AskACurator 2016 lässt uns zu den amerikanischen Museen aufschauen und Inspiration finden

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Natürlich haben wir auch dieses Jahr am #AskACurator-Tag teilgenommen – und schon im Voraus ein paar Fragen zur aktuellen Sonderausstellung “Im Dienste der Ernestiner – Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister” beispielhaft beantwortet (dazu mehr). Natürlich rollten auf Twitter unter dem Hashtag #AskACurator jede Menge Tweets rein, auch auf Deutsch. Aber abends, als die meisten deutschen Kuratoren offline gegangen waren, ging es erst richtig los – nämlich bei den amerikanischen Kollegen. 

Ein paar schöne, kleine Unterhaltungen ergaben sich tagsüber neben den ganzen Aufrufen der 69 teilnehmenden deutschen Museen, doch gern Fragen zu stellen. Wir trafen viele alte Bekannte und engagierte Kollegen, auch uns im Social Web bisher noch Unbekannte, worüber wir uns immer sehr freuen. Über Antworten auf allgemein gestellte Fragen, kann man manchmal schnell in kurze Unterhaltungen einsteigen. Über “privat” gestellte Fragen bekommt man einige Inspiration und Anregungen aus anderen Häusern. Aber es bleibt deutlich, dass Twitter in Deutschland nicht unbedingt vom “normalen” Museumspublikum genutzt wird – und dass Aufrufe auf Facebook und Instagram (zumindest bei uns) zu keiner großen Resonanz geführt haben. Dass das nicht schlecht sein muss, erklärt ganz anschaulich Angelika Schoder im Blog Musermeku.

 

Fragen aufwerfen

Viele Museen verkündeten ganz konkret, welche Kuratoren von wann bis wann Fragen beantworteten. Der Kurator des Stadtmuseums Berlin musste die Fragen aus dem Archiv per WhatsApp beantworten – was dann aber auch wieder ganz authentisch und direkt von der Arbeit war. Im Museum Burg Posterstein sind wir so wenige Mitarbeiter, dass wir zu zweit die Kommunikation gleichzeitig mit der Druckfreigabe für das Buch zur Ausstellung betreut haben.

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Ganz deutlich wurde, dass in den verschiedenen Museen auf unterschiedliche Strategien gesetzt wurde, Fragen aufzuwerfen und Gespräche loszutreten. Das ist auch wichtig, denn sonst kommt vielleicht nur die ein oder andere Standardfrage. Manche Museen bereiteten sich gut vor:

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Zurück zur Ausgangsidee, das Publikum mit Museumskuratoren in direkten Kontakt zu bringen, brachte das AskACurator-Konzept das Museum of Modern Art in New York, dessen Kuratoren auf Facebook live im Video Fragen direkt beantworteten:

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Kuratoren unter sich?

Wie Angelika Schoder ganz richtig bemerkt, muss es nicht unbedingt schlecht sein, dass Twitter in Deutschland nicht wirklich und vor allem nicht tagsüber vom normalen Besucher genutzt wird. Man kann das Netzwerk nämlich stattdessen für den Austausch mit Kollegen nutzen. Als Museum haben wir diesmal keine Fragen an andere Museen gestellt, als Privatperson schon. Da ging es dann z. B. darum, wie sich Ausstellungen am besten in historische Räume einpassen lassen, wie Ausstellungen auch digital weitergeführt werden können (hier gab es von internationalen Museen schöne Anregungen und Inspiration durch schon laufende Projekte) und wie man flüchtige, urbane Kunst im neuen Münchner Museum Muca Munich festhalten will.

Wir sammeln auf Twitter ständig Inspiration, lassen die Ideen reifen und sehen dann, was wie in das Konzept von Burg Posterstein passen und es bereichern könnte. Auch in der deutschen Museumswelt gibt es viele interessante Entwicklungen – wie Ausstellungen, die auf Google Arts Project weiterlaufen und Museen, die ihre Bücher als E-Books herausgeben – von denen wir uns durchaus inspirieren lassen könnten. Genau wegen dieser Inspiration durch andere, weltweit, nehmen wir am AskACurator-Tag teil. – Und einfach nur, um zu zeigen, dass es uns gibt.

Frag Thümmel! – Wir beantworten Fragen zur Ausstellung am #AskACurator-Tag

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Über 1300 Museen aus 53 Ländern stellen sich morgen zum “Ask A Curator-Day” (Frag einen Kurator-Tag) den Fragen interessierter Menschen aus aller Welt. Das Museum Burg Posterstein nimmt schon zum vierten Mal teil. Die Kuratoren der aktuellen Sonderausstellung “Im Dienste der Ernestiner: Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister” stehen auf allen sozialen Kanälen des Museums – auf Twitter, Facebook und Instagram – und natürlich auch hier im Blog für Fragen bereit.

Warum eine Ausstellung über … Thümmel?

Alles darf gefragt werden, auch Fragen wie: Warum widmet das Museum Burg Posterstein gerade den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Thümmel eine Ausstellung? Wer entscheidet, wie die Ausstellung aufgebaut sein wird? Wer schreibt die Ausstellungstexte? Welche Ausstellungsstücke kannten die Museumsmitarbeiter vor Eröffnung der Ausstellung selber noch nicht? Und welches kam erst nach der Eröffnung noch dazu? Wie viele Besucher waren schon da und wie viele “Verwandte” des Ministers Thümmel besuchten schon die Postersteiner Sonderausstellung?

Wen die Antworten jetzt schon interessieren, den wollen wir nicht warten lassen:

Warum widmet das Museum Burg Posterstein gerade den Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister Thümmel eine Ausstellung?

Die Thüringer Landesausstellung “Die Ernestiner – Eine Dynastie prägt Europa” in Gotha und Weimar widmete sich den Ernestiner Herzögen. Das Museum Burg Posterstein liegt in Ostthüringen im Landkreis Altenburger Land und auch Altenburg war Residenz der Ernestiner Herzöge. Im Postersteiner Nachbarort Nöbdenitz besaß der Sachsen-Gotha-Atenburgische Minister Hans Wilhelm von Thümmel (1744-1824) ein Rittergut und wählte die 1000-jährige Eiche im Ort zu seiner Grabstätte. Von Nöbdenitz hatte er es nicht weit an den Musenhof der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821) in Löbichau, ein Forschungsschwerpunkt des Museums Burg Posterstein.

Wer entscheidet, wie die Ausstellung aufgebaut sein wird? Wer schreibt die Ausstellungstexte?

Im Fall der Thümmel-Ausstellung gab es ein Kuratorenteam, das den Aufbau der Ausstellung gemeinsam geplant hat. Der Vorteil eines kleinen Museums ist aber, dass alle gleichwertig ihre Meinung einbringen dürfen und dass auch spontane Änderungen und Umbauten noch möglich sind. Die Texte schreiben wir ebenfalls im Team.

Kam erst nach der Ausstellungseröffnung in eine Vitrine: Der Grundstein des Thümmelschen Palais in Altenburg.
Kam erst nach der Ausstellungseröffnung in eine Vitrine: Der Grundstein des Thümmelschen Palais in Altenburg.

Welche Ausstellungsstücke kannten die Museumsmitarbeiter vor Eröffnung der Ausstellung selber noch nicht? Und welches kam erst nach der Eröffnung noch dazu?
Hans Wilhelm von Thümmel wird bereits in der Dauerausstellung des Museums Burg Posterstein als herausragende Persönlichkeit der Region gewürdigt. Als wir begannen, uns noch intensiver als dem langjährigen Sachsen-Gotha-Altenburgischen Minister zu beschäftigten, tauchten auch noch uns bisher noch nicht bekannte Quellen und Bilder auf. Im Staatsarchiv Gotha schlummerte beispielsweise noch das Pariser Tagebuch Thümmels, das im Buch zur Ausstellung ausgewertet wird. In einer Privatsammlung gab es wunderschöne von Thümmel in Auftrag gegebene Nöbdenitz-Ansichten von Adrian Zingg, die Thümmels “Einsiedeley” in seinem englischen Garten und seine Grabeiche zeigen – letzteres der Herzogin von Kurland gewidmet. Als die Ausstellung schon eröffnet war, brachte uns der heutige Besitzer des Thümmelschen Palais in Altenburg einen Grundstein von 1789, den er bei der Restaurierung gefunden hatte. Auch der Grundstein ist nun in der Ausstellung zu sehen.

Wie viele Besucher waren schon da und wie viele “Verwandte” des Ministers Thümmel besuchten schon die Postersteiner Sonderausstellung?
Die Sonderausstellung sahen bisher rund 4000 Besucher aus ganz Deutschland. Sie läuft länger als die Thüringer Landesausstellung und ihre anderen Begleitausstellungen, nämlich noch bis 31. Oktober 2016. Bisher stellten sich an der Museumskasse schon vier Besucher als Verwandte oder Nachfahren Thümmels vor. Die Ausstellung als Anlass für ein Familientreffen?

Alle weiteren Fragen beantworten wir live!

Zwitschern, nicht nur weil der Frühling kommt: Potentiale der #MuseumWeek auf Twitter für Museen

LogoMW_PostersteinIm Museum Burg Posterstein summten in der vergangenen Woche die Smartphones ununterbrochen. Auf Twitter und in anderen sozialen Netzwerken fand von Ostermontag bis 3. April die internationale Museumswoche, #MuseumWeek genannt, statt. Organisiert wird das Social-Media-Großevent unter der Regie des französischen Kulturministeriums und namhafter französischer Museen, Bibliotheken und Archive. Für Museen, Bibliotheken und Archive bieten solche Aktionen Chancen, national und international stärker wahrgenommen zu werden und gleichzeitig zu erfahren, was andere machen, welche Sammlungen es gibt und welche engagierten Mitarbeiter dahinterstehen..

Nicht nur die großen Häuser, die in den sozialen Netzwerken hunderttausende von “Verfolgern” und im realen Leben Millionen von Besuchern haben, standen im Mittelpunkt der #MuseumWeek. Je nach Engagement schafften es auch kleine und mittlere Museen an die Spitze der automatisch generierten “Top Museum”-Liste auf der Website der MuseumWeek – während manche große deutsche Museen wiederum völlig unsichtbar blieben.

Auf internationaler Ebene dominierte zwar zunächst das British Museum mit seinen über 720.000 Twitter-Followers. Im Laufe der Woche wurde der Museumsdinosauerier jedoch von den italienischen Museen Massaciuccoli Romana und Museo Corona Arrubia überholt. Interessant ist das, weil die Museen, die auf dieser Liste, die auch nach Ländern sortiert werden kann, weit oben standen, durch diesen Listenplatz auf der Website der MuseumWeek besonders intensiv wahrgenommen wurden.

Draußen zwitscherte es, drinnen summten die Smartphones: Burg Posterstein bei der #MuseumWeek
Draußen zwitscherte es, drinnen summten die Smartphones: Burg Posterstein bei der #MuseumWeek

Jeder der sieben Tage stand unter einem bestimmten Motto, unter dem die Museen Blicke hinter die Kulissen und kleine Fakten über die von ihnen gehüteten kulturellen Schätze teilen konnten. Insgesamt wurden auf Twitter knapp 150.000 Kurznachrichten mit kleinen Infos, Bildern, Links und Videos zu den mehr als rund 3500 weltweit teilnehmenden Museen abgeschickt, die wiederum über 500.000 mal geteilt wurden. Folgt man den einschlägigen Hashtags (Schlagwörtern) kommt man mit dem Lesen gar nicht nach. Auch im Foto-Netzwerk Instagram, das die Burg Posterstein seit kurzem ebenfalls nutzt, und auf Facebook traf man häufiger die Schlagwörter der Museumswoche an.

Mittendrin die Burg Posterstein, die sich mit knapp 1800 Abonnenten auf Twitter bereits einen Namen gemacht hat. Zur Museumswoche veröffentlichte das Museum täglich einen thematisch passenden Blogpost, mal auf Deutsch und mal auf Englisch, in denen es um das Museum, die Sammlungen, die Burg und die Region geht.

So sah es am Tag 3 der MuseumWeek aus bei den 110 teilnehmenden deutschen Museen (von etwa 6000 deutschen Museen insgesamt!), bevor das Archäologische Museum Hamburg und das Ägyptische Museum in München dann mit vielen Tweets und Retweets an uns vorbeizogen
So sah es am Tag 3 der MuseumWeek aus bei den 110 teilnehmenden deutschen Museen, bevor das Archäologische Museum Hamburg und das Ägyptische Museum in München dann mit vielen Tweets und Retweets an Burg Posterstein vorbeizogen.

 

Damit war das Museum Burg Posterstein zur #MuseumWeek eines der fünf aktivsten in ganz Deutschland. Insgesamt nahmen rund 110 deutsche Museen (von etwa 6000!) an der Museumswoche teil. Die Burg Posterstein bewegte sich dabei beispielsweise auf Augenhöhe mit dem Archäologischen Museum in Hamburg, dem Stadtmuseum Berlin, dem Ägyptischen Museum in München und der Kunsthalle Karlsruhe, die zu den innovativsten deutschen Museen auf Twitter zählen. Man “kennt” sich inzwischen und unterhält sich regelmäßig.

Aber die Museumswoche bot für die Museen auch eine Chance, auf der internationalen Bühne auf sich aufmerksam zu machen. Die Mitarbeiter des Museums Burg Posterstein hielten nicht nur mit den deutschen Kollegen Kontakt, sondern unterhielten sich beispielsweise mit einem finnischen Museum über Altenburger Rittergüter, kamen mit einem italienischen Haus über historische Karten ins Gespräch und erhielten Zuspruch von deutschen, tasmanischen, italienischen und französischen Kulturinteressierten und jede Menge neue Followers.

Neben dem Museum Burg Posterstein waren aus Thüringen das Lindenau-Museum Altenburg und das Elektromuseum Erfurt bei der Museumswoche aktiv. Auf diese Art wurde in der vergangenen Woche ein kleines bisschen Thüringen in die Welt hinaus gezwitschert.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

#AskACurator – natürlich auch im Museum Burg Posterstein

Welker

Kuratoren aus fast 1000 Museen aus rund 50 Ländern stehen am diesjährigen #AskACurator (Frag einen Kuratoren)-Tag am 16. September auf Twitter Rede und Antwort zu ihrer Arbeit. Das Museum Burg Posterstein beteiligt sich als eines von über 40 deutschen Museen, darunter erstmalig auch das benachbarte Lindenau-Museum Altenburg, an diesem inzwischen schon traditionsreichen Social Media-Event. Auf Twitter, aber auch auf Facebook und hier im Blog stehen wir gern Rede und Antwort zur Museumsarbeit und zum Ausstellungsaufbau.

Wer antwortet?

Franziska Engemann ist Historikerin und Co-Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung “Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien”.

Marlene Hofmann studierte Kommunikation, Skandinavistik und Museumsmanagement in Hamburg und hat zuletzt die aktuellen Sonderausstellung “Salongeschichten: Paris – Löbichau – Wien” mit kuratiert. Im Augenblick arbeitet sie an der Umgestaltung der Dauerausstellung zum Musenhof Löbichau und bereitet zusammen mit Petra Nienhold die traditionelle Weihnachtsausstellung vor.

Fragen können direkt an die Profile des Museums und als Kommentar unter diesem Blogpost gestellt werden. Wir versuchen nach bestem Wissen und Gewissen zu antworten.

Die Liste über alle teilnehmenden Museen finden Sie hier.

Zusammenfassung

Eine Auswahl der durch #AskACurator entstandenen Gespäche haben wir hier zusammengestellt.

Posti & Stein am weltweiten #MuseumSelfie Day

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Wir haben sie erwischt: Die Burggeister Posti und Stein posieren zusammen mit der Burg Posterstein. Kein Wunder, heute ist auf Twitter ja auch der erste internationale #MuseumSelfie Tag, ausgerufen von @MarDixon und dem britischen Museumsexperten-Netzwerk Culture Themes.

Eigentlich haben wir uns schon längst an den Anblick von Menschen, die ihren Museumsaufenthalt per schnelles Selbstportrait mit dem Smartphone dokumentieren schon längst gewöhnt. Heute wird es zum Flash Mob / Kunstprojekt auf internationaler Bühne. Wer auf Twitter und Instagram nach dem Hashtag (Lesezeichen) #MuseumSelfie sucht, findet sich schnell in einem öffentlichen Familienfotoalbum hunderter oder tausender Museumsbesucher wieder. Schön besprochen hat die neue Bedeutung solcher Selbstportraits auch der Münchner Kulturexperte Christian Gries in seinem Blog.

In Posterstein derweil schneit es und die Burggeister Posti und Stein verweisen mit ihrem Selfie nicht zuletzt auf das museumspädagogische Programm im Museum, durch das jedes Jahr mehr als 2000 kleiner Ritter und Burgfräulein die Burg Posterstein kennenlernen.

Frag uns alles, was du willst: #AskACurator Tag 2013 auf Twitter

18. September 2013: Unter dem Hashtag (=Twitter-Lesezeichen) #AskACurator konnten Twitter-Nutzer Fragen an die Kuratoren von über 600 Museen in 35 Ländern stellen. Das Museum Burg Posterstein nahm teil: Hier kommt die Zusammenfassung.

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Für das Museum Burg Posterstein (Twitter: @burgposterstein) antworteten sowohl der Direktor des Museums sowie Marlene Hofmann (Kuratorin der Ausstellung “Wehrhaft – Wohnhaft – Haft” über die Funktion des Bergfrieds auf einer mittelalterlichen Burg im Jahr 2012). Gleich ab halb 10 Uhr morgens hielten uns die Twitter-Nutzer mit spannenden Fragen auf Trapp.

Medienarbeit, Museen & soziale Medien

Die ersten Fragen drehten sich um soziale Medien und Medienarbeit im Museum. – Eines unserer Lieblingsthemen. Die ausführlichen Antworten gibt es hier.

Tanja Praske ist eine Museumsexpertin aus München, die einen interessanten Blog über Museen & soziale Medien schreibt. Die nächste Frage zum Thema kam gleich vom Thüringer Schloss Friedenstein:

Inhalte auswählen und Ausstellungen gestalten

Es schloss sich eine längere Debatte mit @friedenstein und @Beatrice078029 an, in der es sich um Fragen rund um die Ausstellungsgestaltung und die Vermittlung von Inhalten drehte – große Fragen, die wir so gut es ging mit 140 Zeichen zu beantworten versuchten:

Beatrice stellte noch viel mehr Fragen. Zuletzt einigten wir uns darauf, dass sie uns per E-Mail kontaktieren sollte!

Die Zukunft der Museen

Sebastian Hartmann, ein weiterer Museumsspezialist, der ebenfalls einen populären Museumsblog führt, interessierte sich für noch größere Fragestellungen – die Zukunft der Museen:

Sind Blogger im Museum willkommen?

Eine weitere hochinteressante Frage stellte Tanja Praske zum Umgang mit Bloggern im Museum:

Und für uns, die wir selbst bloggen, stellen Blogger natürlich eine große Chance dar und eine willkommene Ergänzung zur Lokalpresse. Leider kennen wir noch nicht so viele Museumsblogger in der Region Thüringen (wer sich jetzt angesprochen fühlt: bitte kontaktiert uns, wenn ihr regelmäßige Presseinfos und Einladungen zu Hintergrundgesprächen erhalten wollt!).

Alles in allem war der #AskACurator Day 2013 für uns als Museum eine großartige Erfahrung und ein weiteres Beispiel für die unzähligen Möglichkeiten, über die Museen via soziale Medien mit museumsinteressierten Menschen, Experten, anderen Museen und potentiellen Besuchern in Kontakt treten können. Wir freuen uns schon auf den nächsten Ask A Curator-Tag!

Alle Fragen und Antworten, Details und Infos haben wir in einer separaten Story auf Storify gesammelt.

P.S.: Natürlich wird es auch 2014 wieder einen AskACurator Tag geben, dafür sollte man den Hashtag #AskACurator auf Twitter im Blick halten. Bis dahin könnt ihr uns via E-mail, Kommentare, Twitter und Facebook erreichen.

(Marlene Hofmann)

Einladung zum “Digitalen Musenhof”: 1. Tweetup im Museum Burg Posterstein #IMT13

Digitaler Musenhof auf Burg Posterstein
Hätte die Herzogin von Kurland getwittert?

Am 12. Mai ist Internationaler Museumstag. Auf Burg Posterstein haben wir ein Programm für die ganze Familie zusammengestellt. Alle Veranstaltungen sind im Eintrittspreis inbegriffen. Für Teilnehmer am “digitalen Musenhof” ist der Eintritt frei.

Der “digitale Musenhof” startet um 13.30 Uhr

Hätte es damals schon den Kurznachrichtendienst Twitter gegeben, hätte die Herzogin Anna Dorothea von Kurland sicherlich ihr eigenes Profil gehabt. Die redegewandte, politisch und kulturell interessierte Dame hätte eine Menge Follower um sich geschart, mit klugen Tweets – kleinen Botschaften von 140 Zeichen Länge – das Weltgeschehen kommentiert und sich mit den bekanntesten Politikern und Künstlern der Zeit angeregte Debatten geliefert. So stellen wir uns das zumindest vor.

Zum Internationalen Museumstag am 12. Mai wollen wir den Löbichauer Salon der Herzogin von Kurland mit einem Tweetup wieder aufleben lassen. Wir starten um 13.30 Uhr zur Sonderführung durch die Dauerausstellung über den Musenhof Löbichau. Jeder kann teilnehmen, ob mit Smartphone oder als “normaler” Zuhörer. Twitterer haben freien Eintritt ins Museum und zu allen anderen Veranstaltungen an diesem Tag.

So nehmen Sie am Tweetup “Digitaler Musenhof” teil

Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (Bild: Burg Posterstein)
Die Herzogin Anna Dorothea von Kurland (Bild: Burg Posterstein)

Um am Tweetup “Digitaler Musenhof” teilnehmen zu können, brauchen Sie ein Handy mit Internetzugang und ein Twitter-Profil (das ist kostenlos und innerhalb weniger Minuten eingerichtet: Zur Kontoerstellung). Die Teilnehmer folgen der Führung und kommentieren und teilen ihre Erlebnisse zeitgleich auf Twitter. Alle Kommentare werden mit dem Hashtag (Lesezeichen) #IMT13 (Kürzel für: Internationaler Museumstag 2013) versehen. So kann das Geschehen von anderen Twitterern auf Twitter live mitverfolgt werden. Allen Kommentaren zum Thema kann man auf der Twitterwall zum Internationalen Museumstag folgen: http://imt13.tweetwally.com/.

Wenn Sie teilnehmen wollen, senden Sie uns einen Tweet @burgposterstein und melden Sie sich am 12. Mai an der Museumskasse. – Wenn es damals schon Smartphones und Twitter gegeben hätte, wäre die kulturinteressierte und debattierfreudige Herzogin von Kurland sicher eine der ersten Tweetup-Initiatorinnen gewesen.

Zum Weiterlesen:

Museum Burg Posterstein auf Twitter

Twitterwall zum Internationalen Museumstag mit den aktuellesten Tweets

Unser Programm zum Internationalen Museumstag

Was ist ein Tweetup? – Erklärt auf der Website der Kulturkonsorten München

Was ist der Musenhof Löbichau? – Info auf der Website der Burg Posterstein

Wie Frauen in Salons politisch agierten – Artikel von Marlene Hofmann

Weitere Blogbeiträge zum Schloss Löbichau:

Zeitweise 300 Gäste gleichzeitig

Austern unterm Schloss (Ausgrabung in Löbichau)

Von Marlene Hofmann

Zwitschern auf allen Kanälen? – Museum im Netz am Beispiel Burg Posterstein

Man „postet“, „tweetet“ und „bloggt“ – inzwischen sind auch viele Museen im Internet angekommen und machen auf ihren Websites, Blogs und Profilen auf Facebook und Twitter auf sich aufmerksam. – Wie zum Beispiel das Museum Burg Posterstein, gelegen im Altenburger Land.

Dieser Text erschien in den “Thüringer Museumsheften” 1/2013, zu beziehen über den Thüringer Museumsverband.

Museum Burg Posterstein - aktiv im Netz
Das Museum Burg Posterstein ist aktiv im Netz unterwegs

In den Mauern der rund 800 Jahre alten Bergspornburg Posterstein befindet sich seit 1952 das Regionalmuseum des Altenburger Landes. Es zeigt Ausstellungen zur Burggeschichte und zur regionalen Geschichte, sowie eine große Schau zum benachbarten Musenhof Löbichau der Herzogin Anna Dorothea von Kurland, einem der bekanntesten gesellschaftlichen und politischen Salons um 1800. Die Museumsleitung scheut nicht die Mischung von Historie und Moderne: Bereits seit 2000 verfügt das Museum über eine Website, in den vergangenen Jahren kamen Profile auf Facebook und Twitter (seit 2010) und ein eigener Blog (seit Anfang 2011) dazu. Um kurze Videos online teilen und einbinden zu können, besitzt die Burg Posterstein einen Kanal auf Vimeo, einem werbefreien Konkurrenten von YouTube. Darüber hinaus ist das Museum auf Plattformen wie Webmuseen, Visitatio und ähnlichem – Seiten, die museale Angebote bündeln – mit eigenen Unterseiten vertreten.

Facebook und Twitter

Museum Burg Posterstein
Web-Logo von Museum Burg Posterstein

Auf Facebook und Twitter kann man Veranstaltungen bewerben und auf lockere Art auf das Museum neugierig machen. Ein Beispiel aus Posterstein: Zusammen mit einem Foto des Hochrades aus der Sammlung des Museums, postete man die Bildunterschrift „Für den Ronneburger Heimatverein haben wir heute unser Hochrad aus dem Depot geholt. Möglicherweise handelt es sich um das Rad, mit dem der Ronneburger Druckereibesitzer Hugo Barthol vor 100 Jahren bis zum Vesuv geradelt ist. Der Heimatverein recherchiert.“). Ansprechend sind schöne Bilder, Videos und ein Stil, der nicht nach Werbung klingt. Wichtig ist vor allem die Interaktion mit dem Publikum. Das Webpublikum erwartet, dass Anfragen auf Facebook und Twitter schnell beantwortet werden (Beispiel Posterstein: Vor dem Mittelalterspektakel fragen Facebook-Fans, ob „Gewandete“ Eintrittsermäßigung bekommen und erhalten nur wenig später Antwort vom Museum). Da auf Facebook und Twitter auch andere Museen und Kultureinrichtungen vertreten sind, bieten die sozialen Netzwerke gute Möglichkeiten, sich durch „Likes“ und Kommentare gegenseitig zu bewerben und untereinander in Kontakt zu bleiben (Beispiel Posterstein: Seit der Sonderausstellung „Die Zittauer Fastentücher“ bleibt das Museum mit dem Verein Zittauer Fastentücher auch via Facebook in Kontakt). Nicht zuletzt können Museen den virtuellen Freundeskreis ganz unkonventionell für sich nutzen und beispielsweise neue Mitarbeiter und Ehrenamtliche suchen oder nach einem Kostüm für die Vorbereitung der neuen Sonderausstellung fahnden, wie neulich in Posterstein geschehen.

Ein eigener Blog

Ein eigener Blog bietet sich an, wenn man über die Homepage hinaus auf lockerere Art, tiefer gehende Informationen veröffentlichen möchte. Das so genannte „Web log“ eröffnet die Möglichkeit, zu kommentieren und zu publizieren, ohne dass es gleich eine offizielle Museumspublikation werden muss. Das Museum Burg Posterstein nutzt seinen Blog „Geschichte und Geschichten“ dazu, in längeren, aber leserfreundlichen Artikeln auf interessante Forschungsergebnisse und unveröffentlichte Details aus der regionalen Geschichte hinzuweisen – zum Beispiel mit Auszügen aus der Geschichte der ehemaligen Rittergüter des Altenburger Landes.

Werben auf allen Kanälen?

Eine eigene Website mit übersichtlichen und präzisen Informationen für Besucher zu haben, ist für Museen inzwischen unerlässlich. Aber muss man wirklich auf jeder neuen Welle mitschwimmen? Die Antwort lautet Jain. Jedes Museum sollte sorgfältig abwägen, welche Angebote es über die Website hinaus nutzen möchte. Ein verwaister Twitter-Account und ein Facebook-Profil ohne Fans schaden mehr als gar nicht präsent zu sein. Nutzen sie einen entsprechenden Dienst aber konstant und zuverlässig, können Museen davon profitieren und neue, oft jüngere Zielgruppen erschließen.

Burg Posterstein im Internet:

Website: www.burg-posterstein.de

Blog: burgposterstein.wordpress.com

Facebook: www.facebook.com/burgposterstein

Twitter: twitter.com/BurgPosterstein

Vimeo: vimeo.com/burgposterstein

Was man über Facebook, Twitter und Blogs hinaus noch tun kann (kleine Auswahl):

Videos und Fotos teilen: YouTube (ähnlich Vimeo), Flickr

Weitere soziale Netzwerke nutzen: StudiVZ, Google Plus, etc.

Museum online begehbar machen: Google Art Projekt (für die großen Museen –eine Art Google Street View für Museen)

Museum auf Google Earth mit einem 3D-Modell verzeichnen

(Text von Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein)