Die #Schlössersafari wird weitergehen: Auswertung der Ausstellung „Versteckte Orte“ auf Burg Posterstein

Die Ausstellung #Schlössersafari von 24. Februar bis 12. Mai 2019 auf Burg Posterstein verband analog und digital und lud zum Mitgestalten ein.

Die Ausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“ (24. Februar bis 12. Mai 2019) fand als interaktive Community-Ausstellung statt: 7 Instagramer aus Mitteldeutschland wählten je 7 Bilder von Schlössern und Burgen aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg, die sie dem Publikum vorstellen wollten. Insgesamt sahen sich etwa 3000 Besucher die Ausstellung vor Ort an. Im Folgenden wollen wir die Ausstellung, die ähnlich wie 2018 #SalonEuropa digital und analog stattfand, zusammenfassen und einen Ausblick für die Fortführung der #Schlössersafari wagen. Der Blogpost erscheint anlässlich der internationalen Museumswoche #MuseumWeek zum Thema #PhotoMW.

Blick in die Ausstellung “Versteckte Orte” auf Burg Posterstein

1. Die Ausstellung vor Ort

An der Ausstellung beteiligt waren:

Cindy Hiller @chillerunterwegs
Sandro Deus @fineartinsilver
Frank Burchert @franksfotografie
Simone Stahn @silentfotografie_simone
Romy @sosfernweh
Patrick Weidenmueller @vogtland_prinz
Manja Reinhardt @vogtlandzauber

Dazu gab es kurze, an Instagram-Bildunterschriften orientierte Infos zu den ausgestellten Orten und Kurzportraits der Fotografen. Keiner der teilnehmenden Instagramer hat eine professionelle Fotografie-Ausbildung. Es ging um die Gemeinschaft und das gemeinsame Hobby, interessante Orte zu fotografieren und online zu teilen.

Auf der Jagd nach dem schönsten Fotomotiv auf dem Insta-Walk zur #Schlössersafari auf Burg Posterstein

Uns hat diese Art des Kulturerlebens fasziniert, denn jede Woche besuchen unser Museum Menschen, die über Instagram auf uns Aufmerksam geworden sind. Auf Instagram gibt es eine Szene von Schlösser- und Burgenfans, gepaart mit einer Leidenschaft für die Fotografie, die sich gegenseitig neue Motive empfehlen, die sich austauschen und Tipps geben. Gleichzeitig sind diese Instagramer eine neue Art Kulturvermittler, die die Schönheit ihrer Region in die Welt hinaus tragen wollen. Dieses Gemeinschaftsgefühl holten wir mit der Ausstellung ein Stück weit ins Museum und wollten gleichzeitig die Besucher dazu einladen, selbst ihre Region zu erkunden – ob nun mit oder ohne Kamera.

Das Museum Burg Posterstein ist seit 2016 auf Instagram aktiv und steht in regem Austausch mit einer kultur- und landschaftsinteressierten Community. Auswahlkriterien für die Ausstellung waren nicht nur fotografisches Können, Motivwahl und Reichweite, sondern auch die seit langem währende aktive Kommunikation auf Augenhöhe.

Kleines, nicht ganz vollständiges Gruppenbild vor der Burg Posterstein – nach vielen Wochen Zusammenarbeit und herzlichem Austausch fühlte es sich die “Abschluss-Safari” am Ende der Ausstellung an wie ein fröhliches Klassentreffen.

Die Ausstellung und Teile des Begleitprogramms planten wir in engem Austausch gemeinsam. Uns war es wichtig, dass alle Beteiligten von der Ausstellung profitieren. Nicht nur das Museum erzielte durch die konstante gemeinsame Bewerbung des Projekts eine höhere Aufmerksamkeit, sondern auch die Blogger und Instagramer, die uns erwähnen und/oder mit uns zusammenarbeiten, sollten möglichst einen Mehrwert davon haben.

Manja Reinhardt vom Blog „Vogtland-Zauber“ beschreibt ihr Erlebnis, ihre Fotos zum ersten Mal in der Ausstellung zu sehen so: „Danke an die Besucher des ersten Tages, von denen schon ein unwahrscheinlich positives Feedback kam. Ich konnte im Vorfeld nicht richtig einschätzen, wie die Ausstellung ankommen wird. Immerhin ist sie eine Art Experiment. Wir sind alle keine professionellen Fotografen. Uns geht es um einen Austausch mit unseren Followern. Wir möchten zeigen, wie schön unsere Umgebung ist und das es sich lohnt die Augen dafür zu öffnen. Bislang waren wir dazu aber nur auf Instagram und zum Teil in unseren Blogs aktiv. Die Ausstellung überführt nun das soziale Medium Instagram in die Realität.“

Darüber hinaus standen die weitere Vernetzung und der Austausch über die Kulturschätze der Region im Mittelpunkt von Ausstellung und Begleitprogramm. Über den Hashtag #Schlössersafari bestand im Internet die Möglichkeit, der Ausstellung eigene Inhalte, Bilder und Ausflugstipps hinzuzufügen.

Die Ausstellung kam bei den Besuchern vor Ort sehr gut an. Es kamen Gespräche über die verschiedenen Orte zustande und für viele war die Ausstellung Anregung zu neuen Ausflügen – ein nicht zu unterschätzender touristischer Effekt.

2. Das Begleitprogramm zur Ausstellung

Zur Ausstellung gab es ein umfangreiches Begleitprogramm, das viel Gelegenheit zur Vernetzung und zum Austausch vor Ort bot.

Die Ausstellung eröffneten wir mit einem lockeren, interessanten Gespräch übers Fotografieren für Instagram. (Foto: @vogtlandzauber)

Podiumsgespräch

Die Ausstellung eröffneten wir mit einem Podiumsgespräch, an dem alle ausstellenden Instagramer teilnahmen. Sie erzählten, warum sie gern fotografierten und was Instagram für sie bedeutet. Dabei stellten sich durchaus ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Herangehensweisen heraus. Gleichzeitig ging es auch um den Kontakt zu Museen und Eigentümern historischer Gebäude. Für viele sei es ein Augenöffner, wenn Leute „aus dem Internet“ plötzlich vor der Tür stünden.

Dieses Bild entstand beim Fotokurs fürs Smartphone, wo es verstärkt um die technischen Aspekte des Fotografierens ging.

Fotokurs fürs Smartphone

Darüber hinaus führt die Erfurter Fotografin Melanie Kahl (@fototour_thueringen und @surprise23) am 9. März 2019 einen Fotokurs fürs Smartphone auf Burg Posterstein durch. In einer gemütlichen Runde von zehn Leuten ging es in fünf Stunden zuerst durch die Postersteiner Kirche (Achtung, sie kann nur über Führung durch die Kirchgemeinde Nöbdenitz besichtigt werden!) und dann durch die Burg. Zum Abschluss gab es hilfreiche Tipps zum Bearbeiten der Fotos direkt am Smartphone und zum Teilen auf Instagram.

Fotomotiv entdeckt! – Beim Instawalk durch Posterstein (Foto: @b_und_p_europareisen)

Instawalk durch Posterstein und Tannenfeld

Die Blogger von @vogtlandzauber, die auch an der Ausstellung beteiligt waren, luden am 13. April zum Insta-Walk ein. Wir besuchten die Ausstellung und die Burg bei einer kurzweiligen Führung und öffneten auch eine Treppe, die Besuchern sonst nicht zugänglich ist. Anschließend ging es ins Herrenhaus neben der Burg, das seit 2015 von Gemeinde und Förderverein Burgberg Posterstein e.V. aufwändig saniert wird und genossen die Aussicht vom Balkon der neuen Ferienwohnung. Durch den Burgpark ging es durch den Ort Posterstein zur Gaststätte “Zur Deftigen Pfanne”, wo es beim Mittagessen Zeit für Gespräche gab. Zum Anschluss besuchten wir noch den schönen Park von Tannenfeld. Von Sonne bis Schnee hat uns das Aprilwetter alles geboten! Ein Dankeschön geht an @vogtlandzauber @altenburger_senf und @tourismus.altenburger.land für die “scharfen” Überraschungstüten, die es als Geschenk gab.

Die weiteste Anreise zum Insta-Walk hatte @konnexart, die über den Blogger Michael Bauer auf die #Schlössersafari aufmerksam geworden ist.

Es nahmen teil:@vogtlandzauber @vogtland_prinz @silentfotografie_simone @franksfotografie @fineartinsilver @chillerunterwegs @aviator1964 @ich_seh_komische_sachen @ted_ys_nerdbude @konnexart @rena.lilly @b_und_p_europareisen @severin0407 @andreasweberphotography und @porstainn sowie @altenburgtv3305 und die Ostthüringer Zeitung.

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Abschluss-Safari

Am letzten Tag der Ausstellung, dem 12. Mai 2019, fassten wir gemeinsam mit den Ausstellenden das Projekt zusammen. Schon vorher stand fest, dass die Idee #Schlössersafari weiterleben wird. In welcher Form sollte am letzten Tag der Ausstellung gemeinsam – auch mit dem Publikum – entschieden werden. Es gab bereits erste Ideen für zukünftige gemeinsame Foto-Ausflüge im Zeichen der #Schlössersafari. So ist geplant, regelmäßig zu offenen #Schlössersafaris einzuladen – nicht nur auf Burg Posterstein, sondern überall, wo sich interessante Motive finden. Darüber hinaus soll die Ausstellung selbst auf #Schlössersafari gehen dürfen – idealerweise soll sie natürlich in Schlössern und Burgen zu sehen sein und sie kann in Absprache durchaus ergänzt und erweitert werden. Bei Interesse melden Sie sich gern per E-Mail. Eine Fortsetzung der #Schlössersafari Anfang 2020 auf Burg Mylau steht schon in Aussicht!!!

Passiert uns auch nicht häufig, dass WIR zum Ende einer Ausstellung beschenkt werden. Herzlichen Dank an die 7 Instagramer!

Der Hashtag #Schlössersafari ist jedenfalls etabliert und in Zukunft weiter genutzt werden.

3. Die #Schlössersafari auf Instagram

Am 2. Dezember trafen wir uns zum ersten Mal zur Planung der gemeinsamen Ausstellungen mit den sieben beteiligten Instagramern. Patrick Weidenmüller erzählte in der gemütlichen Runde, dass er an den Wochenenden gerne auf “Fotosafari” gehe. Perfekt, dachten wir! Mit der Kamera auf der Pirsch nach tollen Motiven – der Hashtag #Schlössersafari war geboren! Auf Instagram war bisher auch noch niemand darauf bekommen, die Suche lieferte 0 Treffer. Gleich nach dem Treffen machten wir den Hashtag zum ersten Mal bekannt – das erste Foto teilte Patrick Weidenmüller direkt aus der Burg.

Das war der Startschuss für die #Schlössersafari

Im Laufe der Ausstellung wurden rund 2300 Bilder aus ganz Europa unter dem Schlagwort #Schlössersafari geteilt, darunter glücklicherweise kaum Spam (maximal eine Handvoll Bilder passte von der Motivwahl nur bedingt zum Thema der #Schlössersafari und wurde für Werbezwecke benutzt). Der Großteil der Bilder zeigte tatsächlich Schlösser und Burgen, aber auch einige Kirchen und andere historische Gebäude sind geteilt wurden – und übrigens war auch in der Ausstellung vor Ort die Bergkirche Beucha vertreten, um nur ein Beispiel zu nennen. Einige Leute haben nachträglich ältere Bilder mit dem Hashtag versehen, sodass beim Scrollen durch die Timeline auch Bilder aus den Vorjahren auftauchen. Schnell bewegte sich die #Schlössersafari über Mitteldeutschland hinaus, dann über Deutschland hinaus und in Einzelfällen auch über Europa hinaus in die USA und nach Asien. Natürlich sind unter den geteilten Motiven viele der großen Instagram-Klassiker von Burg Eltz bis Schloss Moritzburg. Aber es kamen durchaus interessante, “versteckte Orte” in den Fokus, die wir vorher noch gar nicht kannten.

Auf dem Bildschirm in der Ausstellung liefen die unter mit Hashtag #Schlössersafari geteilten Bilder in Schleife.

Die Bilder waren auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung zu sehen, die neusten zuerst, und nicht selten warteten Besucher vor dem Bildschirm auf ihr Bild.

So sieht beispielhaft für alle anderen eine der vielen Instagram-Storys zur #Schlössersafari aus.

Die schönsten dieser Fotos teilten wir in unserer Instagram-Story. Die in der Story geteilten Bilder sind immer nur 24 Stunden abrufbar und jedes so geteilte Bild wurde im Schnitt 300 Mal angesehen. Man kann die #Schlössersafari-Storys jetzt im Nachhinein noch über das Instagram-Profil der Burg Posterstein ansehen, z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Teilgenommen haben vor allem Privatpersonen aus allen Teilen Deutschlands. Viele versahen ihre Bilder zusätzlich mit historischen Infos zu den abgebildeten Orten. Die Liste unserer festen Begleiter in den 11 Ausstellungswochen ist lang – zum Beispiel: die Burgdame aus Paderborn, Thomaskrm aus Aschaffenburg, burgenland.ffm aus Frankfurt am Main, Frankenherz aus Franken, Michael Bauer aus Mannheim, Dirk Baum aus Sachsen, Jan Winfried aus Sachsen sowie natürlich zylwanazementa, thtischi, der_lichtminister, pauldylla, bartzi27, museumscast, haltelinie, b_und_p_europareisen, dirkbuchner67, ankehoelzel, hbyfgf.sascha.wiedemann und viele mehr! Manche von ihnen kommen sogar aus dem europäischen Ausland.

Bitte verzeiht, dass wir hier nicht alle nennen können!

Es schlossen sich aber auch einige Tourismus-Accounts, Schlösser und Burgen an wie z.B. Schlösserland Sachsen, Sachsentourismus, Schlösserverwaltung Bayern, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schloss Leubnitz und Schloss Kuckuckstein.

Aber gerade in Thüringen hätte es noch Potential gegeben, die kulturellen Schätze vor Ort vorzuzeigen und mit dem Hashtag ein neues, manchmal größeres Publikum zu erreichen. Weder Thüringen Tourismus (hier wird die reiche Thüringer Burgen- und Schlösserlandschaft immer noch nicht wirklich als touristisch relevant betrachtet) noch die anderen Thüringer Burgen und Schlösser beteiligten sich maßgeblich (was sicherlich auch daran liegt, dass SocialMedia-Kanäle kaum genutzt werden). Nur wenige wie die Schlösserstiftung Thüringen und sporadisch das Residenzschloss Altenburg beteiligten sich überhaupt.

4. Spontane #Schlössersafaris

Eine besondere, positive Überraschung war für uns die herzliche und engagierte Begleitung unserer Ausstellung durch andere Blogger und Instagramer. Einige davon sollen hier stellvertretend für alle anderen dankend erwähnt werden.

Zur Eröffnung lud uns Katja Eidam vom Museums-Podcast Museumscast zum Livestream-Interview auf Instagram zur #Schlössersafari ein. Es war das erste Mal, dass wir das Medium testeten, weshalb der Livestream quasi live von Katjas Account auf den Account der Burg wechseln musste und ich zwischendrin noch auf ein Smartphone mit kräftigerem Akku umsteigen musste. Aber trotz allem und trotz kurzer Vorankündigung haben über 100 Leute reingeschaut und während des Livestreams teilweise sehr freundlich kommentiert.

Die spontane Straßenbahn-Safari von Michael Bauer begleiteten wir per Instagram-Story und auch auf Twitter.

Zum einen ist da der Blogger Michael Bauer aus Mannheim, der gleich zu Beginn der Ausstellung eine Art Social Media Happening zur #Schlössersafari ankündigte und dann auch – live übertragen via Twitter und Instagram – durchführte. Weil die Straßenbahnlinie 5, die Mannheim und Heidelberg verbindet, an insgesamt 9 Schlössern vorbei führt, ging er einen Tag lang auf „Straßenbahn-Safari“ und bloggte auch darüber. Wir begleiteten die Aktion in der Instagram-Story. Inspiriert von unserer Ausstellung #Schlössersafari und angeregt durch die Ankündigung der nächsten Ausstellung „Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ begab er sich später noch mehrmals auf „Blütenstaubsafari“, was er auch wieder auf Instagram und in seinem Blog in Foto und Video teilte.

Der Dresdner Blogger „Der Baum“ kündigte ebenfalls in seinem Blog an, die Ausstellung mit täglich einem Bild aus seinem umfangreichen Archiv zu begleiten. Dazu legte er extra einen Instagram-Account an und bereicherte die Ausstellung mit täglich neuen, oft sehr „versteckten“ Orten, die er zeitgleich auch auf Twitter teilte. Natürlich trafen wir uns auch auf einen Kaffee und ein gemütliches Gespräch in der Ausstellung.

Mit diesem Foto beendete @dirk_derbaum seine fast 90 Tage währende persönliche #Schlössersafari.

Im Anschluss an den gemeinsamen Insta-Walk, zu dem @konnexart extra aus Heidelberg angereist war, trafen sich Patrick Weidenmüller (@vogtlandprinz), Michael Bauer und Julia Kieser @konnexart im Schloss Bruchsal zur gemeinsamen Schlössersafari. Neuen gemeinsamen Ausflügen steht nichts im Weg. – Eine Anmerkung: Obwohl getaggt und auf Instagram aktiv nahm man auf Schloss Bruchsal von den Instagramern nicht weiter Notiz. Eine verpasste Chance zur Interaktion!

Ein Bild aus der Reihe “Instagramer bei der Arbeit” – @vogtland_prinz auf Schloss Bruchsal (Foto: @michlbower)

Auch einige Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein gingen  inspiriert durch die Ausstellung auf #Schlössersafari im Erzgebirge. Hier berichten sie davon.

Dieses schöne Bild gab es von @hbyfgf.sascha.wiedemann auch als Poster!

Nach regen Austausch auf Instagram überraschte uns Sascha Wiedemann
@hbyfgf.sascha.wiedemann mit einem Poster von seinem Bild von Burg Posterstein. Wir konnten die Ausstellung zwar nicht spontan erweitern, haben uns aber wahnsinnig gefreut!

Als Museum neue Wege gehen

Ein Ausstellungskonzept wie dieses hat es im regionalgeschichtlichen Museum Burg Posterstein noch nicht gegeben: Es vermischt Fotografie, regionale Geschichte und Teilhabe.

Social Media ist für uns im Museum Burg Posterstein nicht nur ein reines Marketingtool, sondern ein wichtiger Kanal für die Wissensvermittlung, die zu den Kernaufgaben eines Museums zählt. Wir sind der Meinung, dass unser Bildungsauftrag nicht auf der Burgbrücke endet, sondern auch im virtuellen Raum weiter besteht. Auf der Website, im Blog und auf unseren Social Media-Kanälen geht es deshalb nicht um reine Information, sondern um Inhalte, um Geschichte und Geschichten mitsamt der Möglichkeit zur Interaktion und Teilhabe. Wir erhoffen uns davon, dem Museum auf diese Weise auch in Zukunft seinen festen Platz in der Gesellschaft zu sichern. Die Marketingarbeit des Museums Burg Posterstein schaut bewusst über den Tellerrand und nimmt die ganze Region, das Bundesland Thüringen und ganz Deutschland in den Blick.


Man muss ein Stück weit die Kontrolle abgeben und sich überraschen lassen.

Die Herausforderung einer solchen Ausstellung wie die #Schlössersafari war, dass man am Anfang noch nicht wusste, wie gut das Ausstellungsteam harmoniert, ob die Wünsche und Erwartungen weit auseinander gehen und wohin sich das Projekt entwickeln würde. Man muss ein Stück weit die Kontrolle abgeben und sich überraschen lassen. Natürlich kannten wir alle Beteiligten schon über den regelmäßigen Austausch auf Instagram. In unserem Fall haben wir uns im Vorfeld zweimal getroffen und die Zusammenarbeit dann per Messenger App koordiniert. Die Gruppe der Instagramer passte prima zusammen, es war ein herzliches Miteinander und alle haben sich voller Motivation und sehr zuverlässig in die Umsetzung der Ausstellung und deren Kommunikation eingebracht.

So sah die Ausstellung vor Ort aus – hier sind Fotos von @franksfotografie zu sehen.

Die Ausstellung hat uns noch enger mit unseren Besuchern – unserer „Community“ – zusammenrücken lassen und in direkten Kontakt gebracht. Sei es durch Besuche vor Ort und den täglichen, persönlichen Austausch auf Instagram, Twitter und Facebook. Es ist toll, wenn zum Beispiel Patrick Weidenmüller Burg Posterstein als seine „Hausburg“ bezeichnet oder wenn zum Ende der Ausstellung bereits neue Treffen zu neuen gemeinsamen Foto-Touren geplant werden. In einigen Fällen sind durch Ausstellung und Instawalk aus vorher begeisterten Hobbyfotografen durch die persönliche Begegnung mit der #Schlössersafari begeisterte Instagramer geworden, die sich ihrerseits vernetzen.

Nachgefragt – der Kommentar von @haltelinie

Die Nachfrage “Was hat euch die #Schlössersafari gebracht?” per Instagram-Post und Story brachte auch ein paar Antworten: “Viele schöne Bilder, Dankeschön dafür an alle Beteiligten.” (@umbraresk), “So viele Burgen und Schlösser, von denen man sonst nie etwas gesehen hätte” (@michlbower)  “Viele Hinweise auf Ausflugsziele und spannende Instagramprofile” (@haltelinie), “Eine Menge Spaß und nette Begegnungen.” (@vogtland_prinz), “Vor allem hat es Spaß gemacht, war eine schöne Idee.” (@burgdame), “Leute kennengelernt (tolle Kontakte) und viel über die Burg, Umgebung, .. gelernt.” (@hbyfgf.sascha.wiedemann). Selbst @dirk_derbaum, der bereits hunderte Schlösser besucht hat und auch darüber digital Buch führt, hat durch die Ausstellung noch weitere entdeckt. @residalex kommentierte: Durch die #Schlössersafari “gelangte man ‘in die Schlösser hinein’ und es wurde einem “die großartige thüringische und überregionale Kultur gezeigt und das in Form einer Art Schlösserkultur, welche sich damit entwickelte.”

Man kann sagen, dass für die Teilnehmer der Spaß, das Netzwerken untereinander und das Entdecken neuer Ausflugsziele im Vordergrund stand – wie sollte es auch anders sein, denn es geht um eine Art, seine Freizeit zu verbringen. Es fand ein Austausch weit über Mitteldeutschland hinaus statt und der Hashtag #Schlössersafari wird nicht nur durch die Wanderschaft der Ausstellung auch in Zukunft weiter genutzt werden.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Romy @sosfernweh im Portrait

Schloss Wolfsbrunn – fotografiert von Romy @sosfernweh für die Ausstellung “Versteckte Orte”

Nur noch bis 12. Mai 2019 ist die Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” auf Burg Posterstein zu sehen. 7 Instagramer zeigen in 49 Bildern Schlösser und Burgen ihrer Region. Über den Instagram-Hashtag #Schlössersafari hat jeder die Möglichkeit, der Ausstellung eigene Bilder hinzuzufügen. Am 12. Mai, ab 16 Uhr, fassen wir gemeinsam mit den Ausstellenden das Projekt zusammen. Schon jetzt steht fest, dass die Idee #Schlössersafari weiterleben wird. In welcher Form soll am letzten Tag der Ausstellung gemeinsam – auch mit dem Publikum – entschieden werden. An der Postersteiner Ausstellung beteiligt sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht Romy im Mittelpunkt. Im Internet findet man sie als @sosfernweh auf Instagram, auf Facebook und in ihrem Blog.

Dies ist der achte Teil unserer Blogpost-Reihe zur #Schlössersafari. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

Beim Fotografieren ist Romy der Blick fürs Detail wichtig.

Romy ist in ihrer Freizeit gern mit ihrer Kamera unterwegs. Ihr Interesse gilt dem auf den ersten Blick unscheinbaren Details, den Schönheiten am Wegesrand, die beim schnellen Vorbeigehen oft übersehen werden. Auf ihrem Foto-Blog teilt sie Bilder und Gedanken auf Englisch. Für die Ausstellung “Versteckte Orte” wählte sie unter anderem versteckte Blickwinkel auf Blumen und Raumstrukturen in Schlössern und Burgen. Im Interview erzählt sie von ihrem Hobby.

Warum fotografierst du?

Alles entstand aus dem eigenen Überlebenswillen heraus und weil ich Menschen mit meinen Bildern erreichen möchte. Ich möchte sie zum Hinsehen bewegen, denn es gibt so vieles, was wir im Alltag nicht mehr wahrnehmen.

Blick in die Ausstellung “Versteckte Orte” mit Fotos von Romy @sosfernweh

Wie fotografierst du?

Mit meiner Canon EOS M 100. Halte ich sie in Händen, werden wir zu einem Team.

Welche Motive interessieren dich?

Alles kann Motiv sein – ob mit dem Auge wahrgenommen oder später mit dem Objektiv. Es ist alles interessant und schön.

Romys Bilder in der Ausstellung “Versteckte Orte” auf Burg Posterstein

Warum teilst du deine Bilder auf Instagram?

Um viele Menschen auf der ganzen Welt erreichen zu können und zu triggern.

Welches ist dein interessantestes Instagram-Erlebnis?

Wie auch auf vielen meiner Fototouren öffnen mir Menschen ihr Herz. So auch auf Instagram und das ist immer wieder sehr bewegend.

Welchen Einfluss hat Instagram auf dich und deine Bilder?

Keinen. Ich fotografiere was ich möchte ohne auf eine Plattform oder Zielgruppe zu schauen.

Für die Ausstellung “Versteckte Orte” hat Romy folgende Schlösser ausgesucht:

Burg Kriebstein
Burg Posterstein
Schloss Rochlitz
Leuchtenburg
Schloss Wolfsbrunn
Schloss Blankenhain
Burg Stein

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Simone Stahn im Portrait

Schloss Thammenhain bei Wurzen in Nordsachsen fotografiert von Simone Stahn.

Bis 12. Mai 2019 sind in der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” auf Burg Posterstein noch 49 Fotos von sieben Instagramern zu sehen. Die Hobbyfotografen besuchen in ihrer Freizeit gern Schlösser, Burgen, Kirchen und Sehenswürdigkeiten ihrer Region und teilen ihre Fotos davon im sozialen Netzwerk Instagram. An der Postersteiner Ausstellung beteiligt sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht Simone Stahn im Mittelpunkt. Auf Instagram findet man sie als @silentfotografie_simone.

Dies ist Teil 7 unserer neuen Blogpost-Reihe. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

Simone Stahns Profilbild bei Instagram.

Simone Stahn nimmt auch einmal weitere Reisen in Kauf, um Lieblingsmotive zu fotografieren. Besonders haben es ihr Wasserburgen und Schlösser in der Spiegelung angetan – quasi eines ihrer fotografischen Markenzeichen im sozialen Netzwerk Instagram. Dort teilt sie einmal pro Woche – meistens sonntags – ein Bild, denn mehr schafft sie in ihrer Freizeit gar nicht. Warum? Weil unter ihren Bildern, die oft von über 1000 Menschen gelikt werden, häufig über 700 Kommentare stehen, die sie alle einzeln und sorgfältig beantwortet. Im Interview erzählt sie über ihr Hobby.

Warum fotografierst Du?

Weil es mich entspannt und es mir großen Spaß bereitet.

Wir fotografierst Du?

Ich fotografiere mit einer Canon 5D Mark IV und einer mittlerweile beträchtlich gewachsenen Ausrüstung.

Welche Motive interessieren Dich?

Hauptsächlich Schlösser und Burgen (meist in der Spiegelung), aber auch reizvolle Landschaften.

In der Ausstellung “Versteckte Orte” auf Burg Posterstein sind sieben Fotos von Simone Stahn zu sehen.

Warum teilst Du Deine Bilder auf Instagram?

Um den Menschen da draußen zu zeigen, wie schön unsere Region ist und das es sich lohnt uns zu besuchen.

Welches ist Dein interessantestes Insta-Erlebnis?

Beim Fotografieren eines „meiner“ Schlösser, traf ich auf eine nette ältere Dame. Es stellte sich heraus, dass sie die Schlossherrin selbst ist. Ich bekam von ihr eine ganz private Führung durch das traumhaft schöne Schloss. Ein unvergessliches Erlebnis.

Welchen Einfluss hat Insta auf Dich und Deine Bilder?

Ich habe viel gelernt bei Instagram, auch über mich selbst. Ich habe wunderbare Menschen kennen gelernt. Es sind echte Freundschaften entstanden. Meine Bilder haben weltweit schon eine beachtliche Fangemeinde gefunden.

… Und so haben wir Simone auch zuerst auf Instagram und später direkt auf Burg Posterstein kennengelernt!

Für die Ausstellung “Versteckte Orte” hat Simone folgende Schlösser ausgesucht:

Burg Kriebstein
Neues Jagdschloss Hummelshain
Schloss Blankenhain
Schloss Rochlitz
Wasserschloss Klaffenbach
Schloss Thammenhain
Altes Schloss Zabeltitz

Das Alte Schloss Zabeltitz im Landkreis Meissen in Sachsen. Foto: Simone Stahn.

Der Ausstellung “Versteckte Orte” kann man eigene Fotos von Schlössern und Burgen hinzufügen. Inzwischen wurden über 2000 Bilder von Orten aus ganz Europa geteilt. Sie sind auf einem Bildschirm in der Ausstellung zu sehen und die eine Auswahl teilen wir in unserer Instagram-Story. Mitmachen kann jeder mit Instagram-Profil. Hier kann man sehen, was bisher geteilt wurde
Am letzten Tag der Ausstellung, am 12. Mai 2019, ab 16 Uhr, besteht noch einmal die Möglichkeit, die ausstellenden Instagramer persönlich kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zu dieser “Abschluss-Safari” lassen wir die Ausstellung noch einmal Revue passieren.

7 Schlösser auf einen Streich: Der Postersteiner Museumsverein auf #Schlössersafari im Erzgebirge

Es müssen nicht immer die prominenten Schlösser sein. Inspiriert von der aktuellenAusstellung “Versteckten Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” begaben sich einige Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein am Ostermontag auf #Schlössersafari ins Erzgebirge. Dieser Landstrich fällt Schloss-Enthusiasten nicht unbedingt sofort ein, wenn sie die Objekte ihrer Begierde heimsuchen. Doch es lohnt sich – das sei schon vorweggenommen. Anregungen für Reiseziele gab es in den Wochen zuvor zu Hauf auf Instagram – über die Bilder, die unter dem Hashtag #Schlössersafari zur Ausstellung geteilt wurden. Die Ausstellung regt zum Selber-Erkunden an!

Unsere Tour begann in Wildenfels, südlich von Zwickau gelegen. Die Herren von Wildenfels residierten hier zunächst als reichsfreie Grafen. Entsprechend groß ist die Schlossanlage, die die kleine, gleichnamige Stadt Schritt für Schritt saniert. Wehrhaft auf einem Felsen thronend, wird das Schloss offenbar vielfältig genutzt: Malschule, Bibliothek, Museum und sogar wohnen darf man darin. Allerdings überlässt die Stadt das Museum einem Verein, der am Ostermontag nicht in der Lage war, die Museumstüren zu öffnen.

Station 1 unserer Schlössersafari: Schloss Wildenfels

Also zogen wir weiter nach Stein. Hier trieb Ritter Kunz von Kaufungen sein Unwesen als er 1455 die sächsischen Prinzen Ernst und Albrecht aus dem Altenburger Schloss raubte. Etwas erinnert das Gebaren des heutigen Besitzers, der dem Burgmuseum nur aller zwei Stunden gestattet Besucher einzulassen, an dieses Erbe.

Burg Stein an der Zwickauer Mulde

Wie im Bilderbuch ruht die Burg Stein am Rande der Zwickauer Mulde. Besonders die Oberburg bietet alle Elemente des mittelalterlichen Burgenbaus. Zwei Stunden wollten wir aber bis zum Einlass nicht warten und zogen deshalb weiter nach Schwarzenberg.

Schloss Schwarzenberg – eine zufällige Entdeckung dieser Reise

Dort fanden wir die Parkplätze überfüllt (und den Aufzug in die Oberstadt außer Betrieb), weil sich in der kleinen Stadt Alt und Jung auf einem Ostermarkt tummelte. Im sehr gut sanierten Schloss war das ganz anders. Dorthin hatten nur wir uns verlaufen. Allerdings fiel es uns auch nicht leicht, Informationen über die Vergangenheit des Schlosses zu finden. Dafür lernten wir manches über Waschmaschinen, Klöppeln oder die Schulgeschichte der Stadt.

Schloss Schlettau – eine zufällige Entdeckung dieser Reise

Nun wollten wir weiter nach Wolkenstein, also ins Tal der Zschopau, wechseln. Plötzlich in Schlettau riefen alle Teilnehmer im Chor: „Halt ein Schloss“. So eine Entdeckung gehört natürlich zu den Höhepunkten einer Schlössersafari. Also nichts wie einen Parkplatz gesucht und Richtung Schloss gegangen. Schlettau ist sehr zu empfehlen. Auch dieses Ensemble ist sehr gut erhalten und bietet alle Elemente des klassischen Schlosses, das sich einst von der mittelalterlichen Burg in ein repräsentativeres und komfortableres Anwesen verwandelte. Zu bekommen sind im Inneren Informationen über die Natur des Erzgebirges. Ein Schlosscafé lädt zum Verweilen ein.

Die Postmeilensäule von 1727 in Schlettau zeigt an, dass man damals nach Gera 16 und nach Altenburg 14 Stunden gebraucht hätte. Unsere #Schlössersafari wäre damals also ganz anders verlaufen. Vielleicht hätten wir eine ganze Reisewoche eingeplant!

Auch Wolkenstein erreichten wir schließlich. 70 Meter über der Zschopau gelegen, scheint es sehr gut gesichert gewesen zu stein. Von der mittelalterlichen Anlage sind die Mauern noch gut zu sehen.

Nächster Halt: Burg Wolkenstein

Die Burg Wolkenstein beherbergt ein Museum und Gastronomie. Fast täglich bietet eine Falknerei Vorführungen. Alljährlich zu Himmelfahrt wird Wolkenstein belagert von ritterlichem Volk.  Bestimmt geht es dann so ähnlich zu wie in Posterstein zum Mittelalterspektakel zu Pfingsten.

Noch immer war die Safari nicht zu Ende. Zu reizvoll sind die Schlösser und Burgen entlang der Zschopau. In Scharfenstein ist Ausdauer gefragt. Dort heißt es den steilen Berg empor zu steigen. Aber man wird auf jeden Fall belohnt mit grandioser Aussicht, aber auch mit einem sehr interaktiven Museum, das sich zum Ziel setzt, vor allem Kinder glücklich zu machen. Beim Beobachten der Kleinen war unschwer zu erkennen, dass dieses Konzept aufgeht.

Burg Scharfenstein beherbergt ein interaktives Museum.

Langsam neigte sich der Tag zu Ende, sodass wir Schloss Wildeck in Zschopau erst nach der Schließung erreichten. Der Blick über die Mauern war leider spärlich, aber auch eine Einladung zum Wiederkommen oder zur nächsten Schlössersafari.

Schloss Wildeck hatte schon geschlossen als wir dort ankamen.

Wenn man sich darauf einlässt, verändern sich die Reiserouten je nach Interesse und Situation. Wenn man dafür offen ist, wird man mit neuen Erkenntnissen und Neuentdeckungen belohnt. Und man muss nicht einmal weit fahren, um Neues zu entdecken.

von Marion Dinger für den Museumsverein Burg Posterstein

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Sandro Deus im Portrait

Die Priesterhäuser in Zwickau – fotografiert von Sandro Deus @fineartinsilver

Je sieben Fotos von je sieben Instagramern sind noch bis 12. Mai in der
Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” im Museum Burg Posterstein zu sehen. Wie eine neue Art Kulturbotschafter teilen die Hobbyfotografen in ihrer Freizeit Fotos und Informationen über Schlösser, Burgen, Kirchen und Sehenswürdigkeiten ihrer Region im sozialen Netzwerk Instagram. Mit dabei sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht Sandro Deus im Mittelpunkt. Auf Instagram findet man ihn unter dem Namen @fineartinsilver. Seinen Fotoblog findet man hier.

Dies ist Teil 6 unserer neuen Blogpost-Reihe. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

So stellt sich Sandro Deus auf Instagram vor.

Sandro Deus fotografiert am liebsten in schwarz-weiß. Seine Motive sind Schlösser, Burgen, Städteansichten und Landschaftsbilder. Schon vor Jahren fielen uns seine tollen Fotos von Schloss Tannenfeld auf Instagram auf – und freundlicherweise durften wir sie auf Nachfrage für unsere Website verwenden. Im Interview wollen wir Sandro Deus kurz vorstellen:

Warum fotografierst du?

Fotografieren gibt mir die Möglichkeit vom Alltag abzuschalten, Auszeiten zu nehmen und mal wieder raus in die Natur zu kommen.

Wie fotografierst du?

Bei geplanten Fototouren fotografiere ich mit einer Spiegelreflexkamera. Ansonsten habe ich meistens eine kleinere spiegellose Kamera dabei. Man kann ja nie wissen, was so täglich passiert.

Portrait von Sandro Deus in der Ausstellung “Versteckte Orte” im Museum Burg Posterstein

Welche Motive interessieren dich?

In erster Linie Architektur und Landschaften. Bauwerke aller Art. Ob Alt oder Modern.

Welches ist dein interessantestes Instagram-Erlebnis?

Es gibt jetzt nicht wirklich ein besonderes Erlebnis. Bei Tagestouren gibt es immer wieder Überraschungen. Man lernt manchmal unterwegs Leute kennen, oder man findest unterwegs Motive und Orte die gar nicht auf dem Plan standen.

Welchen Einfluss hat Instagram auf dich und deine Bilder?

Es ist interessant Feedback für seine Bilder zu bekommen und man wird immer wieder angespornt sich beim Fotografieren weiter zu entwickeln.

Diese Orte empfiehlt Sandro Deus in der Ausstellung “Versteckte Orte”:

Priesterhäuser Zwickau
Schloss Moritzburg
Frauenkirche Dresden
Bergkirche Beucha
Südfriedhof Leipzig
Schloss Tannenfeld
Burg Posterstein

Foto: Sandro Deus

Der Ausstellung “Versteckte Orte” kann man eigene Fotos hinzufügen. Geteilt werden große Schlösser und kleinere Geheimtipps – inzwischen aus ganz Europa. Mitmachen kann jeder mit Instagram-Profil. Hier kann man sehen, was bisher geteilt wurde.
Am 12. Mai 2019 besteht noch einmal die Möglichkeit, die ausstellenden Instagramer persönlich kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zur “Abschluss-Safari” ab 16 Uhr lassen wir die Ausstellung noch einmal Revue passieren.

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Cindy Hiller im Portrait

Schloss Wölkau – fotografiert von Cindy Hiller @unterwegsimhinterland

Die interaktive Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” verbindet digital und analog. 49 Fotos von Schlössern und Burgen in Sachsen, Thüringen und Brandenburg, die auf Instagram veröffentlicht wurden, sind bis 12. Mai 2019 als klassische Fotodrucke im Museum zu sehen – versehen mit Bildbeschreibung, Hashtags und Accountnamen der Fotografen. Gleichzeitig gibt es für alle die Möglichkeit, über den Hashtag #Schlössersafari eigene Bilder zu ergänzen. Schon über 1700 Bilder sind inzwischen geteilt worden. In der Ausstellung und hier im Blog stellen wir die sieben ausstellenden Instagramer und ihre Bilder und Beweggründe vor. Mit dabei sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht Cindy Hiller aus Leipzig im Mittelpunkt. Auf Instagram findet man sie unter @chillerunterwegs . Hier geht es zu ihrem Blog.

Dies ist Teil 4 unserer neuen Blogpost-Reihe. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

Das Profilbild von Cindy Hiller

Cindy Hiller ist in ihrer Freizeit gern “unterwegs im Hinterland”, wie schon ihr Account-Name und der Titel ihres Blogs verraten. Die Historikerin interessiert sich besonders für die Geschichte von Herrenhäusern, Rittergütern, Kirchen und Schlössern, auch jenen, die nicht öffentlich zugänglich sind. Ihre Entdeckungen teilt sie mit einer wachsenden Follower-Zahl im Internet.

Hier im Interview erzählt sie von ihrem Hobby.

Warum fotografierst du?

Ich fotografiere, um die Orte, die ich besuche, mit all ihren sehenswürdigen Details für meinen Blog „Unterwegs im Hinterland“ zu dokumentieren.

Wie fotografierst du?

Für einen Blogger/Instagramer ist meine Fotoausrüstung wohl eher unspektakulär. Ich mache meine Fotos entweder mit meinem Smartphone oder mit meiner kleinen Nikon Coolpix S3000, die bequem und ohne Schnickschnack in meine Handtasche passt.

Welche Motive interessieren dich?

In erster Linie fotografiere ich Bau- und Kunstdenkmäler oder interessante Museumsobjekte. Aber wenn ich an einem Ort unterwegs bin, fotografiere ich einfach alles, was mir gefällt. Außer Menschen. Die versuche ich auf meinen Fotos zu vermeiden.

Warum teilst du deine Bilder auf Instagram?

Ich habe gemerkt, wie viele Orte in der Provinz schön und unentdeckt vor sich hinschlummern. Diese Entdeckungen wollte ich teilen. Instagram schien bzw. scheint mir immer noch die beste Plattform dafür zu sein. Irgendwann haben mir die kleinen Bildchen aber nicht mehr gereicht und ich habe angefangen zu bloggen.

Von Cindy Hiller sind 7 Bilder in der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” im Museum Burg Posterstein zu sehen.

Welches ist dein interessantestes Instagram-Erlebnis?

So ein explizites Erlebnis fällt mir nicht ein. Was ich gemerkt habe, ist, wie unterschiedlich die Wahrnehmung manchmal ist. Oft lösen Fotos, bei denen ich mir gar nicht so richtig viel Mühe gegeben habe, die meisten Interaktionen (Kommentare, Likes etc.) aus. Gerade bei Bildern von verfallenen Gebäuden ist das so. Ich kann mir nicht erklären, warum. Vielleicht zerstört es ein bisschen die heile Instagram-Welt, die gefühlt nur aus „jung und schön“ besteht, und mein Feed bietet eben auch „alt und welk“ an.

Welchen Einfluss hat Instagram auf dich und deine Bilder?

Wenn ich unterwegs bin, kommt es schon vor, dass ich etwas fotografiere und sofort denke: „Das ist perfekt für Instagram.“ Das ist natürlich schon etwas gaga. Aber ich mache auch noch genug Bilder, die richtig schrecklich sind und bei denen ich mich zu Hause frage, was ich mir dabei gedacht habe.

Gemeinsam auf Instawalk am 13. April 2019 in Posterstein und Tannenfeld. Foto: Bernd Nienhold / @b_und_p_europareisen

Diese Schlösser empfiehlt Cindy Hiller in der Ausstellung “Versteckte Orte”:

Herrenhaus Altenhain
Barockschloss Delitzsch
Gutshofanlage Markkleeberg-Gaschwitz
Schloss Neschwitz
Schloss Püchau
Schloss Seifersdorf
Schloss Schönwölkau

Die Möglichkeit, der Ausstellung “Versteckte Orte” eigene Fotos hinzuzufügen, wurde inzwischen über 1700 Mal genutzt. Geteilt werden große Schlösser und kleinere Geheimtipps – inzwischen aus ganz Europa. Mitmachen kann jeder mit Instagram-Profil. Hier kann man sehen, was bisher geteilt wurde.
Am 12. Mai 2019 besteht noch einmal die Möglichkeit, die ausstellenden Instagramer persönlich kennenzulernen und miteinander ins Gespräch zu kommen. Zur “Abschluss-Safari” ab 16 Uhr lassen wir die Ausstellung noch einmal Revue passieren.

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Frank Burchert im Portrait

Der Salon von Schloss Stülpe – Fotografiert von Frank Burchert

In ihrer Freizeit erkunden sie Schlösser, Burgen, Kirchen und Sehenswürdigkeiten ihrer Region durch das Auge ihrer Kamera. Die Fotos teilen sie mit einer interessierten Fotogemeinde im sozialen Netzwerk Instagram. In der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland”stellen wir im Museum Burg Posterstein bis 12. Mai 2019 sieben Instagramer und ihre Bilder und Beweggründe vor. Mit dabei sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht
Frank Burcher aus Potsdam im Mittelpunkt. Auf Instagram findet man ihn unter@franksfotografie. Hier geht es zu seinem Blog.

Dies ist Teil 4 unserer neuen Blogpost-Reihe. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

Frank Burchert in seinem Element

Frank Burchert ist in Brandenburg zu Hause und auch als “Fläming-Botschafter” aktiv für seine Region unterwegs. Am meisten interessieren ihn Schlösser, Burgen und Herrenhäuser mit ihrer wechselvollen Geschichte. Auf seinem Blog und in der Beschreibung unter seinen Fotos auf Instagram berichtet er über seine Ausflugsziele und gibt Einblicke in historische Hintergründe. Im Interview erzählt er von seinem Hobby.

Warum fotografierst du?

Um den Moment festzuhalten. Denn gerade die schönen Augenblicke im Leben fliegen oftmals so schnell vorbei. Das wollte ich ändern! Was war faszinierend an diesem Moment? Was habe ich empfunden, als das Bild entstanden ist? Das alles möchte ich auch später noch nachvollziehen können. Meine Bilder erreichen genau das für mich. Darum fotografiere ich.

Wie fotografierst du?

Hauptsächlich mit der Nikon D500. Für die spontanen Momente greife ich aber auch immer mal wieder zu meinem Smartphone.

Einige der Fotos von Frank Burchert in der Ausstellung “Versteckte Orte” im Museum Burg Posterstein.

Welche Motive interessieren dich?

Schlösser, Burgen und Gutshäuser mit ihrer Geschichte haben mich immer schon fasziniert. Sie sind meine wichtigsten Motive.

Warum teilst du deine Bilder auf Instagram?

Ich stand der Plattform erst skeptisch gegenüber. Aber dann bekam ich Kommentare wie diesen: „Danke für deine wundervollen Bilder! Sie wecken in mir immer wieder Kraft und Potentiale gerade in einer schwierigen Zeit.“ Das hat mich sehr gefreut und gibt mir Ansporn, weiter meine Bilder zu posten.

Welches ist dein interessantestes Instagram-Erlebnis?

Eine Einladung zu einem Instawalk durch den Fläming in Brandenburg, meiner Heimat. Das Besondere daran: es ging auf Quads quer durchs Gelände. Das werde ich nie vergessen!

Diese Schlösser empfiehlt Frank Burchert in der Ausstellung “Versteckte Orte”:

Neues Palais Potsdam
Schloss Altdöbern
Schloss Branitz
Neues Schloss Bad Muskau
Schloss Seußlitz
Schloss Stülpe


Die Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” ist bis 12. Mai 2019 im Museum Burg Posterstein zu sehen.

Frank Burchert und die anderen Ausstellenden Instagramer kann man zumInsta-Walk, und zur “Abschluss-Safari” am 12. Mai 2019, 16 Uhr, persönlich treffen. Den Insta-Walk am 13. April 2019 organisiert das Team hinter Vogtland-Zauber im Rahmen der Ausstellung “Versteckte Orte”. Geplant ist eine #Schlössersafari durchPosterstein und Tannenfeld. Mit Kamera und guter Laune soll es durch die Burg, das Herrenhaus, den Ort und bis ins benachbarte Tannenfeld mit dem idyllischen Schlosspark gehen. Es gibt noch Restplätze, für die man sich direkt bei Vogtland-Zauber anmelden sollte.

Die Ausstellung “Versteckte Orte”: Manja Reinhardt von Vogtland-Zauber im Portrait

Als selbsternannte Kulturbotschafter teilen sie in ihrer Freizeit Schlösser, Burgen, Kirchen und Sehenswürdigkeiten ihrer Region im sozialen Netzwerk Instagram. In der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” stellen wir vom Museum Burg Posterstein bis 12. Mai 2019 sieben Instagramer und ihre Fotos und Beweggründe vor. Mit dabei sind Cindy Hiller (auf Instagram zu finden unter @chillerunterwegs), Sandro Deus (@fineartinsilver), Frank Burchert (@franksfotografie), Simone Stahn (@silentfotografie_simone), Romy (@sosfernweh), Patrick Weidenmueller (@vogtland_prinz) und Manja Reinhardt (@vogtlandzauber). In diesem Portrait steht Manja Reinhardt vom Blog Vogtland-Zauber im Mittelpunkt.

Dies ist Teil 2 unserer neuen Blogpost-Reihe. Hier geht’s zum Überblick (Teil 1).

Das Sophienhaus von Schloss Burgk in Thüringen. Foto: Manja Reinhardt/Vogtland-Zauber

Manja Reinhardt bloggt zusammen mit ihrem Mann Andreas. Für die Ausstellung “Versteckte Orte” wählten sie Fotos vom Wasserschloss Geilsdorf, Rittergut Kürbitz, Schloss Leubnitz, Oberen Schloss in Ellefeld, Schloss Netzschkau, Schloss Rodewisch und Schloss Burgk. Auf Instagram findet man die beiden hier. Im Interview erklären sie ihre Motivation für ihr Freizeit-Engagement.

Warum fotografiert ihr?

Die Fotografie ist Teil unseres Blogs Vogtland-Zauber. Mit ihm wollen wir Lust auf das Vogtland machen und seine vielen schönen Seiten zeigen. Und da Worte dies nur zum Teil einfangen können, gehört das Bild untrennbar hinzu. Wir sind beide keine Fotografen und wollen diesen Anspruch auch gar nicht für uns erheben. Es macht uns Spaß und Freude, das Vogtland aus unserem Blickwinkel in Wort uns Bild zu präsentieren.

In der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” ist jeder der 7 ausstellenden Instagramer kurz vorgestellt. Foto: Vogtland-Zauber

Wie fotografiert ihr?

Auch wenn wir eine EOS zu Hause haben, entstehen die meisten Fotos mit dem Handy. Wir haben beide ein I-Phone und das ist unser ständiger Begleiter. Und da ganz oft die Frage nach der Bildbearbeitung kommt: unsere Lieblingsapp zur Bearbeitung der Fotos ist Snapseed.

Welche Motive interessieren euch?

Wir sehen uns als eine Art Botschafter für das Vogtland. Uns interessiert alles rund um das Vogtland. Egal ob Dörfer, Städte, Natur oder Kultur und Tradition. Denn die schönsten Ziele liegen direkt vor der Haustür und das möchten wir zeigen. Dabei sind wir nicht auf spezielle Motive festgelegt. Alles, was das Vogtland liebeswert macht, wird in Texten und Bildern verarbeitet.

In der Ausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” sind 7 Fotos der Vogtland-Zauber-Bloggerin Manja Reinhardt zu sehen. Foto: Vogtland-Zauber

Warum teilt ihr eure Bilder auf Instagram? Welches ist euer interessantestes Instagram-Erlebnis?

Instagram macht einfach Spaß. Es trifft besonders gut den Nerv von fotobegeisterten Nutzern. Denn es ist bildbasiert. Schnell und einfach lassen sich Fotos mit einem kurzem Text zur Erklärung und Hashtags teilen. Im Gegensatz zu anderen Netzwerken ist hier die Interaktionsrate besonders hoch und über die Entdecken-Funktion werden die Bilder auch Usern angezeigt, die dem eigenen Account nicht folgen.

Der ursprüngliche Community-Gedanke ist hier noch lebendig. Es erfolgt unter den Bildern ein teils reger Austausch, der sich vom Onlinemedium bis hin ins wahre Leben fortsetzt. So haben wir über Instagram unwahrscheinlich tolle Leute mit ähnlichen Interessen kennengelernt und daraus ist unter anderem auch diese Ausstellung entstanden. Das sind dann gleichzeitig auch die schönen Erlebnisse, die Instagram so besonders macht.

Interessante Erlebnisse ergeben sich auch immer wieder auf unseren Instawalks. Zum einen dienen auch sie dem Kennenlernen untereinander, aber wir gehen auch immer auf Entdeckungstour an besondere Orte  und bieten dabei einen Blick hinter die Kulissen. Auch dabei entstehen wieder ganz außergewöhnliche Bilder.

7 Bilder von Vogtland-Zauber mit Tipps zu “versteckten Orten” in der Postersteiner Ausstellung.
Foto: Vogtland-Zauber

An dieser Stelle lohnt sich der Hinweise auf den Insta-Walk, den das Team hinter Vogtland-Zauber am 13. April 2019 im Rahmen der Ausstellung “Versteckte Orte” in Posterstein und Tannenfeld veranstaltet. Mit Kamera und guter Laune soll es durch die Burg, das Herrenhaus, den Ort und bis ins benachbarte Tannenfeld mit dem verwunschenen Schlosspark gehen. Es gibt noch Restplätze, für die man sich direkt bei Vogtland-Zauber anmelden sollte.


Welchen Einfluss hat Instagram auf euch und eure Bilder?

Der größte Einfluss, den Instagram auf meine Bilder hat, ist das Format. Auch wenn man mittlerweile Hoch- oder Querformatbilder bei Instagram hochladen kann, sind unsere  Bilder immer noch im Quadrat – dem klassischen Instagramformat. Oft mache ich von einem Ort ein quadratisches und ein „normales“ Bild, um gleich ein passendes Instagrambild zu haben.

Einen weiteren Einfluss hat es nicht. Wir achten auch  nicht darauf, dass ein Ort besonders „instagrammable“ ist – also in Instagram besonders beliebt ist.

Diese Schlösser empfiehlt Manja Reinhardt in der Ausstellung “Versteckte Orte”:

Wasserschloss Geilsdorf
Rittergut Kürbitz
Schloss Leubnitz
Oberes Schloss in Ellefeld
Schloss Netzschkau
Schloss Rodewisch
Schloss Burgk


Ein Tipp zum Schluss: Hier gibt es ein Podcast-Gespräch von Katja Eidam vom Podcast Museumscast mit Manja und Andreas Reinhardt über deren Blog und auch über die Schlössersafari.

#natureMW: Ein naturverbundener Minister – Hans Wilhelm von Thümmel

Im März 2018 widmete das Museum Burg Posterstein dem Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) einen neuen, erweiterten Platz in der Dauerausstellung. Der naturliebende Freund der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821) war nicht nur Stammgast auf ihren Schlössern Löbichau und Tannenfeld sowie im dortigen Salon. Zum heutigen Thema #natureMW der internationalen Museumswoche #MuseumWeek wollen wir Thümmels Gärten vorstellen.

Er gehörte auch zu den prägendsten Persönlichkeiten des Altenburger Landesteils des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg. Als Vertrauter und Diplomat der Gothaer Herzöge vertrat er das Herzogtum in Paris, Berlin, Wien und Dänemark, ließ es vermessen und kartieren und hinterließ ein umfassendes landschaftliches Erbe. Wenn auch oft nicht für Dauer. Seine Verbundenheit zur Natur lässt sich nicht nur an seiner ausgewöhnlichen Grabstätte, der 1000-jährigen Eiche in Nöbdenitz, erahnen. Auch seine Gartenbautätigkeit spricht Bände.

Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (Museum Burg Posterstein)
Der Sachsen-Gotha-Altenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (Museum Burg Posterstein)

Thümmels englischer Garten mit Palais in Altenburg, seine Rittergüter in Nöbdenitz und Untschen, die polnische Hütte in Münsa, der Altenburger Schlosspark, die mit Obstbäumen bestandenen Chausseen im Herzogtum, die heiteren Anlagen in Rasephas: Hans Wilhelm von Thümmel war an verschiedenen Orten im Altenburger Land gartengestalterisch tätig. Auch wenn die Spuren seines Werks heute zum Großteil nur noch in historischen Text- und Bildquellen zu finden sind, so kann man allein auf Grund dieser Zeugnisse sagen, dass die Gärten des Sachsen-Gotha-Altenburgischen Geheimen Rats und Ministers von Thümmel von hoher gartenkünstlerischer Qualität und ein genauer Spiegel ihrer Zeit waren. Sie verstanden sich nicht nur als Erholungs- und Vergnügungsorte im Grünen, sondern auch als Bildungsorte: als Gärten der Aufklärung – im besten Sinn.

Die Gartenkunst im 18. Jahrhundert

Ihren Ursprung hatten die Gärten der Aufklärung im 18. Jahrhundert in England. Die landschaftlichen Anlagen waren Ausdruck einer neuen Gesellschaftsordnung, die sich von den Fesseln einer absolutistischen Herrschaft befreit hatte. Dagegen zeugten die hierarchisch strukturierten Barockgärten, in denen sich der Mensch die Natur zum Untertan machte, noch von der vorangegangenen Ordnung.

Das Sommer Schloss des Fürsten im Garten zu Wörlitz. Le Palais du Prince au Jardin de Wörlitz | Nagel, Johann Friedrich (Public Domain, Österreichische Nationalbibliothek).
Das Sommer Schloss des Fürsten im Garten zu Wörlitz. Le Palais du Prince au Jardin de Wörlitz | Nagel, Johann Friedrich (Public Domain, Österreichische Nationalbibliothek).

Es war die neue Epoche, in der sich der Mensch als Teil der Natur erkannte und die Gartenkunst zum Träger und Vermittler von Erkenntnis und Bildung wurde. Den Menschen über die Sinne aufklären: nirgendwo geht das so gut wie in der gestalteten Natur. So lädt ein Spaziergang durch die malerisch verschönerten künstlichen Landschaften, mit ihren architektonischen oder literarischen Anspielungen in Form von Tempeln, Skulpturen und Inschriften zu den verschiedensten Eindrücken, daraus resultierenden Gedanken und Erkenntnissen ein.

Auch Hans Wilhelm von Thümmel öffnete seine Gärten der Öffentlichkeit, als Orte der Erholung, der Erkenntnis, der Bildung und der Verbundenheit mit der Natur. Inspiration holte er sich auf Italienreisen, in Paris, Berlin, Wörlitz und anderen europäischen Orten.

Thümmels Privatgarten in Altenburg

Anfang des 19. Jahrhunderts galt der Garten Hans Wilhelm von Thümmels als die wichtigste Sehenswürdigkeit von Altenburg. In seiner endgültigen Ausdehnung wurde das langgezogene Parkgrundstück von der Mauerstraße, Kotteritzer Straße und Thümmelstraße (aktuelle Bezeichnung) begrenzt und von einer Mauer mit sieben Toren umschlossen. An der höchsten Stelle des Geländes, mit dem besten Ausblick auf Altenburg, ließ Thümmel ab 1788 eine Villa im Stil des italienischen Klassizismus errichten.

Thümmels Garten in Altenburg auf der Thümmelschen Karten von 1813, Section VIII.
Thümmels Garten in Altenburg auf der Thümmelschen Karten von 1813, Section VIII.

Im Park gab es künstliche Grotten, Wasserläufe und Teiche. Kleine Lusthäuser in verschiedenen Stilen sowie das sogenannte „Kachelhaus“ – auch „Türkischer Pavillon“ – wurden in das Konzept integriert. Der bekannte Künstler Adrian Zingg hielt die Schönheit des Thümmelschen Gartens für die Ewigkeit fest.

Als Thümmels Vermächtnis hatte der Garten nicht lange Bestand. Bereits einige Jahrzehnte nach seinem Tod im Jahr 1824 war er von den Erben durch den Verkauf einzelner Flächen stark verkleinert worden. Heute erinnert nur noch der erhaltene Mittelbau des Palais an seinen einstigen Ruhm.

Der Schlosspark in Altenburg

Neben der Gestaltung seines privaten Gartens in Altenburg betätigte sich Hans Wilhelm von Thümmel auch an der Umgestaltung des Schlossparks von der barocken zur landschaftlichen Anlage. Nach Berichten des Altenburger Chronisten Christian Friedrich Schadewitz (1779–1847) ließ der damalige Kammerpräsident Thümmel bereits 1784/86 zu Figuren geschnittene Eiben , die den Lustgarten zierten, und die mit Hainbuchen eingefassten Heckenwände entfernen. Die freien Flächen legte man mit Rasen aus und stellte die Orangerie darin auf. Um 1800 folgte die Anpflanzung der ersten Tulpenbäume. Damit legte Thümmel den Grundstein für den heutigen Altenburger Schlosspark in englischem Stil.

Das Rittergut Nöbdenitz – Thümmels Altersruhesitz

„Seiner Verheiratung verdankte Thümmel die Güter Nöbdenitz und Untschen; später kaufte er noch Nobitz dazu. Jedes dieser Güter zeugt für den Schönheitssinn seines Besitzers. Wenn die großen Wirthschaftsgebäude von Untschen den Oeconomen in Erstaunen setzen, so werden die herrlichen Anlagen und besonders die Einsiedelei von Nöbdenitz jeden Freund der Natur angenehm überraschen. Sie würden eine Zierde jeder Gegend seyn, so wie sie es für die von Nöbdenitz sind.“, steht im Neuen Nekrolog der Deutschen von 1826 über Thümmel (Schmidt, Friedrich August (Hrsg.): Neuer Nekrolog der Deutschen, Ilmenau 1826, S. 469.).

1782 hatte Thümmels Schwiegervater und Amtsvorgänger, der Sachsen-Gotha-Altenburgische Geheime Rat Freiherrn Johann von Rothkirch und Trach (1710–1782), das alte Nöbdenitzer Schloss sanieren und ein neues Herrenhaus sowie ein Mausoleum als Familiengrab errichten lassen. Diesen beschaulichen Ort wählte sich Hans Wilhelm von Thümmel zum Alterssitz.

Zum Segeln auf dem Teich von Nöbdenitz

Nöbdenitz befindet sich ganz in der Nähe der Schlösser Löbichau und Tannenfeld, in denen die Herzogin Anna Dorothea von Kurland zu ihrem bekannten Salon einlud. Gegenbesuche der Herzogin und ihrer Gäste in Nöbdenitz waren nicht selten. So traf man sich zum Segeln auf dem großen Teich des Rittergutes und zum Spaziergang zur 1000-jährigen Eiche, die sich Thümmel schon zu Lebzeiten als sein Grab im Grünen auserkoren hatte.

Schloss und Herrenhaus Nöbdenitz - Hans Wilhelm von Thümmel legte hier einen weitläufigen englischen Garten an mit Bächlein und "Einsiedeley" (Lithografie: Museum Burg Posterstein).
Schloss und Herrenhaus Nöbdenitz – Hans Wilhelm von Thümmel legte hier einen weitläufigen englischen Garten an mit Bächlein und “Einsiedeley” (Lithografie: Museum Burg Posterstein).

Die umliegende Parkanlage war weitläufig: der Gutsgarten erstreckte sich östlich des 1782 erbauten „Neuen Herrenhauses“, dessen Freitreppe zum Park hinführte. Ein Bächlein, der Mühlgraben, durchfloss die Anlage und in der Mitte eines geradlinigen Weges durchbrach auf einem Platz eine Statue oder ähnliches diese Achse. Von diesem Hauptweg führten drei Brücken über den Mühlgraben in die landschaftlich gestalteten Partien auf der Südseite, die vom Nöbdenitzer Holz abgeschlossen wurden. Hier ermöglichten Gehölzgruppen schattige Spaziergänge. Im Westen schloss ein mit Solitärgehölzen gerahmter Platz den Park ab.

Neben dem Wehr am Mühlgraben war eine Einsiedelei errichtet worden, ein beliebtes Motiv in den Gärten der Aufklärung: ein stiller Rückzugsort inmitten der Natur, um hier Zwiesprache mit sich selbst, der Natur und Gott führen zu können. Ein Ort der inneren Einkehr und Erkenntnis abseits des geschäftigen Alltagstrubels. Auch diese hielt der Kupferstecher Zingg bildlich fest. Bis in die heutige Zeit hat das Gebäude nicht überdauert.

Ein „chinesisches Badehaus“ und eine „polnische Hütte“

Neben den schon genannten Anlagen, die unter Thümmels Regie im Altenburger Landesteil des Herzogtums Sachsen-Gotha-Altenburg entstanden, gehörten auch die Umgestaltung des Rittergutes Untschen samt Errichtung eines Badehäuschens im chinesischen Stil oder das Ausflugsziel „Polnische Hütte“ in Münsa. Doch Hans Wilhelm von Thümmel war bei weitem nicht der einzige, der die hiesige Gartenkunst schätzte und förderte. Auch die von ihm bewunderte Herzogin Anna Dorothea von Kurland zählte zu diesem Kreis.

Der Schlossprk in Tannenfeld im Frühjahr 2018.
Der Schlosspark in Tannenfeld im Frühjahr 2018 (Foto: Marlene Hofmann).

Tannenfeld – Lustgarten im englischen Stil

Zeitgleich mit dem Bau des Schlosses begann unter der Regie der Herzogin die Entwicklung des Parks Tannenfeld. Das neue Gebäude, mit einer wunderschönen Aussicht über den hügeligen Landstrich bis zur Burg Posterstein und dem fernen Erzgebirge, wurde, wie der Schriftsteller Christoph A. Tiedge schrieb, unter Einbeziehung „alter Baumgruppen“, in einen neu gestalteten Park in landschaftlicher Manier eingebettet:

„Eine, an der Straße nach Ronneburg sanft aufsteigende Anhöhe, das Tannenfeld genannt, wurde späterhin mit einem freundlichen Gartenhause geziert, welches eine weite, reiche Aussicht beherrscht. Die zerstreuten alten Baumgruppen umher, durch junge Zwischenpflanzungen vereinigt, entwickelten bald einen labyrinthischen Park.“

(Tiedge, Christoph August: Anna Charlotte Dorothea, Herzogin von Kurland, Leipzig. F.A. Brockhaus 1823, S. 183. )

Der Schlosspark Tannenfeld im Frühling 2018 (Foto: Marlene Hofmann)
Der Schlosspark Tannenfeld im Frühling 2018 (Foto: Marlene Hofmann)

Zur Zeit Anna Dorothea von Kurlands lag Tannenfeld etwa eine halbe Stunde von Löbichau entfernt. Bogen die Besucher von der Chaussee zwischen Ronneburg und Schmölln kommend nach Tannenfeld ab, kamen sie an einem kleinen Pförtnerhäuschen vorbei auf eine von italienischen Pappeln gesäumte Allee in den Park und zum Schloss. Sandige Wege führten die Spaziergänger vorbei an Baum- und Strauchgruppen, Blumenbosketts und sentimental-romantischen Gedenksteinen wie dem Stein mit der Aufschrift „Peterswiese“, der an den 1800 verstorbenen Ehemann Dorothea von Kurlands erinnerte. Ein schmaler Bach durchfloss den Wiesengrund und mündete in einem Teich. Auf einer Insel im Teich gab es eine sogenannte „Eremitage“, eine aus Felsen geformte Grotte.

Schloss Tannenfeld im Frühjahr 2018 (Foto: Marlene Hofmann):
Schloss Tannenfeld im Frühjahr 2018 (Foto: Marlene Hofmann):

Die Sommer-Ausstellung #SalonEuropa widmet sich Schloss Tannenfeld

Vom 17. Juni bis 9. September 2018 widmet das Museum Burg Posterstein Schloss und Park Tannenfeld eine besondere Ausstellung: „#SalonEuropa im Hier und Jetzt: Schloss Tannenfeld – Inspiration und Wirklichkeit“. Vier Künstlerinnen aus Deutschland, Polen und Frankreich werden sich in der Tradition des Musenhofes der Herzogin von Kurland mit dem Thema Europa und der Geschichte Tannenfelds auseinandersetzen. Anlass sind die bevorstehenden Veränderungen, die für Parkanlage und Schloss Tannenfeld ab Sommer 2018 anstehen. Der idyllische Ort – einst von Anna Dorothea von Kurland beseelt – bekommt nach Jahren des Stillstandes eine neue Nutzung und neue Bewohner. Mit ihrem Projekt wollen die vier Künstlerinnen explizit auf den prägenden europäischen Gedanken verweisen, der an diesem Ort unter der Herzogin von Kurland gelebt wurde. Mit ihren Arbeiten bringen die vier Künstlerinnen ihren jetzigen Standpunkt, ihre jetzige Sichtweise zum Thema EUROPA zum Ausdruck.

Von Franziska Engemann, Christiane Nienhold und Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Weitere Beiträge zur #MuseumWeek 2018:
#WomenMW: Die Dame, die unter dem Pseudonym „Ernst Ritter“ schrieb
#CityMW: Tee im Salon – Die Altenburger Gesellschaft um 1810
#heritageMW: Ein europäisches Tourismus- und Informationszentrum im Geiste der historischen Salons in der Burg Posterstein
#professionsMW: Ein lebendiges Museum braucht Helfer und Unterstützer
#kidsMW: Bitte ins Museum, Mami! Die Familienausstellung „Die Kinderburg“ auf Burg Posterstein

Vier Tage Südböhmen: Gast-Beitrag zur Bildungsfahrt der Mitglieder des Museumsvereins

Jedes Jahr begeben sich Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein e.V. auf eine gemeinsame Bildungsfahrt. Reiseziele sind historische Orte, die unmittelbar mit den Forschungsschwerpunkten des Museums in Zusammenhang stehen. Vom 3. bis 6. Oktober 2013 führte die Reise nach Südböhmen, wo man beim Besichtigen der Schlösser von Schwarzenberg und Metternich noch tiefer in die Zeit zwischen Völkerschlacht (aktuelle Sonderausstellung) und Wiener Kongress (nächstes großes Jubiläum 2015 und Forschungsschwerpunkt “Musenhof Löbichau”) eintauchen konnte. In Plasy (deutsch: Plaß), wo sich ein Kloster und die Familiengruft Metternichs befindet, wurde nach dem Krieg auch das Familienarchiv Metternichs gefunden. Monika Diedrich, Mitglied im Museumsverein Burg Posterstein e.V., hat für diesen Gastbeitrag die Erlebnisse in Wort und Bild festgehalten. – Vielen herzlichen Dank!

Die Metternichs ließen Schloss Kynžvart (deutsch: Schloss Königswart) in Tschechien zu einem Barockschloss umbauen.
Die Metternichs ließen Schloss Kynžvart (deutsch: Schloss Königswart) in Tschechien zu einem Barockschloss umbauen.

Schon zum zweiten Male wurde auf der Fahrt in den Süden kurz vor Marienbad das Schloss Kynzvart (Königswart) besucht, das der Familie Metternich gehörte und welches der damalige österreichische Kanzler Clemens Metternich von seinem Vater zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte – nach den Worten des kauzigen tschechischen Schlossführers. Nicht nötig war es, wie eine Teilnehmerin es aussprach, dass er auch noch zwei Säcke mit Goldtalern für den Erhalt des Schlosses hätte dazubekommen sollen, denn die Einrichtung des Schlosses – wieder nach den Worten des Führers – bestand zum größten Teil aus kleinen und großen Geschenken von Königen, vom Kaiser, vom Zar und anderen hochgestellten Persönlichkeiten jener Zeit.

Neben dem Schloss war der dazugehörige Gutshof zu einem großen Teil restauriert worden. Beim ersten, früheren Besuch befand er sich noch in einem desolaten Zustand. Im Gelände des schönen Parks liegt nun ein Golfplatz, der größte der Republik Tschechien.

Zweite Station: Das Schloss eines Heerführers

Am Nachmittag des ersten Tages kam der Bus in Krumlov (Krumau) an, einer kleinen Stadt von 13 000 Einwohnern , die umgeben ist von der Moldau, da sie in einer romantischen Flussschleife liegt. Beherrscht wird sie von einer der größten tschechischen Schlossanlagen, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist.

Die Schlossanlage gehörte der Familie Schwarzenberg, dessen bekanntestes Mitglied vielleicht der in Wien geborene Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg war, ab 1810 österreichischer Botschafter in Frankreich und ab 1813
Oberbefehlshaber der alliierten Armeen im Kampf gegen Napoleon.

Bekanntester Besitzer der opulenten Schlossanlage in Krumlov (Krumau) war Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, Oberbefehlshaber der alliierten Armeen im Kampf gegen Napoleon.
Bekanntester Besitzer der opulenten Schlossanlage in Krumlov (Krumau) war Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, Oberbefehlshaber der alliierten Armeen im Kampf gegen Napoleon.

Schloss- und Stadtführung am nächsten Tag machten jedem klar, warum es zu der Auszeichnung als Weltkulturerbe gekommen ist: Seit Jahrhunderten keine kriegerischen Zerstörungen, keine Plünderungen, keine Modernisierungsmaßnahmen an der Bausubstanz. Das bedeutet ganz und gar mittelalterliches Flair, wenn nicht die Touristen wären! Aber davon lebt die
Bevölkerung. Der größte Teil der Touristen ist deutschsprachig, doch 40 Prozent sind Asiaten. Ein bisschen stört der touristische Schnickschnack in den unzähligen Geschäften und Ständen schon. Und Kneipen gibt es hier! Nicht zu zählen. Das Bier läuft in Strömen.

Am dritten Tag wurde der Ort Rožmberk (Rosenberg) angefahren. Wieder eine tolle Burg, auch direkt an einer Moldauschleife gelegen, der Stammsitz des Adelsgeschlechts der Rosenberger, die in der böhmischen Geschichte eine große Rolle spielten.

Nicht weit davon – ebenfalls zu besichtigen – das wiederbelebte Kloster Vyšši Brod (Hohenfurth).

Der Wohnsitz Metternichs

Familiengruft der Familie Metternich in Plasy (deutsch Plaß)
Familiengruft der Familie Metternich in Plasy (deutsch Plaß)

Den Abschluss des viertägigen Ausflugs bildete nach einer deftigen Mittagspause im Gärkeller der Pilsener Brauerei die Besichtigung des ehemaligen Klosters Plasy, das im 19. Jahrhundert zum Wohnsitz der Familie Metternich wurde. Und dieses Mal hatten die Vereinsmitglieder Glück, sie konnten in die Familiengruft hineingehen und den Sarg des österreichischen Kanzlers ansehen sowie die Särge seiner Familienmitglieder.

Vier Tage böhmische und österreichische Geschichte, sehr gut in Zusammenhang zu bringen mit dem großen Forschungsschwerpunkt der Burg Posterstein, dem Leben und Wirken der Herzogin Dorothea von Kurland, insbesondere, wenn man an den Wiener Kongress (1814/15) denkt, bei dem zwei ihrer Töchter wichtige Rollen spielten. (Schon damals war der Geheimdienst, Metternichs Spitzel in Wien, über alle Aktivitäten bei Tag und in der Nacht genau informiert.)

Von Monika Diedrich, Mitglied des Museumsvereins Burg Posterstein e.V.

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