Kinder, Kinder, #Kinderburg: Unser Blick auf Kultur im Jahr 2017

Ferienführung durch die Burg Posterstein.
Ferienführung durch die Burg Posterstein.

Das Archäologische Museum Hamburg fragt in seiner Blogparade #KultBlick nach dem persönlichen Blick auf Kultur. Mitmachen kann jeder. Wir vom Museum Burg Posterstein wollen unseren Blickwinkel für dieses Jahr vorstellen: Den Blick auf Geschichte durch Kinderaugen.

Der Kulturblick eines geschichtlichen Museums richtet sich per Definition in erster Linie auf vergangene Zeiten. Das Museum Burg Posterstein beschäftigt sich als regionalgeschichtliches Museum des Altenburger Landes in Thüringen in erster Linie mit der Geschichte der Burg Posterstein und der Geschichte der Region im Dreiländereck Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Dazu gehört auch ein Salon, der zwischen 1795 und 1821 nach ganz Europa ausstrahlte: Der Musenhof der Herzogin von Kurland. Aus über 800 Jahren Geschichte kann man inhaltlich schöpfen und als Museum seinen Kulturblick auf verschiedene Schwerpunkte lenken. 2017 haben wir einen ganz besonderen kulturellen Blickwinkel in den Mittelpunkt gerückt: Den Blick auf Geschichte durch Kinderaugen.

Schon im Vorfeld der Kinderburg-Ausstellung gab es für junge Besucher viel zu entdecken: Hier durften Kinder die Ausrüstung der Ritterschaft von Hohenstein testen.
Schon im Vorfeld der Kinderburg-Ausstellung gab es für junge Besucher viel zu entdecken: Hier durften Kinder die Ausrüstung der Ritterschaft von Hohenstein testen.

Traditionell zählen Familien mit Kindern, Schulklassen und Kita-Gruppen zu den wichtigsten Besuchergruppen im Museum Burg Posterstein. Klar, vom Verlies bis zur Turmspitze können auch ganz junge Besucher so einiges entdecken. Aber die meisten der Informationen in Schrift oder Ton richteten sich bisher an ein erwachsenes Publikum. 2017 haben wir erstmals eine Ausstellung für Kinder konzipiert. Die Vorbereitungen dafür haben das gesamte Jahr geprägt.

Gibt es heute noch Ritter? – Fragen über Fragen

Anfang des Jahres richteten wir im Museum eine Frage-Station ein. Hier können junge (wie ältere) Besucher Fragen zur Geschichte hinterlassen. Es antworten Burggespenst Posti und Burgdrache Stein – per Brief, E-Mail oder als Blogpost im extra eingerichteten Kinderburg-Blog und in möglichst einfachen, kurzen Sätzen. Eingegangen sind mehr als 150 Fragen.

Seit Eröffnung der Kinderburg-Ausstellung gibt es die Möglichkeit das "Heymlich Gemach", die Rekonstruktion der Toilette im Aborterker der Burg Posterstein, anzusehen.
Seit Eröffnung der Kinderburg-Ausstellung gibt es die Möglichkeit das „Heymlich Gemach“, die Rekonstruktion der Toilette im Aborterker der Burg Posterstein, anzusehen.

Viele davon beziehen sich auf den Alltag in einer Burg im Mittelalter – eben Lebensbereiche, die die Kinder kennen und die sie beschäftigen. Gab es Tiere in einer Burg? Wie badeten Ritter? Wie gingen sie in Rüstung aufs Klo und was nahmen sie als Klopapier? Wie schwer ist eine Rüstung? Gingen Ritter in die Schule? … Und durfte sich eine Prinzessin auch mal schmutzig machen?

Durch die „Kinderbrille“ sehen

Im Laufe des Jahres haben wir einige dieser Fragen aufgegriffen und in den Schulferien in kurzen Familienführungen erklärt. Zu den Führungen brauchte man sich nicht anmelden, sondern einfach nur zur richtigen Zeit im Museum sein. An den Tagen ohne Führung gab es kleine „Rätseljagden“ zum Thema durch die Ausstellung. Das wurde vom regionalen Publikum begeistert aufgenommen und genutzt. Das positive Feedback hat uns darin bestärkt, die gesamte „Kinderburg“-Ausstellung an den Kinderfragen auszurichten. Auf diese Art beantwortet die Ausstellung Fragen, die Kinder interessieren und nicht nur solche, von denen wir Erwachsene denken, dass sie Kinder interessieren könnten. So haben wir versucht, unseren gewohnten Blickwinkel zu wechseln und durch die „Kinderbrille“ zu sehen.

Herausgekommen ist eine Ausstellung, die sich in über zehn Stationen durch die gesamte Burg Posterstein zieht. Schwarze Ritter und schwarze Würfel dienen als Informationssystem. Hier werden Fragen beantwortet. Thematisch geht es von der Burggeschichte über die regionale Geschichte bis hin zum Musenhof Löbichau der Herzogin von Kurland. Natürlich gibt es was zum Hören, Ansehen, Ertasten, Hochheben, Hüpfen … und Verkleiden. Jede Familie bekommt eine Schatzkarte, mit der die Kinder die Ausstellung selbstständig erkunden können. Und natürlich gibt es was zum Rätselraten, Gewinnen und für zu Hause. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein neues museumspädagogisches Angebot zur Salonkultur.

Kinder stürmen die Burg Posterstein

Die Ausstellung „Die Kinderburg – Auf den Spuren von Rittern und Salondamen“ wurde am 1. Oktober 2017 eröffnet. Rund 200 kleine und große Gäste stürmten die Burg und erkundeten die neue Ausstellung. In den ersten zwei Wochen kamen über 1000 Besucher, darunter deutlich mehr Familien mit Kindern als sonst, nämlich über die Hälfte der Besucher. Das Feedback zur Ausstellung fiel durchweg positiv aus. Deutlich wurde Dank Besucherbefragung auch, dass die Ausstellung auch Menschen anlockte, die sonst nicht so häufig zu uns kommen. Noch ist es zu früh, ein Resümee zu geben, aber bisher scheint es, als komme der besondere Fokus auf Kinder gut an.

Auch die traditionelle Weihnachtskrippenausstellung soll sich in diesem Jahr stärker als sonst an ein junges Publikum richten. Ein Schwerpunkt der Ausstellung, die immer eine Auswahl aus den über 500 Krippen in der Sammlung des Museums zeigt, wird in diesem Jahr auf für Kinder konzipierten Krippen liegen. Den Baumschmuck werden die lokalen Kindergärten eingeladen, beizusteuern, und in den Weihnachtsferien sollen kleine Familienführung der Frage „Was ist Weihnachten?“ auf den Grund gehen. So wird uns der Kinderblick durch das ganze Jahr begleiten und danach weiter zu einem festen Bestandteil unserer Museumsarbeit werden.

Die Blogparade #KultBlick läuft noch bis 22. Oktober 2017. Die bereits eingegangenen Blogposts sind hier gelistet. Die Münchner Kulturbloggerin Tanja Praske vom Blog Kultur-Museo-Talk  begleitet die Blogparade.

Von Marlene Hofmann

Künstler aus Köln sammelt Staub von Burg Posterstein

Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv in Köln bei der "Staubentnahme" im Bergfried der Burg Posterstein.
Wolfgang Stöcker vom Deutschen Staubarchiv in Köln bei der „Staubentnahme“ im Bergfried der Burg Posterstein.

Für ein Kunstprojekt im Jahr 2019 sammelte Dr. Wolfgang Stöcker auf Burg Posterstein Staub. Zu Hause in Köln betreibt der freischaffende Künstler das Deutsche Staubarchiv. In Posterstein machte er Fotos und hielt die Staubentnahme akribisch in seinem Tagebuch fest. In kleine Tüten verpackt und säuberlich mit Datum und Fundort beschriftet, nahm Stöcker den Burgstaub, in dem sich manchmal auch Bonbonpapier und tote Insekten befanden, wieder mit nach Köln. Vermischt mit Wachs sollen daraus Skulpturen für eine Ausstellung im Jahr 2019 im Museum Burg Posterstein entstehen.

Auf den „Staubkünstler“ Wolfgang Stöcker, der in Köln Geschichte und Kunst studiert hat, ist das Museum Burg Posterstein vor zwei Jahren durch eine Gruppe Kölner Kulturschaffender, die Herbergsmütter, aufmerksam geworden. Diese veranstalteten ihre Aktion #Kunstputz nicht nur in Köln vor Ort, sondern auch auf Twitter. Dort kam man ins Gespräch und das Museum Burg Posterstein sendete eine Staubprobe aus dem Verlies der Burg. Wolfgang Stöcker nahm die Probe in sein umfangreiches Staubarchiv auf. Die Idee für eine gemeinsame Ausstellung keimte bereits.

Ganz detailliert hält Wolfgang Stöcker fest, wo er welche Staubprobe unter welchen Umständen entnommen hat. Damit thematisiert er nicht zuletzt die museale Arbeit an sich - Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen gehören zu den Grundaufgaben eines Museums.
Ganz detailliert hält Wolfgang Stöcker fest, wo er welche Staubprobe unter welchen Umständen entnommen hat. Damit thematisiert er nicht zuletzt die museale Arbeit an sich – Sammeln, Bewahren, Erforschen, Ausstellen gehören zu den Grundaufgaben eines Museums.

2017 nahmen Marlene Hofmann und Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein an der MAI-Tagung (Museums and the internet) in Bonn teil und besuchten auf dem Rückweg Wolfgang Stöcker in seinem Atelier in Köln Kalk. Im Gepäck hatten sie mehrere Postersteiner Staubproben, die seither – vermischt mit Wachs – zu kleinen Skulpturen gewachsen sind. Mitte August 2017 kam Wolfgang Stöcker nach Posterstein und fotografierte, dokumentierte und „entnahm“ weitere Staubproben.

Ist das Kunst oder kann das weg? – Der bekannte Spruch ist hier Dreh- und Angelpunkt

Wolfgang Stöcker schaut auf Dinge, die normalerweise niemand beachtet.
Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Wolfgang Stöcker schaut auf Dinge, die normalerweise niemand beachtet.
Die Philosophie dahinter wirft ein anderes Licht auf die menschliche Kultur und auf die Funktion von Museen – und thematisiert essentielle Fragen: Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit? Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen? Wolfgang Stöcker widmet sich in seiner Sammelleidenschaft den übersehenen Details – zum Beispiel dem, was sich zwischen Dielenritze 14 und 15 auf dem Turm der Burg über die Jahrzehnte angesammelt hat. In seinen haus- oder schreinartigen Wachsskulpturen gibt er dem Unförmigen eine neue Form.

Wachs-Spenden können zu Kunst werden

Für das Kunstprojekt kann man dem Künstler Wachs spenden. Das können Kerzenreste aller Art sein, gerne mit einer kleinen Notiz versehen, wann, wo und zu welchem Anlass die Kerze benutzt wurde oder warum sie nicht mehr gebraucht wird. All die sonst als nebensächlich betrachteten Details verarbeitet Wolfgang Stöcker zu etwas Neuem, das dann 2019 in die Sonderausstellung eingeht. Wachsspenden können im Museum Burg Posterstein, Burgberg 1, 04626 Posterstein abgegeben werden – oder direkt im Staubarchiv in Köln.

Links:

Deutsches Staubarchiv

Aktion #kunstputz der Herbergsmütter

Ostthüringer Zeitung über Wolfgang Stöckers Besuch in Posterstein

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Bildung und Vermittlung – online und analog

Kulturvermittelung muss nicht nur vor Ort im Museum stattfinden - die Website ist eine wichtige Basis für weitergehende Informationen.
Kulturvermittelung muss nicht nur vor Ort im Museum stattfinden – die Website ist eine wichtige Basis für weitergehende Informationen.

Spezialführungen für Blogger und Social Media-Influencer, digitale Ausstellungen auf GoogleArts Project und Kuratoren, die sich den Fragen ihres Publikums im Facebook-Livestream stellen. Das ist nur eine kleine Auswahl von neuen Ideen, wie man Kulturvermittlung mit Hilfe des Internets weiterdenken kann. Die aktuelle Diskussion über die Rolle digitaler Konzepte für Museen, die nicht nur, aber vor allem im Internet stattfindet, ist äußerst spannend. Zeigt sie doch gerade, wie wichtig es für Museen ist, sich zu vernetzen und auszutauschen und vor allem, dass Online-Marketing ein wichtiger Bestandteil der täglichen musealen Arbeit sein muss (sollte).

Digitale Trends kommen und gehen, man muss nicht alles ausprobieren und mitmachen, aber das Internet wird uns auch zukünftig erhalten bleiben und Museen sollten dort nicht unsichtbar sein. Das Museum Burg Posterstein möchte seit seiner ersten Website 2000 versuchen, mit dem digitalen Wandel zu gehen und seinen Besuchern auch online eine Plattform zur Wissensvermittlung zu bieten und ein Ansprechpartner auf Augenhöhe zu sein.

Grundlage aller Museumsarbeit sind die klassischen Museumsaufgaben

Kulturmarketing im Museum braucht eine konkrete Zielstellung, beispielsweise eine bestimmte Zielgruppe, Region, Tageszeit für den Museumsbesuch, die verstärkt ins Zentrum gerückt werden soll. Um diese Zielstellung zu definieren, benötigt man wiederum die Auswertung verschiedener Daten, wie beispielsweise Interessenlage sowie Erwartungshaltung der Besucher, Herkunft, Alters- oder Berufsgruppen und ähnliches. Auch das infrastrukturelle Umfeld des Museums, wie Gastronomie, Verkehrsdichte und sonstige kulturelle Angebote, sollte mit einbezogen werden. Besucherbefragungen sind dabei ein wichtiges Werkzeug.

Die folgenden kurzen Stichpunkte sollen das Marketingkonzept des Museums Burg Posterstein umreißen:

Wir verstehen das Museum und die Burg Posterstein als Marke, die alle Bereiche der Museumsarbeit umfasst. Die Museumskonzeption beinhaltet im Wesentlichen die Sammlungs-, Forschungs- und Ausstellungsstrategie, das Finanz- und Personalkonzept sowie die Öffentlichkeitsarbeit.

Das Sammlungs- und Ausstellungskonzept: Die Burg ist das wichtigste Ausstellungsstück

Das Sammlungs- und Ausstellungskonzept des Museums sind so abgestimmt, dass sie das Gesamtkonzept des Museums ausmachen. Ziel der ständigen Ausstellung ist die Einheit von historischem Raum und ausgestelltem Gegenstand. Dies bedeutet, dass innerhalb einer Interieurausstellung die Aufbereitung und Präsentation regionaler Geschichte in ausgewählten Aspekten erfolgt. Die Burg bleibt das erste und wichtigste „Ausstellungsstück“, dem sich alles unterzuordnen hat.

Der historische Gerichtsraum der Burg Posterstein.
Der historische Gerichtsraum der Burg Posterstein.

Die Sonderausstellungen bieten sowohl Künstlern als auch dem Museum mit seinen verschiedenen Sammlungen Möglichkeiten der Präsentation. Daraus abgeleitet ergeben sich drei Schwerpunkte: Das Baudenkmal Burg, die Kulturgeschichte des Altenburger Landes und die europäische Salongeschichte mit dem Musenhof der Herzogin von Kurland auf Schloss Löbichau. Letztere Thematik ist seit über 20 Jahren Forschungsschwerpunkt, weil die Region durch diesen Musenhof zwischen 1795 und 1821 über 25 Jahre in der Weltgeschichte wahrgenommen wurde.

Die Bildungs- und Vermittlungsangebote: Vor Ort und im WWW

Die Bildungs- und Vermittlungsangebote des Museums sind aufeinander abgestimmt und miteinander verzahnt, sie ergeben einen Querschnitt der gesamten Museumsarbeit. In dieser ganzheitlichen Strategie haben Standardformate wie Ausstellung, Vortrag und Führung, Katalog, Flyer und Plakat den gleichen Stellenwert wie Webseite, Blog, Videokanal und Social-Media-Auftritte, wobei natürlich die jeweilige Ausstellung die Voraussetzung dafür ist. Die Angebote richten sich gleichermaßen an Besucher vor Ort, einheimische Gäste wie Touristen, und digitale Besucher, die sich über die verfügbaren Onlineinformationen weiterbilden. Die jährlich rund 156.000 Website-Besucher und rund 22.000 Blogleser werden zu den Besuchern gezählt.

Das Vermittlungs- und Ausstellungskonzept des Museums zielt digital und vor Ort darauf ab, durch unterschiedliche Strategien eine möglichst breite Besuchergruppe anzusprechen. Das beinhaltet, dass Ausstellungstafeln Informationen sowohl als Kurztext, als auch als längere Textfassung und als englische Zusammenfassung enthalten. In einem Touchscreen können die Forschungsergebnisse zum Musenhof Löbichau sortiert nach Personen, Orten und Zeitereignissen abgerufen werden. Darüber hinaus gibt es – zusätzlich zu museumspädagogischen Angeboten für Schulklassen und angemeldete Kindergruppen – besondere Ausstellungsstationen für Kinder, die altersgerecht aufbereitet sind. Es gibt mehrere Hör- und Filmstationen in der Ausstellung. Sowohl für Kinder als auch für Erwachsene wird versucht, Ausstellungsthemen durch Storytelling besonders leicht zugänglich zu machen.

Kurze Texte auf den Schilden schwarzer Ritter geben kindgerechte Erklärungen.
Kurze Texte auf den Schilden schwarzer Ritter geben im Museum Burg Posterstein kindgerechte Erklärungen.

Der Ansatz, Inhalte anschaulich in Form einer Geschichte zu erzählen, soll von allen Mitarbeitern fest in den Museumsalltag integriert werden. Es wird eine Interaktion mit dem Besucher angestrebt und auf spielerische Wissensvermittlung gesetzt, sowohl online als auch offline. In Kommentaren im Blog und in den sozialen Netzwerken besteht für Besucher und Interessierte die direkte Möglichkeit, Fragen zu stellen und Themen anzusprechen. Die Mitarbeiter des Museums haben die Nutzung der verschiedenen Plattformen in ihren Arbeitsalltag fest integriert und bemühen sich um eine schnellstmögliche Antwort, sodass es zu einem Austausch statt nur zu einseitiger Information kommen kann. Auch über den Kontakt zu Besuchern und Kulturinteressierten kommt es zu ungeplantem Mehrwert für die Museumsarbeit, wenn beispielsweise Exponate als Leihgabe oder zum Kauf angeboten oder Hinweise zu historischen Recherchen und ähnlichem gegeben werden.

Bildung und Vermittlung auch im WWW

Wir sind der Meinung, dass unser Bildungsauftrag nicht auf der Burgbrücke endet, sondern auch im virtuellen Raum weiter besteht. Die Website und der Blog sind der ideale Ort für Forschungsergebnisse, die teilweise in der Dauerausstellung gar keinen Platz finden können. Statt für unabsehbare Zeit in den Archiven zu verschwinden, stehen sie so dauerhaft zur Verfügung und können über Suchmaschinen von einem interessierten Publikum aus aller Welt gefunden werden. Auch Wissenschaftler und Heimatforscher profitieren von der so garantierten Verfügbarkeit von Forschungsergebnissen.

Alle Aktivitäten des Museums werden unter Verwendung von #Hashtags (Schlagwörtern) online (und klassisch entsprechend aufbereitet) veröffentlicht, um dem Online-Nutzer/Besucher einen Wiedererkennwert und die bessere Möglichkeit zur Suche zu bieten. Beispiele aus dem Jahr 2016b sind dafür: #MascherMarchen – Gaming: analog & digial (Sonderausstellung mit eigenem Memo-Spiel), #Ernestiner2016: Landesausstellung und Begleitausstellungen online vernetzt. Darüber hinaus greifen wir die Mottos des Museumstags auf (z.B. #IMT16 #PaintMuseum) und andere große digitale Events der Kulturbranche, wie #MuseumWeek (das hieß auf Burg Posterstein: 7 Tage, 7 Blogposts) und #AskACurator-Tag auf Twitter.

Die Marketingstrategie: Bewusst Raum für Experimente

Die Marketingstrategie des Museums Burg Posterstein umfasst die ganze Bandbreite der Vermarktungskanäle. Sie lässt aber bewusst Raum für Experimente. Wir sind offen für Neues. Nicht alle uns durch neue Ansätze entstehenden Vorteile müssen jederzeit statistisch und finanziell messbar sein. Durch unser Engagement in sozialen Medien kommt es immer wieder zu ungeplanten, positiven Nebeneffekten für unsere museale Arbeit. Beispielsweise nehmen hier Kooperationen mit anderen Museen ihren Ausgangspunkt, werden Kontakte zu Politikern und Journalisten geknüpft oder interessierte Besucher aus dem europäischen Ausland halten auf internationalen Konferenzen Vorträge zur Arbeit unseres Museums. So etwas kann man nicht planen, aber es stärkt die Marke „Burg Posterstein“ langfristig ungemein.

Der Zeichenkurs mit dem Künstler Tilman Kuhrt verband die Sonderausstellung zum Bauernmaler Friedrich Mascher mit dem Motto des Museumstags 2016 #PaintMuseum.
Der Zeichenkurs mit dem Künstler Tilman Kuhrt verband die Sonderausstellung zum Bauernmaler Friedrich Mascher mit dem Motto des Museumstags 2016 #PaintMuseum.

Die Marketingarbeit des Museums Burg Posterstein schaut bewusst über den Tellerrand und nimmt die ganze Region, das Bundesland Thüringen und ganz Deutschland in den Blick. Jährlich besuchen rund 20 000 Menschen die Burg Posterstein, bei vielleicht 30 000 Gesamtbesuchern im Ort. Genaue Zahlen zu den Besuchern offline und digital gibt es hier.

Die Öffentlichkeitsarbeit des Museums richtet sich auch deshalb nicht nur an traditionelle Medien und Anzeigenpartner, sondern auch an kulturell interessierte Blogger und Social Media-Influencer sowie potentielle Besucher direkt. Für klassische Werbung, wie Plakate, Flyer oder Werbeanzeigen werden etwa 3,5 Prozent des Finanzbudgets aufgewendet.

An deutschlandweiten Social Media-Aktionen wie zum Internationalen Museumstag, dem Ask A Curator-Tag und ähnlichen Aktionen wird sich aktiv beteiligt. Das Museum ist derzeit als eines von 96 deutschen und zwei thüringischen Museen mit einem eigenen Blog vertreten. Per Gastblogposts und durch die Teilnahme an Bloggerevents kooperieren wir mit anderen Kultur- und Museumsbloggern. Das Museum bindet seinen Videokanal bei Vimeo auf der Website ein und verfügt über Auftritte bei Twitter, Facebook und Instagram.

Jedes Medium erfordert eigene Inhalte und Ansprache

Dabei nutzt das Museum die unterschiedlichen Plattformen auf verschiedene Weise, bereitet Inhalte jeweils anders auf. Auf Instagram dominieren mit Kurzinfos versehene Bilder und es werden beliebte, wiederkehrende Hashtags (wie #LampenMittwoch und #TreppenhausFreitag) aufgegriffen. Im Netzwerk Twitter teilt das Museum nicht nur eigene Inhalte, sondern breite Kulturnachrichten mit einem Fokus auf „Museum allgemein“ und digitale Entwicklungen im Museumsbereich. Twitter dient dem Museum auf diese Art vor allem, um Netzwerke mit Kulturschaffenden, anderen Institutionen, Politikern und Medien zu knüpfen. Wir wollen bewusst mit anderen Akteuren im Kulturbereich in Kontakt treten, Anregungen erhalten, Erfahrungen teilen und Vernetzung erzeugen. Unsere Facebook-Seite wiederum richtet sich an potentielle Besucher im Alter zwischen 30 und 50 Jahren, die den Kanal als Informationsquelle über das Museum nutzen. Neue Entwicklungen, wie beispielsweise Snapchat, WhatsApp und Google Art Project, werden verfolgt und in Erwägung gezogen, wenn sie sinnvoll und machbar erscheinen.

Hinsichtlich der Marketing- und Kommunikationsarbeit setzt das Museum auf Konsequenz, Nachhaltigkeit und Kontinuität, indem eine Art „Corporate Identity“, ein wiedererkennbarer Stil, über Jahrzehnte gehalten, dabei aber kontinuierlich moderisiert wird.

Von Klaus Hofmann

Der Beitrag basiert auf einem Vortrag, gehalten am 17. Juni 2016 in der Gedenkstätte Buchenwald, anlässlich der gemeinsamen Tagung der Vorstände des Hessischen und Thüringer Museumsverbandes und erschien in ausführlicher Fassung in Thüringer Museumshefte (2/2016) des Museumsverbands Thüringen.

AskACurator 2016 lässt uns zu den amerikanischen Museen aufschauen und Inspiration finden

Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein
Frag Thümmel: AskACurator 2016 im Museum Burg Posterstein

Natürlich haben wir auch dieses Jahr am #AskACurator-Tag teilgenommen – und schon im Voraus ein paar Fragen zur aktuellen Sonderausstellung „Im Dienste der Ernestiner – Hans Wilhelm von Thümmels Aufstieg vom Pagen zum Minister“ beispielhaft beantwortet (dazu mehr). Natürlich rollten auf Twitter unter dem Hashtag #AskACurator jede Menge Tweets rein, auch auf Deutsch. Aber abends, als die meisten deutschen Kuratoren offline gegangen waren, ging es erst richtig los – nämlich bei den amerikanischen Kollegen. 

Ein paar schöne, kleine Unterhaltungen ergaben sich tagsüber neben den ganzen Aufrufen der 69 teilnehmenden deutschen Museen, doch gern Fragen zu stellen. Wir trafen viele alte Bekannte und engagierte Kollegen, auch uns im Social Web bisher noch Unbekannte, worüber wir uns immer sehr freuen. Über Antworten auf allgemein gestellte Fragen, kann man manchmal schnell in kurze Unterhaltungen einsteigen. Über „privat“ gestellte Fragen bekommt man einige Inspiration und Anregungen aus anderen Häusern. Aber es bleibt deutlich, dass Twitter in Deutschland nicht unbedingt vom „normalen“ Museumspublikum genutzt wird – und dass Aufrufe auf Facebook und Instagram (zumindest bei uns) zu keiner großen Resonanz geführt haben. Dass das nicht schlecht sein muss, erklärt ganz anschaulich Angelika Schoder im Blog Musermeku.

 

Fragen aufwerfen

Viele Museen verkündeten ganz konkret, welche Kuratoren von wann bis wann Fragen beantworteten. Der Kurator des Stadtmuseums Berlin musste die Fragen aus dem Archiv per WhatsApp beantworten – was dann aber auch wieder ganz authentisch und direkt von der Arbeit war. Im Museum Burg Posterstein sind wir so wenige Mitarbeiter, dass wir zu zweit die Kommunikation gleichzeitig mit der Druckfreigabe für das Buch zur Ausstellung betreut haben.

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Ganz deutlich wurde, dass in den verschiedenen Museen auf unterschiedliche Strategien gesetzt wurde, Fragen aufzuwerfen und Gespräche loszutreten. Das ist auch wichtig, denn sonst kommt vielleicht nur die ein oder andere Standardfrage. Manche Museen bereiteten sich gut vor:

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Zurück zur Ausgangsidee, das Publikum mit Museumskuratoren in direkten Kontakt zu bringen, brachte das AskACurator-Konzept das Museum of Modern Art in New York, dessen Kuratoren auf Facebook live im Video Fragen direkt beantworteten:

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Kuratoren unter sich?

Wie Angelika Schoder ganz richtig bemerkt, muss es nicht unbedingt schlecht sein, dass Twitter in Deutschland nicht wirklich und vor allem nicht tagsüber vom normalen Besucher genutzt wird. Man kann das Netzwerk nämlich stattdessen für den Austausch mit Kollegen nutzen. Als Museum haben wir diesmal keine Fragen an andere Museen gestellt, als Privatperson schon. Da ging es dann z. B. darum, wie sich Ausstellungen am besten in historische Räume einpassen lassen, wie Ausstellungen auch digital weitergeführt werden können (hier gab es von internationalen Museen schöne Anregungen und Inspiration durch schon laufende Projekte) und wie man flüchtige, urbane Kunst im neuen Münchner Museum Muca Munich festhalten will.

Wir sammeln auf Twitter ständig Inspiration, lassen die Ideen reifen und sehen dann, was wie in das Konzept von Burg Posterstein passen und es bereichern könnte. Auch in der deutschen Museumswelt gibt es viele interessante Entwicklungen – wie Ausstellungen, die auf Google Arts Project weiterlaufen und Museen, die ihre Bücher als E-Books herausgeben – von denen wir uns durchaus inspirieren lassen könnten. Genau wegen dieser Inspiration durch andere, weltweit, nehmen wir am AskACurator-Tag teil. – Und einfach nur, um zu zeigen, dass es uns gibt.

Die Potentiale kleiner Museen im Social Web – Postersteiner Erfahrungsbericht beim Startcamp München

Lohnt es sich für kleine Museen im ländlichen Raum, die geringe personelle & finanzielle Ressourcen mitbringen und mit dem demografischen Wandel zu kämpfen haben die Nutzung von Social Media überhaupt?

Auf dem Startcamp München 2015 (#scmuc15) stellte Marlene Hofmann, unsere Verantwortliche für Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit, die schon 15jährigen Interneterfahrungen des Museums vor und antwortete mit einem klaren: Ja. Ihre Präsentation kann hier eingesehen werden:

Das Startcamp trug den Titel „Digitales weiterdenken“ und unter diesem Thema trafen in München Kulturschaffende, Web-Experten, Kommunikationsmitarbeiter großer Museen (die Presseabteilung der Pinakotheken war komplett vertreten) auf Blogger, Museumsbesucher und Interessierte aller Couleur. Ein Startcamp ist keine bloße Konferenz. Es laufen immerfort mehrere Gespräche, Vorträge, Diskussionsrunden, Wordshops und Debatten parallel – in diesem Fall immer fünf. Diskussion und Weiterdenken ist das Ziel und die Debatte wird per gemeinsamen Hashtag über Twitter und andere soziale Medien direkt ins soziale Web übertragen, wo Außenstehende mitverfolgen und sich einbringen konnten. Was sie auch taten.

Sieht nach einem vollen Stundenplan aus - das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.Sieht nach einem vollen Stundenplan aus - das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.
Sieht nach einem vollen Stundenplan aus – das Programm eines Startcamps wird vor Ort geplant und jeder kann frei wählen, was er hören will.

Postersteiner Erfahrungen

Zur Präsentation über die Potentiale von Social Media für kleinere Museen kamen wir in einem spannenden Kreis zusammen, u.a. mit Juna, die bloggt und in einer Berliner Gedenkstätte arbeitet, mit der Bayerischen Schlösserverwaltung und dem Infopoint Museen Bayern, dem Bayrischen Moor- und Torfmuseum, einer engagierten Museumsbesucherin und Bloggerin und anderen.

Statistischen Ausgangspunkt bildete eine kleine „Volkszählung“ der Thüringer Museen, die auf Facebook, Twitter oder per Blog im Social Web unterwegs sind. Die kurze Analyse mit Zahlen vom 21. April 2015 zeigt, dass etwa 19 Prozent der insgesamt 210 im Thüringer Museumsverband organisierten Museen ein Facebook-Profil besitzen, etwa drei Prozent sind auf Twitter unterwegs und nur ein Prozent bloggt. Wer noch nicht auf der Liste vertreten ist, darf die Autorin gern per Kommentar darauf hinweisen, der Schwerpunkt lag jedoch aus Kapazitätsgründen auf den Museen, die im Museumsverband organisiert sind. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass es durchaus noch unausgeschöpftes Potential gibt. Gleichzeitig sind die Gründe, warum Museen sich zurückhalten vielfältig – und manchen Kollegen sind gar durch strikte Regelungen, die die eigenständige Pressearbeit unterbinden, die Hände gebunden.

Sichtbar werden – für Besucher, Blogger und politischen Entscheidungsträger

Die Ergebnisse der Diskussion und des Startcamps allgemein waren für Burg Posterstein als Museum durchaus inspirierend: Das reichte von Tipps für weitere Fördermittelmöglichkeiten und technische Tools, über den verstärkten Austausch mit Bloggern bis hin zu der Erkenntnis, dass ein wichtiges Argument pro Social Media-Aktivität auch das folgende ist: Mehr und mehr Politiker sind aktiv auf Twitter und Facebook. Je sichtbarer ein Museum für sie auch auf diesen Kanälen ist, desto besser wird es auch von den politischen Entscheidungsträgern wahrgenommen.

Gleichzeitig wurde durch Analysen der Nutzerstrukturen von Burg Posterstein deutlich, dass die durchschnittlichen Online-Besucher des Museums über 30, viele sogar 50 und älter sind. Diese Gruppe nutzt soziale Medien und das Internet zur Information und Planung ihres Besuchs sowie zur schnellen Kontaktaufnahme vor einem Besuch. Das Teilen der Inhalte, darüber bloggen und kreatives Weiterentwickeln steht erst an zweiter Stelle, auch wenn es nicht auszuschließen ist. Wichtig ist die Erkenntnis, dass Social Media-Arbeit ergebnisoffen betrieben werden sollte – dann können sich ganz unerwartete Kooperationen, Kontakte und sogar Leihgaben und Schenkungen ergeben.

Blogger sind in Posterstein willkommen – Eintritt frei

Als ersten Schritt hin zu einer engeren Beziehung mit Bloggern spricht das Museum Burg Posterstein Blogger nun direkt auf der Website an. Wer über Burg Posterstein bloggen möchte, erhält selbstverständlich freien Eintritt. Was man sonst noch machen kann in Sachen Blogger Relations wurde auf dem Startcamp in einer Podiumsdiskussion mit der Kunsthalle Karlsruhe, Wera Wecker, Tanja Praske, Angelika Schoder, Christian Gries und Michelle van der Veen diskutiert, die das ganze hier auch schön zusammenfasst.

Eine Übersicht über alle online verfügbaren Präsentationen, Blogposts, Storifys, Videos, Podcasts und Fotosammlungen gibt es hier bei den Veranstaltern, den Kulturkonsorten München.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Vier Tage Südböhmen: Gast-Beitrag zur Bildungsfahrt der Mitglieder des Museumsvereins

Jedes Jahr begeben sich Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein e.V. auf eine gemeinsame Bildungsfahrt. Reiseziele sind historische Orte, die unmittelbar mit den Forschungsschwerpunkten des Museums in Zusammenhang stehen. Vom 3. bis 6. Oktober 2013 führte die Reise nach Südböhmen, wo man beim Besichtigen der Schlösser von Schwarzenberg und Metternich noch tiefer in die Zeit zwischen Völkerschlacht (aktuelle Sonderausstellung) und Wiener Kongress (nächstes großes Jubiläum 2015 und Forschungsschwerpunkt „Musenhof Löbichau“) eintauchen konnte. In Plasy (deutsch: Plaß), wo sich ein Kloster und die Familiengruft Metternichs befindet, wurde nach dem Krieg auch das Familienarchiv Metternichs gefunden. Monika Diedrich, Mitglied im Museumsverein Burg Posterstein e.V., hat für diesen Gastbeitrag die Erlebnisse in Wort und Bild festgehalten. – Vielen herzlichen Dank!

Die Metternichs ließen Schloss Kynžvart (deutsch: Schloss Königswart) in Tschechien zu einem Barockschloss umbauen.
Die Metternichs ließen Schloss Kynžvart (deutsch: Schloss Königswart) in Tschechien zu einem Barockschloss umbauen.

Schon zum zweiten Male wurde auf der Fahrt in den Süden kurz vor Marienbad das Schloss Kynzvart (Königswart) besucht, das der Familie Metternich gehörte und welches der damalige österreichische Kanzler Clemens Metternich von seinem Vater zu Weihnachten geschenkt bekommen hatte – nach den Worten des kauzigen tschechischen Schlossführers. Nicht nötig war es, wie eine Teilnehmerin es aussprach, dass er auch noch zwei Säcke mit Goldtalern für den Erhalt des Schlosses hätte dazubekommen sollen, denn die Einrichtung des Schlosses – wieder nach den Worten des Führers – bestand zum größten Teil aus kleinen und großen Geschenken von Königen, vom Kaiser, vom Zar und anderen hochgestellten Persönlichkeiten jener Zeit.

Neben dem Schloss war der dazugehörige Gutshof zu einem großen Teil restauriert worden. Beim ersten, früheren Besuch befand er sich noch in einem desolaten Zustand. Im Gelände des schönen Parks liegt nun ein Golfplatz, der größte der Republik Tschechien.

Zweite Station: Das Schloss eines Heerführers

Am Nachmittag des ersten Tages kam der Bus in Krumlov (Krumau) an, einer kleinen Stadt von 13 000 Einwohnern , die umgeben ist von der Moldau, da sie in einer romantischen Flussschleife liegt. Beherrscht wird sie von einer der größten tschechischen Schlossanlagen, die von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt worden ist.

Die Schlossanlage gehörte der Familie Schwarzenberg, dessen bekanntestes Mitglied vielleicht der in Wien geborene Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg war, ab 1810 österreichischer Botschafter in Frankreich und ab 1813
Oberbefehlshaber der alliierten Armeen im Kampf gegen Napoleon.

Bekanntester Besitzer der opulenten Schlossanlage in Krumlov (Krumau) war Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, Oberbefehlshaber der alliierten Armeen im Kampf gegen Napoleon.
Bekanntester Besitzer der opulenten Schlossanlage in Krumlov (Krumau) war Karl Philipp Fürst zu Schwarzenberg, Oberbefehlshaber der alliierten Armeen im Kampf gegen Napoleon.

Schloss- und Stadtführung am nächsten Tag machten jedem klar, warum es zu der Auszeichnung als Weltkulturerbe gekommen ist: Seit Jahrhunderten keine kriegerischen Zerstörungen, keine Plünderungen, keine Modernisierungsmaßnahmen an der Bausubstanz. Das bedeutet ganz und gar mittelalterliches Flair, wenn nicht die Touristen wären! Aber davon lebt die
Bevölkerung. Der größte Teil der Touristen ist deutschsprachig, doch 40 Prozent sind Asiaten. Ein bisschen stört der touristische Schnickschnack in den unzähligen Geschäften und Ständen schon. Und Kneipen gibt es hier! Nicht zu zählen. Das Bier läuft in Strömen.

Am dritten Tag wurde der Ort Rožmberk (Rosenberg) angefahren. Wieder eine tolle Burg, auch direkt an einer Moldauschleife gelegen, der Stammsitz des Adelsgeschlechts der Rosenberger, die in der böhmischen Geschichte eine große Rolle spielten.

Nicht weit davon – ebenfalls zu besichtigen – das wiederbelebte Kloster Vyšši Brod (Hohenfurth).

Der Wohnsitz Metternichs

Familiengruft der Familie Metternich in Plasy (deutsch Plaß)
Familiengruft der Familie Metternich in Plasy (deutsch Plaß)

Den Abschluss des viertägigen Ausflugs bildete nach einer deftigen Mittagspause im Gärkeller der Pilsener Brauerei die Besichtigung des ehemaligen Klosters Plasy, das im 19. Jahrhundert zum Wohnsitz der Familie Metternich wurde. Und dieses Mal hatten die Vereinsmitglieder Glück, sie konnten in die Familiengruft hineingehen und den Sarg des österreichischen Kanzlers ansehen sowie die Särge seiner Familienmitglieder.

Vier Tage böhmische und österreichische Geschichte, sehr gut in Zusammenhang zu bringen mit dem großen Forschungsschwerpunkt der Burg Posterstein, dem Leben und Wirken der Herzogin Dorothea von Kurland, insbesondere, wenn man an den Wiener Kongress (1814/15) denkt, bei dem zwei ihrer Töchter wichtige Rollen spielten. (Schon damals war der Geheimdienst, Metternichs Spitzel in Wien, über alle Aktivitäten bei Tag und in der Nacht genau informiert.)

Von Monika Diedrich, Mitglied des Museumsvereins Burg Posterstein e.V.

Weitere Berichte von Bildungsfahrten: Wanderung auf den Spuren Jean Pauls

Sind Museen Magneten für Kulturtouristen?

Vortrag von Museumsdirektor Klaus Hofmann zum Verbandstag des Museumsverbandes Thüringen – Thema: Museen und Tourismus – Thüringen entdecken. Wohin die Reise geht: Ins Museum!

Blickt man auf die Besucherzahlen der deutschen Museen offenbart sich eine Erfolgsgeschichte ohnegleichen: 110 Millionen Gäste stürmen die Ausstellungen zwischen Garmisch-Partenkirchen und Flensburg. Auf jeden Deutschen kommen 1,3 Museumsbesuche pro Jahr. Im Vergleich zu den 110 Millionen scheinen sich die rund 4 Millionen Besucher in Thüringer Museen eher bescheiden auszunehmen, doch weit gefehlt: auf jeden Thüringer kommen statistisch immerhin 1,8 Museumsbesuche. Blickt man auf die Konkurrenz, wird die Erfolgsgeschichte noch deutlicher: alle deutschen Theater verbuchen 20 Mio., die Thüringer darunter 1,1 Mio., die deutschen Freizeitparks 13 Mio. und alle Spiele der ersten und zweiten Bundesliga zusammen 18,4 Mio. Besucher. Von den Spielen der dritten und vierten Liga, deren Thüringer Vertreter gerade jeder und das in kurzer Entfernung zueinander, für 50 Millionen Euro eine Multifunktionsarena geschenkt bekommen sollen, deren Unterhalt dann die Städte bezahlen, die die Mehrausgaben mit einiger Sicherheit von den Kulturausgaben abzweigen, wollen wir an dieser Stelle besser nicht reden.

Doch was sagen die erfolgreichen Zahlen aus?

Besucher in der Galerie des Museums Burg Posterstein
Besucher in der Galerie des Museums Burg Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)

Zuallererst belegen sie, dass die Institution Museum lebt und in keiner Weise am Sterben ist. Sie zeigen aber auch, was leistbar ist, wenn gepflegte und erforschte Sammlungen von Fachpersonal zum Leuchten und Lehren gebracht werden. Und sie zeigen, dass Museen und die Gebäude, in denen sie sich befinden, ein unverzichtbarer Infrastrukturfaktor für all diejenigen sind, die von dem Besuch einer Region leben. Sie liefern damit auch eine Antwort darauf: Wer ist eigentlich die Voraussetzung wofür?

Thüringer Tourismus: Mal waren wir das Grüne Herz, mal Denkfabrik, mal waren wir märchenhaft, mal wanderbar…

Die Rede ist von der Tourismuswirtschaft, die nichts unversucht lässt, Menschen von A nach B zu bringen, die dann von Destination spricht, die man haben und von Produkten, die man bilden muss, die Zielgruppen und Quellmärkte sieht. In Thüringen ist Tourismus Sache des Wirtschaftsministeriums mit der Thüringer Tourismus GmbH an seiner Seite. Alle, die wie ich schon einige Jahre im Geschäft sind, haben schon manches erlebt mit diesen Akteuren: Mal waren wir das Grüne Herz, mal Denkfabrik, mal waren wir märchenhaft, mal wanderbar. Mal wurden Spaßbäder gefördert, mal Freizeitparks, mal Skipisten ohne ausreichend Schnee und nun Multifunktionsarenen ohne Bundesligamannschaften. Immer nur Suche – Stetigkeit und Konzentration auf das Wesentliche – nicht erkennbar.

Eines war allerdings immer gleich: Museen (übrigens auch Theater) hatten nichts mit Tourismus zu tun und schon gar nicht galten sie als notwendige Voraussetzung, dass sich Menschen auf den Weg nach Thüringen machen.

Seit 2011 gibt es nun ein neues Landestourismuskonzept, bei dessen Erarbeitung festgestellt wurde: „Kulturtourismus ist Wachstumsmarkt, der für Thüringen eine große Bedeutung hat und noch zahlreiche offene Angebots- und Nachfragepotentiale aufweist. Die Position der Kultur im Gesamttourismusmarketing Thüringens wird mit der neuen Landestourismuskonzeption nachhaltig gestärkt“.

Diese Feststellung ist wichtig, bezieht sich aber auf „Kultur und Städte“ und ist im Hinblick auf die Museen als Magneten für Kulturtouristen in keiner Weise untersetzt. Die Rolle des Tagestourismus wird positiv eingeschätzt.

Touristen kommen wegen der Kultur nach Thüringen

Die überwiegende Mehrheit der Touristen kommt also der Kultur wegen nach Thüringen. Um die Möglichkeiten weiter zu untersuchen, ließ das Wirtschaftsministerium ein Kulturtourismuskonzept folgen.

Auch „Das Busmagazin“, die Fachzeitschrift für Busunternehmer und Gruppenreiseunternehmer in Deutschland, widmet sich in der Ausgabe 3/12 der Fragestellung „Museum und Tourismus“ und kommt dabei zu dem Schluss, dass der Kulturtourist zahlungskräftig, höher gebildet ist, Qualität erwartet, Neues entdecken und seinen Horizont erweitern will. Also, eine unserer Zielgruppen darstellt!

Die neue Kulturtourismuskonzeption analysiert ausführlich Stärken- und Schwächen im Thüringischen Kulturtourismus, bescheinigt ein starkes Wachstumspotential und wichtigen Stellenwert, überdurchschnittlich viele Kultururlauber, spricht von Alleinstellungsmerkmalen, Leuchttürmen, Produktentwicklung, Imageprofilierung, Themenmarketing oder Kooperation und Kommunikation zwischen Kultur und Tourismus. Der Bereich Kultur, der u.a. die sechs besucherstärksten Kultureinrichtungen auflistet – allesamt Museen – legt den Schwerpunkt auf Städte- und Kultururlauber, um dann Tourismus auch gleich wieder mit Übernachtungen in Verbindung zu bringen.

Wer sind die Besucher eigentlich?

Ausstellungsbesucher im Museum Burg Posterstein
Ausstellungsbesucher im Museum Burg Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)

Allerdings sagen die Statistiken oft relativ wenig darüber aus, wer uns da konkret besucht! Das trifft übrigens auch auf die Angaben zu den gewerblichen Übernachtungen der IHK zu. Es gibt meines Wissens keine Erhebung, die darüber Auskunft gibt, ob polnische Gastarbeiter in den Ferienwohnungen untergebracht sind oder ob sich tatsächlich Touristen eingemietet haben. Insgesamt ist festzustellen, dass aus der Sicht Museum viele richtige Schlussfolgerungen aus den dargebotenen Analysen gezogen worden sind – nur eine Stärkung der Position der Museen, Stichwort: Finanzausstattung oder Personalsituation als Voraussetzung für die abgeforderten touristischen Leistungen; Stichwort: Service, Produkte oder langfristiger Planungshorizont – ist nicht oder noch nicht erkennbar. Wörtlich heißt es in der Konzeption:

„Durch die Schaffung zusätzlicher Infrastruktur sowie eine auf Träger, Projekt und Maßnahme bezogene Förderung gilt es die Umsetzung in allen anderen Handlungsfeldern gezielt zu unterstützen. Dabei sollten im Sinne der Strategie vorrangig Maßnahmen mit Bezug zu den definierten Profilierungsthemen und Leuchttürmen gefördert werden sowie solche, die die getroffene Zielgruppenorientierung durch entsprechende Infrastruktur- und sonstige Maßnahmen weiterentwickeln.“

Na denn: Hier müssen wir fordern!

Strahlen Leuchttürme nicht immer in die Ferne und nicht in ihre nächste Umgebung?

Wir sollten aber auch diskutieren: Wollen wir, dass nur Leuchttürme gefördert werden oder müssen wir nicht immer wieder betonen, dass der Leuchtturm allein nichts ausrichtet, wenn nicht in seiner Nachbarschaft viele kleine Lämpchen sind oder andersherum: Strahlen Leuchttürme nicht immer in die Ferne und nicht in ihre nächste Umgebung?

Wie passt das alles zusammen und wie schlägt sich das in Förderprogrammen nieder? Zwei Beispiele: Das Ministerium für Bau, Landesentwicklung und Verkehr fördert im Projektaufruf Städtebauförderung im ländlichen Raum Nr. 37-2012, die Sanierung von Heimatstuben und Dorfmuseen, aber keine Museen, die Leistungsträger sein sollen! Und in der Richtlinie des Wirtschaftsministeriums zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit im Thüringer Tourismus (Landesprogramm Tourismus) sind Maßnahmen für Kultur und Bildung, also Museen nicht förderfähig.

Der Fall Museum Burg Posterstein

Das Museum Burg Posterstein im Sommer 2012
Das Museum Burg Posterstein im Sommer 2012 (Foto: Museum Burg Posterstein)

Nach so viel Überblick nun zurück in die Niederungen, im Fall des Museums, das ich leite, eher auf eine leichte Anhöhe nach Posterstein. Das Museum Burg Posterstein gehört zu den Einrichtungen, die erst nach dem 2. Weltkrieg gegründet wurden. Das Kreismuseum des damaligen Kreises Schmölln fand seinen Platz in einer kleinen, im 12. Jh. gegründeten Burg, die einstmals zwischen Reußen und Wettinern stand. Die Sammlungen bieten Regionalgeschichtliches. Um dem Museum ein Profil zu geben, findet eine Konzentration auf die Burg selbst und den einzigartigen Musenhof der Herzogin von Kurland im nahen Löbichau statt. Außerdem gibt es regelmäßig Sonderausstellungen, Konzerte, Lesungen und eine Großveranstaltung. Die gezielten Vermittlungsprogramme erreichen jährlich etwa 4.000 Besucher, das ist ein Fünftel der Gesamtbesucher. Drei fest angestellte Mitarbeiter werden unterstützt von 8 bis 10 geringfügig Beschäftigten, Praktikanten und ehrenamtlich Tätigen. Das Museum wird seit dem 1. Januar 2007 in Trägerschaft des Museumsvereins Burg Posterstein betrieben, entsprechend abgeschlossener Trägerschafts- und Finanzierungsverträge mit dem Landkreis Altenburger Land. Das brachte zwar nach oben begrenzte Zuschüsse, dafür aber viel Eigenständigkeit und Bürokratieabbau.

Posterstein ist eine Gemeinde mit ca. 500 Einwohnern, wobei die Zahl seit den 1990er Jahren um 30 Prozent gestiegen ist. Der Ort profitiert vom Tourismus – und der von der Burg und die vom Museum, das sich darin befindet. Diese Kette erkennt nicht jeder. Auch der gutwillige Bürgermeister nicht immer. Doch bei genauerer Betrachtung wird auffallen, dass im Vergleich zum Ausgangspunkt heute ein sanierter Ort existiert, wo neben dem Museum, ein gut gehendes Hotel mit Gaststätte, zwei weitere Gaststätten, mehrere Ferienwohnungen, ein Kunst und- Kreativhof etwa 30 Arbeitsplätze bieten und damit die meisten Arbeitsplätze vor Ort stellen. Posterstein ist touristisch gut angebunden an das Thüringer Radwege- und Wandernetz und liegt mit einer Entfernung von 2 km zur Autobahnanschlußstelle Ronneburg verkehrstechnisch gut. Trotzdem kommen die jährlich 20.000 Museumsbesucher nicht von allein. Dahinter stecken über 20 Jahre kontinuierliche Arbeit im Rahmen der Möglichkeiten, die das Museum hat. Von der notwendigen inhaltlichen Arbeit, die in jedem Fall Voraussetzung dafür ist, dass Besucher kommen, wieder kommen und weitersagen, soll an dieser Stelle nicht die Rede sein.

Der Zusammenhang zwischen Gastronomie und Kultur: „Wer nichts wird, wird Wirt“?! – Stimmt nicht

Auch in tiefem Schnee müssen Besucher nach Posterstein finden können (Foto: Petra Nienhold)
Auch in tiefem Schnee müssen Besucher nach Posterstein finden können (Foto: Petra Nienhold)

Abseits dieser grundsätzlichen Bedingungen, kam es zunächst darauf an, die Wege nach Posterstein zu erleichtern. Dazu gehörten bereits 1994 die Durchsetzung der Aufstellung touristischer Hinweisschilder entlang der Autobahn und die folgende weitere Wegweisung. Das ist nicht immer einfach. Die Beschilderung muss kontrolliert und bei Verlust erneuert werden, manchmal bleibt der Schaden auch bei uns, obwohl eigentlich andere zuständig sind. Wenn dann die Besucher den Weg gefunden haben, wollen sie nicht mehr weit laufen und in nächster Nähe einen Parkplatz vorfinden (eine Proportionalität von Größe der Autos und Nähe ist dabei unverkennbar). Es gelang uns 1990 die Gemeinde zu überzeugen auf dem ehemaligen Rittergutshof einen Parkplatz für etwa 50 Autos anzulegen. Dann will der Besucher natürlich essen und trinken. Also haben wir in den Keller der Burg eine Gaststätte eingerichtet, weil der Ort gastronomisch brach lag. Wie an vielen Orten ging das schief, weil der Spruch „wer nichts wird, wird Wirt“ eben falsch ist. Größtenteils haben das die neu entstandenen Gastronomiebetriebe inzwischen ausgeglichen, aber eben nur zum Teil, weil deren Öffnungszeiten und Angebote nicht immer kompatibel mit den Erwartungen der Besucher sind. Ganz wichtig sind profane Servicedinge wie Toiletten und Garderoben. Die gibt es natürlich, aber sie sind, wie das ganze Museum und auch die mittelalterliche Burg, nicht barrierefrei und gehören zu den Defiziten, zu denen ich später noch kommen werde.

Das wichtigste Gesicht nach außen: Der Mann oder die Frau an der Museumskasse

Bleibt das Marketing, das Instrument, um Besucher auf uns aufmerksam zu machen und zwar nach Innen und nach Außen. Nach meiner Erfahrung ist das ungemein wichtige Innenmarketing besonders schwer. Nur wenn die Bürger unserer Region uns kennen und schätzen, werden sie uns weiter empfehlen und freundlich zu Gästen sein. Neben vielen Erfolgen, die sich durch häufige Besuche Einheimischer mit Gästen ausdrücken, kann ich mir nicht ersparen von einem Misserfolg zu berichten: Der Bürgermeister entschloss sich 2009 an alle Postersteiner eine Jahreskarte kostenlos zu verteilen. Das Museum erhielt dafür 1.000 Euro Zuschuss. Nur die Postersteiner kamen nicht. Eine einzige Familie erschien gegen Jahresende.

Oft unterschätzt und doch wichtigstes Instrument bei der Suche nach Kundenzufriedenheit ist das Kassenpersonal – bei nicht geführten Gästen, der einzige persönliche Kontakt. Wenn dort Freundlichkeit und Beratungskompetenz fehlen, machen wir das mit keiner noch so guten Ausstellung wett. Eine gute und vor allem wenig aufwändige Möglichkeit darüber hinaus einiges in Erfahrung zu bringen, sind Gespräche mit Besuchern während oder nach Führungen oder im Servicebereich allemal. Das sollte durchaus auch einmal von Führungspersonal, vor allem zu Besucherhochzeiten ausprobiert werden!

Da aber Posterstein nicht im luftleeren Raum liegt und Marketing meist etwas mit Geld zu tun hat, geht alles nur im Verbund. Schnell waren wir sicher, dass es wichtig ist, dem regionalen Fremdenverkehrsverband nicht nur anzugehören, sondern durch Mitarbeit im Vorstand mit zu bestimmen. Hinzu kam im Laufe der Zeit auch die Mitgliedschaft im Tourismusausschuss der IHK, dort, wo Hotels und Gaststätten vertreten sind. Dies sichert nicht nur die Berücksichtigung in regionalen Entwicklungskonzepten und in Werbebroschüren der Akteure, sondern ermöglicht Einblicke in die Konzepte und Nöte der anderen. Die gute Zusammenarbeit mit der Altenburger Tourismus GmbH bringt die Verknüpfung mit dortigen Angeboten und die Berücksichtigung bei Journalistenreisen oder überregionalen Werbeauftritten.

Dann bleibt der eigene Einsatz: alle überregional Werbenden wollen Texte und Fotos. Die müssen Qualität haben und Wiedererkennbarkeit sichern. Es nützt also nichts, ständig anderes Material zu schicken.

Die Präsenz in Veranstaltungskalendern wie der Stadt Gera ist nicht kostenlos und erfordert Pflege, wie jeder Veranstaltungskalender überhaupt seine Aktualität nur durch Pflege erreicht. Das braucht aber auch eine langfristige Planung, nicht immer leicht bei einer massiven Abhängigkeit von Drittmitteln, wie wir alle wissen. Ein weiteres Instrument, das in der Regel nichts kostet außer Arbeit und Kontinuität ist die Pressearbeit. Das Museum Burg Posterstein versendet wöchentlich eigene Pressemitteilungen über einen Verteiler, der etwa 80 Adressen umfasst. Die Reichweite liegt zwischen Erfurt, Dresden, Zwickau, Leipzig und Hof. Ebenfalls ohne Haushaltsmittel, zumindest im Betrieb, findet die Onlinewerbung statt: Seit 12 Jahren verfügt das Museum über eine Webseite und zwar in Deutsch, Englisch und Französisch. In den vergangenen Jahren kamen Profile auf Facebook und Twitter (seit 2010) und ein eigener Blog (seit Anfang 2011) dazu. Um kurze Videos online teilen und einbinden zu können, besitzt die Burg Posterstein einen Kanal auf Vimeo, einem werbefreien Konkurrenten von YouTube. Darüber hinaus ist das Museum auf Plattformen wie Webmuseen, Visitatio und ähnlichem – Seiten, die museale Angebote bündeln, mit eigenen Unterseiten vertreten.

Bleibt die Werbung, die Geld kostet. Wir verfügen nicht über Mittel für Plakatierung, Bahnwerbung oder gar Fernseh- und Rundfunkspots. Dafür sind wir, bis auf wenige Ausnahmen aber die Einzigen, die in Posterstein die Werbung bezahlen! Wir investieren jährlich immerhin 3 % unseres Gesamtetats in Anzeigen in unterschiedlichen Medien. Das reicht aber dennoch nicht an die von der Wirtschaft allgemein veranschlagten 5 % Etatanteil für Werbung heran. Jeder von Ihnen kann ja kurz durchrechnen, wie es bei ihm aussieht. Ich verrate, glaube ich, kein Geheimnis, wenn ich die Zahl des Lindenau-Museums Altenburg nenne: 0,5 % – ein unmöglicher vom Museum nicht zu beeinflussender Zustand, der nicht durch beste Pressearbeit wettgemacht werden kann.

Jedes Jahr kommen um die 2000 Kinder auf die Burg Posterstein
Jedes Jahr kommen um die 2000 Kinder auf die Burg Posterstein (Foto: Museum Burg Posterstein)

Wo liegen aber die Defizite in Posterstein: Abgesehen von vollkommen unzureichenden Depotbedingungen, fehlenden Arbeitsplätzen, zu wenig Raum für pädagogische Projekte und nicht vorhandener Barrierefreiheit, kennen wir unsere Besucher zwar ganz gut, aber vielleicht doch nicht in ausreichendem Maß. Die letzte Besucherbefragung fand Mitte der 1990er statt. Die jährliche Erhebung des Instituts für Museumsforschung unterscheidet in Einzel- und Gruppenbesucher, in Besuche nach Museumsgattungen und gibt neuerdings auch eine Übersicht in Einheimische und Touristen. Danach gab es 2010 vor allem in Schloss- und Burgmuseen und in kulturgeschichtlichen Spezialmuseen mehr Touristen als andere Besuchergruppen. Unsere verbandsinternen Erhebungen geben darüber noch keine Auskunft.

Was folgt daraus? – gleich mehrere Fragen: Kennen wir unsere Besucher? Kennen wir deren Motivation zum Museumsbesuch, deren Interessen, Wünsche oder Ansprüche? Ihren Herkunftsort? Die Antwort muss sich jeder von Ihnen selbst geben. Hier kann ich den Museumsverband nur aufrufen sich des Themas anzunehmen und eine möglichst breite Besucherbefragung in den Thüringer Museen anzuregen. Dies würde nicht nur die Zweckmäßigkeit unserer geringen Werbemittel stärken, sondern auch unsere Argumentation gegenüber den Touristikern untersetzen.

Museen, vernetzt euch!

Wir sind nicht ausreichend vernetzt mit anderen Museen. Das unterstelle ich nicht nur für mein Museum, sondern für die Mehrzahl. Was die leichteste Übung wäre, tun wir nicht. Wer von Ihnen hat Kombitickets über Trägergrenzen hinweg? Und wenn es sie gibt, werden sie aus unterschiedlichen Gründen nicht ausreichend propagiert. Wer ist auf Facebook Freund eines Thüringer Museums? Wir sind Freund von Schloss Schönbrunn, vom Nationalmuseum Breslau, vom Freilichtmuseum am Kiekeberg in der Nähe von Hamburg… Wir haben (noch) keine Museums-App, die uns mit den Sehenswürdigkeiten im Umkreis von 25 km vernetzt. Ein Angebot, das uns jüngeres Publikum bringen könnte, aber nicht ohne die Touristiker geht. Hier schließt sich die Frage nach den Schnittstellen an. Sind es die Produkte, die allenthalben von uns verlangt werden? Wollen wir Produkte bilden oder sind wir nicht das Produkt? Meine These ist: sowohl als auch. Wir sind Produkt, wir werden aber nicht umhin kommen uns in Angebote einbinden zu lassen, was aber Buchbarkeit voraus setzt. Umgekehrt kann es nicht so sein, wie in Altenburg, wo ein Hotel ein HRS Highlight anbietet mit Übernachtung, Eintritt und Führung im Lindenau-Museum, ohne dass das Museum von seinem Glück weiß oder gar zu jeder Zeit in der Lage ist von einer Minute zur anderen eine Führung anzubieten. Bei uns in Posterstein verlief es ähnlich. Wir bekamen des Öfteren Führungen vom dortigen Hotel gebucht, von denen wir nichts wussten und zu Preisen, die nicht die unseren waren. Ein klärendes Gespräch offenbarte fundamentale Unterschiede in den Ansichten der touristischen Partner.

Sprechen wir die gleiche Sprache?

Wir sollten also auch diskutieren: Verstehen wir unter Tourismus überhaupt das gleiche? Wie definieren wir gemeinsame Zielgruppen? Oder: Sprechen wir die gleiche Sprache – wenn wir uns über „Angebote“ unterhalten?

Wir treten nicht selbstbewusst genug auf, wenn es um Tourismus geht. Wir sind in der Defensive, obwohl alle Statistiken das Gegenteil aussagen. Im Landestourismuskonzept steht bei Kundenzufriedenheit, dass die Gäste in Thüringen mit den Museen zufrieden sind. Damit sind die Museen in dieser Konzeption aber auch schon genannt. Der Qualitätsmonitor, herausgegeben vom Deutschland Tourismus, besagt sogar, dass Thüringen an vierter Stelle der Präferenz bei ausländischen Kulturtouristen steht, nach Sachsen, Berlin, Hamburg.

Wir müssen uns also massiv einmischen!

Das ist uns in Posterstein und in unserer Region nicht immer gelungen.

Auch wir müssen zusehen, wie aus Landesprogrammen sehr fragliche Dinge gefördert werden, wie die Umsetzung eines sogenannten „Rinder-Offenstalls“- übrigens ein total gescheitertes Projekt der DDR-Landwirtschaft – für einen Verein mit 75 Mitgliedern. Oder noch schlimmer, der nie richtig in Betrieb und dann insolvent gegangene Freizeitpark Weltentor – der von einer Besucherzahl von 2 Mio. träumte – errichtet mit öffentlichen Mitteln, auf dem zuvor ebenfalls öffentlich geförderten Gelände der Bundesgartenschau 2007 in Ronneburg.

Die letzte Frage ist dann, vertragen sich so viele Touristen mit unserem Auftrag des Sammelns, Bewahrens, Forschens und Ausstellens? Ich sage klar ja. Denn was oder wer ist ein Tourist? Doch in erster Linie ein Besucher, der etwas erleben will, neugierig ist und damit Bildung nicht verweigert. Geben wir deshalb gleich unseren Bildungsauftrag auf, wenn wir besucherträchtige Ausstellungen oder Veranstaltungen bieten? Wieder möchte ich klar antworten: nein. Es ist unser Auftrag möglichst viele in den Genuss unserer Angebote kommen zu lassen und es wird uns dann auch viel leichter fallen, schwerere Kost, oder unsichere Positionen darzustellen.

© Klaus Hofmann, Direktor Museum Burg Posterstein

Vortrag zum Verbandstag des Museumsverbandes Thüringen

Thema: Museen und Tourismus – Thüringen entdecken. Wohin die Reise geht: Ins Museum!

27. September 2012, Schloss Wilhelmsburg Schmalkalden

 

Quellen und Literatur:

Zahlen und Statistik

Deutscher Fußball Bund

Deutsche Zentrale für Tourismus

Handelsblatt, 20.9.2012

Institut für Museumsforschung Berlin

Museumsverband Thüringen

Thüringer Landtag, Drucksache 5/2844

Thüringer Landesamt für Statistik

IHK Ostthüringen

Sonstiges

Busmagazin 3/2012, Fachzeitschrift für Busunternehmer und Gruppenreiseunternehmer

Kulturtourismus-Konzeption für Thüringen

Landestourismuskonzeption Thüringen 2015

Qualitätsmonitor, Deutschland-Tourismus 2010/2011

Thüringer Staatsanzeiger, Nr.36/2012

Thüringer Staatsanzeiger, Nr. 37/2012

Wo wohnten die Nachfahren von „Baron Münchhausen“?

Ansichtskarte des Ritterguts Windischleuba ((c) Museum Burg Posterstein)
Ansichtskarte des Ritterguts Windischleuba ((c)Museum Burg Posterstein)

Die Geschichte von Windischleuba ist lang, als „Luben“ fand der Ort schon 1181 / 1214 im Zehntverzeichnis des Klosters Bosau Erwähnung. Von 1455 bis 1659 gehörte es wie auch Nobitz der Familie von der Gabelentz, die auf dem Rittergut Poschwitz wohnten. 1492 begann Hans von der Gabelentz in Windischleuba ein Schloss zu errichten und ließ auch die Kirche umfassend erneuern. Sein Sohn Christoph I. von der Gabelentz, Domherr in Mainz, Meißen und Naumburg, beendete den Schlossbau 1532. Seine Nachfolger im Familienbesitz wohnten dann auch in Windischleuba. Sebastian I., gestorben 1575, diente laut Kriegsmatrikel von 1545 seinem Landesherrn „auf der Wendischleubden mit drei Ritterpferden und zwei Langspießern“. Dessen Sohn Sebastian II. lebte 1580 mit Familienmitglieder und Personal auf dem Schloss: Belegt sind sein „Weib, Junker Bastian von der Gabelentz und [sein] Vetter, Georg von der Gabelentz, außerdem ein Schreiber, ein Reiter, ein Seiler, ein Weidemann, ein Junge, ein Schneider, ein Bäcker, eine Köchin, eine Schließerin, eine Käsemutter, sechs Knechte und drei Mägde“. 1661 erlosch die Windischleubaer Linie der Familie von der Gabelentz und die Fürstliche Rentkammer zu Altenburg nutzte das Rittergut anschließend als „Großes Kammergut“.

 Zwei Rittergüter in einem Ort

Das so genannte „Rittergut Windischleuba vorderen Teils“ (Foto: Museum Burg Posterstein)
Das so genannte „Rittergut Windischleuba vorderen Teils“ ((c) Museum Burg Posterstein)

Etwa zur gleichen Zeit entstand aus einem schon vorher bestehenden Bauerngut in Windischleuba ein zweites Rittergut, das so genannte „Rittergut Windischleuba vorderen Teils“, das mit dem anderen Gut nichts zu tun hatte. Als freies Erblehen wechselte es im Laufe der Jahrhunderte mehrfach den Besitzer. Das um 1800 etwa 67 Hektar bemessende Anwesen verfügte über die Erbgerichte über drei Handgüter und 13 Häuser im Dorf. Die Obergerichte über Dorf, Feld und Flur von Windischleuba gehörten weiterhin dem älteren und größeren der beiden Güter, dem Rittergut „hinteren Teils“, das um 1800 rund 220 Hektar Land umfasste. Darüber hinaus besaß es auch die Erbgerichte über zahlreiche Güter und Häuser in Windischleuba und der näheren Umgebung sowie die Patronatsrechte über Schule, Hospital und Kirche von Windischleuba. Ein Erbbegräbnis befand sich an der Außenseite der Kirche.

Der Landsitz eines Staatsmanns

Bernhard August von Lindenau (1779-1854) ((c) Museum Burg Posterstein)
Bernhard August von Lindenau (1779-1854) ((c) Museum Burg Posterstein)

Das Rittergut hinteren Teils wechselte im 17. und 18. Jahrhundert mehrfach den Eigentümer, bis es zusammen mit dem Pohlhof in Altenburg und dem Rittergut Nobitz in den Besitz der Familie von Lindenau gelangte. 1817 erbten Bernhard August von Lindenau (1779-1854), dessen wertvolle Kunstsammlung das Lindenau-Museum Altenburg ausstellt, und sein jüngerer Bruder Friedrich Wilhelm das Gut. Der Wissenschaftler, Kunstsammler und Staatsmann Bernhard August von Lindenau hatte Mathematik, Jura und Kameralistik in Leipzig studiert. Im Laufe seiner langen Karriere leitete er als Astronom die Seeberger Sternwarte bei Gotha, war Landschaftsdirektor des Altenburger Landtages, Geheimer Rat und Minister in Gotha, Gesandter des Königs von Sachsen im Bundestag in Frankfurt und zugleich Gesandter am Niederländischen Hof in Den Haag und schließlich erster Minister im Königreich Sachsen, was der Position des heutigen Ministerpräsidenten gleich kommt. Unter Lindenau wurde in Sachsen eine umfassende Staatsreform durchgeführt. Im Alter zog er sich nach Altenburg zurück, war Abgeordneter des Herzogtums in der Frankfurter Paulskirche und widmete sich in erster Linie seiner Kunstsammlung, die er von Anfang an dem der Öffentlichkeit als Stiftung widmen wollte. So eröffnete er im Revolutionsjahr 1848 auf dem Pohlhof ein Museum mit angeschlossener Kunst- und Gewerbeschule.

Aber auch für die Bewirtschaftung Windischleubas interessierte sich der vielseitige Staatsmann. Noch 1853 ließ er „Amerikanisches Mahlzeug“ in der dortigen Mühle einbauen. Am Schloss und den Wirtschaftsgebäuden ließ er bauliche Veränderungen durchführen. Ein Stück des Wassergrabens um die auf zwei von einander getrennten Inseln verteilte Wasserburg wurde zugeschüttet. Immerhin war in jener Zeit auf der Schlossinsel die alte, viereckige Befestigungsanlage mit vier Rundtürmen noch gut erkennbar.

Die Erben von „Baron Münchhausen“

Das Rittergut Windischleuba ist heute Jugendherberge ((c) Museum Burg Posterstein)
Das Rittergut Windischleuba ist heute Jugendherberge ((c) Museum Burg Posterstein)

Seit 1880 besaßen der aus Niedersachsen stammende Börries Freiherr von Münchhausen (1845-1931) und seine Frau Clementine von der Gabelentz das Rittergut Windischleuba. Der Nachfahre des als Lügenbaron in die Geschichte eingegangenen Hieronymus von Münchhausen (1720-1797) setzte das alte Schloss wieder instand, erweiterte es und restaurierte die Renaissance-Fassade. Darüber hinaus ließ die Familie Münchhausen einen Park anlegen, in dem es unter anderem ein so genanntes „rotes Tempelchen“, ein privates Kaffeehaus, gab.

Unter seinem gleichnamigen Sohn, einem anerkannten Schriftsteller und promovierten Jurist gewann das Gut weiter an Profil. Mit 281 Hektar gehörte es zu den größten Rittergütern im Altenburger Land. Der Balladendichter wachte sorgfältig über Schloss und Garten: Sein Gärtner durfte nur in Ansprache mit ihm „pflanzen, schneiden und sonst irgend etwas vornehmen“ und Außenstehende benötigen für den Zutritt zur Parkanlage seine schriftlichen Erlaubnis. Kurz vor Ende des Zweiten Weltkrieges, am 16. März 1945, beging Börries von Münchhausen in Windischleuba Selbstmord.

 Enteignung – Vom Schloss zur Jugendherberge

Nach dem Krieg wurden seine Erben enteignet und Teile des Wirtschaftshofes abgerissen. Vom Waalgraben sind heute nur noch Reste erhalten. Das Renaissanceschloss diente zunächst als Landschulheim. Der Park wurde für die Schüler um einen biologischen Lehrpfad, eine Freilichtbühne, eine Kegelbahn und ein Volleyballfeld erweitert. Bis heute befindet sich im gut erhaltenen Schloss eine Jugendherberge, die viel von dem historischen Ambiente erkennen lässt.

Der geschlossene Bauernhof des Rittergutes „vorderen Teils“ wurde 2005 und 2006 trotz denkmalschutzrechtlicher Bedenken abgerissen.

Von Marlene Hofmann

 

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007