humboldt4: Ein Viertel vom Quartett – Was bleibt

Petra Neumann aus Köln verbrachte den ganzen November 2019 mit uns auf Burg Posterstein – eine Bereicherung für beide Seiten! Mitte November ging die Postersteiner Schau der Altenburger Ausstellungsreihe #humboldt4 zu Ende. Petra Neumann zieht für uns Bilanz und erstellte den bisher noch nicht vorhandenen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu Anton Goering.

Die Sonderschau „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ war eine der vier Ausstellungen der Gesamtkonzeption humboldt4 im Altenburger Land.
Die Sonderschau „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836–1905)” im Museum Burg Posterstein war eine der vier Ausstellungen der Gesamtkonzeption humboldt4 im Altenburger Land.

Am 14. September 1769 wurde der Universalgelehrte, Naturwissenschaftler und Forschungsreisende Alexander von Humboldt geboren. Anlässlich der 250. Wiederkehr seines Geburtstages wurde ihm zu Ehren von vier Museen im Altenburger Land eine gemeinsame Ausstellungsreihe konzipiert – humboldt4. Beteiligt waren das Lindenau-Museum, das Residenzschloss Altenburg, das Naturkundemuseum Mauritianum und das Museum Burg Posterstein.

Unter dem Titel „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ widmete sich das Museum Burg Posterstein einem Handwerkersohn aus dem Altenburger Land, der Humboldt als sein großes Vorbild sah.

Eröffnung der Ausstellung "Von Schönhaide nach Südamerika" im Museum Burg Posterstein.
Eröffnung der Ausstellung “Von Schönhaide nach Südamerika” im Museum Burg Posterstein.

Auf seinen beiden Forschungsreisen durch Südamerika betrieb Anton Goering umfangreiche ornithologische und botanische Studien. Seine Beobachtungen hielt er in Tagebuchaufzeichnungen fest, illustriert mit zahlreichen Zeichnungen und Aquarellen. Zudem fertigte er mehrere tausend Tierpräparate an, die sich noch heute in den Sammlungen des Zoologischen Museums der Universität Halle sowie des National History Museums in London befinden. Naturwissenschaftliche Texte und Illustrationen Anton Goerings wurden in zahlreichen Zeitschriften und auch Büchern abgedruckt, beispielsweise in Brehms Tierleben. Er selbst publizierte seine Reiseerinnerungen der zweiten Forschungsreise in dem Buch „Vom tropischen Tieflande bis zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“ (erschienen 1893 im Aldalbert Fischer’s Verlag Leipzig). Die Aquarelle Anton Goerings erzielen inzwischen Höchstpreise auf dem internationalen Kunstmarkt.

Wie man sieht, hat das Schaffen Anton Goerings vielfältige Spuren bis in unsere Zeit hinterlassen. Nun stellt sich die Frage ganz aktuell, was bleibt, wenn eine solche Ausstellung zu Ende geht?

Anton Goering: Landgut La Fundation am Oberlauf des Guataparo; aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert in Bildern von Anton Goering, Caracas 1969.
Anton Goering: Landgut La Fundation am Oberlauf des Guataparo; aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert in Bildern von Anton Goering, Caracas 1969.

Vier mal Humboldt = humboldt4

Der Ausstellungstitel „humboldt4“ verdeutlicht es bereits visuell – vier Museen, vier Ausstellungen, ein Thema.

Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch als Begleitprogramm zur Postersteiner Ausstellung.

„Alexander von Humboldt“ als übergeordnetes Thema wurde aus vier Perspektiven präsentiert, jeweils in Anlehnung an eigene Sammlungsschwerpunkte. Das Besondere daran ist, dass alle vier Museen erstmals eine Ausstellungsreihe von Anfang an gemeinsam konzipierten. Zwar wurde auch in der Vergangenheit bereits bei Einzelprojekten zusammen gearbeitet, Informationen ausgetauscht und Exponate ausgeliehen – in diesem Umfang und dieser Konsequenz war das jedoch die Premiere und möglicherweise der Auftakt, weitere gemeinsame Projekte zu realisieren.

Die Zusammenarbeit begann bereits bei der Vorbereitung der Gesamtkonzeption und den Absprachen bezüglich der konkreten Beiträge der beteiligten Museen. Dabei wurde auch eine gemeinsame Marketingstrategie für die Bewerbung der Ausstellungen entwickelt. Es entstanden beispielsweise einheitliche Werbematerialien, die von allen vier Museen genutzt werden konnten.

Postkarte zur Austellung auf der Ausstellungsvitrine im Museum Burg Posterstein

Ganz offensichtlich war, dass das Ausstellungskonzept von vielen Besuchern sehr gut angenommen wurde. Besucher*innen auf Burg Posterstein gaben bei der routinemäßigen Befragung, wie sie auf das Museum und die Sonderschau aufmerksam geworden sind, immer wieder die Rückmeldung, dass sie eine oder mehrere der anderen Ausstellungen bereits besucht hatten bzw. vor hatten diese noch zu besuchen. Auch die gegenseitige Erwähnung in den sozialen Netzwerken trug dazu bei, dass humboldt4 eine höhere Aufmerksamkeit erhielt, als dies bei der Bewerbung durch ein einzelnes Museum möglich gewesen wäre.

Screenshot Twieet des Museums Burg Postersteins zur Ausstellung.

Weiterhin erschien parallel zur Ausstellung ein gemeinsamer Katalog: humboldt4 – Vier Ausstellungen in vier Museen des Altenburger Landes. Der Katalog enthält unter anderem auch Beiträge zur jeweiligen Sonderschau der vier Museen. Eine schöne Publikation, die gerade durch die gebündelten Ausführungen verdeutlicht, wie die einzelnen Facetten ein gelungenes Gesamtkonzept ergeben.

Katalog humboldt4 zur Ausstellungsreihe im Altenburger Land.
Katalog humboldt4 zur Ausstellungsreihe im Altenburger Land 2019, ISBN 978-3-86104-099-6

Von der kuratierten Sonderschau zum enzyklopädischen Allgemeingut

Anton Goering, als Sohn des Altenburger Landes, ist bereits seit Jahren ein Bestandteil der Sammlungen des Museums Burg Posterstein. Mit humboldt4 bot sich die Gelegenheit, den wechselseitigen Einfluss aufklärerischen Denkens, insbesondere die Beziehungen zu anderen Naturwissenschaftlern, Gelehrten und Institutionen, ausführlicher zu behandeln und in den Fokus zu rücken. Kuratorin Franziska Engemann hat während ihrer Recherchen zur Ausstellungsvorbereitung eine Vielzahl an Quellen studiert und dabei auch neue Informationen und Materialien zu Anton Goering entdeckt. Beispielsweise sind zwei Aquarelle aus dem Archiv des Leibnitz-Instituts für Länderkunde wieder aufgetaucht und konnten in das Konzept der Ausstellung eingebunden werden. Um den Besuchern einen unmittelbaren Einblick in Goerings Forscher- und Gedankenwelt zu ermöglichen, wurden zudem Teile der Tagebücher von Goerings Südamerikareisen transkribiert und den digitalisierten Originaleintragungen gegenüber gestellt.

Für die Postersteiner #humboldt4-Ausstellung wurden erstmals die Reisetagebücher Anton Goerings ausgewertet, die sich in der Sammlung des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig befinden.

Insgesamt ist so eine Fülle an neuen Informationen hinzugekommen, die das Museum Burg Posterstein jedoch aufgrund der räumlichen Situation nicht komplett in die Dauerausstellung übernehmen kann. Gerade deshalb ist die Idee entstanden, das gesammelte Wissen im Sinne von Open Source öffentlich zu publizieren, so dass es für Interessenten frei zugänglich ist und bei neuen Erkenntnissen ergänzt werden kann. In der Nachbereitung der Ausstellung ist somit der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag zu Christian Anton Goering entstanden, der seit dem 21. Dezember 2019 online ist.

Das bleibt von humbold4

Nach der gemeinsamen Ausstellungsreihe humboldt4 ist von den vier beteiligten Altenburger Museen geplant, auch zukünftig bei verschiedenen Projekten intensiver als bisher zusammenzuarbeiten.

Anton Goering: Rio Escalante, aus: Anton Goering: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes: Venezuela, Leipzig 1893.
Anton Goering: Rio Escalante, aus: Anton Goering: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes: Venezuela, Leipzig 1893.

Das bleibt für alle vier Museen und hat auf alle Fälle Potential für weitere gemeinsame Ideen und Visionen. Zudem ist ein gemeinsamer Katalog entstanden, der erstens dieses Zusammenwirken dokumentiert und inhaltlich auch nach den Ausstellungen noch lesenswert bleibt.

Für das Museums Burg Posterstein bleibt zudem, dass im Bereich der Dauerausstellung zu Anton Goering einige Exponate ergänzt bzw. erneuert werden können. Es ist ein detaillierter Wikipediaeintrag zu Anton Goering entstanden und schlussendlich auch mehrere Blogbeiträge.

Von Petra Neumann

Weitere Blogposts zu Anton Goering:

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Trailer zur Ausstellungsreihe #humboldt4 (c) Mike Langer 2019
Ausstellungsreihe #humboldt4 im Altenburger Land

30. Juni 2019 – 19. April 2020
Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts
NATURKUNDEMUSEUM
MAURITIANUM ALTENBURG
www.mauritianum.de

22. August 2019 – 1. Januar 2020
Altenburg und die Welt
LINDENAU-MUSEUM ALTENBURG
www.lindenau-museum.de

18. August – 3. November 2019
Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts
RESIDENZSCHLOSS ALTENBURG
www.residenzschloss-altenburg.de

1. September – 17. November 2019
Aus Schönhaide nach Südamerika:
Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering

MUSEUM BURG POSTERSTEIN
www.burg-posterstein.de

Online gemeinsam über Kultur reden: Das Museum Burg Posterstein erreichte mit seinen Tweets zur #MuseumWeek 2018 über 2,1 Millionen Twitter-Accounts

Sieben Tage lang zog sich vom 23. bis 29. April 2018 die digitale, europäische Museumswoche mit dem Lesezeichen #MuseumWeek wie ein buntes, internationales Museumsfestival durch unseren Alltag. Das nach eigener Beschreibung „erste weltweite Kultur-Event in sozialen Netzwerken“ setzt an jedem Tag der #MuseumWeek einen neuen thematischen Schwerpunkt – in diesem Jahr zum Beispiel Frauen, Kinder, Kulturerbe, Natur, Stadt, Unterschiede und Berufe. In diesem Jahr fand die #MuseumWeek bereits zum fünften Mal statt und es nahmen weltweit Museen aus 92 Ländern teil. Das Museum Burg Posterstein nahm zum vierten Mal teil und steuerte wieder jeden Tag einen thematisch passenden Blogpost bei, dreimal sogar zusätzlich auf Englisch. Viel Aufwand für ein reines Online-Ereignis – wir ziehen Bilanz.

Zur MuseumWeek bloggen wir traditionell zu den wichtigsten Themen und Ausstellungen, die uns im Museumsalltag beschäftigen. Möglicherweise auch international interessante Blogposts übersetzen wir auch ins Englische. In diesem Jahr, das bei uns mit gleich mehreren Ausstellungen und Veranstaltungen unter dem Motto #SalonEuropa steht, drehte sich vieles um europäische Salongeschichte. Wir nutzten die Gelegenheit, um vor einem weitaus größeren, kulturinteressierten Publikum als normalerweise, auf unsere Forschungsarbeit, unsere Ausstellungsthemen und Ideen für die Zukunft hinzuweisen.

Mit unseren Blogposts erreichten wir im Laufe der Museumswoche doppelt so viele Leser wie in einer vergleichbaren „normalen“ Woche. Bei den Blog-Zugriffen via Twitter konnte eine Steigerung von 1600 Prozent erreicht werden. Verstärkt gingen auch Zugriffe aus EU-Ländern wie Frankreich und Italien ein, die sonst eher selten sind.

Unter den deutschen Museen hatten das DDR-Museum in Berlin, das Museum Burg Posterstein und das Museum für Kommunikation in Frankfurt/Main zur MuseumWeek 2018 die größte Reichweite.
Unter den deutschen Museen hatten das DDR-Museum in Berlin, das Museum Burg Posterstein und das Museum für Kommunikation in Frankfurt/Main zur MuseumWeek 2018 die größte Reichweite.

Burg Posterstein mit der zweitgrößten Reichweite unter den deutschen Museen

Während der gesamten Museumswoche wurden weltweit über 65.500 Tweets zum Thema versendet, die wiederum über 657.000 Mal geteilt wurden. Auf der Website der #MuseumWeek werden in einer Liste die „einflussreichsten“ teilnehmenden Museen aufgezählt, gemessen an der Zahl der mit ihren Tweets potentiell erreichten Twitter-Nutzer. Weltweit führten diese Liste große Museen wie der Louvre an, der potentiell über 180 Millionen Menschen erreichte, gefolgt von The Met und Herimitage. Unter den Top 10 waren keine deutschen Museen vertreten.

In Deutschland wurden über 1300 Tweets zum Thema versendet, die über 10.700 Mal geteilt und über 500 Mal kommentiert wurden. Das #MuseumWeek-Ranking der deutschen Museen führte (wie schon 2017) das DDR-Museum in Berlin an mit einer Reichweite von über drei Millionen. Auf Platz 2 konnten wir mit unseren Tweets über 2,1 Millionen Twitter-Accounts erreichen – fast drei Mal so viele wie 2017. Ebenfalls besonders erfolgreich nahmen das Museum für Kommunikation in Frankfurt/M, das Frankfurter Städel-Museum, das Ägyptische Museum München, das Archäologische Museum Hamburg, die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg, das Haus der Geschichte, die Deutsche Digitale Bibliothek und das Deutsche Museum an der #MuseumWeek teil.

Die Ausstellung und Forschung zur europäischen Salongeschichte bieten wunderbare Anknüpfungspunkte für einen gemeinsamen Austausch über Kultur in Europa.
Die Ausstellung und Forschung zur europäischen Salongeschichte im Museum Burg Posterstein bieten wunderbare Anknüpfungspunkte für einen gemeinsamen Austausch über Kultur in Europa.

Die #MuseumWeek als Chance, die Region sichtbar machen

Während der Museumswoche entspannen sich interessante Gespräche mit Kulturinteressierten und Museumskollegen in Deutschland und ganz Europa. Besonders aktiv waren Museumskollegen in Frankreich und Italien, mit denen wir über das Thema europäische Salons um 1800, die Herzogin von Kurland oder die Sammlung des Lindenau-Museums ins Gespräch kamen. Wir nutzten gemeinsam mit den Kollegen aus dem Residenzschloss Altenburg, dem Lindenau-Museum, der Klassikstiftung Weimar und dem Schloss Friedenstein die Gelegenheit, das Altenburger Land und die Thüringer Museen bekannter zu machen. Denn zweifellos profitieren nicht nur Museen davon, wenn es gelingt, die Kulturschätze Thüringens bekannter zu machen, sondern durch steigende Besucherzahlen am Ende auch Hotels, Gaststätten und Geschäfte vor Ort. 2017 verzeichneten die 235 Museen des Thüringer Museumsverbands wieder über vier Millionen Besucher und sind damit die am häufigsten besuchten Kultureinrichtungen in Thüringen.

Gemeinsam Kultur sichtbar machen: Die Sammlung antiker Keramik umfasst im Lindenau-Museum Altenburg etwa 400 Vasen. Im Rahmen des Kultur-Hackathons Coding da Vinci hat das Lindenau-Museum seine Sammlung digital geöffnet.
Gemeinsam Kultur sichtbar machen: Die Sammlung antiker Keramik umfasst im Lindenau-Museum Altenburg etwa 400 Vasen. Im Rahmen des Kultur-Hackathons Coding da Vinci hat das Lindenau-Museum seine Sammlung digital geöffnet.

Ausstellung #SalonEuropa: Durch die #MuseumWeek sind erste Europa-Meinungen eingegangen

Am letzten Tag der Museumswoche standen „Unterschiede“ im Mittelpunkt. Wir nutzten die Chance, unsere experimentelle Herbst-Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital – Europa bedeutet für mich…?“ vorzustellen. Die Ausstellung versteht sich als ein Labor. Ausgehend von der historischen Salonkultur um 1800 soll sie den Bogen schlagen in die heutige Zeit und zur aktuellen politischen Lage. Wie der Dichter Jean Paul anerkennend berichtete, durfte im Salon der Herzogin von Kurland jeder frei seine Meinung äußern, so lange sie höflich vorgetragen wurde. Analog dazu soll im #SalonEuropa Labor Besuchern vor Ort und im Digitalen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Gedanken zu Europa heute zu äußern. Auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung und auf einer Website sollen unter der Überschrift „Europa bedeutet für mich…?“ in Videos, kurzen Statements und Blogposts unterschiedliche Meinungen zu Europa zu Wort kommen.

Neil McCallum aus Chester, England, nutzte sofort die Gelegenheit und schickte uns einen längeren Text. Darin schreibt er unter anderem, dass wir nun einen Schritt weiter gehen sollten als nur unsere gegenseitigen europäischen Kulturen zu teilen, sondern auch die großen Fragen und Probleme unserer Zeit – wie Migration, Klimawandel und Gleichheit – in Angriff nehmen müssen:

„Now, we need to come together to not just share in the wonders of each other’s cultures, but to tackle the great questions and debates on migration, climate change, and equality which face the continent.” (Neil McCallum)

Jan Graefe aus Münster schrieb:

Merete Sanderhoff vom Kopenhagener Statens Museum for Kunst reichte ein Interview mit der dänischen Künstlerin Pernille Egeskov über deren Europa-Ausstellung ein:

Peter Sömers aus Den Haag empfahl die Ausstellung der virtuellen europäischen Bibliothek Europeana und teilte sein ganz persönliches Europa-Verständnis:

Viele andere kündigten ihr Interesse an, ebenfalls mit ihrer Meinung zu Europa zum Gelingen unserer Labor-Ausstellung beizutragen.

Wer mitmachen möchte, ist herzlich dazu eingeladen, uns seine Sicht auf Europa per Mail an museum@burg-posterstein.de (Betreff: #SalonEuropa) zukommen zu lassen!

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein


Unsere Blogposts zur MuseumWeek:

https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/29/differencemw-vernetzung-damals-und-heute-europa-bedeutet-fuer-mich/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/28/naturemw-ein-naturverbundener-minister-hans-wilhelm-von-thuemmel/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/27/kidsmw-bitte-ins-museum-mami-die-familienausstellung-die-kinderburg-auf-burg-posterstein/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/26/professionsmw-ein-lebendiges-museum-braucht-helfer-und-unterstuetzer/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/25/heritagemw-ein-europaeisches-tourismus-und-informationszentrum-im-geiste-der-historischen-salons-in-der-burg-posterstein/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/24/citymw-tee-im-salon-die-altenburger-gesellschaft-um-1810/
https://blog.burg-posterstein.de/2018/04/23/womenmw-die-damen-die-unter-dem-pseudonym-ernst-ritter-schrieb/

Rückblick auf einige der Tweets und Themen:








Die Potentiale kleiner Museen im Social Web – Postersteiner Erfahrungsbericht beim Startcamp München

Lohnt es sich für kleine Museen im ländlichen Raum, die geringe personelle & finanzielle Ressourcen mitbringen und mit dem demografischen Wandel zu kämpfen haben die Nutzung von Social Media überhaupt?

Auf dem Startcamp München 2015 (#scmuc15) stellte Marlene Hofmann, unsere Verantwortliche für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die schon 15jährigen Interneterfahrungen des Museums vor und antwortete mit einem klaren: Ja. Ihre Präsentation kann hier eingesehen werden:

[slideshare id=47547683&doc=praesentationkleinemuseensocialmedia-150429021846-conversion-gate02]

Das Startcamp trug den Titel „Digitales weiterdenken“ und unter diesem Thema trafen in München Kulturschaffende, Web-Experten, Kommunikationsmitarbeiter großer Museen (die Presseabteilung der Pinakotheken war komplett vertreten) auf Blogger, Museumsbesucher und Interessierte aller Couleur. Ein Startcamp ist keine bloße Konferenz. Es laufen immerfort mehrere Gespräche, Vorträge, Diskussionsrunden, Wordshops und Debatten parallel – in diesem Fall immer fünf. Diskussion und Weiterdenken ist das Ziel und die Debatte wird per gemeinsamen Hashtag über Twitter und andere soziale Medien direkt ins soziale Web übertragen, wo Außenstehende mitverfolgen und sich einbringen konnten. Was sie auch taten.

Sieht nach einem vollen Stundenplan aus - das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.Sieht nach einem vollen Stundenplan aus - das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.
Sieht nach einem vollen Stundenplan aus – das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.

Postersteiner Erfahrungen

Zur Präsentation über die Potentiale von Social Media für kleinere Museen kamen wir in einem spannenden Kreis zusammen, u.a. mit Juna, die bloggt und in einer Berliner Gedenkstätte arbeitet, mit der Bayerischen Schlösserverwaltung und dem Infopoint Museen Bayern, dem Bayrischen Moor- und Torfmuseum, einer engagierten Museumsbesucherin und Bloggerin und anderen.

Statistischen Ausgangspunkt bildete eine kleine „Volkszählung“ der Thüringer Museen, die auf Facebook, Twitter oder per Blog im Social Web unterwegs sind. Die kurze Analyse mit Zahlen vom 21. April 2015 zeigt, dass etwa 19 Prozent der insgesamt 210 im Thüringer Museumsverband organisierten Museen ein Facebook-Profil besitzen, etwa drei Prozent sind auf Twitter unterwegs und nur ein Prozent bloggt. Wer noch nicht auf der Liste vertreten ist, darf die Autorin gern per Kommentar darauf hinweisen, der Schwerpunkt lag jedoch aus Kapazitätsgründen auf den Museen, die im Museumsverband organisiert sind. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass es durchaus noch unausgeschöpftes Potential gibt. Gleichzeitig sind die Gründe, warum Museen sich zurückhalten vielfältig – und manchen Kollegen sind gar durch strikte Regelungen, die die eigenständige Pressearbeit unterbinden, die Hände gebunden.

Sichtbar werden – für Besucher, Blogger und politischen Entscheidungsträger

Die Ergebnisse der Diskussion und des Startcamps allgemein waren für Burg Posterstein als Museum durchaus inspirierend: Das reichte von Tipps für weitere Fördermittelmöglichkeiten und technische Tools, über den verstärkten Austausch mit Bloggern bis hin zu der Erkenntnis, dass ein wichtiges Argument pro Social Media-Aktivität auch das folgende ist: Mehr und mehr Politiker sind aktiv auf Twitter und Facebook. Je sichtbarer ein Museum für sie auch auf diesen Kanälen ist, desto besser wird es auch von den politischen Entscheidungsträgern wahrgenommen.

Gleichzeitig wurde durch Analysen der Nutzerstrukturen von Burg Posterstein deutlich, dass die durchschnittlichen Online-Besucher des Museums über 30, viele sogar 50 und älter sind. Diese Gruppe nutzt soziale Medien und das Internet zur Information und Planung ihres Besuchs sowie zur schnellen Kontaktaufnahme vor einem Besuch. Das Teilen der Inhalte, darüber bloggen und kreatives Weiterentwickeln steht erst an zweiter Stelle, auch wenn es nicht auszuschließen ist. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Social Media-Arbeit ergebnisoffen betrieben werden sollte – dann können sich ganz unerwartete Kooperationen, Kontakte und sogar Leihgaben und Schenkungen ergeben.

Blogger sind in Posterstein willkommen – Eintritt frei

Als ersten Schritt hin zu einer engeren Beziehung mit Bloggern spricht das Museum Burg Posterstein Blogger nun direkt auf der Website an. Wer über Burg Posterstein bloggen möchte, erhält selbstverständlich freien Eintritt. Was man sonst noch machen kann in Sachen Blogger Relations wurde auf dem Startcamp in einer Podiumsdiskussion mit der Kunsthalle Karlsruhe, Wera Wecker, Tanja Praske, Angelika Schoder, Christian Gries und Michelle van der Veen diskutiert, die das ganze hier auch schön zusammenfasst.

Eine Übersicht über alle online verfügbaren Präsentationen, Blogposts, Storifys, Videos, Podcasts und Fotosammlungen gibt es hier bei den Veranstaltern, den Kulturkonsorten München.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein