Ostthüringer Zeitung bringt neue Artikelreihe über die Rittergüter im Altenburger Land

Historische Postkarte, die den Park des Ritterguts Meuselwitz zeigt ((c) Museum Burg Posterstein)
Historische Postkarte, die den Park des Ritterguts Meuselwitz zeigt ((c) Museum Burg Posterstein)

In Zusammenarbeit mit dem Museum Burg Posterstein bringt die Ostthüringer Volkszeitung (OTZ) derzeit eine Artikelreihe über die Rittergüter im Altenburger Land und deren aktuellen Zustand. Jedes Rittergut hat eine individuelle Geschichte, von denen wir einige hier bereits präsentiert haben. Jeden Samstag veröffentlicht die OTZ nun zusammen mit einem Artikel zur Rittergutsgeschichte einen Beitrag zur aktuellen Situation des jeweiligen Ritterguts. Einige der ehemaligs herrschaftlichen Güter stehen heute zum Verkauf, einige sind dem Verfall ausgesetzt, anderen wurde zu neuem Leben verholfen.

Falls Sie selbst Bildmaterial von Altenburger Rittergütern besitzen oder historische Informationen und Erinnerungen beisteuern wollen, können Sie sich unter info@burg-posterstein.de dem Museum oder unter schmoelln@otz.de der Ostthüringer Volkszeitung schreiben.

Bereits erschienene Artikel – Aktuelle Hinweise darauf finden Sie auch immer auf unserer Facebook-Seite

Rittergut Weißbach

Rittergut Selka

Rittergut Meuselwitz

Rittergut Maltis

Rittergut Schwanditz

Publikationen zum Thema:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Die slawische Besiedlung des Altenburger Landes

Seit dem 6. Jahrhundert dehnte sich das slawische Siedlungsgebiet bis an die Elbe und Saale aus. In dieser Zeit siedelten auch im heutigen Altenburger Land slawische Völker. Die hier ansässigen germanischen Bauern wurden im Laufe der weiteren Entwicklung in die Stammesgemeinschaften der Slawen aufgenommen.

Der slawische Stamm, der am westlichsten siedelte, waren die Sorben. Ihr Einzugsgebiet erstreckte sich von der oberen Mulde über die Elster bis zur Saale. Sie gliederten ihr Land durch natürliche Waldgrenzen in Gaue (Verwaltungseinheiten), in deren Mittelpunkt sich eine Gauburg befand. Die Landschaft zwischen Pleiße und Elster gehörte zu den Gauen Geraha und Plisni. Im Bereich der Ortschaften Löbichau, Nöbdenitz, Vollmershain und Thonhausen verlief die Grenze zwischen dem Gau Plisni und Geraha.

Ortsnamen sowie Dorf- und Flurformen geben Hinweise auf die slawische Besiedlung

Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein
Der Ortsname Meuselwitz verrät die slawischen Ursprünge der Stadt (Bild: (c) Museum Burg Posterstein)

Fast 70 Prozent der Ortsnamen im Altenburger Land sind slawischen Ursprungs. Kennzeichnend für slawische Ortsnamen sind die Endungen: Ehemals slawische Endungen wie –ici und -ovici sind heute noch als –itz (z.B. Raudenitz, Sommeritz) und –witz (z.B. Meuselwitz) erhalten, während Ortschaften auf –ovo, -ova und –ove heute auf –a und –au enden, wie beispielsweise Lohma, Kosma und Löbichau. Ursprünglich auf –ine, -ina und –ino endende slawische Ortsnamen, lauten heute meist auf –eu. Auf diese Art lässt sich auch heute noch an Hand des Namens recht zuverlässig feststellen, welcher Ort slawische Gründungen sind: Während Nischwitz, Nitschka und Zschernitzsch slawische Wurzeln haben, gehen ihre Nachbarorte Grünberg, Heyersdorf und Weißbach auf germanische Siedlungen zurück.

Auch die Dorf- und Flurformen dieser Orte geben Hinweise auf deren Ursprung: Während die deutschen Gründungen in der Region oft eine kilometerlange Aneinanderreihung von Häusern und Höfen sind, waren die slawischen Ortskerne oft kreisförmig, als so genannter „Rundling“ angelegt.

Ausgrabungen in der Kiste

Ein Teil der Dauerausstellung auf Burg Posterstein beschäftigt sich mit der Archäologie der Region. Zur Sammlung gehören beispielsweise Scherbenfunde aus dem Neolithikum oder der slawischen Zeit, steinzeitliche Faustkeile und Reibemühlen und verschiedene andere Werkzeuge. Im Rahmen des museumspädagogischen Programms können Kinder im Studienkabinett Wissenswertes zur Ur- und Frühgeschichte der Region lernen und sich sogar selbst als Archäologen betätigen. Sie graben mit Kelle und Pinsel aus Sandkisten verschiedene Artefakte aus und bestimmen sie anhand der Funde in den Ausstellungsvitrinen. Ein Fundbericht wird erstellt und kann mit nach Hause genommen werden.

Das Programm dauert etwa eine halbe Stunde und ist geeignet für Kinder zwischen acht und zwölf Jahren, z.B. für Schulklassen oder zur Kindergeburtstagsfeier im Museum.

Slawische Funde (Bild: Museum Burg Posterstein)

Slawische Funde (Bild: (c) Museum Burg Posterstein)

Aktuelle archäologische Forschung im Altenburger Land

Im Frühjahr 2012 wird sich vom 4. März bis 30. April eine Sonderausstellung mit der aktuellen archäologischen Forschung im Altenburger Land beschäftigen. Dabei werden Ausgrabungen und Funde der letzten Jahre im Mittelpunkt stehen. Die Ausstellung entsteht in Zusammenarbeit mit dem Thüringischen Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege.

(von Marlene Hofmann)

The Slawic settlement in the County of Altenburg

Since the sixth century the Slavic settlement area expanded to the rivers Elbe and Saale. In this time Slavic tribes settled in today’s County of Altenburg, too. In the following time Germanic farmers, who already had settled in the region, were absorbed by the Slavic tribes.

The Slavic tribe, which settled most in the West, was called Sorbs. Their settlement area reached from the upper river Mulde and the river Elster to the river Saale. They structured their land with the help of natural forest borders in so-called “Gaue” (districts). In the centre of a Gau there was a Gauburg, a fortress. The county of Altenburg belonged to the districts Geraha and Plisni. Close to the villages Löbichau, Nöbdenitz, Vollmershain and Thonhausen there was the border between Plisni and Geraha.

Rittergut Meuselwitz / Meuselwitz Manor (c) Museum Burg Posterstein

The place name Meuselwitz reveals the town’s Slavic origin (Picture (c) Museum Burg Posterstein)

Place names and the form of a village reveal Slavic settlement

Almost 70 percent of all place names in the County of Altenburg have Slavic roots. Typical for Slavic place names are their endings: Former Slavic endings as –ici und -ovici are preserved as –itz (e.g. Raudenitz, Sommeritz) and –witz (e.g. Meuselwitz) in today’s place names, while villages that once ended on –ovo, -ova and –ove, today end with –a and –au, as for example Lohma, Kosma and Löbichau. Slavic place names that originally had the endings –ine, -ina and –ino, end today normally on –eu. With this knowledge today’s villages’ origins can be traced back by their names. While the villages Nischwitz, Nitschka and Zschernitzsch obviously have Slavic roots, their neighbour villages Grünberg, Heyersdorf and Weißbach originally were Germanic settlements.

Also the form of a village can give a hint on its origin. While the German settlements in the region often are a kilometre long row of houses and farms, the Slavic founded villages have a rather round centre, called „Rundling“.

Excavation in boxes

A part of Posterstein castle’s permanent exhibition deals with the region’s archaeology. To the collection belong for example potsherds from the Neolithic, hand-axes and querns from the stone-age as well as different other tools. As a part of the museum’s children’s program, children can learn about archaeology and try to be archaeologists themselves in the museum. With trowel and pencil they can search for archaeological artefacts in boxes with sand. Have they found something, they identify their find with the help of the museum’s collection. Afterwards they’ll write an archaeological report on their find. The program lasts about half an hour and is dedicated to children between eight and twelve years, for example for school classes and as a part of a birthday party in the museum.

Slawische Funde (Bild: Museum Burg Posterstein)

Slavic finds (picture: Museum Burg Posterstein)

Current archaeological research in the County of Altenburg 

In spring 2012, from March 4th to April 30th, Museum Burg Posterstein will show a special exhibition on recent archaeological research in the County of Altenburg. The focus will lie on the last years’ finds and the exhibition will be made in co-operation with the Thuringian department for archaeology and preservation of monuments (Thüringischen Landesamt für Archäologie und Denkmalpflege).

(by Marlene Hofmann)

Aufbruch von Altenburg nach Altenburg

Wie deutsche Siedler im 19. Jahrhundert ihre Heimatstadt in Missouri neu gründeten

Eine bunt gemischte Gruppe von Auswanderern aus Sachsen-Altenburg, der Region Dresden und Hannover strandete 1839 an einem Felsen im Fluss Mississippi. Direkt am Fluss gründeten die einem strengen lutherischen Glauben anhängenden Siedler den Ort Wittenberg. Nicht selten wurden die Häuser von den Hochwassermassen des legendären Flusses mitgerissen, weshalb  heute von dieser Siedlung nur noch der Wittenberg Boat Club und eine verfallene Poststation zeugen.

Felsen im Mississippi
Nach einer langen Schiffsreise nach Amerika strandeten Einwanderer aus dem Altenburger Land 1839 an diesem Felsen im Mississippi.

Die Auswanderung organisierten verschiedene Geistliche unter der Leitung von Pfarrer Martin Stephan aus Pirna bei Dresden. In Folge sozialer Missstände nach den napoleonischen Kriegen und verschärften Abgabelasten auf dem Lande, erwogen parallel zu ersten revolutionären Unruhen auch in der Region Altenburg immer mehr Menschen, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Ursprünglich zogen die Auswanderer um Martin Stephan auch Australien als mögliche neue Heimat in Betracht, aber südlich von St. Louis, in Missouri, bot man ihnen rund 10.000 Morgen Land zu günstigen Preisen an.

Wittenberg Boat Club
Wittenberg Boat Club

Im Winter 1838/39 reisten insgesamt fünf Schiffe mit Siedlern aus dem Königreich Sachsen und dem Herzogtum Sachsen-Altenburg in die so genannte „Neue Welt“. Mit an Bord nahmen die frommen Auswanderer auch 900 Exemplare von Luthers Katechismus. Sogar während der langen Seereise erhielten die Kinder Unterricht. Alle Schiffe erreichten ihr Ziel, bis auf ein kleineres Boot namens „Amalia“, das höchstwahrscheinlich bei Frankreich mit einem größeren Schiff kollidierte.

Altenburg, Dresden, Wittenberg, Frohna, Paitzdorf und Seelitz in der „neuen Welt“

1839 kamen die Siedler also in Missouri an. Zu dieser Zeit glich die dortige Landschaft einer noch unbewohnten Wildnis. Die Neuankömmlinge hätten den Winter dort kaum überstanden, wären sie nicht von der lutherischen Gemeinde in St. Louis unterstützt worden. Im heutigen Bundesstaat Missouri, im Landkreis Perry County, gründeten die deutschen Siedler die nach ihren Heimatstädten bzw. -regionen benannten Orte wie Dresden, Seelitz, Johannisberg, Altenburg, Frohna, Paitzdorf und Wittenberg. Dresden, Seelitz und Johannisberg wurden aber bereits 1841 nach Altenburg, Missouri, eingemeindet. Weil natürlich nur das Beste aus der neuen Heimat berichtet wurde, trafen auch später noch weitere Auswanderer aus der Region Altenburg in der neu gegründeten Stadt ein.

Indianer, wilde Bestien und mexikanische Soldaten braucht man in Altenburg bislang nicht zu fürchten

Der Pfarrer Martin Stephan derweil lebte in der neuen Heimat ein nicht eben sittlich-christliches Leben und ließ sich hofieren wie ein König. Nachdem die Gemeinde endlich erkannt hatte, wie sehr sie durch ihren geistlichen Führer betrogen worden war, entließ sie ihn. Erster Präsident der Missouri Synode (heute zwei Millionen Mitglieder) wurde der aus Langenchursdorf stammende Ferdinand Wilhelm Walther. Gotthold Heinrich Loeber aus Kahla übernahm den Posten als Pfarrer im neu gegründeten Altenburg. Er beschrieb am 10. September 1839 in einem Brief nach Deutschland das Leben in der neuen Welt, wo die meisten Familien zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Häusern, sondern in provisorischen Baracken lebten. Beruhigend fügte er aber hinzu, dass sich die Verwandten in der Heimat keine Sorgen wegen Indianern, wilden Bestien oder mexikanischen Soldaten machen müssten, denn solche Dinge bräuchte man in Altenburg bislang nicht zu fürchten.

Schulgebäude von 1839 in Altenburg Missouri
Das 1839 errichtete Schulgebäude ist das älteste Haus in Altenburg, Missouri

Als eine ihrer ersten Handlungen errichteten die Siedler im August 1839 eine Bildungsstätte, an der Kinder eine umfassende gymnasiale Bildung erhalten sollten: Religion, Latein, Griechisch, Hebräisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte, Geografie, Mathematik, Physik, Naturgeschichte, Philosophie, Musik und Zeichnen standen auf dem Lehrplan. Der Anspruch der Schule war kein geringerer, als die Absolventen für ein Universitätsstudium zu rüsten. Im ersten Jahr begannen sieben Jungen und drei Mädchen dort den Schulunterricht.

Welcome to Altenburg, Missouri!

Im Oktober 2010 fuhren Historiker ins amerikanische Altenburg zu einer internationalen Konferenz unter dem Motto „Home is where our story begins“ (Zuhause ist, wo unsere Geschichte beginnt). Die Kontakte nach Amerika knüpfte der Genealoge Wilfried Piehler aus Gera bereits vor Jahrzehnten. Die Altenburger aus Missouri waren auch schon mehrfach zu Besuch in ihrer alten Heimat. Manche von ihnen überraschten damit, dass sie sich die deutsche Sprache – genau genommen, die Altenburger Mundart aus dem 19. Jahrhundert – über Generationen hinweg bewahrt haben.

Altenburg Missouri
Das amerikanische Altenburg ist eine gemütliche Kleinstadt mit lebhafter christlicher Gemeinde

Auf der zweitägigen Konferenz hielten einheimische Historiker und Genealogen verschiedene Vorträge, die der Geschichte des amerikanischen Altenburgs auf den Grund gingen. Die Historie des deutschen Altenburgs beleuchtete unter anderem Sabine Hofmann vom Lindenau-Museum Altenburg. Am Freitag, 18. März, 19 Uhr, fassen Wilfried Piehler sowie Sabine und Klaus Hofmann in einem Vortrag im Museum Burg Posterstein die Ergebnisse der Konferenz zusammen. Wer mehr zur Geschichte des amerikanischen Altenburgs erfahren möchte, dem sei auch das im vergangenen Jahr in den USA auf Englisch erschienene Buch „Altenburg Missouri and the surrounding Parishes“ empfohlen (Hrsg.: Mary Beth Mueller Dillon, Lynhorst, Indianapolis, 2010).

 

(Marlene Hofmann, auch erschienen in der Ostthüringer Zeitung vom 16. März 2011, http://www.otz.de/)

Moving from Altenburg to Altenburg

How German settlers in 19th century founded a new hometown in Missouri

A motley group of emigrants from Saxony-Altenburg, Dresden region and Hannover stranded on a rock in Mississippi river in 1839. Right beside the river the strict Lutheran settlers founded the town Wittenberg. Frequently the legendary river carried Wittenbergs houses away – that is why only the Wittenberg Boat Club and a crumbling old post office remind of the town today.

rock in Mississippi
After a long journey by ship a group of German emigrants from Altenburg County stranded at this rock in Mississippi in 1839.

The emigration was organized by different clergymen, under the leadership of reverend Martin Stephan from Pirna near Dresden. As a result of social problems after the Napoleonic Wars and tightened taxes in the countryside, parallel to first revolutionary riots, a lot of people in Altenburg region considered to try out their luck in the „new world“. In the beginning they considered Australia as a new home as well, but south from St. Louis in Missouri they were offered 10.000 acre land to a cheap price.

Wittenberg Boat Club
Wittenberg Boat Club

In Winter 1838/39 five ships with settlers from the kingdom of Saxony and the duchy of Saxony-Altenburg headed for the so called „new world“. The devotional emigrates took 900 copies of Luther’s catechism with them on board of the ships. Even during the long crossing the children were taught. All ships reached the US, except for a small boat called „Amalia“, which apparently collided with a bigger ship near France.

Altenburg, Dresden, Wittenberg, Frohna, Paitzdorf and Seelitz in the „new world“

As mentioned before, the settlers arrived in Missouri in 1839. At that time this region still was a nearly uninhabited wilderness. The newcomers probably wouldn’t have survived the first winter, if they wouldn’t have been supported by the Lutheran community in St. Louis. In today’s Perry County the German settlers founded towns, which they named after the regions and towns they came from – like Dresden, Seelitz, Johannisberg, Altenburg, Frohna, Paitzdorf and Wittenberg. Dresden, Seelitz and Johannisberg were later on suburbanized by Altenburg, Missouri. Of course the emigrants only reported the best things to their friends and families in Germany and in the following years a lot of other people from Altenburg region moved to the new founded Altenburg.

You don’t need to fear Indians, wild animals and Mexican soldiers in Altenburg

Reverend Martin Stephan lived a very little moral life in the new world, while he let himself celebrate as a king. When the community finally had realized how badly their spiritual leader had betrayed them, they dismissed him. The first president of the Missouri synod, which has two million members today, was Ferdinand Wilhelm Walter from Langenchursdorf. Gotthold Heinrich Loeber from Kahla overtook the job as reverend in the new founded Altenburg. In a letter to Germany on September 10th, 1839 he described the life in the new world, where the most people at this time did still not live in houses, but in temporary sheds. To comfort his reader he added that one did not have to fear Indians, wild animals or Mexican soldiers in Altenburg.

school building from 1839 in Altenburg Missouri
The school building from 1839 is the oldest house in Altenburg, Missouri.

As one of their first projects, the settlers built a school in august 1839 to provide grammar school education for the children: Religion, Latin, Greek, Hebrew, German, French, English, history, geography, mathematics, physics, natural history, philosophy, music and drawing were on the schedule. The goal was to prepare the pupils for later university studies. In the first year seven boys and three girls were enrolled.

Welcome to Altenburg, Missouri!

In October 2010 historians from the German Altenburg travelled to the American Altenburg to take part in an international conference named „Home is where our story begins“. Already decades before the genealogist Wilfried Piehler from Gera (Thuringia) established first contacts to Missouri. Inhabitants from Altenburg, Missouri, have already a few times visited Altenburg County in Germany. Some of them surprised the Germans by speaking German with Altenburg dialect from 19th century.

Altenburg Missouri
The American Altenburg is a gemuetlich small town with a living Christian community.

On the two-day conference local historians and genealogists from Missouri presented their research on the history of the town. German historians, as Sabine Hofmann from Lindenau Museum Altenburg, described the history of the German Altenburg. On Friday, March 18th, 7pm, Wilfried Piehler and Klaus and Sabine Hofmann will present the results of this conference at Posterstein Castle. To learn more about the history of Altenburg, Missouri, you should take a look at the book „Altenburg Missouri and the surrounding Parishes” (editor: Mary Beth Mueller Dillon, Lynhorst, Indianapolis, 2010).

(by Marlene Hofmann, also published in Ostthüringer Zeitung, March 16th 2011, http://www.otz.de/)

Where stands “half of a castle“?

(c) Museum Burg Posterstein, Schloss Langenleuba-Niederhain
(c) Museum Burg Posterstein, Schloss Langenleuba-Niederhain

The Langenleuba-Niederhain manor is a former medieval castle with moat, which was surrounded by water. The manor house was rebuilt during 1707 and 1711. In 1838 one part of the castle was pulled down – that is why the manor got the nickname “the half castle”. In 1805 the half castle was still surrounded by water and the farm buildings could only be reached by a bridge. In 1946 the owners were expropriated in the aftermath of the East-German land reform. On the manor’s land new farms were built during DDR time. The manor house, the half castle, served as a school building. Since ca. 1980 the building is vacant and decaying. The farming houses and the manor’s guest house are preserved in a good condition.

View the about 60 manors of the county of Altenburg on our google map: http://tiny.cc/o27p6.

Read more about castles and manor houses in Altenburg region in the following books, which can be bought in the museum or ordered per e-mail to info@burg-posterstein.de:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

The Langenleuba-Niederhain manor is a former medieval castle with moat, which was surrounded by water. The manor house was rebuilt during 1707 and 1711. In 1838 one part of the castle was pulled down – that is why the manor got the nickname “the half castle”. In 1805 the half castle was still surrounded by water and the farm buildings could only be reached by a bridge. In 1946 the owners were expropriated in the aftermath of the East-German land reform. On the manor’s land new farms were built during DDR time. The manor house, the half castle, served as a school building. Since ca. 1980 the building is vacant and decaying. The farming houses and the manor’s guest house are preserved in a good condition.

Wer besaß ein chinesisches Badehaus?

Rittergut Untschen (c) Museum Burg Posterstein
Rittergut Untschen (c) Museum Burg Posterstein

Das Rittergut Untschen befand sich im 18. Jahrhundert in Besitz des Ministers Hans Wilhelm von Thümmel, der sich u. a. durch die Gründung der Kammerleihbank, die Förderung des Straßenbaus und die allgemeine Landvermessung im Herzogtum Sachsen-Gotha und Altenburg Verdienste erworben hatte. Den Untschener Gasthof „Zum goldenen Drachen“ ließ der Thümmel im Jahr 1798 einrichten, obwohl dies im Widerspruch zum Schmöllner Recht der Bannmeile stand. Südlich der Straße lag in einem mit Hopfenanpflanzungen versehenen Garten das Brauhaus. Zum Rittergut gehörten mehrere Teiche. Schöngeist Thümmel verfolgte in Untschen zudem ein Projekt zur Scheitholzflößerei. In der Nähe des Floßteiches an der Mühle ließ er im Jahr 1796 ein „Chinesisches Badehauß“, auch als „Untschner Tempelbau“ bezeichnet, errichten.

Das im 12. Jahrhundert erstmalig erwähnte Rittergut wurde 1945 im Zuge der Bodenreform enteignet. In den Folgejahren fielen ein großes Wirtschaftsgebäude an der Nordseite (1945) sowie die Brauerei und die Ziegelei (1960er Jahre) dem Abriss zum Opfer. Das ehemalige Verwaltergebäude war noch in den 1980er ein Gasthof, ein ehemaliger Pferdestall beherbergt heute einen Laden.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Who had a Chinese bath house?

Rittergut Untschen (c) Museum Burg Posterstein
Rittergut Untschen (c) Museum Burg Posterstein

In the 18th century Untschen manor was owned by the minister Hans Wilhelm von Thümmel, who made his mark in the Duchy of Saxony-Gotha-Altenburg by founding one of the first banks, developing road building as well as land surveying. In 1796 he opened the guesthouse “The Golden Dragon” in Untschen, although that was against the next bigger city Schmölln’s laws on fringe area. On the south side of the street, the manor’s brewery was placed in a hop garden. To the manor’s lands belonged a number of lakes, too. Aesthete Thümmel established a project on floating of timber in Untschen as well. Close to the floating lake and the mill he had a Chinese bath house build in 1796. It was called the “temple of Untschen”.

The about 800 year old manor was disappropriated with the land reform in 1945. During the next years a big farm building (1945) and the brewery and the brickyard (1960s) were pulled down. A former administration building served as a guest house up to the 1980s and a former horse stable today rooms a small shop.

View the about 60 manors of the county of Altenburg on our google map: http://tiny.cc/o27p6.

Read more about castles and manor houses in Altenburg region in the following books, which can be bought in the museum or ordered per e-mail to info@burg-posterstein.de:

Das alte Schloss sehn wir noch heut…
Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)
© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

Text: Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Nicht nur der Flughafen in Nobitz kämpft ums Überleben

Rittergut Nobitz, (c) Archiv Gustav Wolf, Museum Burg Posterstein
Rittergut Nobitz, (c) Archiv Gustav Wolf, Museum Burg Posterstein

Nicht nur der Flughafen in Nobitz (http://www.leipzig-altenburg-airport.de/) kämpft ums Überleben: Auch das weitaus ältere Rittergut Nobitz ist im Laufe der letzten 65 Jahre fast vollständig verschwunden.

Die vierflügelige, ehemals mittelalterliche Wasserburganlage wurde im 12. Jahrhundert erstmals erwähnt. Durch die Bodenreform 1945 wurden die Besitzer enteignet und das Gut aufgeteilt. Noch 1946 erfolgten Zerstörungen durch die Rote Armee. 1948 begann man mit dem Abbruch der Wirtschaftsgebäude und des neuen Herrenhauses, weshalb heute nur noch wenige Reste davon erhalten sind. Vorhanden ist beispielsweise noch der Waal-Teich mit Insel und das alte Herrenhaus aus dem Jahr 1842, heute Verwaltungssitz der Gemeinde Nobitz.

 

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

Lesen Sie mehr über die Rittergüter des Altenburger Landes in unseren Publikationen, die Museum gekauft oder per Mail an info@burg-posterstein.de bestellt werden können:

 

Das alte Schloss sehn wir noch heut…

Aus der Geschichte der Rittergüter im Altenburger Land (Teil II)

© Museum Burg Posterstein 2010

 

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!

Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten

© Museum Burg Posterstein 2007

 

(c) Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Rittergut Pölzig – Über den kontinuierlichen Niedergang eines vornehmen Schlosses

Rittergut Pölzig (c) Museum Burg Posterstein

Die im 12. Jahrhundert erstmals erwähnte Wasserburganlage mit Kirche war um 1800 noch zu zwei Dritteln mit einem Wassergraben umschlossen. Damals gab es einen vierflügeligen Wirtschaftshof und ein Schloss von 1686/87. Das Schloss Pölzig befand sich im Laufe der Jahrhunderte in Besitz von Herzogen, Grafen und Prinzen: In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts befand sich Pölzig beispielsweise im Besitz der Brüder Prinz Ernst und Prinz Albert von Sachsen-Coburg-Gotha. Letzterer war mit Königin Victoria von England verheiratet.

Langsames Verschwinden

Nach mehreren Bränden entstanden 1895 die Wirtschaftsgebäude und ein Mausoleum mit halbrunder Altarnische neu. 1936 sprengte man den Schlossturm und riss die Schlossmauern bis auf das noch heute vorhandene Erdgeschoss ab. Nur drei Jahre später fiel auch das Erbbegräbnis dem Abbruch zum Opfer. 1945 wurde das Gut im Zuge der Bodenreform enteignet. In Folge dessen brach man das Herrenhaus, die Wirtschaftsgebäude, die Gutsscheune und das Brauhaus im Mittelpunkt des Hofes ab. Bis heute sind nur die Schlossruine, das Torhaus, das Wasch- und Backhaus und die Wagenremise sowie Teile des Pferdestalls, des Kuhstalls und des Schäfereihofes erhalten geblieben.

Eine interaktive Karte über die Rittergüter im Altenburger Land finden Sie hier: http://tiny.cc/o27p6.

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© Museum Burg Posterstein 2010

…Und nachmittags fuhren wir nach Nöbdenitz segeln!
Rittergüter im Altenburger Land und ihre Gärten
© Museum Burg Posterstein 2007

(c) Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein