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Blog des Museums Burg Posterstein

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Schlagwort-Archive: Nordflügel

Vom Klang zum Kunstwerk – Adam Noack malt Klang-Bilder zur Musik des Ensembles für Intuitive Kunst Weimar

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 11. Juni 2025 von Museum Burg Posterstein3. Juli 2025

Das Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM) hat sich die Baustelle des Nordflügels der Burg Posterstein für eine „musikalische Erstbespielung“ ausgesucht. In einer „Klangprozession“ führen die Musiker ihr Publikum am 15. Juni 2025, 15 Uhr, in die neu entstehenden Räume. Den Rohbau tauchen sie in sphärische Klänge und schaffen dabei völlig neue Sinneseindrücke. Der Leipziger Aktionskünstler Adam Noack malt live zur Musik.

Klingt merkwürdig? – Im Interview erzählt Adam Noack, was es mit dem Projekt auf sich hat.

Hier berichten die Musiker Michael und Matthias von Hintzenstern über das Vorhaben.

Interview mit dem Künstler Adam Noack

Bunte Malerei, Portrait eines blonden Mannes mit Bart
Ein Selbstportrait Adam Noacks.

Lieber Adam Noack, möchten Sie sich und Ihre Kunst kurz vorstellen?

Adam Noack: Ich war als Kind schon begeistert vom Malen und vom kreativen Machen allgemein. Irgendwann dann, nach verschiedenen Stationen, habe ich dann freie Kunst an der Bauhaus-Universität Weimar studiert. Das war eine wichtige Station in meinem Leben. Somit bin ich bis heute künstlerisch aktiv. Das künstlerische Aktivsein ist für mich ein Erlebnis. Ich ziehe gerne los, mit Staffelei, Farben und Papier unterm Arm. Manchmal kommt dabei etwas heraus, was dann als Bildobjekt in einer Ausstellung hängt und betrachtet werden kann. Mich interessiert aber mittlerweile vielmehr der Prozess des kreativen Schaffens an sich.

Eine Klangprozession zum Klang der Bilder – wie muss man sich das vorstellen? Noch dazu im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein, der sonst noch nicht für Besucher zugänglich ist. Was erwartet die Gäste an diesem Nachmittag?

Adam Noack: Ich denke, dass die Gäste ein künstlerisch topaktuelles und einmaliges Musikerlebnis erwartet, zu dem ich mich malend bewege. Für mich ist das ein sehr besonderes Erlebnis. Es finden jedoch nicht alle Menschen einen Zugang dazu, was aber ganz verständlich ist bei solch außergewöhnlichen Aktionen. Auf die Kulisse des Nordflügels der Burg bin ich sehr gespannt. Ich freue mich den Rohbau zu betreten und dass wir dort künstlerisch aktiv sein können, ist wunderbar.

Blick auf den Neubau des Nordflügels mit drei großen Glastüren
Der neue Nordflügel ist durch große Flügeltüren zum kleinen Burghof hin offen.

Was reizt Sie künstlerisch daran?

Adam Noack: Der Reiz für mich ist das Erleben von Kunst. Kreativ sein beinhaltet etwas Lebendiges. Dazu kommt das Interaktive, das finde ich wichtig. Mit den Musikern, mit dem Publikum und mit dem Ort.

Wie unterscheiden sich das so entstehende Werk und der Malprozess dahin von Ihrer sonstigen Arbeit? 

Adam Noack: Es gibt zu meiner sonstigen künstlerischen Arbeit viele Verbindungen. Die Live-Musik allerdings, die habe ich sonst nicht dabei, da gibt es eher das Dröhnen einer Großstadt oder das Gezwitscher der Vögel.

Junger man malt an einer Staffelei, dahinter eine Straße
Adam Noack beim Malen in Teheran

Was ist das Spannende daran, mit den Musikern des EFIM zusammenzuarbeiten?

Adam Noack: Die Musik inspiriert mich sehr, fordert mich aber auch heraus. Die Musiker bekomme ich mehr oder weniger mit ein paar Strichen eingefangen, egal wie wild sie dabei herumzappeln. Die Musik verhält sich da anders, da habe ich eigentlich keine Chance. Genau das macht es umso spannender für mich.

Wo können interessierte Kunstfreude Ihre Werke sonst noch bewundern?

Adam Noack: Ich mache hin und wieder eine Ausstellung. Die kann in Weimar, in Leipzig oder aber auch in Teheran stattfinden. Die nächste Gruppenausstellung, an der ich teilnehme, ist die 31. Leipziger Jahresausstellung. Diese wird am 27. Juni 2025 in der Spinnerei in Leipzig eröffnet.

Vielen herzlichen Dank für das Interview!

So klingt der Rohbau des Nordflügels

Das Ensemble für intuitive Musik Weimar füllte den Rohbau des neuen Nordflügels der Burg Posterstein mit sphärischen Klängen, die mal an Sturm, mal an Regen, mal an Tage voller Sonnenschein erinnerten. Der Künstler Adam Noack hielt das Event live in zahlreichen farbigen Skizzen von Musikern und Publikum sowie abstrakt auf großer Leinwand fest.

Über 50 Gäste waren dabei – wir danken allen, die gekommen sind!

junger Mann zeichnet an Staffelei zwei Männer im Hintergrund
Adam Noack begann schon vor Konzertbeginn die Künstler und das Publikum zu skizzieren.
Drei Musiker und ein Künstler an einer Staffelei vor zwei großen Fenstern, durch die Sonne scheint
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack während der musikalischen Erstbespielung des neuen Norflügels der Burg Posterstein.
älterer Mann sitzt mit gehobenen Armen an Harmonium
Michael von Hintzenstern am Harmonium.
junger Mann malt abstrakt auf eine Leinwand, die auf einer Staffelei steht
Adam Noack hielt das Konzert auch in einem abstrakten Gemälde fest.
Drei Musiker und ein Künstler im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack schufen am 15. Juni 2025 im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.
Mann hält ein Cello und bläst auf einer Klangschale
Matthias von Hintzenstern trug mit Cioloncello, Klangschale und Obertongesang zum Musikerlebnis bei.
älterer Mann schlägt einen Gong
Michael von Hintzenstern spielte Harmonium und diverse Rhythmusinstrumente.
An einer Staffelei werden die Musiker gezeichnet
Adam Noack zeichnete die Musiker live während der Aufführung.
Mann sitzt an einem Synthesizer und mehreren Computern
Hans Tutschku war verantwortlich für die Live-Elektronik.
Bunte Leinwand auf Staffelei, auf dem Boden stehen Farben
Das fertige abstrakte Gemälde Adam Noacks.
Michael und Matthias von Hintzenstern während des Konzerts auf Burg Posterstein
Michael und Matthias von Hintzenstern während der musikalischen Erstbespielung des Rohbaus des Nordflügels der Burg Posterstein.
Vier Männer nebeneinander
Für das besondere Klangkunsterlebnis ernteten die vier Künstler viel Applaus.

Die Baustelle des neuen Nordflügels der Burg Posterstein

Drohnenbild der Burg Posterstein mit neuem Nordflügel und eingerüstetem Turm. AUch die Kirche und das Herrenhaus sind zu sehen.
Burg Posterstein im April 2025 (Bild: Stephan Günzel).

2024 entstand der Rohbau des neuen Nordflügels der Burg Posterstein. Optisch lehnt er sich nah an den 1952 abgerissenen historischen Vorgängerbau an. Der Wiederaufbau des einstigen Repräsentationsflügels der Burg soll das Museum Burg Posterstein in die Lage versetzen, einen ganzen Bereich für moderne Vermittlungsformen bereitzuhalten, die Ausstellungen barrierefrei zu erschließen, den Service zu verbessern und nicht zuletzt die Sammlungen geschützter unterzubringen. Es ist das größte Bauvorhaben der Geschichte des Museums. Den aktuellen Stand der Bauarbeiten finden Sie im digitalen Bautagebuch.

Das Baustellen-Konzert findet im Rahmen des Begleitprogramms der Sonderschau „Taktvoll“ statt.


Logo Kulturstiftung Thüringen

Ausstellung und Konzert wurden gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Wie klingt die Nordflügel-Baustelle der Burg Posterstein?

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 24. Mai 2025 von Museum Burg Posterstein3. Juli 2025

Das Ensemble für Intuitive Musik Weimar (EFIM) hat sich die Baustelle des Nordflügels der Burg Posterstein für eine „musikalische Erstbespielung“ ausgesucht. In einer Klangprozession führen die Musiker ihr Publikum am 15. Juni 2025, 15 Uhr, in die neu entstehenden Räume. Den Rohbau tauchen sie in sphärische Klänge und schaffen völlig neue Sinneseindrücke. Der Leipziger Aktionskünstler Adam Noack malt live zur Musik.

Interview mit Michael und Matthias von Hintzenstern

Klingt merkwürdig? – Im Interview erzählen Michael und Matthias von Hintzenstern vom Ensemble für Intuitive Musik aus Weimar, was es mit dem Projekt auf sich hat.

Ein weiteres Interview mit dem Künstler Adam Noack gibt es hier.

Zwei ältere Männer in hellen Jackets und Sommerhüten vor einer Steinmauer
Michael und Matthias von Hintzenstern im Mai 2025 (Foto: Gabriele Stötzer).

Lieber Michael von Hintzenstern, können Sie das Ensemble kurz vorstellen?

Michael: Das Ensemble besteht aus Daniel Hoffmann (Trompete/Flügelhorn), Matthias von Hintzenstern (Violoncello/ Obertongesang), Hans Tutschku (Boston, Harvard Universität; Live-Elektronik) und mir, Michael von Hintzenstern (Klavier/Harmonium/ Orgel). Die Besetzung hat sich im Lauf der Jahre nur minimal geändert, das Ensemble ist aber seit Gründung 1980 immer bestehen geblieben. Das heißt, wir feiern unser 45-jähriges Jubiläum.

Matthias: Uns verbindet unser gemeinsames Interesse an der Musik des Komponisten Karlheinz Stockhausen. Die brachte uns auf die Idee, selbst so ein Ensemble für Intuitive Musik zu gründen. So etwas gab es in der DDR nicht, experimentelle Avantgarde-Musik war tabuisiert und galt als westlich.

Michael: Karlheinz Stockhausen aus Köln war einer der Urväter der elektronischen Musik. Ich hab ihm als 14-jähriger einen Brief geschrieben und er hat auch geantwortet – und dabei stellte sich heraus, dass ich zu derzeit der einzige DDR-Bürger war, der mit ihm in Kontakt stand. Das hat sich später noch intensiviert und er hat uns bei unseren Auftritten sehr unterstützt.

Hier ein Bild aus den 1980er Jahren von der Website Hans Tutschkus:

Eine Prozession zum Klang der Bilder – das hört sich nicht nach einer klassischen Konzertsituation mit Bühne und Stuhlreihen an. Noch dazu im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein, der sonst noch nicht für Besucher zugänglich ist. Was erwartet die Gäste an diesem Nachmittag?

Michael: Wir werden die Gäste im Eingangsbereich der Burg empfangen und dann leiten wir sie auf die Baustelle in den großen Saal. Dort wird dann der Maler Adam Noack dazukommen und zur Musik aktiv werden.

Was reizt Sie daran, die Baustelle im Schatten des 25 Meter hohen Bergfrieds der Burg Posterstein mit Klängen zu durchdringen?

Michael: Posterstein ist für uns schon lange ein inspirierender Ort gewesen. Mein Bruder Matthias hat schon über ein Jahrzehnt aktiv mitgewirkt in den Museumsaktivitäten. Vor 25 Jahren gab es schonmal eine große Klanginstallation in der gesamten Burg.

Natürlich haben wir das großartige Baugeschehen in Posterstein verfolgt. Jetzt ist es für uns eine Ehre, den neuen Raum erstmals zu bespielen. Das Prinzip der „Erstbespielung“ haben wir uns seit über vierzig Jahren auf die Fahnen geschrieben.

Matthias: Das heißt, an Orten spielen, wo noch nie Musik erklungen ist. Zum Beispiel in einem Salzbergwerk bei Sondershausen 600 Meter unter Tage, im Steinbruch Ehringsdorf oder auf einem Lavafeld bei Mexiko City.

Hier ein Foto von Hans Tutschkus Website:

Michael: Für den Auftritt in Posterstein reist Hans Tutschku extra aus Amerika an, der einzige Thüringer, der in Harvard eine Professur hat und zudem noch ein Vorreiter der Neuen Musik ist.

Wissen Sie schon, wie die Baustelle klingen wird?

Michael: Das werden wir erst ganz kurzfristig feststellen, wenn wir aufbauen. Hans Tutschku ist ein erfahrener Akustiker, der wird das hinbekommen. Live versuchen wir dann, den optimalen Klang zu finden.

Abgesehen davon entsteht Intuitive Musik natürlich im Moment der Aufführung. Die Musiker sind in besonderer Weise dazu angehalten, sich auf eine neue Situation einzustellen. Das Moment der Aufführung ist das Ziel. Es entsteht immer etwas Neues.

Matthias: Das Publikum spielt eine wichtige Rolle dabei: Die Reaktionen der Zuschauer fließen in die Musik ein. Es ist eine Wechselwirkung.

Rote Steinwand und eine offene Tür mit Blick in einen hellen Raum
Aktuell ist der Nordflügel ein Rohbau. Der Innenausbau fehlt noch.

Was ist das Spannende daran, mit einem Künstler wie Adam Noack zusammenzuarbeiten?

Michael: Adam Noack gehört zu den jungen, aufstrebenden Künstlern. Ihn kenne ich durch die Galerie Eigenheim in Weimar. Er kann beides: Realistische Zeichnungen von Ort und Publikum anfertigen, aber auch abstrakt malen. Er arbeitet an mehreren Leinwänden gleichzeitig. Das Publikum und die Musiker können das live mitverfolgen. Auch das ist Aktion und Reaktion und es ist sehr unterhaltsam. Unser Ensemble hat das Konzept mit verschiedenen Künstlern probiert.

Die Zeichnung „Trumpet solo“ von Adam Noack stammt von dessen Website:

Matthias: Die Idee ist schon alt und entstand, als ich zu einem Konzert in den 1980ern mit DDR-Diaprojektoren abstrakte, sich verändernde Bilder auf Glasplättchen in den Raum projizierte. Die Idee entwickelte Hans Tutschku weiter – mit 42 Projektoren und über 300 Dias für eine Aufführung im Jenaer Planetarium. Ein kosmisch erscheinendes Bildgeschehen in Bewegung – das ist faszinierend. Seither haben wir schon viele synästhetische Projekte umgesetzt, auch mit Dichtern.

Wie können sich die Konzertgäste am besten auf die Klangprozession vorbereiten?

Matthias und Michael: Ausgeschlafen und gespannt sein. Neugier mitbringen, erstmal gucken und es auf sich zukommen lassen. Man kann auch zwischendurch die Augen schließen und sich fallen lassen. Die Fantasie wird angeregt, Vorurteile abgestellt. Man darf durchaus die Position verändern. Und wegen der Baustelle empfiehlt es sich natürlich, festes Schuhwerk anzuziehen.

Wir danken ganz herzlich für das Interview!

Weitere Informationen zum Ensemble finden Sie hier und hier.

So klingt der Rohbau

Das Ensemble für intuitive Musik Weimar füllte den Rohbau des neuen Nordflügels der Burg Posterstein mit sphärischen Klängen, die mal an Sturm, mal an Regen, mal an Tage voller Sonnenschein erinnerten. Der Künstler Adam Noack hielt das Event live in zahlreichen farbigen Skizzen von Musikern und Publikum sowie abstrakt auf großer Leinwand fest.

Über 50 Gäste waren dabei – wir danken allen, die gekommen sind!

junger Mann zeichnet an Staffelei zwei Männer im Hintergrund
Adam Noack begann schon vor Konzertbeginn die Künstler und das Publikum zu skizzieren.
Drei Musiker und ein Künstler an einer Staffelei vor zwei großen Fenstern, durch die Sonne scheint
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack während der musikalischen Erstbespielung des neuen Norflügels der Burg Posterstein.
älterer Mann schlägt einen Gong
Michael von Hintzenstern spielte Harmonium und diverse Rhythmusinstrumente.
An einer Staffelei werden die Musiker gezeichnet
Adam Noack zeichnete die Musiker live während der Aufführung.
Mann hält ein Cello und bläst auf einer Klangschale
Matthias von Hintzenstern trug mit Cioloncello, Klangschale und Obertongesang zum Musikerlebnis bei.
Michael und Matthias von Hintzenstern während des Konzerts auf Burg Posterstein
Michael und Matthias von Hintzenstern während der musikalischen Erstbespielung des Rohbaus des Nordflügels der Burg Posterstein.
Mann sitzt an einem Synthesizer und mehreren Computern
Hans Tutschku war verantwortlich für die Live-Elektronik.
junger Mann malt abstrakt auf eine Leinwand, die auf einer Staffelei steht
Adam Noack hielt das Konzert auch in einem abstrakten Gemälde fest.
älterer Mann sitzt mit gehobenen Armen an Harmonium
Michael von Hintzenstern am Harmonium.
Drei Musiker und ein Künstler im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack schufen am 15. Juni 2025 im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.
Bunte Leinwand auf Staffelei, auf dem Boden stehen Farben
Das fertige abstrakte Gemälde Adam Noacks.
Vier Männer nebeneinander
Für das besondere Klangkunsterlebnis ernteten die vier Künstler viel Applaus.

Die Baustelle des neuen Nordflügels der Burg Posterstein

2024 entstand der Rohbau des neuen Nordflügels der Burg Posterstein. Optisch lehnt er sich nah an den 1952 abgerissenen historischen Vorgängerbau an. Der Wiederaufbau des einstigen Repräsentationsflügels der Burg soll das Museum Burg Posterstein in die Lage versetzen, einen ganzen Bereich für moderne Vermittlungsformen bereitzuhalten, die Ausstellungen barrierefrei zu erschließen, den Service zu verbessern und nicht zuletzt die Sammlungen geschützter unterzubringen.

Burg Posterstein hoch auf dem Berg, im Vordergrund verschwommen Häuser
Burg Posterstein mit dem neuen Nordflügel-Rohbau im Mai 2025.

Der Nordflügel-Neubau ist das größte Bauvorhaben der Geschichte des Museums. Den aktuellen Stand der Bauarbeiten finden Sie im digitalen Bautagebuch.

Die Ausstellung „Taktvoll“

Das Konzert findet im Rahmen des Begleitprogramms der Sonderschau „Taktvoll“ statt. Die beschäftigt sich mit der Geschichte der Musik und des Musiklernens von der Zeit der Salons um 1800 bis ins Heute. Sie ist noch bis 17. August 2025 zu sehen. Für diesen Tag ist ein Jazzkonzert mit dem Quartett „Kaisers New World” geplant.

Links eine Medienstation, rechts ein historisches Klavier und zwei Ölgemälde
Blick in die Ausstellung „Taktvoll – Musik vom Salon ins Heute“ auf Burg Posterstein.

Logo Kulturstiftung Thüringen

Ausstellung und Konzert wurden gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Thüringen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Burg Posterstein feiert Richtfest für den neuen Nordflügel

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 21. Juni 2024 von Museum Burg Posterstein21. Juni 2024

Die bunten Bänder der Richtkrone wehten am Freitag, 21. Juni 2024, vom Dachstuhl des neuen Nordflügels der Burg Posterstein.

Susanna Karawanskij, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, bei ihrer Rede zum Richtfest auf Burg Posterstein.
Susanna Karawanskij, Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, bei ihrer Rede zum Richtfest des neuen Nordflügels der Burg Posterstein.

Im Beisein von Susanna Karawanskij, der Thüringer Ministerin für Infrastruktur und Landwirtschaft, Vertretern des Thüringer Landesamtes für Landwirtschaft und Ländlichen Raum, Vertretern der baubegleitenden Büros und bauausführenden Unternehmen und für das Bauprojekt verantwortlichen Mitarbeitern der Kreisverwaltung schlug Landrat Uwe Melzer den letzten Nagel in den Dachstuhl. Und das nur sieben Monate nach der Grundsteinlegung am 9. November 2023.

Der Kran hebt die Richtkrone auf den Dachstuhl des neuen Nordflügels der Burg Posterstein.
Die Richtkrone schwebt über dem Dachstuhl des neuen Nordflügels der Burg Posterstein.
Landrat Uwe Melzer bei seiner Rede zum Richtfest auf Burg Posterstein.
Landrat Uwe Melzer bei seiner Rede zum Richtfest auf Burg Posterstein.
Zuhörer und redender Landrat Uwe Melzer beim Richtfest auf Burg Posterstein.
Am 21. Juni 2024 konnte auf Burg Posterstein Richtfest gefeiert werden.

Der Nordflügel der Burg Posterstein ist seit 300 Jahren das größte Bauvorhaben an der Burg Posterstein. Der Rohbau, der nun fertig gestellt wird, kostete rund zwei Millionen Euro. Der Freistaat Thüringen förderte die Baumaßnahme mit 75 Prozent. Den Bau, der im Zeitplan blieb, führten engagierte regionale Handwerksbetriebe aus. „Weit ins Land sichtbar und so soll es sein: Der schöne Bergfried der Burg Posterstein. Nur ein Flügel fehlte seit über 70 Jahren erinnern können sich nur Einwohner in den älteren Jahren. Jetzt geht der Nordflügel seiner Neuerrichtung entgegen, viel Fleiß war nötig und Gottes Segen!“ – So tönte Zimmermeister Ralf Dechant aus Braunichswalde in seinem Richtspruch für den Nordflügel der Burg Posterstein. „Den Nordflügel der Burg Posterstein nach so langer Zeit wieder mit aufbauen zu dürfen, ist schon was Besonderes. Erst recht, weil wir von hier sind“, sagte auch Bauunternehmer Frank Naumann aus Löbichau, schon zeitiger gegenüber Maike Steuer bei der Schatzsuche des Fliegenden Salons.

Blick vom gegenüberliegenden Fenster auf den Dachstuhl des Nordflügels, wo mehrere Leute stehen.
Zimmermeister Ralf Dechant mit Ministerin Susanna Karawanskij und Landrat Uwe Melzer sowie Journalisten bei der Verlesung des Richtspruchs.
Anstoßen auf dem Dachstuhl des Nordflügels der Burg Posterstein beim Richtfest
Feierliches Anstoßen auf das Wohl des neu errichteten Hauses.
Zerschlagen der Sektgläser auf dem Dachstuhl des Nordflügels der Burg Posterstein
Scherben bringen bekanntlich Glück.

Die geografische Lage der Höhenburg und dass das Museum während des Baus durchweg geöffnet blieb – bei steigenden Besucherzahlen – bildeten besondere Herausforderungen für den Landkreis als Bauherrn und die bauausführenden Unternehmen. Der Nordflügel der Burg, der ehemalige Festsaalstrakt der Burg, wurde in den 1950er Jahren aus Mangel an Baumaterial abgerissen. Die seit den 1970er Jahren offenstehende Ruine des Kellergeschosses gefährdete inzwischen die Statik der gesamten Burg.

Mit Pflanzen überwucherte Ruine des Nordflügels der Burg Posterstein im Juli 2023
Blick auf die Ruine des historischen Nordflügels der Burg Posterstein im Juli 2023.
Landrat Uwe Melzer schlägt den letzten Nagel in den Dachstuhl des Nordflügels.
Uwe Melzer, Landrat im Altenburger Land, schlug den symbolischen letzten Nagel in den Dachstuhl des neuen Nordflügels.

Der Bau schließe eine historische Wunde und sei wichtig, damit Burg Posterstein ein Besuchermagnet bleibe, betonte Susanna Karawanskij in ihrer Rede. „Burg Posterstein ist längst kein Geheimtipp mehr“, so die Ministerin, „sondern eines der Top-Ausflugsziele in Thüringen.“ Sie betonte die Bedeutung der hier gelebten Geschichtsvermittlung und lobte das ehrenamtliche Engagement von Museumsverein und den Vereinen vor Ort.

Susanna Karawanskij bei ihrer Rede, fotografiert durch eine Lücke im Publikum
Ministerin Susanna Karawaskij bei ihrer Rede auf Burg Posterstein.

Der neue Flügel der Burg ermöglicht künftig nicht nur den barrierefreien Zugang ins Museum. Mit einem multifunktionellen Bereich für Ausstellung, Vermittlung und Veranstaltungen, neuen Sanitäranlagen, Garderoben und Depots macht er Burg Posterstein fit für die Zukunft.

Blick von einem Fenster im Turm auf die Richtfest-Zuschauer im Burghof der Burg Posterstein.
Blick von oben auf die Richtfest-Gäste.
Blick aus einem Fenster im kleinen Turm der Burg Posterstein auf den Dachstuhl des neuen Nordflügels.
Blick vom kleinen Turm gegenüber auf den neuen Nordflügel der Burg Posterstein.

Abgeschlossen sein soll das Bauprojekt nach aktuellem Planungsstand 2026. Aktuelle Informationen und Fotos gibt es regelmäßig im Bautagebuch auf der Website des Museums.

Burg Posterstein vom Dorf aus gesehen am Tag vor dem Richtfest. Man sieht den Dachstuhl und den Kran.
Burg Posterstein am Tag vor dem Richtfest.

Der Grundstein für ein großes Vorhaben

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 12. November 2023 von Museum Burg Posterstein9. Januar 2024

Mit der offiziellen Grundsteinlegung am Vormittag des 9. November 2023 beginnt der Wiederaufbau des historischen Nordflügels der Burg Posterstein. Der ehemalige Festsaal-Flügel der über 800 Jahre alten Burg wurde in den 1950er Jahren ohne weitere Dokumentation und ohne baufällig zu sein abgerissen. Seither klaffte die Ruine wie ein Loch an der Hangseite der Burg und gefährdete nicht zuletzt die Statik der Burganlage.

Blick von oben auf die Baustelle und die zur Grundsteinlegung versammelten Menschen
Blick von oben auf den Bauplatz

Seit rund dreißig Jahren setzt sich der Museumsverein Burg Posterstein für den Wiederaufbau ein. Der Wiederaufbau gliedert sich historisch in die Geschichte der Burganlage ein, wo im Lauf der Jahrhunderte immer wieder neu und umgebaut wurde, um neuen Anforderungen gerecht zu werden.

Warum die Burg Posterstein den Nordflügel braucht

In der Burg Posterstein befindet sich ein erfolgreiches Museum, das Geschichte anschaulich vermittelt, vor allem an junge Besucher. Besonders gut votiert ist die Ausstellung „Kinderburg“, die zu den beliebtesten Familienangeboten in Thüringen gehört. Mit Stand Oktober lockten die Ausstellungen und Veranstaltungen 2023 bereits über 22.000 Besucher in die Burg. Um diesem „Ansturm“ gerecht zu werden, braucht es Barrierefreiheit, Räume für Museumspädagogik und Veranstaltungen sowie moderne Depots. Mit dem Wiederaufbau des Nordflügels entsteht auf 547 Quadratmeter Nutzfläche ein Begegnungsort, wo europäische Salonkultur digital und analog vermittelt und erlebbar wird. Darauf aufbauend soll es ein Ort für das Gespräch über Zukunftskonzepte und gesellschaftliche Themen sein. Der Museumsverein als Träger des Museums unternimmt im Rahmen der Möglichkeiten alles, um außer öffentlicher Förderung auch private Unterstützung zu unterhalten. Das Museum Burg Posterstein ist mit ausgewiesenen Fachkräften besetzt und hat die inhaltliche Konzeption fertig gestellt.

Landrat Uwe Melzer und Museumsdirektor Klaus Hofmann bei der feierlichen Grundsteinlegung für den Nordflügel der Burg Posterstein
Landrat Uwe Melzer und Museumsdirektor Klaus Hofmann bei der feierlichen Grundsteinlegung für den Nordflügel der Burg Posterstein
Landrat Uwe Melzer bei seiner Rede, lächelnd
Landrat Uwe Melzer bei seiner Rede
Eine Gruppe Menschen vor einer Hauswand
Zur feierlichen Grundsteinlegung waren Unterstützer und Fördermittelgeber gekommen.
Landrat Uwe Melzer am Mitkrofon mit aufgeschlagenem Ordner
Landrat Uwe Melzer und Museumsdirektor Klaus Hofmann bei der feierlichen Grundsteinlegung für den Nordflügel der Burg Posterstein
Museumsdirektor Klaus Hofmann am Mikrofon
Landrat Uwe Melzer und Klaus Hofmann bei der Rede zur Grundsteinlegung
Landrat Uwe Melzer und Museumsdirektor Klaus Hofmann halten eine Metallhülse in der Hand, die im Berg versenkt wurde. Sie enthalt Erinnerungsstücke aus der heutigen Zeit.
Eine Metallhülse mit Erinnerungsstücken aus der heutigen Zeit wurde im Berg versenkt.
Frank Naumann, dessen Firma für den Rohbau zuständig ist, bei der Vorbereitung der Grundsteinlegung.
Frank Naumann, dessen Firma für den Rohbau zuständig ist, bei der Vorbereitung der Grundsteinlegung.
Uwe Melzer und Klaus Hofmann klopfen den Grundstein fest.
Der Grundstein wird symbolisch festgeklopft.
Uwe Melzer und Klaus Hofmann heben ihr Sektglas.

Das Bauvorhaben

Während die Burg von 1984 bis 1991 letztmalig restauriert wurde, blieb der Nordflügel außen vor. Dennoch lagen Konzepte und Bauzeichnungen für den Wiederaufbau fertig in der Schublade bis am 30. September 2020 der Kreistag in einem Grundsatzbeschluss grünes Licht gab für den Wiederaufbau. Das Architekturbüro Godts wurde mit der Planung beauftragt und legte eine Planung vor, die von Anfang an den Denkmalschutz berücksichtigte und dabei konsequent eine moderne Formensprache anwendet. Träger der Baumaßnahme ist der Landkreis Altenburger Land als Eigentümer der Gebäude. Er arbeitet eng mit dem Museumsverein Burg Posterstein e.V., dem Träger des Museums, zusammen. Der Landkreis erhält Fördermittel in Höhe von rund 1,5 Millionen Euro vom Thüringer Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft im Rahmen des Dorfentwicklungsprogrammes, um den Rohbau fertig zu stellen. Nachfolgend sind nach dem Stand der Planung weitere Mittel notwendig, um den Ausbau und die Gestaltung des Gebäudes zu realisieren. Insgesamt beträgt der Investitionsbedarf 4,1 Millionen Euro. Großer Dank gilt auch der Bürgerstiftung Altenburger Land, die das Vorhaben großzügig unterstützt. Viele Bürger beteiligen sich an dem Projekt, indem sie ihre eigenen kleinen „Postersteine“ erwerben.

Landrat Uwe Melzer und Museumsdirektor Klaus Hofmann bei der Versenkung der Metallhülse. Davor Pressevertreter.
Landrat Uwe Melzer und Museumsdirektor Klaus Hofmann bei der Versenkung einer Metallhülse mit Erinnerungsstücken an die heutige Zeit.

Landrat Uwe Melzer betonte während der Grundsteinlegung die Bedeutung des Museums Burg Posterstein für die Kultur und den Tourismus im Altenburger Land und den festen Willen, mit dem Wiederaufbau des ehemaligen Festsaalflügels der Burg eine Perspektive zu sichern. Den Grundstein, dem verschiedene Dokumente über die Burg und das Projekt beigefügt wurden, legte Uwe Melzer gemeinsam mit dem Direktor des Museums Klaus Hofmann und dem Chef der für den Rohbau zuständigen Firma Frank Naumann GmbH aus dem benachbarten Kleinstechau.

Pressevertreter mit Kameras und Mikrofonen begleiten die Grundsteinlegung.

Den Baufortschritt live mitverfolgen

Museumsgäste können die Bauarbeiten aus einem Fenster im Obergeschoss der Burg live mitverfolgen. Eine Tafel informiert dort über das Bauprojekt. Den Fortschritt dieses größten Bauvorhabens in der Geschichte des Museums dokumentiert das Museumsteam im Bautagebuch auf seiner Website.

Projektschidld zur ELER-Förderung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft zum Wiederaufbau des Nordflügels der Burg Posterstein

von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Ein europäisches Tourismus- und Informationszentrum im Geiste der historischen Salons in der Burg Posterstein

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 25. April 2018 von Museum Burg Posterstein20. Dezember 2022

In Posterstein reift derzeit ein Projekt, das die Ruine des ehemaligen Nordflügels als Tourismus- und Informationszentrum wieder aufbauen möchte. Wir wollen die Idee hier im Blog vorstellen.

Direkt neben der Burg Posterstein gestalten derzeit der Verein Burgberg Posterstein e.V. und die Gemeinde Posterstein das Areal des historischen Burgbergs neu. Im Projekt „Gemeinsam nicht Einsam – neues Leben auf dem Land“ soll der Burgberg zu einem Zentrum für Wohnen, Arbeiten, Kultur und Natur entwickelt werden. Die Sanierung des historischen Herrenhauses ist in vollem Gange und soll im Rahmen von Förderungen des Bauministeriums bis Ende des Jahres abgeschlossen sein. Über den aktuellen Stand informiert der Verein in seinem Blog. Auch der Platz vor der Burg wird neu gestaltet. Ein weiterer großer Schwerpunkt der Entwicklung des Gebiets ist der Neubau des in den 1950er Jahren abgerissenen Nordflügels der Burg.

„Gemeinsam nicht einsam – neues Leben auf dem Land“: Der Umbau des Herrenhauses Posterstein mit unterschiedlichen Funktions- und Nutzungseinheiten für Besucher und Touristen soll bis Ende 2018 umgesetzt werden.

Spiele, Kunst und Weltpolitik: Salonkultur als Gemeinsamkeit im Altenburger Land

In den Sommermonaten versammelte sie ihre Gäste in ihren Schlössern Löbichau und Tannenfeld im heutigen Altenburger Land. In den Salons dieser Zeit wurden bei Musik, Theater und Tee Kontakte geknüpft und politische Entscheidungen auf den Weg gebracht. Wie der Dichter Jean Paul anerkennend berichtete, durfte im Salon der Herzogin von Kurland jeder frei seine Meinung äußern, so lange sie höflich vorgetragen wurde.
In den Sommermonaten versammelte sie ihre Gäste in ihren Schlössern Löbichau und Tannenfeld im heutigen Altenburger Land. In den Salons dieser Zeit wurden bei Musik, Theater und Tee Kontakte geknüpft und politische Entscheidungen auf den Weg gebracht. Wie der Dichter Jean Paul anerkennend berichtete, durfte im Salon der Herzogin von Kurland jeder frei seine Meinung äußern, so lange sie höflich vorgetragen wurde.

Wir wollen einladen zu einer Zeitreise in die Salons des 19. Jahrhunderts – im Altenburger Land im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt, unweit von Weimar und Leipzig. Es ist die bewegte Zeit nach der französischen Revolution, in der Napoleon die Welt veränderte und der Wiener Kongress für Jahrzehnte Frieden stiftete. In dieser Zeit führte die kluge und schöne Herzogin von Kurland ihren bekannten Salon auf ihren Schlössern Löbichau und Tannenfeld. In Altenburg stiftete der Staatsmann Bernhard August von Lindenau sein bedeutendes Kunstmuseum mit öffentlicher Kunstschule. In den bürgerlichen Altenburger Salons entstand das beliebte Skatspiel. Friedrich Arnold Brockhaus gründete in Altenburg seinen bekannten Verlag. Und in Nöbdenitz ließ sich der Minister Hans Wilhelm von Thümmel unter einer 1000-jährigen Eiche begraben.

Die Salonkultur im Altenburger Land bietet hervorragende Anknüpfungspunkte für gemeinsame Projekte und die Vernetzung der verschiedenen Museen und anderen Kultur-Akteure. Posterstein ist für viele Touristen, die von Süden und Westen her in die Region kommen, quasi das Tor zum Altenburger Land. Salongeschichte fand in Weimar und Gotha statt, aber auch im Altenburger Land. Mit gemeinsamen Vermittlungs- und Veranstaltungskonzepten soll die Region vorangebracht und dieses spannende Thema belebt und gelebt werden.

Projektidee: Wiederaufbau des Nordflügels der Burg Posterstein

Das inhaltliche Gestaltungskonzept des Neubaus und der Freianlagen verknüpft die Orte der Europäischen Salonkultur im Altenburger Land: insbesondere Residenzschloss Altenburg, Lindenau-Museum, den Altenburger Marstall, die verschiedenen Palais in Altenburg und die Schlösser Tannenfeld und Löbichau.

Es nimmt direkten Bezug auf die Tourismusstrategie des Freistaates Thüringen, die die Entwicklung von touristischen Leitprodukten mit Alleinstellungsmerkmal und überregionaler Ausstrahlungskraft anregt.

Am 24. Juli 2017 gab es interessante und konstruktive Gespräche mit dem Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee auf Burg Posterstein: Schwerpunkte waren die Tourismusstrategie im Altenburger Land und speziell die touristische Vermarktung von Burg Posterstein und der gesamten Region. Weitere Infos dazu gibt es im Video.

Es erfolgt eine konsequente Anknüpfung an die Geschichte und Orte der europäischen Salonkultur im Altenburger Land mit dem Ziel, die Salonkultur für Kulturtouristen erlebbar machen.

Das Konzept steht im direkten Bezug zur Dauerausstellung und zur Forschungsarbeit im Museum Burg Posterstein.

Wiederaufbau Nordflügel

Der neu gebaute Nordflügel hätte eine Grundfläche von rund 250 m² auf drei Geschossebenen und würde in der Kubatur des Vorgängerbaus entstehen. Die erforderlichen Erschließungs- und Sanitäranlagen sowie die Sicherstellung der Barrierefreiheit in der gesamten Burg Posterstein sind in die Planung integriert.

Der Neubau integriert multifunktionale Flächen und entsteht insbesondere als Informations-, Kommunikations- und Wissenszentrum für Kulturtouristen: Ein zentraler Aspekt wäre die Information zur Geschichte der Europäischen Salonkultur im  Altenburger Land und in Thüringen in einem modernen innovativen Präsentationsformat. Die museale Präsentation des historischen Themas verbleibt in den historischen Räumen der Burg.

Die Idee #SalonEuropa: Ein Europäisches Zentrum für Salonkultur und Tourismus- und Informationszentrum in der Burg Posterstein

Der #SalonEuropa überträgt das historische Vorbild in die heutige Zeit und stellt kulturelle und politische Themen zur Diskussion. Mögliche Formate könnten sein: Stammtisch-Runden bzw. „Teestunden“ zu bestimmten Themen (z.B. historische Forschung, regionale Erinnerungskultur, aktuelle Politik), Konferenzen/Tagungen (z.B. Gastredner von Universitäten und Forschungseinrichtungen| Autoren-Lesungen), Blogparaden/Instawalks zu unterschiedlichen Themen und Orten, Workshops und Kurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Salontheater (z.B. Stücke auf kleiner Szene, beispielsweise in Kooperation mit Theater Altenburg-Gera), Vorträge/Lesungen/Podiumsdiskussionen (z.B. zur Salongeschichte, zu Europapolitik über europäische Kultur der Gegenwart und z.B. in Kooperation mit den Museen in Altenburg wie Residenzschloss Altenburg, Lindenau-Museum, Mauritianum Altenburg).

Ein erstes neues, experimentelles Format wird die Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital Vernetzung damals und heute – Europa bedeutet für mich …? ab 23. September 2018 sein. Sie versteht sich als ein Labor. Ausgehend von der historischen Salonkultur um 1800 soll sie den Bogen schlagen in die heutige Zeit und zur aktuellen politischen Lage.  Analog dazu soll im #SalonEuropa Labor Besuchern vor Ort und im Digitalen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Gedanken zu Europa heute zu äußern.

Die Ideen sind derzeit weit gereift und die Vision eines Zentrums für europäische Salonkultur im wieder aufgebauten Nordflügel der Burg in greifbare Nähe gerückt. Der Museumsverein Burg Posterstein e.V. hat sich entschlossen, mit Unterstützung von Sponsoren den Eigenanteil an den Kosten zu stemmen, sollte es zur Umsetzung der Pläne kommen. Jede Spende hilft!

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Von Klaus Hofmann / Museum Burg Posterstein

Weitere Beiträge zur #MuseumWeek 2018:
#WomenMW: Die Dame, die unter dem Pseudonym „Ernst Ritter“ schrieb
#CityMW: Tee im Salon – Die Altenburger Gesellschaft um 1810

Geschichte & Geschichten

Das thüringische Museums Burg Posterstein bloggt seit 2011 über Geschichte und Geschichten aus Sammlung, Forschung und Museumsalltag.

IN ENGLISH: Since 2011 the German Museum Burg Posterstein writes stories about its collection, research and everyday life at the museum – here you find all texts in English.

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