#Kinderburg: Wie schwer war die Ritterrüstung?

Jeremy (11 Jahre) und Jannes (5 Jahre) wollen wissen, wie schwer die Rüstung – genannt Harnisch – eines Ritters war. Burggespenst Posti und Drache Stein antworten:

So eine Rüstung war ziemlich schwer. Sie bestand aus sehr vielen einzelnen Teilen und wog zwischen 20 und 30 Kilogramm – also etwa so viel wie zwei bis drei Eimer Wasser! Allein ein Helm wog so viel wie drei Milchkartons (drei Kilogramm). Ein Kettenhemd konnte sogar 15 bis 20 Kilogramm auf die Waage bringen, so viel wie ein Kindergartenkind. Trotzdem konnten die Männer dieses Gewicht, das sich auf den ganzen Körper verteilt, gut tragen. Eine Feuerwehr-Ausrüstung wiegt heute genauso viel!

Seit rund 500 Jahren gibt es keine „richtigen“ Ritter in Rüstung mehr. Das lag auch daran, dass die Rüstungen neuen Waffen nicht mehr standhalten konnten. Im Laufe der Zeit entwickelten die Menschen zum Beispiel immer bessere Feuerwaffen, die auch Rüstungen durchschlugen. Das war natürlich nur ein Grund, warum es heute keine Ritter zu Pferd und mit Rüstung mehr gibt.

Helme und Rüstung in der Burg Posterstein.
Helme und Rüstung in der Burg Posterstein.

Heute kann man “Ritter” nur noch auf Mittelaltermärkten sehen. Das sind aber geübte Schauspieler, die zur Freude der Besucher ein Turnier nachstellen. Trotzdem tragen auch diese Ritter noch richtige Rüstungen, die auch noch heute genauso schwer sind wie damals im Mittelalter. Und immer noch gibt es so etwas wie moderne Rüstungen: Helme, Schutzanzüge und schusssichere Westen zum Beispiel.

Anmerkung: Wir danken Dirk H. Breiding (Department Waffen und Rüstungen am Philadelphia Museum of Art) für die inhaltliche Beratung.

#Kinderburg: Wo haben die Ritter geschlafen?

In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.

„Wo haben die Ritter geschlafen?“, fragt Jonathan (4 Jahre). Burggespenst Posti und der Drache Stein antworten:

Die Ritter in einer Burg haben in der „Kemenate“ geschlafen. Dieser Raum war das Wohn- und Schlafzimmer. Als einziger Raum in der Burg hatte die Kemenate einen Kamin, der den Ritter und seine Familie wärmen konnte. Dort stand ein Bett, in dem der Ritter, seine Frau und seine Kinder gemeinsam schliefen.

In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.
In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.
In so einem Bett könnte ein Ritter geschlafen haben.[/caption]In der Burg Posterstein gibt es heute leider kein Ritterbett mehr zu sehen. Weil die Burg nach dem Mittelalter oft umgebaut wurde, lassen sich in ihr sehr viele Kamine finden. Nicht nur einer.

Aber vor 800 Jahren, als die Burg noch neu gebaut war, gab es nur ein beheizbares Zimmer: Die „Kemenate“. Dieser seltsame Name stammt aus der lateinischen Sprache. Dort heißt das Wort „caminus“ so viel wie Kamin oder Ofen, den es in der Kemenate eben gab. Trotzdem war es im Winter sehr kalt. Mit Wandteppichen und Vorhängen versuchte man den Raum wärmer und schöner zu gestalten.

Die Kemenate diente als Wohnzimmer und als Schlafzimmer. In dem dortigen Bett schliefen der Ritter, seine Frau und alle ihre Kinder zusammen. Am Tag war das Zimmer das Reich der Burgdamen.

Wie genau das Ritterbett in der Burg Posterstein vor 800 Jahren ausgesehen hat, wissen wir leider nicht. Aber später war es groß, aus Holz gebaut und sehr hoch, damit die Ritterfamilie nicht so nah am kalten Boden liegen musste.

Nicht alle Ritter hatten ein eigenes Bett

Aber nicht alle Ritter haben überhaupt auf einer Burg gewohnt. Viele lebten bei den Bauern in den Dörfern. Dort hatte man oft Bettkisten, Schlafnischen und Strohmatten, auf denen man schlief. Der Mittelpunkt eines Hauses war auch dort der Ofen, der als Kochstelle diente und um den sich alle schlafenlegten. Auch in den Dörfern schlief die ganze Familie gemeinsam in den Betten. Manchmal teilte man sich diese Ruhestätte nicht nur mit der Familie, mit den Mägden und Knechten, sondern auch mit den Tieren. Denn viele Menschen und Tiere in einem Raum erzeugen mehr Wärme!

Wer ein richtiges Schlafzimmer besaß, war ein reicher Mann. Und in manchen Burgen und Schlössern schliefen sogar die Knechte neben dem Bett ihres Herrn in Bettkisten.

Den bequemsten Schlafort in der ganzen Burg Posterstein haben aber wir Geister. Wir schlafen am liebsten im Dach des Turmstübchens, wohin niemand klettern kann. Hier ist es ruhig und friedlich und wir haben immer eine tolle Aussicht!

Blog-Serie “Kinderburg”: Die Burggeister Posti und Stein beantworten Eure Fragen. Mehr dazu.

Achtung: Unser Blog mit neuer Adresse und neuem Design

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Demnächst: Neue Blog-Serie für Familien

Die Burggeister Posti und Stein posieren mit der "Helm-Post" in der Halle der Burg. Dort können Fragen eingeworfen werden.
Die Burggeister Posti und Stein posieren mit der “Helm-Post” in der Halle der Burg. Dort können Fragen eingeworfen werden.

Ab 1. Oktober 2017 zeigt das Museum Burg Posterstein die Familienausstellung “Die Kinderburg – Auf den Spuren von Rittern und Salondamen”.

In Vorbereitung auf die Ausstellung starten wir die Blog-Serie “Die Kinderburg” für Kinder und Eltern. Darin beantworten unsere Burggeister Posti und Stein Besucherfragen auf einfache und verständliche Art. Heute standen das Burggespenst Posti und der Drache Stein dafür zum ersten Mal vor der Kamera. Das Ergebnis dessen gibt es in der nächsten Woche zu sehen. Erste Fragen sind auch schon eingegangen. Jonathan (4 Jahre) möchte wissen: Wo schliefen die Ritter? Die Antwort gibt es am Dienstag im Blog. Ernst gemeinte Fragen nehmen Posti und Stein jederzeit per E-Mail oder Post (Museum Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein) entgegen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein