätzlichen Informationen und Inhalten im Internet. Auf Website, Blog und den Social Media-Kanälen des Museums können Interessierte tiefer in geschichtliche und kulturelle Themen eintauchen. Ausstellungen werden spielerisch begleitet, Besucherbeteiligung und Fragen sind immer willkommen. Themen, die vor Ort keinen Platz finden, können online langfristig für die Öffentlichkeit zugängig gemacht werden.

In der digitalen Welt verzeichnet die Burg Posterstein deutlich steigende Besucherzahlen. Die Website des Museums wurde 2016 rund 156.000 Mal angesteuert (Visits). Der Blog des Museums erhielt rund 22.000 Aufrufe, das sind rund 23 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Gros der Blogleser kam aus Deutschland, gefolgt von den USA, Österreich, Schweiz und Frankreich. Die beliebtesten Beiträge tragen Titel wie “Wie still war das Örtchen von Ritter Kunibert?”, “Ein spektakulärer Fund – aus dem Jahr 1730” oder “Museum kommuniziert – wie, wo und wohin?“.

Auch in den sozialen Medien folgen immer mehr Menschen aus aller Welt dem Museum Burg Posterstein. Inzwischen haben sich dauerhafte Bekanntschaften entwickelt, die teilweise auch “offline” weitergeführt werden. Dem Facebook-Auftritt des Museums folgen derzeit rund 780 Menschen, das ist ein Anstieg von 20 Prozent gegenüber 2015. Dem Twitter-Profil folgen über 2000 Nutzer, was einer Steigerung von 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. Seit einem dreiviertel Jahr nutzt das Museum auch den Bilder-Blog-Dienst Instagram, wo es derzeit rund 360 Abonnenten hat.

Die geplante Sonderausstellung für Familien beginnt im Blog

2017 erstmals eine Ausstellung gezielt für ein junges Publikum und Familiren: Die Kinderburg auf Burg Posterstein
2017 erstmals eine Ausstellung gezielt für ein junges Publikum und Familiren: Die Kinderburg auf Burg Posterstein
Die für 1. Oktober 2017 geplante Ausstellung für ein junges Publikum “Die Kinderburg – Auf den Spuren von Rittern und Salondamen” beginnt demnächst bereits im Blog. Im Museum, per Brief, E-Mail, Facebook, Twitter und Instagram lädt das Museum Jung und Alt dazu ein, Fragen zum Ausstellungsthema zu stellen. Die Antwort senden die Mitarbeiter des Museums dem Fragesteller zu und teilen sie darüber hinaus auf dem Blog in einer neuen Blogserie “Die Kinderburg”.

Malerischer Museumstag: Kleine #PaintMuseum-Galerie

Zum diesjähriegen Museumstag gibt es eine Aktion namens #PaintMuseum, die Museumsbesucher schon im Vorfeld des heutigen Museumstags (am 22. Mai) dazu aufrief, Museumserlebnisse bildlich festzuhalten und online zu teilen. Schöne Bilder von der Burg oder Museumserlebnissen nehmen wir gerne weiterhin entgegen!

Das passte perfekt zu unseren Pastellzeichenkursen, die in der aktuellen Sonderausstellung zum Wandermaler Friedrich Mascher (1815-1880) stattfanden. Auch die Kinder der Nöbdenitzer Kindertagesstätte schickten uns einige ihrer Gemälde von der 1000-jährigen Eiche im Nachbarort Nöbdenitz, was wiederum einen Vorgeschmack auf unsere nächste Sonderausstellung gibt, die Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) portraitiert, der sich den Baum zur Grabstätte wählte.

Hier im Blog gibt es eine kleine Galerie, der #PaintMuseum-Zeichnungen, die wir gesammelt haben – wir danken ganz herzlich allen Mitwirkenden:

Wer weitere Beiträge einreichen möchte, darf sie uns gerne mailen, dann werden wir sie hier im Blog ergänzen und auf Facebook, Twitter und Instagram teilen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

#futureMW: Die Wiederbelebung des Postersteiner Burgbergs – Teil 2

LogoMW_PostersteinBereits letztes Jahr zur #MuseumWeek bei uns im Blog ein Thema, gibt es in diesem Jahr ein Update zur Zukunft des Postersteiner Burgbergs. Heutiges Tagesthema der weltweiten Museumswoche auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken ist #futureMW.

Eine Machbarkeitsstudie, durchgeführt vom Planungsbüro IPU Erfurt und finanziert mit Mitteln der Thüringer Staatskanzlei, der Gemeinde Posterstein und des Museumsvereins Burg Posterstein e. V., hat die Machbarkeit des Projekts bestätigt.

Die historischen Gebäude sind gekauft, die Machbarkeitsstudie erfolgreich abgeschlossen, die Finanzierung auf einem guten Weg
Die historischen Gebäude sind gekauft, die Machbarkeitsstudie erfolgreich abgeschlossen, die Finanzierung auf einem guten Weg

Seit über einem halben Jahr arbeitet der Förderverein Burgberg Posterstein e. V. mit Planungsbüro und Architekt intensiv an der Umsetzung. Ein Finanzierungskonzept einschließlich der Zusicherung von Fördermitteln aus dem Programm der Dorferneuerung steht und die Gemeinde Posterstein möchte das nachhaltige Zukunftsprojekt für den Burgberg unbedingt umsetzen.

Geplante Neugestaltung des Burgbergs

Das Gesamtvorhaben „Gemeinsam nicht einsam- neues Leben auf dem Land“ möchte beispielhaft aufzeigen, wie das Leben im ländlichen Raum, aufbauend auf den bestehenden Qualitäten und Stärken des dörflichen Lebens, funktionieren kann. Ziel des Vorhabens ist es, den Burgberg wieder mit Leben zu erfüllen, eine Nutzungsmischung aus Wohnen, Arbeiten und Freizeit/Tourismus zu etablieren und so Posterstein als Wohn-, Arbeits-, Sozial-, und Kulturraum zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Posterstein?!

Posterstein ist eine Gemeinde mit 427 Einwohnern (Stand 2013) im Landkreis Altenburger Land. Sie liegt im strukturschwachen ländlichen Raum zwischen Gera und Altenburg. Posterstein, mit dem Ortsteil Stolzenberg, liegt inmitten einer sanfthügligen, durch die Mäander der Sprotte geprägten, Landschaft. Über der Sprotte in Posterstein, erhebt sich die gleichnamige mittelalterliche Höhenburg mit dem 25 Meter hohen Bergfried als äußerem Wahrzeichen. Die Gemeinde verfügt durch die Autobahnanschlussstelle Ronneburg über einen direkten Anschluss an die A4 (Eisenach-Dresden).

Posterstein: historische Fachwerkhäuser und Bauerngärten, Rad-Wanderwege und über allem thront die Burg (Foto: Petra Nienhold/Museum Burg Posterstein)
Posterstein: historische Fachwerkhäuser und Bauerngärten, Rad-Wanderwege und über allem thront die Burg (Foto: Petra Nienhold/Museum Burg Posterstein)

Laut Regionalplan Ostthüringen liegt Posterstein an der touristischen Infrastrukturachse Gera- Ronneburg- Altenburg. Durch Posterstein führen der Thüringenwanderweg, der Lutherweg und die überregionalen Radwege „Thüringer Städtekette“ sowie die Mittellandroute (D-Netz Route 4) und die Bauerngartenroute (Begleitprojekt Bundesgartenschau 2007). Rad- und Wanderwege, das Postersteiner Ritterturnier und das Seifenkistenrennen bringen insgesamt jährlich über 30.000 Touristen in die Gemeinde.

Ein kulturträchtiger Ort

Die Burg beherbergt seit 1952 das Regionalmuseum des Landkreises, das jährlich rund 22.000 Besucher anzieht. Der Burgberg Posterstein hat für das Altenburger Land und die Region Ostthüringen somit nicht nur historische, sondern auch touristische Relevanz. Die ständige Ausstellung des Museums zeigt vor allem die Burggeschichte und vielfältige Ausstellungen zur regionalen Kulturgeschichte. Davon ist die Exposition zum Musenhof Löbichau der Herzogin von Kurland die umfangreichste Ausstellung zu diesem Teil der europäischen Salongeschichte in einem deutschen Museum.

Kauf der historischen Rittergutsgebäude

Das gesamte Areal des Burgbergs besteht neben der im Eigentum des Landkreises befindlichen Burg, aus dem Herrenhaus, dem ehemaligen Pferdestall sowie dem Lager (ehemalige Scheune), die nun Eigentum des Fördervereins Burgberg Posterstein e.V. sind und zwei weiteren privaten Gebäuden.

Im November 2015 gab es zum ersten Mal die Möglichkeit, das renovierungsbedürftige Herrenhaus zu besichtigen.
Im November 2015 gab es zum ersten Mal die Möglichkeit, das renovierungsbedürftige Herrenhaus zu besichtigen.

Der bauliche Zustand des Herrenhauses, des Pferdestalls und des Lagers sind seit Jahren teilweise mangelhaft. Die bis November 2015 in privater Hand befindlichen Gebäudekomplexe (Scheune, Pferdestall, Herrenhaus) stehen seit 1993 leer und verfielen zusehends. Der Nordflügel der Burg wurde nach der Bodenreform bis auf das Kellergeschoss abgerissen.

Neue Strategie für die ländliche Entwicklung

Posterstein, wie viele Dörfer im ländlichen Raum, unterlag bzw. unterliegt einem starken strukturellen Wandel: die Anzahl der Arbeitnehmer in der Landwirtschaft nimmt ab, ebenso gehen die Arbeitsplätze im Ort zurück. Dafür steigt die Zahl der Pendler, was zu einer Trennung von Arbeitsplatz und Wohnort und somit zu längeren Wegen führt. Aufgrund der Globalisierung der Märkte rücken lokale Produkte in den Hintergrund und die Bevölkerung verliert den Bezug zu Produkten aus der Region und der Produktion von Lebensmitteln.

Der frühere Nordflügel der Burg Posterstein ist derzeit eine Ruine.
Der frühere Nordflügel der Burg Posterstein ist derzeit eine Ruine.

Regionales touristisches Informationszentrum in der Burg Posterstein

Ziel ist der Wiederaufbau des Nordflügels der Burg, um ein unentgeltliches touristisches Informationszentrum dort einzurichten. Gebäudeform und äußeres Aussehen des Neubaus orientieren sich dabei am historischen Vorbild. Alle baulichen Vorhaben sollen Bezug nehmen auf die Geschichte des ehemaligen Gutshofes und gleichzeitig moderne Elemente wie Barrierefreiheit und energetische Selbstversorgung durch Nutzung regenerativer Energien einbeziehen.

Eine Stärke des Tourismus im Altenburger Land ist hohe Zahl von Übernachtungen (von 2002 bis 2014 rund 22% mehr Übernachtungen). Schwächen sind der teilweise hohe Sanierungsbedarf bei Baudenkmälern, fehlende Nutzungskonzepte bei diesen sowie die partiell unzureichende Infrastruktur für Touristen außerhalb der Verdichtungsräume (Geschäfte, Cafés, Freisitze etc.). Zudem gibt es keine etablierten touristischen Leuchttürme außerhalb der Zentren.

Potentiale des Oberes Sprottentals

Auf der regional bedeutsamen touristischen Infrastrukturachse Gera-Ronneburg-Altenburg gibt es, ausgenommen in Altenburg und Gera selbst, keine touristischen Informationszentren, die als Anlaufpunkt für Gäste und Einheimische dienen. Einziger Anlaufpunkt für Touristen ist das Museum der Burg Posterstein, das weder die räumliche noch personelle Ausstattung besitzt, um Gästen vollumfängliche Beratungen anzubieten. Die touristische Vermarktung des Oberen Sprottetals, und somit des südlichen Teiles des Landkreises, übernimmt aktuell der Tourismusverband Altenburger Land e.V. sowie die Tourist-Information im 22 km entfernten Altenburg.

Blick vom Burgturm auf den Burgberg Posterstein
Blick vom Burgturm auf den Burgberg Posterstein

Hier besteht dringender Handlungsbedarf, denn ein touristisches Informationszentrum ist eine wichtige infrastrukturelle Voraussetzung für die erfolgreiche Vermarktung der Region. Die Regionale Entwicklungsstrategie LEADER identifiziert als Handlungsbedarf eine „Verbesserung des touristischen Angebotes auch außerhalb des touristischen Leuchtturms Altenburg“. Der Aufbau eines “ländlichen Reisebüros” Koordinationsstelle für die touristischen Aktivitäten in der Region kann dazu beitragen, die Stärken der Region sichtbar zu machen und die Schwächen anzugehen und so das touristische Angebot zu verbessern und die gesamte Region positiv zu entwickeln. Gleichzeitig soll eine Vernetzung der Akteure in lokalen Clustern, die zielgruppenbezogen gemeinsam Infrastrukturprojekte und Marketingaktionen erarbeiten und durchführen, stattfinden.

Geplant: Zentrum für Natur und Kultur

Rosine Hahn - gemalt von Friedrich Mascher, Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, Inv.-Nr. SM 2224
Die wohlhabende Altenburger Bauersfrau Rosine Hahn – gemalt von Friedrich Mascher, Schloss- und Spielkartenmuseum Altenburg, Inv.-Nr. SM 2224

Es soll ein Zentrum für Natur und Kultur entstehen, das das einmalige landwirtschaftliches Gewerbe, den Anbau von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen mit historischen Informationen verbindet. Damit wird angeknüpft an die Gegenwart und Vergangenheit der leistungsstarken Landwirtschaft im Altenburger Land. Den Erzeugern von Heil-, Duft- und Gewürzpflanzen in der Region und in ganz Thüringen soll so eine Bühne geboten werden über ihre Produkte und die Art und Weise der Erzeugung ihrer Rohstoffe zu berichten. Diese Aufgabe kann die Tourist-Information in Teilen mit übernehmen. Auf regionaler Ebene trägt die Maßnahme dazu bei, einen weiteren touristischen Leuchtturm, außerhalb Altenburgs zu schaffen und somit das touristische Angebot der Region zu erweitern.

Eine Zertifizierung der Tourist-Information nach den Kriterien der i-marke (bundesweite Zertifizierung für Tourist-Informationen des Deutschen Tourismusverbands) wird angestrebt, um von Anfang an einen hohen Qualitätsstandard zu garantieren.

Von Klaus Hofmann / Museum Burg Posterstein

Zum Weiterlesen:
Förderverein Burgberg Posterstein
Der Traum vom belebten Burgberg
Aktuelle Sonderausstellung zur Bauernkultur im Altenburger Land

Skandinavische Kobolde zu Besuch auf Burg Posterstein

Skandinavische Weihnachten & Weihnachtskrippen aus aller Welt - Plakat zur AusstellungVon den über 500 Weihnachtskrippen und Sammlungsstücken zum Thema Weihnachten aus dem Bestand des Museums stellen wir schon seit elf Jahren eine Weihnachtsausstellung zusammen. Wir wollen nicht jedes Jahr das gleiche zeigen, sondern thematische Schwerpunkte setzen. In diesem Jahr werfen wir einen Blick nach Norden. In Skandinavien gehören Krippen zwar nicht zur weihnachtlichen Tradition, aber wir wollen über den Tellerrand schauen und in einem Teil der Ausstellung wird es von kleinen Kobolden, Julböcken und Flechtherzen nur so wimmeln.

Die meisten heutigen Weihnachtsbräuche in Skandinavien sind geschichtlich gesehen noch recht jung. Das älteste daran ist der in Dänemark, Schweden und Norwegen gleichermaßen gebrauchte Name für das Weihnachtsfest: Jul. Dessen Entstehung geht auf eine altnordische Bezeichnung für überschwängliche Trinkfeste zur Wintersonnenwende zurück, die schon um 900 erstmals erwähnt wurde.

Kleine Helfer mit Hunger auf Milchreis

"Nisse" und "Julbock" dekorieren in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
“Nisse” und “Julbock” dekorieren in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
„Nisser“ in Dänemark, „Tomte“ in Schweden und „Fjøsnisse“ oder „gardvorden“ in Norwegen waren im Volksglauben kleine, bärtige Kobolde von der Größe eines 8-10jährigens Kindes, die im Volksglauben in der Nähe von Häusern und Höfen lebten. Behandelte man sie gut und respektvoll, beschützten sie Vieh und Hof – wenn nicht, konnten sie Unheil bringen, spielten Streiche oder zogen fort. Die älteste Erwähnung eines solchen Wesens geht auf eine isländische Erzählung aus dem Jahre 981 zurück. In früheren Zeiten konnte ein „Nisse“ durchaus ein kleiner, grimmiger Teufel sein. Das heutige Bild – besonders vom weihnachtlichen „Julenisse“ – ist hingegen ein ganz und gar positives.

Die Ausstellung “Mit Nisse und Julbock: Skandinavische Weihnachten & Weihnachtskrippen aus aller Welt” ist von 29. November, 15 Uhr, bis 10. Januar im Museum Burg Posterstein zu sehen.

Die Eröffnung beginnt diesmal schon 14 Uhr in der Burgkirche Posterstein. In Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Nöbdenitz wollen wir die Weihnachtszeit und die weihnachtliche Ausstellung mit einem Gottesdienst beginnen. Gegen 15 Uhr laden wir zur Krippenschau mit Glühwein und Weihnachtsgebäck. Dazu gibt es einen Einblick in die skandinavischen Weihnachtsbräuche und die Autorin Marlene Hofmann liest aus ihrem Buch „Ein Jahr in Kopenhagen“ ein Kapitel darüber, wie sie in Kopenhagen ein dänisches Weihnachtsessen miterlebte.

Weitere Infos zur Ausstellung gibt es auf der Website des Museums.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Radtour über die Thüringer Städtekette: Zwischenstation Burg Posterstein

Burg Posterstein liegt am Radweg Thüringer Städtekette und lädt ein, hier Zwischenstation zu machen.
Burg Posterstein liegt am Radweg Thüringer Städtekette und lädt ein, hier eine kulturelle Auszeit zu machen.

In Posterstein kreuzen sich verschiedene Rad- und Wanderwege: Thüringenweg, Städtekette, Lutherweg, Sprotte-Erlebnispfad und Bauerngartenroute. Eine Streckenkontrolle, bestehend aus Radwegplanern und Touristikern aus ganz Thüringen, fuhr heute bei schönstem Herbstwetter den beliebten Radweg Thüringer Städtekette von Gera nach Altenburg ab, um mögliche Schäden zu dokumentieren und die Nutzerfreundlichkeit des Radweges zu testen. Auf Burg Posterstein machten sie Rast.

Der Ort Posterstein bietet mit mehreren Gaststätten und Übernachtungsmöglichkeiten und dem Museum Burg Posterstein eine gute Gelegenheit für einen Zwischenhalt. Vor der Burg Posterstein gibt es Fahrradständer und im Museum Schließfächer für Helme und Rucksäcke, Rad-Wanderkarten und reichlich Gelegenheit, bei einer Pause mehr über die Geschichte der Region zu erfahren.

Radplaner und Touristiker aus ganz Thüringen testeten heute die Qualität des Radwegs Thüringer Städtekette und machten Halt auf Burg Posterstein.
Radplaner und Touristiker aus ganz Thüringen testeten heute die Qualität des Radwegs Thüringer Städtekette und machten Halt auf Burg Posterstein.

Das Museum Burg Posterstein hat jährlich rund 20.000 Besucher – viele davon kommen per Fahrrad. Großereignisse wie das Mittelalterspektakel und das Postersteiner Seifenkistenrennen ziehen jedes Jahr tausende Schaulustige in den kleinen Ort. Dass die Thüringer Museen 2014 insgesamt über vier Millionen Besucher in den Freistaat lockten, zeigt welches Potential Museen für den Kulturtourismus darstellen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Der Herzog kommt nach Posterstein: Eröffnung der Sonderausstellung „Salongeschichten“

Die Sonderausstellung „Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien“ wird am Sonntag, 16. August 2015, 15 Uhr, feierlich eröffnet. Erstmals zeigt das Museum Burg Posterstein eine einmalige Sammlung witziger Portraitbilder von 47 historischen Persönlichkeiten, die 1819/20 als Gäste im Musenhof Löbichau der Herzogin von Kurland in Löbichau den Sommer verbrachten. Die weltgewandte Herzogin legte Wert darauf, Künstler und Schriftsteller zu fördern und stand in Kontakt mit den wichtigsten Persönlichkeiten ihrer Zeit. Zur Eröffnung der Ausstellung erwartet das Museum einen ganz besonderen Gast: Den Herzog von Gotha.

Im Herbst 1820 besuchte August Emil Leopold, Herzog von Sachsen-Gotha und Altenburg (1772–1822) den Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) im Schloss Löbichau. Der Herzog war eine auffällige Herrscherpersönlichkeit, die sich vor allem als Förderer der Künste und der Wissenschaft hervortat. Im Musenhof Löbichau zog er alle Aufmerksamkeit auf sich.

Der Herzog von Gotha besuchte 1820 den Musenhof der Herzogin von Kurland. Der Maler Ernst Welker portraitierte ihn als stolzen Pfau.
Der Herzog von Gotha besuchte 1820 den Musenhof der Herzogin von Kurland. Der Maler Ernst Welker portraitierte ihn als stolzen Pfau.

Zur gleichen Zeit befand sich der Maler Ernst Welker (1784/88–1857) als Gesellschafter und Zeichenlehrer der späteren Schriftstellerin Emilie von Binzer (1801–1891), einer Enkelin der Herzogin von Kurland, in Löbichau. Er portraitierte neben 46 anderen Löbichauer Gästen auch den Herzog von Gotha auf humoristische Art und Weise in Tiergestalt.

Im Handumdrehen das idyllische Leben in Löbichau in eine Hofhaltung verwandelt

„Welcker traf den Herzog vortrefflich als Pfau.“, notierte Emilie von Binzer Jahrzehnte später in ihrer Rückschau „Drei Sommer in Löbichau“. Während sie diesen humorvollen Rückblick auf ihre Jugend im Löbichauer Salon verfasste, betrachtete sie offenbar noch einmal Welkers Portraitzeichnungen, die sie in einer grünen Schachtel aufbewahrte, und schrieb einige Zeilen zu den dargestellten Personen. Die Ankunft des Herzogs beschrieb sie so:

„Im Anfang September traf ein Besuch ein, dessen Erscheinung keinen geringen Rumor in Löbichau machte, es war der Herzog von Gotha. (…) Im Handumdrehen war das idyllische Leben in Löbichau in eine Hofhaltung verwandelt; die Herzogin und ihre Töchter warfen sich in Staat, wir zogen unsere kleidsamsten Gewänder an, denn sonst nannte man Löbichau mit Unrecht einen Hof; …“ (Emilie von Binzer: Drei Sommer in Löbichau. Stuttgart 1877, S. 98)

2014 konnte das Museum Burg Posterstein aus Finanzmitteln des Freistaates Thüringen und der Bürgerstiftung Altenburger Land genau diese einmalige Sammlung kleinformatiger, aquarellierter Portraitzeichnungen erwerben. Von 16. August bis 15. November 2015 werden sie in der Sonderausstellung „Salongeschichten: Paris- Löbichau – Wien“ erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.

Der Herzog kommt zur Eröffnung

Zur Ausstellungseröffnung am 16. August, 15 Uhr, hat sich ein ganz besonderer Gast angekündigt: Der Gothaer Schauspieler Ralph-Uwe Heinz, der sonst unter anderem auf historischen Stadtführungen durch Gotha führt, kommt als Herzog von Gotha zur feierlichen Ausstellungseröffnung. Im Stil des Löbichauer Musenhofs wird er auf kurzweilige und witzige Art und Weise Kostproben aus dem schriftstellerischen Schaffen des Herzogs geben. Unser Teaser zur Ausstellung:

Zum Weiterlesen:
Jana Borath fängt am 3. August in der Ostthüringer Zeitung die Stimmung im Tannenfelder Park ein.
“Da steht mein armes Ich aus Stein” – Blogpost zur Sonderausstellung
Blogpost zur Geschichte des Schlosses Tannenfeld
Blogpost: Jean Pauls Sommer in Löbichau
Blogpost: Rittergut Löbichau – Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Schülerfreiwilligentag: Fleißige Gärtner im Burgpark Posterstein

Im Park am Fuß der Burg Posterstein wird eifrig gehackt, gegraben, gepflanzt und gegossen. Die Sonne scheint, die Vögel zwitschern und seit heute blühen auch neue Rhododendronsträucher.

Am Montag kamen bereits interessierte Postersteiner zum ersten Arbeitseinsatz “Bürgerpark Posterstein” (Vielen Dank an alle Beteiligten!).

Heute zum Thüringer Schülerfreiwilligentag halfen elf Schüler der Regelschule Nöbdenitz auf Eigeninitative beim Pflanzen neuer Rhododendren, jäten und rechen. Vielen herzlichen Dank an die Schüler und Lehrer der Regelschule! Insgesamt nahmen sechs Schulen im Landkreis Altenburger Land am Schülerfreiwilligentag teil.

Schülerfreiwilligentag auch in Posterstein: Die Schüler der Regelschule Nöbdenitz halfen bei der Pflege des Burgparks
Schülerfreiwilligentag auch in Posterstein: Die Schüler der Regelschule Nöbdenitz halfen bei der Pflege des Burgparks

Gemeinsam statt einsam – auch im Burgpark

Für den Park der Burg Posterstein und das gesamte Gelände des ehemaligen Ritterguts gibt es seit einigen Jahren bereits ein gartenarchitektonisches Konzept, das mangels Finanzierungsmöglichkeiten nicht umgesetzt werden konnte. Gerade kommt Schwung in die Umsetzung des Konzepts “Gemeinsam nicht einsam”, eine Initiative der Gemeinde Posterstein, von Bürgern und des Museumsvereins. Sollten die Visionen Wirklichkeit werden, könnten die Gebäude am Burgberg Posterstein gekauft, saniert und zukünftig generationenübergreifendend, nachhaltig und kulturell genutzt werden. Durch das öffentliche Interesse, das die Vision in der letzten Zeit genießen durfte, sind nicht nur potentielle Geldgeber, sondern auch engagierte Bürger auf das Rittergutsgelände aufmerksam geworden.

Weitere Infos zu “Gemeinsam nicht einsam”:
Website “Gemeinsam nicht einsam”
Artikel “Grünes Licht für Kaufverhandlungen” der Ostthüringer Zeitung

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Aktion zum Ende der MuseumWeek 2015: Einmal aus dem Rahmen fallen

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Am letzten Tag der #MuseumWeek 2015 wollen wir die weltweite Social Media-Aktion direkt in die aktuelle Sonderausstellung “Mich interessiert nur der Rahmen – Cartoon & Comic von Christian Habicht” holen.

Das Tagesthema lautet #poseMW und wir wollen Besuchern mit einer “Selfie-Station” die Gelegenheit geben, einmal selbst Teil eines Habicht-Cartoons zu werden. Wer dann sein Bild noch in diversen sozialen Netzwerken unter den Hashtags #PosePosterstein #MuseumWeek teilt, kann Teil unserer Blog-Galerie zum Thema werden. Die schönsten Bilder sammeln wir hier im Beitrag.

Den Anfang macht unsere Mitarbeiterin Franziska:

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Mehr zur aktuellen Sonderausstellung und Informationen zum Künstler gibt es in unserem Blogpost “Zum Lachen ins Museum”.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein