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Blog des Museums Burg Posterstein

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Schlagwort-Archive: Thüringer Museen

Jahresrückblick 2025: Erfolgreiches Museumsjahr trotz Bauarbeiten

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 7. Februar 2026 von Museum Burg Posterstein7. Februar 2026

2025 besuchten rund 22.000 Gäste das Museum Burg Posterstein, was weit über dem Durchschnitt der jährlichen Besucherzahlen der letzten zehn Jahre liegt. Bei laufendem Besucherverkehr wurde von Januar bis Dezember der Bergfried eingerüstet und saniert – was womöglich den Besucherrückgang im Vergleich zu den beiden Vorjahren erklärt. Es konnten vier Sonderausstellungen gezeigt und 215 Veranstaltungen sowie vier Ferien-Programme organisiert werden. Das Museumsteam veröffentlichte drei Artikel in Fach-Publikationen, hielt zwei Fachvorträge und betreut vier Praktikantinnen und Praktikanten und zwei Schul-Projektarbeiten. Als Partner des Trafo-Projekts „Der Fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ trug das Team der Burg Posterstein maßgeblich zum Gelingen von drei Salonveranstaltungen bei. Darüber hinaus ist das Museum seit 2024 Mitglied der Burgenstraße Thüringen und stellt weiterhin die Leitung des Arbeitskreises „Digitales Museum“ im Museumsverband Thüringen. Hinter den Kulissen wurde digitalisiert, restauriert und die Sammlung erweitert.

Wir möchten noch einmal auf das vergangene Jahr zurückblicken und Bilanz ziehen.

Das Museum Burg Posterstein wird als regionalgeschichtliches Museum des Altenburger Landes vom Landkreis Altenburger Land finanziell unterstützt. Derzeit hat das Museum fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in Teilzeit arbeiten. Der Museumsverein Burg Posterstein, Träger des Museums, zählt 60 Mitglieder. Ohne die Unterstützung der Vereinsmitglieder sowie eines losen Netzwerks an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wäre es nicht möglich, so viele Aktivitäten auf die Beine zu stellen. Ihnen allen danken wir herzlich!

Der Jahresrückblick 2025 als Infografik

Unsere Infografik fasst das Jahr 2025 visuell zusammen:

Jahresrückblick 2025 Museum Burg Posterstein
Der Jahresrückblick 2025 der Burg Posterstein als Infografik.

Besucherzahlen und Besucherstruktur: Wer kommt warum zur Burg Posterstein?

Das Museum Burg Posterstein führt an der Museumskasse standardmäßig Besucherbefragungen durch. Daraus geht einiges darüber hervor, wo und wann Menschen auf die Burg aufmerksam werden. Das wiederum ist wichtig für die Auswertung und Verbesserung der musealen Arbeit.

Methodik

Seit 2024 läuft die Kassen-Befragung digital unterstützt ab. Im Zuge dessen werden seither die Antworten von Reise-Kleingruppen statt die aller einzelnen Besucherinnen und Besucher erfasst. Daher weichen die Werte geringfügig von den Ergebnissen der Vorjahre ab.

Grundlage bildet die Befragung von knapp 3000 Reise-Kleingruppen. 

Die meisten Besucherinnen und Besucher kamen zu zweit (32 Prozent), gefolgt von Dreier- und Vierergruppen (je 14 Prozent). Sechs Prozent waren allein unterwegs. Der Rest reiste zu fünft oder mit mehr Personen.

Einzugsgebiet

99 Prozent der Gästegruppen des Museums Burg Posterstein kamen 2025 aus Deutschland. Internationale Besucherinnen und Besucher sprachen bevorzugt Deutsch, Englisch, Französisch, Lettisch und Ukrainisch.

Diagramm über die Herkunftsländer der Besucher der Burg Posterstein 2025
Herkunftsbundesländer der deutschen Gäste in Prozent.

Die Besucherinnen und Besucher kamen zu über 80 Prozent aus Thüringen und Sachsen – und ansonsten aus dem gesamten Bundesgebiet.

Diagramm über Herkunftsregionen der Besucher Burg Postersteins 2025
Herkunftsregionen der Gäste aus einem Umkreis von rund 120 km in Prozent.

Fast 85 Prozent der Museumsbesucherinnen und -besucher kamen aus einem Umkreis von bis zu 120 Kilometern um Posterstein – bevorzugt aus dem Raum Gera, dem Altenburger Land, aus Westsachsen und dem Raum Leipzig, Jena und Chemnitz. Aber auch aus Erfurt, Dresden, Zeitz und Halle kamen Besucherinnen und Besucher nach Posterstein.

Wohnwagen vor der Burg Posterstein, eine Frau sitzt am Campingtisch und liest
Der Parkplatz vor der Burg darf, wenn der Platz reicht und platzsparend geparkt wird, gern als kostenfreier Stellplatz genutzt werden.

Besuchsanlass

Über 80 Prozent der Postersteiner Gäste unternahmen einen Tagesausflug zur Burg Posterstein, rund 16 Prozent machten Urlaub in der Region, rund fünf Prozent kombinierten den Museumsbesuch mit einer Rast auf der Durchreise und etwa 0,2 Prozent nutzten den Wohnmobil-Parkplatz vor der Burg. Das bietet sich an, weil Posterstein nur vier Kilometer von der Autobahn 4, Abfahrt Ronneburg, entfernt liegt.

Diagramm Aufenthaltsdauer der Gäste der Burg Posterstein 2025
Die Aufenthaltsdauer der Burgbesucherinnen und Besucher in Prozent.

Laut dwif-Studie „Wirtschaftsfaktor Tourismus für den Freistaat Thüringen 2024“ gibt ein Tagesgast vor Ort im Schnitt 30,30 Euro aus und ein Übernachtungsgast zwischen 30,30 und 143,90 Euro. Legt man ganz konservativ 30,30 Euro pro Gast als Grundlage, generierte das Ausflugsziel Burg Posterstein mit 22.000 Besuchern im vergangenen Jahr mit überschlagen rund 666.600 Euro beachtliche Einnahmen für Gastgewerbe und Einzelhandel in der Region.

Diagramm BEsuchsanlass Burg Posterstein 2025
Das Diagramm zeigt die Häufigkeit der verschiedenen Besuchsanlässe der Gäste der Burg Posterstein in Prozent.

Über 20 Prozent der Gäste besuchten die Burg Posterstein nicht zum ersten Mal. Besonders viele (über 26 Prozent) fanden das Museum im Internet – Website, Google, Social Media. Über 15 Prozent waren speziell auf die Angebote für Kinder und Familien aufmerksam geworden, über zehn Prozent kannten die Burg vom Vorbeifahren auf der Autobahn und rund neun Prozent kamen auf Empfehlung von Bekannten.

Ausstellungen und Veranstaltungen 2025

2025 zeigte das Museum vier Sonderschauen. Darüber fanden insgesamt 214 Veranstaltungen statt, darunter 15 öffentliche (Feste, Konzerte, Lesungen) und 199 private (Führungen für Kinder und Erwachsene, Kindergeburtstage, Hochzeite, Escape-Touren) Veranstaltungen.

Drei Musiker und ein Künstler im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein
Das Ensemble für intuitive Musik Weimar und der Künstler Adam Noack schufen am 15. Juni 2025 im Rohbau des Nordflügels der Burg Posterstein ein einzigartiges Gesamtkunstwerk.

Zur Sonderschau „Taktvoll – Musikgeschichte vom Salon zur Musikschule“ gab es ein umfangreiches Begleitprogramm mit Konzerten, u.a. in Kooperation mit den Bachwochen Thüringen, der Langen Nacht der Hausmusik, mit dem Jazzklub Altenburg und dem Ensemble für Intuitive Musik Weimar sowie dem Künstler Adam Noack. Die nachfolgende Kabinettausstellung „‚Sonst nicht Neues‘ – Feldpost aus dem Ersten Weltkrieg“ sahen sich über 4200 Besucher an. Die gleichnamige Wanderausstellung der Hans-Fallada Gesellschaft und des Literaturzentrums Neubrandenburg thematisierte die vollständig erhaltenen Feldpostbriefe von Ulrich Ditzen (1896–1918), dem jüngeren Bruder des berühmten Schriftstellers Hans Fallada. Darüber hinaus zeigte das Museum Burg Posterstein über zweihundert Feldpostkarten von Soldaten aus dem Herzogtum Sachsen-Altenburg (hier geht es zum Resümee). Die Kabinett-Ausstellung „Künstler, Ökonomen, Staatsmänner – Wer prägte das Altenburger Land?” rückt bedeutende Persönlichkeiten der regionalen Geschichte in den Mittelpunkt. Die Weihnachtskrippen-Ausstellung, die 2025 eine neue Schenkung präsentierte, wiederum bedient ein ganz eigenes Stamm-Publikum.

Zu allen Sonderausstellungen gab es Begleitveranstaltungen wie Lesungen, Workshops und Vorträge.

Das dreitägige Mittelalterspektakel zu Pfingsten mit Ritterturnieren, Markt und Spielleuten lockte rund 5000 Schaulustige nach Posterstein. Organisiert wird es von der COEX Veranstaltungs GmbH & Co.KG in Zusammenarbeit mit dem Museumsverein. Der Eintritt ins Museum war wie jedes Jahr im Gesamtpreis inbegriffen.

Mädchen mit Steckenpferd springt vor der Burg Posterstein über eine Hürde
2025 gab es erstmals ein Hobby Horsing-Freundschaftstraining im Nachgang des Großen Steckenpferdturniers (Foto: Hannes Menzer).

Die Angebote der „Kinderburg“ zählten 2025 zu den Top 3 Besuchsgründen. Neben der Familien-Ausstellung gab es speziell für Familien mit Kindern vier Ferien-Programme, das Große Steckenpferdturnier am Weltkindertag (2025 erstmals mit einem Freundschaftstraining für Hobby Horsing-Fans), den Geistertag am Reformationstag und auch den „Advent im Salon – Märchenhaftes für die ganze Familie“. Darüber hinaus feierten 67 Kinder ihren Geburtstag auf der Burg. 45 Schulen und Kitas kamen zu Museumstouren. Das war eine Steigerung von fast sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Auch die Zahl der Erwachsenenführungen ist gestiegen: 2025 führte das Museumsteam 60 Erwachsenengruppen durch die Burg, dazu kamen 21 Kleingruppen zur Escape-Tour. Das entspricht einem Anstieg von 62 Prozent.

Im Gerichtsraum der Burg fanden außerdem sechs Trauungen statt, die das Standesamt Schmölln durchführt. Über das Standesamt läuft auch die Anmeldung und Terminfindung. Weitere Informationen und den Kontakt finden Sie hier.

Großes Bauprojekt: Sanierung des Burgturms

Von Januar bis Dezember 2025 wurde der Bergfried samt Turmhaube und Kuppel umfassend saniert. Die Aussichtsplattform wurde abgedichtet und erhielt einen neuen Bodenbelag. Einen Rückblick mit Fotos gibt es hier im Blog.

Drohnenbild der Burg Posterstein mit neuem Nordflügel und eingerüstetem Turm. AUch die Kirche und das Herrenhaus sind zu sehen.
Burg Posterstein im April 2025 (Bild: Stephan Günzel).

Parallel liefen im Hintergrund Bemühungen um die Finanzierung des Innenausbaus des neuen Nordflügels. 2026 soll damit begonnen werden. Den aktuellen Stand der Bauarbeiten kann man im Bautagebuch auf der Website des Museums mitverfolgen.

Der Neubau, der in der Kubatur dem historischen Vorgängerbau entspricht, soll das Museum Burg Posterstein in die Lage versetzen, einen ganzen Bereich für moderne Vermittlungsformen bereitzuhalten, die Ausstellungen barrierefrei zu erschließen, den Service zu verbessern und nicht zuletzt die Sammlungen besser unterzubringen. Es ist das größte Bauvorhaben der Geschichte des Museums.

Aus der Sammlung: Restaurierung und Neuzugänge

Durch einen glücklichen Zufall konnte das Museum 2025 aus Privatbesitz das Gemälde „Landschaft in Venezuela“ des Künstlers Anton Goering ankaufen. Die Altenburger Restauratorin Natalie Meurisch hat es fachkundig in Stand gesetzt. Nun ist es Teil der Ausstellung „Blind Date“ über bedeutende historische Persönlichkeiten aus dem Altenburger Land.

Junge Frau zeigt auf Gemälde an der Wand
Museumsmitarbeiterin Franziska Huberty zeigt das Gemälde von Anton Göring, das neu in der Sammlung des Museums ist.

Im November erhielt das Museum einen Teil der umfangreichen Krippensammlung von Arthur Petrig aus Wiesbaden als Schenkung. Sie wurde in der Weihnachtsausstellung erstmals präsentiert.

Auch 2024/25 wurde weiter an der Digitalisierung der Sammlung Schmöllner Knöpfe sowie weiterer Sammlungsbestände gearbeitet. Eine Mitarbeiterin nahm dazu an Fortbildungen und Beratungen des Museumsverbands Thüringen teil.

Vernetzung über die Burgmauern hinaus

Als Partner des Trafo-Projekts „Der fliegende Salon – Kulturaustausch im Altenburger Land“ nahm das Museum aktiv an mehreren Salonveranstaltungen im Landkreis teil:

Unter dem Titel „Gemischte Platte“ gab es von 26. bis 28. September 2025 ein großes Kulturevent zur Geschichte des Stadtteils Altenburg Nord. Das Museum Burg Posterstein beteiligt sich mit einer kleinen Ausstellung und einem Zeitzeugengespräch zum Leben im Plattenbaugebiet Altenburg Nord.

Um „Zeitzeugen des Sports – Wege nach 1990“ ging es im Zeitzeugengespräch am 19. November 2025, 18 Uhr, im Rittergut Treben. Das Museum Burg Posterstein befragte Zeitzeugen des Sports, Akteure der Wendezeit, aber auch heutige Aktive.

Junger Mann spielt Akkordeon
Michail Cunetchi umrahmte den Vortrag am Akkordeon (Foto: Hannes Menzer).

Mit dem Musikvortrag „Ulrich Ditzen, Hans Fallada und der Erste Weltkrieg“ am 30. August 2025 in der Neuen Scheune Posterstein war das Museum Teil des ProvinzGlück Festivals vom 25. August bis 14. September 2025 im Altenburger Land. Es referierte Christian Winterstein von der Hans-Fallada-Gesellschaft. Michail Cunetchi untermalte den Vortrag am Akkordeon.

Drei Zeitzeugensalons mit musikalischem Thema in Altenburg und in Langenleuba-Niederhain aus dem Jahr 2024 flossen 2025 inhaltlich in die Kabinett-Ausstellung „Taktvoll“ ein.

Burg Posterstein mit Safran im Vordergrund
2025 bekam Burg Posterstein ein Safranbeet.

2025 wurde der ehemalige Wehrgraben unterhalb der Burg Teil der Safranleuchten-Kampagne im Altenburger Land: Ehrenamtliche des Museumsvereins Burg Posterstein pflanzten auf einem rund 50 Quadratmeter großen Areal rund 4000 Safranknollen, die im Herbst lila blühen. Auch bei der neuen Rätsel-Tour für Erwachsene, „Mit Genuss durch die Geschichte“, darf der Safran nicht fehlen.

Auch 2025 leitete Marlene Hofmann, verantwortlich für Marketing und Kommunikation im Museum Burg Posterstein, den Arbeitskreis „Digitales Museum“ des Museumsverbands Thüringen. Zweimal im Jahr finden in diesem Rahmen digitale Arbeitskreistreffen mit Fachvorträgen statt.

Weiterhin ist die Burg Posterstein auch Mitglied der Burgenstraße Thüringen. In diesem Verein versammeln sich private und gemeinnützige Träger von Burgen, um gemeinsam die Forschung und Vermittlung der Geschichte der Thüringer Burgenlandschaft voranzubringen.

Für sein weit verzweigtes, aktives Online-Netzwerk ist Burg Posterstein in Fachkreisen deutschlandweit bekannt. Die Reichweite der Social Media-Kanäle (bis auf Instagram), des Blogs und der Website stieg 2025. Daneben ist Burg Posterstein neben Instagram, Facebook und YouTube auch verstärkt auf TikTok, BlueSky, Pinterest und LinkedIn aktiv und pflegt einen eigenen WhatsApp-Kanal sowie einen Newsletter.

Die Mitarbeiterinnen des Museums beteiligten sich an Vernetzungs- und Weiterbildungsveranstaltungen des Tourismusverbands Altenburger Land. Im Winter 2025 traf sich der Arbeitskreis Museumspädagogik auf Burg Posterstein, um sich über eventorientierte Angebote und das Krimi-Escape-Spiel im Besonderen zu informieren und auszutauschen.

Publikationen

Der Altenburger Hauskalender 2025 mit Hans Wilhelm vo n Thümmel auf dem Cover liegt auf einem Tisch
Der Altenburger Hauskalender 2025 hat Hans Wilhelm von Thümmel auf dem Cover.

Das Museumsteam war 2025 mit drei Fachartikeln in verschiedenen Fachzeitschriften vertreten: Im Altenburger Hauskalender 2025 steht der Artikel „Der Minister unter der 1000-jährigen Eiche – Das Thümmel-Jahr 2024 im Altenburger Land“ von Marlene Hofmann. In der Zeitschrift Banzer Museumsgespräche Bd.12 veröffentlichte Marlene Hofmann den Artikel „Auf Augenhöhe mit den Museumsgästen Nachhaltige analog-digitale Kommunikation und Vermittlung – Ein Praxisbericht aus dem Museum Burg Posterstein in Thüringen“. Und in Heimat Thüringen 1/2025 erschien der Artikel „Mitwachsende Online-Ausstellung „Landschaft nach der Wismut“ des Museums Burg Posterstein“, ebenfalls von Marlene Hofmann.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Mord, Unzucht, Beleidigung: Die Ausstellung „Schlag um Schlag“ stellt historische Postersteiner Gerichtsfälle vor

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 16. Mai 2024 von Museum Burg Posterstein16. Mai 2024

Das Thüringer Burgenjahr nehmen wir zum Anlass für eine Sonderschau zur Geschichte der Burg Posterstein. Teil 1, „Schlag um Schlag – Die Burg als Gerichtsort“ ist seit 12. Mai 2024 zu sehen. Teil 2 „Stein auf Stein – Von der Wehrburg ins Heute“ startet am 18. August 2024.

Blick von oben auf die Podiumsrunde und das Publikum
Zur Eröffnung der Ausstellung „Schlag um Schlag – Die Burg als Gerichtsort“ kamen über 80 Gäste.

Burg Posterstein thront seit mindestens 1191 trutzig über dem Sprottetal. Die Burg war das Zentrum der Region: wirtschaftlich, baulich und rechtlich. Hier wurde verteidigt, Landwirtschaft betrieben, Abgaben eingenommen und Recht gesprochen.

Ein Kameramann vom MDR filmt und eine Frau im Publikum fotografiert Marcel Greunke, Beigeordneter des Landrates, der zur Ausstellungseröffnung ein Grußwort sprach
Marcel Greunke, Beigeordneter des Landrates, sprach zur Ausstellungseröffnung ein Grußwort.

Der Burgherr war meist auch der am besten ausgebildete Bewohner der Region. Vielleicht ist das auch einer der Gründe, warum die Quellen zur Gerichtsbarkeit in Posterstein so gut erhalten sind. Im Staatsarchiv Altenburg, wo die Akten der Grundherrschaften im Herzogtum Sachsen-Altenburg verwahrt werden, gibt es sämtliche Gerichtshandelsbücher und Gerichtsprotokolle seit Beginn der Aufzeichnungen Anfang des 16. Jahrhunderts bis zum Ende der Patrimonialgerichtsbarkeit 1849. Sie bilden die Grundlage für die Sonderschau „Schlag um Schlag“.

Ausstellungsvitrine mit geöffnetem Schubfach, in dem ein historisches Buch liegt.
Einige der historischen Gerichtsbücher können derzeit in der Ausstellung „Schlag um Schlag“ angesehen werden.

Wir haben die Akten genauer betrachtet und Gerichtsfälle ausgewählt. Dabei war uns wichtig zu zeigen, dass nicht unentwegt gemordet, gefoltert, ins Verlies gesperrt oder Hexen verbrannt wurden. Es ging mit Recht zu, es gab also Ordnungen.

Mitglieder der Gefolgschaft zu Posterstein in mittelalterlicher Gewandlung
Die Mitglieder der Gefolgschaft zu Posterstein, die das Museum Burg Posterstein ehrenamtlich unterstützen, kamen passend zum Thema in mittelalterlicher Gewandlung.

5 Kurzfilme schildern echte Gerichtsfälle

Natürlich hätten wir unsere Fälle einfach (ausschließlich) nacherzählen und auf Tafeln aufbereiten können. Uns kam aber die Idee, die Fälle, die da im 16. und 17. sowie zu Beginn des 18. Jahrhunderts wirklich passierten, filmisch nachspielen zu lassen. Und natürlich hatten wir keine Ahnung, wie schwierig das Filmgeschäft ist, sonst wären uns vielleicht Zweifel gekommen.

Sechs Menschen sitzen auf Stühlen nebeneinander
Franziska Huberty moderierte die Talkshow „Peinliche Befragung“ mit Marcus Engemann, Andy Drabek, Jürgen von Jan, Marcella von Jan und Sabine Hofmann.

Aber wir haben Verbündete gefunden: die Schauspieler und Regisseure Marcella von Jan und Robert Gregor Kühn, den Traditionsverein Altenburger Prinzenraub, den Kameramann Gunter Auer, den Techniker Jürgen von Jan, den Musiker Matthias von Hintzenstern und Marcus Engemann, wie einige der vorgenannten auch, Mitglied unseres Museumsvereins.

An die Wand projiziert einer der Kurzfilme, der zur Eröffnung Premiere hatte.
Die Ausstellungseröffnung war gleichzeitig Filmpremiere.

An zwei Wochenenden wurde im Gerichtsraum, dem originalen Schauplatz, gedreht, ein Film auch auf dem Bauernhof der Familie Neudecker in Posterstein. Das Resultat kann man sich in der Ausstellung ansehen. Ausgewählt wurden ein Mordfall, ein Fall von Unzucht und Gewalt, Fälle von Diebstahl und Beleidigung und natürlich ein Vormundschaftsfall.

Ausstellungsraum mit Kronleuchter und einem Bücherschrank, einem Touchscreen und einer Vitrine in der Mitte
Blick in die Ausstellung „Schlag um Schlag – Die Burg als Gerichtsort“ auf Burg Posterstein.

Darüber hinaus können der Gerichtsraum und der angrenzende Raum als Ort der neuen Ausstellung in neuer Gestaltung betrachtet werden. Man erfährt viel über die Gerichtsbarkeit und die Gerichtsherren, sieht originale Gerichtsbücher und lernt die wichtigsten Vorschriften der Dorfordnung sowie der Rügegerichtsordnung kennen.

Talkshow „Peinliche Befragung“ und Verleihung des „Goldenen Postersteins“

Die fünf Kurzfilme hatten zur Ausstellungseröffnung am 12. Mai 2024 vor über 80 Zuschauerinnen und Zuschauern offiziell Premiere.

Eine junge Frau mit Mikro sitzt neben einem bärtigen Mann
Franziska Huberty beim Interview mit „Burgherr“ Marcus Engemann.
Ein bärtiger Mann in historischer Gewandung und ein bärtiger Mann, der das Mikro hält und gestikuliert
Marcus Engemann und Andy Drabek während der Talkshow.
Jürgen und Marcella von Jan und Sabine Hofmann sitzen nebeneinander
Jürgen und Marcella von Jan und Sabine Hofmann während des Podiumgesprächs.

Franziska Huberty, Mitarbeiterin im Museum Burg Posterstein, führte in der Talkshow „Peinliche Befragung“ kurze Interviews mit ausgewählten Beteiligten. Burgherr-Darsteller Marcus Engemann, Andy Drabek und Jürgen von Jan (beide mitverantwortlich für Organisation und Technik), Marcella von Jan (Regie) und Kuratorin Sabine Hofmann gaben Einblicke hinter die Kulissen des Filmdrehs. 

Zwei Frauen und zwei Männer bei der Verleihung des Goldenen Postersteins
Hier bekommt Dana Weber, die souverän den Richter spielte, den „Goldenen Posterstein“ verliehen.

Im Anschluss wurde nicht der Goldener Bär, die Goldene Henne oder der Golden Globe an alle Darsteller und Unterstützerinnen am Set verliehen, sondern: der Goldene Posterstein. Der Goldene Posterstein ging an:

Blick aus dem Publikum auf die Verleihung des Goldenen Postersteins in der Neuen Scheune, vorn stehen alle Preisträger.
Als Auszeichnung für die Arbeit an den Kurzfilmen erhielten alle Teilnehmer den „Goldenen Posterstein“.
  • Andy Drabek
  • Bärbel Burigk
  • Dana Weber
  • Eva-Maria Scharf
  • Frank Müller
  • Gunter Auer
  • Hanno Wolf
  • Jasira Boxberger
  • Jürgen von Jan
  • Katharina Thiele
  • Klaus Neudecker
  • Kornelia Gentsch
  • Marcella von Jan
  • Marcus Engemann
  • Marion Dinger
  • Marion Hermsdorf
  • Matthias von Hintzenstern
  • Niclas Baraneck
  • Petra Descher
  • Robert Gregor Kühn
  • Roland Albrecht
  • Rolf Schiefner
  • Uwe Schröder
Gruppenbild der Preisträger des Goldenen Postersteins mit Urkunden und dem Stein in kleiner schwarzer Schachtel
Gruppenbild der Preisträger des „Goldenen Postersteins“.

Wer war der Dieb?

Auch das diesjährige Sommerferien-Rätsel „Von Gerechten und Gerichteten“ lehnt sich an die Sonderschau an. Dabei werden Kinder von 20. Juni bis 4. August zu Gerichtsdienern des Burgherrn von Burg Posterstein: Ein Diebstahl wurde begangen und in der Burg sind Hinweise auf den Täter versteckt. Wer den Fall löst, lernt nicht nur eine Menge über die Geschichte, sondern es lockt auch eine Belohnung. Zum Mitmachen geht man einfach ins Museum und bekommt das Rätsel mit auf den Weg. Eine Voranmeldung ist nicht notwendig.

Die Ausstellung wird gefördert vom Freistaat Thüringen – Thüringer Staatskanzlei, wofür wir herzlich danken.

Von Sabine Hofmann / Museum Burg Posterstein

Kinder können Burg Posterstein im Lockdown digital entdecken

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 16. Februar 2021 von Museum Burg Posterstein15. Dezember 2022
Burg Posterstein mit Burggeistern Posti und Stein

Das Museum Burg Posterstein stellt ein neues digitales Angebot für Familien mit Kindern vor: In der Zeit des Lockdowns kann die Burg und ihre Geschichte im Kinderblog des Museums digital erkundet werden. In Zusammenarbeit mit dem Thüringer Kulturpass gibt es sogar die Möglichkeit, sich für diesen digitalen Besuch einen Stempel im Kulturpass-Heft abzuholen. Dafür müssen kniffelige Rätselfragen gelöst werden.

Burggespenst Posti lässt Kinder hinter die Burgmauern blicken

Auf dem Bildschirm sieht man zunächst nur eine Ansicht der Burg Posterstein. Per Klick auf das Burggespenst Posti aber können Kinder sehen, wie es hinter den Mauern aussieht. Zum Beispiel hinter dem so genannten „Abort-Erker“, der sich an der Außenmauer der Burg befindet. Dabei erfährt man auch gleich, was die Menschen in früheren Zeiten statt Klopapier benutzten und ob ein Ritter in Rüstung überhaupt auf Toilette gehen konnte. – Das sind – völlig berechtigte! – von Kindern gestellte Fragen, die auch in der Familienausstellung „Die Kinderburg“ kurz und knapp erklärt werden. Andere Themen sind für den Schulunterricht relevant. Im Video „Warum heißt das Mittelalter Mittelalter?“ wird die Bezeichnung der Epoche in einfachen Sätzen und lustigen Zeichnungen zusammengefasst.

Zum Kinderburg-Blog

Thumbnail Film: Warum heißt das Mittelalter Mittelalter? mit drei gezeichneten Figuren
Um eine der Kulturpass-Fragen zu beantworten, muss man sich das Video zum Mittelalter genauer ansehen.

Seit Jahren können sich Kinder, für ihren Besuch auf Burg Posterstein einen Stempel für ihren „Thüringer Kulturpass“ abholen. Haben sie 10 Stempel gesammelt, gibt es Preise und eine Urkunde. Der Thüringer Kulturpass wird von der Staatskanzlei finanziert und soll dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche Kultureinrichtungen spielerisch erkunden.

Auf Grund des langen Lockdowns – die Burg Posterstein ist bereits über 100 Tage geschlossen! – ist das derzeit nicht möglich. Deshalb gibt es nun die Möglichkeit, einige Einrichtungen auch digital zu besuchen und dafür einen Stempel zu bekommen. Mit dabei sind neben der Burg Posterstein auch die Wartburg, Kloster Veßra, das Residenzschloss Altenburg und einige andere Thüringer Museen. Um in allen teilnehmenden Museen digital Stempel zu sammeln, braucht man die App Actionbound.

Einen Kulturpass bekommt man über die Mehrfamilienkarte und das LKJ Thüringen sowie die meisten Theater, Museen, Bibliotheken und Jugendherbergen. In der neuen Auflage, die im März gedruckt sein wird, ist Burg Posterstein eine von mehreren Einrichtungen, die für 10 Stempel ein kleines Geschenk zur Verfügung stellen.

Warum heißt das Mittelalter eigentlich „Mittelalter“?

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 26. Mai 2020 von Museum Burg Posterstein15. Dezember 2022

Wenn es um Burgen und Ritter geht, sprechen wir ganz oft vom Mittelalter. Aber welche Zeit ist damit eigentlich gemeint und warum heißt es Mittelalter? Posti und Stein, die Burggeister der Burg Posterstein, erzählen Dir, wie das Mittelalter zu seinem Namen kam. – Im Video oder als Text.

Thumbnail Film: Warum heißt das Mittelalter Mittelalter? mit drei gezeichneten Figuren
Warum heißt das Mittelalter so? – Die Antwort gibt’s auch im Video.

Die Zeit, die wir heute Mittelalter nennen, war ziemlich lang. Sie dauerte ungefähr 1000 Jahre. Oft wird ihr Beginn auf die Zeit um das Jahr 500 nach Christus gelegt. In der Zeit um das Jahr 1500 endete es. In einer so langen Zeit verändert sich natürlich ziemlich viel. Deswegen teilen wir diese lange Zeitspanne heute in drei Epochen: In das Frühmittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter.

Das Hochmittelalter gilt als Blütezeit und steht für das, was wir uns heute so gerne unter dem Mittelalter vorstellen: Ritter, Lehnswesen und Minnesang. In dieser Zeit wurde auch die Burg Posterstein gebaut. Das Hochmittelalter begann im 11. Jahrhundert und endete um das Jahr 1250.

Ritter vor der Burg Posterstein in Thüringen
Hier steht ein freundlicher Ritter im Kettenhemd vor Burg Posterstein. Die Burg wurde vor rund 800 Jahren im Hochmittelalter gebaut. Der Turm ist der älteste, noch erhaltene Teil der Burg.

Woher kommt der Name „Mittelalter“?

Aus heutiger Sicht liegt das Mittelalter tatsächlich zwischen den geschichtlichen Epochen der Antike und der sogenannten Neuzeit. Allerdings glaubte kein Mensch des Mittelalters, dass er in der Mitte einer Zeitspanne lebte – die heutige Zeit gab es schließlich noch nicht! Seinen Namen bekam das Mittelalter von den gelehrten Männern der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert. „Renaissance“ heißt „Wiedergeburt“ und meinte in diesem Fall die „Wiedergeburt der Antike“. Die Gelehrten dieser Zeit waren nämlich begeistert von der Kultur und Lebensweise der Griechen und Römer in der antiken Zeit. Die Epoche danach, das Mittelalter, erschien ihnen dunkel, einfach und trist. Daher nannten sie diese Zeit zwischen Antike und ihrer eigenen Zeit, der „Widergeburt der Antike“: „medium aevum“ (lateinisch für „mittleres Zeitalter“) oder einfach „Mittelalter“.

Aber gab es dieses Mittelalter überall?

Nein! Wenn man es ganz genau nehmen will, müsste man zum Mittelalter eigentlichen „europäisches Mittelalter“ sagen. Denn unsere Geschichte bezieht sich in den meisten Fällen auf die Länder in und um Europa. Natürlich existierte auch zu Zeiten der Ritter schon die ganze Welt und in Asien oder Amerika lebten in derselben Zeit natürlich auch Menschen. Aber diese lebten meist anders als die Menschen im heutigen europäischen Raum. Von manchen Kontinenten wussten die Europäer noch nicht einmal, dass es sie überhaupt gab. Daher schrieben sie kaum darüber oder dachten sich phantasievolle Geschichten von fernen Welten aus.

Wenn Du auch Fragen hast, dann schreib den Geistern eine Mail an postiundstein@burg-posterstein.de! Wir freuen uns, wenn Du unseren YouTube-Kanal abonnierst.

Derzeit ausschließlich digital: Ausstellungen und Ferienprogramm demnächst virtuell

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 18. März 2020 von Museum Burg Posterstein18. März 2020

Während das physische Museum Burg Posterstein voraussichtlich bis 19. April 2020 für den Besucherverkehr geschlossen bleibt, planen wir Ausstellungen und Ferienprogramm virtuell trotzdem stattfinden zu lassen. Ein Kurz-Überblick.

Derzeit ausschließlich virtuell: Das Museum Burg Posterstein

Um Besucher zu schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der Erkrankung COVID-19 zu leisten, können nach aktuellem Stand alle Veranstaltungen, Führungen und Kindergeburtstage bis einschließlich 19. April 2020 leider nicht stattfinden.

Das Museum wird auch alle weiteren geplanten Aktivitäten gegebenenfalls an die jeweilige aktuelle Lage anpassen und per Pressemeldung und auf allen Social Media-Kanälen darüber informieren. Das Museumsteam ist wie gewohnt online für Besucher da und gibt Einblicke in die Ausstellungen, Forschung und tägliche Arbeit.

Mitwachsende, digitale Begleitausstellung

Zur Sonderausstellung „Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger“ wird es ab 19. März 2020 eine mitwachsende, digitale Begleitausstellung geben. Die Foto-Ausstellung zeigt Schwarzweißfotografie des Landshuter Fotografen Karl-Heinz Rothenberger. Er hielt vom Uranerzbergbau geformte Landschaften der Region Ronneburg auf eindrucksvollen Fotografien fest. Dreißig Jahre nach dem Ende des Bergbaus zeigt die Ausstellung die ehemaligen Tagebau-Orte von der Rekultivierung über die BUGA 2007 bis heute. In einer Reihe von Blogposts wollen wir uns mit dem Uranerzvorkommen in Thüringen und Sachsen beschäftigen. Dabei starten wir mit der Geschichte des Heilbades Ronneburgs und enden beim aktuellen Stand der Sanierung der WISMUT GmbH.

Kaum vorstellbar, dass hier noch vor einigen Jahren schwere Maschinen Uranerz aus der Erde holten! Heute ist die „Neue Landschaft Ronneburg“ ein Landschaftspark. Geschichte und Hintergründe beleuchten wir in unserer mitwachsenden virtuellen Ausstellung zur Fotoausstellung „Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger“. (Foto: Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein)

Die #Schlössersafari virtuell

Die geplante Wanderaustellung im Museum Burg Ranis ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Wir nutzen die Zeit der Museumsschließungen, um mit Fotobegeisterten, Schlösserfans und Hobbyfotografen auf Instagram und Twitter gemeinsam auf virtuelle Schlössersafari zu gehen. In der digitalen Ausstellung zeigen wir ab 29. März 2020 einen Teil der sonst analog ausgestellten Bilder, stellen Instagramer vor und zeigen besondere Schlösser und Orte.

Seit unserer ersten Sonderausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“ im Frühjahr 2019 sind auf Instagram weit über 5000 Bilder von sehenswerten Schlössern und Burgen aus der ganzen Welt geteilt worden. Aus der Ausstellung ist ein digital-analoges Vernetzungsprojekt geworden, das Fotofreunde und Kultureinrichtungen miteinander und untereinander verbindet und einander näher bringt. Indem die Ausstellung 2020 auf Wanderschaft geht und weitere gemeinsame Instawalks geplant sind, wird dieses Netzwerk immer stärker, dichter und wertvoller für alle Beteiligten. Zum Konzept #Schlössersafari geht es hier.

Mit der geplanten virtuellen Ausstellung wollen wir die Fotos und die Schönheit der Orte feiern und laden alle herzlich ein, sich mit eigenen, unter dem Hashtag #Schlössersafari geteilten Bildern selbst zu beteiligen.

Ab 29. März 2020 laden wir euch ein, mit uns virtuell auf #Schlössersafari zu gehen.

Schafe fürs Leben: Das digitale Osterferien-Programm

Im Museum Burg Posterstein bietet wir in allen Schulferien ein Ferienprogramm zu immer neuen Themen an. Das Osterferien-Programm „Schafe fürs Leben – Warum gehört das Lamm zum Osterfest“ wird in diesem Jahr virtuell auf dem Kinderblog des Museums stattfinden.

Nähere Informationen dazu folgen in Kürze. Ein Bild vom Making-Off haben wir aber schon:

Unser grünes Schaf heißt Wendelin – wie der Schutzheilige der Bauern, Hirten, Landarbeiter und Schäfer. Es führt Kinder und Familien ab 4. April 2020 virtuell durch unser Osterferien-Rätsel.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

humboldt4: Ein Viertel vom Quartett – Was bleibt

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 30. November 2019 von Museum Burg Posterstein16. Dezember 2022

Petra Neumann aus Köln verbrachte den ganzen November 2019 mit uns auf Burg Posterstein – eine Bereicherung für beide Seiten! Mitte November ging die Postersteiner Schau der Altenburger Ausstellungsreihe #humboldt4 zu Ende. Petra Neumann zieht für uns Bilanz und erstellte den bisher noch nicht vorhandenen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu Anton Goering.

Die Sonderschau „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ war eine der vier Ausstellungen der Gesamtkonzeption humboldt4 im Altenburger Land.
Die Sonderschau „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836–1905)“ im Museum Burg Posterstein war eine der vier Ausstellungen der Gesamtkonzeption humboldt4 im Altenburger Land.

Am 14. September 1769 wurde der Universalgelehrte, Naturwissenschaftler und Forschungsreisende Alexander von Humboldt geboren. Anlässlich der 250. Wiederkehr seines Geburtstages wurde ihm zu Ehren von vier Museen im Altenburger Land eine gemeinsame Ausstellungsreihe konzipiert – humboldt4. Beteiligt waren das Lindenau-Museum, das Residenzschloss Altenburg, das Naturkundemuseum Mauritianum und das Museum Burg Posterstein.

Unter dem Titel „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ widmete sich das Museum Burg Posterstein einem Handwerkersohn aus dem Altenburger Land, der Humboldt als sein großes Vorbild sah.

Eröffnung der Ausstellung "Von Schönhaide nach Südamerika" im Museum Burg Posterstein.
Eröffnung der Ausstellung „Von Schönhaide nach Südamerika“ im Museum Burg Posterstein.

Auf seinen beiden Forschungsreisen durch Südamerika betrieb Anton Goering umfangreiche ornithologische und botanische Studien. Seine Beobachtungen hielt er in Tagebuchaufzeichnungen fest, illustriert mit zahlreichen Zeichnungen und Aquarellen. Zudem fertigte er mehrere tausend Tierpräparate an, die sich noch heute in den Sammlungen des Zoologischen Museums der Universität Halle sowie des National History Museums in London befinden. Naturwissenschaftliche Texte und Illustrationen Anton Goerings wurden in zahlreichen Zeitschriften und auch Büchern abgedruckt, beispielsweise in Brehms Tierleben. Er selbst publizierte seine Reiseerinnerungen der zweiten Forschungsreise in dem Buch „Vom tropischen Tieflande bis zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“ (erschienen 1893 im Aldalbert Fischer’s Verlag Leipzig). Die Aquarelle Anton Goerings erzielen inzwischen Höchstpreise auf dem internationalen Kunstmarkt.

Wie man sieht, hat das Schaffen Anton Goerings vielfältige Spuren bis in unsere Zeit hinterlassen. Nun stellt sich die Frage ganz aktuell, was bleibt, wenn eine solche Ausstellung zu Ende geht?

Anton Goering: Landgut La Fundation am Oberlauf des Guataparo; aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert in Bildern von Anton Goering, Caracas 1969.
Anton Goering: Landgut La Fundation am Oberlauf des Guataparo; aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert in Bildern von Anton Goering, Caracas 1969.

Vier mal Humboldt = humboldt4

Der Ausstellungstitel „humboldt4“ verdeutlicht es bereits visuell – vier Museen, vier Ausstellungen, ein Thema.

Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch als Begleitprogramm zur Postersteiner Ausstellung.

„Alexander von Humboldt“ als übergeordnetes Thema wurde aus vier Perspektiven präsentiert, jeweils in Anlehnung an eigene Sammlungsschwerpunkte. Das Besondere daran ist, dass alle vier Museen erstmals eine Ausstellungsreihe von Anfang an gemeinsam konzipierten. Zwar wurde auch in der Vergangenheit bereits bei Einzelprojekten zusammen gearbeitet, Informationen ausgetauscht und Exponate ausgeliehen – in diesem Umfang und dieser Konsequenz war das jedoch die Premiere und möglicherweise der Auftakt, weitere gemeinsame Projekte zu realisieren.

Die Zusammenarbeit begann bereits bei der Vorbereitung der Gesamtkonzeption und den Absprachen bezüglich der konkreten Beiträge der beteiligten Museen. Dabei wurde auch eine gemeinsame Marketingstrategie für die Bewerbung der Ausstellungen entwickelt. Es entstanden beispielsweise einheitliche Werbematerialien, die von allen vier Museen genutzt werden konnten.

Postkarte zur Austellung auf der Ausstellungsvitrine im Museum Burg Posterstein

Ganz offensichtlich war, dass das Ausstellungskonzept von vielen Besuchern sehr gut angenommen wurde. Besucher*innen auf Burg Posterstein gaben bei der routinemäßigen Befragung, wie sie auf das Museum und die Sonderschau aufmerksam geworden sind, immer wieder die Rückmeldung, dass sie eine oder mehrere der anderen Ausstellungen bereits besucht hatten bzw. vor hatten diese noch zu besuchen. Auch die gegenseitige Erwähnung in den sozialen Netzwerken trug dazu bei, dass humboldt4 eine höhere Aufmerksamkeit erhielt, als dies bei der Bewerbung durch ein einzelnes Museum möglich gewesen wäre.

Screenshot Twieet des Museums Burg Postersteins zur Ausstellung.

Weiterhin erschien parallel zur Ausstellung ein gemeinsamer Katalog: humboldt4 – Vier Ausstellungen in vier Museen des Altenburger Landes. Der Katalog enthält unter anderem auch Beiträge zur jeweiligen Sonderschau der vier Museen. Eine schöne Publikation, die gerade durch die gebündelten Ausführungen verdeutlicht, wie die einzelnen Facetten ein gelungenes Gesamtkonzept ergeben.

Katalog humboldt4 zur Ausstellungsreihe im Altenburger Land.
Katalog humboldt4 zur Ausstellungsreihe im Altenburger Land 2019, ISBN 978-3-86104-099-6

Von der kuratierten Sonderschau zum enzyklopädischen Allgemeingut

Anton Goering, als Sohn des Altenburger Landes, ist bereits seit Jahren ein Bestandteil der Sammlungen des Museums Burg Posterstein. Mit humboldt4 bot sich die Gelegenheit, den wechselseitigen Einfluss aufklärerischen Denkens, insbesondere die Beziehungen zu anderen Naturwissenschaftlern, Gelehrten und Institutionen, ausführlicher zu behandeln und in den Fokus zu rücken. Kuratorin Franziska Engemann hat während ihrer Recherchen zur Ausstellungsvorbereitung eine Vielzahl an Quellen studiert und dabei auch neue Informationen und Materialien zu Anton Goering entdeckt. Beispielsweise sind zwei Aquarelle aus dem Archiv des Leibnitz-Instituts für Länderkunde wieder aufgetaucht und konnten in das Konzept der Ausstellung eingebunden werden. Um den Besuchern einen unmittelbaren Einblick in Goerings Forscher- und Gedankenwelt zu ermöglichen, wurden zudem Teile der Tagebücher von Goerings Südamerikareisen transkribiert und den digitalisierten Originaleintragungen gegenüber gestellt.

Für die Postersteiner #humboldt4-Ausstellung wurden erstmals die Reisetagebücher Anton Goerings ausgewertet, die sich in der Sammlung des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig befinden.

Insgesamt ist so eine Fülle an neuen Informationen hinzugekommen, die das Museum Burg Posterstein jedoch aufgrund der räumlichen Situation nicht komplett in die Dauerausstellung übernehmen kann. Gerade deshalb ist die Idee entstanden, das gesammelte Wissen im Sinne von Open Source öffentlich zu publizieren, so dass es für Interessenten frei zugänglich ist und bei neuen Erkenntnissen ergänzt werden kann. In der Nachbereitung der Ausstellung ist somit der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag zu Christian Anton Goering entstanden, der seit dem 21. Dezember 2019 online ist.

Das bleibt von humbold4

Nach der gemeinsamen Ausstellungsreihe humboldt4 ist von den vier beteiligten Altenburger Museen geplant, auch zukünftig bei verschiedenen Projekten intensiver als bisher zusammenzuarbeiten.

Anton Goering: Rio Escalante, aus: Anton Goering: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes: Venezuela, Leipzig 1893.
Anton Goering: Rio Escalante, aus: Anton Goering: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes: Venezuela, Leipzig 1893.

Das bleibt für alle vier Museen und hat auf alle Fälle Potential für weitere gemeinsame Ideen und Visionen. Zudem ist ein gemeinsamer Katalog entstanden, der erstens dieses Zusammenwirken dokumentiert und inhaltlich auch nach den Ausstellungen noch lesenswert bleibt.

Für das Museums Burg Posterstein bleibt zudem, dass im Bereich der Dauerausstellung zu Anton Goering einige Exponate ergänzt bzw. erneuert werden können. Es ist ein detaillierter Wikipediaeintrag zu Anton Goering entstanden und schlussendlich auch mehrere Blogbeiträge.

Von Petra Neumann

Weitere Blogposts zu Anton Goering:

  • Der Naturforscher und Zeichner Anton Goering auf den Spuren Alexander von Humboldts in Venezuela
  • Aus Schönhaide nach Südamerika: Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering
  • Exploring South America: The ornithologist and painter Anton Goering
Ein Vogel in Großaufnahme - Thumbnail zum Trailer für die Ausstellungsreihe humboldt4 (c) Mike Langer 2019
Den Trailer für die Ausstellungsreihe humboldt4 ((c) Mike Langer 2019) kann man auf YouTube ansehen.
Ausstellungsreihe #humboldt4 im Altenburger Land

30. Juni 2019 – 19. April 2020
Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts
NATURKUNDEMUSEUM
MAURITIANUM ALTENBURG
www.mauritianum.de

22. August 2019 – 1. Januar 2020
Altenburg und die Welt
LINDENAU-MUSEUM ALTENBURG
www.lindenau-museum.de

18. August – 3. November 2019
Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts
RESIDENZSCHLOSS ALTENBURG
www.residenzschloss-altenburg.de

1. September – 17. November 2019
Aus Schönhaide nach Südamerika:
Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering

MUSEUM BURG POSTERSTEIN
www.burg-posterstein.de

Online gemeinsam über Kultur reden: Das Museum Burg Posterstein erreichte mit seinen Tweets zur #MuseumWeek 2018 über 2,1 Millionen Twitter-Accounts

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 2. Mai 2018 von Museum Burg Posterstein2. Mai 2018

Sieben Tage lang zog sich vom 23. bis 29. April 2018 die digitale, europäische Museumswoche mit dem Lesezeichen #MuseumWeek wie ein buntes, internationales Museumsfestival durch unseren Alltag. Das nach eigener Beschreibung „erste weltweite Kultur-Event in sozialen Netzwerken“ setzt an jedem Tag der #MuseumWeek einen neuen thematischen Schwerpunkt – in diesem Jahr zum Beispiel Frauen, Kinder, Kulturerbe, Natur, Stadt, Unterschiede und Berufe. In diesem Jahr fand die #MuseumWeek bereits zum fünften Mal statt und es nahmen weltweit Museen aus 92 Ländern teil. Das Museum Burg Posterstein nahm zum vierten Mal teil und steuerte wieder jeden Tag einen thematisch passenden Blogpost bei, dreimal sogar zusätzlich auf Englisch. Viel Aufwand für ein reines Online-Ereignis – wir ziehen Bilanz.

Zur MuseumWeek bloggen wir traditionell zu den wichtigsten Themen und Ausstellungen, die uns im Museumsalltag beschäftigen. Möglicherweise auch international interessante Blogposts übersetzen wir auch ins Englische. In diesem Jahr, das bei uns mit gleich mehreren Ausstellungen und Veranstaltungen unter dem Motto #SalonEuropa steht, drehte sich vieles um europäische Salongeschichte. Wir nutzten die Gelegenheit, um vor einem weitaus größeren, kulturinteressierten Publikum als normalerweise, auf unsere Forschungsarbeit, unsere Ausstellungsthemen und Ideen für die Zukunft hinzuweisen.

Mit unseren Blogposts erreichten wir im Laufe der Museumswoche doppelt so viele Leser wie in einer vergleichbaren „normalen“ Woche. Bei den Blog-Zugriffen via Twitter konnte eine Steigerung von 1600 Prozent erreicht werden. Verstärkt gingen auch Zugriffe aus EU-Ländern wie Frankreich und Italien ein, die sonst eher selten sind.

Unter den deutschen Museen hatten das DDR-Museum in Berlin, das Museum Burg Posterstein und das Museum für Kommunikation in Frankfurt/Main zur MuseumWeek 2018 die größte Reichweite.

Unter den deutschen Museen hatten das DDR-Museum in Berlin, das Museum Burg Posterstein und das Museum für Kommunikation in Frankfurt/Main zur MuseumWeek 2018 die größte Reichweite.

Burg Posterstein mit der zweitgrößten Reichweite unter den deutschen Museen

Während der gesamten Museumswoche wurden weltweit über 65.500 Tweets zum Thema versendet, die wiederum über 657.000 Mal geteilt wurden. Auf der Website der #MuseumWeek werden in einer Liste die „einflussreichsten“ teilnehmenden Museen aufgezählt, gemessen an der Zahl der mit ihren Tweets potentiell erreichten Twitter-Nutzer. Weltweit führten diese Liste große Museen wie der Louvre an, der potentiell über 180 Millionen Menschen erreichte, gefolgt von The Met und Herimitage. Unter den Top 10 waren keine deutschen Museen vertreten.

In Deutschland wurden über 1300 Tweets zum Thema versendet, die über 10.700 Mal geteilt und über 500 Mal kommentiert wurden. Das #MuseumWeek-Ranking der deutschen Museen führte (wie schon 2017) das DDR-Museum in Berlin an mit einer Reichweite von über drei Millionen. Auf Platz 2 konnten wir mit unseren Tweets über 2,1 Millionen Twitter-Accounts erreichen – fast drei Mal so viele wie 2017. Ebenfalls besonders erfolgreich nahmen das Museum für Kommunikation in Frankfurt/M, das Frankfurter Städel-Museum, das Ägyptische Museum München, das Archäologische Museum Hamburg, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, das Haus der Geschichte, die Deutsche Digitale Bibliothek und das Deutsche Museum an der #MuseumWeek teil.

Die Ausstellung und Forschung zur europäischen Salongeschichte bieten wunderbare Anknüpfungspunkte für einen gemeinsamen Austausch über Kultur in Europa.

Die Ausstellung und Forschung zur europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein bieten wunderbare Anknüpfungspunkte für einen gemeinsamen Austausch über Kultur in Europa.

In 19th century for European artists Italy was the place to be: Bertel Thorvaldsen made two portrait busts of Wilhelmine of Sagan in Italy in 1818. A marmor version is displayed in #MuseoNapoleonico @museiincomune – we have a plaster copy #MuseumWeek https://t.co/dpn3SoIyNj pic.twitter.com/wmRDkpGglC

— Burg Posterstein (@BurgPosterstein) 26. April 2018

Die #MuseumWeek als Chance, die Region sichtbar machen

Während der Museumswoche entspannen sich interessante Gespräche mit Kulturinteressierten und Museumskollegen in Deutschland und ganz Europa. Besonders aktiv waren Museumskollegen in Frankreich und Italien, mit denen wir über das Thema europäische Salons um 1800, die Herzogin von Kurland oder die Sammlung des Lindenau-Museums ins Gespräch kamen. Wir nutzten gemeinsam mit den Kollegen aus dem Residenzschloss Altenburg, dem Lindenau-Museum, der Klassikstiftung Weimar und dem Schloss Friedenstein die Gelegenheit, das Altenburger Land und die Thüringer Museen bekannter zu machen. Denn zweifellos profitieren nicht nur Museen davon, wenn es gelingt, die Kulturschätze Thüringens bekannter zu machen, sondern durch steigende Besucherzahlen am Ende auch Hotels, Gaststätten und Geschäfte vor Ort. 2017 verzeichneten die 235 Museen des Thüringer Museumsverbands wieder über vier Millionen Besucher und sind damit die am häufigsten besuchten Kultureinrichtungen in Thüringen.

Gemeinsam Kultur sichtbar machen: Die Sammlung antiker Keramik umfasst im Lindenau-Museum Altenburg etwa 400 Vasen. Im Rahmen des Kultur-Hackathons Coding da Vinci hat das Lindenau-Museum seine Sammlung digital geöffnet.

Gemeinsam Kultur sichtbar machen: Die Sammlung antiker Keramik umfasst im Lindenau-Museum Altenburg etwa 400 Vasen. Im Rahmen des Kultur-Hackathons Coding da Vinci hat das Lindenau-Museum seine Sammlung digital geöffnet.

Beautiful ancient vases posted by @PoloMusealeAS – Reminds us of the collection of Greek vases that @LindenauMuseum shared with the world as part of the culture hackathon @codingdavinci @cdvost ? Find the open source pictures here: https://t.co/AdIez95KFN #heritageMW #MuseumWeek https://t.co/rWdQj4mSWX

— Burg Posterstein (@BurgPosterstein) 25. April 2018

Ausstellung #SalonEuropa: Durch die #MuseumWeek sind erste Europa-Meinungen eingegangen

Am letzten Tag der Museumswoche standen „Unterschiede“ im Mittelpunkt. Wir nutzten die Chance, unsere experimentelle Herbst-Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital – Europa bedeutet für mich…?“ vorzustellen. Die Ausstellung versteht sich als ein Labor. Ausgehend von der historischen Salonkultur um 1800 soll sie den Bogen schlagen in die heutige Zeit und zur aktuellen politischen Lage. Wie der Dichter Jean Paul anerkennend berichtete, durfte im Salon der Herzogin von Kurland jeder frei seine Meinung äußern, so lange sie höflich vorgetragen wurde. Analog dazu soll im #SalonEuropa Labor Besuchern vor Ort und im Digitalen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Gedanken zu Europa heute zu äußern. Auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung und auf einer Website sollen unter der Überschrift „Europa bedeutet für mich…?“ in Videos, kurzen Statements und Blogposts unterschiedliche Meinungen zu Europa zu Wort kommen.

Neil McCallum aus Chester, England, nutzte sofort die Gelegenheit und schickte uns einen längeren Text. Darin schreibt er unter anderem, dass wir nun einen Schritt weiter gehen sollten als nur unsere gegenseitigen europäischen Kulturen zu teilen, sondern auch die großen Fragen und Probleme unserer Zeit – wie Migration, Klimawandel und Gleichheit – in Angriff nehmen müssen:

„Now, we need to come together to not just share in the wonders of each other’s cultures, but to tackle the great questions and debates on migration, climate change, and equality which face the continent.” (Neil McCallum)

Jan Graefe aus Münster schrieb:

Europa bedeutet für mich Heimat. Zudem ist mit dem Rathaus Münster „Frieden“ in der Stadt des Westf. Friedens von 1648, sehr gegenwärtig. #SalonEuropa pic.twitter.com/ERafpc2TzY

— Jan Graefe (@Graefe_Jan) 29. April 2018

Merete Sanderhoff vom Kopenhagener Statens Museum for Kunst reichte ein Interview mit der dänischen Künstlerin Pernille Egeskov über deren Europa-Ausstellung ein:

Thx for reaching out, crucial topic! My statement is an interview w/ artist Pernille Egeskov whose recent exhibition deals with the Cracks & Crevices in Europe – leading to dissolution or a new beginning? https://t.co/Yp5IWq3NzZ #MuseumWeek #europeforculture pic.twitter.com/v3uwl0oW58

— Merete Sanderhoff (@MSanderhoff) 30. April 2018

Peter Sömers aus Den Haag empfahl die Ausstellung der virtuellen europäischen Bibliothek Europeana und teilte sein ganz persönliches Europa-Verständnis:

Für mich ist Europa (trotz Schwächen) die natürlichste Antwort auf mein grundlegendes Bedürfnis, in Freiheit und Vielfalt zusammenzuleben, mich an Ländern und Sprachen erfreuen zu können, an Gerichten, Kunst und Bräuchen – wie z.B. hier: https://t.co/cXMUCoBSWk #SalonEuropa

— Peter Soemers (@PSoemers) 29. April 2018

Viele andere kündigten ihr Interesse an, ebenfalls mit ihrer Meinung zu Europa zum Gelingen unserer Labor-Ausstellung beizutragen.

love to contribute.#EuropeForCulture combines to me the main idea. Its about elements common and gaps. Diversity & jointly roots seen in arts, languages, i.e. cheese & manners. Like the institution Library. Here in #Salamanca pic.twitter.com/N5Mlt99bkt

— Barbara Fischer (@fischerdata) 29. April 2018

Wer mitmachen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, uns seine Sicht auf Europa per Mail an museum@burg-posterstein.de (Betreff: #SalonEuropa) zukommen zu lassen!

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein


Unsere Blogposts zur MuseumWeek:

https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/29/differencemw-vernetzung-damals-und-heute-europa-bedeutet-fuer-mich/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/28/naturemw-ein-naturverbundener-minister-hans-wilhelm-von-thuemmel/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/27/kidsmw-bitte-ins-museum-mami-die-familienausstellung-die-kinderburg-auf-burg-posterstein/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/26/professionsmw-ein-lebendiges-museum-braucht-helfer-und-unterstuetzer/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/25/heritagemw-ein-europaeisches-tourismus-und-informationszentrum-im-geiste-der-historischen-salons-in-der-burg-posterstein/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/24/citymw-tee-im-salon-die-altenburger-gesellschaft-um-1810/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/23/womenmw-die-damen-die-unter-dem-pseudonym-ernst-ritter-schrieb/

Rückblick auf einige der Tweets und Themen:

#MuseumWeek 2018 #womenMW

#MuseumWeek 2018 #cityMW

#MuseumWeek 2018 #heritageMW

#MuseumWeek 2018 #professionsMW

#MuseumWeek 2018 #kidsMW

#MuseumWeek 2018 #natureMW

#MuseumWeek 2018 #differenceMW

Die Potentiale kleiner Museen im Social Web – Postersteiner Erfahrungsbericht beim Startcamp München

Geschichte & Geschichten Veröffentlicht am 29. April 2015 von Museum Burg Posterstein21. Januar 2017

Lohnt es sich für kleine Museen im ländlichen Raum, die geringe personelle & finanzielle Ressourcen mitbringen und mit dem demografischen Wandel zu kämpfen haben die Nutzung von Social Media überhaupt?

Auf dem Startcamp München 2015 (#scmuc15) stellte Marlene Hofmann, unsere Verantwortliche für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die schon 15jährigen Interneterfahrungen des Museums vor und antwortete mit einem klaren: Ja. Ihre Präsentation kann hier eingesehen werden:

[slideshare id=47547683&doc=praesentationkleinemuseensocialmedia-150429021846-conversion-gate02]

Das Startcamp trug den Titel „Digitales weiterdenken“ und unter diesem Thema trafen in München Kulturschaffende, Web-Experten, Kommunikationsmitarbeiter großer Museen (die Presseabteilung der Pinakotheken war komplett vertreten) auf Blogger, Museumsbesucher und Interessierte aller Couleur. Ein Startcamp ist keine bloße Konferenz. Es laufen immerfort mehrere Gespräche, Vorträge, Diskussionsrunden, Wordshops und Debatten parallel – in diesem Fall immer fünf. Diskussion und Weiterdenken ist das Ziel und die Debatte wird per gemeinsamen Hashtag über Twitter und andere soziale Medien direkt ins soziale Web übertragen, wo Außenstehende mitverfolgen und sich einbringen konnten. Was sie auch taten.

Sieht nach einem vollen Stundenplan aus - das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.Sieht nach einem vollen Stundenplan aus - das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.

Sieht nach einem vollen Stundenplan aus – das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.

Postersteiner Erfahrungen

Zur Präsentation über die Potentiale von Social Media für kleinere Museen kamen wir in einem spannenden Kreis zusammen, u.a. mit Juna, die bloggt und in einer Berliner Gedenkstätte arbeitet, mit der Bayerischen Schlösserverwaltung und dem Infopoint Museen Bayern, dem Bayrischen Moor- und Torfmuseum, einer engagierten Museumsbesucherin und Bloggerin und anderen.

#scmuc15 @BurgPosterstein inspiriert, Museumsleiter betreibt #socialmedia mit viel Spaß! pic.twitter.com/AcWVXKcpTU

— Sabine Wieshuber (@_SWie) April 25, 2015

Statistischen Ausgangspunkt bildete eine kleine „Volkszählung“ der Thüringer Museen, die auf Facebook, Twitter oder per Blog im Social Web unterwegs sind. Die kurze Analyse mit Zahlen vom 21. April 2015 zeigt, dass etwa 19 Prozent der insgesamt 210 im Thüringer Museumsverband organisierten Museen ein Facebook-Profil besitzen, etwa drei Prozent sind auf Twitter unterwegs und nur ein Prozent bloggt. Wer noch nicht auf der Liste vertreten ist, darf die Autorin gern per Kommentar darauf hinweisen, der Schwerpunkt lag jedoch aus Kapazitätsgründen auf den Museen, die im Museumsverband organisiert sind. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass es durchaus noch unausgeschöpftes Potential gibt. Gleichzeitig sind die Gründe, warum Museen sich zurückhalten vielfältig – und manchen Kollegen sind gar durch strikte Regelungen, die die eigenständige Pressearbeit unterbinden, die Hände gebunden.

Sichtbar werden – für Besucher, Blogger und politischen Entscheidungsträger

Die Ergebnisse der Diskussion und des Startcamps allgemein waren für Burg Posterstein als Museum durchaus inspirierend: Das reichte von Tipps für weitere Fördermittelmöglichkeiten und technische Tools, über den verstärkten Austausch mit Bloggern bis hin zu der Erkenntnis, dass ein wichtiges Argument pro Social Media-Aktivität auch das folgende ist: Mehr und mehr Politiker sind aktiv auf Twitter und Facebook. Je sichtbarer ein Museum für sie auch auf diesen Kanälen ist, desto besser wird es auch von den politischen Entscheidungsträgern wahrgenommen.

Blogger Relations diskutieren mit @TanjaPraske @Kunsthalle_Ka @cogries @WWecker @musermeku @ma_veen #scmuc15 pic.twitter.com/d1vrIgumxA

— Marlene Hofmann (@MH_TextWeb) April 25, 2015

Gleichzeitig wurde durch Analysen der Nutzerstrukturen von Burg Posterstein deutlich, dass die durchschnittlichen Online-Besucher des Museums über 30, viele sogar 50 und älter sind. Diese Gruppe nutzt soziale Medien und das Internet zur Information und Planung ihres Besuchs sowie zur schnellen Kontaktaufnahme vor einem Besuch. Das Teilen der Inhalte, darüber bloggen und kreatives Weiterentwickeln steht erst an zweiter Stelle, auch wenn es nicht auszuschließen ist. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Social Media-Arbeit ergebnisoffen betrieben werden sollte – dann können sich ganz unerwartete Kooperationen, Kontakte und sogar Leihgaben und Schenkungen ergeben.

Blogger sind in Posterstein willkommen – Eintritt frei

Als ersten Schritt hin zu einer engeren Beziehung mit Bloggern spricht das Museum Burg Posterstein Blogger nun direkt auf der Website an. Wer über Burg Posterstein bloggen möchte, erhält selbstverständlich freien Eintritt. Was man sonst noch machen kann in Sachen Blogger Relations wurde auf dem Startcamp in einer Podiumsdiskussion mit der Kunsthalle Karlsruhe, Wera Wecker, Tanja Praske, Angelika Schoder, Christian Gries und Michelle van der Veen diskutiert, die das ganze hier auch schön zusammenfasst.

Eine Übersicht über alle online verfügbaren Präsentationen, Blogposts, Storifys, Videos, Podcasts und Fotosammlungen gibt es hier bei den Veranstaltern, den Kulturkonsorten München.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Geschichte & Geschichten

Das thüringische Museums Burg Posterstein bloggt seit 2011 über Geschichte und Geschichten aus Sammlung, Forschung und Museumsalltag.

IN ENGLISH: Since 2011 the German Museum Burg Posterstein writes stories about its collection, research and everyday life at the museum – here you find all texts in English.

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