5 Wochen #Schlössersafari: Zwischenbilanz zur digitalen Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit

#Schlössersafari virtuell, weltweit: Schloss Wildeck fotografiert von Patrick Weidenmüller
Patrick Weidenmüller aka @Vogtland_Prinz (Instagram) war schon bei der ersten, analogen Ausstellung #Schlössersafari dabei.

Derzeit zeigen wir auf der Website des Museums die rein digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit. Zu sehen sind Fotos und persönliche Geschichten von Schloss- und Burgenbesuchen in Deutschland und weltweit. Mitmachen kann jeder. Nach fünf Wochen Ausstellungsdauer ziehen wir hier im Blog eine Zwischenbilanz. Alle Statistiken stammen vom 30. April 2020. Es wurde während des gesamten Ausstellungszeitraums keine Online-Werbung geschaltet.

#Schlössersafari virtuell, weltweit: Die digitale Ausstellung

Die digitale Ausstellung läuft als separate, anders gestaltete Unterseite auf der Website des Museums. Man erreicht sie über einen Button direkt auf der Startseite und aus dem Kalender der Museumsseite, über einen Button in der Sidebar des Museumsblogs und über Links aus den Social Media-Auftritten des Museums.

Die virtuelle Ausstellungseröffnung fand am 29. März 2020, 10 Uhr, per YouTube-Video, mit Sekt und Kaffee am heimischen Computer und wunderschöner, spontaner musikalischer Begleitung per Twitter-Video statt.

Michael Bauer machte es sich beispielsweise in Viernheim an seinem Rechner mit einer Weinschorle bequem. Auf Instagram teilte der Kulturblogger ein Bild von seinem Platz vor dem Rechner.

Auf Twitter schrieb er: “Hach, wie aufregend. Um 10:00 ist Vernissage auf @BurgPosterstein. “Die Digitale Ausstellung #schlössersafari geht virtuell, weltweit online” instagram.com/p/B-Sobj9gOk8/… Ich liebe Vernissagen, an denen ich beteiligt bin! :)”

Genau wie 17 andere Blogger, Instagramer und Twitterer hat er eigene Fotos von Schlössern und Burgen vor Beginn der Ausstellung eingereicht. Per Twitter steuerte Susanne Schneider, die sonst im klassischen Ensemble Leggieramente und im MDR-Sinfonieorchester spielt, spontan die stilechte musikalische Umrahmung für die Eröffnung bei.

Den ganzen Tag über liefen im Museum die Social Media-Kanäle heiß: Twitter vermeldete knapp 9000 Impressionen (etwa dreimal so viel wie normal), auch auf Instagram verdreifachten sich die Interaktionen und auf Facebook erreichte das Eröffnungs-Video rund 500 Leute.

Nach fast fünf Wochen digitaler Ausstellung gingen inzwischen insgesamt 45 Fotos von Schlössern, Burgen und Ruinen aus sechs europäischen Ländern per Mail ein. In kurzen Geschichten erzählen die Fotografen von ihren Ausflügen.

Ganz persönliche Schlössersafaris

Gerade diese persönlichen Erzählungen bilden den Kern der Ausstellung: Man lernt beispielsweise die “Burgdame” Eva aus Paderborn kennen, die das verfallene, schlesische Schloss Kopice vorstellt, das sie an ihre Kindheit erinnert. Der Wahl-Crimmitschauer “Langt Skegg” berichtet von einer Odyssee in der Sommerhitze hin zu der tschechischen Burgruine Nový Hrádek, die das Navi nicht kannte. Und Thomas und Katrin, beide auf Instagram aktiv, schreiben: “Die erste Schlössersafari auf Burg Posterstein, bei der wir live vor Ort waren, inspiriert uns immer wieder neue Burgen und Schlösser kennenzulernen.”

#Schlössersafari virtuell, weltweit
Burg Posterstein
Foto: @thtischi & @_.__kathrin__._
Burg Posterstein fotografiert von @thtischi & @_.__kathrin__._

Die #Schlössersafari birgt das Potential, Wissen zu vermitteln, sowie Kontakte zwischen Hobbyfotografen, Schlösser- und Burgen-Fans, Bloggern, Museen, Touristikern und Besuchern aufzubauen. Viele Schlössersafari-Aktive begleiten uns digital schon seit Beginn der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” im Frühjahr 2019.

Jeden Sonntag rücken drei neue Bilder als “Schlösser der Woche” an den Anfang der Seite. Diese sind keine Wertung, sondern markieren lediglich den Start einer neuen #Schlössersafari-Woche. Denn mitmachen darf bei der Ausstellung grundsätzlich jeder.

Schlössersafari: Schlösser der Woche 4 mit Schloss Eutin von @karinalwe, Schloss Kopice von @burgdame und Burg Posterstein von @hbyfgf.sascha.wiedemann
Die Schlösser der Woche 4 mit Schloss Eutin von @karinalwe, Schloss Kopice von @burgdame und Burg Posterstein von @hbyfgf.sascha.wiedemann

Website und Blog des Museums konnten im April 2020 rund 55.700 Besuche (+4% zum Vormonat) verzeichnen. Davon waren die Ausstellungsseite der Schlössersafari, die Haupt-Seite der digitalen Ausstellung “Landschaft nach der Wismut” und der “Kinderburg”-Blog (in dieser Reihenfolge) unter den am häufigsten besuchten Seiten.

Die #Schlössersafari auf Instagram

Der Hashtag #Schlössersafari, der Anfang 2019 zur analogen Ausstellung bei 0 startete, hat sich inzwischen fest etabliert. Im Augenblick verzeichnet der Hashtag knapp 5.900 geteilte Fotos von Schlössern und Burgen (+500 seit Beginn der Ausstellung). Eine Stärke des Hashtags ist, dass man über dieses Schlagwort wirklich fast ausschließlich Schlösser und Burgen findet – der Nutzer bekommt, was er sucht. Als Museum liken und/oder kommentieren wir die hier geteilten Fotos. Darüber hinaus stellen wir täglich ein Foto aus der digitalen Ausstellung in unserer Instagram-Story vor (nachträglich einsehbar über ein Lesezeichen im Instagram-Profil). Diese für 24 Stunden angezeigten “Geschichten” haben im Schnitt eine Reichweite zwischen 400 und 500 Impressionen. Dem Account des Museums folgen derzeit 9760 Menschen.

#Schlössersafari virtuell, weltweit: Burg Posterstein im Raps
Beliebt auf Instagram: Posterstein Ende April

Die #Schlössersafari auf Twitter

Im April erreichten die Tweets des Museums 158.000 Impressionen* (+60% zu vorher), das sind 5800 Impressionen am Tag. (*Impressionen meinen die Male, die ein Tweet für andere Nutzer angezeigt wird.)

Das Museum stellt auf Twitter täglich Schlösser und Burgen mit Foto vor – das sind Fotos zusätzlich zur digitalen Ausstellung. Darüber hinaus werden alle neu in die Ausstellung aufgenommenen Fotos ebenfalls auf Twitter geteilt.

Die Schlössersafari-Tweets erfreuen sich mit durchschnittlich zwischen 500 und 2500 Impressionen großer Beliebtheit und es findet ein reger Austausch zu den Schlössern statt.

Ein typischer Tweet, der die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit begleitet
Ein typischer Tweet, der die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit begleitet

Die #Schlössersafari auf Facebook

Auf Facebook haben wir im Ausstellungszeitraum vor allem die digitale Ausstellung verlinkt und nur vereinzelt Schlösser vorgestellt. Die Beiträge auf Facebook verzeichneten im April 37% mehr Reichweite als sonst. Der Austausch zur #Schlössersafari blieb hier jedoch überschaubar. Auf Facebook standen auch vermehrt unsere anderen digitalen Projekte, allen voran das digitale Kinderprogramm zu Ostern und die digitale Ausstellung “Landschaft nach der Wismut” im Mittelpunkt.  

Die #Schlössersafari auf Pinterest

Pinterest unterscheidet sich von den anderen Netzwerken dahingehend, dass hier nicht das Miteinander und der Austausch im Vordergrund stehen. Vielmehr ist Pinterest für viele Nutzer eine Art Bilder-Suchmaschine für Blogposts und Webseiten. Über Pinterest kommen daher immer mehr Besucher auf Website und Blog des Museums. Mit der digitalen Ausstellung wollen wir nun erstmals ein Gruppenboard anlegen und die Schlössersafari auch ein Stück weit auf Pinterest bringen.

Die Pinterest-Pinnwall zur Ausstellung ist derzeit im Aufbau: https://www.pinterest.de/burgposterstein/schl%C3%B6ssersafari-virtuell-weltweit/

Sie ist als Gruppen-Board angelegt, sodass auch hier die Möglichkeit besteht, sich zu vernetzen und eigene Fotos und Blogposts zu Schlössern und Burgen zu verlinken.  

Das neue Pinterest-Board zur #Schlössersafari ist zum Mitmachen angelegt
Das neue Pinterest-Board zur #Schlössersafari ist zum Mitmachen angelegt

Der schwierige Sprung von den Social Media-Accounts zur Website

Einen ersten kleinen Zwischenstand wagten wir nach vier Wochen am 24. April 2020 in einem Live-Gespräch auf Instagram zwischen Kuratorin Marlene Hofmann und Museumspodcasterin Katja Eidam. Eine wichtige Erkenntnis dabei war, dass der Sprung vom Social Media-Kanal zur Ausstellung auf der Website des Museums gar nicht so einfach ist wie gedacht. Die Info, dass es eine Ausstellungs-Website gibt, ist nicht überall angekommen. Auch wenn sie angekommen ist, bleibt es eine Hürde, aus dem Social Media-Kanal dorthin zu wechseln. Da scrollt man abends durch die Instagram-Timeline und registriert zwar erfreut die schönen Schlösserbilder, aber die wenigstens klicken dann auch auf den Link im Nutzerprofil, der zur Ausstellung führt.

Daraus folgt die Erkenntnis, dass die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit zu großen Teilen auch auf Instagram und Twitter stattfindet (der Austausch über Facebook, YouTube und Pinterest ist in diesem Fall zu vernachlässigen).

Als Besonderheiten der digitalen Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit kann man deshalb schon jetzt festhalten:

Instagram ist nicht mehr wie 2019 das Zentrum der #Schlössersafari.

Die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit findet gerade genauso bzw. noch interaktiver auf Twitter statt. Die digitale Ausstellung bindet vermehrt auch Blogger ein, die nicht Instagram als Haupt-Kanal nutzen. Darüber hinaus sind auch Fotografen, die gar kein Instagram nutzen, aktiv geworden. Auch über die E-Mails zwischen Museum und Teilnehmern an der Ausstellung findet ein wertvoller, aber nach außen hin unsichtbarer Austausch statt.

Eine Schwierigkeit der digitalen Ausstellung liegt darin, die verschiedenen Social Media-Kanäle zu vernetzen und von dort auf die Ausstellungsseite zu leiten. Obwohl es immer wieder hervorgehoben und kommuniziert wird, war vielen (gerade auf Instagram, wo man keine Verlinkungen setzen kann!) gar nicht klar, dass es eine Ausstellungs-Website gibt und dass die Ausstellung nicht nur aus der Kommunikation im jeweiligen sozialen Netzwerk besteht. Die Follower auf den verschiedenen Kanälen unterscheiden sich und ein Austausch über die Kanäle hinweg bleibt die Ausnahme.

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Jeder kann mitmachen

Die digitale Ausstellung #Schlössersafari virtuell, weltweit wird uns auch in den kommenden Wochen, wenn das Museum schrittweise wieder öffnet, begleiten. Wer mit seinen Fotos und Geschichten auch auf der Ausstellungsseite präsent sein möchte, sollte nicht nur den Hashtag #Schlössersafari verwenden, sondern dem Museum darüber hinaus ein Foto per Mail an schloessersafari@burg-posterstein.de zusenden und in einem kurzen Text umreißen, warum man gerne fotografiert, wie man seine Ausflüge plant und warum man seine Bilder im Internet teilt. Alle sind herzlich zum Mitmachen eingeladen!

Hier geht es zur Ausstellung: https://www.burg-posterstein.de/schloessersafari/ und hoffentlich sieht man sich auch bald wieder direkt vor Ort in der über 800 Jahre alten Burg Posterstein.

Von Marlene Hofmann / Burg Posterstein

Museen, kuratiert euer öffentliches „Bild“! – Resümee zur Tagung „Digitale Strategien“ des Deutschen Museumsbunds

Burg Posterstein auf großer Bühne - bei der Tagung "Digitale Strategien" des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds in Frankfurt.
Burg Posterstein auf großer Bühne – bei der Tagung “Digitale Strategien” des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds in Frankfurt. (Foto: Jutta Frings – vielen Dank!)

„Museum Burg Posterstein? – Kenn ich von Twitter, Instagram oder Facebook.“ Diesen Satz habe ich auf der Tagung Öffentlichkeitsarbeit des Deutschen Museumsbunds öfter gehört. Ich war eingeladen, die digitale Strategie des Museums Burg Posterstein vorzustellen, als Beispiel dafür, wie auch kleinere Museen mit vergleichsweise geringen Mitteln ihr Bild in der (digitalen) Öffentlichkeit aktiv selbst gestalten können.

Die Tagung "Digitale Strategien" fand im Deutschen Filmmuseum am Frankfurter Museumsufer statt.
Die Tagung “Digitale Strategien” fand im Deutschen Filmmuseum am Frankfurter Museumsufer statt.

Thema der Tagung: Digitale Strategien.

Über 100 Kolleginnen und Kollegen, die mit der Öffentlichkeitsarbeit deutscher Museen betraut sind, waren in den bequemen Vortragsraum ins Filmmuseum Frankfurt gekommen und begleiteten die Tagung so engagiert auf Twitter und Instagram, dass das lokale WLAN dem nicht gewachsen war. Auch vor Ort fand eine angeregte Diskussion statt. Ich möchte hier meine wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammenfassen.

Das Deutsche Filmmuseum kann mit einem der bequemsten Tagungsräme aufwarten.
Das Deutsche Filmmuseum kann mit einem der bequemsten Tagungsräme aufwarten.

Digitale Relevanz = gesellschaftliche Relevanz

Axel Braun, der die Öffentlichkeitsarbeit von Städel Museum und Liebieghaus Skulpturensammlung leitet, eröffnete die Tagung mit einem Strauß voller Inspirationen, wie man Museum im Digitalen weiterdenken und das wiederum mit dem Analogen vernetzen kann. Hier ist die Rede von digitaler Erweiterung des Museums, von zu Ausstellungen passenden Digitorials, Spielen und Filmen, von vom Museum angebotenen Online-Kursen und gewinnbringenden Kooperationen mit Unternehmen. Nicht alles davon wird genauso in anderen Museen funktionieren, aber man darf sich anregen lassen und adaptieren, was zu einem passt.

Von großen Museen wie dem Frankfurter Städel Museum können sich auch kleine Häuser inspirieren lassen.
Von großen Museen wie dem Frankfurter Städel Museum können sich auch kleine Häuser inspirieren lassen.

Die Quintessenz des Vortrags von Axel Braun war für mich die Klarstellung: Digitale Projekte sind keine Einnahmequelle, keine reine Marketingmaßnahme und kein Ersatz für den Museumsbesuch, sondern ein eigenständiges Angebot, das die gesellschaftliche Relevanz des Museums sichert. – Sei es nun bei Besuchern, Sammlern, Sponsoren, Politikern oder Journalisten. Das Städel Museum erreicht über eigene digitale Kanäle mehr Menschen als über überregionalen Tageszeitungen, welche wiederum über das Museum berichten, weil es aus sich selbst heraus diese enorme Aufmerksamkeit generiert. Das funktioniert nicht nur im Städel Museum, sondern auch im Kleinen.

Digital ist analog ist digital…

Alissa Krusch, Bereichsleitung Digitale Kommunikation der Stiftung Kunstsammlung NRW, betonte wie wichtig es für Museen ist, eine digitale Strategie zu erarbeiten. Franziska Mucha, Kuratorin Digitale Museumspraxis am Historischen Museum Frankfurt, teilte ihre Erfahrungen damit, im Rahmen des #StadtLaborFFM vor Ort und digital eine Beziehung zur Bevölkerung zu pflegen. Dazu entstanden im Stadtlabor Frankfurt tolle Ansätze, in der Bürger zu Brainstorming-Bars zusammenkamen und nun nach sieben Jahren gemeinsamer Workshops mit dem Museumsteam auch ein digitales Stadtlabor in Form einer Karte mit Informationen anreichern sollen. Es eröffnen sich durchs Digitale neue Arten des musealen Sammelns.

Franziska Mucha aus Pappe - im Stadtlabor des Historischen Museums Frankfurt
Franziska Mucha aus Pappe – im Stadtlabor des Historischen Museums Frankfurt

Ein weiteres Mal wird unterstrichen, dass das Digitale nicht für sich alleine steht, sondern wunderbar mit dem analogen Leben Hand in Hand geht. Der Gedanke lässt sich konsequent weiterführen: Die Trennung zwischen analog und digital besteht höchstens in unseren Köpfen. Leben im Jahr 2017 ist digital und analog zugleich. Die Aufgaben eines Museums an sich bleiben die gleichen, wir erweitern nur unseren Werkzeugkoffer. Das betrifft alle Bereiche der musealen Arbeit: sammeln, bewahren, erforschen, vermitteln und präsentieren.

Beim Vortrag von Tine Nowak gab es "Museum auf die Ohren".
Beim Vortrag von Tine Nowak gab es “Museum auf die Ohren”.

Über die Museumswelt hinaus blicken

Deutlich wurde in mehreren Redebeiträgen, dass sich der Blick über die Museumswelt hinaus lohnt. Seien es die wissenschaftlichen Podcasts, mit denen Wissenschaftler heute mehr Menschen erreichen können als mit anderen Medien – manchmal 10-15.000 pro Hörbeitrag. Das erzählte Tine Nowak vom Studiengang Intermedia an der Universität Köln . Typische deutsche Podcasthörer seien zwischen 20 und 40 Jahren alt, hoch gebildet und interessieren sich besonders für Geschichte, Wissenschaft und Politik. Podcasts im Museumsbereich sammelt Tine Nowak hier . Gedankliche Notiz an alle Museen: Unbedingt Ja sagen, wenn ein Podcaster darum bittet, einen Beitrag über das Museum aufnehmen zu dürfen. (Wunderbar, wir haben intuitiv alles richtig gemacht: Katja Eidam von Museumscast https://museumscast.com/2017/11/07/episode012/ stellte erst kürzlich das Team von Burg Posterstein in einem einstündigen Beitrag vor.)

Was ist uns der digitale Besucher wert? fragte Christian Gries, der die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München in Sachen digitale Strategie berät.
Was ist uns der digitale Besucher wert? fragte Christian Gries, der die Landesstelle für nichtstaatliche Museen in München in Sachen digitale Strategie berät.

Der Kurator des 21. Jahrhunderts muss sich im Digitalen auskennen

Das betonte Christian Gries, Berater für Digitale Strategien für Museen an der Landesstelle für nichtstaatliche Museen in Bayern. Man könne nicht mehr in digital und anlog unterscheiden und ein Warten auf „Digital Natives“ sei auch keine Lösung. Wichtig ist bei allem, auf allen Kanälen ein nach außen stimmiges Bild des Museums zu vermitteln, das auch vor Ort wiedererkennbar ist.

Wenn Unternehmen erfolgreich Chatbots, Online-Ticketing u.a. digitale Angebote betreiben, erreicht das irgendwann Museen.
Wenn Unternehmen erfolgreich Chatbots, Online-Ticketing u.a. digitale Angebote betreiben, erreicht das irgendwann Museen. – Slide von Michelle van der Veen bei der Tagung Öffentlichkeitsarbeit des Museumsbunds.

Michelle van der Veen , von der Agentur Grayling und privat auch Kulturbloggerin, empfahl den Museen, sich von Unternehmen inspirieren zu lassen. Wenn wir uns in anderen Bereichen des Lebens früher oder später an Chatbots und Online-Tickets gewöhnen, wieso sollten wir das nicht von Museen verlangen? Kostenlose Angebote wie ein vom Städel Museum angebotener Online-Kurs, ein Chatbot als Besucherservice und auch der Stadtlabor-„Stammtisch“ des Historischen Museums Frankfurt binden die Menschen ans Museum und stärken dessen gesellschaftliche Relevanz.

Die digitale Philosophie von Burg Posterstein – Zum Mitmachen

Was im Großen funktioniert, geht auch im Kleinen. Auf rund 30 Slides durfte ich meine Arbeit im Museum Burg Posterstein vorstellen – die Präsentation gibt es hier als PDF-Download. Das Schöne am Digitalen ist, dass es für vieles eben kein großes Budget braucht.

Tweet von Daniela Sistermanns, Martha Museum, zum Vortrag von Burg Posterstein.
Tweet von Daniela Sistermanns, Martha Museum, zum Vortrag von Burg Posterstein.

Aber im Großen wie im Kleinen müssen die Museen ihr Denken und ihre alltägliche Arbeitsweise darauf einstellen. Und irgendwie passt der kleine Appell, den ich zum Ende meines Vortrags an die Leinwand geworfen habe, auch zum Haupttenor der Tagung:

  • Museen, nehmt eure Kommunikation selbst in die Hand und werdet sichtbar – über den Radius eurer Lokalpresse hinaus!
  • Schließt euch zusammen, sprecht miteinander und übereinander!
  • Seid neugierig und mutig, probiert aus und integriert das Internet in eure tägliche Arbeit!
  • Freut euch auf neue Kontakte und ungeplanten Mehrwert durch soziale Medien!
  • Nehmt den Besucher im Web genauso ernst wie den Besucher an der Museumskasse.
  • Zeigt Öffentlichkeit und Politik, welche tollen Projekte ihr macht und dass es wichtig ist, dass es euch gibt!

von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Bildung und Vermittlung – online und analog

Kulturvermittelung muss nicht nur vor Ort im Museum stattfinden - die Website ist eine wichtige Basis für weitergehende Informationen.
Kulturvermittelung muss nicht nur vor Ort im Museum stattfinden – die Website ist eine wichtige Basis für weitergehende Informationen.

Spezialführungen für Blogger und Social Media-Influencer, digitale Ausstellungen auf GoogleArts Project und Kuratoren, die sich den Fragen ihres Publikums im Facebook-Livestream stellen. Das ist nur eine kleine Auswahl von neuen Ideen, wie man Kulturvermittlung mit Hilfe des Internets weiterdenken kann. Die aktuelle Diskussion über die Rolle digitaler Konzepte für Museen, die nicht nur, aber vor allem im Internet stattfindet, ist äußerst spannend. Zeigt sie doch gerade, wie wichtig es für Museen ist, sich zu vernetzen und auszutauschen und vor allem, dass Online-Marketing ein wichtiger Bestandteil der täglichen musealen Arbeit sein muss (sollte).

Digitale Trends kommen und gehen, man muss nicht alles ausprobieren und mitmachen, aber das Internet wird uns auch zukünftig erhalten bleiben und Museen sollten dort nicht unsichtbar sein. Das Museum Burg Posterstein möchte seit seiner ersten Website 2000 versuchen, mit dem digitalen Wandel zu gehen und seinen Besuchern auch online eine Plattform zur Wissensvermittlung zu bieten und ein Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein.

Grundlage aller Museumsarbeit sind die klassischen Museumsaufgaben

Kulturmarketing im Museum braucht eine konkrete Zielstellung, beispielsweise eine bestimmte Zielgruppe, Region, Tageszeit für den Museumsbesuch, die verstärkt ins Zentrum gerückt werden soll. Um diese Zielstellung zu definieren, benötigt man wiederum die Auswertung verschiedener Daten, wie beispielsweise Interessenlage sowie Erwartungshaltung der Besucher, Herkunft, Alters- oder Berufsgruppen und ähnliches. Auch das infrastrukturelle Umfeld des Museums, wie Gastronomie, Verkehrsdichte und sonstige kulturelle Angebote, sollte mit einbezogen werden. Besucherbefragungen sind dabei ein wichtiges Werkzeug.

Die folgenden kurzen Stichpunkte sollen das Marketingkonzept des Museums Burg Posterstein umreißen:

Wir verstehen das Museum und die Burg Posterstein als Marke, die alle Bereiche der Museumsarbeit umfasst. Die Museumskonzeption beinhaltet im Wesentlichen die Sammlungs-, Forschungs- und Ausstellungsstrategie, das Finanz- und Personalkonzept sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Das Sammlungs- und Ausstellungskonzept: Die Burg ist das wichtigste Ausstellungsstück

Das Sammlungs- und Ausstellungskonzept des Museums sind so abgestimmt, dass sie das Gesamtkonzept des Museums ausmachen. Ziel der ständigen Ausstellung ist die Einheit von historischem Raum und ausgestelltem Gegenstand. Dies bedeutet, dass innerhalb einer Interieurausstellung die Aufbereitung und Präsentation regionaler Geschichte in ausgewählten Aspekten erfolgt. Die Burg bleibt das erste und wichtigste „Ausstellungsstück“, dem sich alles unterzuordnen hat.

Der historische Gerichtsraum der Burg Posterstein.
Der historische Gerichtsraum der Burg Posterstein.

Die Sonderausstellungen bieten sowohl Künstlern als auch dem Museum mit seinen verschiedenen Sammlungen Möglichkeiten der Präsentation. Daraus abgeleitet ergeben sich drei Schwerpunkte: Das Baudenkmal Burg, die Kulturgeschichte des Altenburger Landes und die europäische Salongeschichte mit dem Musenhof der Herzogin von Kurland auf Schloss Löbichau. Letztere Thematik ist seit über 20 Jahren Forschungsschwerpunkt, weil die Region durch diesen Musenhof zwischen 1795 und 1821 über 25 Jahre in der Weltgeschichte wahrgenommen wurde.

Die Bildungs- und Vermittlungsangebote: Vor Ort und im WWW

Die Bildungs- und Vermittlungsangebote des Museums sind aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt, sie ergeben einen Querschnitt der gesamten Museumsarbeit. In dieser ganzheitlichen Strategie haben Standardformate wie Ausstellung, Vortrag und Führung, Katalog, Flyer und Plakat den gleichen Stellenwert wie Webseite, Blog, Videokanal und Social-Media-Auftritte, wobei natürlich die jeweilige Ausstellung die Voraussetzung dafür ist. Die Angebote richten sich gleichermaßen an Besucher vor Ort, einheimische Gäste wie Touristen, und digitale Besucher, die sich über die verfügbaren Onlineinformationen weiterbilden. Die jährlich rund 156.000 Website-Besucher und rund 22.000 Blogleser werden zu den Besuchern gezählt.

Das Vermittlungs- und Ausstellungskonzept des Museums zielt digital und vor Ort darauf ab, durch unterschiedliche Strategien eine möglichst breite Besuchergruppe anzusprechen. Das beinhaltet, dass Ausstellungstafeln Informationen sowohl als Kurztext, als auch als längere Textfassung und als englische Zusammenfassung enthalten. In einem Touchscreen können die Forschungsergebnisse zum Musenhof Löbichau sortiert nach Personen, Orten und Zeitereignissen abgerufen werden. Darüber hinaus gibt es – zusätzlich zu museumspädagogischen Angeboten für Schulklassen und angemeldete Kindergruppen – besondere Ausstellungsstationen für Kinder, die altersgerecht aufbereitet sind. Es gibt mehrere Hör- und Filmstationen in der Ausstellung. Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene wird versucht, Ausstellungsthemen durch Storytelling besonders leicht zugänglich zu machen.

Kurze Texte auf den Schilden schwarzer Ritter geben kindgerechte Erklärungen.
Kurze Texte auf den Schilden schwarzer Ritter geben im Museum Burg Posterstein kindgerechte Erklärungen.

Der Ansatz, Inhalte anschaulich in Form einer Geschichte zu erzählen, soll von allen Mitarbeitern fest in den Museumsalltag integriert werden. Es wird eine Interaktion mit dem Besucher angestrebt und auf spielerische Wissensvermittlung gesetzt, sowohl online als auch offline. In Kommentaren im Blog und in den sozialen Netzwerken besteht für Besucher und Interessierte die direkte Möglichkeit, Fragen zu stellen und Themen anzusprechen. Die Mitarbeiter des Museums haben die Nutzung der verschiedenen Plattformen in ihren Arbeitsalltag fest integriert und bemühen sich um eine schnellstmögliche Antwort, sodass es zu einem Austausch statt nur zu einseitiger Information kommen kann. Auch über den Kontakt zu Besuchern und Kulturinteressierten kommt es zu ungeplantem Mehrwert für die Museumsarbeit, wenn beispielsweise Exponate als Leihgabe oder zum Kauf angeboten oder Hinweise zu historischen Recherchen und ähnlichem gegeben werden.

Bildung und Vermittlung auch im WWW

Wir sind der Meinung, dass unser Bildungsauftrag nicht auf der Burgbrücke endet, sondern auch im virtuellen Raum weiter besteht. Die Website und der Blog sind der ideale Ort für Forschungsergebnisse, die teilweise in der Dauerausstellung gar keinen Platz finden können. Statt für unabsehbare Zeit in den Archiven zu verschwinden, stehen sie so dauerhaft zur Verfügung und können über Suchmaschinen von einem interessierten Publikum aus aller Welt gefunden werden. Auch Wissenschaftler und Heimatforscher profitieren von der so garantierten Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen.

Alle Aktivitäten des Museums werden unter Verwendung von #Hashtags (Schlagwörtern) online (und klassisch entsprechend aufbereitet) veröffentlicht, um dem Online-Nutzer/Besucher einen Wiedererkennwert und die bessere Möglichkeit zur Suche zu bieten. Beispiele aus dem Jahr 2016b sind dafür: #MascherMarchen – Gaming: analog & digial (Sonderausstellung mit eigenem Memo-Spiel), #Ernestiner2016: Landesausstellung und Begleitausstellungen online vernetzt. Darüber hinaus greifen wir die Mottos des Museumstags auf (z.B. #IMT16 #PaintMuseum) und andere große digitale Events der Kulturbranche, wie #MuseumWeek (das hieß auf Burg Posterstein: 7 Tage, 7 Blogposts) und #AskACurator-Tag auf Twitter.

Die Marketingstrategie: Bewusst Raum für Experimente

Die Marketingstrategie des Museums Burg Posterstein umfasst die ganze Bandbreite der Vermarktungskanäle. Sie lässt aber bewusst Raum für Experimente. Wir sind offen für Neues. Nicht alle uns durch neue Ansätze entstehenden Vorteile müssen jederzeit statistisch und finanziell messbar sein. Durch unser Engagement in sozialen Medien kommt es immer wieder zu ungeplanten, positiven Nebeneffekten für unsere museale Arbeit. Beispielsweise nehmen hier Kooperationen mit anderen Museen ihren Ausgangspunkt, werden Kontakte zu Politikern und Journalisten geknüpft oder interessierte Besucher aus dem europäischen Ausland halten auf internationalen Konferenzen Vorträge zur Arbeit unseres Museums. So etwas kann man nicht planen, aber es stärkt die Marke „Burg Posterstein” langfristig ungemein.

Der Zeichenkurs mit dem Künstler Tilman Kuhrt verband die Sonderausstellung zum Bauernmaler Friedrich Mascher mit dem Motto des Museumstags 2016 #PaintMuseum.
Der Zeichenkurs mit dem Künstler Tilman Kuhrt verband die Sonderausstellung zum Bauernmaler Friedrich Mascher mit dem Motto des Museumstags 2016 #PaintMuseum.

Die Marketingarbeit des Museums Burg Posterstein schaut bewusst über den Tellerrand und nimmt die ganze Region, das Bundesland Thüringen und ganz Deutschland in den Blick. Jährlich besuchen rund 20 000 Menschen die Burg Posterstein, bei vielleicht 30 000 Gesamtbesuchern im Ort. Genaue Zahlen zu den Besuchern offline und digital gibt es hier.

Die Öffentlichkeitsarbeit des Museums richtet sich auch deshalb nicht nur an traditionelle Medien und Anzeigenpartner, sondern auch an kulturell interessierte Blogger und Social Media-Influencer sowie potentielle Besucher direkt. Für klassische Werbung, wie Plakate, Flyer oder Werbeanzeigen werden etwa 3,5 Prozent des Finanzbudgets aufgewendet.

An deutschlandweiten Social Media-Aktionen wie zum Internationalen Museumstag, dem Ask A Curator-Tag und ähnlichen Aktionen wird sich aktiv beteiligt. Das Museum ist derzeit als eines von 96 deutschen und zwei thüringischen Museen mit einem eigenen Blog vertreten. Per Gastblogposts und durch die Teilnahme an Bloggerevents kooperieren wir mit anderen Kultur- und Museumsbloggern. Das Museum bindet seinen Videokanal bei Vimeo auf der Website ein und verfügt über Auftritte bei Twitter, Facebook und Instagram.

Jedes Medium erfordert eigene Inhalte und Ansprache

Dabei nutzt das Museum die unterschiedlichen Plattformen auf verschiedene Weise, bereitet Inhalte jeweils anders auf. Auf Instagram dominieren mit Kurzinfos versehene Bilder und es werden beliebte, wiederkehrende Hashtags (wie #LampenMittwoch und #TreppenhausFreitag) aufgegriffen. Im Netzwerk Twitter teilt das Museum nicht nur eigene Inhalte, sondern breite Kulturnachrichten mit einem Fokus auf „Museum allgemein“ und digitale Entwicklungen im Museumsbereich. Twitter dient dem Museum auf diese Art vor allem, um Netzwerke mit Kulturschaffenden, anderen Institutionen, Politikern und Medien zu knüpfen. Wir wollen bewusst mit anderen Akteuren im Kulturbereich in Kontakt treten, Anregungen erhalten, Erfahrungen teilen und Vernetzung erzeugen. Unsere Facebook-Seite wiederum richtet sich an potentielle Besucher im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die den Kanal als Informationsquelle über das Museum nutzen. Neue Entwicklungen, wie beispielsweise Snapchat, WhatsApp und Google Art Project, werden verfolgt und in Erwägung gezogen, wenn sie sinnvoll und machbar erscheinen.

Hinsichtlich der Marketing- und Kommunikationsarbeit setzt das Museum auf Konsequenz, Nachhaltigkeit und Kontinuität, indem eine Art „Corporate Identity”, ein wiedererkennbarer Stil, über Jahrzehnte gehalten, dabei aber kontinuierlich moderisiert wird.

Von Klaus Hofmann

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, gehalten am 17. Juni 2016 in der Gedenkstätte Buchenwald, anlässlich der gemeinsamen Tagung der Vorstände des Hessischen und Thüringer Museumsverbandes und erschien in ausführlicher Fassung in Thüringer Museumshefte (2/2016) des Museumsverbands Thüringen.

AskACurator 2016 lässt uns zu den amerikanischen Museen aufschauen und Inspiration finden

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Natürlich haben wir auch dieses Jahr am #AskACurator-Tag teilgenommen – und schon im Voraus ein paar Fragen zur aktuellen Sonderausstellung “Im Dienste der Ernestiner – Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister” beispielhaft beantwortet (dazu mehr). Natürlich rollten auf Twitter unter dem Hashtag #AskACurator jede Menge Tweets rein, auch auf Deutsch. Aber abends, als die meisten deutschen Kuratoren offline gegangen waren, ging es erst richtig los – nämlich bei den amerikanischen Kollegen. 

Ein paar schöne, kleine Unterhaltungen ergaben sich tagsüber neben den ganzen Aufrufen der 69 teilnehmenden deutschen Museen, doch gern Fragen zu stellen. Wir trafen viele alte Bekannte und engagierte Kollegen, auch uns im Social Web bisher noch Unbekannte, worüber wir uns immer sehr freuen. Über Antworten auf allgemein gestellte Fragen, kann man manchmal schnell in kurze Unterhaltungen einsteigen. Über “privat” gestellte Fragen bekommt man einige Inspiration und Anregungen aus anderen Häusern. Aber es bleibt deutlich, dass Twitter in Deutschland nicht unbedingt vom “normalen” Museumspublikum genutzt wird – und dass Aufrufe auf Facebook und Instagram (zumindest bei uns) zu keiner großen Resonanz geführt haben. Dass das nicht schlecht sein muss, erklärt ganz anschaulich Angelika Schoder im Blog Musermeku.

 

Fragen aufwerfen

Viele Museen verkündeten ganz konkret, welche Kuratoren von wann bis wann Fragen beantworteten. Der Kurator des Stadtmuseums Berlin musste die Fragen aus dem Archiv per WhatsApp beantworten – was dann aber auch wieder ganz authentisch und direkt von der Arbeit war. Im Museum Burg Posterstein sind wir so wenige Mitarbeiter, dass wir zu zweit die Kommunikation gleichzeitig mit der Druckfreigabe für das Buch zur Ausstellung betreut haben.

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Ganz deutlich wurde, dass in den verschiedenen Museen auf unterschiedliche Strategien gesetzt wurde, Fragen aufzuwerfen und Gespräche loszutreten. Das ist auch wichtig, denn sonst kommt vielleicht nur die ein oder andere Standardfrage. Manche Museen bereiteten sich gut vor:

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Zurück zur Ausgangsidee, das Publikum mit Museumskuratoren in direkten Kontakt zu bringen, brachte das AskACurator-Konzept das Museum of Modern Art in New York, dessen Kuratoren auf Facebook live im Video Fragen direkt beantworteten:

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Kuratoren unter sich?

Wie Angelika Schoder ganz richtig bemerkt, muss es nicht unbedingt schlecht sein, dass Twitter in Deutschland nicht wirklich und vor allem nicht tagsüber vom normalen Besucher genutzt wird. Man kann das Netzwerk nämlich stattdessen für den Austausch mit Kollegen nutzen. Als Museum haben wir diesmal keine Fragen an andere Museen gestellt, als Privatperson schon. Da ging es dann z. B. darum, wie sich Ausstellungen am besten in historische Räume einpassen lassen, wie Ausstellungen auch digital weitergeführt werden können (hier gab es von internationalen Museen schöne Anregungen und Inspiration durch schon laufende Projekte) und wie man flüchtige, urbane Kunst im neuen Münchner Museum Muca Munich festhalten will.

Wir sammeln auf Twitter ständig Inspiration, lassen die Ideen reifen und sehen dann, was wie in das Konzept von Burg Posterstein passen und es bereichern könnte. Auch in der deutschen Museumswelt gibt es viele interessante Entwicklungen – wie Ausstellungen, die auf Google Arts Project weiterlaufen und Museen, die ihre Bücher als E-Books herausgeben – von denen wir uns durchaus inspirieren lassen könnten. Genau wegen dieser Inspiration durch andere, weltweit, nehmen wir am AskACurator-Tag teil. – Und einfach nur, um zu zeigen, dass es uns gibt.