Europa ist nicht allein nur Kulturraum, sondern Wirtschafts- und Lebensraum vieler Nationen

Das Elektromuseum Erfurt teilte seinen Beitrag zur Blogparade #SalonEuropa per Facebook-Post. Damit auch nicht Facebook-Nutzer ihn lesen können, erscheint er auch hier als Gast-Beitrag. Die Blogparade nähert sich ihrem Ende – bis 23. Oktober 2018 könnt ihr noch teilnehmen. Wer keinen eigenen Blog hat, schickt uns einfach seinen Gastblogpost.

Ein Netz, das ganz Europa verbindet (Bildrechte: Thüringer Museum für Elektrotechnik)
Ein Netz, das ganz Europa verbindet (Bildrechte: Thüringer Museum für Elektrotechnik)

Was verbindet die Menschen in Europa? Ein Netz! Ein Netz, welches alle Länder miteinander verbindet, welches bis in jeden Ort, in jedes Haus und jede Wohnung reicht. Wir alle brauchen dieses Netz, zum Leben, Arbeiten, Entspannen, Lernen ….. Ohne dieses Netz geht nichts mehr. Wir alle sind davon abhängig!

Dieses Netz ist noch nicht sehr alt. Die Anfänge reichen etwa 100 Jahre zurück. Damals entstanden zunächst kleine und dezentrale Netze, die immer mehr zusammen wuchsen und auch über Landesgrenzen hinweg zusammengeschaltet wurden. Zur Zeit der klugen und schönen Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) gab es dieses Netz noch nicht, und ein Leben war dennoch möglich.

Doch wir haben unser Leben mit diesem Netz eingerichtet. Unsere Kultur und der Erhalt des kulturellen Erbes ist ohne dieses Netz nur noch schwer vorstellbar. Von manchen Zeitgenossen wird es heutzutage bis aufs Messer bekämpft, wenn es z. B. aktuell erweitert werden soll. Gerichte werden bemüht, für viele Rechtsanwälte eine wahre ABM-Maßnahme.

Doch ohne dieses Netz scheint ein modernes Leben unmöglich. Denn es versorgt uns mit einem Medium, was man nicht sehen, riechen oder schmecken kann. Dieses Medium kann aber unter Umständen zugleich lebensrettend, wie auch lebensgefährlich sein.

Wer auf dieses Medium persönlich verzichten möchte, sollte einfach für eine Woche die Sicherungen an seinem Stromzähler herausschrauben, sich somit von diesem Netz trennen und beobachten, was dann passiert: Der Kühlschrank taut ab und alle Lebensmittel verderben, wenn sie nicht schnell genug verzehrt werden. Waschmaschine, Fernsehempfänger, Radio, Computer, Internet, Facebook oder andere Soziale Medien funktionieren nicht mehr. Smartphone und Notebook können nicht mehr geladen werden. Bei Dunkelheit ist Kerzenlicht angesagt. Petroleum gab früher und es roch unangenehm. Der elektrische Herd bleibt kalt. Die elektrische Umwälzpumpe der Zentralheizung funktioniert nicht und damit auch die gesamte Heizung nicht. Jeder mag nun seiner Phantasie freien Lauf lassen, wie er mit einer solchen Situation umgeht, wenn in seinem Haus oder seiner Wohnung der Strom abgestellt ist.

Dieses Netz, das kontinentaleuropäische Verbundnetz, verbindet sämtliche europäischen privaten, öffentlichen und industriellen Stromabnehmer synchron mit allen Stromerzeugern in diesen Ländern. Es sorgt für StabilitätVersorgungssicherheit und sichert wirtschaftliches Handeln und letztlich unseren Wohlstand, sowie den Erhalt des gesamten europäischen kulturellen Erbes! Auskunft über die aktuelle Situation im Europäischen Verbundnetz gibt die Netzfrequenz, die 50 Perioden je Sekunde oder anders gesagt 50 Hz beträgt: https://netzsin.us oder http://www.netzfrequenzmessung.de 
Den letzten Stromausfall mit europaweiten Folgen gab es am 4. November 2006.

Wir sollten jedoch alles dafür tun, dass nicht nur ein Stromnetz die Menschen in Europa verbindet, sondern vielmehr ein Netz demokratischer, freier, rechtsstaatlicher und selbstbestimmter Nationen!

Von Thüringer Museum für Elektrotechnik

3 Antworten auf „Europa ist nicht allein nur Kulturraum, sondern Wirtschafts- und Lebensraum vieler Nationen“

  1. Wunderbar, der Hinweis auf dieses europäische Netz das uns alle verbindet, hoffentlich, wie ihr bereits schreibt, mehr als nur dieses. Und die im wahrsten Sinne des Wortes düstere Vision, wie ein plötzliches Leben ohne Strom wäre, erinnert mich an das Buch “Blackout” von Marc Elsberg. Aber es gibt auch einen Hinweis auf die Fragilität dessen, was wir für Selbstverständlich rechnen. Vielen Dank für den schönen Beitrag zu unserer Blogparade #SalonEuropa!

  2. Liebes Team vom Elektromuseum Erfurt,

    wunderbar, dass ihr diese Gedanken ins “Netz” für den #SalonEuropa werft und somit eure Gedanken mit anderen “vernetzt” und zwar im Sinne der Herzogin von Kurland, die fast um die Ecke von euch (netz-)wirkte.

    Ja, wenn einige dieses Netz verteufeln und es tatsächlich abstellten, dann käme wohl eine andere Wertigkeit auf. Wenngleich gerade Werte im Umgang mit dem vielschichten “Netz” zu führen ist. Einiges läuft hier ganz allgewaltig verquer, anderes dafür umso besser.

    Merci!
    Herzlich,
    Tanja

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