Warum heißt das Mittelalter eigentlich „Mittelalter“?

Wenn es um Burgen und Ritter geht, sprechen wir ganz oft vom Mittelalter. Aber welche Zeit ist damit eigentlich gemeint und warum heißt es Mittelalter? Posti und Stein, die Burggeister der Burg Posterstein, erzählen Dir, wie das Mittelalter zu seinem Namen kam. – Im Video oder als Text.

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Warum heißt das Mittelalter so? – Die Antwort gibt’s auch im Video.

Die Zeit, die wir heute Mittelalter nennen, war ziemlich lang. Sie dauerte ungefähr 1000 Jahre. Oft wird ihr Beginn auf die Zeit um das Jahr 500 nach Christus gelegt. In der Zeit um das Jahr 1500 endete es. In einer so langen Zeit verändert sich natürlich ziemlich viel. Deswegen teilen wir diese lange Zeitspanne heute in drei Epochen: In das Frühmittelalter, das Hochmittelalter und das Spätmittelalter.

Das Hochmittelalter gilt als Blütezeit und steht für das, was wir uns heute so gerne unter dem Mittelalter vorstellen: Ritter, Lehnswesen und Minnesang. In dieser Zeit wurde auch die Burg Posterstein gebaut. Das Hochmittelalter begann im 11. Jahrhundert und endete um das Jahr 1250.

Ritter vor der Burg Posterstein in Thüringen
Hier steht ein freundlicher Ritter im Kettenhemd vor Burg Posterstein. Die Burg wurde vor rund 800 Jahren im Hochmittelalter gebaut. Der Turm ist der älteste, noch erhaltene Teil der Burg.

Woher kommt der Name “Mittelalter”?

Aus heutiger Sicht liegt das Mittelalter tatsächlich zwischen den geschichtlichen Epochen der Antike und der sogenannten Neuzeit. Allerdings glaubte kein Mensch des Mittelalters, dass er in der Mitte einer Zeitspanne lebte – die heutige Zeit gab es schließlich noch nicht! Seinen Namen bekam das Mittelalter von den gelehrten Männern der Renaissance im 15. und 16. Jahrhundert. „Renaissance“ heißt „Wiedergeburt“ und meinte in diesem Fall die „Wiedergeburt der Antike“. Die Gelehrten dieser Zeit waren nämlich begeistert von der Kultur und Lebensweise der Griechen und Römer in der antiken Zeit. Die Epoche danach, das Mittelalter, erschien ihnen dunkel, einfach und trist. Daher nannten sie diese Zeit zwischen Antike und ihrer eigenen Zeit, der „Widergeburt der Antike“: „medium aevum“ (lateinisch für „mittleres Zeitalter“) oder einfach „Mittelalter“.

Aber gab es dieses Mittelalter überall?

Nein! Wenn man es ganz genau nehmen will, müsste man zum Mittelalter eigentlichen „europäisches Mittelalter“ sagen. Denn unsere Geschichte bezieht sich in den meisten Fällen auf die Länder in und um Europa. Natürlich existierte auch zu Zeiten der Ritter schon die ganze Welt und in Asien oder Amerika lebten in derselben Zeit natürlich auch Menschen. Aber diese lebten meist anders als die Menschen im heutigen europäischen Raum. Von manchen Kontinenten wussten die Europäer noch nicht einmal, dass es sie überhaupt gab. Daher schrieben sie kaum darüber oder dachten sich phantasievolle Geschichten von fernen Welten aus.

Wenn Du auch Fragen hast, dann schreib den Geistern eine Mail an postiundstein@burg-posterstein.de! Wir freuen uns, wenn Du unseren YouTube-Kanal abonnierst.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 5: Schafe fürs Leben – Wer bezahlte mit Ostereiern?

Oster-Quiz Burg Posterstein Teil 5
Oster-Quiz Burg Posterstein Teil 5

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 5. und letzte Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1hier zu Aufgabe 2,  hier zu Aufgabe 3 und hier zu Aufgabe 4)
Dann schau Dir das Video an oder lies Dir den Text durch, dann kannst Du die erste Frage ganz bestimmt lösen!

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Bezahlung frisch vom Huhn

Schaf Wendelin führt Dich am Schluss unserer kleinen Ostertour noch zu den Altenburger Bauern. Die Kleidung, auch Tracht genannt, die Du an der Puppe in der Vitrine gesehen hast, trugen die Bäuerinnen bereits vor mehr als 200 Jahren! Heute ist sie allerdings aus der Mode gekommen und wird nur noch von Vereinen bei Festen in der Region angelegt.

Früher nannte man die Altenburger Bäuerinnen in Tracht „Marche“. Diese Bezeichnung kommt vom Namen Marie. Der Bauer wurde „Malcher“ genannt, was sich vom Namen Melchior ableitet. Marie und Melchior waren die häufigsten Namen unter den Bauern.

Osterferien auf Burg Posterstein - Schaf Wendelin bei den Altenburger Bauern
Schaf Wendelin bei den Altenburger Bauern

Nach der langen Fastenzeit hatten am Ostersonntag sowohl Bauern wie Ritter richtig Hunger! Entsprechend groß war das Osteressen. Milch, Käse und Butter gehörten dazu. Natürlich durfte auch das Osterbrot nicht fehlen! Oft hatte es die Form eines Lammes. Fleisch durfte endlich wieder gegessen werden und genauso das berühmte Osterei! Zur Freude unseres Wendelin hatten die meisten Osterspeisen etwas mit Ei zu tun. Ganze 40 Tage musste man die Eier schließlich aufbewahren, bis sie zu Ostern wieder gegessen werden durften. Damit sie nicht schlecht wurden, kochte man sie oft ab und machte sie so haltbar.

In der Zeit um Ostern war im Mittelalter auch oft die Pacht, eine Abgabe der Bauern an den Burgherren fällig. Damals hieß das aber nicht, dass unbedingt Geld gezahlt werden musste. Naturalien wie Mehl, Korn und Fleisch galten genauso als Pachtgeld wie Münzen. Der Burgherr bekam in dieser Zeit nicht selten Eier als Bezahlung von seinen Bauern. Entsprechend viele konnten zum Essen gereicht werden.


***Oster-Gewinnspiel***

Hast du alle Fragen richtig beantwortet, fällt dir bestimmt auch unsere letzte Frage nicht schwer!

Was war KEINE richtige Antwort in den 5 Teilen unseres Oster-Quizes?

(a) Karpfen blau
(b) 1736
(c) Melchior und Marie
(d) Ärzte
(e) Ostern
(f) Schäfer und Bauern

Schick uns bis 19. April 2020 die Lösung an postiundstein@burg-posterstein.de Stichwort Oster-Gewinnspiel und du kannst in der Verlosung um eine Familien-Clubkarte im Wert von 40 € gewinnen. Damit kannst du die Burg Posterstein zusammen mit deiner Familie ein Jahr lang so oft besuchen wie du magst.

Der Gewinner wird per Zufallsprinzip aus den Einsendern mit der richtigen Lösung gezogen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Hast Du alle Fragen richtig beantworten können? Dann gratulieren Dir Schaf Wendelin und die Burggeister Posti und Stein ganz herzlich! Zum Abschied gibt es noch zwei kleine Tipps zum Spielen und Basteln!


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg Oster-Quiz Teil 4: Schafe fürs Leben – Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?

Quiz: Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?
Quiz: Wie fasteten die Burgherren vor Ostern?

Um die Osterzeit sieht man sie ganz oft: Schafe! Ob als Dekofigur, Gebäck oder auf der Wiese in der Natur, Schafe und deren Kinder, die Lämmer, gehören zu Ostern. Aber warum ist das so? Was hat das Lamm überhaupt mit Ostern zu tun?

Unser kleines Schäfchen Wendelin nimmt Dich mit auf eine 5-teilige Entdeckungsreise durch die Burg Posterstein. Gemeinsam finden wir dabei heraus, was Schafe mit Ostern zu tun haben.

Bist Du bereit für die 4. Aufgabe? (Hier geht es zu Aufgabe 1hier zu Aufgabe 2 und hier zu Aufgabe 3)
Dann schau Dir das Video an oder lies Dir den Text durch, dann kannst Du die erste Frage ganz bestimmt lösen!

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Osterzeit – Essenszeit?

Wir sind nun im Gerichtszimmer der Burg Posterstein angekommen. Hier wurde allerdings nicht gegessen, sondern Recht und Ordnung gesprochen! Oft wurde in diesem Raum über Erbschaften und Vormundschaften, also über die Fürsorge für ein Kind oder einen Erwachsenen, verhandelt. Und natürlich war auch die Einhaltung der Dorfordnung wichtig! Wer sich nicht an die Verordnungen hielt, musste meist Strafen zahlen oder sogar ein paar Tage im Verlies der Burg unter dem großen Burgturm verbringen. Allerdings wurde hier auch über schwere Verbrechen verhandelt. Das kam zum Glück aber nur selten vor.

Schaf Wendelin möchte Dir viel lieber vom Essen erzählen! Denn auch das unterlag zu Ostern strengen Regeln. Vor einem so wichtigen Fest sollten schon zu Zeiten der Ritter alle Christen fasten. Fasten heißt, dass man auf bestimmte Lebensmittel, Getränke oder Tätigkeiten verzichtet. Vor Ostern sogar 40 Tage lang! Deshalb nennt man diese vorösterliche Fastenzeit „Quadragesima“, was auf Latein „40“ bedeutet.

Schaf Wendelin im Gerichtsraum der Burg – natürlich kommt Wendelin nicht auf den Teller!

Die Ritter im Mittelalter hielten sich streng an diese Regeln. Ab „Aschermittwoch“, dem Tag nach Fasching waren Fleisch, Wein, Eier und Käse bis Ostersonntag verboten! Nur Kinder, schwangere Frauen, Alte und Kranke mussten sich nicht daran halten. Allerdings galt Fisch bei den Rittern nicht als Fleisch. Und so kam das schmackhafte Tier vor allem am Karfreitag auf den Tisch. Aber auch an jedem anderen Freitag sollten Christen kein Fleisch essen. Mit diesem Verzicht wollten sie dem Tod Christi am Kreuz gedenken.

Am Ostersonntag war die Fastenzeit zu Ende! Nach 40 Tagen konnte nun endlich wieder ordentlich gegessen und getrunken werden. Sehr zum Unmut unseres kleinen Wendelins kam da wahrscheinlich auch oft Lammbraten auf den Tisch. Aber keine Sorge! Schaf Wendelin wird nicht auf dem Teller enden.


Spiele-Tipp: Das Mascher-Marchen-Memo

Die Altenburger Bauerntracht war nicht unbedingt farbenfroh und besonders für die Marchen recht unbequem. Jede trug ein Kopftuch mit Haube, unter denen kein Haar hervorgucken durfte. Dazu kam oft noch ein Brustbrett, das fast bis unters Kinn reichte. Besonders auf Gemälden, wie sie der „Bauernmaler“ Friedrich Mascher vor ungefähr 150 Jahren anfertigte, sehen die Damen daher alle ziemlich gleich aus.

Versuch Dich doch einmal an unserem kleinen Mascher-Marchen-Memo! Kannst Du alle Paare finden? Hier geht’s zum Spiel.


Spiele-Tipp: Das Angelspiel der Burg Posterstein

Fische wurden schon bei den Rittern gern gegessen und sie gelten noch heute als traditionelles Essen an Karfreitag. Schon im Mittelalter wurden auf Burgen Fische gezüchtet oder in Flüssen gefangen. Dabei fiel die Fischerei unter das Recht zur Jagd und war oft den Rittern vorbehalten. Wer für den Burgherrn fischte, wurde allerdings für jedes gefangene Tier belohnt (z.B. mit Korn, Mehl oder einem Anteil am Fisch). Oft wurden Lachse und Karpfen gehalten. Sogar Höhenburgen, wie die Burg Posterstein, besaßen Fischteiche. Diese befanden sich aber oft in den Tälern und in den Dörfern unterhalb der Burgen.

Versuche Dich auch im Angeln! Hier findest Du eine Bastelanleitung für ein ganz einzigartiges Angelspiel.

#Kinderburg: Wer hat gewonnen? – Die Gewinner des Kinderburg-Rätsels 2019 stehen fest

Die Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen die Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels 2019
Die Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen die Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels 2019
Die Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen die Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels 2019

Drei Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen beim stimmungsvollen Weihnachtsmarkt „Weihnachten im Salon“ am 14. Dezember auf Burg Posterstein die diesjährigen Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels. Ohne Brille, mit zugehaltenen Augen und unter dem aufmerksamen Blick der Weihnachtsmarkt-Gäste zogen sie drei Adressen aus einem großen Lostopf. Gewonnen hat ein Kind aus Crinitzberg im Vogtland, eins aus Benndorf in Sachsen und eins aus Greiz. Sie bekommen noch pünktlich zum Weihnachtsfest Post von den Postersteiner Burggeistern Posti und Stein.

Insgesamt haben 2019 über 1500 Kinder das richtige Lösungswort gefunden. Das Kinderburg-Rätsel funktioniert so: Wer die Familienausstellung „Die Kinderburg“ besucht, bekommt eine Schatzkarte durch die Burg. An verschiedenen Stationen gibt es eine Menge zu entdecken. Die Kinder können sich nicht nur verkleiden wie Burgherren und Burgfrauen, sondern sehen wie Ritter ihre Rüstungen anzogen und hören, was Kinder im Mittelalter lernten. Überall in der Ausstellung verbergen sich Buchstaben, die richtig zusammengesetzt ein Lösungswort ergeben. 2019 lautete das Lösungswort – passend zu den Ausstellungen, die das Museum in diesem Jahr zeigte – EXPEDITION. Ab jetzt gibt es bereits ein neues Lösungswort und damit eine neue Chance auf Geschenke der Postersteiner Burggeister Posti und Stein.

Im Herbst 2020 eröffnet die neue Kinderburg-Ausstellung „Aus dem Alltag eines Burgherrn“

Die Familienausstellung „Die Kinderburg“ baut auf von Kindern gestellten Fragen auf: Wie schwer war eine Ritterrüstung? Wie ging ein Ritter aufs Klo? Und gab es im Mittelalter auch eine Schule? Mit Schatzkarte, Verkleidung und interaktiven Elementen können Familien in der gesamten Burg die Vergangenheit erkunden.

Mit einer Schatzkarte erkundet man die "Kinderburg" auf Burg Posterstein.
Mit einer Schatzkarte erkundet man die “Kinderburg” auf Burg Posterstein.

Die Nachfrage nach kindgerechter, anschaulicher Ausstellungsgestaltung ist groß: Seit Einführung des Kinderburg-Konzepts 2017 hat sich die Anzahl der Familienbesucher auf Burg Posterstein im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.

Auch deshalb wird es 2020 eine weitere, speziell auf Familien mit Kindern zugeschnittene Ausstellung auf Burg Posterstein geben: Ab 4. Oktober 2020 erfährt man in der „Kinderburg“ Wissenswertes über den Alltag eines Burgherrn. Die „Gefolgschaft zu Posterstein“ – eine Gruppe Mittelalter-Enthusiasten aus der Region, die sich jederzeit über weitere Mitstreiter freut – unterstützt das Museum tatkräftig bei der Vorbereitung der Ausstellung. Unter anderem sollen ein kurzer Film und eine weitere Hörstation entstehen.

4. Oktober 2020 bis 1. März 2021: Familienausstellung “Aus dem Alltag eines Burgherrn

Die beliebte Familienausstellung „Die Kinderburg“ soll eine Fortsetzung finden: Thematisch steht der Alltag eines Burgherrn in Friedenszeiten im Mittelpunkt. Multimedial und interaktiv entdecken große und kleine Besucher dabei, wie eine mittelalterliche Burg mit Wasser versorgt wurde und welche Aufgaben der Burgherr als Gerichtsherr für die umliegenden Dörfer hatte. Und auch die Postersteiner Burggeister Posti und Stein haben ihre Finger mit im Spiel.

So könnte er ausgesehen haben - einer der Burgherren der Burg Posterstein.
So könnte er ausgesehen haben – einer der Burgherren der Burg Posterstein.

Das Familien-Programm des Museums 2020

Zum familienfreundlichen Konzept „Die Kinderburg“ gehört im Museum Burg Posterstein auch das thematisch wechselnde Ferienprogramm in allen Schulferien in Sachsen und Thüringen. Jeweils wählt das Museumsteam eine Fragestellung aus, die im Ferienprogramm gemeinsam mit den Kindern beantwortet wird.

Das sind oft Fragen, die Kinder den Postersteiner Burggeistern Posti und Stein gestellt haben. Im Museum gibt es nämlich die „Helmpost“, einen Papphelm, in den man Fragekärtchen an die Burggeister einwerfen kann. Die Kinder erhalten per Post Antwort auf ihre Fragen und ausgewählte Antworten veröffentlicht das Museum im Kinderblog unter: https://blog.burg-posterstein.de/kinderburg.

Seit 2019 bekommen Schatzsucher-Experten für jede absolvierte Ferienprüfung ein Puzzleteil. Wer alle 6 Teile beisammen hat, erhält eine ganz besondere Schatzsucher-Auszeichnung.

Das Programm für Familien auf Burg Posterstein ist jetzt erstmals als übersichtlicher Jahresplan erschienen.

#Kinderburg: Wie alt wurde ein Ritter?

Elisa wollte von unseren Burggeistern Posti un Stein wissen, wie alt ein Ritter wurde. Posti und Stein haben nachgezählt. Hier kommt ihre Antwort:

Die Menschen im Mittelalter wurden nicht so alt wie wir heute. Die meisten Menschen wurden im Mittelalter nur 35 bis 40 Jahre alt. Reichere Leute, darunter viele Ritter, wurden im Durchschnitt etwas älter. Gründe dafür gab es verschiedene.

Das Leben als Ritter war gefährlich – Das Bild stammt aus dem Fechtbuch von Hans Talhofer, das zur Sammlung der Forschungsbibliothek Gotha gehört.
Bildercodex (Johannes Hartlieb [?]: Namenmantik; Hans Talhofer: Fechtbuch). ostfränkisch-nordbairisches Übergangsgebiet. 1440er Jahre (und später) | Forschungsbibliothek Gotha

Wie alt man wird, hängt einerseits mit der Ernährung zusammen. Was und wie viel man essen konnte, hing im Mittelalter stark vom Wetter, der Ernte und vom Geld ab. Reiche Leute konnten sich eine abwechslungsreichere Ernährung gönnen als arme.

In schlechten Jahren konnte die Ernte knapp werden. Da man keine Kühlschränke hatte und die Versorgung mit Lebensmitteln nicht so gut war wie heute, hatten viele im Winter wenig zu essen. Und auch durch Kriege konnten die Felder der Bauern zerstört werden.

Im Winter gab es keine Heizung. War der Winter lang und kalt und wurde das Brennholz knapp, konnte es auch in den Wohnungen und Häuser bitter kalt werden. Selbst in den großen Burgen beheizte man nur einen Raum, die „Kemenate“, die dem Ritter und seiner Familie als Wohn- und Schlafzimmer diente. Der Rest einer Burg war so kalt wie das Wetter unter freiem Himmel.

Im Mittelalter wusch man sich auch nicht so oft wie wir heute. Ein warmes Bad zu nehmen, war schon fast Luxus. Toiletten wie heute gab es auch nicht. In den Städten schüttete man den Müll und sogar den Inhalt der Toiletten einfach auf die Straße. Und wo es so dreckig ist, kann es schnell zu Krankheiten kommen. Dass es Viren und Bakterien – also Krankheitserreger – gab, wussten die Menschen vor 800 Jahren noch nicht.

Vom Postersteiner Burgherrn Tham Pflugk ist nur das Sterbejahr (1596) bekannt. Auf dem Bild ist sein Grabstein zu sehen.

Die Medizin hatte noch nicht so viele Entdeckungen gemacht wie heute. Man konnte damals an Krankheiten sterben, die heute leicht zu heilen sind. Die meisten Menschen wurden im Mittelalter nur 35 bis 40 Jahre alt. Heute werden die Menschen oft 80 Jahre oder älter!

Die Ritter waren meist wohlhabender als ihre Bauern. Sie wurden daher oft etwas älter als ihre Untertanen. Wie die Könige und Kaiser erreichten manche ein Alter von ungefähr 60 Jahren. Viele starben aber schon viel früher im Kampf oder auch im Turnier. Das Leben der Ritter war sicherlich abwechslungsreicher als das der Bauern, allerdings auch gefährlicher.

Von den Postersteiner Rittern des Mittelalters sind leider keine Lebensdaten überliefert. Der erste Postersteiner Burgherr, dessen Lebensdaten uns bekannt sind, war Haubold von Pflugk. Er lebte von 1502 bis 1563 und wurde demnach 61 Jahre alt. Der älteste König im „Heiligen Römischen Reich“, wie man das deutsche Gebiet damals nannte, war im Mittelalter wahrscheinlich Friedrich III. Er wurde 1440 zum römisch-deutschen König und 1452 zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gekrönt. Er lebte von 1415 bis 1493 und wurde damit 78 Jahre alt.

#Kinderburg: Wie viele Pferde gab es auf der Burg?

Helena wollte von unseren Burggeistern Posti und Stein wissen, wie viele Pferde es auf Burg Posterstein gab. Posti und Stein haben kräftig recherchiert und antworten:

Genau können wir dir das leider nicht mehr sagen. Posti und ich haben lange recherchiert, aber leider keine genaue Zahl gefunden. Und leider haben wir in den vielen hundert Jahren die Pferde auch nicht gezählt. Die Anzahl wechselte immer wieder. Jeder Ritter, der hier auf Burg Posterstein lebte, hatte natürlich ein Pferd. Denn allein das Wort „Ritter“ kommt vom Wort „Reiter“ und sagt damit: Einen Ritter ohne Pferd kann es gar nicht wirklich geben!

Ritter und Pferd gehören zusammen - oder? (Foto von den Ritterspielen, die jedes Jahr zu Pfingsten auf Burg Posterstein stattfinden)
Ritter und Pferd gehören zusammen – oder? (Foto von den Ritterspielen, die jedes Jahr zu Pfingsten auf Burg Posterstein stattfinden)

In der Burg Posterstein lebten im Mittelalter ungefähr 20 Leute. Die waren natürlich nicht alle Ritter. Aber um die sechs oder sieben Pferde hat es hier bestimmt gegeben und wenn ein befreundeter Ritter zu Besuch kam, gab es in der Burg natürlich auch mehr Pferde. Vor ungefähr 300 Jahren wurde die Burg in ein Rittergut umgewandelt. Zu dieser Zeit gab es dann auch Pferde auf dem Burgberg, die nicht zum Reiten, sondern zum Arbeiten hier lebten. Die zogen die Wagen oder Pflüge für die Feldarbeit. Da waren es sicherlich um die zehn Pferde, die in den Ställen standen.

Das Wort “Ritter” kommt von Reiter

Einen kleinen Hinweis haben Posti und ich aber in unseren vielen Büchern doch gefunden! Vor ungefähr 500 Jahren lebte die Familie Puster auf der Burg Posterstein. Wie es sich für Ritter gehörte, mussten diese im Fall eines Kampfes ihrem Landesherrn zur Seite stehen. Und das nicht nur mit ihrer eigenen Kraft oder mehr Männern, sondern auch mit Verpflegung oder Tieren. Im Jahr 1474 wurde Jan Puster von seinem Landesherrn, den man Ernst von Sachsen nannte, aufgefordert, für einen Feldzug Verpflegung, Wagen, Männer und Tiere zu schicken. Puster sollte drei Pferde zum Herzog bringen. Dazu kam ein Wagen mit vier starken Pferde, die diesen ziehen konnten. Insgesamt musste Jan Puster (neben vielen anderen Dingen) also 7 Pferde für den Herzog bereithalten. Da er selber noch ein Pferd brauchte, können das nicht alle seine Tiere gewesen sein. Vor 500 Jahren gab es also mindestens 8 oder mehr Pferde auf der Burg Posterstein.

#Kinderburg: Wie haben Ritter Post verschickt?

Jule aus Buxtehude wollte von den Postersteiner Burggeistern Posti und Stein wissen: Wie haben Ritter Post verschickt? Hier kommt die Antwort!

Nachrichten zu verschicken war im Mittelalter ziemlich schwierig. Oft dauerte es sehr lange, bis Nachrichten überbracht werden konnten. Einen Brief einfach in den Briefkasten werfen ging leider nicht. Boten mussten geschriebene oder mündliche Nachrichten zu Fuß oder zu Pferde an den Empfänger überbringen.

Tatsächlich gab es solche Boten. Aber die musste man sich nicht nur selber suchen, sie waren im Vergleich zu heute auch recht langsam. Ein Fußbote konnte am Tag ungefähr 20 bis 30 Kilometer zurücklegen. Von Buxtehude aus würde er es an einem Tag also ungefähr bis Waltershof bei Hamburg schaffen. Bis in die Hamburger Innenstadt wäre er erst einen Tag später gekommen.

Ein berittener Bote war natürlich schneller. Er schaffte bis zu 60 Kilometer am Tag und wäre von Buxtehude aus bei gutem Wetter wohl bis Lüneburg gekommen.

Hatte er zwischenzeitlich die Möglichkeit das Pferd zu wechseln, konnte ein Bote zu Pferd sogar 100 Kilometer am Tag zurücklegen. Er wäre mit deinem Brief aus Buxtehude sogar bis in die Innenstadt von Bremen gekommen – zumindest, wenn er den Weg gut kannte.

Zu Pferd war man im Mittelalter über Land am schnellsten unterwegs. Die Zeichnung stammt aus dem Fechtbuch von Hans Talhoffer in den 1440er Jahren. Sie wird in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt aufbewahrt. (aus: Hans Talhofer: Fechtbuch, CC-BY-SA, Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt)
Zu Pferd war man im Mittelalter über Land am schnellsten unterwegs. Die Zeichnung stammt aus dem Fechtbuch von Hans Talhoffer in den 1440er Jahren. Sie wird in der Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt aufbewahrt. (aus: Hans Talhofer: Fechtbuch, CC-BY-SA, Forschungsbibliothek Gotha der Universität Erfurt)

Billig waren solche Boten allerdings nicht! Im Gegensatz zu heute mussten die Leute im Mittelalter nicht nur das Briefporto (also den Transport) zahlen, sondern auch für die Unterkunft und Übernachtungen der Boten, die Pferde und deren Pflege, Wegzoll und Fährbenutzungen aufkommen. Das konnte sich ein normaler Bürger oder Bauer kaum leisten.

Für die Herrscher war ein (relativ) schnelles Postwesen allerdings sehr wichtig. Politische Entscheidungen konnten von solchen Nachrichten abhängen. So leisteten sich vor allem die Könige und Kaiser eine eigene Mannschaft an Kurieren und auch der Papst in Rom verfügte über diese Möglichkeit. Wohlhabende Klöster nutzten Boten, um Kontakt mit anderen Klöstern ihres Ordens zu halten.

Mittelalterliche Straßen waren oft nur holprige Sandwege. Hier siehst du eine historische Ansicht von Burg Posterstein. Das Bild entstand aber nicht im Mittelalter, sondern erst später, nämlich im 18. Jahrhundert.
Mittelalterliche Straßen waren oft nur holprige Sandwege. Hier siehst du eine historische Ansicht von Burg Posterstein. Das Bild entstand aber nicht im Mittelalter, sondern erst später, nämlich im 18. Jahrhundert.

Trotz dieser professionellen Kuriere dauerte es recht lange, Nachrichten und Briefe zu übermitteln. Besonders, wenn diese Boten auf schlechtes Wetter oder unwegsame Straßen stießen. Denn Autobahnen gab es im Mittelalter natürlich noch nicht und die „Straßen“ waren oft holprige und schlecht ausgebaute Wege. Herrschte zudem noch Krieg im Land, konnte sich die Zustellung weiter verzögern. Als zum Beispiel Kaiser Friedrich I., den man auch „Barbarossa“ (Rotbart) nannte, im Jahr 1190 auf einem Feldzug in der heutigen Türkei in einem Fluss ertrank, erfuhr sein Sohn trotz der „Expresslieferung“ dieser Nachricht erst vier Monate später, dass sein Vater nicht mehr lebte.

Aber: Langsamer ging es trotzdem noch! Wer sich einen Boten nicht leisten konnte und dennoch einen Brief verschicken wollte, musste sich an Leute wenden, die sowieso auf Reisen waren und für wenig Geld den Brief mit in eine andere Stadt nahmen. Das waren meist Händler oder Pilger. Die wiederum hatten gar nicht die Absicht, sich zu beeilen und die Nachricht so schnell wie möglich zu ihrem Empfänger zu bringen. Sie nahmen die Post ja nur aus Freundlichkeit mit. So konnte es viele Wochen und Monate dauern, bis eine solche Nachricht an ihr eigentliches Ziel kam. Aber immerhin: irgendwann kam sie wohl an!

#Kinderburg: Was haben die Rittersleute gegessen?

Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden.

Johanna (4 Jahre) möchte wissen: Was haben die Rittersleute gegessen? Burggespenst Posti und Burgdrache Stein antworten:

Beim Essen gab es Unterschiede zwischen Bauern, Rittern, Stadtbewohnern, armen oder reichen Leuten. Das wichtigste Nahrungsmittel war für alle das Getreide. Alle aßen Brot, ob Bauer oder Ritter. Bei den Rittern gab es aber mehr Fleisch und sie durften zur Jagd gehen.

Die Menschen im Mittelalter aßen ganz unterschiedlich. Einige Pflanzen, die gern gegessen wurden, wuchsen nur in bestimmten Teilen eines Landes. Und nicht überall gab es die gleichen Tiere. Daher waren sie an manchen Orten für wenig Geld zu bekommen und deshalb bei vielen Leuten auf dem Teller zu finden. Andere mussten sich besondere Kräuter oder Fleischsorten von weit her besorgen. Dann war es (zum Beispiel) viel teurer bestimmte Fische zu essen und nur wohlhabende Menschen konnten sich das leisten.

Das wichtigste Nahrungsmittel war Getreide. Alle aßen Brot, ob Bauer oder Ritter. Zum Brot gab es Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Fett, Käse und Wein. Getreide war auch in Form von Hafergrütze oder Bier beliebt.

“Edle” Früchte hängen ganz oben

Die Ritter glaubten, dass die vornehmsten Früchte an Bäumen wachsen.
Die Ritter glaubten, dass die vornehmsten Früchte an Bäumen wachsen.
Obst und Gemüse gab es natürlich auch! Aber dazu hatten sich die Ritter eine seltsame Regel ausgedacht: Wurzelgemüse und Kräuter, die im oder nah am Boden wachsen, galten im Mittelalter als grob und bäuerlich. Edle Früchte hingen an den Bäumen. Umso höher die Frucht hing, desto besser war sie!

Doch das heißt nicht, dass nur Bauern Gemüse aßen. Besonders die Bürger in den Städten liebten Gemüsesuppen und Eintöpfe und legten sich sogar kleine Gärten vor und innerhalb der Stadtmauern an. Und natürlich landete auch bei Rittern Gemüse auf dem Teller.

Am liebsten aßen Ritter aber Fleisch! Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden. Es wurde nichts verschwendet! Was von einem Tier nicht gegessen werden konnte, wurde anderweitig genutzt. Aus der Haut von Rindern, zum Beispiel, machte man Leder für Kleidung oder Pergament, auf dem man schreiben konnte.

Ritter durften jagen

Ritter gingen auch gern jagen – einfachere Leute durften das nicht. Hirsch oder Hase fand man daher oft auf den Tafeln der Rittersleute! Und als besonders schön galt der Fasan! Sein buntes Federkleid diente als richtige Dekoration bei Festen!

Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden.
Tiere wie Rinder, Hühner und Schweine wurden schon im Mittelalter gezüchtet, um gegessen zu werden.

Aber die Ritter durften nicht jeden Tag essen, was sie wollten. Ihr Glaube und die christliche Kirche schrieben ihnen auch Tage vor, an denen sie nur wenig essen durften. Die Ritter und alle anderen Christen mussten sich daran auch halten. Es gab also „fette Tage“, Feiertage, an denen alle schlemmen durften, und „magere Tage“, an denen gefastet wurde.

An mindestens einem von drei Tagen musste sich ein Christ mit Fisch und Gemüse begnügen. An „Fastentagen“ (wie vor Ostern) durften keine Milch, Eier, Fleisch oder andere tierische Fette gegessen werden. Nur schwangere Frauen, Arme, Kranke, Alte und Kinder mussten sich daran nicht halten. Fisch galt bei den Rittern nicht als Fleisch und wurde daher oft an solchen mageren Tagen gegessen. Umso größer war der Überfluss an Speisen an den „fetten“, also den Feiertagen! Dann sah es auf der Rittertafel aus wie auf unserem Bild.

#SportsMW: Welchen “Sport” trieben Prinzessinnen?

Es ist #MuseumWeek und bis 25. Juni greifen wir jeden Tag ein Thema auf. Anlässlich des heutigen Themas #sportsMW geben wir Einblicke in die Fragen von Kindern, die unsere Burggeister Posti und Stein im Vorfeld der Familienausstellung „Die Kinderburg – Von Rittern und Salondamen“ (ab 1. Oktober 2017) erreichen. Oft werden die Burggeister gefragt: „Mit was haben Prinzessinnen gespielt?“ Mussten auch sie sich sportlich betätigen? Vom Ballspiel bis zur „Blinden Kuh“: Hier ein kurzer Einblick in die Antwort unserer Geister!

Natürlich hatten die Prinzessinnen im Mittelalter und auch später in der Zeit der Salondamen Spielzeuge. Bei den Mädchen waren schon immer Puppen sehr beliebt. Für die Arbeit in der Puppenküche gab es kleine Töpfe und Gefäße. Auch das Ballspielen war schon damals beliebt.

Angehende Ritter beim Turnier mit Stöcken und kleine Burgfräulein beim Baseball?

Richtige Turnierkämpfe gibt es auf Burg Posterstein jedes Jahr zu Pfingsten. Beim Mittelalterspektakel zeigen echte Reiter ihre Künste mit Lanze und Schwert. Dazu gibt es drei Tage lang Musik, Gaukeleien und Handwerk zu besichtigen.
Richtige Turnierkämpfe gibt es auf Burg Posterstein jedes Jahr zu Pfingsten. Beim Mittelalterspektakel zeigen echte Reiter ihre Künste mit Lanze und Schwert. Dazu gibt es drei Tage lang Musik, Gaukeleien und Handwerk zu besichtigen.

Die Jungs hatten wohl ihre eigene Spielzeug-Rüstkammer mit Holzschwertern oder sie nahmen zum spielerischen Turnierkampf einfach Stöcke. Als Spielzeug diente alles, was es in der Natur zu finden gab: Nüsse und Früchte, Eier und Steine. Und selbst das kleine Zähl-Spiel: „Sie liebt mich, sie liebt mich nicht“ war schon im Mittelalter bekannt und bei Erwachsenen so beliebt wie bei Kindern.
Gemeinsam spielten die Kinder Verstecken und Fangen, sie hatten Murmeln aus Ton oder Holz und Kreisel, die sie mit einer Peitsche über alle Fußböden in und um die Burg tanzen ließen. Gemeinsame Tänze wurden sehr gern aufgeführt und die Musik durfte nicht fehlen.

Besonders beliebt war schon vor über 800 Jahren das Ballspiel. Bälle wurden gekullert, geworfen und mit Schlägern durch die Luft gewirbelt. Fußball und Baseball kannten die Prinzessinnen noch nicht, aber in manchen alten Schriften, Liedern und Gedichten kann man fast das Gefühl bekommen, die Prinzessinnen beherrschten schon im Mittelalter diese heute so beliebten Spiele!

Der Kreisel war schon im Mittelalter ein beliebtes Spielzeug. Bis heute hat er von seinem Reiz nichts verloren
Der Kreisel war schon im Mittelalter ein beliebtes Spielzeug. Bis heute hat er von seinem Reiz nichts verloren.

Die Prinzessinnen der Salonzeit spielten natürlich auch gern mit dem Ball. Sie musizierten und tanzten. Auch Bücher waren vor 200 Jahren ein beliebter Zeitvertreib. Ein Spiel, das du sicherlich auch kennst und vielleicht gern spielst, war „Blinde Kuh“. Die Prinzessinnen erdachten sich sogar neue Regeln dafür und auch für die Erwachsenen war es ein schöner Zeitvertreib.

Sommerferien auf Burg Posterstein: Das ist doch ein Kinderspiel?!

Den vollständigen Kinderblog-Beitrag findet ihr hier! Und alle, denen das noch nicht genug ist, sind ganz herzlich zum Sommerferienprogramm des Museums Burg Posterstein eingeladen! In kurzen Kinderführungen wird während der Ferienzeit das Thema „Wie spielten Ritter und Prinzessinnen?“ erklärt. Drei Stationen im Museum zeigen den kleinen Besuchern, wie sich Ritter und Salondamen die Freizeit vertrieben. Neben den Führungen kann diese spannende Frage auch anhand eines Rätsels selbstständig erkundet werden. Im Burghof dürfen abenteuerlustige Besucher kleine Ritterspiele auch selbst ausprobieren. Für die Freunde zu Hause können auch Spielanleitungen mitgenommen werden. So dürfte einem sportlichen Treiben in den Ferien keine Grenze gesetzt sein!

Von Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

#FoodWM: Neue und eigenständige Esskultur im Mittelalter?

Tag 1 der #MuseumWeek 2017 , die von 19. bis 25. Juni dauert: Wir haben für jeden Tag einen Blogpost vorbereitet. Der heutige Hashtag lautet #FoodMW. Leon, der sein Praktikum im Museum Burg Posterstein gemacht hat, hat sich für mittelalterliche Esskultur interessiert:

Bei den Worten „Mittelalter“ und „Essen“ denken viele an reich gedeckte Tafeln, an denen Ritter speisten. Viele stellen sich aber auch den hungernden Bauern in seiner verfallenen Hütte vor. Doch welches Bild kommt der Wahrheit wohl am nächsten? Wie haben die Menschen im Mittelalter gespeist?

How did people in medieval times eat?
Wie speisten die Menschen im Mittelalter?

Tatsächlich entwickelte sich im Laufe des europäischen Mittelalters eine neue und eigenständige Esskultur. Im Gegensatz zur Kochkunst der Spätantike, welche die Anfänge der Frühmittelalterlichen Küche noch prägte, erneuerten die Köche des westeuropäischen Mittelalters ihr Arsenal an Würze fast vollständig. Kräuter und Gewürze, wie die Muskatnuss oder die Gewürznelke, fanden erst Eingang in die Heilkunst und später in die Küche. In einem langsamen Prozess ohne größere Brüche entwickelten sich bis ins 13. Jh. neue Sitten und Gebräuche des Genusses. „Lukullische“ Parallelen finden sich genauso wie Entsprechungen nach Byzanz oder in die Arabische Welt, doch entstand in Westeuropa eine eigene, ganz spezielle Esskultur.

Dependent of Christian year there was a big difference between „fat“ and „meager“ days.
Der mittelalterliche, christliche Mensch unterschied – abhängig vom Kirchenjahr – zwischen „fetten“ und „mageren“ Tagen.

Doch nicht nur die Haltung zum Essen änderte sich. Auch die Haltung beim Essen unterschied sich stark zwischen Antike und Mittelalter. Römische Gastmähler fanden oft im Liegen statt. Entsprechend waren die Speisen klein und handlich. Der Mensch im Mittelalter hingegen saß beim Essen aufrecht. Das Schneiden, besonders von Fleisch, spielte nun eine entscheidende Rolle und diese ehrenwerte Aufgabe gebührte bei Festmählern dem „Truchseß“.

Zwischen „fetten“ und „mageren“ Tagen

Der mittelalterliche, christliche Mensch unterschied – abhängig vom Kirchenjahr – zwischen „fetten“ und „mageren“ Tagen. An mindestens einem von drei Tagen musste sich ein Christ mit Fisch und Gemüse begnügen. An Fastentagen (wie vor Ostern) durften keine Milchprodukte, Eier, Fleisch oder andere tierische Fette verspeist werden. Ausnahmen galten nur für schwangere Frauen, Arme, Kranke, Alte und Kinder. Fisch galt nicht als Fleisch und musste daher oft als Ersatzmittel herhalten. Umso größer war der Überfluss an Speisen an den „fetten“, also den Feiertagen.

Das Federkleid des Fasans war die Zierde jeder Rittertafel

Die Ernährung hing im Mittelalter stark vom gesellschaftlichen Stand ab. Doch das heißt nicht zwangsläufig, dass der Bauer hungern musste, während die Fürsten schlemmten. Missernten führten tatsächlich zu Hungersnöten, doch in guten Erntejahren waren diese Sorgen fern. Das Grundnahrungsmittel schlecht hin war das Getreide, das vor allem als Brot an Fürstenhöfen und bäuerlichen Gütern Absatz fand. Zum Brot gab es Fleisch, Fisch, Gemüse, Obst, Fett, Käse und Wein. Allerdings war Getreide auch in Form von Hafergrütze oder Bier recht beliebt.

Smoked fish at the medieval marked at Burg Posterstein.
Geräucherter Fisch beim Mittelaltermarkt auf Burg Posterstein.

Wurzelgemüse und Kräuter, die im oder nah am Boden wuchsen galten als derb und bäuerlich. Edle Früchte hingen an den Bäumen. Umso höher die Frucht hing, umso besser war sie auch! Doch das bedeutet nicht, dass sich der Verzehr von Gemüse nur auf die bäuerliche Welt beschränkte. Besonders Stadtbürger schätzten Gemüsesuppen und Eintöpfe und legten Gärten vor und innerhalb der Stadtmauern an.
In den letzten Jahrhunderten des Mittelalters stieg auch der Fleischverzehr stetig an. Viehzucht und Jagd lieferten verschiedenste Sorten an Genuss. Dabei galt Geflügel als edler als Schweinefleisch und der Fasan mit seinem prächtigen Federkleid war die Zierde jeder Rittertafel. So wohl auch bei den Rittern von Posterstein.

Die Ernährung im Mittelalter hing also von vielen Faktoren ab: Der gesellschaftlichen Stellung, der Region oder von der Jahreszeit. Ritter aßen nicht nur Fleisch und Bauern mussten nicht zwangsläufig hungern. Im Gegenteil entwickelte sich eine neue und eigenständige Kultur des Essens.

By Leon Walter and Franziska Engemann/ Museum Burg Posterstein