Die Pechblende: Eine Untergrundschrift über den Uranbergbau und seine Folgen

Wer kennt den Namen Michael Beleites? In der DDR kannten ihn die wenigsten. Dafür war er der Stasi wohlbekannt und gehörte zu ihren größten Feinden. Dies ist Teil 4 unserer mitwachsenden, digitalen Begleitausstellung “Landschaft nach der Wismut” gilt dieser Uranbergbau-Geschichte.

Löbichau, Schacht Drosen, 1990er Jahre ©Foto, Jens-Paul Taubert, Altenburg
Löbichau, Schacht Drosen, 1990er Jahre ©Foto, Jens-Paul Taubert, Altenburg

Im Museum Burg Posterstein begegnete der Name Michael Beleites samt einer provisorisch kopierten Schrift Ende 1988. Die DDR lebte noch und schwelgte im Bewusstsein immerwährender Macht und Überlegenheit über den Kapitalismus.

Plötzlich stellten wir Fragen

Derweil hatten sich kirchliche Gruppen aufgemacht, Missstände aufzudecken und Informationen über Umweltschäden in der DDR zu verbreiten. Und eine dieser Informationsschriften kam von Michael Beleites, der sich in der „Pechblende“ mit den Umweltsünden der Wismut auseinandersetzte. Über Mitglieder des Kirchenkreises Ronneburg erhielten also auch wir die Schrift. Selbstverständlich ganz heimlich und mit der Aufforderung zur sofortigen Rückgabe nach dem Lesen. Das taten wir natürlich auch, aber vor allem dachten wir von nun an viel gründlicher nach: Was ist mit unserem Wasser, was mit dem Teich, in dem so viele Fische schwimmen, mit den Pilzen im Wald? Wie wirkt der ganze Dreck auf den Straßen? Warum sterben so viele Wismut-Bergleute an Krebs? Was macht es mit unseren Kindern, wenn Grundwasser möglicherweise verseucht ist und das nahegelegene Flüsschen Sprotte auch Abwässer des Uranbergbaus ableitete?

Plötzlich sollte auch noch im Tal der Sprotte zwischen Posterstein und Nöbdenitz eine Mülldeponie im Landschaftsschutzgebiet entstehen, obwohl in die geschlossenen Tagebaue der Wismut (und auch in die Tagebaue des Braunkohlebergbaus) offenbar täglich Züge mit Müll aus dem Westen rollten. Glücklicherweise wurde das verhindert.

Die Wende kam dazwischen. Doch die Spuren des Uranbergbaus gibt es bis heute, obwohl die Bundesrepublik Deutschland inzwischen viele Milliarden in die Sanierung gesteckt hat.

Tagebau Lichtenberg ©Fotomontage Wismut GmbH 1991
Tagebau Lichtenberg ©Fotomontage Wismut GmbH 1991

1954 übernahm die neu gegründete Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft Wismut (SDAG) den Vorgängerbetrieb. Sie blieb bis 1991 zu 50 Prozent Eigentum der UdSSR. Die Grundlagen dafür hatte man in einem Regierungsabkommen zwischen der UdSSR und der DDR 1953 gelegt. Dieser Vertrag wurde 1962 erneuert und 1975 bis zum Jahr 2000 (!) verlängert.

Die Geschichte der Wismut beschreiben wir ausführlich im 3. Teil dieser Reihe.

Die Wismut entwickelte sich zu einem “Staat im Staat”

Die Wismut entwickelte sich im Lauf der Zeit zunehmend zu einem Staat im Staat, mit eigenem Sicherheitsdienst. Die Bergbaugebiete waren für Außenstehende (Nicht-Bergleute) hermetisch abgeriegelt und nicht betretbar, Fotografieren war verboten.

Löbichau mit Förderturm des Schachtes Drosen, in unmittelbarer Nähe des Ortes, nur wenige hundert Meter vom Schloss entfernt.
©Foto Hans Neupert, 1989
Löbichau mit Förderturm des Schachtes Drosen, in unmittelbarer Nähe des Ortes, nur wenige hundert Meter vom Schloss entfernt. ©Foto Hans Neupert, 1989

Die Bergarbeiter wurden mit Sondervergünstigungen, Spitzenlöhnen und politischer Indoktrination an die Betriebe gebunden. Über die Verwendung des Urans, vor allem über die gesundheitlichen Risiken für die Beschäftigten und Anwohner der Wismut sowie über die Umweltschäden wurde geschwiegen.

Nach der Katastrophe von Tschernobyl im Jahr 1986 verbreitete sich überall in Deutschland und Europa die Angst, dass radioaktive Belastungen in der Umwelt zu Gesundheitsschäden führen könnten. In der DDR war das weiterhin kein Thema und Informationen darüber nicht öffentlich zugänglich. So blieben auch die Wismut und der Uranbergbau bis zum Ende der DDR ein Tabuthema, über dessen Umweltbilanz geschwiegen wurde.

Zu sehen aber waren die Ausmaße des Bergbaus für jeden an der zerklüfteten Landschaft, den aufgeschütteten Kegel- und anderen Halden, den Bergwerken, die manchmal bis an die Ortschaften heranreichten und den Bohrtürmen auf den Feldern. Aber über die Möglichkeit, dass von dieser Industrie eine radioaktive Gefahr ausging, wurde die Bevölkerung im Unklaren gelassen. Kritische Fragen zur Problematik wurden meist nicht öffentlich gestellt, gleich gar nicht von den Zuständigen beantwortet oder riefen sofort die Staatssicherheit auf den Plan.

Löbichau, Schacht Drosen, 1990er Jahre ©Foto, Jens-Paul Taubert, Altenburg
Löbichau, Schacht Drosen, 1990er Jahre ©Foto, Jens-Paul Taubert, Altenburg

Unter diesen Bedingungen gründete Michael Beleites, der damalige Präparator am Naturkundemuseum Gera, 1986 eine Umweltgruppe unter dem Dach des Kulturbundes der DDR, um die Thematik zu erforschen. (1)  Es wurde jedoch schnell klar, dass dies ein aussichtsloses Unterfangen war, weil von Anfang an die Staatssicherheit die Aktivitäten kritisch beäugte. Gleiches schreibt beispielsweise auch die damalige Direktorin des Museums in der 1993 erschienenen Publikation zu den Altlasten der Wismut:

„Das vorliegende Jubiläumsheft nimmt sich eines besonders sensiblen Themas der Ostthüringer Region an, der ‚der Altlasten des Uranbergbaus‘. Da dem Museum in der ‚Vorwende-Zeit‘ weder Veröffentlichungen Wismut-relevanter Umweltthemen in der Schriftenreihe noch eine Dauerausstellung der Bodenschätze um Ronneburg in der seit 1984 bestehenden Dauerausstellung erlaubt waren,…“. (2)

Aus der Publikation: Die Altlasten des Uranbergbaus und der Uranerzaufbereitung, Veröffentlichungen des Naturkundemuseums der Stadt Gera, Heft 20, 1993

Beleites entschloss sich deshalb ab 1987 private Recherchen im kirchlichen Rahmen zu beginnen. Er lieh sich eine Videokamera von einer Berliner Umweltgruppe und begann heimlich das Gelände um die Bergbaubetriebe zu filmen. Material daraus wurde schließlich im November 1987 vom SFB in der ARD im Fernsehen gesendet.

Letztlich entstand aus dem gesammelten Material die 60seitige Schrift „Pechblende der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“.

Titelblatt und Inhaltsverzeichnis: „Pechblende der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“
Titelblatt „Pechblende der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“
Inhaltsverzeichnis: „Pechblende der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“
Inhaltsverzeichnis: „Pechblende der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“

Im Kreis der kirchlichen Friedens- und Umweltbewegung versammelten sich seit Anfang der 1970er Jahre Kritiker dieser SED-Geheimhaltungspolitik. Diese Organisation ermöglichte 1988 die (illegale) Veröffentlichung der Untergrundschrift „Pechblende der Uranbergbau in der DDR und seine Folgen“, von Michael Beleites, herausgegeben vom Kirchlichen Forschungskreis Wittenberg und dem Arbeitskreis „Ärzte für den Frieden – Berlin, beim Landespfarrer für Krankenseelsorge der Evangelischen Kirche Berlin- Brandenburg, in einer Auflage von 1000 Exemplaren, die alle per Hand verteilt werden mussten. (4)

Michael Beleites selbst zieht 30 Jahre später in einem Vortrag in der Stadt und Regionalbibliothek Gera Bilanz: „Als im Juni 1988 die im Selbstdruck hergestellte Untergrundschrift „Pechblende“ fertiggestellt war, glich ihr „Erscheinen“ einer Sensation: Eine 40-jährige Geheimhaltung zu den Hintergründen des gigantischen sowjetisch-deutschen Uranbergbauprojekts „Wismut“ wurde gebrochen. Nicht von staatlicher Seite, nicht von den westlichen Medien – sondern von einer kleinen kirchlichen Umweltinitiative in der DDR; recherchiert, geschrieben und gedruckt von einem damals 23-jährigen Autor aus Gera.“

Hier geht es zum ganzen Text des Vortrages.

Anmerkung

Dieser Beitrag beansprucht keine Vollständigkeit, sondern versteht sich als kurze Einführung in eine umfangreiche und komplizierte Thematik. Links und Literaturangaben sollen helfen, das Thema zu vertiefen. Viele Informationen dazu bietet beispielsweise der kirchliche Umweltkreis Ronneburg, der aus der DDR Bürgerrechtsbewegung hervorgegangen ist.  Darüber hinaus kann man sich ausführlich im Stasi-Unterlagen-Archiv Gera informieren.

Zusammengefasst von Sabine und Klaus Hofmann, April 2020


Weiterführende Informationen zur Thematik:

URANATLAS, Daten und Fakten über den Rohstoff des Atomzeitalters:
Die Altlast der Wismut, Uranbergbau in Sachsen und Thüringen: Fast vergessen, mit Milliardenaufwand saniert, aber immer noch ein Problem, Seite 30/31

Der URANATLAS ist ein Kooperationsprojekt und wird gemeinsam von Le Monde diplomatique, der Nuclear Free Future Foundation, der Rosa-Luxemburg-Stiftung sowie dem Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland herausgegeben. 1. Auflage: September 2019

Hier geht’s zum Download

Literatur und Quellen:

(1)
Beleites, Michael: Untergrund. Ein Konflikt mit der Stasi in der Uranprovinz, Berlin, 1992, S.75f.

(2)
Die Altlasten des Uranbergbaus und der Uranerzaufbereitung, Veröffentlichungen des Naturkundemuseums der Stadt Gera, Heft 20, 1993

(3)
Beleites Michael: Altlast Wismut, Ausnahmezustand, Umweltkatastrophe und das Sanierungsproblem im deutschen Uranbergbau, Frankfurt/M 1992

Internet:

(4)
http://www.michael-beleites.de/

http://www.thla-thueringen.de/index.php/978-als-download-verfuegbar-vortrag-von-michael-beleites-zum-thema-pechblende-uranbergbau-in-der-ddr-und-seine-folgen

http://www.thla-thueringen.de/images/Vortrag_ThLA_Michael_Beleites_30_Jahre_Pechblende_Web.pdf

EINHEIT-liches Deutschland, Pressefotografie im Altenburger Land 1990-2005, Museum Burg Posterstein, 2005

Interessante Fotos zur Wismut sind auch in unserer Museumspublikation zu finden:

EINHEIT-liches Deutschland, Pressefotografie im Altenburger Land 1990-2005, Museum Burg Posterstein, 2005

Fotografien von Jan-Peter Kasper, Knut Lechner, Klaus Peschel, Jens Paul Taubert, Wolfgang Wukasch, 68 Seiten, mit s/w Fotos und einer Foto-CD mit 250 Abb. 10,00 Euro

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 5: Schafe fürs Leben – Wer bezahlte mit Ostereiern?

Oster-Quiz Burg Posterstein Teil 5
Oster-Quiz Burg Posterstein Teil 5

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 5. und letzte Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1hier zu Aufgabe 2,  hier zu Aufgabe 3 und hier zu Aufgabe 4)
Dann schau Dir das Video an oder lies Dir den Text durch, dann kannst Du die erste Frage ganz bestimmt lösen!

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Bezahlung frisch vom Huhn

Schaf Wendelin führt Dich am Schluss unserer kleinen Ostertour noch zu den Altenburger Bauern. Die Kleidung, auch Tracht genannt, die Du an der Puppe in der Vitrine gesehen hast, trugen die Bäuerinnen bereits vor mehr als 200 Jahren! Heute ist sie allerdings aus der Mode gekommen und wird nur noch von Vereinen bei Festen in der Region angelegt.

Früher nannte man die Altenburger Bäuerinnen in Tracht „Marche“. Diese Bezeichnung kommt vom Namen Marie. Der Bauer wurde „Malcher“ genannt, was sich vom Namen Melchior ableitet. Marie und Melchior waren die häufigsten Namen unter den Bauern.

Osterferien auf Burg Posterstein - Schaf Wendelin bei den Altenburger Bauern
Schaf Wendelin bei den Altenburger Bauern

Nach der langen Fastenzeit hatten am Ostersonntag sowohl Bauern wie Ritter richtig Hunger! Entsprechend groß war das Osteressen. Milch, Käse und Butter gehörten dazu. Natürlich durfte auch das Osterbrot nicht fehlen! Oft hatte es die Form eines Lammes. Fleisch durfte endlich wieder gegessen werden und genauso das berühmte Osterei! Zur Freude unseres Wendelin hatten die meisten Osterspeisen etwas mit Ei zu tun. Ganze 40 Tage musste man die Eier schließlich aufbewahren, bis sie zu Ostern wieder gegessen werden durften. Damit sie nicht schlecht wurden, kochte man sie oft ab und machte sie so haltbar.

In der Zeit um Ostern war im Mittelalter auch oft die Pacht, eine Abgabe der Bauern an den Burgherren fällig. Damals hieß das aber nicht, dass unbedingt Geld gezahlt werden musste. Naturalien wie Mehl, Korn und Fleisch galten genauso als Pachtgeld wie Münzen. Der Burgherr bekam in dieser Zeit nicht selten Eier als Bezahlung von seinen Bauern. Entsprechend viele konnten zum Essen gereicht werden.


***Oster-Gewinnspiel***

Hast du alle Fragen richtig beantwortet, fällt dir bestimmt auch unsere letzte Frage nicht schwer!

Was war KEINE richtige Antwort in den 5 Teilen unseres Oster-Quizes?

(a) Karpfen blau
(b) 1736
(c) Melchior und Marie
(d) Ärzte
(e) Ostern
(f) Schäfer und Bauern

Schick uns bis 19. April 2020 die Lösung an postiundstein@burg-posterstein.de Stichwort Oster-Gewinnspiel und du kannst in der Verlosung um eine Familien-Clubkarte im Wert von 40 € gewinnen. Damit kannst du die Burg Posterstein zusammen mit deiner Familie ein Jahr lang so oft besuchen wie du magst.

Der Gewinner wird per Zufallsprinzip aus den Einsendern mit der richtigen Lösung gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hast Du alle Fragen richtig beantworten können? Dann gratulieren Dir Schaf Wendelin und die Burggeister Posti und Stein ganz herzlich! Zum Abschied gibt es noch zwei kleine Tipps zum Spielen und Basteln!


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 4: Schafe fürs Leben – Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?

Quiz: Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?
Quiz: Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 4. Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1hier zu Aufgabe 2 und hier zu Aufgabe 3)
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Osterzeit – Essenszeit?

Wir sind nun im Gerichtszimmer der Burg Posterstein angekommen. Hier wurde allerdings nicht gegessen, sondern Recht und Ordnung gesprochen! Oft wurde in diesem Raum über Erbschaften und Vormundschaften, also über die Fürsorge für ein Kind oder einen Erwachsenen, verhandelt. Und natürlich war auch die Einhaltung der Dorfordnung wichtig! Wer sich nicht an die Verordnungen hielt, musste meist Strafen zahlen oder sogar ein paar Tage im Verlies der Burg unter dem großen Burgturm verbringen. Allerdings wurde hier auch über schwere Verbrechen verhandelt. Das kam zum Glück aber nur selten vor.

Schaf Wendelin möchte Dir viel lieber vom Essen erzählen! Denn auch das unterlag zu Ostern strengen Regeln. Vor einem so wichtigen Fest sollten schon zu Zeiten der Ritter alle Christen fasten. Fasten heißt, dass man auf bestimmte Lebensmittel, Getränke oder Tätigkeiten verzichtet. Vor Ostern sogar 40 Tage lang! Deshalb nennt man diese vorösterliche Fastenzeit „Quadragesima“, was auf Latein „40“ bedeutet.

Schaf Wendelin im Gerichtsraum der Burg – natürlich kommt Wendelin nicht auf den Teller!

Die Ritter im Mittelalter hielten sich streng an diese Regeln. Ab „Aschermittwoch“, dem Tag nach Fasching waren Fleisch, Wein, Eier und Käse bis Ostersonntag verboten! Nur Kinder, schwangere Frauen, Alte und Kranke mussten sich nicht daran halten. Allerdings galt Fisch bei den Rittern nicht als Fleisch. Und so kam das schmackhafte Tier vor allem am Karfreitag auf den Tisch. Aber auch an jedem anderen Freitag sollten Christen kein Fleisch essen. Mit diesem Verzicht wollten sie dem Tod Christi am Kreuz gedenken.

Am Ostersonntag war die Fastenzeit zu Ende! Nach 40 Tagen konnte nun endlich wieder ordentlich gegessen und getrunken werden. Sehr zum Unmut unseres kleinen Wendelins kam da wahrscheinlich auch oft Lammbraten auf den Tisch. Aber keine Sorge! Schaf Wendelin wird nicht auf dem Teller enden.


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 3: Schafe fürs Leben – Was steht über das Lamm in der Bibel?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 3. Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1 und hier zu Aufgabe 2)
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Das Lamm in der Bibel

Schaf Wendelin führt Dich nun ins Herz der Burg Posterstein. Aus einem der alten Bücherschränke hat es für unsere Osterferien-Tour eine uralte Bibel ausgesucht.
Die Bibel ist die Heilige Schrift der Christen. Sie besteht aus dem Alten und dem Neuen Testament. Nach ihren Texten wurde auch der Zeitpunkt für das Osterfest festgelegt. Denn anders als Weihnachten, das immer am 25. Dezember gefeiert wird, ist Ostern ein „bewegliches“ Fest. Ostersonntag fällt immer auf den ersten Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond. Auch diese etwas seltsam anmutende Rechnung stammt aus der Bibel. Jesus Christus starb am jüdischen Pessach-Fest und auch dieses findet im Frühling statt.
Das Lamm wird in der Bibel meist als Opfertier beschrieben. Oft wird Jesus Christus auch als das „Lamm Gottes“ bezeichnet, weil er am Kreuz starb und mit diesem Opfer die Christenheit erlöste. In vielen christlichen Bildern sind daher Schafe oder Lämmer dargestellt, die eine Siegesfahne tragen. Man könnte es vielleicht auch so sagen: Jesus ist als Opferlamm für die Christenheit gestorben und hat durch seine Auferstehung den Tod besiegt. Das Lamm ist damit ein Symbol des Lebens.

Schaf Wendelin auf einer sehr alten Bibel.

Die Bibel, die unser Schaf Wendelin für Dich ausgesucht hat, wurde vor über 200 Jahren in Nürnberg gedruckt. Auch sie enthält das Alte und Neue Testament. Aber anstelle von Zahlen, wie wir sie kennen, finden wir hier Buchstaben, die verraten wie alt das Buch ist. Diese Buchstaben sind römische Zahlen. Jeder Buchstabe ist dabei eine bestimmte Zahl wert. Rechnet man die einzelnen Werte zusammen, erhält man die Jahreszahl.

Ein M steht dabei für 1000, D für 500, C entspricht 100, L wäre 50, X ist die 10, V steht für 5 und I für eine 1. Das klingt nach einer lustigen Rechenaufgabe!


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 1: Schafe fürs Leben – Wer ist Wendelin?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

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Hallo! Mein Name ist … Wendelin?

In diesen Osterferien haben sich die Geister der Burg Posterstein, das Gespenst Posti und der Burgdrache Stein, Verstärkung geholt. Das kleine grüne Schaf Wendelin führt Dich diesmal virtuell durch die über 800 Jahre alte Burg und beantwortet mit Dir die Frage: Warum gehört das Lamm zum Osterfest?

Wendelin trägt seinen Namen auch nicht ohne Grund! Benannt ist es nach einem Heiligen der katholischen Kirche: Wendelin von Tholey, dem Schutzpatron der Hirten und Herden, der Bauern und des Viehs. Der heilige Wendelin lebte vor fast 1500 Jahren in der Nähe der Stadt Trier in Rheinland-Pfalz. Laut Legende war er ein Königssohn aus Schottland oder Irland. Nach einer Wundertat schenkte ihm ein Edelmann eine Zelle (das ist eine Wohnstätte für Mönche oder Einsiedler) in der Nähe der heutigen Stadt St. Wendel im Saarland. Dort verkündigte er den Menschen das Wort Gottes und half ihnen, wenn sie oder ihre Tiere krank wurden. Als der Abt, der Leiter, des nahen Klosters Tholey starb, wählten die dortigen Mönche Wendelin zum neuen Oberhaupt des Klosters. Dort lebte er bis zu seinem Tod.

Viele Tage im Jahr sind christlichen Heiligen gewidmet und nach diesen benannt. Die bekanntesten sind wahrscheinlich St. Nicolaus am 6. Dezember oder Silvester am 31. Dezember. Der Gedenktag des heiligen Wendelin ist in Deutschland am 20. Oktober. Auf Gemälden wird Wendelin oft als Hirte mit Schafen und Schweinen dargestellt.

Schaf Wendelin vor der Burg Posterstein – im digitalen Osterferien-Programm nimmt es Dich mit in die Burg.

Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

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Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

Wanderung auf den Spuren des Holzschnitzers Johannis Hopf

Regelmäßig begeben sich Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein auf thematische Reisen und Ausflüge, die eng mit den Themen des Museums in Verbindung stehen. Der diesjährige Frühjahrsausflug am 26. April führte von Neumark zur Burg Schönfels. Vereinsmitglied Monika Diedrich berichtet darüber:

Inschrift unter der Empore in der Postersteiner Burgkirche
Inschrift unter der Empore in der Postersteiner Burgkirche (Foto: Museum Burg Posterstein)

Am 26. April 2014 machte sich eine siebzehnköpfige Gruppe auf, die Spuren Johannis Hopfs zu suchen, dem zugeschrieben wird, die Holzschnitzereien in der Postersteiner Burgkirche angefertigt zu haben.

Die Wanderung begann im Gut Neumark der Familie von Römer. Das Anwesen, besonders das Schloss, befindet sich in einer permanenten Bausituation. Überall stehen Gerüste, Baumaterialien, eingerissene Wände und halbfertige Gebäude – aber die Dächer sind in Schuss! Darauf verwies die Hausherrin Dorothee von Römer mit Stolz, die uns engagiert durch das ehemalige Rittergut führte.

Familie von Römer musste ihr Schloss nach der Wende zurückkaufen

Die Familie von Römer, Jahrhunderte in und um Zwickau ansässig und tätig, ist seit 1478 mit dem Gut verbunden und kaufte es nach der Wende 1989 von der Treuhand zurück, um es zu bewirtschaften und wieder in Stand zu setzen. Seit der Enteignung durch die Bodenreform 1945 war es ein volkseigenes Gut (VEG) gewesen. Was das jetzt für eine Herkulesaufgabe für die neuen (alten) Eigentümer war, ist und noch sein wird, wird jedem klar, der den Rundgang durch das Schloss mitmacht.

Es könnte durchaus eine Verbindung zwischen dem Gut Neumark und dem prachtvollen Schnitzwerk in der Postersteiner Burgkirche geben (Foto: Römer: http://www.gut-neumark.de/de/bildergalerie.html)
Es könnte durchaus eine Verbindung zwischen dem Gut Neumark und dem prachtvollen Schnitzwerk in der Postersteiner Burgkirche geben (Foto: Römer: http://www.gut-neumark.de/de/bildergalerie.html)

Dieses Schloss aus dem 17. Jahrhundert ist auf den ersten Blick nicht als solches zu erkennen. Es ist ganz schlicht gebaut, ohne jedes Schmuckelement, durch die Zeit und die Nutzung (erst als Notunterkunft für viele Vertriebenenfamilien und später als Heim für psychisch kranke Kinder) heruntergekommen, verlassen und verloren. Hat man aber den Innenhof erreicht, sieht man seine ehemalige Bestimmung – hindurch durch Baugerüste, Dreck und Schutt. Dorothee von Römer führte unsere Gruppe in alle Ecken und Ritzen des alten Gemäuers, erklärte die Entstehungsgeschichte, die ehemalige Nutzung der Räume – auch zu DDR-Zeiten –, wies stolz auf unerwartete Funde von Balken oder Tür- und Fensteröffnungen hin, sprach von den finanziellen Schwierigkeiten und von Glücksmomenten, wenn wieder einmal etwas gelungen war. Bewundernswert ist ihre fröhliche und zuversichtliche Haltung, die sie an den Tag legte, wo sich doch jeder vorstellen konnte, was für eine Last sie und ihre Familie zu tragen hatten. Und natürlich fanden die Besucher Relikte von Holzschnitzereien, die denen in der Postersteiner Kirche glichen. Es wurde darüber gefachsimpelt, Vergleiche angestellt und die Familiengeschichte ins Gedächtnis gerufen, denn einen Zusammenhang könnte es gegeben haben, da eine Tochter der Familie Römer nach Posterstein geheiratet hatte und zu dieser Gelegenheit die Schnitzereien in die Kirche gelangt sein könnten.

Burgkapelle auf Schönfels – Eine Verbindung zum Postersteiner Schnitzwerk?

Wanderung zur Burg Schönfels
Wanderung zur Burg Schönfels

Vom Enthusiasmus und vom Mut der Römers angesteckt, begab sich die Gruppe auf eine Wanderung zur Burg Schönfels. Auch dort sollten sich Holzschnitzereien in der Burgkapelle befinden, die eventuell etwas mit denen in Posterstein und Neumark zu tun haben könnten.

Mitglieder des Museumsvereins bei der Führung durch die Burg Schönfels
Mitglieder des Museumsvereins bei der Führung durch die Burg Schönfels

Auf Burg Schönfels trafen wir wieder auf eine Führerin durch die Burg, die Leiterin des Museums und somit die Burgherrin, die von Tatkraft und Freude am Werk sprühte. Ina Schumann erzählte mit warmen Worten von den geleisteten Arbeiten und denen, die noch zu vollführen seien. Ihre Freude über jede neue Erkenntnis beim Renovieren von Räumen oder bei der Instandsetzung von Mauerwerk übertrug sich auf die interessierten Zuhörer. Sie machte uns aufmerksam auf den wohl wertvollsten Raum in der Burg, auf die Kemenate oder Bohlenstube, die wie ein Kasten aus 13,5 cm dicken Bohlen in die Burg eingebaut wurde. Wo kann man schon ein solches Wunderwerk, noch dazu mit einer kielförmigen Holztür, in einer mittelalterlichen Burg finden! Wie immer bezauberte der Blick vom Turm in die frische Frühlingslandschaft.

Schwebender Engel in der Kapelle der Burg Schönfels - Eine Arbeit aus der Werkstatt des Johannis Hopf?
Schwebender Engel in der Kapelle der Burg Schönfels – Eine Arbeit aus der Werkstatt des Johannis Hopf?

Und endlich zum Schluss der Besichtigung führte Ina Schumann in die Burgkapelle, wo es eine geschnitzte Kanzel zu bewundern gibt. Da blieb die Frage im Raum stehen: Hat sie Beziehungen zu den anderen schon erwähnten Holzschnitzereien? Unterschiede wurden ausgemacht, aber auch Ähnlichkeiten. Und es stellte sich die andere Frage, ob die Kanzel von vornherein für diese Kapelle bestimmt gewesen war oder ob man sie später erst eingebaut hatte? „Ja, ich weiß auch nicht, ob der Engel, der die Kanzel trägt, schon immer diesen Job gehabt hat“, war die humorvolle Antwort der Museumsleiterin.

Was hatte man an diesem Tag nicht alles zu sehen und zu hören bekommen! Wieder einmal hatte es sich für die Museumsfreunde gelohnt, an einer solchen Exkursion teilzunehmen. Viel frische Luft, herrliche Landschaft, alte Geschichte und alte Geschichten, interessante Erkenntnisse, gelungene Überraschungen und zum Schluss noch ein kräftiger Regenguss, der alle bis auf die Haut durchnässte. Aber was tut man nicht alles für seine Bildung!

Monika Diedrich / Museum Burg Posterstein

Weitere Berichte über Ausflüge des Museumsvereins:

Vier Tage Südböhmen (Oktober 2013)

Auf den Spuren von Jean Paul (Mai 2013)

Mit Christuskind, Hirten, Ochs und Esel: Aus der Geschichte der Weihnachtskrippen

In der Adventszeit erobert die Weihnachtskrippensammlung die Burg Posterstein, die hier traditionell schon seit fast 20 Jahren jedes Jahr im Dezember gezeigt wird. Gerade laufen die Vorbereitungen für die diesjährige Ausstellung auf Hochtouren und die Sammlung bekommt sogar noch Zuwachs. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um tiefer in die Geschichte der Krippen einzutauchen – mit Auszügen aus unserer Publikation “Weihnachtskrippen – Sammlung Riewe”.

“Ihr Kinderlein kommet …” – woher stammt die Weihnachtskrippe?

Die Vielfalt der Krippendarstellungen ist ungemein - Sammlung Riewe im Museum Burg Posterstein
Die Vielfalt der Krippendarstellungen ist ungemein – Sammlung Riewe im Museum Burg Posterstein

Wenn wir an Weihnachtskrippen denken, sehen wir vor dem inneren Auge das in ein Tuch gewickelte Jesuskind in einer Futterkrippe im Stroh liegen, daneben die Eltern, die Hirten und die drei heiligen Könige im Stall von Bethlehem. Diese umfassende Darstellung der Geburt Jesus Christus gründet auf einer langen Tradition: Im Jahre 313 nach Christus ließ Kaiser Konstantin der Große das Weihnachtsfest einführen und die Geburt Christi auf den 25. Dezember festschreiben. Der Tag war in der römisch-heidnischen Religion jener Zeit bis dahin dem Fest der unbesiegbaren Sonnengottheit, Sol invictus, geweiht. An deren Stelle trat nun die christliche “Sonne der Gerechtigkeit”, wie der Sammler Jürgen P. Riewe es ausdrückte.

In den Weihnachtsspielen des Mittelalters stand die Krippe im Mittelpunkt

Blick in die Krippensammlung von Jürgen P. Riewe im Museum Burg Posterstein
Blick in die Krippensammlung von Jürgen P. Riewe im Museum Burg Posterstein

Im Jahre 354 nach Christus ließ Bischof Liborius in Rom eine Basilika mit einer Krippenkapelle errichten. In den Weihnachtsspielen des Mittelalters stand die Krippe im Mittelpunkt. Barbara Kruhöffer folgert in ihrem Buch “Weihnachtskrippen der Völker”: “Die Tatsache, daß die Weihnachtskrippe an so vielen Orten fast gleichzeitig aufgetreten ist, macht deutlich, daß sie Vorformen hatte, die generell verbreitet waren und folgerichtig zur Krippe führten.”

Mit Beginn des Barock stellten die Kirchen in Bayern bereits prunkvolle Krippen auf, an denen das Volk Opfergaben niederlegte. Im 16. und 17. Jahrhundert schmückten Krippen den bayrischen Hof und bald auch die Weihnachtsstuben der Bürger. Das 17. und 18. Jahrhundert sah die Hochblüte der Krippenkunst.

Schädliche Kinderbelustigung oder fester Brauch?

Keramikkrippe aus Frankreich - Sammlung Riewe, Museum Burg Posterstein.
Keramikkrippe aus Frankreich – Sammlung Riewe, Museum Burg Posterstein.

Gegen den Brauch, Krippen aufzustellen, vermochte auch die Aufklärung nicht mehr viel, als sie ihn im Jahre 1803 als „schädliche Kinderbelustigung“ verurteilte. Ein Verbot 1792 erlassenes Verbot der Krippenaufstellung in den Kirchen musste nach dem Volkswillen bereits 1804 widerrufen werden. Heimlich aufgestellte Krippen in den Bürgerhäusern waren längst fester Brauch.

“Die Vielfalt der Krippen in Form, Farbe und Material lässt sich nicht einmal erahnen. Berühmte Maler und Bildhauer schufen Krippendarstellung von unschätzbarem Wert. Die Zahl der Krippenausstellungen geht ins Unermeßliche.”, schreibt Jürgen P. Riewe. – Einen Teil dieser Vielfalt konnte er in seiner Krippensammlung festhalten – zu sehen ab 1. Dezember, 15 Uhr, im Museum Burg Posterstein.

Die Postersteiner Krippensammlung

Ausstellungsplakat: Weihnachtskrippen Sammlung Riewe (Museum Burg Posterstein)
Ausstellungsplakat: Weihnachtskrippen Sammlung Riewe (Museum Burg Posterstein)

Jürgen P. Riewe und Carolin Riewe aus Hannover übergaben dem Museum Burg Posterstein 1994 ihre Krippensammlung, die die ganze Vielfalt der Darstellung der Geburt Christi in über 340 Exponaten zeigt. Dazu gehören auch eine Bibliothek und ein volkskundliches Archiv zum Thema.

Noch bevor die Exposition 1994 das erste Mal im Museum Burg Posterstein gezeigt wurde, hatten sich die Sammler, angeregt durch persönliche Begegnungen entschlossen, ihre Sammlung dem Museum Burg Posterstein zu stiften. Jürgen P. Riewe starb im Oktober 2007. Die Krippenausstellung ist jedes Jahr in der Weihnachtszeit im Museum zu sehen.

Im Video von TV-Journalist Gunter Auer zur Krippenausstellung im vergangenen Jahr finden sich auch Archivaufnahmen der Lesungen von Jürgen P. Riewe:

Im Dezember 2013 erhält das Museum Burg Posterstein eine weitere, umfangreiche Krippensammlung – abermals gestiftet von einer Sammlerin aus Hannover. Wir freuen uns sehr, danken der Sammlerin für ihr Vertrauen und verraten in einem nächsten Blogpost bald mehr.

Weihnachten in der Kirche und Burg Posterstein

Detail des barocken Schnitzwerkes in der Burgkirche Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)
Detail des barocken Schnitzwerkes in der Burgkirche Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)

Von 1. Dezember bis 5. Januar zeigt das Museum Burg Posterstein eine Auswahl Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe.
An Heiligabend, 17 Uhr, lädt die Kirchgemeinde Nöbdenitz, zu der auch die Kirche Posterstein gehört, zur Christvesper und zum Krippenspiel mit Pfarrer Wiegand in die Burgkirche ein. Aktuelle Infos zu kirchlichen Veranstaltungen in Posterstein gibt es auf der neuen Facebook-Seite “Evangelisch im Sprottental”.

Zum Weiterlesen:
Blogpost “Magische Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – Weihnachten im Mittelalter”
Im Museum erhältlich: Das Heft Weihnachtskrippen – Sammlung Riewe. Klaus Hofmann. Museum Burg Posterstein, 1995 (Preis: 2,50 Euro)

(Von Marlene Hofmann)

Sammelten Ritter Ostereier? – Ostern im Mittelalter

Natürlich sammelten die Ritter noch keine bunten Ostereier, wie der etwas ironische Titel dieses Artikels vorgaukeln mag. Aber bereits im frühen Mittelalter galt das Osterfest, das den Tod Jesus Christus’ betrauert und seine Auferstehung feiert, als wichtigstes Fest im Kirchenjahr. – Und das Ei war auch damals schon ein Teil des Festes.

Ostern im Mittelalter - Museum Burg Posterstein
Als Dekoration hat sich in den 1960er und 70er Jahren der Osterbaum eingebürgert – hier ein Foto von einem Osterbaum im Museum Burg Posterstein in den vergangenen Jahren (Bild: Museum Burg Posterstein).

Vom Bußen und Fasten

Im Mittelalter wurde die so genannte “Quadragesima”, die 40 Tage dauernde Passionszeit, sehr ernst genommen. Bereits im 2. Jahrhundert lässt sich ein 40-stündiges Fasten am Trauertag Karfreitag, dem Tag der Kreuzigung Jesus Christus’, nachweisen, das im 5. Jahrhundert bereits auf drei Tage (Karfreitag bis Ostersonntag) ausgeweitet worden war.

In der Karwoche sollte die Arbeit ruhen

Um dem Leiden Christus’ zu gedenken, ließ man bis ins 9. Jahrhundert schon zwei Wochen vor Ostern die Arbeit ruhen. Später wurde dieser Zeitraum aus wirtschaftlichen Gründen verkürzt. Heute sind nur noch Karfreitag bis Ostermontag offizielle Feiertage. Das Wort “Kar” hat seine Ursprünge im Mittelhochdeutschen und bedeutet so viel wie “Trauer” und “Wehklagen”. Jesus’ Leidensgeschichte beginnt bereits am Gründonnerstag, schon im 12. Jahrhundert “gruener dunrestac” genannt (Vgl. Universität Innsbruck), wobei das “Grün” sich vermutlich nicht auf die Farbe, sondern auf das mittelhochdeutsche “grunen” bzw. “greinen” bezieht, das “weinen” bedeutet. Frühe Quellen deuten darauf hin, dass der Gründonnerstag schon im 4. Jahrhundert mit Fußwaschung und Erstkommunion begangen wurde. Im Altertum und im Mittelalter begann der Karfreitagsgottesdienst um 15 Uhr, dem überlieferten Todeszeitpunkt Jesus Christus’. Am späten Abend des Ostersamstags oder am frühen Morgen des Ostersonntags wandelt sich die Trauer um Jesus in Freude über seine Auferstehung. Das wird traditionell mit Gottesdiensten und Osterfeuern gefeiert.

Blutrote Ostereier, als Zeichen des Lebens

Ostereierbaum - Museum Burg Posterstein
Osterbaum im Museum Burg Posterstein (Bild: Museum Burg Posterstein).

Viele der mit dem Osterfest verbundenen Traditionen gehen auf heidnische Bräuche zurück. In nahezu allen Kulturen gelten beispielsweise Eier als Symbole der Fruchtbarkeit. So wurde das Ei schon in frühchristlichen Zeiten zum Symbol für die Auferstehung. Während der Fastenzeit durfte man keine Eier essen, sodass sich zu Ostern dann viele Eier angesammelt hatten. Sie galten ursprünglich auch als Zahlungsmittel für die Pacht an den Grundherren, die häufig zu Ostern gezahlt werden musste. Noch im 19. Jahrhundert soll es in Teilen Deutschlands üblich gewesen sein, dem Pfarrer an Ostern Eier zu schenken.

Lange Zeit hielt sich auch die Tradition der besonders segenbringenden “Antlaßeiern”, die am Gründonnerstag oder an Karfreitag gelegt worden waren. Diese sollten sich das ganze Jahr über halten und wurden als Glücksbringer im Gebälk des Hauses versteckt.

Ab dem 12. Jahrhundert kann die so genannte “Eierweihe” am Ostersonntag mit historischen Quellen belegt werden. Zur Eierweihe wurden die Eier – vermutlich als Analogie für das Blut Christi – rot bemalt. Die Weihe beendete das Fasten und gab das Ei wieder zum Essen frei. So spielten Eierspeisen auch beim großen Osteressen als Abschluss der Fastenzeit bis ins 15. Jahrhundert eine große Rolle. Spätestens seit dem 17. Jahrhundert verschenkten die Menschen solche bemalten und verzierten Ostereier – und das nicht nur in der Farbe Rot.

Wenn der Storch die Eier bringt

Nicht immer war es der Hase, der Ostereier brachte. In Thüringen soll dafür angeblich lange Zeit der Storch verantwortlich gewesen sein. Der vergleichsweise junge Brauch mit dem Hasen, der auch als Symbol für Fruchtbarkeit gilt, entstand vor rund 300 Jahren in der Pfalz und setzte sich im 19. Jahrhundert großflächig durch.

Die Burgkirche Posterstein steht etwas unterhalb der Burg, im ehemaligen Burggraben.
Bevor die Burgkirche Posterstein im späten 16. Jahrhundert gebaut wurde, gab es in der Burg eine kleine Kapelle. Zu größeren Gottesdiensten ging man ins benachbarte Nöbdenitz. (Foto: Museum Burg Posterstein)

Wie feierten die Postersteiner Ritter Ostern?

Weil darüber in unseren Quellen nichts überliefert ist, können wir über das Osterfest auf Burg Posterstein nur Vermutungen anstellen: Nachdem sie seit Aschermittwoch streng gefastet hatten, wahrscheinlich täglich nur eine Mahlzeit ohne Fleisch, Eier und Alkohol zu sich genommen hatten, ritten die Postersteiner Ritter für die kirchlichen Feierlichkeiten ins benachbarte Nöbdenitz, wo sie bis Ende des 16. Jahrhunderts eine Ehrenloge in der Kirche besaßen. Zusätzlich wurden in der häuslichen Kapelle im Erdgeschoss der Burg (der Raum dient heute als Galerie für Sonderausstellungen) Andachten und Gottesdienste gefeiert. Die Untertanen lieferten zu Ostern ihre Abgaben beim Burgherren ab. Sicherlich gab es auch auf Burg Posterstein ein großes Osteressen zum Abschluss der Fastenzeit. Die gefärbten Eier, die dabei verzehrt wurden, hatte vielleicht der Storch gebracht.

Zum Weiterlesen:

Willner, Barbara / Huhle, Holger: So oft im Jahr ist Feiertag. 1988.

Theology.de: http://www.theology.de/kirche/kirchenjahr/osterbraeucheindeutschland.php

Universität Innsbruck: http://www.uibk.ac.at/geschichte-ethnologie/medien/feste-und-braeuche/infoservice/karwoche.html

Leben im Mittelalter: http://www.leben-im-mittelalter.net/alltag-im-mittelalter/freizeit/feiertage/ostern.html

Von Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein

Magische Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – Weihnachten im Mittelalter

Mit der Christianisierung Mitteleuropas im Laufe des Mittelalters wurde das Weihnachtsfest, die Geburt Jesus Christus, eines der wichtigsten Feste des Kirchenjahres. Weihnachten dauert von der Adventszeit (ab Sonntag nach dem Totensonntag, welcher der letzte Tag des Kirchenjahres ist) bis zum 6. Januar (Dreikönigstag). Zu den frühesten überlieferten Weihnachtsbräuchen gehören das Singen von Weihnachtsliedern, das Aufstellen von Weihnachtskrippen und das Krippenspiel, die alle die Geschichte der Geburt Jesus Christus anschaulich darstellen. Das Museum Burg Posterstein zeigt ab 2. Dezember wieder seine traditionelle Ausstellung mit Weihnachtskrippen aus aller Welt.

Krippe aus Transparentpapier, Sammlung Riewe, (c) Museum Burg Posterstein
Krippe aus Transparentpapier, Sammlung Riewe, (c) Museum Burg Posterstein

Was machten die Postersteiner Burgherren an Weihnachten?

An Weihnachten machten sich die Postersteiner Burgherren bis Ende des 16. Jahrhunderts höchstwahrscheinlich auf den Weg zum Gottesdienst ins nah gelegene Nöbdenitz. Dort besaßen sie einen herrschaftlichen Logensitz. Erst als es ab 1575 zu Streitigkeiten mit den Nöbdenitzern kam, errichtete man in Posterstein eine eigene Kirche, direkt im Burggraben. Darüber hinaus besaßen die Burgherren eine kleine Hauskapelle in den Räumen der Burg, dies belegen Baubefunde wie Reste einer Gewölbedecke sowie ein romanischer Taufstein, die heute im Museum zu sehen sind. Mehr dazu erfahren Sie in der Ausstellung “Wehrhaft, wohnhaft, Haft”.

Die Burgkirche Posterstein steht etwas unterhalb der Burg, im ehemaligen Burggraben.
Die Burgkirche Posterstein steht etwas unterhalb der Burg, im ehemaligen Burggraben. (c) Museum Burg Posterstein

Heidnische Bräuche vermischten sich mit christlichem Glaube

Beschäftigt man sich mit überlieferten Volksbräuchen, wird deutlich wie sehr sich heidnische Traditionen mit den neuen christlichen Ritualen vermischten. In die Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel fielen auch die “Zwölften“, auch “Rauhnächte” oder “Rauchnächte” genannt. In dem Zeitraum zwischen Thomastag (21. Dezember) und Dreikönigstag (6. Januar) machte nach dem Volksglauben der Wilde Jäger mit seinem Gefolge von Hexen, Dämonen, Schweinen, Menschen ohne Kopf und Teufelsfratzen die Nächte unsicher. Dann musste die Arbeit ruhen und um die Dämonen in Schach zu halten, gab es allerlei Schutzmaßnahmen: Wasser nicht unbedeckt lassen, Vieh nicht aus dem Stall lassen, gefährliche Tiere nicht beim Namen nennen, den Hunden ein besonderes Brot backen, Hexen durch Maskenumzüge vertreiben, nicht lüften und nicht waschen. Gleichzeitig war es eine fröhliche Zeit, denn die Mägde konnten nach Hause zu ihren Familien und die Wirtshäuser waren besonders zum Jahreswechsel gut besucht.

Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe auf Burg Posterstein (c) Museum Burg Posterstein
Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe auf Burg Posterstein (c) Museum Burg Posterstein

Seit wann gab es Bescherung und Tannenbaum?

Frühestens seit Ende des 16. Jahrhunderts lässt sich nach der Christmette, dem feierlichen Gottesdienst mit Krippenspiel, auch die häusliche Bescherung mit Geschenken nachweisen. Vor der Reformation brachte St. Nicolaus die Gaben, danach der Heilige Christ. Ihn begleiteten Martin, Nicolaus oder der grimmige Knecht Ruprecht als strafende Personen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verteilte Knecht Ruprecht dann selbst die Geschenke, im Namen des Heiligen Christs. Daraus entstand dann der heutige Weihnachtsmann-Brauch. Das Aufstellen von Tannenbäumen ist ebenfalls frühestens im 16. Jahrhundert belegt. Richtig etabliert hat sich die Tradition erst im 19. Jahrhundert. Seinen Ursprung soll das Aufstellen eines „Grünen Baumes“ in den Segensbäumchen (Ostereierbaum, Maibaum) haben, welche zum Schutz von Haus, Hof und Vieh aufgerichtet wurden”.

(Quelle: Museum Burg Posterstein, Archiv Riewe)

Zum Herunterladen: Plakat: Weihnachtskrippen auf Burg Posterstein 2012

Mehr Informationen: www.burg-posterstein.de

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Von Marlene Hofmann