Weihnachten wie bei der böhmischen “Großmutter”

Der Weihnachtsbaum hielt sehr spät in Böhmen Einzug, denn die deutsche Tradition setzte sich nur langsam durch. Den ersten geschmückten Weihnachtsbaum gab es in Prag im Jahr 1812, dem Jahr, in dem Napoleon seinen großen Russlandfeldzug startete, in Moskau einmarschierte und vom russischen Winter vernichtend geschlagen wurde. Bei einer privaten Weihnachtsfeier für seine Freunde ließ der Deutsche Johannes Karl Liebich (1773–1816), Direktor des Ständetheaters in Prag, einen geschmückten Baum mit darunter liegenden Geschenken für alle Gäste aufstellen. Nachlesen bzw. hören kann man die Geschichte beim Radio Prag.

In der Weihnachtsausstellung auf Burg Posterstein steht dieses Jahr ein böhmisch geschmückter Tannenbaum.
In der Weihnachtsausstellung auf Burg Posterstein steht dieses Jahr ein böhmisch geschmückter Tannenbaum.

Dieser Baum kam gut an, aber der deutsche Brauch konnte sich in den böhmischen Ländern, in denen gerade das tschechische Nationalbewusstsein erwachte, nicht leicht durchsetzen. Zunächst sollen ihn nur reiche deutsche Familien in ihren Wohnstuben aufgestellt haben. Weite Verbreitung außerhalb des Kreises wohlhabender Bürgerfamilien fand der Weihnachtsbaum wohl erst nach dem Ersten Weltkrieg.

Nüsse und Perlen am Weihnachtsbaum

Perlenschmuck am Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
Perlenschmuck am Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
Geschmückt wurde der Baum traditionell mit selbstgefertigten Dekorationen aus den verschiedensten Materialien: Stroh, Watte, Textilien, Holz, Teigwaren oder Papier, um nur einige zu nennen. Die Grundlage der Schmückung bildeten Nüsse. Goldgefärbt galten sie als Symbol des Reichtums. Ebenso beliebt waren Äpfel, Trockenfrüchte und sogar Kartoffeln, die in verschiedene Formen geschnitzt, auf der Ofenplatte gebacken und mit Zwirn befestigt wurden. Die Materialien variieren nach den Erzeugnissen, die in der entsprechenden Region angebaut wurden. So galten in den bekannten Glashüttenstätten, wie dem Riesengebirgsvorland oder dem Böhmerwald, Perlenketten als beliebter Schmuck. Den Perlenschmuck für den im böhmischen Stil geschmückten Baum in der diesjährigen Weihnachtsausstellung des Museums fertigten übrigens Mitarbeiter des Kinder- und Jugendheims der Kinderarche Sachsen in filigraner Handarbeit.

Am Heiligen Abend wurde jeder reich beschenkt – auch die Tiere

Figurengruppe der Großmutter und Kinder aus Božena Němcovás Klassiker "Die Großmutter".
Figurengruppe der Großmutter und Kinder aus Božena Němcovás Klassiker “Die Großmutter”.
Die tschechische Nationalschriftstellerin Božena Němcová, Autorin des Kunstmärchens “Aschenputtel”, wuchs als Tochter eines Kutschers und einer Wäscherin in Ratibořice nahe dem Schloss der Herzogin Wilhelmine von Sagan, Tochter der Löbichaer Salondame Anna Dorothea von Kurland, auf. Němcová schildert in ihrem Klassiker „Die Großmutter“ anschaulich die weihnachtlichen Bräuche ihrer Kindheit:

“Am Heiligen Abend wurde jeder reich beschenkt, selbst das Geflügel und das Vieh bekamen ihren Weihnachtsstollen, und nach dem Abendessen nahm die Großmutter je ein Stück von allen Speisen, die auf dem Tisch gekommen waren, warf die Hälfte davon in den Bach, damit das Wasser rein und gesund bleibe, die andere Hälfte aber vergrub sie im Garten unter einem Baum, damit die Erde fruchtbar sei. Alle Brosamen sammelte sie sorgfältig und warf sie ins Feuer, „damit es keinen Schaden anrichte.“
[…] Da trat auch schon die Mutter ins Zimmer und sagte zu den Kindern, das Christkind habe seine Gaben in Großmutters Stube gebracht.
War das ein Rennen, war das eine Freude, als sie den strahlenden, geschmückten Christbaum und darunter die schönen Geschenke sahen!
Die Großmutter hatte zwar früher diese Sitte nicht gekannt, unter dem einfachen Volk war sie nicht üblich, aber sie gefiel ihr; schon lange vor Weihnachten hatte sie selbst an den Baum gedacht und dann ihrer Tochter beim Schmücken des Christbaums geholfen.“
Aus: Božena Němcová: Die Großmutter. Bilder aus dem ländlichen Leben, Prag 1978, S. 151-153.

Die Sonderausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen” ist noch bis 8. Januar 2017 zu sehen.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

17 detailreiche Papierkrippen für unsere Weihnachtsausstellung

Für die Ausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen auf Burg Posterstein” fertigte Dieter Fallgatter, langjähriges Mitglied im Museumsverein Burg Posterstein, 17 Papierkrippen nach böhmischen Vorlagen. Teilweise handelt es sich dabei um historische Entwürfe für aus Karton geschnittenen Weihnachtskrippen, teilweise um neuere Modelle von bekannten tschechischen Illustratoren wie Josef Lada und Mikoláš Aleš.

Blick in die Weihnachtskrippenausstellung "Weihnachten mit Aschenputtel - Böhmische Weihnachtskrippen" im Museum Burg Posterstein.
Blick in die Weihnachtskrippenausstellung “Weihnachten mit Aschenputtel – Böhmische Weihnachtskrippen” im Museum Burg Posterstein.

Jedes Jahr zeigt das Museum Burg Posterstein eine Auswahl seiner rund 500 Weihnachtskrippen umfassenden Krippensammlung. In diesem Jahr liegt der regionale Schwerpunkt auf Böhmen. Wir spannen den inhaltlichen Bogen von böhmischen Krippen und Bräuchen über das Kunstmärchen “Aschenputtel” der tschechischen Nationaldichterin Božena Němcová (1820–1862) hin zum Musenhof Löbichau der Herzogin von Kurland.

Weihnachtlicher Papiermodellbau für Bastler

Museumsvereinsmitglied Dieter Fallgatter präsentiert eine der 17 von ihm für die Ausstellung gefertigten Papierkrippen.
Museumsvereinsmitglied Dieter Fallgatter präsentiert eine der 17 von ihm für die Ausstellung gefertigten Papierkrippen.
Dieter Fallgatter beschäftigt sich als pensionierter Bauingenieur bereits seit Jahrzehnten mit dem Papiermodellbau von Architekturmodellen. In der Weihnachtszeit fertigt er auch gern böhmische Krippenmodelle. Auf Ausflügen nach Tschechien bringt er regelmäßig neue Krippenbögen zum Ausschneiden und Anfertigen von Papierkrippen mit nach Hause.

“Früher wurden die böhmischen Papierkrippen auf Sperrholz geklebt und ausgesägt”, erklärt Fallgatter. Er habe sich jedoch für Papier entschieden, um bei dem Medium zu bleiben, das er am liebsten bearbeitet. Für eine Krippe braucht er etwa zwei ganze, intensive Arbeitstage. Damit die Krippen nach der Weihnachtszeit besser zu verstauen sind, befinden sich Fallgatters Modelle eingebaut in Kartons. So sind sie auch in der Postersteiner Ausstellung zu sehen. Fallgatters Lieblingskrippe ist ein Modell mit historischen Figuren aus Lansperk in Ostböhmen, das dreiteilig wie ein Altar aufgebaut ist.

Vomn Dieter Fallgatter gefertigte böhmische Papierkrippe nach einer Vorlage von Mikoláš Aleš, 1902.
Vomn Dieter Fallgatter gefertigte böhmische Papierkrippe nach einer Vorlage von Mikoláš Aleš, 1902.


Eigene Papierkrippen herstellen zum Familiennachmittag

Am 2. Advent konnte man mit der ganzen Familie ans Werk schreiten und neben weihnachtlichem Schmuck auch eigene Papierkrippen fertigen. Vorlagen hierfür gibt es online, beispielsweise hier bei der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Böhmische Motive kann man über verschiedene Verlage beziehen. Die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Diese Papierkrippe entstand durch den Familiennachmittag auf Burg Posterstein.
Diese Papierkrippe entstand durch den Familiennachmittag auf Burg Posterstein.

Romantische Weihnachtsmärchen am 4. Advent mit der Dresdner Sprecherin Ines Hommann

Für den 4. Advent, 18. Dezember 2016, 15 Uhr, laden wir zur Märchenlesung mit Ines Hommann ein. Neben einem bunt gemischten Programm für große und kleine Zuhörer liest Ines Hommann natürlich auch das Kunstmärchen “Aschenputtel” der tschechischen Schriftstellerin Božena Němcová, das die Vorlage für den weihnachtlichen Kultfilm “Drei Haselnüsse fürAschenputtel” bildete.

Von Marlene Hofmann/Museum Burg Posterstein

Skandinavische Kobolde auch in Deutschland: Der Nis Puk im deutsch-dänischen Grenzland

Neulich twitterten wir mal wieder über die dänischen Kobolde, die im Rahmen der weihnachtlichen Sonderausstellung “Mit Nisse und Julbock: Skandinavische Weihnachtsbräuche und Weihnachtskrippen aus aller Welt” in die Burg eingezogen sind. Die Historikerin Verena Schmidtke, die aus Schleswig-Holstein stammt und über dortige Geschichte bloggt, wies uns darauf hin, dass es im dänisch-deutschen Grenzland auch einen Kobold gibt: Nis Puk. In diesem Gastbeitrag stellt sie ihn uns näher vor – und wir danken herzlich für die wunderbare Ergänzung!

Gastbeitrag von Verena Schmidtke

Der Kobold in Schleswig-Holstein heißt Nis Puk (Foto: Verena Schmidtke).
Der Kobold in Schleswig-Holstein heißt Nis Puk (Foto: Verena Schmidtke).

Auf Burg Posterstein sind zurzeit „Skandinavische Kobolde“ zu Besuch. Die Nisse, Tomte und Fjøsnisse trifft man aber nicht nur in Dänemark, Schweden und Norwegen, sondern auch im deutsch-dänischen Grenzland (Sønderjylland). Nicht verwunderlich, wenn man sich bewusst macht, dass der gesamte Landesteil Schleswig einmal zu Dänemark gehörte. Allerdings kennen die wenigsten Menschen dort noch die alten Sagen um den Nisse.

In dieser Region, die reich an Sagen ist, heißen die Kobolde übrigens Nis Puk (oder Puck). Der Name „Puk“ könnte eventuell aus dem Plattdeutschen „Pogg“ (Frosch, bzw. Kröte) entstanden sein, wahrscheinlicher ist die Herleitung aus dem skandinavisch-baltischen Raum, wo im Volksglauben vielerlei Puke und Pukis vertreten sind. In Finnland trägt der Weihnachtsmann schließlich den Namen Joulupukki.

Rote Mützen machen unsichtbar

Für die Menschen ist der Kobold dank seiner roten Mütze unsichtbar. Wie seine Kollegen, die Nisse und Tomte, kümmert sich Nis Puk im günstigen Fall um das Wohlergehen des Hofes, auf dem er lebt. Dafür fordert er nur eine Schüssel Grütze mit einem Klumpen Butter. Besonders am Weihnachtsabend legt der Puk großen Wert auf diese Gabe, wie eine Sage aus Stevning (in der dänischen Sønderborg Kommune gelegen) zu berichten weiß.

Nis Puk im Bücherregal (Foto: Verna Schmidtke)
Nis Puk im Bücherregal (Foto: Verna Schmidtke)

Er soll sogar bei der Namensgebung einiger Orte mitgewirkt haben. Eine Sage berichtet nämlich, wie der düstere Doktor Faust mit einem Nis mit einem gläsernen Schiff durch Flensburger Förde segelte. Faust wollte die Untiefen vermessen und Seekarten zeichnen. Doch das Wetter war stürmisch, der Doktor bekam furchtbare Angst und rief seinem Gehilfen zu: „Hol‘ Nis!“ damit dieser die Segel einholte. Seitdem heißt die Halbinsel, wo beinahe das Unglück geschah „Holnis“.

“Im grauen Röcklein nickt der Puk”

In Owschlag, nicht weit von Eckernförde, versorgte der „Nisebuck“ des Nachts die Pferde und das andere Vieh mit Hafer. Wenn die Knechte zu der Zeit nach den Tieren sehen wollten, bekamen sie rechts und links Ohrfeigen. Die Mägde auf diesem Hof mussten kein Wasser holen oder Besen binden, das erledigte alles der Puk. Sollten die Hofbewohner den Kobold allerdings schlecht behandeln, wandelt sich dieser in einen schlimmen Plagegeist, der allerhand Streiche spielt und sogar Unglück bringt.

Rote Mützen sollen unsichtbar machen... (Foto: Verena Schmidtle)
Rote Mützen sollen unsichtbar machen… (Foto: Verena Schmidtle)

In Stapelholm (Kreis Schleswig-Flensburg) soll ein Hausherr den Nis nicht mit Grütze versorgt und sogar Jagd auf ihn gemacht haben. Da rächte sich der Kobold mit so viel Schabernack und Unruhe, dass der Bauer den Hof nicht mehr bewirtschaften konnte und sehr günstig verkaufen musste. Die Käufer allerdings wussten um die Bedürfnisse des Nis Puk und boten ihm süße Grütze an, woraufhin der Spuk aufhörte und alle Bewohner des Hofes friedlich miteinander lebten. Ab und an, so wird erzählt, soll der kleine Kerl sogar mit in der guten Stube am Ofen gesessen haben.

Selbst in die Literatur hat der Nis Puk seinen Weg gefunden. So schreibt Theodor Storm in der zweiten Strophe des Gedichts „Sommermittag“:
[…]
Die Bienen summen so verschlafen;
Und in der offnen Bodenluk,
Benebelt von dem Duft des Heues,
Im grauen Röcklein nickt der Puk.
[…]

Literatur und Links:
Gundula Hubrich-Messow (Hrsg.), Sagen und Märchen aus Eckernförde, Husum 1991.
Gundula Hubrich-Messow (Hrsg.), Sagen und Märchen aus Flensburg, Husum 1992.
Silja Kahl, Nis Puk. Leben und Sage. Husum 2003.
Nissens historie

Ganz viele Bilder weihnachtlicher Kobolde gibt es in dieser Pinterest-Galerie.

Von Verena Schmidtke

Weitere Artikel zu weihnachtlichen Themen in unserem Blog:
Skandinavische Kobolde zu Besuch auf Burg Posterstein
Zu Thorvaldsens Weihnachtsfeier gab es den ersten Weihnachtskobold
Magische Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – Weihnachten im Mittelalter
Mit Christuskind, Hirten, Ochs und Esel: Aus der Geschichte der Weihnachtskrippen

Zu Thorvaldsens Weihnachtsfeier gab es den ersten Weihnachtskobold

Neben bunten Krippen aus aller Welt drängen sich derzeit viele kleine, meist rote, skandinavische Weihnachtskobolde auf Burg Posterstein. In Dänemark und Norwegen nennt man sie “Nisser”, in Schweden “Tomte”. Hier haben wir sie schon einmal kurz vorgestellt. Nun soll es darum gehen, was diese Kobolde mit dem berühmten Bildhauer Berthel Thorvaldsen zu tun haben.

Bertel Thorvaldsen: Bertel Thorvaldsen mit der Göttin der Hoffnung, 1859, (ausgeführt von H.W. Bissen nach dem Originalmodellen 1. oktober 1839, inv. nr. Nysø1), inv. nr.: A771, Thorvaldsen Museum, CC0-Lizenz
Bertel Thorvaldsen: Bertel Thorvaldsen mit der Göttin der Hoffnung, 1859, (ausgeführt von H.W. Bissen nach dem Originalmodellen 1. oktober 1839, inv. nr. Nysø1), inv. nr.: A771, Thorvaldsen Museum, CC0-Lizenz
Eigentlich nur ein kleines Detail bei der Recherche skandinavischer Weihnachtsbräuche, das uns aber fasziniert hat: In früheren Jahrhunderten galten “Nisser” oder “Tomte” als mehr oder weniger grimmige Untermieter von Bauernhöfen, die es bei Laune zu halten galt. Erst im 19. Jahrhundert, als die Menschen in die Städte zogen, entstand im Bürgertum die Vorstellung vom gemütlichen und freundlichen weihnachtlichen Kobold, der dem Weihnachtsmann bei der Arbeit zur Hand geht. Und hier lässt sich interessanterweise der Bogen zum Postersteiner Lieblingsthema – Salonkultur – schlagen.

Bei einem Weihnachtsfest des dänischen Malers Constantin Hansen 1836 in Rom tauchte laut einem Interview mit Charlotte S H Jensen in der Zeitschrift Videnskab.dk das erste Mal das Bild eines freundlichen “Julenisse” auf. Dort dekorierte man zum ersten Mal nachweislich mit kleinen Kobolden aus Papier, die um eine Schüssel Milchreis tanzten. Zu Gast waren an diesem Weihnachtsabend auch der Künstler Vilhelm Marstrand und der berühmte Bildhauer Bertel Thorvaldsen.

Constantin Hansen, A Group of Danish Artists in Rome, 1837. 62x74 cm. kms3236, Statens Museum for Kunst
Constantin Hansen, A Group of Danish Artists in Rome, 1837. 62×74 cm. kms3236, Statens Museum for Kunst

In Italien trafen sich in der damaligen Zeit Künstler, Dichter und Denker von Rang und Namen. Im Jahr nach dem oben erwähnten Weihnachtsfest, 1837, malte Constantin Hansen eine Gruppe dänischer Künstler in Rom. Die Männer stehen tief ins Gespräch über die Kunst versunken vor einem Balkon mit der Aussicht auf ihre Hauptinspirationsquelle. Sich selbst portraitierte der Künstler ganz links, Wilhelm Marstrand steht am Balkon (4.v.links). Das Bild gehört zur Sammlung des Statens Museum for Kunst in Kopenhagen.

Vom römisch-dänischen Kobold zum Musenhof Löbichau

Der Bildhauer Thorvaldsen (1770-1844), ständig auf der Reise zwischen Kopenhagen, Italien und anderen europäischen Städten, fertigte bereits Jahre vorher, während eines Italienaufenthalts 1818, zwei Büsten von Wilhelmine von Sagan, der ältesten Tochter Dorothea von Kurlands. Durch eine Liasion mit Metternich konnte sie beim Wiener Kongress maßgeblich mit Einfluss auf die politischen Geschicke der damaligen Zeit nehmen. Sie führte einen Salon in der Wiener Schenkenstraße und einen weiteren in Neapel.

Wilhelmine von Sagan - Gipsbüste nach dem Original von Berthel Thorvaldsen im Museum Burg Posterstein
Wilhelmine von Sagan – Gipsbüste nach dem Original (moderne Frisur) von Berthel Thorvaldsen im Museum Burg Posterstein
Bertel Thorvaldsen: Wilhelmine Benigna Biron, 1818, Afstøbning. Gips. 58 cm, Thorvaldsens Museum, Inv.-Nr.: A811
Die klassische Frisur: Bertel Thorvaldsen: Wilhelmine Benigna Biron, 1818, Afstøbning. Gips. 58 cm, Thorvaldsens Museum, Inv.-Nr.: A811

Thorvaldsen portraiterte die schöne und gebildete Saloniere in zwei Varianten: einmal mit einer klassischen Frisur und einmal mit gelocktem Haar nach der neusten Mode. Von dieser Büste findet sich eine Kopie auch im Museum Burg Posterstein. Der Originaltitel dieser Büste ist “Wilhelmine Benigna Biron, 1818” und sie wurde offenbar zweimal in Marmor gefertigt. Eine dieser Marmorversionen findet sich in den Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden, die andere im Museo Napoleonico in Rom.

Alle Welt traf sich im schönen Italien

Elisa von der Recke (1754-1833), die Schwester Anna Dorothea von Kurlands, lernte Thorvaldsen bereits 1804 in Rom kennen. Er fertigte eine Marmorbüste und eine Kolossalbüste von der Schriftstellerin. Zwischen 1804 und 1806 reiste Elisa von der Recke mit ihrem Freund, dem Dichter Christoph August Tiedge (1752-1841), durch Italien. Auch von Tiedge entstanden Portraits im gleichen Stil. Beide waren Stammgäste im Musenhof Löbichau. In Dresden führte Recke ihren eigenen Salon.

Bertel Thorvaldsen: Elisabeth von der Recke, 1805-1806, Marmor. 69,3 cm, Thorvaldsens Museum, Inv.-Nr.: A852
Bertel Thorvaldsen: Elisabeth von der Recke, 1805-1806, Marmor. 69,3 cm, Thorvaldsens Museum,
Inv.-Nr.: A852
CC0 Bertel Thorvaldsen: Christoph August Tiedge, 1805-1806, Originalmodel. Gips. 65 cm, Thorvaldsens Museum, Inv.-Nr.: A240
CC0
Bertel Thorvaldsen: Christoph August Tiedge, 1805-1806, Originalmodel. Gips. 65 cm, Thorvaldsens Museum, Inv.-Nr.: A240



















Im Archiv des Thorvaldsen Museum in Kopenhagen gibt es einen Brief von Elisa von der Recke an Berthel Thorvaldsen, datiert auf den 11.8.1810. Er beginnt mit den Zeilen: “Sie lieber Thorvalson gehören zu den Wenigen, von denen ich die schöne Ueberzeugung habe, dass Entfernung des Ortes Ihre Freunden nicht aus Ihrem Gedächtnisse entfernt. Das Andenken der in Ihrem Umgange genossenen Stunden lebt in meiner Seele fort durch herliche Erinnerungen: schenken Sie mir die Freude auch ferner an Ihre fortdauernde Freundschaft glauben zu können. Sorgen Sie dafür, dass meine letzte bei Ihnen abgesetzte Kiste mit den kleinen Marmorbüsten, so bald und so vortheilhaft als möglich, nach Gotha an Herrn Kauffmann Wilhelm Buttstädt für mich gesandt werde.”


Salongeschichte auf Burg Posterstein

Das Buch "Salongeschichten" erscheint zur AusstellungDie drei beschriebenen Personen – Wilhelmine von Sagan, Elisa von der Recke und Christoph August Tiedge – werden auch in der Dauerausstellung des Museums und im aktuellen Buch “Salongeschichten. Paris – Löbichau – Wien” vorgestellt. Weitere Infos zur Sammlung.



Sonderausstellung “Mit Nisse und Julbock”

Skandinavische Weihnachten & Weihnachtskrippen aus aller Welt - Plakat zur AusstellungDie Ausstellung “Mit Nisse und Julbock: Skandinavische Weihnachten und Weihnachtskrippen auf Burg Posterstein” läuft noch bis 10. Januar 2016.

Am 12. Dezember, 14-16 Uhr, findet ein Skandinavischer Familiennachmittag mit der dänischen Sammlerin Grethe Astrup statt.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Skandinavische Kobolde zu Besuch auf Burg Posterstein

Skandinavische Weihnachten & Weihnachtskrippen aus aller Welt - Plakat zur AusstellungVon den über 500 Weihnachtskrippen und Sammlungsstücken zum Thema Weihnachten aus dem Bestand des Museums stellen wir schon seit elf Jahren eine Weihnachtsausstellung zusammen. Wir wollen nicht jedes Jahr das gleiche zeigen, sondern thematische Schwerpunkte setzen. In diesem Jahr werfen wir einen Blick nach Norden. In Skandinavien gehören Krippen zwar nicht zur weihnachtlichen Tradition, aber wir wollen über den Tellerrand schauen und in einem Teil der Ausstellung wird es von kleinen Kobolden, Julböcken und Flechtherzen nur so wimmeln.

Die meisten heutigen Weihnachtsbräuche in Skandinavien sind geschichtlich gesehen noch recht jung. Das älteste daran ist der in Dänemark, Schweden und Norwegen gleichermaßen gebrauchte Name für das Weihnachtsfest: Jul. Dessen Entstehung geht auf eine altnordische Bezeichnung für überschwängliche Trinkfeste zur Wintersonnenwende zurück, die schon um 900 erstmals erwähnt wurde.

Kleine Helfer mit Hunger auf Milchreis

"Nisse" und "Julbock" dekorieren in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
“Nisse” und “Julbock” dekorieren in diesem Jahr einen Weihnachtsbaum im Museum Burg Posterstein.
„Nisser“ in Dänemark, „Tomte“ in Schweden und „Fjøsnisse“ oder „gardvorden“ in Norwegen waren im Volksglauben kleine, bärtige Kobolde von der Größe eines 8-10jährigens Kindes, die im Volksglauben in der Nähe von Häusern und Höfen lebten. Behandelte man sie gut und respektvoll, beschützten sie Vieh und Hof – wenn nicht, konnten sie Unheil bringen, spielten Streiche oder zogen fort. Die älteste Erwähnung eines solchen Wesens geht auf eine isländische Erzählung aus dem Jahre 981 zurück. In früheren Zeiten konnte ein „Nisse“ durchaus ein kleiner, grimmiger Teufel sein. Das heutige Bild – besonders vom weihnachtlichen „Julenisse“ – ist hingegen ein ganz und gar positives.

Die Ausstellung “Mit Nisse und Julbock: Skandinavische Weihnachten & Weihnachtskrippen aus aller Welt” ist von 29. November, 15 Uhr, bis 10. Januar im Museum Burg Posterstein zu sehen.

Die Eröffnung beginnt diesmal schon 14 Uhr in der Burgkirche Posterstein. In Zusammenarbeit mit der Kirchgemeinde Nöbdenitz wollen wir die Weihnachtszeit und die weihnachtliche Ausstellung mit einem Gottesdienst beginnen. Gegen 15 Uhr laden wir zur Krippenschau mit Glühwein und Weihnachtsgebäck. Dazu gibt es einen Einblick in die skandinavischen Weihnachtsbräuche und die Autorin Marlene Hofmann liest aus ihrem Buch „Ein Jahr in Kopenhagen“ ein Kapitel darüber, wie sie in Kopenhagen ein dänisches Weihnachtsessen miterlebte.

Weitere Infos zur Ausstellung gibt es auf der Website des Museums.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Mit Christuskind, Hirten, Ochs und Esel: Aus der Geschichte der Weihnachtskrippen

In der Adventszeit erobert die Weihnachtskrippensammlung die Burg Posterstein, die hier traditionell schon seit fast 20 Jahren jedes Jahr im Dezember gezeigt wird. Gerade laufen die Vorbereitungen für die diesjährige Ausstellung auf Hochtouren und die Sammlung bekommt sogar noch Zuwachs. Das wollen wir zum Anlass nehmen, um tiefer in die Geschichte der Krippen einzutauchen – mit Auszügen aus unserer Publikation “Weihnachtskrippen – Sammlung Riewe”.

“Ihr Kinderlein kommet …” – woher stammt die Weihnachtskrippe?

Die Vielfalt der Krippendarstellungen ist ungemein - Sammlung Riewe im Museum Burg Posterstein
Die Vielfalt der Krippendarstellungen ist ungemein – Sammlung Riewe im Museum Burg Posterstein

Wenn wir an Weihnachtskrippen denken, sehen wir vor dem inneren Auge das in ein Tuch gewickelte Jesuskind in einer Futterkrippe im Stroh liegen, daneben die Eltern, die Hirten und die drei heiligen Könige im Stall von Bethlehem. Diese umfassende Darstellung der Geburt Jesus Christus gründet auf einer langen Tradition: Im Jahre 313 nach Christus ließ Kaiser Konstantin der Große das Weihnachtsfest einführen und die Geburt Christi auf den 25. Dezember festschreiben. Der Tag war in der römisch-heidnischen Religion jener Zeit bis dahin dem Fest der unbesiegbaren Sonnengottheit, Sol invictus, geweiht. An deren Stelle trat nun die christliche “Sonne der Gerechtigkeit”, wie der Sammler Jürgen P. Riewe es ausdrückte.

In den Weihnachtsspielen des Mittelalters stand die Krippe im Mittelpunkt

Blick in die Krippensammlung von Jürgen P. Riewe im Museum Burg Posterstein
Blick in die Krippensammlung von Jürgen P. Riewe im Museum Burg Posterstein

Im Jahre 354 nach Christus ließ Bischof Liborius in Rom eine Basilika mit einer Krippenkapelle errichten. In den Weihnachtsspielen des Mittelalters stand die Krippe im Mittelpunkt. Barbara Kruhöffer folgert in ihrem Buch “Weihnachtskrippen der Völker”: “Die Tatsache, daß die Weihnachtskrippe an so vielen Orten fast gleichzeitig aufgetreten ist, macht deutlich, daß sie Vorformen hatte, die generell verbreitet waren und folgerichtig zur Krippe führten.”

Mit Beginn des Barock stellten die Kirchen in Bayern bereits prunkvolle Krippen auf, an denen das Volk Opfergaben niederlegte. Im 16. und 17. Jahrhundert schmückten Krippen den bayrischen Hof und bald auch die Weihnachtsstuben der Bürger. Das 17. und 18. Jahrhundert sah die Hochblüte der Krippenkunst.

Schädliche Kinderbelustigung oder fester Brauch?

Keramikkrippe aus Frankreich - Sammlung Riewe, Museum Burg Posterstein.
Keramikkrippe aus Frankreich – Sammlung Riewe, Museum Burg Posterstein.

Gegen den Brauch, Krippen aufzustellen, vermochte auch die Aufklärung nicht mehr viel, als sie ihn im Jahre 1803 als „schädliche Kinderbelustigung“ verurteilte. Ein Verbot 1792 erlassenes Verbot der Krippenaufstellung in den Kirchen musste nach dem Volkswillen bereits 1804 widerrufen werden. Heimlich aufgestellte Krippen in den Bürgerhäusern waren längst fester Brauch.

“Die Vielfalt der Krippen in Form, Farbe und Material lässt sich nicht einmal erahnen. Berühmte Maler und Bildhauer schufen Krippendarstellung von unschätzbarem Wert. Die Zahl der Krippenausstellungen geht ins Unermeßliche.”, schreibt Jürgen P. Riewe. – Einen Teil dieser Vielfalt konnte er in seiner Krippensammlung festhalten – zu sehen ab 1. Dezember, 15 Uhr, im Museum Burg Posterstein.

Die Postersteiner Krippensammlung

Ausstellungsplakat: Weihnachtskrippen Sammlung Riewe (Museum Burg Posterstein)
Ausstellungsplakat: Weihnachtskrippen Sammlung Riewe (Museum Burg Posterstein)

Jürgen P. Riewe und Carolin Riewe aus Hannover übergaben dem Museum Burg Posterstein 1994 ihre Krippensammlung, die die ganze Vielfalt der Darstellung der Geburt Christi in über 340 Exponaten zeigt. Dazu gehören auch eine Bibliothek und ein volkskundliches Archiv zum Thema.

Noch bevor die Exposition 1994 das erste Mal im Museum Burg Posterstein gezeigt wurde, hatten sich die Sammler, angeregt durch persönliche Begegnungen entschlossen, ihre Sammlung dem Museum Burg Posterstein zu stiften. Jürgen P. Riewe starb im Oktober 2007. Die Krippenausstellung ist jedes Jahr in der Weihnachtszeit im Museum zu sehen.

Im Video von TV-Journalist Gunter Auer zur Krippenausstellung im vergangenen Jahr finden sich auch Archivaufnahmen der Lesungen von Jürgen P. Riewe:

Im Dezember 2013 erhält das Museum Burg Posterstein eine weitere, umfangreiche Krippensammlung – abermals gestiftet von einer Sammlerin aus Hannover. Wir freuen uns sehr, danken der Sammlerin für ihr Vertrauen und verraten in einem nächsten Blogpost bald mehr.

Weihnachten in der Kirche und Burg Posterstein

Detail des barocken Schnitzwerkes in der Burgkirche Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)
Detail des barocken Schnitzwerkes in der Burgkirche Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)

Von 1. Dezember bis 5. Januar zeigt das Museum Burg Posterstein eine Auswahl Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe.
An Heiligabend, 17 Uhr, lädt die Kirchgemeinde Nöbdenitz, zu der auch die Kirche Posterstein gehört, zur Christvesper und zum Krippenspiel mit Pfarrer Wiegand in die Burgkirche ein. Aktuelle Infos zu kirchlichen Veranstaltungen in Posterstein gibt es auf der neuen Facebook-Seite “Evangelisch im Sprottental”.

Zum Weiterlesen:
Blogpost “Magische Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – Weihnachten im Mittelalter”
Im Museum erhältlich: Das Heft Weihnachtskrippen – Sammlung Riewe. Klaus Hofmann. Museum Burg Posterstein, 1995 (Preis: 2,50 Euro)

(Von Marlene Hofmann)

Magische Nächte zwischen Weihnachten und Dreikönigstag – Weihnachten im Mittelalter

Mit der Christianisierung Mitteleuropas im Laufe des Mittelalters wurde das Weihnachtsfest, die Geburt Jesus Christus, eines der wichtigsten Feste des Kirchenjahres. Weihnachten dauert von der Adventszeit (ab Sonntag nach dem Totensonntag, welcher der letzte Tag des Kirchenjahres ist) bis zum 6. Januar (Dreikönigstag). Zu den frühesten überlieferten Weihnachtsbräuchen gehören das Singen von Weihnachtsliedern, das Aufstellen von Weihnachtskrippen und das Krippenspiel, die alle die Geschichte der Geburt Jesus Christus anschaulich darstellen. Das Museum Burg Posterstein zeigt ab 2. Dezember wieder seine traditionelle Ausstellung mit Weihnachtskrippen aus aller Welt.

Krippe aus Transparentpapier, Sammlung Riewe, (c) Museum Burg Posterstein
Krippe aus Transparentpapier, Sammlung Riewe, (c) Museum Burg Posterstein

Was machten die Postersteiner Burgherren an Weihnachten?

An Weihnachten machten sich die Postersteiner Burgherren bis Ende des 16. Jahrhunderts höchstwahrscheinlich auf den Weg zum Gottesdienst ins nah gelegene Nöbdenitz. Dort besaßen sie einen herrschaftlichen Logensitz. Erst als es ab 1575 zu Streitigkeiten mit den Nöbdenitzern kam, errichtete man in Posterstein eine eigene Kirche, direkt im Burggraben. Darüber hinaus besaßen die Burgherren eine kleine Hauskapelle in den Räumen der Burg, dies belegen Baubefunde wie Reste einer Gewölbedecke sowie ein romanischer Taufstein, die heute im Museum zu sehen sind. Mehr dazu erfahren Sie in der Ausstellung “Wehrhaft, wohnhaft, Haft”.

Die Burgkirche Posterstein steht etwas unterhalb der Burg, im ehemaligen Burggraben.
Die Burgkirche Posterstein steht etwas unterhalb der Burg, im ehemaligen Burggraben. (c) Museum Burg Posterstein

Heidnische Bräuche vermischten sich mit christlichem Glaube

Beschäftigt man sich mit überlieferten Volksbräuchen, wird deutlich wie sehr sich heidnische Traditionen mit den neuen christlichen Ritualen vermischten. In die Zeit zwischen Weihnachten und dem Jahreswechsel fielen auch die “Zwölften“, auch “Rauhnächte” oder “Rauchnächte” genannt. In dem Zeitraum zwischen Thomastag (21. Dezember) und Dreikönigstag (6. Januar) machte nach dem Volksglauben der Wilde Jäger mit seinem Gefolge von Hexen, Dämonen, Schweinen, Menschen ohne Kopf und Teufelsfratzen die Nächte unsicher. Dann musste die Arbeit ruhen und um die Dämonen in Schach zu halten, gab es allerlei Schutzmaßnahmen: Wasser nicht unbedeckt lassen, Vieh nicht aus dem Stall lassen, gefährliche Tiere nicht beim Namen nennen, den Hunden ein besonderes Brot backen, Hexen durch Maskenumzüge vertreiben, nicht lüften und nicht waschen. Gleichzeitig war es eine fröhliche Zeit, denn die Mägde konnten nach Hause zu ihren Familien und die Wirtshäuser waren besonders zum Jahreswechsel gut besucht.

Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe auf Burg Posterstein (c) Museum Burg Posterstein
Weihnachtskrippen aus der Sammlung Riewe auf Burg Posterstein (c) Museum Burg Posterstein

Seit wann gab es Bescherung und Tannenbaum?

Frühestens seit Ende des 16. Jahrhunderts lässt sich nach der Christmette, dem feierlichen Gottesdienst mit Krippenspiel, auch die häusliche Bescherung mit Geschenken nachweisen. Vor der Reformation brachte St. Nicolaus die Gaben, danach der Heilige Christ. Ihn begleiteten Martin, Nicolaus oder der grimmige Knecht Ruprecht als strafende Personen. Gegen Ende des 17. Jahrhunderts verteilte Knecht Ruprecht dann selbst die Geschenke, im Namen des Heiligen Christs. Daraus entstand dann der heutige Weihnachtsmann-Brauch. Das Aufstellen von Tannenbäumen ist ebenfalls frühestens im 16. Jahrhundert belegt. Richtig etabliert hat sich die Tradition erst im 19. Jahrhundert. Seinen Ursprung soll das Aufstellen eines „Grünen Baumes“ in den Segensbäumchen (Ostereierbaum, Maibaum) haben, welche zum Schutz von Haus, Hof und Vieh aufgerichtet wurden”.

(Quelle: Museum Burg Posterstein, Archiv Riewe)

Zum Herunterladen: Plakat: Weihnachtskrippen auf Burg Posterstein 2012

Mehr Informationen: www.burg-posterstein.de

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Von Marlene Hofmann