„Diese Pluralität der Perspektiven ist Europa“ – Auswertung #SalonEuropa 4: Die Blogparade

Die Blogparade #SalonEuropa führten wir vom 23. September bis 23. Oktober 2018 als wichtigen Teil der Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital durch. Im Rahmen der Ausstellung erhielten wir über 200 Meinungen aus 15 Ländern in Form von schriftlichen Kommentaren, Blogposts, Fotos, Video- und Audio-Statements, als Kunstwerk und natürlich auch im persönlichen Gespräch vor Ort. Alle bezogen sich auf die Frage „Was bedeutet Europa für mich…?“. In mehreren Teilen fassen wir den Diskurs zusammen: (1) Die Zusammenfassung der Gespräche am Salonabend, (2) der Kommentare, (3) der Video-Interviews, (4) der Blogparade und (5) ein kurzes Gesamtfazit.

Hintergrund: Das Ausstellungsexperiment #SalonEuropa

Die Blogparade #SalonEuropa stand nicht für sich allein, sondern war eng verzahnt mit der Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital, die im Museum Burg Posterstein zu sehen war. Mit dem Ansatz, den Dialog – vor Ort und im WWW – zum Mittelpunkt einer Ausstellung zu machen, betraten wir museales Neuland. Wir fragten „Was bedeutet Europa für dich?“ und stellten den aktuell fragilen Zustand Europas der Zeit zwischen Französischer Revolution und des Wiener Kongress gegenüber. Damals vor rund 200 Jahren befand sich Europa ebenfalls im Umbruch. In den Salons der adligen und bürgerlichen Damen diskutierte man gesellschaftliche Fragen und brachte politische Entscheidungen mit auf den Weg. Die Ausstellung experimentierte damit, wie ein solcher Salon – offen, die eigene Filterblase sprengend – heute aussehen und ob er eine adäquates Mittel der gesellschaftlichen Kommunikation sein könnte.

#SalonEuropa vor Ort und digital - eine dynamisches Experiment, das Meinungen ausstellte
#SalonEuropa vor Ort und digital – eine dynamisches Experiment, das Meinungen ausstellte

Der #SalonEuropa war ein Versuch, Bürgern vor Ort und im Digitalen die Möglichkeit zu geben, ihre Gedanken zu Europa zu äußern und darüber miteinander ins Gespräch zu kommen. Dazu gab es einmal die dynamische, mitwachsende Ausstellung selbst, in der bereits zu Beginn über einhundert Meinungen zu Wort kamen. Darüber hinaus gab es die Projektwebseite, die Blogparade, die Diskussionen im Social Web und drei Veranstaltungen vor Ort. Die Blogparade mit ihren 75 Beiträgen belebte den Diskurs in der Ausstellung wesentlich.

Ziel der Blogparade

Unsere erste Blogparade führten wir in Kooperation mit Dr. Tanja Praske vom Blog KULTUR-MUSEUM-TALK durch, die das Projekt auch auf Twitter, Facebook, Instagram und Pinterest begleitete. Sie betreute bereits viele Kulturblogparaden und veröffentlichte erst kürzlich ihren umfassenden Artikel zu Chancen und Risiken bei der Durchführung von Blogparaden im Kulturbereich.

Ziel der Blogparade #SalonEuropa war es, die Ausstellung vor Ort zu bereichern und zu erweitern, die Idee der Ausstellung mit Interessierten im Netz zu diskutieren, sich mit ihnen zu vernetzen und dadurch der spannenden aktuellen Thematik eine große Reichweite zu ermöglichen. Die Blogparade startete zeitgleich mit der Ausstellung mit einem Aufruf im Blog. Darin gab es nicht nur Anregungen für Themen, sondern auch konkrete Infos zum Ablauf der Blogparade.

Für alle Meinungsäußerungen zur Ausstellung #SalonEuropa haben wir im Vorfeld „Salonregeln“ festgelegt, die als Instrument dienen sollten, eventuell unangemessene Beiträge außen vor zu lassen:

1) Äußern Sie Ihre Meinung höflich
2) Ihr Kommentar darf nicht gegen das Bürgerliche Gesetzbuch und die Verfassung der Bundesrepublik

Deutschland verstoßen
3) Äußerungen, die diesen Salonregeln widersprechen, können kommentarlos gelöscht werden.

Ziel der Ausstellung und der Blogparade war es, ein möglichst breites Meinungsbild zu erhalten, vielleicht sogar an der einen oder anderen Stelle unsere „Filterblase“ des typischen Museumspublikums zu durchbrechen.

Die Blogparade #SalonEuropa in Zahlen

Insgesamt wurden 75 Blogposts von 62 Blogs aus sieben Ländern zur Blogparade #SalonEuropa eingereicht. Wir haben sie zeitnah mit dem Aufruf verlinkt, wenn möglich kommentiert, auf der Projekt-Website einzeln zusammengefasst und ausgedruckt in zwei dicken Ordnern in der „Salonecke“ der Sonderausstellung auch für nicht internet-affine Besucher zugänglich gemacht. Zum Ende der Blogparade waren das mitsamt den Kommentaren 445 A4-Seiten Text in normaler Schriftgröße. Beinahe das gesamte Team des Museums war während der Zeit der Blogparade in diesen zeitintensiven Prozess eingebunden, denn oft erreichten uns mehrere neue Blogbeiträge am Tag und die Diskussion darüber dauerte manchmal bis spät abends. Das war eine intensive Zeit, die uns den verschiedenen Bloggern näher brachte und die den Diskurs in der Ausstellung wesentlich bereicherte.

Bisher interagierte das Museum Burg Posterstein mit Bloggern vor allem auf Twitter und Instagram sowie direkt in den Blogs, wenn beispielsweise über das Museum geschrieben wurde. Die Beiträge verlinken wir auf der Museumswebsite. Aufgeschlüsselt nach uns bereits bekannten und noch unbekannten Bloggern, kamen 33 der 75 Blogposts zur Blogparade #SalonEuropa von uns noch unbekannten Bloggern. Die meisten der teilnehmenden Blogger beschäftigen sich hauptsächlich mit Kultur, aber 11 Prozent auch mit Reise und jeweils 2,3 Prozent mit Familie, Umwelt und einem breiten Themenspektrum, das wir „querbeet“ getauft haben. Die Blogger kommen aus 14 deutschen Bundesländern (allen voran aus Thüringen, Bayern, Nordrhein-Westfalen und Sachsen) sowie aus Österreich, den Niederlanden, Frankreich, Norwegen, Lettland und Estland. Acht Blogposts steuerten Gastblogger bei, die sonst keinen eigenen Blog führen. Das zeigt, dass wir mit der Blogparade #SalonEuropa zwar einerseits unser eigenes Netzwerk im Kulturbereich erreichten, aber durchaus auch uns noch unbekannte Zielgruppen ansprechen und neue Netzwerke knüpfen konnten.

Die Themen der Blogparade #SalonEuropa

In den vorangegangenen Zusammenfassungen haben wir die angesprochenen Themen verschlagwortet, um einen groben Überblick über die Vielfalt der Inhalte zu geben. Interessant ist auch der Vergleich der einzelnen „Kanäle“ (schriftliche Kommentare, Salonabend, Videos, Blogparade), denn es werden ganz unterschiedliche Themengewichtungen deutlich.

Themen der Blogartikel zur Blogparade #SalonEuropa.
Themen der Blogartikel zur Blogparade #SalonEuropa.

Allein der Blick auf die Grafik zur Blogparade zeigt, dass der Diskurs über aktuelle Probleme hier in den Hintergrund trat und viele Blogger einen anderen Ansatz wählten. Sie rückten Kultur und den Kulturaustausch in Europa in den Mittelpunkt, bloggten über Europas Geschichte, über ganz konkrete persönliche Erfahrungen mit Europa, über das Reisen und die Bedeutung von Frieden, Sicherheit, Freiheit und offenen Grenzen. Auch Umwelt- und Naturschutzthemen kamen zur Sprache, ebenso wie Politik, gemeinsame Werte und Digitalisierung im Kulturbereich.

Hier wird auch die Natur des Bloggens deutlich: Blogs sind ursprünglich persönliche Tagebücher, viele widmen sich einem Oberthema wie Reisen, Umwelt, Geschichte, Kultur und natürlich muss auch der Beitrag zu einer Blogparade zu diesem Thema passen, damit der Blogger seine Leser anspricht.

Stimmen aus der Blogparade #SalonEuropa

Alle 75 Beiträge sind chronologisch auf der Projektwebsite kurz zusammengefasst und können dort auch ausführlich nachgelesen werden. Sie sind am Ende dieses Beitrags noch einmal verlinkt. Ein paar Themen, die viele Blogger bewegten, seien beispielhaft herausgegriffen:

Europas Wurzeln und aktuelle Politik

Europas Geschichte oder einzelne Aspekte davon standen im Zentrum mehrerer Blogposts. Dabei glich kein Text den anderen, es ging um Europas Spuren in regionaler Geschichte und um aktuelle europäische Politik, um die Tisch- und Heiratskultur des historischen europäischen Adels, um das gemeinsame Erbe der Aufklärungszeit, von Humanismus und Liberalismus und um Europas Verhältnis zum Fremdenhass. Nicht zuletzt ging es um die Bedeutung der langen europäischen Friedensperiode, in der wir uns befinden.

Probleme lösen auf nationaler, europäischer oder besser gleich internationaler Ebene?

Oft wurde hervorgehoben, dass sich globale Herausforderungen auf europäischer Ebene besser lösen lassen. Manchmal wurde aber auch einen Schritt weitergegangen und darauf hingewiesen, dass für verschiedene Bereiche (wie z.B. Digitalisierung, Klimapolitik) ein globaler Blickwinkel noch sinnvoller wäre.

Heute so aktuell wie damals: Die Karikatur “The plumb-pudding in danger -or- state epicures taking un petit souper” von 1805 (British Museum CC BY-NC-SA 4.0 Quelle)

Europa in Kunst und Kultur

Die Rolle der historischen und aktuellen Kunst und Kultur, der Architektur, Musik und Literatur für Europas gemeinsame Werte und Traditionen und auf das persönliche Erleben Europas stellten viele Blogger in den Mittelpunkt ihrer Texte. Und gleichzeitig ging es auch darum, wie man das gemeinsame europäische Kulturerbe im Internet frei zugänglich und teilbar machen könnte.

Reisen durch Europa

Das Reisen und Kennenlernen anderer europäischer Kulturen, ob per Flugzeug, Wohnmobil, Fahrrad oder zu Fuß, ob mit Kindern, Partner oder allein, faszinierte viele Blogger an Europa.

Ost-West-Sichten: Ganz unterschiedliche Erfahrungen mit Europa

Ein besonders interessanter Aspekt der Blogparade waren für uns die teilweise sehr unterschiedlichen persönlichen Erfahrungen, die Blogger in den verschiedenen Regionen Deutschlands und in den verschiedenen Altersklassen mit Europa gemacht haben. Für viele ist das europäische Miteinander eine Selbstverständlichkeit, nicht nur für die jüngere, von Erasmus und Interrail geprägte Generation, auch für die, die in Grenzregionen zu Frankreich, den Niederlanden oder der Schweiz leben.

Gleichzeitig war es ungeheuer spannend, die Erinnerungen an unterschiedliche Erfahrungen vor und hinter dem ehemaligen „eisernen Vorhang“ zu lesen. Denn mehrere Blogger schilderten ihre Erlebnisse an den Ostgrenzen und ihre Zeit in der DDR-Diktatur ohne Reisefreiheit. Ein weiterer Aspekt waren Blogposts über Projekte zu persönlichen Migrationserfahrungen in und nach Europa. Und nicht zuletzt ging es um die persönliche Bedeutung der europäischen Identität bzw. Nationalität.

An diesen Stellen, so unser Eindruck, bot die Blogparade die Chance, Brücken zu bauen, einander zu verstehen und zuzuhören und Erfahrungen auszutauschen.

Die Diskussion über die Blogparade #SalonEuropa

Die Ausstellung „#SalonEuropa vor Ort und digital“ und die darin integrierte Blogparade verstanden sich als ein Labor. Ausgehend von der historischen Salonkultur um 1800 sollten sie den Bogen schlagen in die heutige Zeit und zur aktuellen politischen Lage. Wie der Dichter Jean Paul anerkennend berichtete, durfte im Salon der Herzogin von Kurland jeder frei seine Meinung äußern, solange sie höflich vorgetragen wurde.

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TV-Journalist Gunter Auer über die Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital

Analog dazu wurde im #SalonEuropa Labor Besuchern vor Ort und im Digitalen die Möglichkeit geboten, ihre Gedanken zu Europa heute zu äußern. Auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung und auf einer Website kamen unter der Überschrift „Europa bedeutet für mich…?“ in Videos, kurzen Statements und Blogposts unterschiedliche Meinungen zu Europa zu Wort.

In den Blogs selbst und in den sozialen Netzwerken bildeten die Texte Grundlage für Austausch und Diskussion. Davon zeugen beispielsweise über 360 Kommentare in den teilnehmenden Blogs und die große Reichweite des Hashtags #SalonEuropa von 7 Mio Impressions auf Twitter. Auch auf Instagram und Facebook kam es zu Gesprächen.

Dabei war es sehr unterschiedlich, wie viel Austausch in den einzelnen Blogs möglich war bzw. zustande kam. Der meistkommentierte Beitrag erhielt innerhalb weniger Tage 50 Kommentare, in denen sich die Leser angeregt über kulturelle Gepflogenheiten beim Besuch in fremden Wohnungen austauschten. Tendenziell scheinen Reise- und „Livestyle“-Blogger eine diskussionsfreudigere Leserschaft zu haben als beispielsweise reine Kultur- und Geschichtsblogs. In anderen Blogs kam gar keine Diskussion zu Stande. Offenbar haben manche Blogger im Zuge der DSGVO bzw. auch aus anderen Gründen die Kommentarfunktion deaktiviert.

Für eine angeregte Diskussion zum Mehrwert von Blogparaden empfehlen wir Tanja Praskes ausführlichen Artikel „Blogparaden in der Kultur – Chancen, Risiken und Learnings“.

Der Blogpost “Schuhe aus im #SalonEuropa?” von Textile Geschichten bekam die meisten Kommentare (Bildquelle: https://textilegeschichten.net/2018/10/07/schuhe-aus-im-saloneuropa/)

Insgesamt kann festgehalten werden, dass die Beiträge zur Blogparade sehr homogen waren, es gab nur einen Beitrag, der „Europa“ im Sinne der EU in Frage stellte.

Dieser Beitrag stellt aus unserer Sicht eine Meinung dar, wie sie derzeit von vielen Menschen vertreten wird und die nicht gegen unsere zuvor aufgestellten Salonregeln verstößt, die Meinungsfreiheit und Vielfalt zulassen. In der Einführung verweist der Autor darauf, dass er zwischen EU und Europa unterscheidet und in der EU einen „übergestülpten Machtapparat“ sieht. Es werden historisch nicht haltbare Fakten vermischt, wenn z. B. Jugoslawien und die Sowjetunion, die beide sozialistische Diktaturen waren, als Beispiel für die EU herhalten müssen. Wie die globalen Probleme unserer Zeit durch Nationalstaaten gelöst werden sollen, wird auch nicht klar. Dieser Beitrag wurde von uns dennoch bewusst zugelassen, sind doch solche oder ähnliche Meinungsäußerungen, wie schon gesagt in Deutschland nicht selten zu hören. Insofern wäre eine Diskussion über den Inhalt interessant gewesen. Dem Autor selbst war allerdings nicht an einer Diskussion zum Thema gelegen. Der Blogbeitrag hat keine Kommentarfunktion, auf Twitter und Facebook fand und findet keine Interaktion statt.

Stattdessen entzündete sich an diesem Blogpost eine Diskussion über das Für und Wider, EU-skeptischen Meinungen ein Podium zu bieten. Überraschend für uns war, dass sich nicht mit dem Inhalt des Beitrags auseinandergesetzt wurde, sondern von Einzelnen unsere Herangehensweise an das Projekt #SalonEuropa und gleich noch unsere Kompetenz zur Durchführung eines solchen Projekts in Frage stellt wurde. Die Kontroverse gipfelte schließlich darin, dass das Museum dafür angegriffen wurde, diese Meinung in der Blogparade veröffentlicht zu haben. Dass dies in Unkenntnis der Arbeit des Museums, seiner Mitarbeiter, der parallel laufenden Ausstellung und der dort aufgestellten Salonregeln zur Meinungsfreiheit (siehe oben) geschah, soll hier unbedingt erwähnt werden. Denn der Vorgang bestätigte die These, dass in großen Teilen der Gesellschaft die öffentliche kontroverse Diskussion nicht miteinander geführt, sondern stattdessen übereinander gesprochen wird. Diese Art der Diskussion bezeugt deutlich den breiten gesellschaftlichen Diskurs, der sich derzeit in zwei Lager teilt: Während die eine Seite der Meinung ist, dass Europa-kritischen Stimmen keine Bühne geboten werden sollte (z.B. taz: Ich möchte lieber nicht), vertritt die andere die Ansicht, dass gerade durch Miteinanderreden die aktuelle Spaltung Europas überwunden werden könnte (z.B.: dlf: Das Problem mit der „Political Correctness“, watson: Warum es so gefährlich ist, dass so wenig über den Migrationspakt informiert wird , dlf: Einmischung in politische Debatten durch Historiker).

Ganz aktuell befasst sich Maria-Sibylla Lotter in DER ZEIT (Zeit Nr.51/13.12.2018) mit der Thematik „Wer darf was sagen? Wie kontrovers sollen Debatten sein?“ indem sie auf den Streit an der Universität Siegen eingeht (siehe auch: Mohamed Amjahid, Denken oder denken lassen?, Zeit, Nr.51/18, 5.12. 2018) Allerdings geht es dabei weniger um das Thema „Europa“, sondern zuallererst um den Umgang mit der „Neuen Rechten“.

Zusammenfassung

Insgesamt zielte das Projekt #SalonEuropa neben der Visualisierung in der Ausstellung vor Ort vor allem auf das Gespräch mit allen, auch mit denen, deren Meinung zwischen den Extremen liegt, die Europa als bürokratisches Monster und nicht als Chance zur Bewältigung nationaler wie internationaler Probleme sehen. Den Unzufriedenen wollten wir genauso eine Stimme geben, wie denen, die Europa bereits jetzt leben.

Insofern ist festzustellen, dass genau dieser Austausch in der Blogparade nicht erreicht werden konnte (was vielleicht auch nicht zu erwarten war).

Wunderschöne Europa-Collage aus dem Blogpost von Le Monde de Kitchi (Quelle: https://lemondedekitchi.blogspot.com/2018/10/blogparade-saloneuropa.html)

Trotzdem haben die Meinungen und Gedanken aus der Blogparade die Ausstellung vor Ort maßgeblich belebt und erweitert. Es wurden politische, gesellschaftliche, wissenschaftliche, nicht nur auf den Tag bezogene Gedanken geäußert. Die Blogparade hat gleichermaßen die Aufmerksamkeit für #SalonEuropa und vielleicht ein wenig für Europa an sich erhöht. Schon allein dafür hat sich der Aufwand gelohnt und das betrachten wir durchaus als Erfolg einer Kulturblogparade. Wir jedenfalls konnten uns mit wirklich spannenden Bloggern vernetzten, von denen wir einen viele vor der Blogparade noch nicht kannten. Dafür sei allen gedankt.

Zum Schluss: Über Europa zu reden ist kein Selbstläufer

Spontan zu Wort meldeten sich nur wenige, oft diejenigen, die sich ohnehin schon engagieren oder die, die damit gleichzeitig auch eine Botschaft auf einem eigenen Kanal (z.B. Blog, Social Media-Account) an ein eigenes Publikum (ihre Follower) senden. Vielen Meinungsäußerungen gingen persönliche Gespräche vor Ort und digital voraus. Es gibt eine breite Masse, die die Ausstellung vor Ort oder digital mit Interesse verfolgte, sich lobend äußerte, aber keine eigene Meinung hinzufügte. Europa ist nicht schwarz-weiß und das Thema kein einfaches.

Migrationsarchiv im Archäologischen Museum Hamburg (Quelle: https://blog.amh.de/europa-in-harburg-saloneuropa/)

Der MDR -Twitterkanal für Medien verfolgte #SalonEuropa regelmäßig. Wir versuchten auch Thüringer Printmedien für die Thematik zu sensibilisieren, was allerdings nur begrenzt gelang. Die Ostthüringer Zeitung (Funke-Mediengruppe) berichtete oft über unser Projekt, allerdings sprang der „Europafunken“ nie über. In Thüringen finden 2019 Landtagswahlen statt und laut aktuellen Wahlumfragen wären CDU, Linke und AfD mit jeweils wohl rund 23 bzw. 22 Prozent der Stimmen die stärksten Kräfte. Es ist also an der Zeit, zumindest darüber nachzudenken, welche Position man selbst vertritt, tatsächliche Probleme offen anzusprechen und ernst zu nehmen. Und Zeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.

Wir haben ganz unterschiedliche Visionen für die Zukunft Europas

In vielen Beiträgen kommen Zukunftswünsche und Visionen für Europa zu Wort, die teilweise weit auseinander gehen. Diese Spaltung zieht sich natürlich durch den gesamten Kontinent. Ein Lichtblick für uns: Der Tonfall im #SalonEuropa blieb immer sachlich. Wir hatten den Eindruck, dass man gerade in der Ausstellung vor Ort und auch in den Social Media-Kanälen die Verschiedenheit der Sichtweisen zur Kenntnis genommen hat. Für uns bildete das die Grundlage für einen ausgewogenen Diskurs auf Augenhöhe.

Persönliches Fazit von anderen: Die Idee, die Widersprüche und Probleme Europas

„Gerade die Unterschiede und Widersprüche gehören zur Pluralität Europas“, betonte Reinhard Laube, Direktor der Weimarer Anna Amalia Bibliothek.

Mit der Idee Europas, was heute davon übrig ist und wie unterschiedliche Generationen dazu stehen, beschäftigten sich auch andere Posts. Viele kamen wie Kulturkramkiste zu dem Schluss: „Es ist Zeit, Verantwortung zu übernehmen und Europa weiterzuentwickeln.“

Zusammengefasst von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Alle Kurzfassungen der eingegangenen Blogposts auf einen Blick:

1. Klaus Graf von Archivalia: Europa ist für mich kein Ersatz für Weltbürgertum // @Archivalia_kg (23.9.2018)

Für Klaus Graf sind Europa und europäische Zusammenarbeit zwar gut und wichtig, aber “kein Ersatz für Weltbürgertum”. Er möchte einen Schritt weitergehen und fordert – gerade im Kulturbereich – eine stärkere Zusammenarbeit, die über Europa hinausgeht. Warum gibt es kein weltweites Äquivalent zur Europeana oder zum Archivportal Europa? Hier geht es zum ganzen Artikel

2. mikelbower: Elysium hauchte Europa // @mikelbower (23.9.2018)

Mikelbower lädt bei Speyrer Brezel und Pfälzer Riesling zum gemütlichen und kurzweiligen Gespräch in seinen virtuellen Wohnzimmersalon. Dort führt er uns nicht nur nach Speyer, sondern auch quer durch die europäische Geschichte. Dabei gibt es allerhand interessante Details, die einiges über Europa aussagen, und wundervolle Ideen dazu, was einer europäischen Zukunft noch fehlt. Hier geht es zum ganzen Artikel

3. Christiane Nienhold von Christianes Landkultur: Morning Glory // @landkultur (24.9.2018)

Christiane Nienhold nimmt uns mit auf einen sehr persönlichen Ausflug in ihre Jugend im geteilten Europa und erste Erkundungsreisen nach der Wende: “…es gab viel zu entdecken, was wir bis dahin nur aus Büchern oder dem Fernsehen kannten, und von dem wir kaum hatten hoffen dürfen, es jemals in der Realität zu sehen.” Für die Zukunft wünscht sie Europa, dass sich die Menschen ihrer Gemeinsamkeiten und ihrer Menschlichkeit besinnen. Hier geht es zum ganzen Artikel

4. Anke von Heyl aka Kulturtussi: Mein Bild für Europa. Oder warum ich die architektonische Nachkriegsmoderne so schätze! // @kulturtussi (24.9.2018)

Für Anke von Heyl steht Europa auch für die Überwindung des Traumas des 2. Weltkriegs. In ihrem Blogpost schlägt sie den Bogen von der Architektur der Nachkriegszeit bis zur heutigen ungewissen Zukunft Europas. Als Symbol für Europa sieht sie das Berlaymont-Gebäude – oder wie es auch gerne genannt wird, an das Berlaymonstre. Hier geht es zum ganzen Artikel

5. Unterwegs im Hinterland: Blogparade „#SalonEuropa – Europa ist für mich…“ // @chillerunterwegs (24.9.2018)

Cindy Hiller sucht in ihrem Blogpost nach Spuren, die Menschen aus anderen Ländern Europas im “Hinterland”, in der Provinz hinterlassen haben. Oft kommen dem Leser große Schlachten in den Sinn, doch Europa steht für Cindy Hiller nicht für das “kopflose Wegballern”, sondern für das genaue Gegenteil: für gemeinsames Reden und für Frieden, der viel schwerer zu erreichen ist als Krieg. Auf ihrem Weg führt sie uns an viele kleine, aber bedeutende Orte und lockt mit dem Versprechen, diesen Bericht zu erweitern. Hier geht es zum ganzen Artikel

6. Naturgebloggt: #SalonEuropa und was Europa für mich bedeutet // @ThomasEngst (25.9.2018)

Thomas Engst betrachtet in seinem Blogpost Europa aus Sicht des Naturschützers. Dabei garantiert die EU aus seiner Sicht erstmalig ein verbindliches Regelwerk, durch welches Lebensraumtypen, Tier- und Pflanzenarten einen länderübergreifenden Schutzstatus genießen. Perfekt ist das Konstrukt Europa bei weitem nicht, aber es birgt das Potenzial, besser zu werden. Hier geht es zum ganzen Artikel

7. Europeana Blog: ‘All of Europe is my country’ and other stories from Europeana Migration // @europeanaeu (25.9.2018)

The Europeana Blog written by Dr Beth Daley takes a look at Europe from the perspective of migrants. It shows an impressive collection of very touching and personal migration stories from all over Europe. Some of the authors feel safe, others lost; for some Europe means music, for others freedom to travel.  Read the full article here

8. Europeana @ Medium.com: How sharing Europe’s cultural heritage online impacts on, well, everything. // @Europeana (25.9.2018)

2018 is the European Year of Cultural Heritage. And so the article of Europeana tells how cultural heritage is shared digitally, why and to whom. The article comes to the conclusion that sharing of digital cultural heritage is important – to the cultural heritage sector and to all of humanity. Read the full article here

9. (Gastbeitrag) Barbara Fischer: Denk ich an Europa in der Nacht // @fischerdata (26.9.2018)

Für die junge Barbara Fischer war Europa das Versprechen auf Frieden, Völkerverständigung, Wohlstand und Umweltschutz. Heute scheint sich Europa nach vielen Erfolgen zu einer Seifenblase zu entwickeln, die zu platzen droht. Welche Rolle, welche Bedeutung hat das europäische Kulturerbe – Hoffnung? Hier geht es zum ganzen Artikel

10. Reinhard Laube, Blog der Klassikstiftung Weimar: Weimars Europa // @klassikstiftung (28.9.2018)

Ausgehend von den Schätzen der Weimarer Anna Amalia Bibliothek arbeitet sich deren Direktor Reinhard Laube in seinem Blogpost vor zu den Widersprüchen Europas: “Diese Pluralität der Perspektiven ist Europa. Sie ist nicht beliebig, und nicht harmonisch, bedeutet vielmehr Arbeit, auch Streit und bedarf allemal Formen der Vermittlung.” Sein Fazit: “Europäisch denkt, wer widersprüchliche Perspektiven anerkennt…” Hier geht es zum ganzen Artikel

11. Dr. Alexandra Hildebrandt: Europäische Lebenskünstler: Warum ihre Ernte so wertvoll ist // @AHildebrandt70 (29.9.2018)

Dr. Alexandra Hildebrandt spricht in ihrem Blogpost von der Kunst, immer wieder neu denken zu lernen. Lebenskünstler wie der Designer Azzedine Alaïa oder der Dichter Adelbert von Chamisso schafften es, sich stets neu zu erfinden. Kreativität geht einher mit Vernetzung, die auch beim Thema Digitalisierung hilft, neue Wege zu gehen. Hier geht es zum ganzen Artikel

12. Dr. Alexandra Hildebrandt: Warum gutes Benehmen wieder salonfähig sein sollte // @AHildebrandt70 (30.9.2018)

Dr. Alexandra Hildebrandt nimmt in ihrem Blogpost die “Salonfähigkeit” unserer Gesellschaft unter die Lupe. Was zählt der Knigge in einer digitalen Welt? Auch im Netz sei Höflichkeit und Rücksichtnahme die Grundlage für Erfolg. Hier geht es zum ganzen Artikel

13. Bent Jensen, Archäologisches Museum Hamburg: Europa in Harburg // @ArchaeologieHH (1.10.2018)

Bent Jensen vom Archäologischen Museum Hamburg weist auf Europas lange Geschichte der Migration hin: “Grund genug also, sich zu überlegen, was uns als Menschen an den Ort (in Europa) führt, an dem wir heute leben.” Das Archäologischen Museum Hamburg hat derzeit gleich zwei interessante Projekte, bei denen es persönliche Geschichten zum Thema Migration und Geschichte vor Ort sammelt.  Hier geht es zum ganzen Artikel

14. Dr. Alexandra Hildebrandt: Unsere Wurzeln: Warum wir zusammenhängende Stoffgeschichten brauchen // @AHildebrandt70 (1.10.2018)

In diesem Blogpost nimmt Dr. Alexandra Hildebrandt den Leser mit in die Welt der Wälder und ihrer Bedeutung für den Menschen im Laufe der Zeit. Das Holz der Wälder spielt für die Menschen eine so große Rolle, dass wir uns mit diesen “Wurzeln” beschäftigen sollten – auch im Sinne der Nachhaltigkeit und der Einsparung von CO2. Im Artikel werden einige interessante Initiativen und die passende Lektüre empfohlen. Hier geht es zum ganzen Artikel

15. Le monde de Kitchi: Blogparade #SalonEuropa // (1.10.2018)

“Europa – das ist für mich mit vielen positiven Gemütszuständen, sinnlichen Erfahrungen und schönen Bildern verbunden.”, schreibt Astrid Kahmen vom Blog Le monde de Kitchi und zählt eine unglaubliche Menge verschiedenster europäischer Einflüsse auf, die sie zu dem gemacht haben, was sie heute ist. Europa als Quelle der persönlichen Inspiration. Ergänzt wird der Blogpost mit wunderschönen Europa-Collagen. Hier geht es zum ganzen Artikel

16. Schlösser und Gärten Deutschland:Europa und die Schlösserwelt – Ein Beitrag zur Blogparade #SalonEuropa // @sgd_zu_tisch (2.10.2018)

Die Schlösser und Gärten Deutschland laden in ihrem Blogpost Europa an einen Tisch. Kultur – besonders die höfische Ess-, Trink- und Tischkultur – verbindet den Kontinent schon seit Jahrhunderten. Sie zeigt, dass Europa ein bunter Kontinent ist, von Gemeinsamkeiten und Gegensätzen, vom Austausch über und beim Genuss geprägt. Hier geht es zum ganzen Artikel

16 b. Schlösser und Gärten Deutschland: EUROPE AND ITS CASTLES – A CONTRIBUTION TO THE BLOG PARADE #SALONEUROPA // @sgd_zu_tisch (7.10.2018)

The Castles and Gardens Germany dive in their blog into European noble culture. Especially the courtly eating, drinking and dining culture has been connecting the continent for centuries. It shows that Europe is a colorful continent, characterized by similarities and contrasts, by exchange and enjoyment. Read the whole article

17. Dr. Alexandra Hildebrandt: Revolution des Geistes: Warum das europäische Erbe der Romantik so aktuell ist // @AHildebrandt70 (2.10.2018)

Dr. Alexandra Hildebrandt weist in diesem Artikel auf die alte und neue Bedeutung der Romantik in Europa hin. “Schon die Frühromantiker setzten in Kriegs- und Krisenzeiten den leidvollen Erfahrungen des Umbruchs und der existenziellen Unsicherheit etwas Neues entgegen, indem sie neue Formen des Zusammenlebens und Zusammenarbeitens erprobten.” In Zeiten der Digitalisierung erlebe die Romantik eine Wiedergeburt. Hier geht es zum ganzen Artikel

18. MusErMeKu: Stolpersteine – Stumble Upon Memory in Europe // @musermeku (3.10.2018)

Damián Morán Dauchez from MusErMeKu introduces us to the historical memory project “Stolpersteine”, or „stumbling stones“. Stolpersteine are square-shaped paving stones remind us of persons killed by the Nazis. The Article also tells about the discussion pro and against the project. Read the full article here

19. Kulturkramkiste: Blogparade “#SalonEuropa – Europa ist für mich…” // @strigo73 (3.10.2018)

Die “Kulturkramkiste” gibt in ihrem Blogbeitrag einen ganz persönlichen Einblick in ihr damaliges und heutiges Europa. Von der europäischen Utopie im Kalten Krieg bis zur scheinbaren heutigen Europaabkehr spricht sie über Gemeinsamkeiten, Unterschiede und visionäres Denken. Es ist  Zeit,  Verantwortung zu übernehmen und Europa weiter zu entwickeln. Hier geht es zum ganzen Artikel

20. Dr. Alexandra Hildebrandt: Der europäische Geist: Warum der Ehrbare Kaufmann hochaktuell ist // @AHildebrandt70 (3.10.2018)

Fehlt den Unternehmern heute der Anstand? In diesem Artikel schafft es Dr. Alexandra Hildebrandt, die Geschichte der “ehrbaren Kaufleute” von der Zeit der Hanse und der Fugger mit der Finanzkrise und den Herausforderungen für “verantwortungsbewusste Unternehmer” heute zu verbinden. Sie zeigt damit deutlich, dass manche Werte nicht überholt sind, auch wenn sie auf eine lange europäische Tradition bauen. Hier geht es zum ganzen Artikel

21. Wolfgang Stöcker: Ich kenne nur ein “Europa des Friedens” // Deutsches Staubarchiv (5.10.2018)

Wolfgang Stöcker, Jahrgang 1969, schreibt in seinem Beitrag zur Blogparade #SalonEuropa, er kenne nur ein “Europa des Friedens”. “Was läuft seit einigen Jahren falsch?”, fragt er. “Wir Europäer besitzen soziokulturelle Klebstoffe, die uns allen bekannt sind!” Nur leider seien diese Bindemittel auch immer wieder Sprengstoff für das europäische Miteinander. Hier geht es zum ganzen Artikel

22. Dr. Alexandra Hildebrandt: Treibsand der Geschichte: Was bleibt von uns? // @AHildebrandt70 (5.10.2018)

Der Beitrag  ist nicht nur dem schwedischen Schriftsteller Henning Mankell, sondern den wirklich wichtigen Dingen gewidmet. Bleibt am Ende nur unser (atomarer) Müll oder schaffen wir es, unsere Erfahrungen und unsere Geschichte weiterzugeben? Eine Möglichkeit gegen das Vergessen bietet das Projekt “Memory of Mankind” (MOM), auch als Warnung für die, die nach uns kommen.  Hier geht es zum ganzen Artikel

23. mikelbower: Sternenwege nach Europa // @mikelbower (5.10.2018)

Mikel Bower weist in diesem Blogpost auf den Sternenweg (“Pilgern für den Frieden und ein weltoffenes Europa“) hin, ein Pilgerweg, der Deutschland und Frankreich verbindet. “Mainz, Speyer, Wissembourg. Ich pilgerte unwissentlich. Für den Frieden und Europa. Ich, das Heidenkind.” Wir sollten mehr gemeinsam spazieren gehen und dadurch Kulturen zusammenwachsen lassen, findet Mikel Bower. Hier geht es zum ganzen Artikel

24. Christoph Pietrucha: Wir, ihr, sie . Polen und Europa // (6.10.2018)

Im Blog Museumsdinge geht es um den Umgang mit europäischer und polnischer Geschichte in polnischen Museen und in der Gesellschaft in Polen. Wie wird die Vergangenheit interpretiert und eingeordnet? Der Blick ins Nachbarland lohnt nicht zuletzt für ein besseres gegenseitiges Verständnis in Europa. Hier geht es zum ganzen Artikel

25. Kultur und Kunst: It’s a beautiful day | U2 Live in concert // @kulturundkunst (6.10.2018)

Auch bei einem Rockkonzert kann Europa Thema sein und sogar ein europäisches Gemeinschaftsgefühl erzeugt werden – zum Beispiel bei U2. Wera Wecker vom Blog Kultur und Kunst berichtet vom U2-Konzert in Hamburg und wie dort europäische Probleme und Gemeinsamkeiten neben der Musik eine verbindende Rolle spielten. Hier geht es zum ganzen Artikel

26. Dr. Alexandra Hildebrandt: Die Ordnung der Dinge: Über sammelnde Denker und denkende Sammler// @AHildebrandt70 (7.10.2018)

“Der durchschnittliche Europäer besitzt etwa 10.000 Gegenstände.” Was sammeln wir, was bewahren wir für die Nachwelt und was bedeutet uns der physische Gegenstand im digitalen Zeitalter? Darum geht es in Dr. Alexandra Hildebrandts Artikel, der uns vom Heute über Alltagsgegenstände aus der DDR zu Goethes Sammelleidenschaft und zurück zum Alltag mitnimmt. Hier geht es zum ganzen Artikel

27. Textile Geschichten: Schuhe aus im #SalonEuropa? // @Suschna (7.10.2018)

Im Blog Textile Geschichten geht es um eine vermutlich noch nicht endgültig geklärte europäische Alltagsfrage: Zieht man als Gast beim Betreten einer Wohnung die Schuhe aus oder behält man sie an? Nicht mal für Deutschland lässt sich das einheitlich beantworten. Andre Regionen, andre Schuh-Gewohnheiten. Hier geht es zum ganzen Artikel

28. Sturmpost: Europa, Dorf und weite Welt // @sturmwarnung (7.10.2018)

Andrea nimmt uns mit ins Österreich der 1960er und 1970er Jahre und beschreibt, wie sie mit Europa in Kontakt kam. Wie sie später als EU-Gegnerin doch “Ja” ankreuzte. Und wie sie heute “Europa” ambivalent gegenübersteht. Sie lässt uns mit der Frage zurück: “Vielleicht also bin ich gar keine überzeugte Europäerin, sondern überzeugte Anhängerin historisch europäischer Ideen?” Hier geht es zum ganzen Artikel

29. Landlebenblog: Prioritäten // @Odenwaelderin (7.10.2018)

“Der Typ ist mir gleich aufgefallen. Ich habe ja durchaus einen Sinn für attraktive Männer. In diesem Fall fasziniert mich aber weniger sein Aussehen, sondern vielmehr das, was er tut.” – Im Landlebenblog entlarven kleine Alltagsbeobachtungen in einem französischen Supermarkt, wie unterschiedlich man Prioritäten setzt in zwei Ländern, die so dicht beieinander liegen wie Frankreich und Deutschland. Hier geht es zum ganzen Artikel

30. Ralf Grabuschnig: Europa und die Xenophobie: ein untrennbares Paar? // @RalfGrabuschnik (8.10.2018)

“Die Xenophobie und später der Nationalismus und Rassismus sind Europa schon seit langem ein treuer Wegbegleiter. Warum sollte sich das plötzlich ändern?”, fragt Ralf Gabuschnig in Blog und in Podcast und nimmt uns mit in die europäische Geschichte der Fremdenfeindlichkeit von der Entstehung des Wortes Xenophobie über die Kolonialzeit bis ins Heute. Hier geht es zum ganzen Artikel und hier zum Podcast

31. Erdhaftig:#SALONEUROPA – DIE MISCHUNG MACHTS! // @erdhaftig (8.10.2018)

Für Silke Bicker vom Blog Erdhaftig sind die Vorteile eines vereinten Europas unübersehbar: gemeinsame Währung, offene Grenzen, Frieden. “Ich kenne bislang nur Frieden in Europa und möchte, dass das so bleibt. Gene Roddenberry erdachte viele technische Geräte für seine Drehbücher, die es heute bereits so oder so ähnlich gibt. Auf den Dritten Weltkrieg, in dem wir die Erde in einem Atomkrieg fast zerstören, verzichte ich liebend gerne.” Hier geht es zum ganzen Artikel

32. Zeilenabstand: Architektur als Identitätsträger für Europa // @zeilenabstandN (8.10.2018)

Damian Kaufmann spricht in seinem Blogpost über die gemeinsame Architektursprache Europas. Schon vor Jahrhunderten verband das Bauschaffen den Kontinent, auch wenn die politischen Konstellationen nicht immer so geeint erschienen. Architektur war und ist Ausdruck eines gemeinsamen Wertekanons, dessen man sich noch heute bewusst werden sollte. Hier geht es zum ganzen Artikel

33. Jens Bemme: mein #SalonEuropa// @jeb_140 (8.10.2018)

Für Jens Bemme ist Europa ein großes Puzzle. In seinem Beitrag geht es um Honig, Radfahrerwissen und die bewegende Frage, seit wann Männer in Sachsen Hosen tragen und ob sie jemals Röcke trugen. Es geht um ein “Europa der Regionen” und um Fragen, die dazu einladen, andere kennenzulernen. Hier geht es zum ganzen Artikel

34. Ursula Ronnenberg: Europa – hier total normal// @URonnenberg (8.10.2018)

Ursula Ronnenberg gibt einen ganz alltäglichen Einblick in ein gelebtes Europa. Im Dreiländereck Belgien-Deutschland-Niederlande sind Grenzübergänge völlig normal und mit nationalen Unterschieden kommt man im täglichen Miteinander gut zurecht. Die drei Portemonnaies für drei Währungen braucht es nicht mehr, Grenzhäuschen sind für Kultur geöffnet – Europa ganz normal. Hier geht es zum ganzen Artikel

35. Lindenau-Museum Altenburg: Die einzig revolutionäre Kraft – Die Kultur der 68er, die europäischen Krisen und die Kunst der Gegenwart // @LindenauMuseum (10.10.2018)

Passend zum #SalonEuropa stellt das Lindenau-Museum Altenburg die Ausstellung “Die einzig revolutionäre Kraft” vor. In den bewegten Jahren um 1918 und 1968 schlossen sich in Deutschland und Europa Künstler zusammen, um mit ihrer Kunst die Vision einer neuen Gesellschaft zu realisieren. Die Krise als Chance für Neues nutzen – dieser Gedanke schlägt den Bogen bis in die Gegenwart. Hier geht es zum ganzen Artikel

36. Der Lehmofen: SEXUAL DIVERSITY IN EUROPE IS AN OLD HAT/ SEXUELLE VIELFALT IN EUROPA IST EIN ALTER HUT // @Runa_Phaino (gefunden: 10.10.2018)

“Der Lehmofen” widmet seinen Blogpost der Liebe, Freiheit und der sexuellen Vielfalt. Seit 2013 ist die gleichgeschlechtliche Ehe in Frankreich gesetzlich verankert. Mit einem Blick ins alte Griechenland und in die Zeit der französischen Revolution wird mit einem Augenzwinkern erklärt, warum Hüte dabei vielleicht eine wichtige Rolle gespielen haben. Hier geht es zum ganzen Artikel

37. Landlebenblog: St. Die // @Odenwaelderin (11.10.2018)

Der Landlebenblog nimmt uns mit auf einen Ausflug in das kleine Städchen St. Die des Vosges in Ostfrankreich. Im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, entspricht die Stadt vielleicht nicht dem typischen Bild einer französischen Kleinstadt. Doch Europa sind die Menschen, ihr Umgang miteinander und manchmal eine gute Tasse Kaffee. Hier geht es zum ganzen Artikel

38. SOS_Fernweh: Blogparade “Salon Europa – Europa ist für mich…”// @pixelvoice3 (12.10.2018)

The SOS_FernwehBlog is a blog for traveling and photography. In beautiful pictures is shown, how Europe can be seen: as history, wideness, darkness, or open gates. Take a look by yourself. Read the full article here

39. Ichlebejetzt: Die Flagge und meine Nationalität – Wer bin ich?// @IchlebeJetzt1 (12.10.2018)

Der Artikel von IchlebeJetzt wirft einen ganz persönlichen Blick auf das Gefühl der nationalen Zugehörigkeit. Ist eine Flagge nur ein Signalzeichen des Krieges? In vielen Ländern (wie Norwegen) gehört sie in den normalen Alltag, doch beim Anblick der deutschen Flagge, schleicht sich oft ein ungutes Gefühl mit ein. Aber warum? Hier geht es zum ganzen Artikel

40. Dr. Alexandra Hildebrandt: Zukunft braucht Zufall: Warum wir offen für das Unberechenbare sein sollten// @AHildebrandt70 (12.10.2018)

Dr. Alexandra Hildebrandt widmet ihren neuen Blogpost dem Zufall. In manchen Bereichen erscheint die Unberechnbarkeit unbequem. Dennoch bereichert der Zufall das Leben und ist Quelle für neue Ideen und Innovationen. Hier geht es zum ganzen Artikel

41. Kultur Geschichte(n) digital : Europa bedeutet für mich – meine eigene Geschichte // @anjakikahist (13.10.2018)

Anja Kirchner-Kannemann von Kultur Geschichte(n) digital schreibt in ihrem Beitrag über ein ganz persönliches Europa. Sie schreibt von Liebe, die Kriegszeiten überwunden hat, von Familie, Freunden und einem Alltag ohne Ländergrenzen: Ein Europa der Menschen. Hier geht es zum ganzen Artikel

42. GELD FINANZEN REICHTUM: Europa ist für mich …nicht die Europäische Union // @realpeterkovacs (14.10.2018)

Für Peter Kovacs ist Europa zwar schön, die EU aber ein unsäglicher Verwaltungsapparat, der die Nationalstaaten und ihre wirtschaftliche Kraft  einschränkt. Er findet, man muss gegen die EU sein dürfen, ohne als “Europafeind” zu gelten und trennt klar zwischen EU und Europa. Hier geht es zum ganzen Artikel

43. The Hike Tribe: Fernwanderwege in Europa – Eine Übersicht // @TheHikeTribe (15.10.2018)

Fernwanderwege verbinden Europa und fördern den Austausch und die Vernetzung zwischen Menschen und Kulturen. Zusammenhalt durch Naturerleben über verschiedene Nationen hinweg ist gerade in der heutigen Zeit wichtiger als je zuvor und Grund genug, die Fernwanderwege Europas vorzustellen. Hier geht es zum ganzen Artikel

44. Dr. Alexandra Hildebrandt: Hommage an das Schreiben // @AHildebrandt70 (16.10.2018)

Dieser Beitrag Dr. Alexandra Hildebrandts widmet sich der Kulturtechnik des Schreibens. Im Zeitalter der Digitalisierung scheint das Handgeschriebene immer mehr in den Hintergrund zu rücken. Dennoch entwickeln sich zunehmend Tendenzen, die das “schöne Schreiben” und die Kunst der Kalligraphie zu neuer Blüte reifen lassen. Hier geht es zum ganzen Artikel

45. Uldis Zariņš: Maybe the world – or at least Europe – has never been very big to begin with // @uzarins (16.10.2018)

Culture has never recognised any borders, and is a patchwork of various influences from all over Europe. Uldis Zarins takes Rundale Palace for an example: the most precious late baroque building in Latvia, built by an Italian artist (born in Paris), and formerly home of its German masters, the von Biron family. Culture is what makes us Europeans.  Read the full article here

46. Vogtlandzauber: Das Vogtland – ein kulturhistorisches Idyll im Herzen Europas // @vogtlandzauber (16.10.2018)

Der Beitrag von Vogtlandzauber wirft einen Blick aus dem Vogtland auf Europa und die Region selbst. Das Vogtland kannte in seiner Geschichte kaum feste Grenzen und profitiert noch heute vom Austausch im Vierländereck. Dieser Austausch stärkt das Selbstverständnis, bildet Identität und schlägt Brücken, auch über formelle Grenzen hinweg. Hier geht es zum ganzen Artikel

47. Europeana Blog: Looking for Europe through Fashion Plates//@europeanaeu (17.10.2018)

For #SalonEuropa the Europeana Blog sends an article written by European Fashion Heritage Association, which tells how fashion plates have created and imagined European national identities. These plates travelled across the borders
within Europe and beyond, and were not only used to describe fashion of a specific place or nation. Read the full article herehttps://www.fashionheritage.eu/

48. K´s VienNature Culturegram: Burg Posterstein asks: “What does Europe mean to you?” // @karinsvad (17.10.2018)

For K’s VienNature Culturegram Europe is first of all a peaceful environment to live in: “I do not want a Europe that defines itself as a bulwark against the outside world.  I know, there are great challenges to tackle, but I think this cannot be done with hypocrysy or misguided notions of self-interest.” Read the full article here

49. Berlinerin in Frankreich: Europa ist für mich meine Familie! // (18.10.2018)

Für die “Berlinerin in Frankreich” ist Europa ihr Kind, ihre Familie. Denn sie ist Mutter eines von über einer Million “Erasmus-Babys”: “Europa ist für mich meine Familie, mein Leben! Ohne ein vereinigtes Europa würde meine Familie nicht existieren. Durch ein verfeindetes Europa wäre sie bedroht.” Hier geht es zum ganzen Artikel

50. Hiddentraces: 2018 – Mein europäisches Reisejahr // @hiddentraces (18.10.2018)

Ricarda Christina Hollweg vom Blog The Hidden Traces berichtet von ihrem Reisejahr 2018, das sie durch viele europäische Länder führte. “Ich möchte gerne andere dazu inspirieren, den eigenen Kontinent tiefer zu entdecken”, schreibt sie und folgt dabei unbewusst einigen der Reisewege der Herzogin von Kurland. Hier geht es zum ganzen Artikel

50.b Hiddentraces: 2018 – My European Travel Year // @hiddentraces (18.10.2018)

Ricarda Christina Hollweg from the blog The Hidden Traces reports on her travel year 2018, which took her through many European countries. “I would like to inspire others to discover their own continent more deeply,” she writes, unconsciously following some of the Duchess of Courland’s itineraries. Read the whole article

51. Burgdame: Internationale Heiratspolitik – Blogparade #SalonEuropa // @burgdame_de (18.10.2018)

In ihrem Blogpost zur internationalen Heiratspolitik der historischen europäischen Oberschicht folgt die “Burgdame” den Spuren von Daisy von Pless (1873-1943), einer Salondame, die die wichtigsten europäischen Männer ihrer Zeit persönlich kannte, und Mathilde von Waldeck und Pyrmont (1801-1825). “Die internationalen Beziehungen Adeliger sind nur ein kleines Stück dessen, was Europa ausmacht. Für mich ist es aber ein sehr interessantes Stück europäischer Kultur. Wir haben viele Gemeinsamkeiten!”, schreibt “Burgdame”. Hier geht es zum ganzen Artikel

52. LeseZeichen Mannheim:Europa ist für uns ein großer Kulturraum, ein intensiv verflochtener kultureller Rahmen // @LeseZeichenMannheim (18.10.2018)

Helen Heberer und Raimund Gründler führen selbst einen Salon in Mannheim. In ihrem Gastblogpost zeigen sie die vielen Verschlingungen der europäischen Kulturwelt im Laufe der Geschichte auf. Sie sind der Meinung: “Es war nicht Abschottung, sondern intensiver Dialog und vielfältiger Kontakt in Kombination mit örtlichen Besonderheiten und geographischen Vorgaben, die unsere vielfältige europäische Kulturlandschaft hervorgebracht haben.” Hier gehts zum ganzen Artikel:

53. TBerg: #SalonEuropa – Blogparade „Europa ist für mich …“ // @tberg_de (18.10.2018)

T. Berg weist auf die Einzigartigkeit von Europas Geschichte hin: “1990 die deutsche Einheit, gefolgt von der europäischen Einheit. Europa ist ein Kontinent der Vielfalt in Einigkeit. Trotz aller Differenzen haben sich die europäischen Völker zusammengerauft. Hoffentlich dauert diese Erfolgsgeschichte noch lange an. Denn darum bin ich Eurovisionär!” Hier gehts zum ganzen Artikel

54. Leggiero flautato: Kultur kennt keine Grenzen // @sufloese (20.10.2018)

Sehr persönlich erzählt Susanne vom Blog Leggiero flautato von ihrer Kindheit in der DDR, wo sie vom Reisen nur Träumen durfte. Sie vertritt die These, dass Kultur und Politik womöglich schon immer unabhängige Parallelwelten waren. Wir sollten uns aber nicht komplett in das Eine zurückziehen, damit das andere nicht untergeht: “Das politische Europa ist mehr denn je Aufgabe von uns allen, noch gibt es überwiegend Demokratie und selbstverständliche Übergänge zwischen dem kulturellen und dem politischen Europa. Hoffen wir, dass es lange so bleibt.” Hier gehts zum ganzen Artikel

55. Reens Blog: Salon Europa – Europa ist für mich…. // @repiepke (20.10.2018)

Rene von “Reens Blog” fasst seine Gedanken zu Europa so zusammen: “Denke ich an Europa, bin ich in erster Linie stolz auf unseren kleinen schönen Kontinent. Ich denke an verschiedenste Kulturen und Lebensweisen von Ost nach West und Nord nach Süd…. Und ist es nicht irgendwie schön, dass uns trotz der vielen Unterschiede eine kleine Flagge mit ein paar Sternchen im Geiste verbindet?” Hier gehts zum ganzen Artikel

56. Elektromuseum Erfurt: Europa ist nicht allein nur Kulturraum, sondern Wirtschafts- und Lebensraum vieler Nationen // @ElektromuseumEF (20.10.2018)

Europa ist nicht nur Kultur, auch Wirtschaft und Technik. Uns alle verbindet ein unsichtbares Netz, das für unseren Alltag aber essentiell ist, bloggt das Thüringer Museum für Elektrotechnik Erfurt. “Wir sollten jedoch alles dafür tun, dass nicht nur ein Stromnetz die Menschen in Europa verbindet, sondern vielmehr ein Netz demokratischer, freier, rechtsstaatlicher und selbstbestimmter Nationen!” Hier geht es zum ganzen Artikel

57. Mit Kind im Rucksack: #SalonEuropa – Europa ist für mich Freiheit // @inaaltoet (21.10.2018)

Für Ina vom Blog  “Mit Kind im Rucksack” ist Interrail das “Schönste Symbol der Freiheit in Europa”. Einfach mit dem Zug durch 30 Länder Europas zu reisen, bedeutet Freiheit, wenn man in einem Land mit verschlossenen Grenzen aufgewachsen ist. Sie fordert: “Wir müssen uns alle anstrengen damit Europa seine Freiheit, Demokratie und Menschlichkeit behält!” Hier geht es zum ganzen Artikel

58. Peter Soemers: Ich trage Eulen nach Europa! Digitale Transformation & #SalonEuropa //@psoemers (21.10.2018)

Peter Soemers fühlt sich mit Europa verbunden, es ist schließlich seine Heimat. Er findet: “Europa ist nicht nur Politik!” Während er in der reichen Kultur Europas immer neue Inspiration findet, lässt ihn Europas Politik manchmal ratlos zurück und auf die Weisheit der sprichwörtlichen griechischen Eule hoffen, die seinen Beitrag zahlreich schmücken: “Wird manchmal kollektiv der Mensch vergessen? Ich kann es nicht so richtig beurteilen, wie gewissenhaft es da zugeht. Eule, wo bist Du?” Hier geht es zum ganzen Artikel

59. Krosworldia: #SalonEuropa. Die zwei Gesichter des Eurozentrismus // @Kristin_Oswald (21.10.2018)

Für Kristin Oswald ist die Perspektive auf Europa viel zu kurz gegriffen. Ein “SalonWelt” wäre wünschenswert, so die Bloggerin: “Wenn man sich die Liste der deutschen Veranstaltungen zum Kulturerbejahr anschaut, steht zumindest auch hier die positiv-eurozentristische Perspektive im Fokus. Kaum findet man die negativen Seiten von Europa oder die individuellen Geschichten und Blickwinkel derjenigen, die europäisches Kulturerbe nicht aus der institutionellen Brille betrachten.” Hier geht es zum ganzen Artikel

60. Sabine Hofmann: Was hat die Gebietsreform in Thüringen mit Europa zu tun? // (22.10.2018)

Europa beginnt ganz lokal. Sabine Hofmann aus dem Postersteiner Nachbarort Nöbdenitz macht ihren Gastbeitrag zur Blogparade #SalonEuropa zu ihrer Stellungnahme zum Anschluss der Gemeinde Nöbdenitz an die Stadt Schmölln: “Wenn wir wollen, dass Europa gemeinsam agiert, was dringend geboten ist angesichts der Konflikte in der Welt, braucht es Demokratie von unten und Instrumente, die es den Bürgern ermöglichen, demokratisch zu handeln und tatsächlich mitzubestimmen.” Hier geht es zum ganzen Artikel

61. Der Friedrich: #SalonEuropa – Was Europa für mich bedeutet // @elfritzos (22.10.2018)

“Der Friedrich” erzählt in seinem Beitrag kleine Anekdoten, die für ihn Europa ausmachen. Darin kommt nicht nur ein schmuggelnder Großvater vor, sondern auch Begebenheiten, die zeigen, dass wir den Luxus genießen, in Europa frei unsere Meinung und Kritik äußern zu dürfen: “Ich weiß nur, dass seit es die EU gibt, man Kritik und Meinung sagen kann – gerade politischen Institutionen und Vertretern gegenüber. Ins Gesicht. Direkt.” Hier geht es zum ganzen Artikel

62. Lindenau-Museum Altenburg: Ein Altenburger in Europa // @LindenauMuseum (22.10.2018)

Das Lindenau-Museum Altenburg rückt in diesem Beitrag die Tätigkeit Bernhard August von Lindenaus als Wissenschaftler und Astronom in den Fokus. Dieser stand als Minister und Wissenschaftler in Diensten der Herzöge von Sachsen-Gotha- Altenburg und schaffte es zu Beginn des 19. Jahrhunderts ein europaweites Netzwerk zu bekannten Wissenschaftlern und Sternwarten aufzubauen. Hier geht es zum ganzen Artikel

63. Hin-fahren: Unterwegs in Europa – Überall zu Hause // @hinfahren (23.10.2018)

Der Hin-Fahren-Blog berichtet über das Unterwegssein in Europa. Offene Grenzen ohne lange Grenzkontrollen, eine reiche Geschichte, Sicherheit, Frieden und Gespräche mit Menschen vieler Regionen und Länder, das macht Europa aus. In Europa ist ein Camper überall zu Hause. Hier geht es zum ganzen Artikel

64. Provinzmutti: #SalonEuropa – Blogparade “Europa bedeutet für mich…” // @provinzmutti (23.10.2018)

Der Beitrag von Provinzmutti ruft zum konstruktiven Diskurs auf. Europa ist Frieden, eine Wertegemeinschaft, Veränderung und Mitgefühl, das wir uns leisten können und müssen. Europa ist auch Diskurs über Probleme und Ängste – damit Europa eines nie wieder ist: Krieg. Hier geht es zum ganzen Artikel

65. Deutsches Historisches Museum: Inside DHM: Europa, Venedig und das Meer // @DHMBerlin (23.10.2018)

Das Deutsche Historische Museum fragt in diesem Artikel, was Europa heute wohl ohne die Erkundung, die Überquerung und die Eroberung der Meere und ohne den daraus resultierenden Austausch wäre. Als anschauliches Beispiel präsentiert uns das DHM die “Stadt im Meer”: Venedig, die sich sogar mit dem Meer verheiratete. Hier geht es zum ganzen Artikel

66. LiveLifeGreen: Ohne Europa kein Frieden und kein Klimaschutz // @livelifegreen_m (23.10.2018)

Wozu ist Europa da und brauchen wir es noch? – Ja, sagt LiveLifeGreen. Denn auch, wenn es nicht perfekt ist, steht Europa für Frieden, Natur- und Klimaschutz und es ist Zukunft. Doch an dieser Zukunft müssen sich alle beteiligen, mit Ideen, Engagement, auch mit Kritik, indem man Stellung bezieht und diskutiert – mit Herz und Verstand. Hier geht es zum ganzen Artikel

67. Saxorum/Martin Munke: In der Grenzregion. (Mein) Europa zwischen Sachsen, Tschechien und Polen // @m_munke (23.10.2018)

Martin Munke gibt in seinem Artikel einen Einblick in den “gelebten Raum” im Drei-Länder-Eck Sachsen, Tschechien und Polen. Auf wissenschaftlicher, künstlerischer oder politischer Ebene wird versucht, eine stetige Zusammenarbeit zu fördern. Dafür sind Projekte, viel persönliches Engagement und die Überwindung von Hürden aber noch immer notwendig. Hier geht es zum ganzen Artikel

68. Claudia plaudert: Grenzgänge ohne Grenzen? Ja bitte! // @claudiaplaudert (23.10.2018)

Claudia Wagner “plaudert” in ihrem Beitrag über ein Europa ohne Grenzen. Dabei geht es nicht nur um Grenzübergänge, sondern auch um die Grenzen in den Köpfen. Denn ein Europa ohne Grenzen und ohne Grenzen im Kopf – das ist Freiheit. Hier geht es zum ganzen Artikel

69. VARIA, CURIOSA ET MEMORABILIAvienna, london & beyond: “GESTORBEN ZU WIEN …” / “DIED IN VIENNA …” // @c_n_opitz (23.10.2018)

“Varia, Curiosa Memorabilia” send a special article about Europe. It shows photographs of tombstones on old St. Marx Cemetery in Vienna. The stones tell their own tale, about the people, who died in Vienna, but were born all over Europe. Read the full article here

70. Saxorum/Hélène Fuchs: Die Vergewaltigung Europas. Der Negativraum der europäischen Identität // (23.10.2018)

Der Beitrag von Hélène Fuchs beginnt mit dem Bild der jungen Europa auf dem Rücken eines Stieres. Dieses Sinnbild aus der griechischen Mythologie wird noch heute benutzt, besonders dann, wenn es um Abgrenzung geht. Doch diese Definition durch Konflikt birgt ein Paradoxon, das überwunden werden muss, um in die Zukunft blicken zu können. Hier geht es zum ganzen Artikel

71. Christine Büring: Europa bedeutet für mich bei mir zu sein und doch immer neue Leben zu leben // (23.10.2018)

Christine Büring schreibt in ihrem Gastblog über Europa, Weltbürger und das “Deutschsein”. Denn was ist dieses “Deutschsein” überhaupt – Reisen und Erkunden ohne Neugier auf andere Menschen, Angst vor Neuem? Christine Büring gibt die Antwort, warum es ihr oft schwer fällt, “deutsch zu sein”. Hier geht es zum ganzen Artikel

72. Gin des Lebens: Europa ist für uns eine bunte Reise voller Kontraste // @gin_des_lebens (23.10.2018)

Für den “Gin des Lebens”-Blog ist Europa eine bunte Reise voller Kontraste. Mal laut und bunt, mal ganz leise, mal die Suche nach Abenteuer, aber auch das Zurückkehren und Zu-sich-selbst-Finden. Europa kann auch eintönig sein und schwarz-weiß im Denken, doch vor allem ist es Vielfalt. Hier geht es zum ganzen Artikel

73. Hahn-Literatur: #SalonEuropa – Europa ist für mich … ein Auftrag // @hahn_txt_pr (23.10.2018)

Andrea Hahn berichtet in ihrem Beitrag über die Literatur des ersten Weltkrieges, überwundene Schrecken und ihr ganz persönlich erlebtes Europa. Hier fand sie Freunde und Bekannte und kommt auch beruflich immer wieder mit Europa und seinem Kulturgut in Berührung. Es ist für sie Bewahrung von Frieden und Menschenwürde und ein wichtiger Auftrag. Hier geht es zum ganzen Artikel

74. KUNST.mi.mol.een.utgeben: Europa und die Ideen von Humanismus und Liberalismus // @pookerman (23.10.2018)

Europa ist eine Idee, fast eine Art Glaubensbekenntnis, schreibt Nils Pooker und erläutert in seinem Blogpost die Zusammenhänge mit den Ideen des Humanismus und Liberalismus. Eine Idee darf aber auch kritisch diskutiert und hinterfragt werden: “Dazu gehört für mich aber auch die Notwendigkeit, in einer ohnehin total globalisierten Welt Europa als Teil dieser Welt zu sehen und nicht als Maß.” Hier geht es zum ganzen Artikel

75. Lisa Begeisterung: Europa ist für mich ein Miteinander // @Begeisterung_Li (Nachtrag, 26.10.2018)

Lisa vom Blog Lisa Begeisterung verbindet mit Europa das Miteinander, übt aber auch Kritik. “Es ist nicht selbstverständlich, dass der große Teil des Kontinents so lange ohne Konflikte auskommt und immer enger zusammenrückt. Vielmehr würde ich es als eine wichtigen Prozess bezeichnen, der bei Weitem noch nicht abgeschlossen ist, sondern für diese Idee muss ständig neu gearbeitet werden.” Hier geht es zum ganzen Artikel

Was hat die Gebietsreform in Thüringen mit Europa zu tun?

Europa beginnt im Lokalen. Sabine Hofmann aus dem Postersteiner Nachbarort Nöbdenitz macht ihren Gastbeitrag zur Blogparade #SalonEuropa zu ihrer Stellungnahme zum Anschluss der Gemeinde Nöbdenitz an die Stadt Schmölln (Bekanntmachung des Landratsamtes Altenburger Land zum Entwurf eines Thüringer Gesetzes zur freiwilligen Neugliederung kreisangehöriger Gemeinden im Jahr 2019-ThürGNGG 2019 S. 3). Die Blogparade #SalonEuropa neigt sich dem Ende entgegen. Bis morgen (23. Oktober 2018) könnt ihr noch teilnehmen. Wer keinen eigenen Blog besitzt, dessen Beitrag veröffentlichen wir hier im Blog als Gastbeitrag.

Die 1000jährige Eiche in Nöbdenitz, Museum Burg Posterstein
Nöbdenitz ist bekannt für seine 1000-jährige Eiche.

Zunächst: Der Postersteiner Nachbarort Nöbdenitz ist überall, nicht nur in Thüringen oder Deutschland, sondern in ganz Europa.

Denn überall in Europa glauben seit Jahrzehnten Politiker, unterstützt von den immer selben Beraterfirmen, durch Fusionen von Gebietskörperschaften zu Kosteneinsparungen, höherer Leistungsfähigkeit und Wachstumsimpulsen zu kommen. Nie mussten diese Effekte nachgewiesen werden. Das wäre auch schwer – es gibt sie nämlich nicht, wie Sebastian Blesse und Felix Rösel in einer Veröffentlichung des IFO-Instituts München eindrücklich darlegten, nicht nur für Deutschland, sondern auch in Dänemark, den Niederlanden und anderswo ist das belegt.

Stattdessen gibt es Kosten, die unsere Demokratie zu tragen hat. Noch 40 Jahre nach der Gebietsreform in Baden-Würtemberg fühlen sich die Bürger der Ortsteile nicht den neuen Großgemeinden zugehörig oder gar unterdrückt. Die drittgrößte deutsche Flächenstadt ist Gardelegen. Mit über 40 Ortsteilen erstreckt sie sich über den gesamten vormaligen Landkreis. Wenn sich in Sachsen Städte oder Gemeindekonglomerate über 20 Kilometer und mehr ausdehnen, ist es kein Wunder, dass vermeintlich nur noch die Wölfe heulen und die Zurückgebliebenen zu einem großen Teil das Heil in populistischen Ideen suchen.

Erwiesen ist, dass Gebietsreformen zu zurückgehender Demokratiezufriedenheit, zu weniger Verbundenheit mit der Gemeinde und geringerer Wahlbeteiligung führen. Das ist auch kein Wunder, denn das Wissen über die Großgemeinde schwindet, die Gestaltungsmöglichkeiten ebenso.

Wenn wir wollen, dass Europa gemeinsam agiert, was dringend geboten ist angesichts der Konflikte in der Welt, braucht es Demokratie von unten und Instrumente, die es den Bürgern ermöglichen, demokratisch zu handeln und tatsächlich mitzubestimmen. Je kleiner die Einheit ist, desto direkter kann die Demokratie sein.

Ich bin gegen den Anschluss der Gemeinde Nöbdenitz an die Stadt Schmölln, nicht weil Schmölln schlecht oder gar böse ist, sondern weil den Bürgern der Gemeinde wieder ein Stück Demokratie und Selbstbestimmung verloren geht.

Woran liegt es also, dass Gemeinderäte, wie der von Nöbdenitz, freiwillig dafür stimmen, die Gemeinde aufzugeben, obwohl die meisten von ihnen den Bürgern bei der letzten Wahl das Gegenteil versprochen haben? Wenn man sie fragt, hört man: wir verwalten nur noch den Mangel und können nichts gestalten. Woraus resultiert der Mangel, wenn man bedenkt, dass im Moment die Steuereinnahmen kräftig fließen? Ja, es ist leicht zu erraten, der Fluss kommt nicht überall an, weil der ländliche Raum zwar kräftig mit Förderprogrammen bedacht wird, nicht aber mit kontinuierlichen Einnahmen, die die Selbstverwaltung untersetzen. Und warum ist das so? Weil man offenbar allerorten darauf hin arbeitet, genau diese unterste Ebene auszutrocknen. Dieser Verdacht könnte zumindest aufkommen.

Wird sich das durch eine Gebietsreform ändern? Klar – nein, denn der letzte Gestaltungsspielraum in der Gemeinde, in gemeinsamen Kraftanstrengungen mit den Bürgern Missstände zu beseitigen und zukunftsweisende Projekte zu initiieren, geht verloren. Es ist in genügend Studien erwiesen, dass die Kosten pro Bürger in großen Gemeinden genauso hoch sind wie in kleinen. Warum also bekommen die einen mehr Zuweisung als die anderen?

Die Befürworter der Gebietsreform verweisen auf die Vereine, die dann das öffentliche Leben aufrecht erhalten werden. Das ist ein Trugschluss, denn anders als gewählte Vertreter aller Bürger (Gemeinderäte), sind Vereine ihrer Satzung verpflichtet und verfolgen genau das darin festgelegte Ziel.

Die Nöbdenitzer Gemeinderäte beweisen keinen Mut. Sie wurden nicht gewählt, um die Gemeinde aufzulösen. Wenn sie dennoch zu diesem Entschluss kamen, hätten sie Demokratie von unten üben müssen und entweder die Bürger dazu befragen oder aber zurücktreten sollen.

Europa ist auch in Nöbdenitz. Wenn selbst in diesem kleinen Dorf Mitbestimmung nicht gelebt wird, wie soll das dann in einer so großen Organisation wie der Europäischen Union gehen.

Es ist schade, dass Thüringen angesichts der immensen Herausforderungen für unsere Demokratie keine neuen Konzepte zur Bewältigung der Unterschiede von Stadt und Land entwickelt und stattdessen auf die gestrigen Instrumente zurückgreift, die sich als untauglich erwiesen haben und politische Kosten ohne Ende verursachen. Im 21. Jahrhundert, im Zeitalter von Digitalisierung, sollten doch ganz neue Möglichkeiten der interkommunalen Zusammenarbeit entwickelt und verfolgt werden, sollten neue Verteilungsmechanismen erprobt und die Basis der Demokratie gestärkt werden.

Von Sabine Hofmann, Nöbdenitz

 

Europa ist nicht allein nur Kulturraum, sondern Wirtschafts- und Lebensraum vieler Nationen

Das Elektromuseum Erfurt teilte seinen Beitrag zur Blogparade #SalonEuropa per Facebook-Post. Damit auch nicht Facebook-Nutzer ihn lesen können, erscheint er auch hier als Gast-Beitrag. Die Blogparade nähert sich ihrem Ende – bis 23. Oktober 2018 könnt ihr noch teilnehmen. Wer keinen eigenen Blog hat, schickt uns einfach seinen Gastblogpost.

Ein Netz, das ganz Europa verbindet (Bildrechte: Thüringer Museum für Elektrotechnik)
Ein Netz, das ganz Europa verbindet (Bildrechte: Thüringer Museum für Elektrotechnik)

Was verbindet die Menschen in Europa? Ein Netz! Ein Netz, welches alle Länder miteinander verbindet, welches bis in jeden Ort, in jedes Haus und jede Wohnung reicht. Wir alle brauchen dieses Netz, zum Leben, Arbeiten, Entspannen, Lernen ….. Ohne dieses Netz geht nichts mehr. Wir alle sind davon abhängig!

Dieses Netz ist noch nicht sehr alt. Die Anfänge reichen etwa 100 Jahre zurück. Damals entstanden zunächst kleine und dezentrale Netze, die immer mehr zusammen wuchsen und auch über Landesgrenzen hinweg zusammengeschaltet wurden. Zur Zeit der klugen und schönen Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821) gab es dieses Netz noch nicht, und ein Leben war dennoch möglich.

Doch wir haben unser Leben mit diesem Netz eingerichtet. Unsere Kultur und der Erhalt des kulturellen Erbes ist ohne dieses Netz nur noch schwer vorstellbar. Von manchen Zeitgenossen wird es heutzutage bis aufs Messer bekämpft, wenn es z. B. aktuell erweitert werden soll. Gerichte werden bemüht, für viele Rechtsanwälte eine wahre ABM-Maßnahme.

Doch ohne dieses Netz scheint ein modernes Leben unmöglich. Denn es versorgt uns mit einem Medium, was man nicht sehen, riechen oder schmecken kann. Dieses Medium kann aber unter Umständen zugleich lebensrettend, wie auch lebensgefährlich sein.

Wer auf dieses Medium persönlich verzichten möchte, sollte einfach für eine Woche die Sicherungen an seinem Stromzähler herausschrauben, sich somit von diesem Netz trennen und beobachten, was dann passiert: Der Kühlschrank taut ab und alle Lebensmittel verderben, wenn sie nicht schnell genug verzehrt werden. Waschmaschine, Fernsehempfänger, Radio, Computer, Internet, Facebook oder andere Soziale Medien funktionieren nicht mehr. Smartphone und Notebook können nicht mehr geladen werden. Bei Dunkelheit ist Kerzenlicht angesagt. Petroleum gab früher und es roch unangenehm. Der elektrische Herd bleibt kalt. Die elektrische Umwälzpumpe der Zentralheizung funktioniert nicht und damit auch die gesamte Heizung nicht. Jeder mag nun seiner Phantasie freien Lauf lassen, wie er mit einer solchen Situation umgeht, wenn in seinem Haus oder seiner Wohnung der Strom abgestellt ist.

Dieses Netz, das kontinentaleuropäische Verbundnetz, verbindet sämtliche europäischen privaten, öffentlichen und industriellen Stromabnehmer synchron mit allen Stromerzeugern in diesen Ländern. Es sorgt für StabilitätVersorgungssicherheit und sichert wirtschaftliches Handeln und letztlich unseren Wohlstand, sowie den Erhalt des gesamten europäischen kulturellen Erbes! Auskunft über die aktuelle Situation im Europäischen Verbundnetz gibt die Netzfrequenz, die 50 Perioden je Sekunde oder anders gesagt 50 Hz beträgt: https://netzsin.us oder http://www.netzfrequenzmessung.de 
Den letzten Stromausfall mit europaweiten Folgen gab es am 4. November 2006.

Wir sollten jedoch alles dafür tun, dass nicht nur ein Stromnetz die Menschen in Europa verbindet, sondern vielmehr ein Netz demokratischer, freier, rechtsstaatlicher und selbstbestimmter Nationen!

Von Thüringer Museum für Elektrotechnik

Europa ist für uns ein großer Kulturraum, ein intensiv verflochtener kultureller Rahmen

Die Alte Sternwarte in Mannheim.
Die Alte Sternwarte in Mannheim.

Helen Heberer und Raimund Gründler von LeseZeichen Mannheim senden uns ihren Gast-Beitrag zu unserer Blogparade #SalonEuropa. Mitmachen könnt ihr bis 23. Oktober 2018. Wer keinen eigenen Blog hat, dessen Artikel veröffentlichen wir gern wie diesen hier als Gastbeitrag hier im Blog. 

Als der Kurfürst von Bayern die Münchner Theatinerkirche errichten ließ, beauftragte er mit Planung und Umsetzung den Architekten und Baumeister Agostino Barelli aus Bologna. In seiner norditalienischen Heimatstadt hatte dieser sein Handwerk bei seinem Vater erlernt und bereits eine Kirche errichtet. Ab 1662 schuf er dann mit den Kenntnissen und Erfahrungen, die er aus seiner Heimat mitbrachte, in München das erste Bauwerk des Hochbarocks nördlich der Alpen. Der barocke Baustil hatte nun auch die deutschen Lande erreicht, nachdem er sich zuvor von Rom kommend bereits nach Frankreich und England verbreitet hatte.

Anders vollzog sich Jahrhunderte zuvor die Verbreitung der Gotik. Hier liegt der Ursprung in Frankreich und die Kathedralen von Saint Denis unweit von Paris und von Sens (Burgund) aus der Mitte des 12. Jahrhunderts gelten als die ersten Kirchenbauten in diesem Stil. Wandernde Handwerker und Baumeister trugen ihr Wissen von Baustelle zu Baustelle, von Land zu Land. Knapp 30 Jahre später hatte die Gotik England erreicht und Anfang des 13. Jahrhunderts wird in Deutschland mit dem Magdeburger Dom der erste gotische Kirchenbau in Angriff genommen. Der rege Austausch hielt an, Vorbild für den Kölner Dom waren beispielsweise die Kathedrale von Amiens und die Saint Chapelle in Paris.

Auch in den anderen kulturellen Domänen lässt sich ein beständiger Transfer nachweisen. Kunst-, Literatur- und Musikstile wurden übernommen. Künstler reisten quer durch Europa, um sich zu bilden und Erfahrungen zu sammeln. Viele kehrten nach einer gewissen Zeit wieder in ihre Heimat zurück. Andere wurden in der Fremde heimisch und sind dort aus der örtlichen Kulturgeschichte nicht mehr wegzudenken. So wurde der Komponist Georg Friedrich Händel in Halle an der Saale geboren. Seine berufliche Laufbahn startete er in Hamburg. Zur Weiterbildung reiste er durch Italien. Doch sesshaft wurde er in London. Hier feierte er seine großen Erfolge, er ging am Hofe ein und aus und hier wurde er 1750 in Westminster Abbey inmitten all der englischen Geistesgrößen begraben.

Obwohl in unterschiedlichen Sprachen geschrieben wurde, existierte selbst in der Literatur ein reger europäischer Austausch. Erfolgreiche Autoren wirkten über die Sprachgrenzen hinweg stilbildend. Theodor Fontane, der Chronist des kaiserlichen Preußens, verwies beispielsweise selbst auf den Einfluss, den der englische Autor Charles Dickens auf ihn ausübte.

Durch eine rege Übersetzertätigkeit wurden Sprachbarrieren niedergerissen. Mit großer Ernsthaftigkeit wurden interessante Werke in die einzelnen Landessprachen übersetzt. Selbst Johann Wolfgang von Goethe war immer wieder als Übersetzer tätig. Zeitgenössische Werke französischer und englischer Autoren nahm er sich genauso vor wie die Schriften Homers. Er wiederum profitierte natürlich davon, dass seine Werke sehr schnell in viele Sprachen übersetzt wurden. Mit seinem Werther prägte er den Stil einer ganzen europäischen Schriftstellergeneration.

Astrid Lindgren wiederum ließ mit ihren Büchern über Michel, Pippi Langstrumpf und Bullerbü Generationen von Kindern in ganz Europa davon träumen, nach Schweden auszuwandern.

Unzählige Beispiele für Wirkung und Gegenwirkung, für Austausch und Befruchtung könnten noch aufgeführt werden.

Wer heute von der deutschen, französischen oder polnischen Kultur spricht, wer die bayerischen, flämischen oder bretonischen Besonderheiten betrachtet, sollte diesen alle Zeiten und Epochen überdauernden Dialog vor Augen haben. Die kulturelle Entwicklung aller europäischen Länder und Regionen lässt sich als ein beständiger, überregionaler Prozess verstehen, der Sprachgrenzen genauso überschreitet, wie geographische Grenzen. Es war nicht Abschottung, sondern intensiver Dialog und vielfältiger Kontakt in Kombination mit örtlichen Besonderheiten und geographischen Vorgaben, die unsere vielfältige europäische Kulturlandschaft hervorgebracht haben. Mit hunderten, ja tausenden unverwechselbaren Einheiten. Jede auf ihre Art einzig und an vielen Stellen doch geprägt von gleichen Wurzeln und Impulsen.

Auch in Zukunft werden Einflüsse aus den unterschiedlichen Gegenden Europas den kulturellen Rahmen des ganzen Kontinents mitprägen. Der europäische Lesesalon des Mannheimer LeseZeichens, das regelmäßig Literaturveranstaltungen organisiert, wird immer wieder diesen kulturellen Spuren folgen, die sich quer durch Europa ziehen.

Von LeseZeichen Mannheim / Helen Heberer und Raimund Gründler

Maybe the world – or at least Europe – has never been very big to begin with

Schloss Ruhental (Rundāle), Lettland Foto: Imants Lancmanis/ Creative Museum
Schloss Ruhental (Rundāle), Lettland, Foto: Imants Lancmanis/ Creative Museum

Uldis Zariņš , member of Europeana Foundation Management Board, is sharing his views on Europe in our blog parade #SalonEuropa, which is part of the experimental exhibition #SalonEurope: analog meets digital Networking then and now – Europe means to me …? You can take part in the blog parade until October, 23rd 2018. If you don’t have a blog yourself, we share your article here in the museum’s blog.

Genealogic research is always a complicated endeavour. Often it is quite impossible to trace ones bloodlines past previous five or six generations, everything before that becomes a blur, a more or less educated guess. But even the information one manages to obtain often contains unexpected surprises. We consider ourselves to be pure Latvians, Germans, Poles, but then we suddenly discover that some of our ancestors actually have an Estonian, Swedish, French or Russian origin.

And who knows what surprises a 500 or 1000 years old history would hold, if we would be able to unearth it?

We now tend to think that the world is now getting smaller and smaller, as both technology and societal values makes us more mobile than we have ever been. But maybe the world – or at least Europe – has never been very big to begin with, and we are much more closely related to each other than we think and would sometimes like to admit?

If it is difficult to establish a clear historic identity on a personal level, then for nations it is quite impossible.

Would it be possible to distil a pure original essence of a national culture? I very much doubt it.

Culture has never recognised any borders, and as a result our national cultural heritage is but a patchwork of various cultural influences, hailing from all over the Europe, reflecting the trends and values of the times and often morphing into local variations. For example, Rundale palace has a significant place in Latvian cultural heritage as the most precious late baroque building in Latvia. However it can also be considered a part of German heritage, as it tells the story of its German masters, von Biron family, including duchess Dorothea, and thus creating invisible ties with the Burg Posterstein (and in a sense making it a part also of Latvian cultural heritage). Moreover, it can be said that Rundale Palace is also a part of Italian and Russian cultural heritage, as Francesco Bartolomeo Rastrelli, architect of the Rundale Palace, is an Italian (born in Paris) and most of his works are built in Russia.

Europe for me is first of all a shared cultural space

Thus Europe for me is first of all a shared cultural space – rich in its diversity, characterised by hundreds of different local flavours and colours, but based on the same fundamental values and traditions. Therefore we shouldn’t, for example, attribute Rundale to just Latvian or just German cultural heritage – it is truly a part of European cultural heritage. After all, it would not exist if Italians would not invent baroque in the first place. Culture is what makes us Europeans. European cultural bonds go back for hundreds and hundreds of years, shaping our attitudes and values, allowing us to recognise ourselves in the mirrors of other cultures. Culture is what stays with us when all the petty political squabbles have ended and been forgotten. Culture is what allows me to proudly say “I am a European”.

By Uldis Zariņš for #SalonEuropa

Einladung zur Blogparade “#SalonEuropa – Europa ist für mich…”

English summary Was ist Europa für Dich? Verzichtbar, unabdingbar, eine große Liebe oder von allem ein bisschen? Wir vom Museum Burg Posterstein laden Dich zur  Blogparade “#SalonEuropa – Europa ist für mich …” (Laufzeit: Von 23. September bis 23. Oktober 2018) ein. Ein Nachdenken über Europa ist gerade jetzt wichtiger denn je. Europa ist in Bedrängnis und in Veränderung. Wo liegen die Chancen, wo die Risiken? Wie wirkt sich Europa auf unsere Gesellschaft und Kultur aus?

Die Blogparade #SalonEuropa verbindet digital und analog

In den Salons der Aufklärungszeit diskutierte man Kultur, Philosophie, Kunst, Politik und gesellschaftliche Fragen. Wir greifen diese Themenvielfalt auf und übertragen das Format „Salon“ ins Heute – online und vor Ort im Museum. Das Museum Burg Posterstein forscht seit vielen Jahren zum Salon der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761–1821). In einer Zeit, in der die napoleonischen Kriege Europa erschütterten, brachte die kluge und schöne Salonnière Menschen aus ganz Europa zusammen.

Napoleon Bonaparte soll einmal sinngemäß zu Anna Dorothea von Kurland gesagt haben:

Die Herzogin von Kurland kam 1786 gemeinsam mit ihrem Mann nach Sanssouci und reiste dann weiter nach Italien.
Anna Dorothea von Kurland, Gemälde nach Angelika Kauffmann, Museum Burg Posterstein

„Du bist in Russland geboren, lebst in Deutschland, und jetzt machst du dich Französisch. Sie wollen ein bisschen von allem!“

Ihre Antwort darauf:

„Sire, meine Heimat ist Kurland, aber ich habe das Glück, niemandem zu gehören!“

 

 

(Aus: Gustav Parthey: Jugenderinnerungen, Berlin 1907, Band II, S. 429.)

Die Ausstellung „#SalonEuropa vor Ort und digital“ nimmt ihren Ausgangspunkt in dieser historischen Salonkultur und fängt Stimmen aus dem Jetzt ein. Die Blogparade begleitet und gestaltet das Ausstellungsprojekt mit. Die eingereichten Beiträge lesen die Besucher vor Ort und im Netz. #SalonEuropa ist für uns ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Europa beginnt an den politischen Grenzen des Kontinents und endet bei jedem von uns zu Hause. Was steht dabei für uns auf dem Spiel? Wir wollen von Dir wissen: Was bedeutet Europa für Dich?

Themenvorschläge zur Blogparade #SalonEuropa

Der Hashtag #SalonEuropa steht für Dialog, Kultur, Leben, Reisen, Politik, Unterschiede, Gegensätze, Ideen und Visionen in Europa. Uns geht es um den Austausch mit Dir über Europa. Folgende Fragen könntest Du beantworten:

  • Was bedeuten mir Europa, seine Länder und Menschen?
  • Wie bin ich mit Europa in Kontakt gekommen? Über Urlaub, Kultur (Kunst, Film, Theater, Literatur, Esskultur), Wirtschaft, Politik, Bildung? Was löste das bei mir aus?
  • Worüber müssen wir in Europa unbedingt miteinander reden?
  • Wie können wir in Europa gemeinsam dringende gesellschaftliche Herausforderungen – wie Klimawandel, soziale Ungerechtigkeit und Asylpolitik – in Angriff nehmen?
  • Wo liegen die Wurzeln Europas und was ist davon heute noch übrig geblieben?
  • Welche Rolle spielen die Kunst und Kultur für Europa?
  • Was unterscheidet Europa vom Rest der Welt?
  • Wie kann in Europa Austausch und Vernetzung stattfinden und warum ist das wichtig?

Anregungen zum Schreiben und erste eingegangene Gedanken zu Europa findest Du auf unserer Projekt-Website. Du bist frei in Deiner Themenwahl!

Wer keinen eigenen Blog hat, darf seinen Beitrag gern hier im Blog des Museums veröffentlichen. Dazu schreibst Du uns einfach eine Mail an saloneuropa@burg-posterstein.de.

Wer kann bei unserer Blogparade mitmachen?

ALLE. Wir laden Blogger aller Couleur und Richtungen zur Blogparade ein! Auch Forschungsprojekte und Ausstellungen zum Thema sind willkommen. Wir wünschen uns vielfältige Tipps, Sichtweisen und Austausch untereinander zum Thema Europa.

Das Museum Burg Posterstein möchte wissen: Was bedeutet Europa für Sie?

Ablauf der Blogparade #SalonEuropa

Was Du tun kannst, um Deine Teilnahme an #SalonEuropa nachhaltig zu gestalten, erfährst Du in: „10 Tipps für die erfolgreiche Teilnahme an einer Blogparade“. Ziel ist es, sich zu vernetzen, auszutauschen und gemeinsam eine Idee voranzubringen.

Staffellauf der Kultur-Blogparaden zum europäischen Kulturerbejahr 2018 

Zum europäischen Kulturerbejahr 2018 gehen wir neue Wege: Europa eint uns. Gemeinsam mit zwei weiteren Kulturhäusern beleuchten wir Europa aus verschiedenen Perspektiven. Wir beschließen den einmaligen Dreiklang der Kultur-Blogparaden. Dieser begann mit #SchlossGenuss der Schlösser und Gärten Deutschland (56 Beiträge), setzte sich mit #DHMMeer des Deutschen Historischen Museums Berlin (112 Beiträge) fort und endet nun mit unserer Blogparade #SalonEuropa – viel Denkstoff für uns alle!

Jetzt gilt’s: Was bedeutet Dir Europa? Wie würdest Du Europa gestalten, wenn Du die Chance dazu hättest? Hau in die Tasten – wir freuen uns auf Deine Gedanken zum #SalonEuropa!

* Die Blogparade findet in Kooperation mit Tanja Praske von KULTUR-MUSEUM-TALK statt.

 

Was ist eine Blogparade?

Eine Blogparade ist eine zeitlich befristete Blog-Aktion. Ein Blogbetreiber gibt in einem Blogartikel ein Thema vor, zu dem andere Blogger und Interessierte einen Artikel schreiben können. Sie verlinken ihren Beitrag mit der Einladung des Initiators. Dieser sammelt, verlinkt und bewirbt die Eingänge im Social Web. Ziel ist es, ein Thema aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, sich zu vernetzen und einen Mehrwert für die Leser zu schaffen. Die Blogparade #SalonEuropa läuft vom 23. September bis 23. Oktober.

Eure Blogposts:

    1. Klaus Graf von Archivalia: Europa ist für mich kein Ersatz für Weltbürgertum // @Archivalia_kg (23.9.2018)
    2. mikelbower: Elysium hauchte Europa // @mikelbower (23.9.2018)
    3. Christiane Nienhold von Christianes Landkultur: Morning Glory // @landkultur (24.9.2018)
    4. Anke von Heyl aka Kulturtussi: Mein Bild für Europa. Oder warum ich die architektonische Nachkriegsmoderne so schätze! // @kulturtussi (24.9.2018)
    5. Unterwegs im Hinterland: Blogparade „#SalonEuropa – Europa ist für mich…“ // @chillerunterwegs (24.9.2018)
    6. Naturgebloggt: #SalonEuropa und was Europa für mich bedeutet // @ThomasEngst (25.9.2018)
    7. Europeana Blog: ‘All of Europe is my country’ and other stories from Europeana Migration // @europeanaeu (25.9.2018)
    8. Europeana @ Medium.com: How sharing Europe’s cultural heritage online impacts on, well, everything. // @Europeana (25.9.2018)
    9. (Gastbeitrag) Barbara Fischer: Denk ich an Europa in der Nacht // @fischerdata (26.9.2018)
    10. Reinhard Laube, Blog der Klassikstiftung Weimar: Weimars Europa // @klassikstiftung (28.9.2018)
    11. Dr. Alexandra Hildebrandt: Europäische Lebenskünstler: Warum ihre Ernte so wertvoll ist // @AHildebrandt70 (29.9.2018)
    12. Dr. Alexandra Hildebrandt: Warum gutes Benehmen wieder salonfähig sein sollte // @AHildebrandt70 (30.9.2018)
    13. Bent Jensen, Archäologisches Museum Hamburg: Europa in Harburg // @ArchaeologieHH (1.10.2018)
    14. Dr. Alexandra Hildebrandt: Unsere Wurzeln: Warum wir zusammenhängende Stoffgeschichten brauchen // @AHildebrandt70 (1.10.2018)
    15. le monde de kitchi: Blogparade #SalonEuropa // @MondeKitchi (1.10.2018)
    16. Schlösser und Gärten Deutschland:Europa und die Schlösserwelt – Ein Beitrag zur Blogparade #SalonEuropa // @sgd_zu_tisch (2.10.2018) sowie auf Englisch
    17. Dr. Alexandra Hildebrandt: Revolution des Geistes: Warum das europäische Erbe der Romantik so aktuell ist  // @AHildebrandt70 (2.10.2018)
    18. MusErMeKu: Stolpersteine – Stumble Upon Memory in Europe // @musermeku (3.10.2018)
    19. Kulturkramkiste: Blogparade “#SalonEuropa – Europa ist für mich…” // @strigo73 (3.10.2018)
    20. Dr. Alexandra Hildebrandt: Der europäische Geist: Warum der Ehrbare Kaufmann hochaktuell ist // @AHildebrandt70 (3.10.2018)
    21. Wolfgang Stöcker:Ich kenne nur ein “Europa des Friedens” // Deutsches Staubarchiv (5.10.2018)
    22. Dr. Alexandra Hildebrandt: Treibsand der Geschichte: Was bleibt von uns?  // @AHildebrandt70 (5.10.2018)
    23.  mikelbower: Sternenwege nach Europa // @mikelbower (5.10.2018)
    24.  Christoph Pietrucha: Wir, ihr, sie . Polen und Europa  // (6.10.2018)
    25.  Wera Wecker  : It’s a beautiful day | U2 Live in concert // @kulturundkunst (6.10.2018)
    26. Dr. Alexandra Hildebrandt: Die Ordnung der Dinge: Über sammelnde Denker und denkende Sammler// @AHildebrandt70 (7.10.2018)
    27. Textile Geschichten: Schuhe aus im #SalonEuropa? // @Suschna (7.10.2018)
    28. Sturmpost: Europa, Dorf und weite Welt //  @sturmwarnung (7.10.2018)
    29. Landlebenblog: Prioritäten // @Odenwaelderin (7.10.2018)
    30. Ralf Grabuschnig: Europa und die Xenophobie: ein untrennbares Paar? // @RalfGrabuschnik (8.10.2018)
    31. Erdhaftig:#SALONEUROPA – DIE MISCHUNG MACHTS! // @erdhaftig (8.10.2018)
    32. Zeilenabstand: Architektur als Identitätsträger für Europa // @zeilenabstandN (8.10.2018)
    33. Jens Bemme: mein #SalonEuropa// @jeb_140  (8.10.2018)
    34. Ursula Ronnenberg: Europa – hier total normal// @URonnenberg (8.10.2018)
    35. Lindenau-Museum Altenburg: Die einzig revolutionäre Kraft – Die Kultur der 68er, die europäischen Krisen und die Kunst der Gegenwart // @LindenauMuseum (10.10.2018)
    36. Der Lehmofen: SEXUAL DIVERSITY IN EUROPE IS AN OLD HAT/ SEXUELLE VIELFALT IN EUROPA IST EIN ALTER HUT // @Runa_Phaino (gefunden: 10.10.2018)
    37. Landlebenblog: St. Die // @Odenwaelderin (11.10.2018)
    38. SOS_Fernweh: Blogparade “Salon Europa – Europa ist für mich…”// @pixelvoice3 (12.10.2018)
    39. Ichlebejetz: Die Flagge und meine Nationalität – Wer bin ich?// @IchlebeJetzt1 (12.10.2018)
    40. Dr. Alexandra Hildebrandt: Zukunft braucht Zufall: Warum wir offen für das Unberechenbare sein sollten// @AHildebrandt70 (12.10.2018)
    41. Kultur Geschichte(n) digital : Europa bedeutet für mich – meine eigene Geschichte // @anjakikahist (13.10.2018)
    42. GELD FINANZEN REICHTUM: Europa ist für mich …nicht die Europäische Union // @realpeterkovacs (14.10.2018)
    43. The Hike Tribe: Fernwanderwege in Europa – Eine Übersicht // @TheHikeTribe (15.10.2018)
    44. Dr. Alexandra Hildebrandt: Hommage an das Schreiben // @AHildebrandt70 (16.10.2018)
    45. Uldis Zariņš: Maybe the world – or at least Europe – has never been very big to begin with // @uzarins (16.10.2018)
    46. Vogtlandzauber: Das Vogtland – ein kulturhistorisches Idyll im Herzen Europas // @vogtlandzauber (16.10.2018)
    47. Europeana Blog: Looking for Europe through Fashion Plates//@europeanaeu (17.10.2018)
    48. K´s VienNature Culturegram: Burg Posterstein asks: “What does Europe mean to you?” // @karinsvad (17.10.2018)
    49. Berlinerin in Frankreich: Europa ist für mich meine Familie! // @Berlinerin-in-Frankreich (18.10.2018)
    50. Hiddentraces: 2018 – Mein europäisches Reisejahr // @hiddentraces (18.10.2018) sowie auf Englisch
    51. Burgdame: Internationale Heiratspolitik – Blogparade #SalonEuropa // @burgdame_de (18.10.2018)
    52. LeseZeichen Mannheim:Europa ist für uns ein großer Kulturraum, ein intensiv verflochtener kultureller Rahmen // @LeseZeichenMannheim (18.10.2018)
    53. TBerg: #SalonEuropa – Blogparade „Europa ist für mich …“ // @tberg_de (18.10.2018)
    54. Leggiero flautato: Kultur kennt keine Grenzen // @sufloese (20.10.2018)
    55. Reens Blog: Salon Europa – Europa ist für mich…. // @repiepke (20.10.2018)
    56. Elektromuseum Erfurt: Europa ist nicht allein nur Kulturraum, sondern Wirtschafts- und Lebensraum vieler Nationen // @ElektromuseumEF (20.10.2018)
    57. Mit Kind im Rucksack: #SalonEuropa – Europa ist für mich Freiheit // @inaaltoet (21.10.2018)
    58. Peter Soemers: Ich trage Eulen nach Europa! Digitale Transformation & #SalonEuropa //@psoemers (21.10.2018)
    59. Krosworldia: #SalonEuropa. Die zwei Gesichter des Eurozentrismus // @Kristin_Oswald (21.10.2018)
    60. Sabine Hofmann: Was hat die Gebietsreform in Thüringen mit Europa zu tun? // (22.10.2018)
    61. Der Friedrich: #SalonEuropa – Was Europa für mich bedeutet // @elfritzos (22.10.2018)
    62. Lindenau-Museum Altenburg: Ein Altenburger in Europa // @LindenauMuseum (22.10.2018)
    63. Hin-fahren: Unterwegs in Europa – Überall zu Hause // @hinfahren (23.10.2018)
    64. Provinzmutti: #SalonEuropa – Blogparade “Europa bedeutet für mich…” // @provinzmutti (23.10.2018)
    65. Deutsches Historisches Museum: Inside DHM: Europa, Venedig und das Meer // @DHMBerlin (23.10.2018)
    66. LiveLifeGreen: Ohne Europa kein Frieden und kein Klimaschutz // @livelifegreen_m (23.10.2018)
    67. Saxorum/Martin Munke: In der Grenzregion. (Mein) Europa zwischen Sachsen, Tschechien und Polen // @m_munke (23.10.2018)
    68. Claudia plaudert: Grenzgänge ohne Grenzen? Ja bitte! // @claudiaplaudert (23.10.2018)
    69. VARIA, CURIOSA ET MEMORABILIAvienna, london & beyond: “GESTORBEN ZU WIEN …” / “DIED IN VIENNA …” // @c_n_opitz (23.10.2018)
    70. Saxorum/Hélène Fuchs: Die Vergewaltigung Europas. Der Negativraum der europäischen Identität // (23.10.2018)
    71. Christine Büring: Europa bedeutet für mich bei mir zu sein und doch immer neue Leben zu leben // (23.10.2018)
    72. Gin des Lebens: Europa ist für uns eine bunte Reise voller Kontraste // @gin_des_lebens (23.10.2018)
    73. Hahn-Literatur: #SalonEuropa – Europa ist für mich … ein Auftrag // @hahn_txt_pr (23.10.2018)
    74. KUNST.mi.mol.een.utgeben: Europa und die Ideen von Humanismus und Liberalismus // @pookerman (Nachtrag, 24.10.2018)
    75. Lisa Begeisterung: Europa ist für mich ein Miteinander // @Begeisterung_Li (Nachtrag, 26.10.2018)

     

    Zusammenfassungen der Blogparade:

    1. Pressemitteilung Museum Burg Posterstein – Woche 1 Blogparade // @burgposterstein (28.9.2018)
    2. Zwischenbilanz von Tanja Praske, Kultur-Museum-Talk: Blogparade #SalonEuropa – Europa geht uns alle an! Salonkultur analog & digital // @tanjapraske (3.10.2018)
    3. Pressemitteilung Museum Burg Posterstein – Woche 2 Blogparade // @burgposterstein (5.10.2018)
    4. Pressemitteilung Museum Burg Posterstein – “Wir Europäer besitzen soziokulturelle Klebstoffe” (16.10.2018)

Meer und Migration im 19. Jahrhundert – wie sich Auswanderer aus Sachsen-Altenburg in den USA eine neue Heimat aufbauten

Felsen im Mississippi
Nach einer langen Schiffsreise nach Amerika strandeten Einwanderer aus dem Altenburger Land 1839 an diesem Felsen im Mississippi.

„Altenburg: Home is Where Our Story Begins“ lautete der Titel einer Internationalen Konferenz der “Perry County Lutheran Historical Society“ (PCLHS) und des “The Foreign Languages & Anthropology Department” der Southeast Missouri State University über die deutsche Auswanderung in die Vereinigen Staaten im Jahr 1839, die 2010 in Altenburg Missouri (USA) stattfand. Zwar sind seither fast acht Jahre vergangen, aber die Thematik der Migration ist aktueller denn je. In unserem Beitrag zur Blogparade #DHMMeer des Deutschen Historischen Museums wollen wir unsere eigene Migrationsgeschichte über das Meer im 19. Jahrhundert beleuchten.

Etwa ein Sechstel der heutigen US-Bevölkerung hat deutsche Vorfahren

Im 19. Jahrhundert zog es viele Deutsche nach Amerika, wo sie sich ein besseres Leben versprachen. Die Menschen verließen ihr Heimatland damals vor allem aus religiösen, sozialen und wirtschaftlichen Gründen – wegen Überbevölkerung, fehlenden Erwerbsmöglichkeiten, Arbeitslosigkeit oder den Missernten der Jahre 1846/47.

1839 wanderten über 1200 Personen aus Preußen aus, darunter 570 aus Pommern, 313 aus Sachsen, 270 aus Schlesien und 36 aus Berlin. In diese Phase der so genannten altlutherischen Auswanderung fällt auch die Auswanderung aus der Region des damals selbständigen Herzogtums Sachsen-Altenburg.

Eine Tafel erinnert in Altenburg, Missouri, an die Migrationsgeschichte von Sachsen-Altenburg in die "Neue Welt"
Eine Tafel erinnert in Altenburg, Missouri, an die Migrationsgeschichte von Sachsen-Altenburg in die “Neue Welt”

Anschließend, also nach 1848, verließen tausende Menschen die deutschen Staaten, darunter 1844 bis 1848 etwa 40.000 aus Preußen und 1850 bis 1855 rund 59.000 aus Baden. Um 1860 soll es 1,3 Millionen deutschstämmige Einwanderer in den Vereinigten Staaten gegeben haben. Allein 1882 wanderten 250.000 Deutsche in die USA ein und schon 1890 waren dort inzwischen 2,8 Millionen deutschstämmige Einwanderer registriert.
Zentren der deutschen Einwanderung bildeten beispielsweise Cincinnati, Milwaukee, St. Louis oder Chicago. Es gab etwa 800 deutschsprachige Zeitungen.

Die Welle reißt weitere Menschen mit

Von der geglückten Reise und dem neuen Leben erzählten Briefe der Auswanderer und Reisebeschreibungen, wie zum Beispiel Gottfried Dudens „Bericht über eine Reise nach den westlichen Staaten Nordamerikas und einen mehrjährigen Aufenthalt am Missouri“ aus dem Jahr 1829. Aber auch reisende Anwerbeagenten beschleunigten die Migration. Zwischen 1842 und 1852 erschienen über 300 Reiseberichte. Ab 1847 übernahm der Nationalverein für Deutsche Auswanderung eine koordinierende Funktion.

Unter Pastor Stephan (1777-1846) aus Dresden wanderten 750 Lutheraner nach Missouri aus

Eine bunt gemischte Gruppe von Auswanderern aus Sachsen-Altenburg, der Region Dresden und Hannover strandete 1839 an einem Felsen im Fluss Mississippi. Direkt am Fluss gründeten die einem strengen lutherischen Glauben anhängenden Siedler den Ort Wittenberg. Nicht selten wurden die in Blockbauweise, an die heimische Baukultur erinnernden Häuser von den Hochwassermassen des legendären Flusses mitgerissen, weshalb heute von dieser Siedlung nur noch der Wittenberg Boat Club und eine verfallene Poststation zeugen.

Diese wahrscheinlich größte evangelische Auswanderung organisierten verschiedene Geistliche unter der Leitung von Pfarrer Martin Stephan aus Pirna bei Dresden. Stephan vertrat eine sehr extreme, antiökumenische Theologie, die außerhalb des lutherischen Glaubens kein Heil versprach. Seine Anhänger, „Stephanianer“ genannt, verehrten ihn und seine Schriften.
In Folge sozialer Missstände nach den napoleonischen Kriegen und verschärften Abgabelasten auf dem Lande erwogen parallel zu ersten revolutionären Unruhen auch in der Region Altenburg immer mehr Menschen, ihr Glück in der Ferne zu suchen. Ursprünglich zogen die Auswanderer um Martin Stephan auch Australien als mögliche neue Heimat in Betracht, aber südlich von St. Louis, in Missouri, bot man ihnen rund 10.000 Morgen Land zu günstigen Preisen an.

Die gefährliche Reise übers Meer

Im Winter 1838/39 reisten insgesamt fünf Schiffe mit Siedlern aus dem Königreich Sachsen und dem Herzogtum Sachsen-Altenburg in die so genannte „Neue Welt“. Mit an Bord nahmen die frommen Auswanderer auch 900 Exemplare von Luthers Katechismus. Sogar während der langen Seereise erhielten die Kinder Unterricht. Alle Schiffe erreichten ihr Ziel, bis auf ein kleineres Boot namens „Amalia“, das höchstwahrscheinlich bei Frankreich mit einem größeren Schiff kollidierte.

Ein Farmhaus in Altenburg, Missouri
Ein Farmhaus in Altenburg, Missouri

Allmählich wurde die Überfahrt zum Geschäft und dauerte anfangs zwischen sieben und zwölf Wochen mit zwei- oder dreimastigen Segelschiffen. Die Auswanderer mussten Matratzen, Decken und Geschirr selbst vorhalten. Die Unterbringung erfolgte meist im Zwischendeck bei großer Enge und schlechten hygienischen Bedingungen. Als Verpflegung gab es Salzfleisch, Kartoffeln, Bohnen, Erbsensuppe, Sauerkraut, Speck, hartes Brot, Tee, Kaffee und manchmal galt Selbstverpflegung. Wasser war knapp, weshalb Ruhr, Typhus und Pocken zu den häufigsten Krankheiten zählten.

Seit 1728 galt das so genannte „Redemptionssystem“, bei dem die Reeder die Kosten der Überfahrt vorstreckten und der Auswanderer in Amerika dann diese Summe abarbeiten musste, wobei man sich den Dienstherrn nicht immer aussuchen konnte. Zahlreiche Agenten warben in ganz Europa für die Auswanderung.

Seit 1822 verkehrten regelmäßige Schiffslinien von Bremerhaven nach New York. 1847 erfolgte die Gründung der HAPAG „Hamburg-Amerikanischen Packetfahrt-Actien-Gesellschaft“ und 1857 die Gründung des „Norddeutschen Lloyd“ in Bremen. Seit den 1850er Jahren lösten Dampfschiffe die Segelschiffe schrittweise ab. Ab 1870 gewann der Auswandererhafen in Hamburg immer mehr an Bedeutung und 1892 wurde der Nordatlantische Dampfer-Linien-Verband gegründet, zu dessen Mitgliedern Norddeutscher Lloyd, HAPAG, Red Star-Linie und Holland-Amerika-Linie zählten.

Altenburg, Dresden und Wittenberg in der „neuen Welt“

1839 kamen die Siedler aus Sachsen-Altenburg in Missouri an. Zu dieser Zeit glich die dortige Landschaft einer noch unbewohnten Wildnis. Die Neuankömmlinge hätten den Winter dort kaum überstanden, wären sie nicht von der lutherischen Gemeinde in St. Louis unterstützt worden. Im heutigen Bundesstaat Missouri, im Landkreis Perry County, gründeten die deutschen Siedler nach ihren Heimatstädten bzw. -regionen benannte Orte wie Dresden, Seelitz, Johannisberg, Altenburg, Frohna, Paitzdorf und Wittenberg. Dresden, Seelitz und Johannisberg wurden bereits 1841 nach Altenburg, Missouri, eingemeindet. Weil natürlich nur das Beste aus der neuen Heimat berichtet wurde, trafen auch später noch weitere Auswanderer aus der Region Altenburg in der neu gegründeten Stadt ein.

Schulgebäude von 1839 in Altenburg Missouri
Das 1839 errichtete Schulgebäude ist das älteste Haus in Altenburg, Missouri

Als eine ihrer ersten Handlungen errichteten die Siedler im August 1839 eine Schule, an der Kinder eine umfassende gymnasiale Bildung erhalten sollten: Religion, Latein, Griechisch, Hebräisch, Deutsch, Französisch, Englisch, Geschichte, Geografie, Mathematik, Physik, Naturgeschichte, Philosophie, Musik und Zeichnen standen auf dem Lehrplan. Der Anspruch der Schule war kein geringerer, als die Absolventen für ein Universitätsstudium zu rüsten. Im ersten Jahr begannen sieben Jungen und drei Mädchen dort den Unterricht.

“Indianer, wilde Bestien und mexikanische Soldaten” brauchte man in Altenburg nicht zu fürchten

Der Pfarrer Martin Stephan derweil lebte in der neuen Heimat ein nicht eben sittlich-christliches Leben und ließ sich zum Bischof ernennen und hofieren wie ein König. Nachdem die Gemeinde endlich erkannt hatte, wie sehr sie durch ihren geistlichen Führer betrogen worden war, entließ sie ihn. Erster Präsident der Missouri Synode, die heute zwei Millionen Mitglieder verzeichnet, wurde der aus Langenchursdorf stammende Ferdinand Wilhelm Walther. Gotthold Heinrich Loeber aus Kahla übernahm den Posten als Pfarrer im neu gegründeten Altenburg. Er beschrieb am 10. September 1839 in einem Brief nach Deutschland das Leben in der neuen Welt, wo die meisten Familien zu diesem Zeitpunkt noch nicht in Häusern, sondern in provisorischen Baracken lebten. Beruhigend fügte er aber hinzu, dass sich die Verwandten in der Heimat keine Sorgen wegen Indianern, wilden Bestien oder mexikanischen Soldaten machen müssten, denn solche Dinge bräuchte man in Altenburg bislang nicht zu fürchten.

Wer mehr zur Geschichte des amerikanischen Altenburgs erfahren möchte, dem sei das Lutheran Heritage Center & Museum der Perry County Lutheran Historical Society oder auch das in den USA auf Englisch erschienene Buch „Altenburg Missouri and the surrounding Parishes“ empfohlen (Hrsg.: Mary Beth Mueller Dillon, Lynhorst, Indianapolis, 2010).

Und Europa heute?

Noch immer liegt das Meer zwischen Europa und Amerika und manchmal scheint die Distanz zwischen den Kontinenten größer denn je. Auf der Hand liegt, dass Europa ein neues Selbstverständnis braucht und sich seiner Werte besinnen muss.

Das Museum Burg Posterstein hat das Thema aufgegriffen und 2018 eine Reihe von Ausstellungen gestartet, die sich unter dem Motto #SalonEuropa mit dem Thema Europa auseinandersetzen. Ausgangspunkt ist die Salonkultur um 1800, ein Forschungsschwerpunkt im Museum Burg Posterstein.

Brachte der Wiener Kongress 1815 nach den verheerenden napoleonischen Kriegen für Jahrzehnte wieder Frieden und Stabilität in Europa, so kann man das in vergleichbarer Weise von der europäischen Einigung und der Überwindung der europäischen Teilung nach dem zweiten Weltkrieg behaupten. Nach der Euphorie der 1990er Jahre, als Europa in den Augen vieler seiner Bürger für Wachstum und Stabilität stand, hat sich die Lage spätestens mit der Finanzkrise 2007/08 gewandelt. Es findet Einwanderung nach Europa und Deutschland statt und es scheint unter dem Einfluss von Terror, Flüchtlingskrise und Populismus Europaskepsis vorzuherrschen.
Im Salon der Herzogin Anna Dorothea von Kurland (1761-1821) in Löbichau und Tannenfeld im heutigen Altenburger Land durfte jeder frei seine Meinung äußern, wenn sie nur höflich vorgetragen wurde. Mit der Ausstellungsreihe #SalonEuropa wollen wir den Versuch starten, diese Salonkultur des frühen 19. Jahrhunderts aufzunehmen und sie aufs Heute zu übertragen.

Sonderausstellung #SalonEuropa im Hier und Jetzt: Schloss Tannenfeld – Inspiration und Wirklichkeit

Vier Künstlerinnen aus Deutschland, Frankreich und Polen knüpfen in der Ausstellung #SalonEuropa im Hier und Jetzt an die Tradition des historischen Salons an und stellen ein gemeinsames Kunstprojekt auf die Beine, in dem sie explizit auf den prägenden europäischen Gedanken verweisen, der in Schloss Tannenfeld unter der Herzogin Anna Dorothea von Kurland gelebt wurde. Mit ihren Arbeiten bringen die vier Künstlerinnen ihren jetzigen Standpunkt, ihre jetzige Sichtweise zum Thema EUROPA zum Ausdruck. Angesichts der aktuell beunruhigenden politischen Tendenzen innerhalb des Kontinentes geht es vor allem ums Bewahren, um nach vorne schauen zu können.

Das Werk "Europa" von Verok Gnos ist derzeit in der Ausstellung #SalonEuropa im Hier und Jetzt zu sehen.
Das Werk “Europa” von Verok Gnos ist derzeit in der Ausstellung #SalonEuropa im Hier und Jetzt zu sehen.

So verfasste beispielsweise die Französin Verok Gnos dieses Statement für den Katalog:

„Die Konstruktion Europa entstand nach dem Willen von Männern mit Visionen, die danach strebten, den Frieden in Europa zu schützen und den wirtschaftlichen Aufschwung zu sichern. Diese Konstruktion ist in mehreren Etappen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges bis in unsere Tage entstanden. Aber am schwierigsten war es, ein Band zwischen Frankreich und Deutschland (feindlichen Ländern in aufeinanderfolgenden Kriegen) und den anderen Ländern zu erschaffen, um eine Gemeinschaft aufzubauen. Diese Vereinigung lässt Europa Beziehungen und den nachhaltigen Austausch in allen Gebieten erschaffen: Kultur, Gesellschaft, Wirtschaft, Bildung, Forschung, Gesundheitswesen und Umweltschutz. Ein einzelnes und isoliertes Land hätte weder solche Kraft noch solchen Reichtum. Aber seit 2016 ist dieses Europa zerbrechlich geworden: Brexit, Terrorgefahr, Anschläge, Flüchtlingskrise und Aufstieg von Populismus. Sind wir uns bewusst, was uns Europa bringt?“


Wir nehmen den Staffelstab zur nächsten Blogparade auf!

Mit der Blogparade #SalonEuropa – Vernetzung damals und heute – Europa bedeutet für mich…? wollen wir von 23. September bis 23. Oktober 2018 den Reigen der Blogparaden von Schlösser und Gärten in Deutschland e.V. und dem Deutschen Historischen Museum fortsetzten. Unsere Blogparade wird in Kooperation mit Dr. Tanja Praske von KULTUR-MUSEUM-TALK stattfinden.

Wir suchen Unterstützung für das Labor #SalonEuropa vor Ort und digital
Wir suchen Unterstützung für das Labor #SalonEuropa vor Ort und digital


Wir suchen Europa-Meinungen und Fotos für unsere nächste Ausstellung #SalonEuropa vor Ort und digital

Die Schau #SalonEuropa vor Ort und digital versteht sich als ein Labor. Ausgehend von der historischen Salonkultur um 1800 soll sie den Bogen schlagen in die heutige Zeit und zur aktuellen politischen Lage. Im #SalonEuropa Labor soll Besuchern vor Ort und im Digitalen die Möglichkeit gegeben werden, ihre Gedanken zu Europa heute zu äußern. Auf einem großen Bildschirm in der Ausstellung und der Website salon-europa.eu sollen unter der Überschrift “Europa bedeutet für mich…?” in Videos, kurzen Statements und Blogposts unterschiedliche Meinungen zu Europa zu Wort kommen. Durch Bilder von verschiedenen europäischen Orten um 1800 und heute (in Lettland, Polen, Deutschland, Österreich und Frankreich) soll die Ausstellung das Damals und das Heute verbinden. Wir suchen Fotos von europäischen Orten heute und Menschen, die mit ihrer Meinung zur Frage “Europa bedeutet für mich…?” in der ein oder anderen Form in der Ausstellung vertreten sein möchten. Kontaktieren Sie uns gern in den sozialen Netzwerken, per Mail oder persönlich.

Von Klaus Hofmann / Museum Burg Posterstein

Schlossgenuss in Potsdam – Der Museumsverein Burg Posterstein auf den Spuren europäischer Geschichte und Kunst

Noch bis 5. Juni rufen die Schlösser und Gärten Deutschland zur Blogparade #SchlossGenuss auf. Die Mitglieder des Museumsvereins Burg Posterstein folgen traditionell bevorzugt den Spuren der Herzogin von Kurland durch ganz Europa. Die Frühjahrsexpedition führte sie in diesem Jahr nach Potsdam, eine Stadt, die sich wie wohl keine andere Stadt in Deutschland in den letzten zehn Jahren in Bezug auf den Wiederaufbau historischer Gebäude enorm entwickelt hat – und reichlich Potential für Schlossgenuss bietet.

Das wieder aufgebaute Palais Barberini - in der Zeit der Aufklärung pilgerten Künstler und Adlige nach Italien, um sich von der schönen Baukunst und der Geschichte inspirieren zu lassen. (Foto: Bernd Nienhold)
Das wieder aufgebaute Palais Barberini – in der Zeit der Aufklärung pilgerten Künstler und Adlige nach Italien, um sich von der schönen Baukunst und der Geschichte inspirieren zu lassen. (Foto: Bernd Nienhold)

Das Palais Barberini

Das bereits zu Zeiten des Preußenkönigs Friedrichs II. nach dem Vorbild des Palazzo Barberini in Rom errichtete Palais Barberini in Potsdam war im Zweiten Weltkrieg stark zerstört und in den Nachkriegsjahren komplett abgerissen worden. Zwischen 2011 und 2016 wurde es wieder aufgebaut, die Fassaden wurden originalgetreu rekonstruiert, während die Innenarchitektur nach den funktionellen Anforderungen eines modernen Kunstmuseums gestaltet wurde. Architektonisch fügt sich das Gebäude harmonisch in das Ensemble am Alten Markt (Altes Rathaus, St. Nikolaikirche und altes Schloss (jetzt Landtag von Brandenburg) ein.

Das Museum Berberini

Seit dem Jahr 2017 beherbergt dieses Palais das Museum Barberini. Ein Großteil der Räume dient Ausstellungen mit wechselnder Thematik. Wir interessierten uns für die Werke von Max Beckmann, die unter dem Titel „Max Beckmann. Welttheater” gezeigt wurden. Offenbar war diese Ausstellung nicht nur bei den Mitgliedern des Postersteiner Museumsvereins sehr gefragt, die Besucherzahl schien an diesem Tag sehr groß. Der elektronische Guide gab uns einen guten Einblick in Beckmanns Leben und Werk und erlaubte jedem Teilnehmer sein eigenes Tempo durch die Ausstellung zu wählen.

Auch die Herzogin von Kurland genoss die Schönheit von Sanssouci (Foto: Bernd Nienhold)
Auch die Herzogin von Kurland genoss die Schönheit von Sanssouci (Foto: Bernd Nienhold)

„Salongeschichten“ im Schlosspark Sanssouci

Das Wetter meinte es gut mit uns. Während des Mittagessens hatte sich die angekündigte Regenwolke entleert und danach die Sonne wieder freigegeben, ein Grund mehr für uns, den geplanten Spaziergang durch den Schlosspark auch anzutreten und zu genießen, zumal uns eine sachkundige Potsdamerin die Führung zugesagt hatte. Die Schlossparkführung war natürlich eine besondere, speziell auf unsere Gruppe zugeschnitten. Wir erhielten interessante Einblicke in die Geschichte der preußischen Residenzen rund um Potsdam und Berlin, in die Parkgeschichte, z.B. in das Krongut Bornstedt, in das Drachenhaus mit dem wunderschönen Café, in das Antikenhaus sowie auch in die Geschichte des Weinanbaus im Schlossgarten.

Die Herzogin von Kurland kam 1786 gemeinsam mit ihrem Mann nach Sanssouci und reiste dann weiter nach Italien.
Die Herzogin von Kurland kam 1786 gemeinsam mit ihrem Mann nach Sanssouci und reiste dann weiter nach Italien.

Auch die Herzogin von Kurland ist mindestens einmal in Sanssouci gewesen, denn 1786 war sie noch zu Lebzeiten Friedrich II. gemeinsam mit ihrem Ehemann in der außergewöhnlichen Residenz zu Gast. Von hier aus startete das Paar auf eine große Europareise, die über Wien nach Rom und Neapel führte. Unterwegs stiftete man in Bologna der traditionsreichen Universität einen kunsthistorischen Lehrstuhl.

Nicht nur Kunst brachten die Kurländer aus Italien mit – das von der berühmten Angelika Kaufmann gemalte Porträt gehört zu den schönsten Darstellungen Anna Dorothea von Kurlands –, sondern auch die Gewissheit, dass die Welt außerhalb der eigenen Besitzungen einiges bereithält an Bildung, an Kontakten und an Einflussmöglichkeiten. Europa war von nun an ihre Heimat.

Ausgehend von diesem damals gelebten Europagefühl, wirft das Museum Burg Posterstein im Herbst 2018 in der Labor-Ausstellung „#SalonEuropa vor Ort und digital“ die Frage auf: Was bedeutet Europa für uns heute? Auch dazu wird es eine Blogparade geben, zu der alle herzlich eingeladen sind.

von Dr. Helmut Hellrung/ Museumsverein Burg Posterstein

Kulturtipp Mutz: Eine Schmöllner Spezialität auf internationalem Parkett

Ausstellungsplakat mit Thüringer Schrumpfgrüffelo von Axel Scheffler.
Ausstellungsplakat mit Thüringer Schrumpfgrüffelo von Axel Scheffler.

“Welche Ausstellung sollte ich unbedingt anschauen?”, fragt Kultur-Bloggerin Tanja Praske im Rahmen ihrer aktuellen Blogparade „Mein Kultur-Tipp für Euch“ #KultTipp. Da antworten wir ganz klar: Den Mutz! Warum erklärt Museumsmitarbeiterin Franziska Engemann in diesem Blogpost und stellt einige der vielen Künstler vor, die an der Ausstellung mitgewirkt haben.

Über das Wesen Mutz ist quellenkundlich wenig bekannt, wie wir im letzten Blogpost schon festgestellt haben. Für die Sonderausstellung konnten über 75 Künstler aus ganz Europa dafür begeistert werden, dem Mutz auf die Spur zu kommen. Sie sandten uns mehr als 90 meist malerische und graphische Werke zu, die bis 16. November 2014 in einer Kabinett-Ausstellung bewundert werden können.

Die Rechercheergebnisse von Jutta Bauer.
Die Rechercheergebnisse von Jutta Bauer.

So findet der Besucher unter anderem die erstaunlichen Forschungsergebnisse der Autorin und Illustratorin Jutta Bauer, die sich nicht nur im eigenen Familienarchiv über den Mutz erkundigt hat. Die vielfach ausgezeichnete Künstlerin, 1955 in Hamburg geboren, veröffentlicht seit 1981 sehr erfolgreich Bilderbücher und lehrt Illustration an der Bauhaus-Universität Weimar sowie an der HAW Hamburg.

Mutz-Illustration von Klaus Enzikat
Mutz-Illustration von Klaus Enzikat.

Klaus Ensikat schickte eine feine, fast schon fragil wirkende Federzeichnung. Ensikat, 1937 in Berlin geboren, gilt als legendärer Illustrator, nach welchem sogar eine Reihe klassischer Kriminalliteratur benannt wurde, da er den Einband für den Verlag Das Neues Berlin gestaltete.

So fängt man Mutze, verrät Yvonne Kuschel.
So fängt man Mutze, verrät Yvonne Kuschel.

Von Yvonne Kuschel, Künstlerin, Illustratorin und Cartoonistin, stammen zwei Bilder der „Schönen Köchin“, die junge Mutze mit ihren Reizen zu sich lockt. Sie lebt mit ihrer Familie in Leipzig und lehrt als Professorin an der dortigen Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Der Mutz lebt gefährlich, sagt "Titanic"-Karikaturist Michael Sowa.
Der Mutz lebt gefährlich, sagt “Titanic”-Karikaturist Michael Sowa.

Michael Sowa, bekannt durch seine Arbeit für das Satiremagazin „Titanic“, steuerte nicht nur einige Werke für den Film „Die fabelhafte Welt der Amélie“ bei, sondern sandte uns auch eine schöne Collage mit dem Thema „Das ist überhaupt nicht lustig“ zu, die das gefährliche Leben des Mutzes im Straßenverkehr zeigt.

"Was Mutz, dat Mutz", meint Karikaturist BECK.
“Was Mutz, dat Mutz”, meint Karikaturist BECK.

Der Karikaturist BECK, 1958 in Leipzig geboren, zeichnet Cartoons für „Die Zeit“, die „taz“ oder den „Eulenspiegel“. Für unsere Sonderausstellung fertigte er gleich drei charmante Karikaturen an, die unser heimisches Fabeltier in den verschiedensten Augenblicken des Lebens zeigen.

Brief von Illustrator Axel Scheffler an das Museum.
Brief von Illustrator Axel Scheffler an das Museum.

Und schließlich soll noch Axel Scheffler genannt werden, der vor allem mit seiner Illustration des Kinderbuches „Der Grüffelo“ bekannt wurde. Er lebt und arbeitet in London und blieb auch in unserer Kabinett-Schau seinem ganz persönlichen „Frankensteinmonster“ treu: Er erweckte den Mutz oder besser den Thüringer Schrumpfgrüffelo zum Leben. Selbst Tochter Adelie tritt in ihren jungen Jahren in die Fußstapfen des Vaters. Auch sie schickte uns eine schöne kleine Zeichnung des Mutzes zu, die in der Ausstellung selbstverständlich gewürdigt und gezeigt wird.

Diese Künstler sollen hier aber nur als Stellvertreter ihrer Kollegen stehen, die natürlich nicht unerwähnt bleiben sollen. Für ihre tollen Arbeiten dankt das Museum Burg Posterstein: Tiziana Jill Beck; Johanna Benz; Uta Bettzieche; Fanny Blanc; Blexbolex; Albrecht von Bodecker; Jens Bonnke; Helmut Brade; Christine Brand; Kristina Brusa; Enzo Brusa; Nadia Budde; Kathrin Cruz; Franziska Faust; Christoph Feist; Gabriela Frančik; Andy Gädt; Matthias Geisler; Tino Geiss; Gensheimer & Katz (Christine Gensheimer & Timo Katz); Susanne Göhlich ; Anna Haifisch; Paule Hammer; Susann Hesselbarth; Sarah Hüning; Christian CX Huth; Mirjam Jacob; Phillip Janta; Gabriela Jolowicz; Franziska Junge; Ruprecht von Kaufmann; Halina Kirschner; Clementine Koenig; Ole Könnecke; Anke Kuhl; Nicolas Mahler; Sophia Martineck; Nanne Meyer; Ingunn Mosberg; Jörg Mühle; Rolf Felix Müller; Thomas Müller; Thomas Matthaeus Müller; Volker Pfüller; Moni Port; Nadine Prange; Ulf Puder; Gerda Raidt; Alexandra Rusitschka; Alice Sawicki; Marie-Luce Schaller; Stefanie Schilling; Katja Schwalenberg; Katja Spitzer ; Katrin Stangl; Matthias Stotz; Andreas Tauber; James Turek ; Catharina Valckx; Kay Voigtmann; Philip Waechter; Henning Wagenbreth; Stefan Walter; Simone Waßermann; Julia Weller; Franz Zauleck und Maryna Zhdanko.



Mit Mutz, Musik und Bilderbuch

Mit „Mutz und Musik“ wurde das Bilderbuch zur Ausstellung präsentiert. Das Buch zeigt alle Werke der Sonderausstellung auf charmante Weise auf 104 Seiten versammelt.

Das Postersteiner „Elegant-Hotel zur Burg“ hat allein für die Zeit der Sonderausstellung eine eigene Mutz-Speisekarte entwickelt. So kann der Museumsbesucher die regionale Spezialität an jedem Tag genießen

Der Mutz interaktiv

Das Mutz-Besucherbuch
Das Mutz-Besucherbuch

Doch auch der Betrachter darf aktiv und kreativ werden. Das bereits zweite Besucher-Mutz-Buch, das in der Ausstellung ausliegt, wird von kreativen Ausstellungsbesuchern gefüllt mit lustigen und ganz persönlichen Mutz-Zeichnungen. Die schönsten sammeln wir auf der Facebook-Seite des Museums.

Im Beitrag wurde aus den Texten des Buches zitiert. Dank an die Autoren.

Franziska Engemann / Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein

Zum Weiterschauen:

Der Mutz
In Darstellungen renommierter Künstlerinnen und Künstler aus aller Welt

75 Künstlerinnen und Künstler präsentieren in diesem schönen Bilderbuch ihre Sicht auf den Mutz. 20 x 16 cm, 104 Seiten, farbig, Museum Burg Posterstein 2014 (Preis: 15,00 Euro)
ISBN: 978-3-86104-075-0

Tief eintauchen in die Regionalgeschichte: Napoleon und die Völkerschlacht bei Leipzig

Napoleon im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen: Präsentation eines besonderen Buchprojekts mit acht Autoren und Informationen aus noch ungesichteten Quellen – Ein Beitrag zur Blogparade “Kultur erleben – #KulturEr” von Tanja Praske

Karikatur "Triump des Jahes 1813 - Den deutschen zum neuen Jahr" (Museum Burg Posterstein)
Karikatur “Triump des Jahes 1813 – Den deutschen zum neuen Jahr” (Museum Burg Posterstein

Im Oktober 2013, ja fast während des gesamten Jahres 2013, wurde in zahlreichen Orten Mitteldeutschlands der Völkerschlacht gedacht. An jenen vier Tagen vor zweihundert Jahren entschied sich vor den Toren Leipzigs in der bisher größten Schlacht der Menschheitsgeschichte das Schicksal des Kontinents. Napoleons Truppen, nach dem verheerenden Russlandfeldzug wieder erstarkt, trafen auf eine Kriegskoalition aus Preußen, Österreich, England und Schweden. 600.000 Soldaten aus über einem Dutzend Nationen prallten in diesen dramatischen Oktobertagen in einer Serie erbitterter Schlachten aufeinander. Die Bilanz des Grauens: fast 100.000 tote Soldaten und ungezählte zivile Opfer.

Ein Meilenstein in der diesjährigen Museumsarbeit und das Werk vieler Autoren

Das Museum Burg Posterstein, Mitglieder des Museumsvereins, der Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg sowie des Heimatvereines des Bornaer Landes und weitere Autoren beschäftigten sich schon seit knapp zwei Jahren mit der Planung und Vorbereitung eines gemeinsamen Projekts zur Völkerschlacht. Für das Museum war das insofern eine Besonderheit, dass es eine Zusammenarbeit dieser verschiedenen Akteure bisher noch nicht gegeben hatte. Die Fertigstellung eines so umfangreichen Forschungsprojekts wie dem Buch “Napoleon im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen” stellt für uns einen Meilenstein der diesjährigen Museumsarbeit dar.

Buchpräsentation mit vielen Gästen

Zur Buchpräsentation am 13. Oktober kamen rund 50 interessierte Besucher, die an diesem Nachmittag die Möglichkeit bekamen, tief in die regionale Geschichte einzutauchen. Der TV-Journalist Gunter Auer erstellte dazu einen gelungenen Bericht:


Ein kurzer Blick ins Buch: Von den Napoleon-Karikaturen bis zum Tatarengrab von Kleinbeucha

"Napoleon - im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen" - das Werk von acht Autoren
“Napoleon – im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen” – das Werk von acht Autoren

Die Völkerschlacht bei Leipzig bildete den Wendepunkt in der Auseinandersetzung mit Napoleon und leitete dessen Fall, der schon in Russland begonnen hatte, in der letzten Konsequenz ein. Die öffentliche Haltung gegen Napoleon spiegelt sich nicht zuletzt in Karikaturen wider, die in der Zeit unmittelbar nach der Niederlage entstanden und mittels Reproduktionsgraphik verbreitet wurden. Ein tragendes Element des Buches “Napoleon im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen – 200 Jahre Völkerschlacht” bilden 45 Karikaturen aus der Sammlung der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, die den zeitgenössischen, spöttischen Blick auf die Ereignisse um Leipzig widerspiegeln. Verschiedene Autoren geben darüber hinaus Einblicke in die Ereignisse des Jahres 1813.

Klaus Hofmann (Museum Burg Posterstein) wertet in seinem Beitrag “Chronologie der Ereignisse in der Region um Altenburg zitiert aus den Akten des Kriegsarchivs in Wien – Korrespondenz der Militärs mit dem Österreichischen Hauptquartier” umfangreiche Militärkorrespondenzen, die im Wiener Kriegsarchiv lagern, aus. Auf die Rolle der Herzogin Anna Dorothea von Kurland und ihrer Töchter geht Sabine Hofmann (Museumsverein Burg Posterstein e.V.) in dem Kapitel “Drey Tage hat man sich geschlagen. Das Blut ist auf beiden Seiten geflossen. – Die Kurländerinnen in Kriegszeiten” ein. Gustav Wolf (Geschichts- und Altertumsforschenden Gesellschaft des Osterlandes zu Altenburg) fasst in dem Kapitel “Noch am Abende dieses Tages traf der Kaiser von Rußland ein und stieg auf dem herzoglichen Schlosse ab. – Truppendurchzüge durch Altenburg 1813 im Spiegel der Aufzeichnungen von Friedrich Wagner” die Situation in und um die Stadt Altenburg zusammen, seine Hauptquelle dafür sind die detaillierten Aufzeichnungen des Altenburger Regierungs- und Finanzrat Friedrich Wagner (1792-1859) (mehr zum Thema). Um den Einfluss des Verlegers Friedrich Arnold Brockhaus drehen sich die Kapitel “Die Deutschen Blätter von Friedrich Arnold Brockhaus” (Klaus Hofmann) und “Brockhaus und seine Altenburger Zeit” (Gustav Wolf) – Mehr zum Thema. Der Regionalforscher Andreas Klöppel steuerte das Kapitel “Die Gedenktafel von Gardschütz – Ereignisse im Altenburger Land im Vorfeld der Völkerschlacht” bei. Manfred Zinecker stellt “Das „1. Thüringer Bataillon“” vor und Helmut Hentschel das “Das Tatarengrab von Kleinbeucha”. Eine Zeitleiste von Dr. Hans-Jürgen Ketzer (Leiter des Volkskundemuseums Wyhra) stellt im Anhang “1813 – Ereignisse und Entwicklungen” dar.

Präsenation des Buches im Veranstaltungskeller des Museums am 13. Oktober 2013
Präsenation des Buches im Veranstaltungskeller des Museums am 13. Oktober 2013

Aber auch Napoleon steht im Zentrum des Interesses: Dr. Hans-Jürgen Ketzer beleuchtet in seinem Beitrag “Sein beispielloses Emporsteigen und das Überwiegen seiner herkulischen Macht genügte ihm noch nicht. – Napoleon im Urteil zeitgenössischer Bewohner des Bornaer Landes” den Feldherren aus Bornaer Sicht. Die Historikerin Franziska Engemann geht in dem Kapitel “Der andere Kampf gegen Napoleon – Die deutsche politische Karikatur in der Zeit der Befreiungskriege” auf die Darstellung von Napoleon in zeitgenössischen Kulturen ein. Im Kapitel “Der Herzoglichen Bibliothek zu Gotha zum Geschenk gemacht von Frau Präsident Freytag. – Napoleon-Karikaturen in der Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha” beschreibt sie die Karikaturen aus der Sammlung der Universitäts- und Forschungsbibliothek Erfurt/Gotha, die eine wichtige Grundlage der Ausstellung und des Buchs bilden.

Napoleon – im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen – 200 Jahre Völkerschlacht bei Leipzig
Museum Burg Posterstein, 2013
ISBN 978-3-86104-098-9, 212 Seiten, 24 Euro

Das Buch ist erhältlich im Museum sowie über E-Mail info@burg-posterstein.de. Ohne die finanzielle Hilfe des Thüringer Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur, der Bürgerstiftung Altenburger Land, des Landkreises Altenburger Land und des Fördervereins des Museums wäre das Projekt nicht zu realisieren gewesen.

Ausstellung “200 Jahre Völkerschlacht” läuft noch bis 17. November

Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung "Napoleon - im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen" im Museum Burg Posterstein
Besucher bei der Eröffnung der Ausstellung “Napoleon – im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen” im Museum Burg Posterstein

Die gleichnamige Ausstellung “Drey Tage hat man sich geschlagen. Das Blut ist von beyden Seiten geflossen. Napoleon, im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen – 200 Jahre Völkerschlacht” läuft noch bis 17. November 2013 im Museum Burg Posterstein.


(Von Marlene Hofmann / Museum Burg Posterstein)

Weitere Artikel zum Thema:

“Ein wichtiges strategisches Zentrum – Altenburg während der Völkerschlacht” (Blogartikel)

“Der Brockhaus wird eingestellt – und was das mit der Ausstellung “200 Jahre Völkerschlacht” im Museum Burg Posterstein zu tun hat” (Blogartikel)

Bericht ” Archivschätze in Posterstein ausgegraben” über die Sonderausstellung von Katja Schmidtke am 12.10.2013 in der Ostthüringer Zeitung

Die Blogparade #KulturEr:

Dieser Artikel ist ein Beitrag zur Blogparade “Kultur erleben” #KulturEr von Tanja Praske, an der sowohl Museen als auch Privatpersonen mit vielen spannenden Beiträgen teilgenommen haben. Für das Museum Burg Posterstein ist die Fertigstellung eines so umfangreichen Forschungsprojekts wie dem Buch “Napoleon im Zerrspiegel zeitgenössischer Karikaturen” ein Meilenstein der diesjährigen Museumsarbeit. Wir danken allen Mitwirkenden, Förderern, Besuchern und Lesern.