Derzeit ausschließlich digital: Ausstellungen und Ferienprogramm demnächst virtuell

Während das physische Museum Burg Posterstein voraussichtlich bis 19. April 2020 für den Besucherverkehr geschlossen bleibt, planen wir Ausstellungen und Ferienprogramm virtuell trotzdem stattfinden zu lassen. Ein Kurz-Überblick.

Derzeit ausschließlich virtuell: Das Museum Burg Posterstein

Um Besucher zu schützen und einen Beitrag zur Verlangsamung der Ausbreitung der Erkrankung COVID-19 zu leisten, können nach aktuellem Stand alle Veranstaltungen, Führungen und Kindergeburtstage bis einschließlich 19. April 2020 leider nicht stattfinden.

Das Museum wird auch alle weiteren geplanten Aktivitäten gegebenenfalls an die jeweilige aktuelle Lage anpassen und per Pressemeldung und auf allen Social Media-Kanälen darüber informieren. Das Museumsteam ist wie gewohnt online für Besucher da und gibt Einblicke in die Ausstellungen, Forschung und tägliche Arbeit.

Mitwachsende, digitale Begleitausstellung

Zur Sonderausstellung “Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger” wird es ab 19. März 2020 eine mitwachsende, digitale Begleitausstellung geben. Die Foto-Ausstellung zeigt Schwarzweißfotografie des Landshuter Fotografen Karl-Heinz Rothenberger. Er hielt vom Uranerzbergbau geformte Landschaften der Region Ronneburg auf eindrucksvollen Fotografien fest. Dreißig Jahre nach dem Ende des Bergbaus zeigt die Ausstellung die ehemaligen Tagebau-Orte von der Rekultivierung über die BUGA 2007 bis heute. In einer Reihe von Blogposts wollen wir uns mit dem Uranerzvorkommen in Thüringen und Sachsen beschäftigen. Dabei starten wir mit der Geschichte des Heilbades Ronneburgs und enden beim aktuellen Stand der Sanierung der WISMUT GmbH.

Kaum vorstellbar, dass hier noch vor einigen Jahren schwere Maschinen Uranerz aus der Erde holten! Heute ist die “Neue Landschaft Ronneburg” ein Landschaftspark. Geschichte und Hintergründe beleuchten wir in unserer mitwachsenden virtuellen Ausstellung zur Fotoausstellung “Landschaft nach der Wismut – Fotografie von Karl-Heinz Rothenberger”. (Foto: Marlene Hofmann, Museum Burg Posterstein)

Die #Schlössersafari virtuell

Die geplante Wanderaustellung im Museum Burg Ranis ist nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Wir nutzen die Zeit der Museumsschließungen, um mit Fotobegeisterten, Schlösserfans und Hobbyfotografen auf Instagram und Twitter gemeinsam auf virtuelle Schlössersafari zu gehen. In der digitalen Ausstellung zeigen wir ab 29. März 2020 einen Teil der sonst analog ausgestellten Bilder, stellen Instagramer vor und zeigen besondere Schlösser und Orte.

Seit unserer ersten Sonderausstellung “Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland” im Frühjahr 2019 sind auf Instagram weit über 5000 Bilder von sehenswerten Schlössern und Burgen aus der ganzen Welt geteilt worden. Aus der Ausstellung ist ein digital-analoges Vernetzungsprojekt geworden, das Fotofreunde und Kultureinrichtungen miteinander und untereinander verbindet und einander näher bringt. Indem die Ausstellung 2020 auf Wanderschaft geht und weitere gemeinsame Instawalks geplant sind, wird dieses Netzwerk immer stärker, dichter und wertvoller für alle Beteiligten. Zum Konzept #Schlössersafari geht es hier.

Mit der geplanten virtuellen Ausstellung wollen wir die Fotos und die Schönheit der Orte feiern und laden alle herzlich ein, sich mit eigenen, unter dem Hashtag #Schlössersafari geteilten Bildern selbst zu beteiligen.

Ab 29. März 2020 laden wir euch ein, mit uns virtuell auf #Schlössersafari zu gehen.

Schafe fürs Leben: Das digitale Osterferien-Programm

Im Museum Burg Posterstein bietet wir in allen Schulferien ein Ferienprogramm zu immer neuen Themen an. Das Osterferien-Programm “Schafe fürs Leben – Warum gehört das Lamm zum Osterfest” wird in diesem Jahr virtuell auf dem Kinderblog des Museums stattfinden.

Nähere Informationen dazu folgen in Kürze. Ein Bild vom Making-Off haben wir aber schon:

Unser grünes Schaf heißt Wendelin – wie der Schutzheilige der Bauern, Hirten, Landarbeiter und Schäfer. Es führt Kinder und Familien ab 4. April 2020 virtuell durch unser Osterferien-Rätsel.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Ein Jahr voller Entdeckungen: 2019 auf Burg Posterstein

Schlössersafari, Staubexkursion, Expeditionen nach Südamerika: Im Jahr 2019 standen verschiedenste Entdeckungen im Mittelpunkt der Ausstellungen des Museums Burg Posterstein. Darüber hinaus wurden mit Steckenpferd-Turnier und Geisterstunde neue Veranstaltungsformate ins Leben gerufen. Zu sehen gab es insgesamt vier Sonderschauen und über 50 Veranstaltungen. Dazu fanden fast 170 private Veranstaltungen wie Führungen, Kindergeburtstage und Trauungen auf Burg Posterstein statt.

Schlössersafari, Burgstaub und „humboldt4

Das Ausstellungsjahr 2019 begann mit der interaktiven Fotoausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“, in der sieben Instagramer je sieben ihrer Fotos von mitteldeutschen Schlössern und Burgen vorstellten. Das Publikum nutzte die Möglichkeit, eigene Bilder unter dem Stichwort #Schlössersafari zu teilen eifrig. Inzwischen kann man im sozialen Netzwerk Instagram über 4800 Fotos bestaunen. Aus der Sonderschau ist ein aktives Netzwerk entstanden und 2020 wird die Ausstellung selbst auf Wanderschaft gehen: Von 4. April bis 6. Juni 2020 ist sie in neuer Fassung auf Burg Ranis zu sehen und von 12. September bis 21. November 2020 auf Burg Mylau.

Wenn die Ausstellung #Schlössersfari auf Ranis gastiert, ist @suse70 als Instagramerin aus Ranis dabei.

Im Sommer 2019 zeigte das Museum Burg Posterstein die gewitzte Kunstausstellung „Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein mit Wolfgang Stöcker aus Köln“, die auch überregional Aufmerksamkeit erregte. Zur Ausstellung erschien ein tiefgründiges Lesebuch „Zum Wesen des Staubes“.

Für die Ausstellungsreihe „humboldt4“ fanden sich erstmals alle vier Museen des Altenburger Landes zu einem gemeinsamen Thema zusammen. Im Fokus der Postersteiner Ausstellung „Von Schönhaide nach Südamerika“ stand der Vogelforscher und -zeichner Anton Goering aus Schönhaide bei Schmölln. Auf zwei Reisen nach Südamerika wandelte er im 19. Jahrhundert auf Humboldts Spuren und dokumentierte die dortige Tierwelt. Das Museum leistete mit der Ausstellung wertvolle Grundlagenforschung und es gab eine fruchtbare Zusammenarbeit mit lokalen Heimatforschern und dem Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig. Die Ergebnisse überdauern im Katalog „humboldt4“ zur Ausstellung und erstmals auch als umfangreicher Wikipedia-Artikel.

Eine neue Veranstaltungsreihe ging an den Start: das 1. Große Steckenpferd-Turnier am Weltkindertag

Geister, Steckenpferde und viele neue Ideen

Insgesamt fanden 2019 auf Burg Posterstein 57 öffentliche Veranstaltungen wie Feste, Salongespräche und Familienführungen statt. Darüber hinaus gab es fast 169 gebuchte Führungen, Kindergeburtstage und Hochzeiten. In einer losen Gruppe namens „Ideen für Burg Posterstein“ fanden sich rund 20 vorwiegend junge Menschen aus Posterstein und Umgebung zusammen, die das Museum bei der Planung und Durchführung neuer Veranstaltungen unterstützten. Dank dieser Gruppe gab es erstmals ein Steckenpferd-Turnier am Weltkindertag und eine Geisterstunde an Halloween, die mit der Belebung Postersteiner Sagen und Persönlichkeiten über 500 Besucher lockte. In allen Schulferien in Sachsen und Thüringen gab es thematisch wechselnde Ferienprogramme und darin eingebettet insgesamt 35 kleine „Schatzsucher-Prüfungen“ für Familien mit Kindern.

Dauerbaustelle bescherte weniger Besucher

Insgesamt zählte das Museum 2019 nur rund 18.000 Besucher. Von den Besuchern, die nicht gezielt zu Veranstaltungen kamen, waren 40 Prozent Familien- und 10 Prozent Gruppenbesucher. Die Baustelle, die von Frühjahr bis Winter 2019 den Ort in zwei Hälften teilte, hat dem Besucherverkehr leider sehr geschadet. Eine bessere Ausschilderung des Museums für Ortsfremde könnte bei zukünftigen Bauarbeiten vielen Museumsgästen die Anreise erleichtern und Frust ersparen.

Von Steinnüssen und südamerikanischen Krippen: Die Weihnachtskrippensammlung des Museums Burg Posterstein

Noch bis 12. Januar zeigt das Museum Burg Posterstein seine Weihnachtskrippenausstellung „Weihnachtskrippen aus fernen Ländern“ in den stimmungsvoll geschmückten Räumen der Burg. Das Museum lädt die Besucher dieses Jahr ein, gedanklich nach Südamerika zu reisen: Denn einen besonderen Schwerpunkt der Ausstellung bilden Krippen aus Peru und Mexiko. Kurz vor Weihnachten kam eine weitere Krippe dazu, aus Ecuador.

Diese Balsaholz-Krippe aus Ecuador ist die neuste in der Postersteiner Sammlung.
Diese Balsaholz-Krippe aus Ecuador ist die neuste in der Postersteiner Sammlung.

Zum alternativen Weihnachtsmarkt „Weihnachten im Salon“, der auch 2020 wieder stattfinden wird, gab es am Stand von Irmtraud Cebulla (Cebulla Naturschmuck) aus Gödern bei Altenburg auch Schmuck und sogar Weihnachtskrippen aus Steinnuss zu bestaunen. Hier erwarb das Museum für seine Sammlung eine Krippe aus dunklem Balsaholz aus Ecuador, die bereits in der aktuellen Ausstellung zu sehen ist.

Wie die südamerikanische Steinnuss nach Schmölln kam

In der Postersteiner Dauerausstellung geht es ebenfalls um südamerikanische Steinnüsse und in der Weihnachtszeit sind auch Krippen aus Steinnuss zu sehen. Das besondere Material ist eng mit der Geschichte der Stadt Schmölln verbunden: Die Samen der Früchte der Steinnusspalme, die auch als „Pflanzen-Elfenbein“ bezeichnet werden, wurden Mitte des 19. Jahrhunderts oft von Schiffen, die ohne Ladung aus Südamerika zurück nach Europa fuhren, als Ballast geladen und beispielsweise im Hamburger Hafen billig verkauft. Die Palme wächst vor allem in Ecuador, aber auch in Panama, Kolumbien, Brasilien und Peru. Der Schmöllner Knopffabrikant Valentin Donath schaute sich in Berlin erste Experimente mit der Verarbeitung des Samenstands der exotischen Pflanze an und 1867 ging man in Schmölln mit der Handdrehbank in Produktion.

Südamerikanische Steinnuss-Krippen in der Postersteiner Ausstellung.
Südamerikanische Steinnuss-Krippen in der Postersteiner Ausstellung.

Donaths Beispiel sorgte für eine Initialzündung und einen bis dahin nicht gekannten Aufschwung in der Stadt. Im Zeitraum von 1867 bis 1870 waren vier Gewerbeanmeldungen als Knopfmacher zu verzeichnen, 1871 bis 1880 entstanden sieben, zwischen 1881 und 1890 weitere 14 und bis um 1900 nochmals acht Knopffabriken. Nach zwischenzeitlichen Höhen und Tiefen war 1913/14 der Höhepunkt dieser Entwicklung erreicht und Schmölln erlangte Weltruhm mit einem Produkt: dem Steinnussknopf. Daneben produzierte man in Schmölln Knöpfe aus Horn, Holz, Leder, aus Vulkanfiber, Galalith oder Zelluloid und aus verschiedenen Kunststoffen. In späterer Zeit konnte nie wieder an diese Hochzeit angeknüpft werden. Seit der Weltwirtschaftskrise verlor Schmölln immer mehr Marktanteile, begleitet von Firmenkonkursen und erheblicher Arbeitslosigkeit.

Zum Weiterlesen: Schmöllner Knöpfe: Weltruhm mit dem Steinnussknopf

Weihnachten in Südamerika

Viele südamerikanische Weihnachtsbräuche haben ihren Ursprung in der Zeit der spanischen Eroberung im 15. und 16. Jahrhundert. Die dort vorhandenen Hochkulturen – darunter Azteken, Maya und Inka – wurden gewaltsam unterdrückt und christianisiert. Die Elemente der indigenen Kulturen spiegeln sich bis heute in den dortigen Weihnachtsbräuchen. Viele der in der Ausstellung gezeigten Weihnachtskrippen leuchten in bunten Farben, manche sind in Kürbisse, Flaschen und Streichholzschachteln eingearbeitet und wieder andere zeigen Maria, Josef und das Jesuskind in einem indianischen Holzboot. Zu sehen sind unter anderem Krippen aus Mexiko und Retablos – das sind aufklappbare und kunstvoll gestaltete Figurenkästen – aus Peru.

Farbenfrohes Retablo aus Peru aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein.
Farbenfrohes Retablo aus Peru aus der Sammlung des Museums Burg Posterstein.

Die Postersteiner Weihnachtskrippensammlung wächst weiter

Die Krippensammlung des Museums geht auf die Privatsammlung von Jürgen P. Riewe und seiner Frau Carolin Riewe aus Hannover zurück, die ihre Weihnachtskrippen 1994 dem Museum übergaben. 2013 kam eine zweite, umfangreiche Krippensammlung dazu – ebenfalls gestiftet von einer Sammlerin aus Hannover. Damit erweiterte sich der Bestand auf über 500 Positionen. 2018 erhielt das Museum eine Sammlung von Adventskalendern und 2019 erzgebirgische Räuchermännchen und Pyramiden geschenkt. Das Museum selbst kaufte weitere Krippen an, in diesem Jahr beispielsweise einige südamerikanische und spanische Krippen.

Die Postersteiner Krippensammlung zeigt damit die ganze Vielfalt der Darstellung der Geburt Christi. So stehen Krippen aus Israel neben farbenfrohen Exemplaren der Indios aus Südamerika, Holzkrippen aus dem Bayrischen oder dem traditionsreichen Erzgebirge neben tschechischen oder österreichischen Strohkrippen, afrikanische Holzkrippen neben deutschen Zinnkrippen, das Retablo neben der Nussschale oder die peruanische Keramikkrippe neben der polnischen Tragekrippe.

Weitere Infos zur Postersteiner Weihnachtskrippen-Sammlung

Termine zur Ausstellung:

Weihnachtskrippen-Sammlung Museum Burg Posterstein

21. Dezember 2019 – 5. Januar 2020

Weihnachtsferien-Programm: Schäfchenzählen in den Weihnachtsferien

Weihnachtsferien-Programm mit Krippen und Hirten: Kommt mit auf Schäfchenjagd durch die Burg Posterstein.

Winter-Öffnungszeiten:

November-Februar:
Dienstag–Freitag: 10–16 Uhr
Wochenende/Feiertag: 10–17 Uhr

An den Feiertagen:
24. Dezember: geschlossen
25. Dezember: 13–17 Uhr
26. Dezember: 10–17 Uhr
31. Dezember/1. Januar: geschlossen

#Kinderburg: Wer hat gewonnen? – Die Gewinner des Kinderburg-Rätsels 2019 stehen fest

Die Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen die Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels 2019
Die Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen die Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels 2019
Die Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen die Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels 2019

Drei Ritter der Gefolgschaft zu Posterstein zogen beim stimmungsvollen Weihnachtsmarkt „Weihnachten im Salon“ am 14. Dezember auf Burg Posterstein die diesjährigen Gewinner des Kinderburg-Gewinnspiels. Ohne Brille, mit zugehaltenen Augen und unter dem aufmerksamen Blick der Weihnachtsmarkt-Gäste zogen sie drei Adressen aus einem großen Lostopf. Gewonnen hat ein Kind aus Crinitzberg im Vogtland, eins aus Benndorf in Sachsen und eins aus Greiz. Sie bekommen noch pünktlich zum Weihnachtsfest Post von den Postersteiner Burggeistern Posti und Stein.

Insgesamt haben 2019 über 1500 Kinder das richtige Lösungswort gefunden. Das Kinderburg-Rätsel funktioniert so: Wer die Familienausstellung „Die Kinderburg“ besucht, bekommt eine Schatzkarte durch die Burg. An verschiedenen Stationen gibt es eine Menge zu entdecken. Die Kinder können sich nicht nur verkleiden wie Burgherren und Burgfrauen, sondern sehen wie Ritter ihre Rüstungen anzogen und hören, was Kinder im Mittelalter lernten. Überall in der Ausstellung verbergen sich Buchstaben, die richtig zusammengesetzt ein Lösungswort ergeben. 2019 lautete das Lösungswort – passend zu den Ausstellungen, die das Museum in diesem Jahr zeigte – EXPEDITION. Ab jetzt gibt es bereits ein neues Lösungswort und damit eine neue Chance auf Geschenke der Postersteiner Burggeister Posti und Stein.

Im Herbst 2020 eröffnet die neue Kinderburg-Ausstellung „Aus dem Alltag eines Burgherrn“

Die Familienausstellung „Die Kinderburg“ baut auf von Kindern gestellten Fragen auf: Wie schwer war eine Ritterrüstung? Wie ging ein Ritter aufs Klo? Und gab es im Mittelalter auch eine Schule? Mit Schatzkarte, Verkleidung und interaktiven Elementen können Familien in der gesamten Burg die Vergangenheit erkunden.

Mit einer Schatzkarte erkundet man die "Kinderburg" auf Burg Posterstein.
Mit einer Schatzkarte erkundet man die “Kinderburg” auf Burg Posterstein.

Die Nachfrage nach kindgerechter, anschaulicher Ausstellungsgestaltung ist groß: Seit Einführung des Kinderburg-Konzepts 2017 hat sich die Anzahl der Familienbesucher auf Burg Posterstein im Vergleich zu den Vorjahren verdoppelt.

Auch deshalb wird es 2020 eine weitere, speziell auf Familien mit Kindern zugeschnittene Ausstellung auf Burg Posterstein geben: Ab 4. Oktober 2020 erfährt man in der „Kinderburg“ Wissenswertes über den Alltag eines Burgherrn. Die „Gefolgschaft zu Posterstein“ – eine Gruppe Mittelalter-Enthusiasten aus der Region, die sich jederzeit über weitere Mitstreiter freut – unterstützt das Museum tatkräftig bei der Vorbereitung der Ausstellung. Unter anderem sollen ein kurzer Film und eine weitere Hörstation entstehen.

4. Oktober 2020 bis 1. März 2021: Familienausstellung “Aus dem Alltag eines Burgherrn

Die beliebte Familienausstellung „Die Kinderburg“ soll eine Fortsetzung finden: Thematisch steht der Alltag eines Burgherrn in Friedenszeiten im Mittelpunkt. Multimedial und interaktiv entdecken große und kleine Besucher dabei, wie eine mittelalterliche Burg mit Wasser versorgt wurde und welche Aufgaben der Burgherr als Gerichtsherr für die umliegenden Dörfer hatte. Und auch die Postersteiner Burggeister Posti und Stein haben ihre Finger mit im Spiel.

So könnte er ausgesehen haben - einer der Burgherren der Burg Posterstein.
So könnte er ausgesehen haben – einer der Burgherren der Burg Posterstein.

Das Familien-Programm des Museums 2020

Zum familienfreundlichen Konzept „Die Kinderburg“ gehört im Museum Burg Posterstein auch das thematisch wechselnde Ferienprogramm in allen Schulferien in Sachsen und Thüringen. Jeweils wählt das Museumsteam eine Fragestellung aus, die im Ferienprogramm gemeinsam mit den Kindern beantwortet wird.

Das sind oft Fragen, die Kinder den Postersteiner Burggeistern Posti und Stein gestellt haben. Im Museum gibt es nämlich die „Helmpost“, einen Papphelm, in den man Fragekärtchen an die Burggeister einwerfen kann. Die Kinder erhalten per Post Antwort auf ihre Fragen und ausgewählte Antworten veröffentlicht das Museum im Kinderblog unter: https://blog.burg-posterstein.de/kinderburg.

Seit 2019 bekommen Schatzsucher-Experten für jede absolvierte Ferienprüfung ein Puzzleteil. Wer alle 6 Teile beisammen hat, erhält eine ganz besondere Schatzsucher-Auszeichnung.

Das Programm für Familien auf Burg Posterstein ist jetzt erstmals als übersichtlicher Jahresplan erschienen.

humboldt4: Ein Viertel vom Quartett – Was bleibt

Petra Neumann aus Köln verbrachte den ganzen November 2019 mit uns auf Burg Posterstein – eine Bereicherung für beide Seiten! Mitte November ging die Postersteiner Schau der Altenburger Ausstellungsreihe #humboldt4 zu Ende. Petra Neumann zieht für uns Bilanz und erstellte den bisher noch nicht vorhandenen deutschsprachigen Wikipedia-Artikel zu Anton Goering.

Die Sonderschau „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ war eine der vier Ausstellungen der Gesamtkonzeption humboldt4 im Altenburger Land.
Die Sonderschau „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836–1905)” im Museum Burg Posterstein war eine der vier Ausstellungen der Gesamtkonzeption humboldt4 im Altenburger Land.

Am 14. September 1769 wurde der Universalgelehrte, Naturwissenschaftler und Forschungsreisende Alexander von Humboldt geboren. Anlässlich der 250. Wiederkehr seines Geburtstages wurde ihm zu Ehren von vier Museen im Altenburger Land eine gemeinsame Ausstellungsreihe konzipiert – humboldt4. Beteiligt waren das Lindenau-Museum, das Residenzschloss Altenburg, das Naturkundemuseum Mauritianum und das Museum Burg Posterstein.

Unter dem Titel „Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering (1836 – 1905)“ widmete sich das Museum Burg Posterstein einem Handwerkersohn aus dem Altenburger Land, der Humboldt als sein großes Vorbild sah.

Eröffnung der Ausstellung "Von Schönhaide nach Südamerika" im Museum Burg Posterstein.
Eröffnung der Ausstellung “Von Schönhaide nach Südamerika” im Museum Burg Posterstein.

Auf seinen beiden Forschungsreisen durch Südamerika betrieb Anton Goering umfangreiche ornithologische und botanische Studien. Seine Beobachtungen hielt er in Tagebuchaufzeichnungen fest, illustriert mit zahlreichen Zeichnungen und Aquarellen. Zudem fertigte er mehrere tausend Tierpräparate an, die sich noch heute in den Sammlungen des Zoologischen Museums der Universität Halle sowie des National History Museums in London befinden. Naturwissenschaftliche Texte und Illustrationen Anton Goerings wurden in zahlreichen Zeitschriften und auch Büchern abgedruckt, beispielsweise in Brehms Tierleben. Er selbst publizierte seine Reiseerinnerungen der zweiten Forschungsreise in dem Buch „Vom tropischen Tieflande bis zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“ (erschienen 1893 im Aldalbert Fischer’s Verlag Leipzig). Die Aquarelle Anton Goerings erzielen inzwischen Höchstpreise auf dem internationalen Kunstmarkt.

Wie man sieht, hat das Schaffen Anton Goerings vielfältige Spuren bis in unsere Zeit hinterlassen. Nun stellt sich die Frage ganz aktuell, was bleibt, wenn eine solche Ausstellung zu Ende geht?

Anton Goering: Landgut La Fundation am Oberlauf des Guataparo; aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert in Bildern von Anton Goering, Caracas 1969.
Anton Goering: Landgut La Fundation am Oberlauf des Guataparo; aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert in Bildern von Anton Goering, Caracas 1969.

Vier mal Humboldt = humboldt4

Der Ausstellungstitel „humboldt4“ verdeutlicht es bereits visuell – vier Museen, vier Ausstellungen, ein Thema.

Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch als Begleitprogramm zur Postersteiner Ausstellung.

„Alexander von Humboldt“ als übergeordnetes Thema wurde aus vier Perspektiven präsentiert, jeweils in Anlehnung an eigene Sammlungsschwerpunkte. Das Besondere daran ist, dass alle vier Museen erstmals eine Ausstellungsreihe von Anfang an gemeinsam konzipierten. Zwar wurde auch in der Vergangenheit bereits bei Einzelprojekten zusammen gearbeitet, Informationen ausgetauscht und Exponate ausgeliehen – in diesem Umfang und dieser Konsequenz war das jedoch die Premiere und möglicherweise der Auftakt, weitere gemeinsame Projekte zu realisieren.

Die Zusammenarbeit begann bereits bei der Vorbereitung der Gesamtkonzeption und den Absprachen bezüglich der konkreten Beiträge der beteiligten Museen. Dabei wurde auch eine gemeinsame Marketingstrategie für die Bewerbung der Ausstellungen entwickelt. Es entstanden beispielsweise einheitliche Werbematerialien, die von allen vier Museen genutzt werden konnten.

Postkarte zur Austellung auf der Ausstellungsvitrine im Museum Burg Posterstein

Ganz offensichtlich war, dass das Ausstellungskonzept von vielen Besuchern sehr gut angenommen wurde. Besucher*innen auf Burg Posterstein gaben bei der routinemäßigen Befragung, wie sie auf das Museum und die Sonderschau aufmerksam geworden sind, immer wieder die Rückmeldung, dass sie eine oder mehrere der anderen Ausstellungen bereits besucht hatten bzw. vor hatten diese noch zu besuchen. Auch die gegenseitige Erwähnung in den sozialen Netzwerken trug dazu bei, dass humboldt4 eine höhere Aufmerksamkeit erhielt, als dies bei der Bewerbung durch ein einzelnes Museum möglich gewesen wäre.

Screenshot Twieet des Museums Burg Postersteins zur Ausstellung.

Weiterhin erschien parallel zur Ausstellung ein gemeinsamer Katalog: humboldt4 – Vier Ausstellungen in vier Museen des Altenburger Landes. Der Katalog enthält unter anderem auch Beiträge zur jeweiligen Sonderschau der vier Museen. Eine schöne Publikation, die gerade durch die gebündelten Ausführungen verdeutlicht, wie die einzelnen Facetten ein gelungenes Gesamtkonzept ergeben.

Katalog humboldt4 zur Ausstellungsreihe im Altenburger Land.
Katalog humboldt4 zur Ausstellungsreihe im Altenburger Land 2019, ISBN 978-3-86104-099-6

Von der kuratierten Sonderschau zum enzyklopädischen Allgemeingut

Anton Goering, als Sohn des Altenburger Landes, ist bereits seit Jahren ein Bestandteil der Sammlungen des Museums Burg Posterstein. Mit humboldt4 bot sich die Gelegenheit, den wechselseitigen Einfluss aufklärerischen Denkens, insbesondere die Beziehungen zu anderen Naturwissenschaftlern, Gelehrten und Institutionen, ausführlicher zu behandeln und in den Fokus zu rücken. Kuratorin Franziska Engemann hat während ihrer Recherchen zur Ausstellungsvorbereitung eine Vielzahl an Quellen studiert und dabei auch neue Informationen und Materialien zu Anton Goering entdeckt. Beispielsweise sind zwei Aquarelle aus dem Archiv des Leibnitz-Instituts für Länderkunde wieder aufgetaucht und konnten in das Konzept der Ausstellung eingebunden werden. Um den Besuchern einen unmittelbaren Einblick in Goerings Forscher- und Gedankenwelt zu ermöglichen, wurden zudem Teile der Tagebücher von Goerings Südamerikareisen transkribiert und den digitalisierten Originaleintragungen gegenüber gestellt.

Für die Postersteiner #humboldt4-Ausstellung wurden erstmals die Reisetagebücher Anton Goerings ausgewertet, die sich in der Sammlung des Leibniz-Instituts für Länderkunde Leipzig befinden.

Insgesamt ist so eine Fülle an neuen Informationen hinzugekommen, die das Museum Burg Posterstein jedoch aufgrund der räumlichen Situation nicht komplett in die Dauerausstellung übernehmen kann. Gerade deshalb ist die Idee entstanden, das gesammelte Wissen im Sinne von Open Source öffentlich zu publizieren, so dass es für Interessenten frei zugänglich ist und bei neuen Erkenntnissen ergänzt werden kann. In der Nachbereitung der Ausstellung ist somit der deutschsprachige Wikipedia-Eintrag zu Christian Anton Goering entstanden, der seit dem 21. Dezember 2019 online ist.

Das bleibt von humbold4

Nach der gemeinsamen Ausstellungsreihe humboldt4 ist von den vier beteiligten Altenburger Museen geplant, auch zukünftig bei verschiedenen Projekten intensiver als bisher zusammenzuarbeiten.

Anton Goering: Rio Escalante, aus: Anton Goering: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes: Venezuela, Leipzig 1893.
Anton Goering: Rio Escalante, aus: Anton Goering: Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee. Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes: Venezuela, Leipzig 1893.

Das bleibt für alle vier Museen und hat auf alle Fälle Potential für weitere gemeinsame Ideen und Visionen. Zudem ist ein gemeinsamer Katalog entstanden, der erstens dieses Zusammenwirken dokumentiert und inhaltlich auch nach den Ausstellungen noch lesenswert bleibt.

Für das Museums Burg Posterstein bleibt zudem, dass im Bereich der Dauerausstellung zu Anton Goering einige Exponate ergänzt bzw. erneuert werden können. Es ist ein detaillierter Wikipediaeintrag zu Anton Goering entstanden und schlussendlich auch mehrere Blogbeiträge.

Von Petra Neumann

Weitere Blogposts zu Anton Goering:

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Trailer zur Ausstellungsreihe #humboldt4 (c) Mike Langer 2019
Ausstellungsreihe #humboldt4 im Altenburger Land

30. Juni 2019 – 19. April 2020
Sammeln und Forschen im Geiste Humboldts
NATURKUNDEMUSEUM
MAURITIANUM ALTENBURG
www.mauritianum.de

22. August 2019 – 1. Januar 2020
Altenburg und die Welt
LINDENAU-MUSEUM ALTENBURG
www.lindenau-museum.de

18. August – 3. November 2019
Herzöge auf Spitzbergen, Prinzen am Amazonas: Adlige Entdecker in der Nachfolge Humboldts
RESIDENZSCHLOSS ALTENBURG
www.residenzschloss-altenburg.de

1. September – 17. November 2019
Aus Schönhaide nach Südamerika:
Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering

MUSEUM BURG POSTERSTEIN
www.burg-posterstein.de

Der Naturforscher und Zeichner Anton Goering auf den Spuren Alexander von Humboldts in Venezuela

Die Sonderschau auf Burg Posterstein ist Teil der Ausstellungsreihe #humboldt4 der Museen des Altenburger Landes.

In der Ausstellung Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika –Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering erinnern wir noch bis 17. November 2019 an Anton Goering (1836–1905). Als Sohn einer Handwerkerfamilie aus dem Altenburger Land gelang ihm eine Aufsehen erweckende Karriere als Forschungsreisender, Zeichner und Tierpräparator. Erste künstlerische Fertigkeiten lernte Anton Goering in der Kunstschule Bernhard von Lindenaus in Altenburg. Frühe naturwissenschaftliche Anregungen erhielt er von Alfred Brehm und den Mitgliedern der Naturforschenden Gesellschaft des Osterlandes. Ähnlich wie sein großes Vorbild Alexander von Humboldt betrieb Anton Goering als Mitglied der Zoological Society of London auf Reisen in Südamerika botanische und geografische Studien. Dadurch leistete er einen wichtigen Beitrag zur Erforschung Venezuelas und lieferte auch Illustrationen zu „Brehms Tierleben“.

Wertvolles Aquarell der Humboldt-Höhle aufgetaucht

Anton Goerings Südamerika-Aquarelle werden heute auf dem Kunstmarkt zu hohen Preisen gehandelt. Kurz vor Fertigstellung der Ausstellung gelang es, zwei wertvolle Aquarelle Anton Goerings aus dem Archiv des Leibniz-Instituts für Länderkunde in Leipzig für die Ausstellung zu leihen.

Das Aquarell zeigt die von Humboldt beschriebene Guácharo-Höhle, die Anton Goering auch besuchte.

Eines dieser Aquarelle zeigt die von Humboldt beschriebene Guácharo-Höhle, die nach ihrem tierischen Bewohner, dem Guácharo, einem nachtaktiven Vogel, benannt ist. In Venezuela besuchte Anton Goering auch Stätten, die sein großes Vorbild Alexander von Humboldt erforscht hat. Die Guácharo-Höhle besichtigte er im Juni 1867.

Was mag er gedacht haben, als er die gewaltigen unterirdischen Hallen mit ihren tausendfach gebildeten Stalaktiten sah!”

Anton Goering über Alexander von Humboldt in einem Brief nach London
Blick in die Ausstellung “Von Schönhaide nach Südamerika” im Museum Burg Posterstein

In einem Brief nach London schrieb er:
„Es machte auf mich einen eigenthümlichen Eindruck, als ich auf derselben Stelle stand, wo der größte Mann der Wissenschaft gestanden. Was mag er gedacht haben, als er die gewaltigen unterirdischen Hallen mit ihren tausendfach gebildeten Stalaktiten sah! Ich zeichnete das sogenannte Quarto precioso, von vier Fackeln beleuchtet, und den prachtvollen Eingang der Höhle, bei dreimaligen Besuchen. Wenn Humboldt damals gehört hätte, daß noch größere Höhlen in der Nähe vorhanden sind, gewiß würde er sich länger in Caripe aufgehalten haben, um dieselben zu besuchen.”

Die „Cueva Grande“ in Venezuela heißt Goering zu Ehren auch „Cueva Anton Goering“

Die Höhle von Caripe, aus: Dupouy, Walter: Venezuela vor einem Jahrhundert, Bilder von Anton Goering, Asociacion Cultura Humboldt, Caracas 1969, Bibliothek Museum Burg Posterstein .

Von Einheimischen geleitet, entdeckte Anton Goering ganz in der Nähe des Rio Arcacuar zwei Höhlen, die den europäischen Forschern bis dahin noch unbekannt waren. Eine der Höhlen konnte er betreten und zeichnen. Diese „Cueva Grande“ bei Teresen, Estado Monagas, wird Goering zu Ehren auch „Cueva Anton Goering“ genannt.

Im Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig sind Teile einer Sammlung erhalten, die Anton Goering persönlich dem Museum für Länderkunde Leipzig schenkte. Ursprünglich umfasste sie über 250 Aquarelle, ein Ölbild, zwei Tagebücher, ein Skizzenbuch und verschiedene Druckgrafiken Anton Goerings. Nach erheblichen Verlusten im Zweiten Weltkrieg gelangten die verblieben Stücke aus dem Museum für Länderkunde ins Archiv für Geografie des Leibniz-Instituts. Heute sind noch zwei Reisetagebücher, ein Skizzenbuch, zwei Aquarelle sowie 92 Druckgrafiken und 36 Autotypen auf Dünndruckpapier erhalten.

Vogelpräparate aus der Sammlung des Naturkundemuseums Mauritianum Altenburg in der Ausstellung “Von Schönhaide nach Südamerika” der Reihe #humboldt4 im Museum Burg Posterstein.

In der Postersteiner Ausstellung sind u.a. die beiden Aquarelle, über 40 Graphiken, die Tagebücher und ein Skizzenbuch von Anton Goering zu sehen.

2019 jährt sich der Geburtstag Alexander von Humboldts zum zweihundertfünfzigsten Mal. Der bekannte Wissenschaftler und Forscher inspirierte viele Zeitgenossen und spätere Generationen zu Reisen in die ganze Welt. Zum Jubiläum präsentieren die Museen des Altenburger Landes – Lindenau-Museum, Residenzschloss Altenburg, Naturkundemuseum Mauritianum und Museum Burg Posterstein – unter dem Titel: #humboldt4 eine gemeinsame Ausstellungsreihe über das Leben Alexander von Humboldts und sein Wirken auf die Region.

Nächste Termine zur Ausstellung

27. Oktober 2019, 15 Uhr
Salonnachmittag: Reisen fernab touristischer Pfade
Zu einem Salongespräch über das Reisen nach Südamerika lädt das Museum Burg Posterstein für Sonntag, 27. Oktober, 15 Uhr. In einem kurzweiligen Gespräch tauschen sich der Schönhaider Bergsteiger Edgar Nönnig und die Fotografin Jana Borath über ihre Reisen aus. Wie einst Anton Goering, der im Mittelpunkt der aktuellen Sonderausstellung „Humboldt4: Aus Schönhaide nach Südamerika – Der Vogelkundler, Zeichner und Maler Anton Goering“ steht, erkundeten beide unabhängig voneinander und fernab touristischer Pfade Südamerika. Thematisch sollen das Reisen und die Natur im Mittelpunkt stehen – von der Zeit Alexander von Humboldts und Anton Goerings bis ins Heute, wo Massentourismus und gigantische Waldbrände, Abholzung und Klimawandel die Schönheit der Flora und Fauna bedrohen.

17. November, 15 Uhr
Lesung „Wem Gott will eine Gunst erweisen, den schickt er in die weite Welt“
Finissage zur Ausstellung mit Lesung aus Anton Goerings Reisetagebuch von 1856 und Besucher-Abstimmung über die Gewinner der Vogel-Zeichen-Wettbewerbs

Im Anschluss küren die Besucher den Gewinner des Vogel-Zeichen-Wettbewerbs zur Ausstellung.
Das kleine Gürteltier Gerti führte Kinder in kurzen Texten durch die Sonderschau. In der kleinen „Vogel-Forscher-Station“ in der Ausstellung konnten junge Besucher Vögel mit dem Fernglas beobachten und zeichnen.
Am letzten Tag der Ausstellung dürfen die Besucher darüber abstimmen, welcher Vogel gewinnt. Zur Abstimmung muss man am 17. November, 15 Uhr, auf Burg Posterstein sein. Der Gewinner erhält eines unserer „Entdecker-Sets“ aus dem Museumsladen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Aus dem Staub gemacht – Ein Resümee zur Ausstellung „Zum Wesen des Staubes“

Das “Staubbild 14.12.2018” von Wolfgang Stöcker enthält Stäube des Posterstein, vor allen Dingen Spinnenweben und Erdpartikel, vermalt mit Kalkleimfarbe, Tusche, Bleistift auf Papier. Das Werk konnte für die Sammlung des Museums angekauft werden.

Die außergewöhnliche Kunstausstellung „Zum Wesen des Staubes“ mit Skulpturen und Collagen des Kölner Künstlers Wolfgang Stöcker ging am Sonntag, 18. August, auf Burg Posterstein zu Ende. Insgesamt haben sich 4000 Besucher die Schau angesehen, bevor sie nun wieder „zu Staub zerfällt“, wie gewitzte Kommentare in den sozialen Netzwerken tönten. Wolfgang Stöcker las auf seine unterhaltsame Art aus dem Buch zur Ausstellung. Der Museumsverein Burg Posterstein überraschte mit einem „Staub-Buffet“ mit Sandkuchen, reichlich „Huckelkuchen“ mit Staubzucker, Blütenstaub-Bowle und gefilzten Wollmäusen. Als besonderes Geschenk überreichte der Musiker Matthias von Hintzenstern dem Künstler für seine Sammlung eine kugelförmige Wollmaus aus seinem fast 300 Jahre alten Cello.

Ausstellung regte überregional zu Aktionen und Reaktionen an

Der Kölner Künstler Wolfgang Stöcker gründete 2004 das „Deutsche Staubarchiv“, das inzwischen „Internationales Staubarchiv“ heißt. Mit akribischer Liebe zum Detail sammelt er Staubproben von besonderen Orten. 2017 und 2018 unternahm er „Staubexpeditionen“ auf Burg Posterstein und verarbeitete sie zu hochwertiger und ganz und gar nicht staubiger Kunst.

Einige der zentralen Fragen seines künstlerischen Schaffens spielen direkt auf die Arbeit eines Museums an: Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit?

Zur Ausstellungseröffnung gab es eine Staub-Expedition durch die Burg, die bis ins sonst nicht zugängliche Turmstübchen führte. Gunter Auer begleitete die Tour mit seiner Kamera:

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Unter dem Titel „In jeder Wollmaus steckt die ganze Welt“ berichtete das renommierte Kunstmagazin Monopol über die ungewöhnliche Ausstellung und auch in der Kölner Heimat des Künstlers fand die Thüringer Schau Beachtung.

Das Kölner Kultur-Kollektiv „Die Herbergsmütter“ stellte mit seiner Social Media-Aktion #kunstputz im Jahr 2015 nicht nur den ersten Kontakt zwischen Museum und Künstler her. Im Zuge der Ausstellung gingen sie in Köln gemeinsam mit Wolfgang Stöcker auf Staubexpedition und lenkten unter dem Schlagwort #Staubrausch die Aufmerksamkeit auf die Postersteiner Ausstellung. Mit Fotos von der Bekämpfung des Staubs in den eigenen vier Wänden nahmen zahlreiche Menschen in den sozialen Netzwerken an der Aktion teil.

Als besonderes Geschenk überreichte der Musiker Matthias von Hintzenstern dem Künstler für seine Sammlung eine kugelförmige Wollmaus aus seinem fast 300 Jahre alten Cello.

Neue Staubproben für das Internationale Staubarchiv

Auch Thüringer Kultureinrichtungen und Künstler fühlten sich dazu inspiriert, Staubproben an das Deutsche Staubarchiv zu schicken. So entnahm beispielsweise das Residenzschloss Altenburg Flusen aus der Trostorgel in der Schlosskirche. Das Programmkino Metropol Gera gab eine Probe mit möglicherweise 100 Jahre altem Kinostaub in die Post. Und auch aus Holland erreichte Wolfgang Stöcker eine Staubprobe: Flusen aus der Mütze des „Museumsbären“ Gustaafje, der mit seinem Besitzer bereits zahlreiche internationale Ausstellungshäuser besuchte. Als Höhepunkt der Finissage überreichte der Musiker Matthias von Hintzenstern aus Kühdorf bei Greiz dem Künstler eine kugelförmige Wollmaus, die sich durch den Luftstrom beim Musizieren im F-Loch seines fast 300 Jahre alten Cellos gebildet hatte, das der Tiroler Instrumentenbauer Michael Platner im Jahr 1735 hergestellt hat.

Dieses Werk mit Proben aus dem Postersteiner Bergfried und lyrischen Texten über das Kehren im Turm hat Wolfgang Stöcker dem Museum Burg Posterstein freundlicherweise geschenkt. Wir danken herzlich!

Am 27. August 2019 erreichte das Museum ein Brief aus Köln, der beschreibt, wie und wo die Stäube aus dem Metropol-Kino und aus der Mütze des Museumsbären ins Staubarchiv eingingen. Der Künstler Wolfgang Stöcker hält fest:

“Aus der Reihenfolge der Archivierung ergeben sich folgende Eigentümlichkeiten:
Die Geraer Probe wurde am 09.07.2019 verschickt (Quersumme: 28 = 10 = 1)
Die Probe des Bären wurde am 13.07.2019 verschickt (Quersumme: 23 = 5)
Somit erreichte uns die Bärenprobe etwas später, wurde aber auf Grund einer Unachtsamkeit des Archivars zuerst archiviert und liegt somit eine Probennummer vor der Geraer Metropolprobe. Daher besitzt die Probe aus Gera eine höhere Archivierungsnummer, wohingegen die Quersumme des Briefstempels (27.09.2019 = 30 = 3) eine niedrigere Zahl im Vergleich zur Quersumme des Briefstempels der Bärenprobe aufweist. Auf die Nummern und Quersummen wirkte offensichtlich eine ausgleichende Kraft ein!”

Das Lesebuch „Zum Wesen des Staubes“ zur Ausstellung ist auch nach der Schau noch im Museum Burg Posterstein erhältlich.

Ein Lesebuch zum Wesen des Staubes

aus dem Inhalt: 

Zur Ausstellung – Die Begegnung mit dem Staub.
Die Dokumentation internationaler Stäube.
Das Wesen des Staubes.
Das Deutsche Staubarchiv Köln Posterstein – Eine Archäologie des Staubes.
Postersteiner Staub im Bericht: Staubexpedition I. (09.08. – 10.08.2017).
Postersteiner Staub im Bericht: Staubexpedition II. (06.04.–08.04.2018).
Die Staubschreine.

Zusammengefasst von Marlene Hofmann

Exploring South America: The ornithologist and painter Anton Goering

Animal life at the middle Orinoco, chromolithographie after Anton Goering’s sketch, collection Museum Burg Posterstein

In 2019 we celebrate the 250th birthday of Alexander von Humboldt. The well-known scientist and researcher inspired not only his contemporaries to do traveling and researching all over the world, but also later generations until today. Right now we prepare an exhibition on Anton Goering (1836-1905).

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For this event four museums of the county Altenburger Land in Thuringia, Germany – Lindenau-Museum Altenburg, Residence castle Altenburg, Museum of Natural Science Mauritianum and Museum Burg Posterstein – will present their special exhibitions about Humboldt and his influence on the region together with an event under the title: #humboldt4.

From  September1  – November 17, 2019, Museum Posterstein Castle will commemorate the illustrator Christian Anton Goering (1836-1905). Although he was the son of a craftsman he succeeded in a career as an explorer, painter and animal preparator.

Like Humboldt before he went on two expeditions to South America (1856 and 1866) and conducted botanical and geographic studies.  

Anton Goering: Impressive landscape in the south of Lake Maracaibo, from the book “Venezuela”, Collection Museum Burg Posterstein

On the first journey he worked as assistant and companion of the well-known german scientist Hermann Burmeister. On the second one Goering ventured on behalf of the Zoological Society of London. He collected rare animals for the collection of the Natural History Museum, did preparations and captured his impressions of the landscape in pictures, painted in watercolor. With his work, Anton Goering made an important contribution to the study of Venezuela. Amongst other things, he discovered the up to then unknown caves at Caripe. In 1893 he published his travel impressions in Leipzig under the title: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.

Anton Goering and his way to South America

Christian Anton Goering was born on 18. September 1836 in Schönhaide in today’s Altenburger Land. His father, a craftsman, was a member of the regional society for ornithology and so his son, too, found his interest for nature. He studied in the school of arts of Bernhard von Lindenau in Altenburg, 20 kilometres from Schönhaide. Later he worked as preparator and conservator in the zoological museum of the University of Halle. His professor was Dr. Hermann Burmeister. Amongst others Christian Ludwig Brehm, and his son Alfred Brehm gave Goering natural scientific advice.  

Portrait of Anton Goering, from the book “Venezuela”, Collection Museum Castle Posterstein

The first expedition to South America (1856-1858)

Anton Goering gained his first travel experiences as a companion of Hermann Burmeister. For over two years they explored the flora and fauna of Brazil, Argentina and Uruguay.

In September 1856 Goering traveled from Halle to Hamburg, where he met with Burmeister and his son. Goering and the young Burmeister left Hamburg on the sailing ship “Dorothea” on September 29 with the destination Rio de Janeiro. Hermann Burmeister, the leader of the expedition, took another ship. After almost six weeks they reached the coast of South America.

On December 1, 1856, the journey started in Rio de Janeiro.  Over two years the group traveled to Montevideo, San José, and Mercedes. In 1858 Goering took a ship back to Germany.

The second expedition to South America (1856-1858)

Through his patron Philip Lutly Sclater, secretary of the Zoological Society of London, Anton Goering got the opportunity to take a field trip to South America as a corresponding member of the Zoological Society of London, in 1866.

His main destination was Venezuela, where he collected bird skins for the British Museum (Natural History Museum) and explored the country’s flora.

On September 18, 1866, he left London on a steamship and reached the port of Carupano (via Trinidad) on September 30. For eight years, Anton Goering researched and painted the landscape and the flora and fauna of Venezuela. He discovered the up to then unknown caves at Caripe and sent collected bird and animal skins to the British Museum.

Anton Goering: The Caripe Caves in the state of Monagas, East Venezuela, from the book “Venezuela”, Collection Museum Burg Posterstein

In 1868 Dr. Sclater published Goerings collections in an article in the journal “Proceedings of the Zoological Society of London“. A first collection contained 173 skins, collected at Carupano, Pilar, and Caraccas. Three of the birds were described as being probably new to science. A second collection contained specimens of 99 species, the most of them Venezuelan birds.

In 1874 Goering left South America and took a ship back to Germany.

Later, in 1893, Anton Goering published his travel impressions of this secondexpedition to Venezuela in his book: „Vom tropischen Tieflande zum ewigen Schnee, Eine malerische Schilderung des schönsten Tropenlandes Venezuela“.

The later years

Since 1874 Goering worked as an animal and landscape painter in Leipzig. Together with other artists, he made the illustrations for “Brehms Tierleben” (Brehm’s Animal Life).

He remained in contact with the Altenburg naturalists for life. So he was appointed an honorary member of the “Naturforschende Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg” and the Ornithological Society of Leipzig. Duke Ernst I. of Saxony-Altenburg awarded him the title of Professor for his services. Anton Goering died on December 7, 1905, in Leipzig.

The exhibition at Museum Posterstein Castle follows Goering’s progress and life from Altenburger Land, Germany, to South America. His journeys are revived in his diaries and woodcuts, loans from the Leibniz Institute for Regional Geography in Leipzig (Leibniz Instituts für Länderkunde). Exotic animals prepared by Anton Goering put a picture of the research expeditions in the footsteps of Alexander von Humboldt across to the visitors.

Exhibition opening: September, 1st, 2019

By Franziska Engemann / Museum Burg Posterstein

Wie Burg Posterstein zum #Burgstaub kam

Ab Sonntag, 19. Mai 2019 zeigen wir die Ausstellung “Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein mit Kunstwerken von Dr. Wolfgang Stöcker aus Köln. Dass der Gründer des Internationalen Staubarchivs auf Burg Posterstein aufmerksam und daraus eine Ausstellung wurde, ist keine Selbstverständlichkeit – sondern wieder einmal unserem tollen Netzwerk auf Twitter zu verdanken. Museumsarbeit lebt von einem aktiven Freundeskreis – vor Ort und im World Wide Web. Den Artikel widmen wir zur internationalen Museumswoche #MuseumWeek folgerichtig auch dem Tagesthema #FriendsMW.

Wolfgang Stöcker mit Staubturm auch #Burgstaub vor Burg Posterstein.

2015 veranstaltete das Kölner „Kollektivs für Kreativitätscoaching und Kulturevents – Herbergsmütter“ die Social Media-Aktion #Kunstputz. Dass das auch in Posterstein ankam, liegt daran, dass die drei „Herbergsmütter“ Anke von Heyl, Ute Vogel und Wibke Ladwig ihr Projekt nicht nur in Köln vor Ort, sondern auch auf Twitter veranstalteten. Sie forderten ihre Community dazu auf, “Staubscout” zu werden und sich auf unterschiedliche Art selbst am #Kunstputz zu beteiligen. Als Museum sprach und diese Aufforderung an: “Wenn Ihr Teil einer Kulturinstitution, Kulturarbeiter oder Künstler seid, könnt Ihr Eure Wollmäuse der Sammlung der weltweit gesammelten Stäube hinzuzufügen.”

Postersteiner Burgstaub gibt es inzwischen auch als Souvenir.

Auf Twitter kamen wir ins Gespräch und das Museum Burg Posterstein, neugierig geworden, sendete eine Staubprobe aus dem Verlies der Burg nach Köln. Wolfgang Stöcker nahm die Probe dankbar in sein umfangreiches Staubarchiv auf. 2017 fuhren Marlene Hofmann und Franziska Engemann vom Museum Burg Posterstein nach Köln und besuchten Wolfgang Stöcker in seinem Atelier. Im Gepäck hatten sie mehrere Postersteiner Staubproben, die seither – vermischt mit Wachs – zu kleinen Skulpturen gewachsen sind.

Ebenfalls von Twitter kennen wir Petra Neumann, deren Wachsspende nun in der Postersteiner Ausstellung verewigt ist.

Die Idee zur Ausstellung “Zum Wesen des Staubes” war geboren. Es folgte ein Aufruf, dem Künstler Wachs – inklusive seiner Geschichte – zu spenden. Auf diese Art gelangte einiges Wachs in Wolfgang Stöckers Atelier nach Köln, das zusammen mit Postersteiner Staub zu “Staubschreinen” gegossen wurde. Eine Wachsspende erreichte Wolfgang Stöcker in einer besonders schönen, handbemalten Tüte, die nun wiederum in der Ausstellung vor Ort zu sehen sein wird.

Wolfgang Stöcker bei der Staubentnahme in der Salon-Ausstellung auf Burg Posterstein

Mitte August 2017 reiste Wolfgang Stöcker schließlich zur ersten Staubexpedition nach Posterstein und fotografierte, dokumentierte und „entnahm“ weitere Staubproben. Die Idee für eine gemeinsame Ausstellung wurde Realität und in einer zweiten Staubexpedition im April 2018 fortgesetzt.

„Staub ist das kleinste gemeinsame Vielfache unserer Kultur. Staub ist ein Demokrat. Er besiedelt Paläste und einfache Hütten. Staub ist zudem vielleicht das einzige wirkliche Kunstwerk. In der Natur kommt Staub nämlich nicht vor. ‚Lästiger‘ Staub ist daher eine wirkliche Kunst- und Kulturerscheinung.“

Wolfgang Stöcker

Mit seiner Sammelleidenschaft wirft Wolfgang Stöcker spannende Fragen auf: Warum sammeln wir das eine und ignorieren das andere? Was ist es wert, für spätere Generationen bewahrt zu werden und was gerät für immer in Vergessenheit? Wie lange können wir alte Dinge erhalten, bevor auch sie irgendwann zu Staub zerfallen?

“Das Wesen des Staubes” ist eine Ausstellung, die ohne Twitter und die Menschen dahinter, mit denen wir teilweise schon viele Jahre in Kontakt stehen, vermutlich nicht stattgefunden hätte. Damit sich der Kreis von Posterstein nach Köln wieder schließt, erstellte Wibke Ladwig von den Herbergsmüttern für die Ausstellung ein Portrait Wolfgang Stöckers:

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Portrait von Wolfgang Stöcker – erstellt von Wibke Ladwig

In seinem Gast-Blogpost erklärt Wolfgang Stöcker seine Philosophie des Staubes.

Die #Schlössersafari wird weitergehen: Auswertung der Ausstellung „Versteckte Orte“ auf Burg Posterstein

Die Ausstellung #Schlössersafari von 24. Februar bis 12. Mai 2019 auf Burg Posterstein verband analog und digital und lud zum Mitgestalten ein.

Die Ausstellung „Versteckte Orte: Instagramer auf #Schlössersafari in Mitteldeutschland“ (24. Februar bis 12. Mai 2019) fand als interaktive Community-Ausstellung statt: 7 Instagramer aus Mitteldeutschland wählten je 7 Bilder von Schlössern und Burgen aus Sachsen, Thüringen und Brandenburg, die sie dem Publikum vorstellen wollten. Insgesamt sahen sich etwa 3000 Besucher die Ausstellung vor Ort an. Im Folgenden wollen wir die Ausstellung, die ähnlich wie 2018 #SalonEuropa digital und analog stattfand, zusammenfassen und einen Ausblick für die Fortführung der #Schlössersafari wagen. Der Blogpost erscheint anlässlich der internationalen Museumswoche #MuseumWeek zum Thema #PhotoMW.

Blick in die Ausstellung “Versteckte Orte” auf Burg Posterstein

1. Die Ausstellung vor Ort

An der Ausstellung beteiligt waren:

Cindy Hiller @chillerunterwegs
Sandro Deus @fineartinsilver
Frank Burchert @franksfotografie
Simone Stahn @silentfotografie_simone
Romy @sosfernweh
Patrick Weidenmueller @vogtland_prinz
Manja Reinhardt @vogtlandzauber

Dazu gab es kurze, an Instagram-Bildunterschriften orientierte Infos zu den ausgestellten Orten und Kurzportraits der Fotografen. Keiner der teilnehmenden Instagramer hat eine professionelle Fotografie-Ausbildung. Es ging um die Gemeinschaft und das gemeinsame Hobby, interessante Orte zu fotografieren und online zu teilen.

Auf der Jagd nach dem schönsten Fotomotiv auf dem Insta-Walk zur #Schlössersafari auf Burg Posterstein

Uns hat diese Art des Kulturerlebens fasziniert, denn jede Woche besuchen unser Museum Menschen, die über Instagram auf uns Aufmerksam geworden sind. Auf Instagram gibt es eine Szene von Schlösser- und Burgenfans, gepaart mit einer Leidenschaft für die Fotografie, die sich gegenseitig neue Motive empfehlen, die sich austauschen und Tipps geben. Gleichzeitig sind diese Instagramer eine neue Art Kulturvermittler, die die Schönheit ihrer Region in die Welt hinaus tragen wollen. Dieses Gemeinschaftsgefühl holten wir mit der Ausstellung ein Stück weit ins Museum und wollten gleichzeitig die Besucher dazu einladen, selbst ihre Region zu erkunden – ob nun mit oder ohne Kamera.

Das Museum Burg Posterstein ist seit 2016 auf Instagram aktiv und steht in regem Austausch mit einer kultur- und landschaftsinteressierten Community. Auswahlkriterien für die Ausstellung waren nicht nur fotografisches Können, Motivwahl und Reichweite, sondern auch die seit langem währende aktive Kommunikation auf Augenhöhe.

Kleines, nicht ganz vollständiges Gruppenbild vor der Burg Posterstein – nach vielen Wochen Zusammenarbeit und herzlichem Austausch fühlte es sich die “Abschluss-Safari” am Ende der Ausstellung an wie ein fröhliches Klassentreffen.

Die Ausstellung und Teile des Begleitprogramms planten wir in engem Austausch gemeinsam. Uns war es wichtig, dass alle Beteiligten von der Ausstellung profitieren. Nicht nur das Museum erzielte durch die konstante gemeinsame Bewerbung des Projekts eine höhere Aufmerksamkeit, sondern auch die Blogger und Instagramer, die uns erwähnen und/oder mit uns zusammenarbeiten, sollten möglichst einen Mehrwert davon haben.

Manja Reinhardt vom Blog „Vogtland-Zauber“ beschreibt ihr Erlebnis, ihre Fotos zum ersten Mal in der Ausstellung zu sehen so: „Danke an die Besucher des ersten Tages, von denen schon ein unwahrscheinlich positives Feedback kam. Ich konnte im Vorfeld nicht richtig einschätzen, wie die Ausstellung ankommen wird. Immerhin ist sie eine Art Experiment. Wir sind alle keine professionellen Fotografen. Uns geht es um einen Austausch mit unseren Followern. Wir möchten zeigen, wie schön unsere Umgebung ist und das es sich lohnt die Augen dafür zu öffnen. Bislang waren wir dazu aber nur auf Instagram und zum Teil in unseren Blogs aktiv. Die Ausstellung überführt nun das soziale Medium Instagram in die Realität.“

Darüber hinaus standen die weitere Vernetzung und der Austausch über die Kulturschätze der Region im Mittelpunkt von Ausstellung und Begleitprogramm. Über den Hashtag #Schlössersafari bestand im Internet die Möglichkeit, der Ausstellung eigene Inhalte, Bilder und Ausflugstipps hinzuzufügen.

Die Ausstellung kam bei den Besuchern vor Ort sehr gut an. Es kamen Gespräche über die verschiedenen Orte zustande und für viele war die Ausstellung Anregung zu neuen Ausflügen – ein nicht zu unterschätzender touristischer Effekt.

2. Das Begleitprogramm zur Ausstellung

Zur Ausstellung gab es ein umfangreiches Begleitprogramm, das viel Gelegenheit zur Vernetzung und zum Austausch vor Ort bot.

Die Ausstellung eröffneten wir mit einem lockeren, interessanten Gespräch übers Fotografieren für Instagram. (Foto: @vogtlandzauber)

Podiumsgespräch

Die Ausstellung eröffneten wir mit einem Podiumsgespräch, an dem alle ausstellenden Instagramer teilnahmen. Sie erzählten, warum sie gern fotografierten und was Instagram für sie bedeutet. Dabei stellten sich durchaus ganz unterschiedliche Schwerpunkte und Herangehensweisen heraus. Gleichzeitig ging es auch um den Kontakt zu Museen und Eigentümern historischer Gebäude. Für viele sei es ein Augenöffner, wenn Leute „aus dem Internet“ plötzlich vor der Tür stünden.

Dieses Bild entstand beim Fotokurs fürs Smartphone, wo es verstärkt um die technischen Aspekte des Fotografierens ging.

Fotokurs fürs Smartphone

Darüber hinaus führt die Erfurter Fotografin Melanie Kahl (@fototour_thueringen und @surprise23) am 9. März 2019 einen Fotokurs fürs Smartphone auf Burg Posterstein durch. In einer gemütlichen Runde von zehn Leuten ging es in fünf Stunden zuerst durch die Postersteiner Kirche (Achtung, sie kann nur über Führung durch die Kirchgemeinde Nöbdenitz besichtigt werden!) und dann durch die Burg. Zum Abschluss gab es hilfreiche Tipps zum Bearbeiten der Fotos direkt am Smartphone und zum Teilen auf Instagram.

Fotomotiv entdeckt! – Beim Instawalk durch Posterstein (Foto: @b_und_p_europareisen)

Instawalk durch Posterstein und Tannenfeld

Die Blogger von @vogtlandzauber, die auch an der Ausstellung beteiligt waren, luden am 13. April zum Insta-Walk ein. Wir besuchten die Ausstellung und die Burg bei einer kurzweiligen Führung und öffneten auch eine Treppe, die Besuchern sonst nicht zugänglich ist. Anschließend ging es ins Herrenhaus neben der Burg, das seit 2015 von Gemeinde und Förderverein Burgberg Posterstein e.V. aufwändig saniert wird und genossen die Aussicht vom Balkon der neuen Ferienwohnung. Durch den Burgpark ging es durch den Ort Posterstein zur Gaststätte “Zur Deftigen Pfanne”, wo es beim Mittagessen Zeit für Gespräche gab. Zum Anschluss besuchten wir noch den schönen Park von Tannenfeld. Von Sonne bis Schnee hat uns das Aprilwetter alles geboten! Ein Dankeschön geht an @vogtlandzauber @altenburger_senf und @tourismus.altenburger.land für die “scharfen” Überraschungstüten, die es als Geschenk gab.

Die weiteste Anreise zum Insta-Walk hatte @konnexart, die über den Blogger Michael Bauer auf die #Schlössersafari aufmerksam geworden ist.

Es nahmen teil:@vogtlandzauber @vogtland_prinz @silentfotografie_simone @franksfotografie @fineartinsilver @chillerunterwegs @aviator1964 @ich_seh_komische_sachen @ted_ys_nerdbude @konnexart @rena.lilly @b_und_p_europareisen @severin0407 @andreasweberphotography und @porstainn sowie @altenburgtv3305 und die Ostthüringer Zeitung.

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Abschluss-Safari

Am letzten Tag der Ausstellung, dem 12. Mai 2019, fassten wir gemeinsam mit den Ausstellenden das Projekt zusammen. Schon vorher stand fest, dass die Idee #Schlössersafari weiterleben wird. In welcher Form sollte am letzten Tag der Ausstellung gemeinsam – auch mit dem Publikum – entschieden werden. Es gab bereits erste Ideen für zukünftige gemeinsame Foto-Ausflüge im Zeichen der #Schlössersafari. So ist geplant, regelmäßig zu offenen #Schlössersafaris einzuladen – nicht nur auf Burg Posterstein, sondern überall, wo sich interessante Motive finden. Darüber hinaus soll die Ausstellung selbst auf #Schlössersafari gehen dürfen – idealerweise soll sie natürlich in Schlössern und Burgen zu sehen sein und sie kann in Absprache durchaus ergänzt und erweitert werden. Bei Interesse melden Sie sich gern per E-Mail. Eine Fortsetzung der #Schlössersafari Anfang 2020 auf Burg Mylau steht schon in Aussicht!!!

Passiert uns auch nicht häufig, dass WIR zum Ende einer Ausstellung beschenkt werden. Herzlichen Dank an die 7 Instagramer!

Der Hashtag #Schlössersafari ist jedenfalls etabliert und in Zukunft weiter genutzt werden.

3. Die #Schlössersafari auf Instagram

Am 2. Dezember trafen wir uns zum ersten Mal zur Planung der gemeinsamen Ausstellungen mit den sieben beteiligten Instagramern. Patrick Weidenmüller erzählte in der gemütlichen Runde, dass er an den Wochenenden gerne auf “Fotosafari” gehe. Perfekt, dachten wir! Mit der Kamera auf der Pirsch nach tollen Motiven – der Hashtag #Schlössersafari war geboren! Auf Instagram war bisher auch noch niemand darauf bekommen, die Suche lieferte 0 Treffer. Gleich nach dem Treffen machten wir den Hashtag zum ersten Mal bekannt – das erste Foto teilte Patrick Weidenmüller direkt aus der Burg.

Das war der Startschuss für die #Schlössersafari

Im Laufe der Ausstellung wurden rund 2300 Bilder aus ganz Europa unter dem Schlagwort #Schlössersafari geteilt, darunter glücklicherweise kaum Spam (maximal eine Handvoll Bilder passte von der Motivwahl nur bedingt zum Thema der #Schlössersafari und wurde für Werbezwecke benutzt). Der Großteil der Bilder zeigte tatsächlich Schlösser und Burgen, aber auch einige Kirchen und andere historische Gebäude sind geteilt wurden – und übrigens war auch in der Ausstellung vor Ort die Bergkirche Beucha vertreten, um nur ein Beispiel zu nennen. Einige Leute haben nachträglich ältere Bilder mit dem Hashtag versehen, sodass beim Scrollen durch die Timeline auch Bilder aus den Vorjahren auftauchen. Schnell bewegte sich die #Schlössersafari über Mitteldeutschland hinaus, dann über Deutschland hinaus und in Einzelfällen auch über Europa hinaus in die USA und nach Asien. Natürlich sind unter den geteilten Motiven viele der großen Instagram-Klassiker von Burg Eltz bis Schloss Moritzburg. Aber es kamen durchaus interessante, “versteckte Orte” in den Fokus, die wir vorher noch gar nicht kannten.

Auf dem Bildschirm in der Ausstellung liefen die unter mit Hashtag #Schlössersafari geteilten Bilder in Schleife.

Die Bilder waren auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung zu sehen, die neusten zuerst, und nicht selten warteten Besucher vor dem Bildschirm auf ihr Bild.

So sieht beispielhaft für alle anderen eine der vielen Instagram-Storys zur #Schlössersafari aus.

Die schönsten dieser Fotos teilten wir in unserer Instagram-Story. Die in der Story geteilten Bilder sind immer nur 24 Stunden abrufbar und jedes so geteilte Bild wurde im Schnitt 300 Mal angesehen. Man kann die #Schlössersafari-Storys jetzt im Nachhinein noch über das Instagram-Profil der Burg Posterstein ansehen, z.B. hier, hier, hier, hier, hier und hier.

Teilgenommen haben vor allem Privatpersonen aus allen Teilen Deutschlands. Viele versahen ihre Bilder zusätzlich mit historischen Infos zu den abgebildeten Orten. Die Liste unserer festen Begleiter in den 11 Ausstellungswochen ist lang – zum Beispiel: die Burgdame aus Paderborn, Thomaskrm aus Aschaffenburg, burgenland.ffm aus Frankfurt am Main, Frankenherz aus Franken, Michael Bauer aus Mannheim, Dirk Baum aus Sachsen, Jan Winfried aus Sachsen sowie natürlich zylwanazementa, thtischi, der_lichtminister, pauldylla, bartzi27, museumscast, haltelinie, b_und_p_europareisen, dirkbuchner67, ankehoelzel, hbyfgf.sascha.wiedemann und viele mehr! Manche von ihnen kommen sogar aus dem europäischen Ausland.

Bitte verzeiht, dass wir hier nicht alle nennen können!

Es schlossen sich aber auch einige Tourismus-Accounts, Schlösser und Burgen an wie z.B. Schlösserland Sachsen, Sachsentourismus, Schlösserverwaltung Bayern, Stiftung Preußische Schlösser und Gärten, Schlösser und Gärten Baden-Württemberg, Schloss Leubnitz und Schloss Kuckuckstein.

Aber gerade in Thüringen hätte es noch Potential gegeben, die kulturellen Schätze vor Ort vorzuzeigen und mit dem Hashtag ein neues, manchmal größeres Publikum zu erreichen. Weder Thüringen Tourismus (hier wird die reiche Thüringer Burgen- und Schlösserlandschaft immer noch nicht wirklich als touristisch relevant betrachtet) noch die anderen Thüringer Burgen und Schlösser beteiligten sich maßgeblich (was sicherlich auch daran liegt, dass SocialMedia-Kanäle kaum genutzt werden). Nur wenige wie die Schlösserstiftung Thüringen und sporadisch das Residenzschloss Altenburg beteiligten sich überhaupt.

4. Spontane #Schlössersafaris

Eine besondere, positive Überraschung war für uns die herzliche und engagierte Begleitung unserer Ausstellung durch andere Blogger und Instagramer. Einige davon sollen hier stellvertretend für alle anderen dankend erwähnt werden.

Zur Eröffnung lud uns Katja Eidam vom Museums-Podcast Museumscast zum Livestream-Interview auf Instagram zur #Schlössersafari ein. Es war das erste Mal, dass wir das Medium testeten, weshalb der Livestream quasi live von Katjas Account auf den Account der Burg wechseln musste und ich zwischendrin noch auf ein Smartphone mit kräftigerem Akku umsteigen musste. Aber trotz allem und trotz kurzer Vorankündigung haben über 100 Leute reingeschaut und während des Livestreams teilweise sehr freundlich kommentiert.

Die spontane Straßenbahn-Safari von Michael Bauer begleiteten wir per Instagram-Story und auch auf Twitter.

Zum einen ist da der Blogger Michael Bauer aus Mannheim, der gleich zu Beginn der Ausstellung eine Art Social Media Happening zur #Schlössersafari ankündigte und dann auch – live übertragen via Twitter und Instagram – durchführte. Weil die Straßenbahnlinie 5, die Mannheim und Heidelberg verbindet, an insgesamt 9 Schlössern vorbei führt, ging er einen Tag lang auf „Straßenbahn-Safari“ und bloggte auch darüber. Wir begleiteten die Aktion in der Instagram-Story. Inspiriert von unserer Ausstellung #Schlössersafari und angeregt durch die Ankündigung der nächsten Ausstellung „Zum Wesen des Staubes: Staubexpeditionen auf Burg Posterstein“ begab er sich später noch mehrmals auf „Blütenstaubsafari“, was er auch wieder auf Instagram und in seinem Blog in Foto und Video teilte.

Der Dresdner Blogger „Der Baum“ kündigte ebenfalls in seinem Blog an, die Ausstellung mit täglich einem Bild aus seinem umfangreichen Archiv zu begleiten. Dazu legte er extra einen Instagram-Account an und bereicherte die Ausstellung mit täglich neuen, oft sehr „versteckten“ Orten, die er zeitgleich auch auf Twitter teilte. Natürlich trafen wir uns auch auf einen Kaffee und ein gemütliches Gespräch in der Ausstellung.

Mit diesem Foto beendete @dirk_derbaum seine fast 90 Tage währende persönliche #Schlössersafari.

Im Anschluss an den gemeinsamen Insta-Walk, zu dem @konnexart extra aus Heidelberg angereist war, trafen sich Patrick Weidenmüller (@vogtlandprinz), Michael Bauer und Julia Kieser @konnexart im Schloss Bruchsal zur gemeinsamen Schlössersafari. Neuen gemeinsamen Ausflügen steht nichts im Weg. – Eine Anmerkung: Obwohl getaggt und auf Instagram aktiv nahm man auf Schloss Bruchsal von den Instagramern nicht weiter Notiz. Eine verpasste Chance zur Interaktion!

Ein Bild aus der Reihe “Instagramer bei der Arbeit” – @vogtland_prinz auf Schloss Bruchsal (Foto: @michlbower)

Auch einige Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein gingen  inspiriert durch die Ausstellung auf #Schlössersafari im Erzgebirge. Hier berichten sie davon.

Dieses schöne Bild gab es von @hbyfgf.sascha.wiedemann auch als Poster!

Nach regen Austausch auf Instagram überraschte uns Sascha Wiedemann
@hbyfgf.sascha.wiedemann mit einem Poster von seinem Bild von Burg Posterstein. Wir konnten die Ausstellung zwar nicht spontan erweitern, haben uns aber wahnsinnig gefreut!

Als Museum neue Wege gehen

Ein Ausstellungskonzept wie dieses hat es im regionalgeschichtlichen Museum Burg Posterstein noch nicht gegeben: Es vermischt Fotografie, regionale Geschichte und Teilhabe.

Social Media ist für uns im Museum Burg Posterstein nicht nur ein reines Marketingtool, sondern ein wichtiger Kanal für die Wissensvermittlung, die zu den Kernaufgaben eines Museums zählt. Wir sind der Meinung, dass unser Bildungsauftrag nicht auf der Burgbrücke endet, sondern auch im virtuellen Raum weiter besteht. Auf der Website, im Blog und auf unseren Social Media-Kanälen geht es deshalb nicht um reine Information, sondern um Inhalte, um Geschichte und Geschichten mitsamt der Möglichkeit zur Interaktion und Teilhabe. Wir erhoffen uns davon, dem Museum auf diese Weise auch in Zukunft seinen festen Platz in der Gesellschaft zu sichern. Die Marketingarbeit des Museums Burg Posterstein schaut bewusst über den Tellerrand und nimmt die ganze Region, das Bundesland Thüringen und ganz Deutschland in den Blick.


Man muss ein Stück weit die Kontrolle abgeben und sich überraschen lassen.

Die Herausforderung einer solchen Ausstellung wie die #Schlössersafari war, dass man am Anfang noch nicht wusste, wie gut das Ausstellungsteam harmoniert, ob die Wünsche und Erwartungen weit auseinander gehen und wohin sich das Projekt entwickeln würde. Man muss ein Stück weit die Kontrolle abgeben und sich überraschen lassen. Natürlich kannten wir alle Beteiligten schon über den regelmäßigen Austausch auf Instagram. In unserem Fall haben wir uns im Vorfeld zweimal getroffen und die Zusammenarbeit dann per Messenger App koordiniert. Die Gruppe der Instagramer passte prima zusammen, es war ein herzliches Miteinander und alle haben sich voller Motivation und sehr zuverlässig in die Umsetzung der Ausstellung und deren Kommunikation eingebracht.

So sah die Ausstellung vor Ort aus – hier sind Fotos von @franksfotografie zu sehen.

Die Ausstellung hat uns noch enger mit unseren Besuchern – unserer „Community“ – zusammenrücken lassen und in direkten Kontakt gebracht. Sei es durch Besuche vor Ort und den täglichen, persönlichen Austausch auf Instagram, Twitter und Facebook. Es ist toll, wenn zum Beispiel Patrick Weidenmüller Burg Posterstein als seine „Hausburg“ bezeichnet oder wenn zum Ende der Ausstellung bereits neue Treffen zu neuen gemeinsamen Foto-Touren geplant werden. In einigen Fällen sind durch Ausstellung und Instawalk aus vorher begeisterten Hobbyfotografen durch die persönliche Begegnung mit der #Schlössersafari begeisterte Instagramer geworden, die sich ihrerseits vernetzen.

Nachgefragt – der Kommentar von @haltelinie

Die Nachfrage “Was hat euch die #Schlössersafari gebracht?” per Instagram-Post und Story brachte auch ein paar Antworten: “Viele schöne Bilder, Dankeschön dafür an alle Beteiligten.” (@umbraresk), “So viele Burgen und Schlösser, von denen man sonst nie etwas gesehen hätte” (@michlbower)  “Viele Hinweise auf Ausflugsziele und spannende Instagramprofile” (@haltelinie), “Eine Menge Spaß und nette Begegnungen.” (@vogtland_prinz), “Vor allem hat es Spaß gemacht, war eine schöne Idee.” (@burgdame), “Leute kennengelernt (tolle Kontakte) und viel über die Burg, Umgebung, .. gelernt.” (@hbyfgf.sascha.wiedemann). Selbst @dirk_derbaum, der bereits hunderte Schlösser besucht hat und auch darüber digital Buch führt, hat durch die Ausstellung noch weitere entdeckt. @residalex kommentierte: Durch die #Schlössersafari “gelangte man ‘in die Schlösser hinein’ und es wurde einem “die großartige thüringische und überregionale Kultur gezeigt und das in Form einer Art Schlösserkultur, welche sich damit entwickelte.”

Man kann sagen, dass für die Teilnehmer der Spaß, das Netzwerken untereinander und das Entdecken neuer Ausflugsziele im Vordergrund stand – wie sollte es auch anders sein, denn es geht um eine Art, seine Freizeit zu verbringen. Es fand ein Austausch weit über Mitteldeutschland hinaus statt und der Hashtag #Schlössersafari wird nicht nur durch die Wanderschaft der Ausstellung auch in Zukunft weiter genutzt werden.

Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein